Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.999: Johann Moser

Der Soldat Johann Moser wurde am 01.01.1890 in Sorsbach als Sohn eines Landwirts geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Pleiskirchen. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 3. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Am 23.12.1916 wurde er während der Schlacht bei Rimnicul-Sarat in der Nähe von Balaceanul schwer verwundet. Am 25.12.1916 verstarb er im Alter von 26 Jahren in einem Feldlazarett.

Über den Todestag und die Todesumstände von Johann Moser berichtet die Regimentsgeschichte des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

Fortsetzung vom 22.12.1916

„Tagsüber wird in kurzen Probemärschen rasches Vorwärtskommen beim Angriff geübt; alle Vorbereitungen für den am 23. Dezember angesetzten Sturm auf Balaceanul werden noch getroffen.

An Stelle des erkrankten Hauptmanns Semmelmann übernimmt Oberleutnant von Pigenot die Führung von III./18.

Nach den Erkundungen stellten sich die Verhältnisse für uns denkbar ungünstig dar. Eine weite Ebene bietet auch nicht die geringste Deckung. Auf weite Sicht beherrschte das feindliche Erdwerk vor Balaceanul die Gegend.

Um Mitternacht beginnt die Bereitstellung der Bataillone. Wir sind am äußersten rechten Flügel der 301. Infanterie-Division, II./18. hat Anschluss an den linken Flügel der 109. Division, k. u. k. Infanterie-Regiment 71.

II./18 soll gegen das Erdwerk und die Meierhöfe vor der südlichen Ortsspitze, I./18 frontal gegen die Ortsspitze vorgehen. Der Einsatz ist, Reihenfolge von rechts nach links: 8., 5., 6., 4., 3. und ½ der 1. Kompanie in vorderster Linie. Rest der Bataillone in Reserve. Die Kompanien zählen 90, ganz starke 100 Gewehre. III./18 steht hinter dem linken Flügel des Regimentsabschnitts als Flankenschutz und Reserve.

Bis 5 Uhr ist die Aufstellung vollzogen, dann beginnt das Heranarbeiten an den Feind; um 6 Uhr früh soll das Artilleriefeuer einsetzen, 20 Minuten später der Sturm erfolgen. Vorgeschobene russische Posten werden sehr früh auf 4./18 aufmerksam und beginnen lebhaft zu feuern. Gleichzeitig beginnt das Wirkungsschießen unserer Artillerie. Bedauerlicherweise schießt sie anfangs zu kurz, so dass I./18 im Heranarbeiten ans Hindernis gestört wird und verschieben muss. So entstehen in der Mitte gleich aus zweierlei Ursachen schwere Verluste. Abgeschossene Leuchtkugeln verständigen über Zielverlegung. Jetzt hat aber der Russe bemerkt, was wir im Schilde führen. Viel zu früh und über Gebühr aufmerksam geworden, verstärkt er seine Gräben. Aus Richtung Balaceanul, der Meierhöfe und dem Erdwerk schlägt mörderisches Infanterie-, Maschinengewehr- und Flankenfeuer entgegen. Trotzdem kommen die vorderen Wellen bis an das unversehrte Drahthindernis, das ungefähr 100 Meter vor den russischen Gräben war, heran. Inzwischen war es hell geworden und der Feind, Mann an Mann in seinen Gräben stehend, beschoss jeden sich ihm zeigenden Angreifer. Auch das unheimliche Feuer einer dicht bei dem Meierhof stehenden Batterie macht es unmöglich, gegen das Hindernis vorzudringen. Arg sind bei I./18 die Züge geschwächt, um den Gefechtsstreifen einzuhalten, verlängern zwei Züge 2./18 nach links, auch die 9./18 rückt zur Verstärkung ein.

