Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.001: Paul Gaßner

Der Soldat Paul Gaßner wurde am 14.01.1894 in Haberskirch geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Friedberg. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 3. Kompanie des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 07.05.1915 fiel er im Alter von 21 Jahren bei Sondernach im Münstertal durch Granatschuss.

Über die Tage rund um den Tod von Paul Gaßner berichtet die Regimentsgeschichte des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Aus dem nun bis 16.05. währenden Aufenthalte im Abschnitt MetzeralSondernach, welcher wiederum durch den Ausbau der weit ausgedehnten über Berg und Tal, durch Gestein und dichten Wald ziehenden Stellungen eine Unsumme von Arbeit in sich schloss und unseren Patrouillen reiche Gelegenheit zu Betätigung bot, prägten sich dem Regiment folgende Tage besonders ins Gedechtnis: der 03.05. 10 Uhr abends, als mit Musik, Glockengeläute und Geschützfeuer und dreimaligem Hurra aller von der 6. bayerischen Landwehr-Division und 8. bayerischen Reserve-Division in Stellung und Ruhe befindlichen Truppen der große deutsche Sieg im Osten gefeiert wurde, der 04.05. vormittags, als im weichenden Nebel vor dem im Wurmsa Tal stehenden Posten 7./R. 19 plötzlich eine 9 Maultiere starke feindliche Verpflegungskolonne auftauchte und kräftig beschossen wurde; dann aber schon nach wenigen Stunden und auch während der nächsten drei Tage schwere Granaten nach Steinabruck hereinfuhren und den größten Teil der dortigen Fabrik zerstörten, dann vor allem der 07.05., als die Franzosen schon ab 7 Uhr vormittags Höhe 830 und von 2 Uhr nachmittags ab auch Höhe 955,3 und die Stellungen oberhalb Pfliegle stundenlang mit schwerem Kaliber belegten, die sich 6 Uhr daran anschließenden Infanterie-Angriffe, aber dort durch 4./R. 18 im Verein mit den Jägern 14 und der 3./R. 19, hier durch 5./R. 19 restlos unter starken Feindesverlusten abgewiesen wurden.“

Man begrub Paul Gaßner auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab.

Sterbebild von Paul Gaßner
Rückseite des Sterbebildes von Paul Gaßner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.000: Michael Engelschalk

Der Soldat Michael Engelschalk wurde am 13.10.1886 in Sainbach geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Inchenhofen, und war Kleinbauer in Edenried, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Aichach. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landwehrmann in der 3. Kompanie des 15. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem bayerischen Verdienstkreuz 3. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. Am 08.01.1918 wurde er während der Stellungskämpfe im Oberelsass durch ein Artilleriegeschoss  getötet.

Zunächst begrub man Michael Engelschalk auf dem Soldatenfriedhof Hochstatt (Oberelsass). Später bettete man ihn auf den Soldatenfriedhof Cernay in Block 8, Grab 243 um.

Seine Heimatgemeinde Aichach-Edenried gedenkt Michael Engelschalk noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/aichach-edenried_1805-15_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Michael Engelschalk
Rückseite des Sterbebildes von Michael Engelschalk

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.999: Johann Moser

Der Soldat Johann Moser wurde am 01.01.1890 in Sorsbach als Sohn eines Landwirts geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Pleiskirchen. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 3. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Am 23.12.1916 wurde er während der Schlacht bei Rimnicul-Sarat in der Nähe von Balaceanul schwer verwundet. Am 25.12.1916 verstarb er im Alter von 26 Jahren in einem Feldlazarett.

Über den Todestag und die Todesumstände von Johann Moser berichtet die Regimentsgeschichte des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

Fortsetzung vom 22.12.1916

„Tagsüber wird in kurzen Probemärschen rasches Vorwärtskommen beim Angriff geübt; alle Vorbereitungen für den am 23. Dezember angesetzten Sturm auf Balaceanul werden noch getroffen.

An Stelle des erkrankten Hauptmanns Semmelmann übernimmt Oberleutnant von Pigenot die Führung von III./18.

Nach den Erkundungen stellten sich die Verhältnisse für uns denkbar ungünstig dar. Eine weite Ebene bietet auch nicht die geringste Deckung. Auf weite Sicht beherrschte das feindliche Erdwerk vor Balaceanul die Gegend.

Um Mitternacht beginnt die Bereitstellung der Bataillone. Wir sind am äußersten rechten Flügel der 301. Infanterie-Division, II./18. hat Anschluss an den linken Flügel der 109. Division, k. u. k. Infanterie-Regiment 71.

