Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.894: Peter Reichenspurner

Der Soldat Peter Reichenspurner wurde am 18.09.1892 in Obergarching geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Garching an der Alz, und war der Sohn eines Landwirts (Hintermeierbauer). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 5. Kompanie des 8. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 07.07.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme im Alter von 23 Jahren bei Grandcourt auf Posten.

Über den Todestag und die Todesumstände von Peter Reichenspurner berichtet die Regimentsgeschichte des 8. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Durch einen Regimentsbefehl vom 06.07.1916 wurde für den nächsten Tag ein Unternehmen unter Leitung des Majors Prager gemeinsam mit Hauptmann Wurm von drei Seiten gegen den Feind angeordnet. 4 Uhr morgens begann es. Einleitung: Deutsches Feldhaubitzen-Konzert. Alsdann stürmten die Leute von Prager und Wurm schneidig vor. Handgranatentrupps der 5. und 7. Kompanie (Abschnitt Wurm) unter den Vizefeldwebel Gerber und Grobholz nebst solchen der 2. und 4. Kompanie Infanterie-Regiment 185 stießen im 2. Graben in der Nähe der Meisengasse ohne besonderen Widerstand bald auf den von Norden kommenden Trupp der 8. Kompanie und der ausgezeichnet arbeitenden 11. Kompanie Infanterie-Regiment 185 (Abschnitt Prager). Von da ging es durch Verbindungsweg Nr. 6 und 7 gegen den ersten Graben vor. Nach Gerbers Verwundung zeigten sich hauptsächlich Unteroffizier Reichert und Beckert der 7. Kompanie und Rückert und Stock der 5. Kompanie als tatkräftige Führer. Eine von Stock erbeutete englische Muskete leistete ihm beste Dienste. 4.40 Uhr morgens erwiderte die feindliche Artillerie das Feuer, durch das sich niemand stören ließ. Hauptmann Wurm war, als seine anstrengende Tätigkeit an der Befehlsstelle es einigermaßen zuließ, von 6 Uhr morgens ab mitten unter seinen Leuten vorne, regelte die Besetzung der neugewonnenen Gräben, den Austausch der Handgranatenwerfer, die Verteilung und Verwendung der ungeheuren Mengen englischer Handgranaten und gab den Antrieb zu weiterem Vordringen gegen die Engländer, die sich im ersten Graben mit einem Maschinengewehr noch verzweifelt wehrten. Aber allmählich erlahmte ihr Widerstand. Als sie schließlich über freies Gelände zurückflutete, sprang Unteroffizier Rückert mit 6 Mann der 5. Kompanie auf die Rückenwehr im Graben und nahm sie unter kräftiges Verfolgungsfeuer; Leute der 7. Kompanie brachen den letzten Widerstand durch Handgranaten. Der englische Maschinengewehr-Leutnant Lewis H. Neville Grenher (1./5. York Lancester-Regiment) geriet mit dem unbrauchbar gemachten Maschinengewehr in Hauptmann Wurms Hand; er machte ihn auf den im Graben anwesenden, verwundeten englischen Oberstleutnant F. H. G. Rendell aufmerksam, der von unseren Krankenträgern zurückgebracht wurde. Nun war das letzte, am 1. Juli vom Reserve-Infanterie-Regiment 99 verlorene Grabenstück wieder in deutschem Besitz, damit das am 1. Juli begonnene und unermüdlich und tatkräftig durchgeführte Werk vollendet. Um die nämliche Stunde, zu der beim Kommandeur der 26. Reserve-Division, Generalleutnant Freiherr von Soden, die Meldung von der völligen Vertreibung des Feindes aus dem Divisions-Abschnitt einlief, übergab deine Excelenz den südlichen Teil hievon dem Kommandeur der 10. bayerischen Division, Generalleutnant Burkhardt, hocherfreut, dass ihm dieses Abschiedsgeschenk zuteil wurde.“

Man begrub Peter Reichenspurner auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.

Sterbebild von Peter Reichenspurner
Rückseite des Sterbebildes von Peter Reichenspurner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.888: Josef Süß

Der Soldat Josef Süß wurde am 13.02.1897 in Hausham geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 4. Kompanie des 16. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. in dem auch der spätere Diktator Adolf Hitler diente. Er wurde mit dem bayerischen Militär-Verdienstkreuz ausgezeichnet. Am 05.10.1916 fiel er im Alter von 19 Jahren während der Schlacht an der Somme bei den heftigen Kämpfen bei Vimy in der Nähe der Ortschaft Le Barque.