Auf dem äußersten rechten Flügel schien der Feind zurückzuweichen, es war der 8. Kompanie, angelehnt an die Österreicher, sogar möglich, in den Besitz eines russischen Grabens zu kommen und sich dort festzusetzen. Die 109. Division war weiter südlich von uns an ihrem rechten Flügel vorwärtsgekommen und in Linie Pintecani – Galbenul durchgestoßen. Diese Entlastung bekam die 8./18 zu spüren. Um den Einbruch zu einem Erfolg ausnützen zu können, werden an der Divisionsgrenze rasch noch zwei Kompanien k. u. k. 71er nachgeworfen, aber schon verstärkt der Feind seine Abwehr aus dem Erdwerk. Der russische Flügel hält stand, weiterer Gewinn ist nicht möglich. Nach dem dünnen Außenflügel von I./18 kroch noch 10./18 als Ersatz vor. In wechselnder Entfernung vom Hindernis, 300 bis 400 Meter vor Balaceanul, graben sich die Kompanien ein. Wegen dem hartgefrorenen Boden kommen sie aber über ganz leichte Schützenlöcher nicht hinaus. Indessen ist es frühe Nacht geworden.

Gerne hätten wir der 301. Division, deren linker Anschlussflügel abwartend unsern Erfolg erhoffte, das raschere Vorgehen gegen Rimnicul – Sarat ermöglicht. Wohl wussten wir von dem einschneidenden Gewinn der 12. bayerischen Infanterie-Division westlich der Straße Buzau – Rimnicul-Sarat. Mangelnder Angriffsgeist war es gewiss nicht, der unseren Misserfolg begünstigte. Auch an der Führung der Truppen konnte es unmöglich gelegen haben. Klar lag die Ursache in dem Verzweifelten Widerstand, den der Russe hier bot, zutage, mit geradezu unglaublicher Verschwendung von infanteriefeuer überschüttete er das vollständig ebene Angriffsfeld. Unserer Artillerie fehlte Munition.

Alles ist niedergeschlagen. In der Dunkelheit suchten wir das Feld nach Verwundeten und leider, leider allzu vielen Toten ab. Nie hat das Regiment – vor- und nachher – ein einziger Tag so schwere Verluste gekostet. Ant Toten hatten wir – einschließlich an schwersten Wunden Gestorbener – die hohe Zahl 168, an Verwundeten 291. Der Gesamtausfall bei I./18 betrug 227, dem ganzen Bataillon verblieben 80 Gewehre, das bedeutete die Aufopferung von ¾ seines sowieso geschwächten Bestandes. Am meisten gelitten hatte die 4./18 (Baumeister), 27 Tote 43 Verwundete, nahezu die ganze Kompanie war aufgerieben. Offiziersstellvertreter Seidl und vier Gruppenführer waren unter den Gefallenen. Die anschließende 6./18 (Feldner) hat die höchste Totenziffer – 39 – darunter Vizefeldwebel Kalteis und neun erprobte Gruppenführer. Die ganze Kompanie war früh mit 4./18 ja von dem ersten Feuer gepackt worden. Die Verluste machen es erklärlich, warum von der 6. Kompanie während des Sturmes eine Meldung über die erreichte Linie ausblieb. In ihrem Gefechtsstreifen war ein Vorwärtskommen einfach unterbunden! Bei 5./18 sieht es grauenhaft aus, hier ist als Kompanieführer der brave Leutnant der Reserve Herbert gefallen, seine Zugführer Denzinger und Götz, einer schneidiger als der andere, ebenfalls; weiter fehlen fünf Gruppenführer und 14 Infanteristen. Unter den Verwundeten ist der Zugführer des 3. Zuges, Offiziersstellvertreter Moldenhauer. Bei der 7. und 8. Kompanie sind die Verluste weniger groß. Sie sind durch die Entlastung des vorwärtskommenden Flügels  der Österreicher erklärt. Bei 8./18 ist Vizefeldwebel Adam gefallen. 9. und 10. Kompanie haben ebenfalls schwere Verluste, beide Kompanieführer Leutnant der Reserve Schönemann und Leutnant der Reserve Beer sind verwundet worden.