II./18 soll gegen das Erdwerk und die Meierhöfe vor der südlichen Ortsspitze, I./18 frontal gegen die Ortsspitze vorgehen. Der Einsatz ist, Reihenfolge von rechts nach links: 8., 5., 6., 4., 3. und ½ der 1. Kompanie in vorderster Linie. Rest der Bataillone in Reserve. Die Kompanien zählen 90, ganz starke 100 Gewehre. III./18 steht hinter dem linken Flügel des Regimentsabschnitts als Flankenschutz und Reserve.

Bis 5 Uhr ist die Aufstellung vollzogen, dann beginnt das Heranarbeiten an den Feind; um 6 Uhr früh soll das Artilleriefeuer einsetzen, 20 Minuten später der Sturm erfolgen. Vorgeschobene russische Posten werden sehr früh auf 4./18 aufmerksam und beginnen lebhaft zu feuern. Gleichzeitig beginnt das Wirkungsschießen unserer Artillerie. Bedauerlicherweise schießt sie anfangs zu kurz, so dass I./18 im Heranarbeiten ans Hindernis gestört wird und verschieben muss. So entstehen in der Mitte gleich aus zweierlei Ursachen schwere Verluste. Abgeschossene Leuchtkugeln verständigen über Zielverlegung. Jetzt hat aber der Russe bemerkt, was wir im Schilde führen. Viel zu früh und über Gebühr aufmerksam geworden, verstärkt er seine Gräben. Aus Richtung Balaceanul, der Meierhöfe und dem Erdwerk schlägt mörderisches Infanterie-, Maschinengewehr- und Flankenfeuer entgegen. Trotzdem kommen die vorderen Wellen bis an das unversehrte Drahthindernis, das ungefähr 100 Meter vor den russischen Gräben war, heran. Inzwischen war es hell geworden und der Feind, Mann an Mann in seinen Gräben stehend, beschoss jeden sich ihm zeigenden Angreifer. Auch das unheimliche Feuer einer dicht bei dem Meierhof stehenden Batterie macht es unmöglich, gegen das Hindernis vorzudringen. Arg sind bei I./18 die Züge geschwächt, um den Gefechtsstreifen einzuhalten, verlängern zwei Züge 2./18 nach links, auch die 9./18 rückt zur Verstärkung ein.

Auf dem äußersten rechten Flügel schien der Feind zurückzuweichen, es war der 8. Kompanie, angelehnt an die Österreicher, sogar möglich, in den Besitz eines russischen Grabens zu kommen und sich dort festzusetzen. Die 109. Division war weiter südlich von uns an ihrem rechten Flügel vorwärtsgekommen und in Linie Pintecani – Galbenul durchgestoßen. Diese Entlastung bekam die 8./18 zu spüren. Um den Einbruch zu einem Erfolg ausnützen zu können, werden an der Divisionsgrenze rasch noch zwei Kompanien k. u. k. 71er nachgeworfen, aber schon verstärkt der Feind seine Abwehr aus dem Erdwerk. Der russische Flügel hält stand, weiterer Gewinn ist nicht möglich. Nach dem dünnen Außenflügel von I./18 kroch noch 10./18 als Ersatz vor. In wechselnder Entfernung vom Hindernis, 300 bis 400 Meter vor Balaceanul, graben sich die Kompanien ein. Wegen dem hartgefrorenen Boden kommen sie aber über ganz leichte Schützenlöcher nicht hinaus. Indessen ist es frühe Nacht geworden.

Gerne hätten wir der 301. Division, deren linker Anschlussflügel abwartend unsern Erfolg erhoffte, das raschere Vorgehen gegen Rimnicul – Sarat ermöglicht. Wohl wussten wir von dem einschneidenden Gewinn der 12. bayerischen Infanterie-Division westlich der Straße Buzau – Rimnicul-Sarat. Mangelnder Angriffsgeist war es gewiss nicht, der unseren Misserfolg begünstigte. Auch an der Führung der Truppen konnte es unmöglich gelegen haben. Klar lag die Ursache in dem Verzweifelten Widerstand, den der Russe hier bot, zutage, mit geradezu unglaublicher Verschwendung von infanteriefeuer überschüttete er das vollständig ebene Angriffsfeld. Unserer Artillerie fehlte Munition.

