Schwelle von 1.000 Sterbebildern überschritten

Heute habe ich die Zahl der Sterbebilder in meinem Archiv von 1.000 überschritten. Gerade habe ich wieder einige Konvolute an Sterbebildern erworben, womit ich diesen Meilenstein überschreiten konnte. Veröffentlicht habe ich rund 3/4, etwa ein Viertel befinden sich in der vorbereiteten Warteschlange der Sterbebilder und Soldaten Schicksalen, die ich bereits recherchiert, bearbeitet und fertiggestellt habe, und nun innerhalb der nächsten Monate veröffentlicht werden.

Wie geht es weiter mit diesem Forschungsprojekt? So wie bisher. Für die nächsten 1 1/2 Jahre ist die Arbeit organisatorisch und finanziell gesichert. Darüber hinaus ist die Arbeit auch nach so langer Zeit noch interessant, ich bin noch immer neugierig und habe Spaß an der Arbeit.

Etwas Werbung

Versuchsweise platziere ich ab sofort etwas Werbung auf meinem Blog. Ich werde am Monatsende entscheiden, ob ich diese Werbung belasse, modifiziere oder entferne.

Pro Beitrag wird eine Werbung eingeblendet. Es handelt sich ausschließlich um seriöse Anzeigen von Google. Diese Werbung hilft mir, diese Webseite dauerhaft zu erhalten.

Darüber hinaus werde ich hin und wieder über interessante Literatur zur Geschichte und vor allem den Ersten Weltkrieg posten. Diese Artikel sind dann mit einem Link zu Amazon versehen. Kauft ein Besucher über diesen Link ein Buch bei Amazon, erhalte ich eine Prämie.

Die Kosten für meine Sammlung sind inzwischen recht hoch und ich verbringe viel Zeit mit meinen Recherchen und der Veröffentlichung der Ergebnisse, sowie der Datenpflege. Das mache ich sehr gerne. Es ist ein Hobby von mir. Ich würde mich jedoch freuen, ab und zu ein Glas Bier oder Apfelwein oder Apfelsaftschorle zu trinken, das aus meiner Arbeit finanziert wurde 🙂

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 85: Kilian Staudinger

Der Ersatz-Reservist Kilian Staudinger diente im Ersten Weltkrieg in der 10. Kompanie des 15. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Er war der Sohn eines Gastwirts und lebte bei Rottersdorf, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Stephansposching. Während der Vogesenkämpfe starb er am 11.11.1916 im Alter von 31 Jahren, nachdem er am 21.10.1916 schwer verwundet worden war.

Die Gebeine Kilian Staudingers ruhen heute auf dem Soldatenfriedhof Ste.-Marie-aux-Mines im Block 3, Grab 209.

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Erlebnisse während der Sommeschlacht 1916

Von Hans Thormann, ehemaliger Sanitäts-Vize-Feldwebel im I./2. Garde-Regiment zu Fuß