Das Regiment hat mehr als die Hälfte seiner eingesetzten Gefechtskraft eingebüßt. Was besonders bitter war, bedeutete der Umstand, dass zu den Opfern unsere allerbesten Unteroffiziere und Mannschaften zählten. Kameraden, die seit dem Vormarsch angehörten, wieder andere, die den ganzen Vormarsch mitgemacht und unversehrt durchgekommen waren, Wiedergenesene, die dem Regiment, von ihren Wunden der Sommeschlacht hergestellt, nachgeeilt waren, lagen erstarrt auf dem blutgetränkten Plan der Weohnachtsschlacht. Viele Schwerverwundete mögen, hilflos der Kälte preisgegeben, erfrierend entschlummert sein. Nur wer die Zeit überlebt hat, kennt jene Bilder des Grauens. Das Herz krampfte sich uns zusammen beim Anblick der vielen Toten und Verwundeten. Dabei stand Weihnachten vor der Tür, es war der Vorabend einer traurigen Christnacht.

Starke Kälte setzte dem in Front liegenden Rest weiter zu. Fahrzeuge brachten Verpflegung, Stroh vor und nahmen die vielen Verwundeten zurück, für deren Sammlung kameradschaftliche Hilfe nicht ausreichte. Auch die toten Kameraden wurden zurückgefahren. Die Kompanien der Brigadereserve mussten helfend einspringen. I./18 länger in Stellung zu belassen ist unmöglich, nachdem 11. und 12. Kompanie am linken Flügel sich eingegliedert, wurde der kleine Rest am heiligen Abend in Biwak in eine Mulde rückwärts gelegt.“

Die Lage des Grabes von Johann Moser ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Pleiskirchen gedenkt Johann Moser noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/pleiskirchen_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Johann Moser
Rückseite des Sterbebildes von Johann Moser

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.994: Georg Mayr

Der Soldat Georg Mayr wurde am 15.04.1889 in Aidenried, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Pähl, als Sohn eines Landwirts geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 11. Kompanie des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem bayerischen Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet. Am 14.11.1916 fiel er im Alter von 27 Jahren bei Oituz am Ojtozpass in Rumänien während eines Sturmangriffs. Am gleichen Tag fiel auch Sebastian Hamberger aus der 12. Kompanie. Ihn habe ich am 13.10.2025 vorgestellt.

Über den Todestag und die Todesumstände von Georg Mayr berichtet die Regimentsgeschichte des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 14.11. 5.45 Uhr machte sich der Regimentsstab unter Führung von zwei Kroaten, die kein Wort Deutsch sprachen und wie sich nachträglich herausstellte, den beabsichtigten Weg selbst noch nie gegangen waren, auf den Marsch. – Nachdem noch am Parkplatz II./Reserve-Infanterie-Regiment 19 begrüßt worden, gings bei leichtem Regen und sehr starkem Wind auf steilem, steinigen Weg hinauf in die dunklen, von zahlreichen Wassern durchtosten Waldungen.