Alles ist niedergeschlagen. In der Dunkelheit suchten wir das Feld nach Verwundeten und leider, leider allzu vielen Toten ab. Nie hat das Regiment – vor- und nachher – ein einziger Tag so schwere Verluste gekostet. Ant Toten hatten wir – einschließlich an schwersten Wunden Gestorbener – die hohe Zahl 168, an Verwundeten 291. Der Gesamtausfall bei I./18 betrug 227, dem ganzen Bataillon verblieben 80 Gewehre, das bedeutete die Aufopferung von ¾ seines sowieso geschwächten Bestandes. Am meisten gelitten hatte die 4./18 (Baumeister), 27 Tote 43 Verwundete, nahezu die ganze Kompanie war aufgerieben. Offiziersstellvertreter Seidl und vier Gruppenführer waren unter den Gefallenen. Die anschließende 6./18 (Feldner) hat die höchste Totenziffer – 39 – darunter Vizefeldwebel Kalteis und neun erprobte Gruppenführer. Die ganze Kompanie war früh mit 4./18 ja von dem ersten Feuer gepackt worden. Die Verluste machen es erklärlich, warum von der 6. Kompanie während des Sturmes eine Meldung über die erreichte Linie ausblieb. In ihrem Gefechtsstreifen war ein Vorwärtskommen einfach unterbunden! Bei 5./18 sieht es grauenhaft aus, hier ist als Kompanieführer der brave Leutnant der Reserve Herbert gefallen, seine Zugführer Denzinger und Götz, einer schneidiger als der andere, ebenfalls; weiter fehlen fünf Gruppenführer und 14 Infanteristen. Unter den Verwundeten ist der Zugführer des 3. Zuges, Offiziersstellvertreter Moldenhauer. Bei der 7. und 8. Kompanie sind die Verluste weniger groß. Sie sind durch die Entlastung des vorwärtskommenden Flügels  der Österreicher erklärt. Bei 8./18 ist Vizefeldwebel Adam gefallen. 9. und 10. Kompanie haben ebenfalls schwere Verluste, beide Kompanieführer Leutnant der Reserve Schönemann und Leutnant der Reserve Beer sind verwundet worden.

Das Regiment hat mehr als die Hälfte seiner eingesetzten Gefechtskraft eingebüßt. Was besonders bitter war, bedeutete der Umstand, dass zu den Opfern unsere allerbesten Unteroffiziere und Mannschaften zählten. Kameraden, die seit dem Vormarsch angehörten, wieder andere, die den ganzen Vormarsch mitgemacht und unversehrt durchgekommen waren, Wiedergenesene, die dem Regiment, von ihren Wunden der Sommeschlacht hergestellt, nachgeeilt waren, lagen erstarrt auf dem blutgetränkten Plan der Weohnachtsschlacht. Viele Schwerverwundete mögen, hilflos der Kälte preisgegeben, erfrierend entschlummert sein. Nur wer die Zeit überlebt hat, kennt jene Bilder des Grauens. Das Herz krampfte sich uns zusammen beim Anblick der vielen Toten und Verwundeten. Dabei stand Weihnachten vor der Tür, es war der Vorabend einer traurigen Christnacht.

Starke Kälte setzte dem in Front liegenden Rest weiter zu. Fahrzeuge brachten Verpflegung, Stroh vor und nahmen die vielen Verwundeten zurück, für deren Sammlung kameradschaftliche Hilfe nicht ausreichte. Auch die toten Kameraden wurden zurückgefahren. Die Kompanien der Brigadereserve mussten helfend einspringen. I./18 länger in Stellung zu belassen ist unmöglich, nachdem 11. und 12. Kompanie am linken Flügel sich eingegliedert, wurde der kleine Rest am heiligen Abend in Biwak in eine Mulde rückwärts gelegt.“

Die Lage des Grabes von Johann Moser ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Pleiskirchen gedenkt Johann Moser noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/pleiskirchen_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Johann Moser
Rückseite des Sterbebildes von Johann Moser

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.998: Karl Lehmann

Der Soldat Karl Lehmann stammte aus der bayerischen Gemeinde Kraiburg am Inn und war Spenglermeister. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter in der 10. Kompanie des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 20.02.1917 fiel er im Alter von 36 Jahren während der Stellungskämpfe vor Riga  in der Nähe der Stadt Lennewa(r)den durch einen Minenschuss.

Die Lage des Grabes von Karl Lehmann ist unbekannt. Es existiert sicher nicht mehr.