In der Nacht vom 13. zum 14.8.1916 kam das 2. Garde-Regiment zu Fuß in Templeux-la-Fosse nördlich Peronne an. Am 17.8.1916 abends rückte das I. Batl. in die Z-Stellung, ich befand mich als Sanitäts-Unteroffizier bei der 2. Kompanie. Mein Kompanie-Führer war Leutnant von Kühlwetter. Abends gegen 10.30 Uhr, nachdem wir uns erst kurze Zeit in der Z-Stellung befanden, trat mein Kompanie-Führer an mich heran und gab mir den Auftrag, mit zwei Krankenträgern der Kompanie und einer Gefechtsordonanz als Führer , mich zur vorderen Stellung zu begeben und von dort seinen Bruder, welcher als Kompanie-Führer der 7. Kompanie schwer verwundet war (Bauchschuss) zurückzuholen*. Ich nahm nun eine improvisierte Trag, bestehend aus einer Zeltplane und zwei starken Stöcken und machte mich mit den mir zugeteilten Leuten auf den Weg nach vorne. Wir vier Mann waren uns über die Situation vollständig im klaren, denn unser Weg führte durch heftiges feindliches Granatfeuer hindurch, jedoch waren wir vom Glück begünstigt und kamen nach einem beschwerlichen Weg durch Trichtergelände in der vorderen Stellung, welche inzwischen das F-Bataillon bezogen hatte, an. Nach längerem Suchen fanden wir Leutnant von Kühlwetter in einem zerschossenen Unterstand mit einem Bauchschuss vor. Da die Verwundung eine äußerst schwere war und sofort sachgemäße Behandlung nottat, machten wir unsere Trage zurecht, legten den Verwundeten darauf und marschierten ab zum Truppenverbandplatz in der Z-Stellung. Der Rückweg war aber mit unserer Last noch gefahrvoller als der Hinweg, denn wir konnten mit unserer Last nicht Deckung suchen, wenn feindliche Granaten in unserer Nähe einschlugen, jedoch gelangten wir unter Mühen und Gefahren zwischen 12 und 1 Uhr nachts auf unserem Truppenverbandplatz an, wo uns schon unser Kompanie-Führer und unser unermütlicher Batls.-Arzt Dr. Probst erwarteten. Der verwundete Leutnant von Kühlwetter wurde sofort von unserem Batls.-Arzt nochmals verbunden und gleich durch die San.Komp. in ein Feldlazarett gebracht, jedoch war die Verwundung zu schwer, denn schon nach einigen Tagen erhielten wir die Nachricht, dass der Verwundete im Feldlazarett gestorben sei. Am nächsten Tage wurden wir in unserer Z-Stellung von feindlicher Artillerie ohne Unterbrechung beschossen, neben mir erhielt ein Grenadier, welcher gerade beim Schaaufeln war, einen Kopfschuss durch Schrapnell; er starb in meinen Armen. Kurz danach sauste ein Blindgänger dicht neben uns in die Erde. Wir atmeten auf, als wir bei Dunkelheit in die vordere Stellung rückten, um das F-Batl. abzulösen. In der vorderen Stellung gab es für das Sanitätspersonal sehr viel zu tun, da der Franzmann mehrere Angriffe auf unsere Stellung machte; es gab hier ziemlich schwere Verwundungen, Abreißung von Gliedmaßen, schwere Bauch- und Kopfschüsse. Dank auch den tapferen Krankenträgern der San.Komp. 1, welche uns durch Fortschaffen unserer Verwundeten aus der vorderen Stellung wacker unterstützt haben. Jede Nacht kamen unsere tapferen Helfer von der San.Komp. 1 bis in die vordere Stellung und holten die schwerverwundeten Kameraden ab. Mehrere von dieser tapferen Schar sind während der Sommeschlacht im Zeichen des Roten Kreuzes den Heldentod gestorben. Als wir nach acht Tagen wieder nach Templeux-la-Fosse kamen, das San.-Personal mit Blut besudelt, begrüßte uns unser Divisions-Arzt, Oberstabsarzt Dr. Pröhl, und drückte jedem von uns die Hand. Am Weihnachts-Heiligenabend erhielt ich in Peronne, wo wir in Stellung lagen, meine Beförderung zum Sanitäts-Vize-Feldwebel als Anerkennung für meine während der Sommeschlacht bewiesene Tapferkeit. Ein schöneres Weihnachtsgeschenk konnte ich mir nicht wünschen.

 

* gemeint ist Leutnant Adalbert von Kühlwetter, der am 20.08.1916 an seinen Verletzungen verstarb und dessen Gebeine heute auf dem Soldatenfriedhof Maissemy, Block 2, Grab 565 ruhen.