Nach fünfstündigem Steigen, vorbei an mehreren Armierungs-Kompanien, einer Feldbatterie und an den weit ausgedehnten Stellungen der 1. Kavallerie-Truppen-Division – 7. Husaren (Kaiser Wilhelm) und der kroatischen 5./27. – war 11.30 Uhr vormittags das Finanzwach-Haus bei 1.041 Metern erreicht, woselbst dem dort liegenden Stab V./27 kroatisch und dem Regiment die ganz überraschende aber desto hocherfreuliche Kunde wurde: „III./R. 19 (Hauptmann Schierlinger) hat im Verein mit Teilen des ungarischen Infanterie-Regiment 82 (Hauptmann Richter) heute früh Leany mezö Pontia genommen und bisher 3 Offiziere, 66 Mann und zwei feindliche Maschinengewehre eingebracht“. So ermutigend nun auch diese Siegesbotschaft und so freundlich auch das Entgegenkommen des Führers vom kombinierten kroatischen Bataillon V./27, Hauptmann Pazmann, war, so waren doch die Verhältnisse, unter denen der regimentsstab leben und arbeiten musste, nichts weniger als erquicklich. Vor dem Finanzwachhaus dichtester Nebel, Regen unsäglicher Schmutz, im Finanzhaus nur ein etwas größerer Raum, darinnen aber nicht weniger als 7 dem Bataillonsstab zugeteilte kroatische Offiziere und beim eigenen Regimentsstab nicht weniger als 6, dazu die vollauf berechtigten, aber ständigen Klagen des seit 30.10.1916 III./R.19 zugeteilten stellvertretenden Regimentsarztes, Dr. Fellerer, dass die schon 7 Uhr vormittags angeforderten leichten Wagen zum Abtransport Schwerverwundeter noch nicht eingetroffen seien, dass mit Ausnahme einer kleinen Waschküche auch der kleinste Raum zum Bergen der zahlreich eingelieferten Verwundeten fehle; dazu ein ganzes Gewirr von Anordnungen der vorgesetzten Stellen in deutschen und kroatischen Telefongesprächen und nicht zuletzt der nochmalige befehl der 71. Infanterie-Truppen-Division, dass morgen unbedingt der Runcul wegzunehmen sei, mit einem Bataillon, das selbst totmüde und in Schmutz, Nebel und Nässe beim Finanzwachhaus eingertoffen war und von da noch bergauf, bergab über 7 Kilometer bis zu der ihm weltfremden Gegend des Runcul mr. hatte. Wenne es auch zu weit ginge, näher auszuführen, wie Adjutant Wagner, Stabsarzt Dr. Fellerer, Pater Rupert Mayer, Maschinengewehr-Oberleutnant der Reserve Reim und Ordonannz-Offizier Leutnant der Reserve Ruf zusammenarbeiteten, Ordnung in den ganzen Betrieb und namentlich in den Nachschub unud Abtransport zu bringen, und so die Lage von Stab, der Truppe und namentlich all den Verwundeten und Gefangenen zu bessern, so sei doch hier schon erwähnt, dass der Angriff auf den Runcul mr. nicht schon morgen, sondern, allerdings nach gründlicher Vorbereitung und sehr wertvoller Beratung durch den Kommandeur k. u. k. ung. Infanterie-Regiment 82, Oberstleutnant Paphazi, und dessen Bataillonsführer, Hauptmann Richter, erst in den Morgenstunden des 16.11. von II./R. 19 (Major der Reserve Ruschel) durchgeführt wurde und glänzend gelang. Unvergesslich wird uns bleiben, wie dem kroatischen Kommandeur dabei gleichsam die Haare zu Berg standen vor Staunen, dass es in der deutschen Armee möglich war, gegen die sofortige Durchführung eines gegebenen Befehls Vernunftsgründe geltend zu machen. „Denn bei uns, bemerkte er, gibts kein Gewimmer, was befohlen ist, geschieht und wenn dabei auch alles zugrunde geht.“.

Die Lage des Grabes von Georg Mayr ist unbekannt.

Sterbebild von Georg Mayr
Rückseite des Sterbebildes von Georg Mayr

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.992: Joseph Küster

Der Soldat Joseph Küster wurde am 17.07.1877 geboren und lebte in Euskirchen. Er war verheiratet und hatte sechs Kinder, von denen zwei bereits gestorben waren, bevor Joseph Küster eingezogen wurde. Im Ersten Weltkrieg diente er als Feldbäcker. Er nahm am Krieg gegen Luxemburg, Belgien und Rumänien teil. Am 16.12.1917 verstarb er im Alter von 40 Jahren im Lazarett Nürnberg an der Krankheit Ruhr.

Man begrub Joseph Küster auf dem Nürnberg Südfriedhof in Block 20, Reihe M, Grab 12.

Sterbebild von Joseph Küster
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Küster

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.981: Johann Pfaffenberger

Der Soldat Johann Pfaffenberger stammte aus Hausing, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Waldkraiburg, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Jäger-Bataillons.  Am 20.08.1917 verstarb er im Alter von 28 Jahren im Gefangenenlager Sipote in Rumänien.

