Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.926: Kurt Spiegel

Der Soldat Kurt Spiegel wurde am 29.09.1891 geboren und lebte in Neurupin im heutigen Bundesland Brandenburg. Im Ersten Weltkrieg diente er als Leutnant der Reserve in der 4. Kompanie des 12. Grenadier-Regiments. Am 29.07.1917 (Regimentsgeschichte: 21.07.1917 – wahrscheinlich richtig!) wurde er im Alter von 25 Jahren während der Durchbruchskämpfe an der Straße Jezierna (ukrainisch: Oserna) – Tarnopol bei Tarnopol in Galizien, der heutigen Ukraine, getötet.

Über den Todestag und die Todesumstände von Kurt Spiegel berichtet die Regimentsgeschichte des 12. Grenadier-Regiments:

„Am 21.07. ging es früh um 5.30 Uhr weiter. Der Feind hatte die Linie Höhe 377 – Elzbietowka – Höhe 363 an der Chaussee nach Tarnopol besetzt. Das I. Bataillon entwickelte sich mit linkem Flügel auf der Chaussee, rechts daneben das Füssilier-Bataillon II./12 folgte hinter der Mitte. Das Füssilier-Bataillon kam flott vor, ohne erheblichen Widerstand zu finden und hatte die Linie Höhe 377 – Elzbietowka bereits um 7 Uhr vormittags erreicht. Das I. Bataillon war bei Höhe 363 auf eine stärkere Stellung des Feindes gestoßen. Beim Angriff hatte besonders die 1. Kompanie nicht unerhebliche Verluste. Die 2. Kompanie ging hinter dem im weiteren Vormarsch verbleibenden Füssilier-Bataillon rechts umfassend gegen den Feind vor und nachdem unsere Artillerie wirksam gefeuert hatte, wurde die Höhe 8.45 Uhr vormittags genommen. Während F. und II. sich an die Chaussee heranzogen, ging das I. Bataillon mit der 1. Kompanie rechts, der 2. Kompanie links der Straße weiter vor, kam aber in ein außerordentlich starkes Maschinengewehr-Feuer. Gleich darauf griff der Russe in sieben Wellen mit vier Panzer-Autos auf der Straße an. Die 4. Kompanie wurde zur Verstärkung der 1. Kompanie eingesetzt, während die 3. Kompanie nach rechts herausgeschoben wurde, um die Flanke zu sichern. Der feindliche Angriff brach im wohlgezielten Feuer der Grenadiere zusammen.

Auf Befehl der Division sollte das Regiment von der Straße nach rechts abbiegen und auf Dolzanka vorgehen, aber der feindliche Widerstand war nicht so schnell zu brechen, obgleich unser Artillerie-Feuer gut lag. Das II. Bataillon wurde rechts vom I. eingesetzt und ging mit 5. und 6. Kompanie in vorderer Linie vor, dahinter 7. hinter 6., 8. hinter 5. Die 9. Kompanie wurde dem I. Bataillon zur Verfügung gestellt, das nun auch seine 3. Kompanie einsetzen konnte.

Um 1 Uhr trat der Russe nochmals zum Gegenstoß an, aber die 4. Kompanie warf sich ihm mit Hurra entgegen und schlug ihn zurück. Inzwischen hatte auch die rechts von uns kämpfende 22. Infanterie-Division Gelände gewonnen, und nun verließ der Feind fluchtartig seine Stellungen unter schweren Verlusten. Im flotten Draufgehen wurde Dolzanka erreicht. Das I. Bataillon besetzte die Höhen 316 und 313 jenseits des Dorfes, rechts anschließend das II. Bataillon die Höhen 368 und 363. Das Füssilier-Bataillon hinter dem II.

4.15 Uhr nachmittags wurde weiteres Vorgehen in derselben Gliederung befohlen, linker Flügel des I. Bataillons gegen Janowka. Nachdem die Bewegung angetreten war, kam aber ein neuer Divisionsbefehl, nach dem das Regiment Hand auf die Eisenbahn bei Seredniki legen sollte. Das II. Bataillon zog sich daher etwas nach rechts, das Füssilier-Bataillon wurde wieder rechts neben dem II. eingesetzt, und I. folgte hinter der Mitte. Ohne auf den Feind zu stoßen, wurde die Bahn 11.15 Uhr nachts erreicht. Die 10. Kompanie besetzte die Höhe 362 gegenüber Seredniki, 12., 11. und 9. Kompanie in zweiter Linie. Verbindung mit 22. Infanterie-Division wurde hergestellt. Links neben dem Füssilier-Bataillon besetzte das II. Bataillon mit 8., 7. und 5. Kompanie die Höhen bis zur Kuppe 351, 6. Kompanie hinter der Mitte. Anschluss an Leib-Regiment. Das I. Bataillon blieb südlich Poczapince.“