Der Umgang der Stadt Frankfurt mit Erinnerungen an ihre Geschichte und Denkmäler

Vor einigen Monaten zog meine Schule von Sachsenhausen in die ehemalige Gerhart-Hauptmann-Schule in der Hanauer-Landtraße 24 – 26 Frankfurt. Nachdem ich vor dem Umzug bereits einmal das Gebäude besichtigt hatte, fiel mir auf, dass sich das Denkmal für die Gefallenen einer ehemaligen Schule sich gewaltig verändert hatte. Die Namensplatte mit den Namen der Gefallenen war mit Platten verdeckt und eingemauert worden. Übrig geblieben ist nur eine Taube, die man kaum beachtet, da sie kaum auffällt. Sinnlos hängt sie an der Wand. Keine Erklärung! Nichts! So ist also der Umgang der schwarz-grün regierten Stadt Frankfurt mit ihrer Vergangenheit und der Erinnerung an Bürger, die für die Stadt gekämpft und gefallen sind. Ich finde es eine Schande!

Gedenktafel
Das zugemauerte Denkmal für im Ersten Weltkrieg und Zweiten Weltkrieg gefallene Schüler mit Friedenstaube im Erdgeschoss der Abendhaupt- und Abendrealschule Frankfurt
Taube
Sinnloses Symbol: Die Friedenstaube über dem zugemauerten Denkmal für im Ersten Weltkrieg und Zweiten Weltkrieg gefallenen Schüler an der Abendhaupt- und Abendrealschule Frankfurt

 

In Urlaub / auf Exkursion

Liebe Besucherinnen und Besucher,

die Sommerferien in Hessen haben begonnen und damit für mich  die Zeit, in der ich zu größeren Touren aufbreche, um neue Eindrücke zu sammeln, mich zu erholen und Rückstände bei meinen Forschungen aufzuholen und ein umfangreiches Studienprogramm abzuarbeiten.

Als Ziele für meine Fahrten stehen jetzt schon fest:

 

In der Zeit vom 05.07. – 18.08.2013 werde ich“Geschichte hautnah“ nur sehr sporadisch aktualisieren können, da ich im Ausland unterwegs sein werde. Gelegentlich werde ich von unterwegs Beiträge einpflegen. Per E-Mail und per Telefon werde ich aber während der gesamten Zeit erreichbar sein.

Ab dem 19.08.2013 werde ich dann wieder in gewohnter Intensität an lebendiger Geschichte auf http://www.geschichte-hautnah.de arbeiten.

Bis dahin grüßt Sie
Peter Steil

Gedenken an den 17. Juni 1953

Heute vor 60 Jahren versuchten sich die Bürgerinnen und Bürger des östlichen Teils Deutschlands – von 1949 – 1990 auch DDR genannt – von der sowjetischen und kommunistischen Unterdrückung zu befreien. Diesen verzweifelten Versuch bezahlten viele Menschen mit ihrem Leben. Viele Menschen wurden inhaftiert und gefoltert.

Wir Nachgeborenen sollten als Konsequenz dieses Ereignisses niemals vergessen, wie wertvoll Freiheit und Demokratie ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Aufstand_des_17._Juni

Das Grab von Paul von Hindenburg

Vor einiger Zeit war ich wieder einmal in Marburg in der Elisabethenkirche. Dort befindet sich auch das Grab des deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und seiner Ehefrau Gertrud von Sperling.

Die nachfolgenden Aufnahmen habe ich so getätigt, dass man einen schönen Anblick hat. In Wirklichkeit versteckt die evangelische Kirchengemeinde dieses Grab. Die Elisabethengemeinde schämt sich, die sterblichen Überreste dieses deutschen Staatsoberhauptes zu beherbergen. Nichts weist auf sein Grab hin. Es liegt im Dunkeln und wird nur beim Nähertreten per Bewegungsmelder beleuchtet. Zur „Absicherung“ wurde gleich neben seiner Grabstätte eine distanzierende Inschrift der Kirchengemeinde angebracht.

Wie dumm, respektlos und ehrlos muss man sein, so mit einem Menschen und seinen Gebeinen umzugehen? Bei allem, was man negatives über diesen Menschen sagen kann, muss gewürdigt und berücksichtigt werden, was er gutes getan hat und dass er Zeit seines Lebens ein hoch geschätzter und beliebter Soldat („der Held von Tannenberg“) und Staatsmann war. Große Trauer beherrschte Deutschland, als er starb.