Die Lage des Grabes von Johann Pfaffenberger ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Waldkraiburg gedenkt Johann Pfaffenberger noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/waldkraiburg-puerten_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Johann Pfaffenberger
Rückseite des Sterbebildes von Johann Pfaffenberger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.979: Bernhard Schücker

Der Soldat Bernhard Schücker wurde am 21.06.1890 in Südlohn geboren, einer Gemeinde im heutigen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Im Ersten Weltkrieg diente er als Vize-Wachtmeister in der 2. Batterie des 58. Reserve-FeldArtillerie-Regiments. Am 11.08.1917 fiel er im Alter von 27 Jahren am nördlichen Serethufer in Rumänien durch Kopfschuss.

Man begrub Bernhard Schücker auf dem Soldatenfriedhof Focsani in Block 1, Feihe F, Grab 16.

Seine Heimatgemeinde Südlohn gedenkt Bernhard Schücker noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/suedlohn_komm_frdh_1870-71_wk1u2_nrw.htm

Sterbebild von Bernhard Schücker
Rückseite des Sterbebildes von Bernhard Schücker

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.964: Florian Böck

Der Soldat Florian Böck wurde am 15.05.1896 in der bayerischen Gemeinde Taufkirchen (OT Mosed) geboren, lebte in der bayerischen Gemeinde Mittergars und war der Sohn eines Gütlers (Mooseder). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 3. Kompanie des  18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 21.08.1917 fiel er im Alter von 21 Jahren während der Kämpfe um die Gebirgsausgänge in die westliche Moldau in Rumänien.

Über den Todeszeitruam und die Todesumstände von Florian Böck berichtet die Regimentsgeschichte des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„In drei Tagen, am 20., 21. und 22. August, fanden so 13 großeangelegte Angriffe statt. Alle Anstrenung war und blieb vergebens. I./18. hatte sich des härtesten Ansturms zu erwehren. Doch brachen die feindlichen Anstürme im Infanterie- und Maschinengewehr-Feuer immer zusammen, während die Artillerie sich darauf beschränken musste, durch weiter vorwärts liegendes Sperrfeuer die Annäherung von Reserven zu verhindern. Bei Höhe 491 hatte am 20. August eine rumänische Kompanie infolge sehr dünner Besetzung und der steilen Schlucht, vorübergehend Glück. In 12 Wellen versuchte es nachmittags der Feind bei 692; soweit es den Rumänen gelang, an unsere, durch kein Hindernis geschützte Linie heranzukommen, wurden sie mit Handgranaten erledigt und auch dieser Angriff brach verlustreich zusammen. Die Nacht verlief unruhig, der Feind war unternehmend und hatte sich bei I./18 auf Handgranatenwurfweite herangearbeitet. Aus Tirgul wurde regster Zugsverkehr vernommen. Kolonnen waren im Anmarsch. Für den 21. August standen schwere Kämpfe bevor. Tatsächlich gewann der Feind bei 692 in schmaler Front etwas Boden. Kurze Zeit hat es den Anschein, als ob es den Rumänen gelänge, das I./18. vom linken Flügel her aufzurollen. Da wurde Vizefeldwebel Guggenheimer, der inzwischen zur 2./18 versetzt worden war, mit dem Reservezug dieser Kompanie den Rumänen entgegengeworfen. In schneidigem Gegenstoß wirft er die Rumänen zurück, erbeutet zwei leichte Maschinengewehre und trägt die eigene Stellung ein Stück weiter vor. Guggenheimer wurde zur Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse eingegeben. Leider hat er die Verleihung, wie das so oft ging, nicht mehr erlebt.

Mitten in diesen schwersten Kämpfen wurden unvermittelt Truppen im Brigandenabschnitt freigemacht und zurückgezogen; hatte doch die Armee Mackensen bis auf weiteres die Offensive eingestellt und waren in der ehemaligen Sovejastellung weiter im Süden unserer Front starke rumänische Angriffe erneut erfolgt. Die Reservedivisionen und herausgezogenen Verbände mussten nach dem italienischen Kriegsschauplatz geworfen werden. Am Isonzo waren neue Operationen im Gange und Truppen benötigt.

