Sonderbeitrag: Die Deutsche Armee-Armband-Uhr [Werbung von 1915]

Bei der Recherche in der Berliner Volkszeitung stieß ich heute auf folgende bemerkenswerte Werbung aus dem Jahr 1915. Man beachte den Hinweis, dass die Uhr mit Radium-Zifferblatt ausgetattet ist. Heute wäre das undenkbar, da man um die Gefährlichkeit des hichradioaktiven Radiums weiß. 1915 war die tödliche Wirkung noch weitestgehend unbekannt. Erst 1920 wurde erkannt, welche Folgen der Kontakt mit Radium hat.

Warum manche Grabstellen nicht zu ermitteln sind: Überführung der Gefallenen in die Heimat

Gelegentlich kommt es vor, dass ich bei der Recherche von Grabstellen gefallener deutscher Soldaten beim Volksbund nichts finde, obwohl alle Daten und Recherchen ergeben, dass der Gefallene auf einem ganz bestimmten Friedhof begraben sein müsste. Eine Erklärung ist immer wieder, dass der Tote von seinen Angehörigen in die Heimat überführt wurde. Diese Überführung übernahmen Bestattungsunternehmen. Eines dieser Bestattungsunternehmen war das Bestattungsunternehmen Paul Reimer, welches extra spezielle Autos hierfür besaß.

Überführung von Gefallenen in die Heimat

Danke für Hinweise, Hinweise auf Fehler usw.

Videobotschaft zu E-Mail-Reaktionen und meine Antworten bzw. mein nicht Antworten

Sonderbeitrag: Bischof Gerhard Heinrich Vieter

Gerhard Heinrich Vieter wurde am 13.02.1853 in SelmCappenberg im heutigen Bundesland Nordrhein-Westfalen geboren. Er wurde Pallotiner-Pater und war Missionar und römisch-katholischer Bischof von Kamerun. Am 07.11.1914 verstarb er erschöpft von seiner Arbeit in Kamerun im Alter von 61 Jahren in Jaunde in Kamerun.

Sterbebild von Gerhard Heinrich Vieter
Rückseite des Sterbebildes von Gerhard Heinrich Vieter

Frohe Weihnachten

Weihnachten während des Ersten Weltkrieges an der Front bei Verdun

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern von „Geschichte hautnah“ ein frohes Weihnachtsfest.

 

Schwelle von 1.000 Sterbebildern überschritten

Heute habe ich die Zahl der Sterbebilder in meinem Archiv von 1.000 überschritten. Gerade habe ich wieder einige Konvolute an Sterbebildern erworben, womit ich diesen Meilenstein überschreiten konnte. Veröffentlicht habe ich rund 3/4, etwa ein Viertel befinden sich in der vorbereiteten Warteschlange der Sterbebilder und Soldaten Schicksalen, die ich bereits recherchiert, bearbeitet und fertiggestellt habe, und nun innerhalb der nächsten Monate veröffentlicht werden.

Wie geht es weiter mit diesem Forschungsprojekt? So wie bisher. Für die nächsten 1 1/2 Jahre ist die Arbeit organisatorisch und finanziell gesichert. Darüber hinaus ist die Arbeit auch nach so langer Zeit noch interessant, ich bin noch immer neugierig und habe Spaß an der Arbeit.

Etwas Werbung

Versuchsweise platziere ich ab sofort etwas Werbung auf meinem Blog. Ich werde am Monatsende entscheiden, ob ich diese Werbung belasse, modifiziere oder entferne.

Pro Beitrag wird eine Werbung eingeblendet. Es handelt sich ausschließlich um seriöse Anzeigen von Google. Diese Werbung hilft mir, diese Webseite dauerhaft zu erhalten.

Darüber hinaus werde ich hin und wieder über interessante Literatur zur Geschichte und vor allem den Ersten Weltkrieg posten. Diese Artikel sind dann mit einem Link zu Amazon versehen. Kauft ein Besucher über diesen Link ein Buch bei Amazon, erhalte ich eine Prämie.

Die Kosten für meine Sammlung sind inzwischen recht hoch und ich verbringe viel Zeit mit meinen Recherchen und der Veröffentlichung der Ergebnisse, sowie der Datenpflege. Das mache ich sehr gerne. Es ist ein Hobby von mir. Ich würde mich jedoch freuen, ab und zu ein Glas Bier oder Apfelwein oder Apfelsaftschorle zu trinken, das aus meiner Arbeit finanziert wurde 🙂

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 85: Kilian Staudinger

Der Ersatz-Reservist Kilian Staudinger diente im Ersten Weltkrieg in der 10. Kompanie des 15. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Er war der Sohn eines Gastwirts und lebte bei Rottersdorf, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Stephansposching. Während der Vogesenkämpfe starb er am 11.11.1916 im Alter von 31 Jahren, nachdem er am 21.10.1916 schwer verwundet worden war.