Die Lage des Grabes von Kurt Spiegel ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Neurupin gedenkt Kurt Spiegel noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2012/neuruppin_lk-ostprignitz-ruppin_wk1_m-z_brb.html

Sterbebil von Erich, Martin und Kurt Spiegel

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.925: Erich Spiegel

Drei Brüder verlor die Familie Spiegel im Ersten Weltkrieg. Ein furchtbares Schicksal, das ich an dieser Stelle in drei Beiträgen vorstellen möchte.

Erich Spiegel stammte aus Tzschacksdorf, heute ein Ortsteil der Gemeinde Groß Schacksdorf-Simmersdorf in Brandenburg, und wurde am 26.06.1879 geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Leutnant der Reserve in der 2. Kompanie des 1. Garde-Reserve-Regiments. Am 27.09.1915 fiel er während der Kämpfe bei Saltischje und an der Beresina im heutigen Weißrussland im Alter von 36 Jahren bei Setischje und Guti. Damals gehörte dieses Gebiet noch zu Polen.

Über den Todestag und die Todesumstände von Ericht Spiegel berichtet die Regigentsgeschichte des 1. Grade-Reserve-Regiments:

„Alles, was an Artillerie verfügbar war, wurde in der Nacht teils in, teils an den Wald herangezogen. Der einzige durch den Wald führende Weg war in einem unheimlichen Zustande. Munitionswagen und Feldküchen fuhren nach vorn, leere Wagen zurück, und es war ein reines Wunder, dass am nächsten Morgen tatsächlich diese zusammengefahrenen Haufen wieder gelöst und überall Ordnung eingetreten war. Die Fortführung des Angriffes am 27.09. wurde sorgfältig vorbereitet. Es war der Artillerie gelungen, Batterien in den Wald vorzuschieben und Beobachtungsstellen im östlichen Waldrande einzurichten. Der den Angriff leitende Stab des 1. Garde-Reserve-Regiments hatte ebenfalls seinen Gefechtsstand am östlichen Waldrand, von wo aus das Angriffsfeld gut zu übersehen war. Schwere Minenwerfer waren in der Nacht in den vorderen Linien eingebaut. In unermüdlicher Arbeit war der Angriff bis in alle Einzelheiten vorbereitet, die Uhren waren verglichen, in der Nacht die Infanterie neu gegliedert, Abschnitte eingeteilt und trotz des Misserfolges am Tage vorher war alles in zuversichtlicher Stimmung. Das vorbereitende Artilleriefeuer sollte kurz aber überwältigend von 12 bis 12.40 Uhr mittags stattfinden und Punkt 12.40 Uhr der Infanteriesturm. Es war wieder ein Augenblick höchster Spannung. Das Artillerie- und Minenwerferfeuer setzte pünktlich und gut gezielt ein. 12.40 Uhr konnte man vom Waldrande aus wie auf ein Kommando die ersten Schützenlinien der Bataillone vorgehen sehen und hiermit war schon die Entscheidung des Tages gefallen. Es war für den Beobachter ein erhebender Anblick, wie stark gelichteten und von den Verlusten der vorangegangenen Monaten zusammengeschmolzenen Bataillone unter lautem Hurra mit gefälltem Bajonett die russische Stellung stürmten. Zwei Kompanien des Reserve-Infanterie-Regiments 64 wurden dem Regiment unterstellt. Nach Erreichen der russischen Stellung schwenkte das I. Bataillon mit der 2. und 4. Kompanie nach links, das III. Bataillon schwenkte nach rechts ein, um die russische Stellung aufzurollen. In die jetzt entstandene Lücke ging das II. Bataillon mit drei Kompanien vor, erreichte ebenfalls den russischen Graben und ging noch über ihn hinaus. Ein russischer Gegenangriff scheiterte an dem Feuer einiger Gruppen, die der tapfere Feldwebel Wittrock, der nach dem Tode des Leutnant Spiegel die Führung der 2. Kompanie übernommen hatte, schnell zusammengerafft. Wenn der Sturm auch noch einige Verluste kostete, so waren diese doch geringer als am Tage zuvor, dafür war der Erfolg aber um so größer. 8 Offiziere, über 1.400 Mann wurden gefangengenommen und 7 Maschinengewehre erbeutet. Nach Fortnahme der russischen Stellung gingen die vordersten Schützenlinien weiter nach Osten vor und erreichten die Beresina. Dann trat die Dunkelheit ein. Dies war der letzte und mit der schönste Erfolg des Regiments im Osten.