Seine Heimatgemeinde Kraiburg am Inn gedenkt Karl Lehmann noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/kraiburg_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Karl Lehmann
Rückseite des Sterbebildes von Karl Lehmann

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.997: Heinrich Kummer

Der Soldat Heinrich Kummer wurde am 15.07.1897 in der bayerischen Gemeinde Tüßling geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Schütze in der Maschinengewehr-Abteilung 248. Am 28.09.1918 verstarb er im Alter von 21 Jahren in einem Lazarett in Mazedonien.

Die Lage des Grabes von Heinrich Kummer war nicht zu ermitteln.

Noch heute gedenkt man in seiner Heimatgemeinde Tüssling Heinrich Kummer auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/tuessling_1870-71_wk1u2_bay.htm 

Sterbebild von Heinrich Kummer
Rückseite des Sterbebildes von Heinrich Kummer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.996: Sebastian Grad

Der Soldat Sebastian Grad stammte aus Oberbrunn, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Gauting. Im Ersten Weltkrieg diente er als Obergefreiter in der 6. Batterie des 24. bayerischen Fußartillerie-Bataillon. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem bayerischen Verdienstkreuz 3. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. Am 13.11.1918 verstarb er in einem Lazarett in München nach vier Jahren Kriegsdienst nach schwerer Krankheit.

Die Grablage von Sebastian Grad ist unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er auf einem lokalen Friedhof in München im militärischen Bereich begraben wurde und dass sein Grab noch heute existiert.

Seine Heimatgemeinde Oberbrunn gedenkt Sebastian Grad noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/oberbrunn.htm

Sterbebild von Sebastian Grad
Rückseite des Sterbebildes von Sebastian Grad

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.995: Michael Schroll

Der Soldat Michael Schroll war Gefreiter in einem bayerischen Brückentrainkorps. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit der Auszeichnung für 9jährige Dienstzeit ausgezeichnet. Er verstarb im Alter von 32 Jahren im Festungslazarett Metz nach schwerer Krankheit.

Michael Schroll wurde wahrscheinlich auf dem Soldatenfriedhof Metz begraben, ist jedoch nicht erfasst.

Sterbebild von Michael Schroll
Rückseite des Sterbebildes von Michael Schroll

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.994: Georg Mayr

Der Soldat Georg Mayr wurde am 15.04.1889 in Aidenried, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Pähl, als Sohn eines Landwirts geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 11. Kompanie des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem bayerischen Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet. Am 14.11.1916 fiel er im Alter von 27 Jahren bei Oituz am Ojtozpass in Rumänien während eines Sturmangriffs. Am gleichen Tag fiel auch Sebastian Hamberger aus der 12. Kompanie. Ihn habe ich am 13.10.2025 vorgestellt.

Über den Todestag und die Todesumstände von Georg Mayr berichtet die Regimentsgeschichte des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 14.11. 5.45 Uhr machte sich der Regimentsstab unter Führung von zwei Kroaten, die kein Wort Deutsch sprachen und wie sich nachträglich herausstellte, den beabsichtigten Weg selbst noch nie gegangen waren, auf den Marsch. – Nachdem noch am Parkplatz II./Reserve-Infanterie-Regiment 19 begrüßt worden, gings bei leichtem Regen und sehr starkem Wind auf steilem, steinigen Weg hinauf in die dunklen, von zahlreichen Wassern durchtosten Waldungen.