Über den Todestag und die Todesumstände von Josef Süß berichtet die Regimentsgeschichte des 16. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Die Divisions- und Brigadebefehle, welche die Wegnahme des Engländernestes forderten und zu einer Ehrensache des Regiments machten, wurden immer dringender. So sollte der Angriff, unterstützt durch vier Kompanien des Reserve-Infanterie-Regiments 20, am 5. Oktober in aller Frühe wiederholt werden. Der Kommandeur des I. Bataillons beauftragte die Leutnants der Reserve Arnold und Angerer mit den vorbereitenden Erkundungen und der Durchführung. Am 4. Oktober abends meldeten jedoch beide Offiziere, dass die für die Angriffstruppe bestimmten Verstärkungen und Handgranaten nicht eingetroffen seien, sie hielten die Ausführung für verfrüht und bäten um 24 Stunden Verschiebung. Der Angriff wurde denn auch, trotzdem die höheren Stellen auf der Durchführung bestanden, nicht unternommen. Ein Hauptgrund war, dass die eigene Artillerie ständig zu kurz schoss und dadurch die Vorbereitungen lähmte. Drei Mann der Handgranatentrupps der rechten Angriffstruppe wurden durch eigene Artillerie verwundet, was um so schmerzlicher war, als die Zahl der tüchtigen Handgranatenwerfer durch die bisherigen Verluste schon stark vermindert war. Auch gelang es nicht, die handgranaten rechtzeitig nach vorne zu bringen, da die Trägertrupps beim Vormarsch durch feindliches Feuer zersprengt wurden.“

Offiziell ist für Josef Süß keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem nahe gelegenen Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Unteroffizier Ludwig Brunnhuber, gefallen am 12.10.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Gefreiter Willi Laue, gefallen am 08.10.1916 bei Le Barque, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Gefreiter Georg Guggenbichler, gefallen am 12.10.1916 bei Le Barque, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Josef Süß
Rückseite des Sterbebildes von Josef Süß

Sonderbeitrag: Vizefeldwebel Carl Steller

Der Soldat Carl Steller stammte aus dem hessischen Dorf Annerod, einem Ortsteil der Gemeinde Fernwald. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Vizefeldwebel in der 3. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 20.09.1916 fiel er während der Schlacht in der Somme in Frankreich. Er wurde bei Bouchavesnes getötet.

Die Lage des Grabes von Carl Steller ist unbekannt.

In seinem Heimatdorf Annerod gedenkt man Carl Steller noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/annerod_gem-fernwald_lk-giessen_wk1_wk2_hs.html

Die Todesanzeige für Carl Steller im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Leutnant der Reserve Alfred Greiner

Der Soldat Alfred Greiner stammte aus Steinheid, einem Stadtteil von Neuhaus am Rennweg im heutigen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Er war Student der Waldwissenschaft (candidatus forestis). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant der Reserve in der 1. Kompanie des 11. Reserve-Jäger-Bataillons. Er stammte vom 11. Jäger-Bataillon. Man zeichnete ihn mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit der herzoglich-sächsischen Tapferkeitsmedaille aus. Alfred Greiner fiel am 05.07.1916 während der Schlacht an der Somme bei Barleux.

Die Lage des Grabes von Alfred Greiner ist unbekannt.

Die Todesanzeige der Landsmannschaft Darmstadtia für Alfred Greiner im Gießener Anzeiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.875: Alois Freiberger

Der Soldat Alois Freiberger stammte aus Gänsberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Kraiburg am Inn, und war der Sohn eines Landwirts ( Zieglerbauer). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 4. Kompanie des 12. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 04.04.1918 wurde er bei den schweren Kämpfen an der Somme schwer verwundet. Am16.04.1918 verstarb er nach 30 Monaten Kriegsdienst im Alter von 23 Jahren auf dem Transport nach Düren.