Am Abend wurden die ermüdeten Bataillone des Regiments durch das Reserve-Infanterie-Regiment 64 abgelöst und westlich Bagdanow in Perschaily und den anliegenden Dörfern untergebracht. Die Verluste am 26. und 27. September betrugen: Gefallen: Leutnant Eichhorn, Heintz und Spiegel und 54 Mann; verwundet Leutnant Teichmann, Schmidt, Lubig, Hunger, Offiziers-Stellvertreter Semmler und 156 Mann.

Damit hatte die kriegerische Tätigkeit des Regiments im Osten ihren Abschluss gefunden.“

Die Lage des Grabes von Erich Spiegel ist unbekannt. Es existiert wahrscheinlich nicht mehr.

Sterbebil von Erich, Martin und Kurt Spiegel

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.920: Georg Weisl

Der Soldat Georg Weisl stammte aus der bayerischen Gemeinde Lam. Im Ersten Weltkrieg diente er als Unteroffizier in der 8. Kompanie des 13. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 03.06.1915 verstarb er nach schwerer Verwundung im Alter von 22 Jahren bei Przemysl im heutigen Polen.

Die Lage des Grabes von Georg Weisl ist unbekannt.

Sterbebild von Georg Weisl
Rückseite des Sterbebildes von Georg Weisl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.896: Karl Salzberger

Der Soldat Karl Salzberger stammte aus Hellenhub, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Eichendorf, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 8. Kompanie des 23. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 09.06.1915 fiel er im Alter von 22 Jahren in Ostgalizien bei PrzemyselJarosław durch Kopfschuss.

Die Lage des Grabes von Karl Salzberger ist, wie meist bei Gefallenen der Ostfront, unbekannt. Es dürfte nicht mehr existieren.

Sterbebild von Karl Salzberger
Rückseite des Sterbebildes von Karl Salzberger

Sonderbeitrag: Tobis Will

Der Soldat Tobis (Verlustliste: Tobias) Will stammte aus Treis an der Lumda, einem Stadtteil der hessischen Stadt Staufenberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Musketier in der 2. Kompanie des 129. Infanterie-Regiments. Am 03.07.1916 wurde er von einem Artilleriegschoss in Hals und Brust getroffen und starb dadurch im Alter von 20 Jahren. Er wurde ein Opfer des Gefechts am Porostyn und bei Sadzawka in Galizien.

Über den Todestag und die Todesumstände von Tobis Will berichtet die Regimentsgeschichte des 129. Infanterie-Regiments:

Am 3.7., an dem die 44. I.T.D. weiter angreifen, die 215. Brig. sich dem fortschreitenden Angriff anschließen sollte, blieb es den Vormittag über ziemlich ruhig, nur berichteten die Bataillone übereinstimmend über das Eintreffen zahlreicher Befehle und Gegenbefehle. Aus Süden und Südwesten war starker Geschützlärm hörbar. Um 10,45 vorm. wurden 1. und 2. Komp. (dabei Stab I.) nach Chausseebrück Sadzawka geschickt als Reserve für Honvedrgt. 20, das eine Stellung von H.St. Sadzawka nach Süden bis zum Pruth besetzt hatte. Zugleich sollte dieses körperlich und moralisch nicht mehr voll leistungsfähige Regiment im Falle eines Angriffs aufgenommen werden. Die 3. komp. wurde zur Sperrung der Kobylnica-Schlucht abgezweigt und hatte Verbindung zu halten zwischen der 44. I.T.D. westlich und der 48. Brig. östlich der Schlucht, eine schwierige Aufgabe, die die Kompagnie unter Lt. Sakowski gut löste.