Diesen Gutmenschen, die Paul von Hindenburg zur Persona non grata erklärt haben, sei Berthold Brechts Gedicht „An die Nachgeborenen“ ans Herz gelegt.

 

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Generalfeldmarschall und Reichspräsident Paul von Hindenburg

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 41: Michael Pfeffer

Diese Serie über Teilnehmer des Ersten Weltkriegs soll die Menschen zeigen, die mit ihrem Schicksal für den Ersten Weltkrieg stehen, weil sie für ihr Vaterland litten und starben. Geblieben ist von ihnen allenfalls ein Vermerk auf einem Denkmal und / oder ein Sterbebild. Oftmals nicht einmal dies.

Krieg ist nicht nur ein militärisches, geschichtliches und politisches Ereignis sondern auch ein grausames Schicksal für viele Menschen – auf beiden Seiten! Die Männer, die ich an dieser Stelle vorstellen möchte, sind Beispiele für das Grauen und sollen uns alle mahnen, Krieg zu ächten. Sie sollen nicht vergessen sein!

Michael Pfeffer wurde am 08.11.1894 als Sohn eines Landwirts in Burggrafenried, einem Ortsteil von Bischofsmais, geboren. Er diente im Ersten Weltkrieg als Soldat in einem Ersatz-Infanterie-Regiment und geriet in französische Kriegsgefangenschaft. Dort starb er am 09.07.1917.

Die sterblichen Überreste von Michael Pfeffer ruhen auf dem Soldatenfriedhof in Connantre (Frankreich) im Grab Nummer 305. Auf dem gleichen Friedhof ruht auch mein Großonkel Johann Steil, welcher am 06.09.1914 bei der Schlacht an der Marne fiel. Bei meinem nächsten Besuch des Friedhofs werde ich ein Foto vom Grab Michael Pfeffers machen und hier veröffentlichen.

Seine Heimatgemeinde Bischofmais gedenkt seiner auf einem Denkmal, das man beim Denkmalprojekt online sehen kann: http://denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/bischofsmais_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Michael Pfeffer
Sterbebild von Michael Pfeffer
Rückseite des Sterbebildes von Michael Pfeffer
Rückseite des Sterbebildes von Michael Pfeffer

 

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 38: Johann Osterkorn

Diese Serie über Teilnehmer des Ersten Weltkriegs soll die Menschen zeigen, die mit ihrem Schicksal für den Ersten Weltkrieg stehen, weil sie für ihr Vaterland litten und starben. Geblieben ist von ihnen allenfalls ein Vermerk auf einem Denkmal und / oder ein Sterbebild. Oftmals nicht einmal dies.

Krieg ist nicht nur ein militärisches, geschichtliches und politisches Ereignis sondern auch ein grausames Schicksal für viele Menschen – auf beiden Seiten! Die Männer, die ich an dieser Stelle vorstellen möchte, sind Beispiele für das Grauen und sollen uns alle mahnen, Krieg zu ächten. Sie sollen nicht vergessen sein!

Johann Osterkorn wurde 1879 geboren und stammte aus Hoisberg, einem Ortsteil von Egglham. Er war von Beruf Landwirt. Im Ersten Weltkrieg diente Johann Osterkorn als Landwehrmann im 2. Bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiment.

Am 22.07.1915 fiel Johann Osterkorn in den Vogesen mit 36 Jahren.

Der Verbleib seiner sterblichen Überreste ist derzeit noch unklar. Ich habe bei der Gemeinde Egglham angefragt, ob bei ihnen eine Sterbemeldung seines Regimentes eingegangen ist. Vielleicht kann man so feststellen, wo er als Unbekannter ruht. In Frage kämen die Friedhöfe Hohrod und Breitenbach, die beide in der Nähe der Stadt Münster (Elsass) liegen. Sobald ich genauere Informationen habe, werde ich diese an dieser Stelle veröffentlichen.

Sterbebild von Johann Osterkorn
Sterbebild von Johann Osterkorn
Rückseite des Sterbebildes von Johann Osterkorn
Rückseite des Sterbebildes von Johann Osterkorn