Ein ernster Kampf des  Rumänen erfolgte jedoch bei uns nicht mehr, wenn auch gegenseitige Feuerüberfälle an der Tagesordnung waren.

Damit war unser Gegenangriff im Oioztal gegen die westliche Moldau beendigt. Herausgefordert durch die russische Offensive, die Mitte Juli losbrach, haben wir im kurzen Siegeszug entscheidende Fortschritte erzielt. Wir waren an einer Stelle eingesetzt, wo die Entscheidung auch Gewinn versprechen musste und deshalb ist die Bedeutung des Vorstoßes eine um so größere. Was die Truppen während dieser Kämpfe geleistet, beweisen die Erfolge. Die Entbehrungen, außer den Anstrengungen und Gefahren des Gefechts, waren keine geringen. Weder ein haus, noch ein Dach, boten Schutz weder bei Tag noch bei Nacht. Immer befand sich die Truppe im Freien. Der Sternenhimmel, der den in ständiger Kampfbereitschaft liegenden Kompanien in den zwei, an Entbehrungen und Strapazen so reichen Wochen, leuchtete, war derselbe, der uns mit der Heimat verband und der auch über der Heimat sich wölbte. Sie galt es zu schützen.

Als die Vorbereitungen zum Sturm auf den Ungureana einsetzten, hoffte man schon im Stillen, bald wieder in der Ebene, in der westlichen Moldau zu sein. Man hätte gar zu gerne die Anstrenungungen des Gebirgskrieges mit der Abwechslung des Bewegungskrieges getauscht. So konnte das Regiment den Sieg nicht weiter vortragen. Erneut hatte es sich aber glänzend bewährt und kann mit Stolz auf diesen seinen Ehrentitel und die Augustwochen 1917 zurückblicken, denn die Erfolge waren einem zahlenmäßig weit überlegenen Gegner abgerungen. Nur durch aufopferungsfreudiges Zusammenarbeiten aller Teile des Regiments war der Gewinn seit der Wegnahme des Ungureana bis zum D. Cosna gewährleistet gewesen. An den Erfolgen haben Mannschaften wie Offiziere gleichen Anteil. Die Schneid und Ausdauer der eigenen Truppen war hervorragend. Die überraschend schnelle Durchführung des ersten Angriffs, das vorbereitete Budapest-Unternehmen, hatte erwiesen, wie wertvoll die planmäßige Vorbereitung eines Angriffs gegen stark befestigte Stellungen mit Vorübungen der Sturmtrupps am Modellwerk ist. Den Angehörigen der Sturmtrupps musste deshalb wiederholt Dank und Anerkennung gezollt werden. Die beim ersten Angriff mit dem Sturmreifschießen der Einbruchsstelle und zum neueren Sperrfeuer beauftragten leichten Minenwerfer des Regiments hatten ihre Aufgaben glänzend gelöst, bei der Abwehr der Angriffe vor Höhe 652 hat sich der leichte Minenwerfer-Zug des Leutnants der Reserve Dreisch hervorragend ausgezeichnet. Rücksichtsloser Einsatz seiner Person bei schwieriger Gefechtslage brachte ausschlaggebende Wirkung für das Gelingen der Abwehr. Die glänzende Haltung der Werfermannschaften war der vollsten Anerkennung wert.