Nach fünfstündigem Steigen, vorbei an mehreren Armierungs-Kompanien, einer Feldbatterie und an den weit ausgedehnten Stellungen der 1. Kavallerie-Truppen-Division – 7. Husaren (Kaiser Wilhelm) und der kroatischen 5./27. – war 11.30 Uhr vormittags das Finanzwach-Haus bei 1.041 Metern erreicht, woselbst dem dort liegenden Stab V./27 kroatisch und dem Regiment die ganz überraschende aber desto hocherfreuliche Kunde wurde: „III./R. 19 (Hauptmann Schierlinger) hat im Verein mit Teilen des ungarischen Infanterie-Regiment 82 (Hauptmann Richter) heute früh Leany mezö Pontia genommen und bisher 3 Offiziere, 66 Mann und zwei feindliche Maschinengewehre eingebracht“. So ermutigend nun auch diese Siegesbotschaft und so freundlich auch das Entgegenkommen des Führers vom kombinierten kroatischen Bataillon V./27, Hauptmann Pazmann, war, so waren doch die Verhältnisse, unter denen der regimentsstab leben und arbeiten musste, nichts weniger als erquicklich. Vor dem Finanzwachhaus dichtester Nebel, Regen unsäglicher Schmutz, im Finanzhaus nur ein etwas größerer Raum, darinnen aber nicht weniger als 7 dem Bataillonsstab zugeteilte kroatische Offiziere und beim eigenen Regimentsstab nicht weniger als 6, dazu die vollauf berechtigten, aber ständigen Klagen des seit 30.10.1916 III./R.19 zugeteilten stellvertretenden Regimentsarztes, Dr. Fellerer, dass die schon 7 Uhr vormittags angeforderten leichten Wagen zum Abtransport Schwerverwundeter noch nicht eingetroffen seien, dass mit Ausnahme einer kleinen Waschküche auch der kleinste Raum zum Bergen der zahlreich eingelieferten Verwundeten fehle; dazu ein ganzes Gewirr von Anordnungen der vorgesetzten Stellen in deutschen und kroatischen Telefongesprächen und nicht zuletzt der nochmalige befehl der 71. Infanterie-Truppen-Division, dass morgen unbedingt der Runcul wegzunehmen sei, mit einem Bataillon, das selbst totmüde und in Schmutz, Nebel und Nässe beim Finanzwachhaus eingertoffen war und von da noch bergauf, bergab über 7 Kilometer bis zu der ihm weltfremden Gegend des Runcul mr. hatte. Wenne es auch zu weit ginge, näher auszuführen, wie Adjutant Wagner, Stabsarzt Dr. Fellerer, Pater Rupert Mayer, Maschinengewehr-Oberleutnant der Reserve Reim und Ordonannz-Offizier Leutnant der Reserve Ruf zusammenarbeiteten, Ordnung in den ganzen Betrieb und namentlich in den Nachschub unud Abtransport zu bringen, und so die Lage von Stab, der Truppe und namentlich all den Verwundeten und Gefangenen zu bessern, so sei doch hier schon erwähnt, dass der Angriff auf den Runcul mr. nicht schon morgen, sondern, allerdings nach gründlicher Vorbereitung und sehr wertvoller Beratung durch den Kommandeur k. u. k. ung. Infanterie-Regiment 82, Oberstleutnant Paphazi, und dessen Bataillonsführer, Hauptmann Richter, erst in den Morgenstunden des 16.11. von II./R. 19 (Major der Reserve Ruschel) durchgeführt wurde und glänzend gelang. Unvergesslich wird uns bleiben, wie dem kroatischen Kommandeur dabei gleichsam die Haare zu Berg standen vor Staunen, dass es in der deutschen Armee möglich war, gegen die sofortige Durchführung eines gegebenen Befehls Vernunftsgründe geltend zu machen. „Denn bei uns, bemerkte er, gibts kein Gewimmer, was befohlen ist, geschieht und wenn dabei auch alles zugrunde geht.“.

Die Lage des Grabes von Georg Mayr ist unbekannt.

Sterbebild von Georg Mayr
Rückseite des Sterbebildes von Georg Mayr

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.993: Hans Schnierle

Der Soldat Hans Schnierle stammte aus der bayerischen Stadt Regen und war der Sohn eines Seilermeisters. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter in einem bayerischen Infanterie-Regiment. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 25.05.1918 verstarb er im Alter von 24 Jahren im Lazarett Magdeburg nach einer Operation am Kehlkopf.

Die Lage des Grabes von Hans Schnierle ist unbekannt. Vermutlich wurde er in Magdeburg auf einem zivilen Friedhof begraben. Ob sein Grab noch heute existiert, konnte ich nicht ermitteln.

Sterbebild von Hans Schnierle
Rückseite des Sterbebildes vonHans Schnierle

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.992: Joseph Küster

Der Soldat Joseph Küster wurde am 17.07.1877 geboren und lebte in Euskirchen. Er war verheiratet und hatte sechs Kinder, von denen zwei bereits gestorben waren, bevor Joseph Küster eingezogen wurde. Im Ersten Weltkrieg diente er als Feldbäcker. Er nahm am Krieg gegen Luxemburg, Belgien und Rumänien teil. Am 16.12.1917 verstarb er im Alter von 40 Jahren im Lazarett Nürnberg an der Krankheit Ruhr.

Man begrub Joseph Küster auf dem Nürnberg Südfriedhof in Block 20, Reihe M, Grab 12.

Sterbebild von Joseph Küster
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Küster