Etwa 12⁰⁰ mittags wurde die Fortsetzung des Angriffs erneut befohlen.
Dabei sollte vom Regiment aus seiner genau südlich gerichteten Front nach Osten angetreten werden, im Anschluß an den rechten Nachbarn, nach dem sich das Vorgehen zu richten hatte. Das Regiment erfüllte diesen ungemein schweren taktischen Auftrag derart, daß es das bisher in 2. Linie befindliche II. Bataillon als vorderstes Bataillon bestimmte und sich mit Front nach Osten, linker Flügel bei Höhe Posovrin, Frontbreite 500 m, aufstellen ließ. Das I. Btl., das nach dem früheren Angriffs­befehl wieder zum Regiment in Marsch gesetzt sein sollte, hatte sich nördlich der Höhe zusammenzuziehen und dem II. als Brigade-Reserve zu folgen, dann erst das III. sich bei der Höhe als Gruppenreserve zu sammeln.

Zur Durchführung des Angriffs kam es nicht. Die rechts befindlichen Abschnitte. Verbände kamen nicht vorwärts. Unser II. Btl. ging, alle 4 Kom- pagnien eingesetzt, den Feind dicht vor der Front, nur ein kurzes Stück vor und blieb bis abends auf dem Osthang des Poroflyn. Vor allem aber hatte sich die Lage auf dem Nordufer des Pruth gefährlich gestaltet. Hier war gegen abend der Russe allmählich gegen das Honvedregt. nordl. und weiter nördl. vorgegangen. Gegen 6⁰⁰ setzte starkes Artilleriefeuer ein. Kurz vor 8⁰⁰ abds. wurde ein russ. Angriff gemeldet und auch erkannt, darauf zu- nächst ein Zug der 1. Komp. südl., einer der 2. nördl. der Straße als „Koreffstützunge“ für die noch haltenden Honveds eingesetzt, als diese aber zurückfluteten auch der Rest beider Kompagnien zum Gegenangriff in Richtung Kirche von Sabaznoka vorgeworfen. Ihr Stoß kam gerade rechtzeitig; dichte russ. Linien kommen von Osten heran, werden beschossen, zu- rückgeworfen, ergeben sich zum großen Teil; zweite, dritte Linien folgen, in den durch Honveds nicht mehr befestigten Flanken kommen ebenfalls feind- liche Abteilungen vor. Da die Honveds- und Russenmützen einander ähneln, sprachlich eine Verständigung nicht möglich ist, ist jedes Ordnen und Erkennen in dem inzwischen hereingebrochenen Dunkelbeld ausgeschlossen; ein wildes, ungeregeltes Nachtgefecht entbrennt; das Gelände ist überaus schwierig und unübersichtlich; die beiden deutschen Kompagnien, weit aus- einandergerissen, allerseits angegriffen, stecken in einem Hexenkessel; der Führer der 1. wird verwundet; Mann gegen Mann oder in kleinen Trupps wehrt sich jeder so gut er kann; ein Teil fängt an nachzugeben. Da, ge- rade rechtszeitig, bringen zwei eben herangekommene Züge der 4. Komp. mit ihrem linken Flügel längs der Straße vorgehend, eine gewisse Entlastung; aber doch nur vorübergehend. Im Häuserkampf und in der Dunkelheit vielfach umgangen, stark überlegenen Feind teilweise schon im Rücken, muß die kleine deutsche Truppe zurück. Der Bataillonskommandeur, Major Zachariae, hält auf, was kommt und läßt eine Linie vom Pruthufer zum Kirchhof (am Ostausgang des Orts an der Straße) besetzen.

Der Russe, der auch sein Teil hat, drängt diese kurze Strecke nicht nach und so gelingt es, die genannte Stellung mit einer leidlich zusammenhängenden Linie durcheinandergewürfelter Leute, Deutschen und einzelnen Honveds, zu besetzen. Nördlich der Straße übernimmt Oblt. d. R. Hensel, südlich R. d. R. Müller den Befehl. Um 11°° abds. trifft das k. u. k. Jäg. Btl. 18 ein, von dem alsbald 2 2/3 Kompagnien zur Verstärkung der Linie und Verlängerung der Flügel eingesetzt werden. Um 11.30 abds. wird durch den Zug Almers der 4. komp. die Linie bis zur Bahn ausgedehnt und abgeschlossen.

Die Lage des Grabes von Tobis Will ist unbekannt.

