Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.784: Franz Kaltenecker

Der Soldat Franz Kaltenecker wurde am 07.09.1893 in Prag geboren und lebte in Lenzingerberg, beides Ortsteile der bayerischen Gemeinde Hutthurm, und war der Sohn eines Landwirts (Gütlers). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 3. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde am 11.08.1914 bei der Schlacht bei Badonviller am rechten Bein schwer verwundet und starb am 13.08.1914 im Alter von 21 Jahren im Fledlazarett Blâmont.

Über den Todestag und die Todesumstände von Franz Kaltenecker berichtet die Regimentsgeschichte des 3. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Für den 10.08. ordnete daher das Generalkommando den Vormarsch aller bereits ausgeladenen Truppen über Blâmont und Cirey auf Badonviller – Râon l‘ Etape an. Demgemäß setzte die in vorderster Linie befindliche verstärkte 3 bayerische Infanterie-Brigade am 10.08. in den zwei Kolonnen den Vormarsch fort. Die bisherige Brigadereserve, I./3. bayerisches Infanterie-Regiment, wurde der rechten Kolonne (Oberst von Reck) unterstellt und von dieser als Vorhutbataillon bestimmt. Es stieß südlich Nonhigny auf feindlichen Widerstand, brach ihn rasch und erreichte Montreux. Die Gefechte des 10.08. bei Montreux einerseits und Parux und Bréménil andererseits waren die Feuertaufe des Regiments. Sie kosteten ihm 8 Tote und 38 Verwundete. Gegen den ebenfalls besetzten Bois des Haies westlich Montreux wurde das Gros entwickelt. Der Gegner nahm hier den Angriff nicht an, sondern ging auf Badonviller zurück. I./3. bayerisches Infanterie-Regiment stellte die Vorposten der Kolonne von Reck in Linie Neuviller (ausschließlich) – Wald nordwestlich Les Carrieres und wies dort bei der Battant-Mühle am 11.08. einen feindlichen Teilangriff zurück. Vorhut der linken Kolonne (Oberst Zehlin) war III./ 3. bayerisches Infanterie-Regiment. Es trieb am 10.08. den Gegner über Parux und Bréménil auf Badonviller zurück und erreichte Linie Battant-Mühle-Höhe südlich Les Carrieres. Dort schloss das bayerische Infanterie-Leibregiment an. In der Nacht zum 12.08. rückten I./3. und III./3. bayerisches Infanterie-Regiment als Brigadereserve nach Harbouey, das 1. bayerisches Infanterie-Regiment und II./ 3. bayerisches Infanterie-Regiment hielten neben dem bayerischen Infanterie-Leibregiment die vordere Linie. Am 12.08. früh morgens wirft sich plötzlich das bayerische Infanterie-Leibregiment auf den Feind, erobert in blutigem Ringen das Städtchen Badonviller und wirft den bedeutend überlegenen Gegner auf Peronne zurück.“

Die Lage des Grabes von Franz Keltenecker ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass er, wie seine Regimentskameraden, die am gleichen Tag fielen, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Reillon begraben wurde, u. a.

  • Gefreiter Joseph Wimmer, gefallen am 11.08.1914 bei Badonviller, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab;
  • Infanterist Kaspar Matthias Schmidt, gefallen am 11.08.1914 bei Badonviller, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab;
  • Infanterist Joseph Härtinger, gefallen am 11.08.1914 bei Badonviller, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab;
  • Reservist Johann Betz, gefallen am 11.08.1914 bei Badonviller, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Franz Kaltenecker
Rückseite des Sterbebildes von Franz Kaltenecker

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.740: Alois Leopold

Der Soldat Alois Leopold wurde am 04.06.1893 in Steinlohe geboren, einem Ortsteil der bayerischen gemeinde Tiefenbach. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 3. Kompanie des 6. bayerischen Infanterie-Regiments. Ende 1914 wurde er leicht verwundet. Anfang 1916 wurde er erneut verwundet und starb an der Verwundung am 24.01.1916 im Alter von 22 Jahren im Feldlazarett in Saint-Mihiel.

Man brgub Alois Leopold auf dem Soldatenfriedhof Troyon in Block 10, Grab 134.

Seine Heimatgemeinde Steinlohe gedenkt Alois Leopold noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/tiefenbach-steinlohe_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Alois Leopold
Rückseite des Sterbebildes von Alois Leopold

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.739: Augustin Eckmaier

Der Soldat Augustin Eckmaier stammte aus der bayerischen Gemeinde Massing und war der Sohn eines Hutmachers. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 1. Kompanie des 30. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 17.07.1918 fiel er kurz vor Kriegsende im Alter von nur 18 Jahren südlich Reims während eines Sturmangriffs bei Thuizy durch einen Granatvolltreffer

Über den Todestag und die Todesumstände von Augustin Eckmaier berichtet die Regimentsgeschichte des 30. bayerischen Infanterie-Regiments:

„17.07.1918 In der Nacht zum 17.07. ist feindliches Artilleriefeuer sehr rege und steigert sich in den Morgenstunden zu größter Heftigkeit auf unsere vorderen und rückwärtigen neugewonnenen Stellungen. 4 Uhr vormittags schießt der Feind Gas auf Römerstraße und Batterien. Feindliches Infanterie- und Maschinengewehrfeuer während der ganzen Nacht. Der Morgen und Mittag verliefen verhältnismäßig ruhig. Abstruen der Römerstraße, der Marquise-Ferme und des Iltisstützpunktes durch feindliche Artillerie, darunter mit Gasmunition. Durch die bisherigen Anstrengungen und mangelhafte Verpflegung ist die Truppe erschöpft. Abends Neugliederung des Regiments wie folgt: Zwei Bataillone mit je drei Kompanien in der Römerstraße, eine Kompanie jedes Kampfbataillons in der ehemaligen französischen K-3-Linie, Reservebataillon hinter den beiden Kampfbataillonen. Regimentsstab im alten deutschen K-2-Graben.“

Die Grablage von Augustin Eckmaier ist unbekannt. Vermutlich war von seinem Körper nach dem Volltreffer nichts mehr übrig, was man begraben konnte.

Seine Heimatgemeinde Massing gedenkt Augustin Eckmaier noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/massing_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Augustin Eckmaier
Rückseite des Sterbebildes von Augustin Eckmaier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.730: Karl Eiblmeier

Der Soldat Karl Eiblmeier stammte aus Münchham, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Ering, und arbeitete als Viktualienhändler und Kleinbauer (Gütler). Im Ersten Weltkrieg diente er als Wehrmann in der 10. Kompanie des 15. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 09.08.1916 verstarb er nach schwerer Verwundung im Alter von 33 Jahren im Feldlazarett Nr. 2 bei Piennes.

Man begrub Karl Eiblmeier auf dem Soldatenfriedhof Piennes in Block 4, Grab 298.

Sterbebild von Karl Eiblmeier
Rückseite des Sterbebildes von Karl Eiblmeier

Sonderbeitrag: Das Denkmal für Wiehelm Mathes (1870/71)

Bei einem Fahrradausflug nach Bettenhausen, einem Ortsteil der hessischen Stadt Lich, stieß ich auf ein Denkmal für den Soldaten Wiehelm Mathes, das sich auf dem Friedhof des Dorfes befindet. Wiehelm Mathes wurde am 01.12.1847 geboren, kämpfte im Deutsch-Französischen-Krieg 1870/1871, und fiel am 18.08.1870 bei Gravelotte.

Das Denkmal für Wiehelm Mathes auf dem Friedhof in Bettenhausen
Das Denkmal für Wiehelm Mathes auf dem Friedhof in Bettenhausen
Das Denkmal für Wiehelm Mathes auf dem Friedhof in Bettenhausen

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.694: Josef Perseis

Der Soldat Josef Perseis wurde am 02.09.1883 in der bayerischen Gemeinde Tacherting geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Landwehrmann in der 9. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Gleich zu beginn des Krieges fiel er am 20.08.1914 im Alter von 30 Jahren bei St. Johann von Sankt Johann von Bassel (französisch: Saint-Jean-de-Bassel) in Lothringen.

Über den Todestag und die Todesumstände von Josef Perseis berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„20.08. In der Nacht wurde die 1. Reserve-Brigade auf der Straße Mittersheim – Finstingen gesammelt. I. Bataillon bildete die Vorhut, das Regiment befand sich am Anfang des Gros. In der Bambachschneuse vormarschierend, überschritt die Spitze um 5 Uhr vormittags die Eisenbahnlinie. Bei Annäherung an das Schleusenwirtshaus am Saarkohlekanal an der Straße St. Johann von Bassel – Bisping (französisch: Belles-Forêts) erhielt die Spitze starkes Feuer. Trotz Einsatzes der 2., 3. und 4. Kompanien nordöstlich und südlich der Straße um 6.30 Uhr vormittags konnte der Kanal nicht überschritten werden. Die auf 30 Meter am Feind liegenden Kompanien litten unter dem Feuer der feindlichen Baumschützen und der Besatzungen in den Häusern, da nur geringe Deckung vorhanden war. Auch der Einsatz der 1. Kompanie am rechten Flügel und der Maschinengewehr-Kompanie südlich der Straße brachte keinen Erfolg. Schon nach 6 Uhr vormittags wurde das ganze Regiment eingesetzt: III. Bataillon nordöstlich des I. Bataillons mit dem Befehl, auf einer der nächsten nordöstlich gelegenen Schleusen überzugehen und den Feind von Norden her anzugreifen, II. Bataillon wurde hinter dem linken Flügel bereitgestellt. 1. Artillerie-Zug nahm das Schleusenwirtshaus unter Feuer.