Nicht minder bewährt haben sich die allzeit hilfsbereiten Krankenträger der Kompanien und die Ärzte der Bataillone. Besonders hervorgehoben zu werden verdient hier neben bereits genannten Krankenträgern nochmals der Bataillonsarzt II./18, landsturmpflichtiger Oberarzt Dr. Dankwart-Ackermann (Universitätsprofessor in Würzburg). Unter Hinansetzung seiner Person hat dieser Lebensretter seinen Ehrgeiz daraingesetzt, mit dem Verbandplatz möglichst nahe der kämpfenden Truppe zu sein und seiner persönlichen Hilfeleistung in vorgeschobener, ja vorderster Linie ist es zu danken, wenn rasche Hilfe gebracht werden konnte. Für den Rücktransport sämtlicher Verwundeter bei der seinerzeitigen Zurücknahme der Linie hat er sich persönlich verbürgt und für die Durchführung Gewähr gegeben. Er hat mit seinem Verhalten ein leuchtendes Vorbild von Verantwortung gezeigt und sich selbst, von Haus aus äußerst beliebt, ein dankbares Gedenken gesichert. Auch der tüchtige Assistenzarzt Dr. Dregkwitz (I./18) ist hier zu erwähnen, der am 12. August an seinem Verbandplatz beim Trassenknie verwundet worden ist.

Die nächste Aufgabe war, die erreichte Linie zur Dauerstellung auszubauen. Hindernisse wurden gezogen, Maschinengewehr-Stände errichtet, Postenstände gebaut. Die leichten Minenwerfer des Regiments wurden am 21. August eingesetzt. Seit dem 10. August verfügte die Brigade, da mangels Tragtiere ein Nachschub von Munition unmöglich war, deren Verwendung am Hang des Matiusca beim Vorrücken der Talsperre gegen Grozesti. Der Minenwerfer-Offizier des Regiments, Leutnant der Reserve Trumpp, war zu den verschiedensten Sonder- und Erkundungsaufträgen des Regiments und der Brigade verwendet worden.

Auch der Feind schanzte eifrig und legte Drahthindernisse. Zwar erneuerte er noch mehrmals seine Angriffsversuche, wartete mit starkem Störungs- und Flankenfeuer auf, zu einem großen Angiff kam es indessen in den letzten Augusttagen nicht mehr. Er schien ermüdet zu sein. Schwere Verluste hatten die aufreibenden Kämpfe – mehr die Abwehr der Angriffe als das Stürmen selbst – gekostet. Treffliche Unteroffiziere und Mannschaften waren außer Hauptmann Ehrlicher gefallen. Die 8. Kompanie verlor noch am gleichen Tag Vizefeldwebel Joseph Kraus. Die Kompanien waren samt und sonders stark geschwächt und zu kleinen Häuflein zusammengeschmolzen. Die Bataillone zählten etwas mehr als 200 Gewehre.“.

Die Lage des Grabes von Florian Böck ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Taufkirchen gedenkt Florian Böck noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/taufkirchen2_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Florian Böck
Rückseite des Sterbebildes von Florian Böck

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.953: Franz Dieplinger

Der Soldat Franz Dieplinger stammte aus Jegling, Pfarrei Palling und war der Sohn eines Landwirts (Neubauer). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 4. Kompanie des 1. bayerischen Jäger-Bataillons. Am 18.08.1917 fiel er im Alter von 20 Jahren während der Durchbruchsschlacht an der Putna und Susita in Rumänien.

Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Franz Dieplinger berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Jäger-Bataillons:

„Die Ablösung geht am 17. morgens zwischen 3.30 Uhr und 5 Uhr ohne besondere Ereignisse vorüber und ist die Gruppe Spiegel um 6.30 Uhr vormittags am befohlenen Platze vereinigt. Sonst bringt der Tag nichts Neues. Seitens der 13. Schützen-Division wurde am 18.08. die Ablösung des 2. Jäger-Bataillons und des Restes 1. Jäger-Bataillon so zeitig durchgeführt, dass diese Teile des Regimentes schon zwischen 5.30 Uhr und 6.30 Uhr vormittags bei Straoanii de Jos eintrafen. Der Regimentsstab wurde dadurch ebenfalls frei und begab sich nach Baleni. Dort geht im Laufe des Nachmittages der Brigadebefehl ein, dass sich das Regiment in der Nacht vom 18./19. mit zwei Bataillonen in den Raum zwischen Valeni und Repeda verschieben soll.“

Die Lage des Grabes von Franz Dieplinger ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Palling gedenkt Franz Dieplinger noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2021/palling_lk-traunstein_wk1_wk2_by.html

Sterbebild von Franz Dieplinger
Rückseite des Sterbebildes von Franz Dieplinger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.929: Johann Merle

Der Soldat Johann Merle wurde am 12.01.1880 in Trauchgau geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeidne Halblech. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 11. Kompanie des 26. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 16.11.1916 fiel er im Alter von 36 Jahren in Rumänien während der Gebirgskämpfe am Törzburgerpass – genauer gesagt bei den Kämpfen nördlich Campulung.