Die Todesanzeige für Tobis Will im Gießener Anzeiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.835: Ulrich Leidner

Der Soldat Ulrich Leidner wurde am 26.06.1873 in der bayerischen Gemeinde Minderoffingen geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Schaffner bei der Eisenbahnbetriebskolonne Grodno im heutiten Belarus. Am 17.04.1917 verstarb er in Folge einer Erkrankung im Reservelazarett Berlin.

Man begrub Ulrich Leidner auf dem Augsburger Westfriedhof in Block 4, Reihe 2, Grab 23.

 

Sterbebild von Ulrich Leidner
Rückseite des Sterbebildes von Ulrich Leidner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.772: Johann Gilk

Der Soldat Johann Gilk wurde am 23.09.1890 in Landmannsdorf geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Adelzhausen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 8. Kompanie des 3. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 10.08.1915 fiel er im Alter von 24 Jahren während der Schlacht an der Uherka im heutigen Polen. Er fiel bei den Ortschaften Petrilow / Chutza.

Über den Todeszeitraum von Johann Gilk berichtet die Regimentsgeschichte des 3. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 08.08.1915 3.30 Uhr nachmittags wird unter dem Schutz unseres um 2.45 Uhr eröffneten Artilleriefeuers bis an das Westenede des sehr lang gestreckten niedergebrannten Dorfes Petrilow herangegangen, auf 800 – 1.000 Meter an die feindliche Stellung, die hier mitten durch die Ortschaft verläuft. Die feindliche gegenwehr war nicht besonders wirksam. In der Nacht zum 09.08. wird dann auf  Sturmentfernung an die feindlichen Werke herangegangen. Innere Flügel der Bataillone 1./3. bayerisches Infanterie-Regiment (Turtschek) und 11./3. bayerisches Infanterie-Regiment (Kardel). Jedes der vorderen Bataillone (I. und III.) erhält ein besonderes Werk als Angriffsobjekt zugewiesen. 1./3. bayerisches Infanterie-Regiment ist ganz nahe an das mit VIIb bezeichnete östliche der beiden im Angrifsstreifen des Regiments liegenden Werke herangekommen und hat Gasse im Drahthindernis erkundet. Das Artilleriefeuer und damit auch der geplante Sturm müssen wegen Unsichtigkeit verschoben werden. Erst mittags kann wirksam geschossen werden. Noch sind die starken Werke ziemlich unversehrt. Der Sturm wird auf 1.15 Uhr nachmittags festgesetzt. Doch schon 12.15 Uhr meldet Leutnant Tutschek dem Regimentskommandeur, durch dessen Vermittlung er sich vorher mit der Mörserbatterie verständigt hatte, durch den Fernsprecher, dass eben zwei Mörserschüsse in VIIb lagen, ob er antreten dürfe. Der Regimentskommandeur erklärte sein Einverständnis, wünschte der Kompanie Glück und verständigte die Artillerie und die Nebentruppen. Wenige Minuten später drang die Kompanie im Verein mit der 3. Kompanie unter Leutnant der Reserve Steiner in das Werk ein, das sie dem russischen Leib-Garderegiment Preobraschenks abnahm. Der Einbruch war Dank der Schneid und Entschlusskraft des Leutnants Tutschek und seiner Kompanie gelungen; doch den Erfolg festzuhalten kostete noch viel Mut, Zähigkeit und leider auch viel Blut anderer Kompanien. Der 11. Kompanie gelingt es nicht, in das Nebenwerk einzudringen, aber durch ihr Vorgehen deckt sie die Flanke der 1./3. bayerisches Infanterie-Regiment. Starkes feindliches Artilleriefeuer und heftige Gegenangriffe setzen ein. Das I./3. bayerisches Infanterie-Regiment, das sofort weitere Kräfte an das Werk nachgeschoben hat, beantragt gegen Abend wiederholt dringen die Ablösung mit der Begründung, die Gefechtskraft der schon durch die vorhergehenden Nächte ermüdeten Truppe erlahme. Es musste daher die Ablösung durch das II./3. bayerisches Infanterie-Regiment befohlen werden, die aber unter den äußerst schwierigen Verhältnissen – der Gegner setzte die Wiedereroberungsversuche beinahe ununterbrochn fort – nur zum Teil gelang. 1.30 Uhr morgens erfolgt ein besonders heftiger Gegenangriff von zwei russischen Garderegimentern, ebi dessen Abwehr sich außer den noch nicht abgelösten Teilen der 3./3. bayerisches Infanterie-Regiment, besonders auch das 5./3. und 8./3. bayerisches Infanterie-Regiment und Teile der Maschinengewehr-Kompanie auszeichnen. Zwischen die tapferen Verteidiger hinein treibt aber der weit überlegene Feind doch einen Keil russischer Gardisten in das ausgedehnte Werk vor, das jedoch die Dreier trotzdem weiterhin heldenhaft verteidigen, von allen Seiten gepresst und umflutet. So war am Morgen die heldenmutige Besatzung im Werke selbst durchbrochen, belagert und abgeschnitten. Alle Bestrebungen des Regiments, die Tapferen zu entsetzen, oder wenigstens Verbindung mit ihnen zu bekommen, versagten, bis endlich am 10.08. 4 Uhr nachmittags durch eine besonders tapfere Telefonpatrouille, die trotz des Kreuzfeuers den Draht in den Graben brachte, wenigstens mit dem einen Flügel der Werkbesatzung Verbindung erreicht wurde. Das hob ihre übrigens noch keineswegs erlahmte Ausdauer und ermöglichte bald auch einige Unterstützung durch Zufuhr von Handgranaten und Munition. Um die Lage zu halten, forderte der Regimentskommandeur Artillerieunterstützung und befiehlt für 5.30 Uhr abends erneut allgemeinen Sturm des Regiments, der zwar zu keinem weiteren Einbruch führt, aber die feindlichen Gegenangriffe doch zum Stehen bringt. Während dieses die übrigen russischen Kräfte beschäftigenden Angriffs gelingt den Dreiern im Werk VII die Überwältigung des etwa eine Kompanie starken Russennestes durch einen wohlgelungenen Handgranatenüberfall. Nur wenige russische Gardisten werden nach tapferer Gegenwehr gefangengenommen. Die meisten waren gefallen. 11 Uhr abends wird das Regiment vom 22. bayerischen Infanterie-Regiment abgelöst und teils als Brigade-, teils als Divisionsreserve zurück nach Gut Chutza und in den Wald nordöstlich davon gelegt.-„