Um 8 Uhr vormittags lag starkes Feuer auf der Bambachschneuse, 2 Pionier-Sprengwagen gingen in die Luft und verursachten eine Panik unter dem Gefechtstross. Um 9 Uhr vormittags verstummte das Feuer. Vom Reserve-Infanterie-Regiment 2, das als Brigadereserve hinter dem linken Flügel des Regiments stand, wurde noch vier Maschinengewehre eingesetzt. Die Verluste in der Front forderten Auffrischung, so dass um 10.45 Uhr nur mehr die 5. Kompanie und ½ 6. Kompanie als Reserven des Regiments vorhanden waren. So drohte schon der Kampf zum Stehen zu kommen, als es dem III. Bataillon gelang, durch Fällen von Bäumen und Herstellung eines Laufsteges in heftigstem feindlichen Infanteriefeuer den Übergang über den Kanal nordöstlich des Schleusenwirtshauses zu erzwingen und nun mit Teilen der 1. und 4. Kompanie und des Reserve-Infanterie-Regiments 12 um 1 Uhr nachmittags von Norden her den feindlichen Flügel aufzurollen und das Schleusenwirtshaus zu erstürmen. Daraufhin wurde sofort die 5. Kompanie zur Verfolgung angesetzt, der sich Teile des II./Reserve-Infanterie-Regiment 1  und Reserve-Infanterie-Regiment 12 anschlossen. Die übrigen Bataillone wurden gesammelt und konnten wegen der starken Verluste sich noch nicht an der Verfolgung beteiligen. Die Verfolgungskolonne konnte mit dem Feind nicht mehr Fühlung gewinnen. Artillerie war nicht zur Stelle, so dass dem zurückflutenden Gegner nur mehr geringe Verluste beigebracht werden konnten. Um 4 Uhr nachmittags war das Regiment am Westrand des Waldes versammelt, 1 Zug nach Bisping vorgeschoben, um den Ort in Besitz zu nehmen. Bei Einbruch der Dunkelheit bezog das Regiment bei Bisping Biwak, I. Bataillon sicherte in Linie Disselingen (französisch: Desseling)Freiburg (französisch: Fribourg)Rodt (französisch: Rhodes).“

Man begrub Josef Perseis auf dem Soldatenfriedhof Gosselming in einem Massengrab.

Sterbebild von Josef Perseis
Rückseite des Sterbebildes von Josef Perseis

Sonderbeitrag: Josef Bogenschütz

Der Soldat Josef (Volksbund: Joseph) Bogenschütz wurde am 14.10.1892 in Sickingen, einem Stadtteil von Hechingen im heutigen Bundesland Baden-Württemberg, geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 5. Kompanie des 40. Füsilier-Regiments. Am 21.08.1917 fiel er im Alter von 24 Jahren bei Verdun bei Ornes.

Man begrub Josef Bogenschütz auf dem Soldatenfriedhof Merles-sur-Loison in Block 6, Grab 75.

In seinem Heimatort Sickingen gedenkt man Josef Bogenschütz noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/sickingen.htm

Sterbebild von Anton August Gabriel und Josef Bogenschütz

Sonderbeitrag: Anton Bogenschütz

Der Soldat Anton Bogenschütz wurde am 11.07.1894 in Sickingen, einem Stadtteil von Hechingen im heutigen Bundesland Baden-Württemberg, geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 15. Kompanie des 113. Infanterie-Regiments. Am 01.08.1917 fiel er während der Schlacht um Verdun im Alter von 23 Jahren an der Höhe 304.

Man begrub Anton Bogenschütz auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye in Block 1, Grab 818.

In seinem Heimatort Sickingen gedenkt man Anton Bogenschütz noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/sickingen.htm

Sterbebild von Anton August Gabriel und Josef Bogenschütz

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.629: Xaver Rackl

Der Soldat Xaver Rackl stammte wurde am 15.10.1880 geboren und stammte aus der bayerischen Gemeinde Prackenbach und war Schuhmacher. Er diente im Ersten Weltkrieg als Wehrmann. Am 06.01.1917 verstarb er in Folge einer Verwundung im Alter von 36 Jahren in englischer Gefangenschaft.

Man begrub Xaver Rackl auf dem Soldatenfriedhof Rembercourt-aux-Pots in Grab 514.

Sterbebild von Xaver Rackl
Rückseite des Sterbebildes von Xaver Rackl

Sonderbeitrag: Mathias Winter

Während meiner derzeitigen Reise durch das deutsch-französische Grenzgebiet bei Saarlouis stieß ich auf folgendes Grab auf dem alten Friedhof von Berus, einem Ortsteil der saarländischen Gemeinde Überherrn:

Der Soldat Mathias Winter wurde am 06.11.1887 in Altforweiler geboren, einem Ortsteil der saarländischen Gemeinde Überherrn. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 12. Kompanie des 132. Infanterie-Regiments. Am 29.03.1916 verstarb er im Reserve-Lazarett Kreuznach, nachdem er zuvor im Kampf während der Schlacht um Verdun schwer verwundet worden war.

Man begrub Mathias Winter auf dem alten Friedhof von Berus.

Das Grab von Mathias Winter auf dem alten Friedhof von Berus