Die Lage des Grabes von Johann Merle ist unbekannt. Es existiert sicher nicht mehr.

Seine Heimatgemeinde Halblech gedenkt Johann Merle noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2008/halblech-trauchgau_1866_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Johann Merle
Rückseite des Sterbebildes von Johann Merle

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.907: Hugo Roßberger

Der Soldat Hugo Roßberger wurde am 06.12.1895 in der bayerischen Stadt Kempten als Sohn eines Schneidermeisters geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 7. Kompanie des 3. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 28.12.1916 fiel er im Alter von 21 Jahren in Rumänien während der Verfolgungskämpfe nach der Schlacht bei Rimnicul – Sarat.

„Verfolgungskämpfe nach der Schlacht bei Rimnicul – Sarat 28.12.1916 – 03.01.1917

Am nächsten Tag, 28.12., aber sollte der erste Impuls des Vorgehens vom rechten Flügel des 3. bayerischen Infanterie-Regiments im Verein mit dem linken der 217. Infanterie-Division gegeben werden. Am frühen Morgen aber sieht man Bagdat brennen. Es kommen Meldungen, dass der Gegner abgezogen sei. Der Regimentskommandeur gibt Befehl zum Nachstoßen. Da stellt sich heraus, dass sich der Gegner in einer Stellung, die von der F. St. Dedulesti östlich von Bagdat vorbei zog, wieder festgesetzt hatte. II./3. bayerisches Infanterie-Regiment hatte etwa 400 – 800 Meter, I./3. bayerisches Infanterie-Regiment durchschnittlich 600 Meter Raum nach vorwärts gewonnen, III./3. bayerisches Infanterie-Regiment wurde südlich der Bahn nachgezogen. Da die feindlichen Gräben vollbesetzt waren und unsere Artillerie zum Teil im Stellungswechsel begriffen war, wurde der Sturm verschoben, der Geländegewinn aber durch Eingraben in Schützenlöcher gesichert. Der Divisionsbefehl befahl für den 30.12. den Angriff mit dem dem Hauptnachdruck durch das 3. bayerische Infanterie-Regiment in Richtung E. St. Dedulesti. Man hörte, dass die Schlacht der 9. Armee siegreich beendet sei. Gegen Abend wird II./3. bayerisches Infanterie-Regiment wieder durch III./3. bayerisches Infanterie-Regiment abgelöst. II./3. bayerisches Infanterie-Regiment nimmt Unterkunft in Neu-Gaiseanca. 8.30 Uhr abends werden vier große Brände im Vorgelände sichtbar. Patrouillen stellen später den Abzug des Gegners fest.“

Man begrub Hugo Roßberger auf dem Soldatenfriedhof Braila in Block 5.

Sterbebild von Hugo Roßberger
Rückseite des Sterbebildes von Hugo Roßberger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.900: Franz Xaver Hötzinger

Der Soldat Franz Xaver Hötzinger wurde am 31.12.1881 in Obermühl, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Babensham, geboren und lebte in Untereichenrott als Kleinbauer (Gütler) Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 11. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 26.10.1916 fiel er im Alter von 34 Jahren bei den Gebirgskämpfen am Rother-Thur-Pass in Rumänien durch einen Kopfschuss.

Die Lage des Grabes von Franz Xaver Hötzinger ist unbekannt. Es dürfte nicht mehr existieren.

Sterbebild von Franz Xaver Hötzinger
Rückseite des Sterbebildes von Franz Xaver Hötzinger