Die Lage des Grabes von Johann Gilk ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Adelzhausen gedenkt Johann Gilk noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/adelzhausen_bay.htm

Sterbebild von Johann Gilk
Rückseite des Sterbebildes von Johann Gilk

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.771: Peter Hofmann

Der Soldat Peter Hofmann stammte aus Reuten, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Petting, und war der Sohn eines Landwirts (Schusterbauer). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 11. Kompanie des 13. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 17.08.1915 verstarb er im Alter von 25 Jahren an einer kurzen Krankheit in Chelm im heutigen Polen.

Die Lage des Grabes von Peter Hofmann ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Petting gedenkt Peter Hofmann noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/petting_1866_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Peter Hofmann
Rückseite des Sterbebildes von Peter Hofmann

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.679: Franz Nix

Der Soldat Franz Nix stammte aus Dornbusch, einem Ortsteil der Stadt Viersen in Nordrhein-Westfalen. Im Ersten Weltkrieg diente er als Ersatz-Reservist in der 3. Kompanie des 65. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 21.09.1916 fiel er im Alter von 30 Jahren durch ein Artilleriegeschoss in Galizien, vermutlich bei den Schlachten an der Narajowka und Zlota-Lipa in der heutigen Ukraine.

Die Lage des Grabes von Franz Nix ist, wie meist bei Gefallenen des Ersten Weltkrieges an der Ostfront, unbekannt.

Sterbebild von Franz Nix
Rückseite des Sterbebildes von Franz Nix

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.675: Johann Baptist Sax

Der Soldat Johann Baptist Sax wurde am 11.03.1992 in Ehring geboren, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Polling, und war der Sohn eines Mühlenbesitzers. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 1. Kompanie des 16. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde Ende September / Anfang Oktober bei Kämpfen in den Karpathen schwer verwundet und verstarb an diesen Wunden am 02.11.1916 im Alter von 24 Jahren in Hirschberg (polnisch: Jelenia Góra) in Niederschlesien (heute Polen).

Die Lage des Grabes von Johann Baptist Sax ist, wie meist bei Gefallenen des Ersten Weltkrieges an der Ostfornt, unbekannt.

Sterbebild von Johann Baptist Sax
Rückseite des Sterbebildes von Johann Baptist Sax