Die Gebeine Kilian Staudingers ruhen heute auf dem Soldatenfriedhof Ste.-Marie-aux-Mines im Block 3, Grab 209.

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Erlebnisse während der Sommeschlacht 1916

Von Hans Thormann, ehemaliger Sanitäts-Vize-Feldwebel im I./2. Garde-Regiment zu Fuß

In der Nacht vom 13. zum 14.8.1916 kam das 2. Garde-Regiment zu Fuß in Templeux-la-Fosse nördlich Peronne an. Am 17.8.1916 abends rückte das I. Batl. in die Z-Stellung, ich befand mich als Sanitäts-Unteroffizier bei der 2. Kompanie. Mein Kompanie-Führer war Leutnant von Kühlwetter. Abends gegen 10.30 Uhr, nachdem wir uns erst kurze Zeit in der Z-Stellung befanden, trat mein Kompanie-Führer an mich heran und gab mir den Auftrag, mit zwei Krankenträgern der Kompanie und einer Gefechtsordonanz als Führer , mich zur vorderen Stellung zu begeben und von dort seinen Bruder, welcher als Kompanie-Führer der 7. Kompanie schwer verwundet war (Bauchschuss) zurückzuholen*. Ich nahm nun eine improvisierte Trag, bestehend aus einer Zeltplane und zwei starken Stöcken und machte mich mit den mir zugeteilten Leuten auf den Weg nach vorne. Wir vier Mann waren uns über die Situation vollständig im klaren, denn unser Weg führte durch heftiges feindliches Granatfeuer hindurch, jedoch waren wir vom Glück begünstigt und kamen nach einem beschwerlichen Weg durch Trichtergelände in der vorderen Stellung, welche inzwischen das F-Bataillon bezogen hatte, an. Nach längerem Suchen fanden wir Leutnant von Kühlwetter in einem zerschossenen Unterstand mit einem Bauchschuss vor. Da die Verwundung eine äußerst schwere war und sofort sachgemäße Behandlung nottat, machten wir unsere Trage zurecht, legten den Verwundeten darauf und marschierten ab zum Truppenverbandplatz in der Z-Stellung. Der Rückweg war aber mit unserer Last noch gefahrvoller als der Hinweg, denn wir konnten mit unserer Last nicht Deckung suchen, wenn feindliche Granaten in unserer Nähe einschlugen, jedoch gelangten wir unter Mühen und Gefahren zwischen 12 und 1 Uhr nachts auf unserem Truppenverbandplatz an, wo uns schon unser Kompanie-Führer und unser unermütlicher Batls.-Arzt Dr. Probst erwarteten. Der verwundete Leutnant von Kühlwetter wurde sofort von unserem Batls.-Arzt nochmals verbunden und gleich durch die San.Komp. in ein Feldlazarett gebracht, jedoch war die Verwundung zu schwer, denn schon nach einigen Tagen erhielten wir die Nachricht, dass der Verwundete im Feldlazarett gestorben sei. Am nächsten Tage wurden wir in unserer Z-Stellung von feindlicher Artillerie ohne Unterbrechung beschossen, neben mir erhielt ein Grenadier, welcher gerade beim Schaaufeln war, einen Kopfschuss durch Schrapnell; er starb in meinen Armen. Kurz danach sauste ein Blindgänger dicht neben uns in die Erde. Wir atmeten auf, als wir bei Dunkelheit in die vordere Stellung rückten, um das F-Batl. abzulösen. In der vorderen Stellung gab es für das Sanitätspersonal sehr viel zu tun, da der Franzmann mehrere Angriffe auf unsere Stellung machte; es gab hier ziemlich schwere Verwundungen, Abreißung von Gliedmaßen, schwere Bauch- und Kopfschüsse. Dank auch den tapferen Krankenträgern der San.Komp. 1, welche uns durch Fortschaffen unserer Verwundeten aus der vorderen Stellung wacker unterstützt haben. Jede Nacht kamen unsere tapferen Helfer von der San.Komp. 1 bis in die vordere Stellung und holten die schwerverwundeten Kameraden ab. Mehrere von dieser tapferen Schar sind während der Sommeschlacht im Zeichen des Roten Kreuzes den Heldentod gestorben. Als wir nach acht Tagen wieder nach Templeux-la-Fosse kamen, das San.-Personal mit Blut besudelt, begrüßte uns unser Divisions-Arzt, Oberstabsarzt Dr. Pröhl, und drückte jedem von uns die Hand. Am Weihnachts-Heiligenabend erhielt ich in Peronne, wo wir in Stellung lagen, meine Beförderung zum Sanitäts-Vize-Feldwebel als Anerkennung für meine während der Sommeschlacht bewiesene Tapferkeit. Ein schöneres Weihnachtsgeschenk konnte ich mir nicht wünschen.

 

* gemeint ist Leutnant Adalbert von Kühlwetter, der am 20.08.1916 an seinen Verletzungen verstarb und dessen Gebeine heute auf dem Soldatenfriedhof Maissemy, Block 2, Grab 565 ruhen.