Über die Umstände seiner Verwundung berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 04.04.1918 sollte die Angriffshandlung fortgeführt werden mit dem Ziel, den Sénecat-Wald und die Höhe nördlich Rouvrel in die Hand zu bekommen, 15. und 20. Infanterie-Regiment sollten in erster, 12. Infanterie-Regiment in zweiter Linie vorgehen, dieses mit dem Auftrage, den Angriff bei einer etwaigen Stockung sofort vorwärts zu reißen.

Aus dem Waldlager von Beaucourt rückten die Bataillone in der Abenddämmerung des 03.04. zu ihren Bereitschaftsplätzen am Westrand von Villers-aux-Érables ab, wo I./12. (Hauptmann Guth) als Divisions-Reserve zunächst blieb. III./12. (Hauptmann Schäffer), gefolgt vom II./12. (Hauptmann Wingefelder), rückten unter Führung des Regimentskommandeurs, Oberstleutnant Wolf, nach Süden, überschritten östlich Genonville ferme die Avre und gelangten bei strömendem Regen vollständig durchnässt gegen 5 Uhr morgens an ihre Aufstellungsplätze.

Um 8 Uhr vormittags trat das III. Bataillon, als der Kommandeur sah, dass Teile des 15. bayerischen Infanterie-Regiments bereits den Hang 1 ½ Kilometer südwestlich Moreuil sich hinaufschoben, an. Im Hohlweg der Straße Morisel – Gauvillers wartete das Bataillon das Vorgehen der übrigen Teile des 15. bayerischen Infanterie-Regiments ab und unterstützte dieses durch flankierendes Maschinengewehr-Feuer. Sodann folgte es dem II./15. in lichten Wellen. Die 11. Kompanie griff das Wäldchen a an, doch erst nach dreimaligem Sturm blieb es endgültig in unserer Hand. Die übrigen drei Infanterie-Kompanien nahm der Bataillons-Kommandeur, um den unter starkem Flankenfeuer leidenden Fünfzehnern ihr Fortschreiten zu erleichtern, nach links aus der Angriffsrichtung heraus und setzte sie zum Angriff auf die Anchin Ferme an. Mit Hilfe des links verlängernden II./12. gelang das Vorgehen. Der Kompanieführer der 8. Kompanie (Leutnant der Reserve Winter) und sein nachfolger (Leutnant der Reserve Habecker) wurden verwundet; Vizefeldwebel Maurer führte die Kompanie weiter.

12.45 Uhr nachmittags wurde die Ferme von Teilen des 12. und 15. Infanterie-Regiments gemeinsam genommen.

Im weiteren Vorgehen kamen II. und III. Bataillon undseres Regiments bis etwa 600 Meter an Rouvrel heran, erhielten aber von dort so starkes Maschinengewehr-Feuer, dass in kurzer Zeit 50 % Verluste eintraten und die Kompanien am Abend ihre Linien etwas zurück verlegten, Leutnant der Reserve Wegelin, Kompanieführer der 5. Kompanie und sein Nachfolger, Leutnant der Reserve Gruber, wurden verwundet, der Adjutant des II. Bataillons, Leutnant der Reserve Feldenguth, um 6.30 Uhr abends durch Granatschuss getötet. Am späten Nachmittag schloss sich II./12. erneut dem Angriff der einschiebenden preußischen 14. Infanterie-Division Richtung Rouvrel an. Doch auch dieser kam bald zum Stehen. Ein in der Abenddämmerung unternommener Gegenangriff der Franzosen auf den linken Flügel unserer Division wurde gemeinsam zurückgewiesen.

Bis 1 Uhr nachmittags war das I. Bataillon aus eigenem Entschluss am Schlosspark von Moreuil herbei auch über die Avre gegangen und stand südlich Morisel verwendungsbereit. Von hier trat es 3.20 Uhr nachmittags befehlsgemäß zur Verstärkung der vordersten Linie und zum Vorwärtsreißen derselben an. In schönster Ordnung und in einem Zug kam es trotz stärkstem feindlichem Artilleriefeuer bei Anchin ferme an, riss die vorderste Linie noch etwas vor, wurde aber dann durch feindliches Feuer zu Boden gezwungen und grub sich ein. Die große Lücke, die sich zwischen ihm und den bereits im Sénecat-Wald eingedrungenen Zwanzigern ergeben hatte, konnte nur mühsam und unvollständig geschlossen werden.“

Sterbebild von Alois Freiberger
Rückseite des Sterbebildes von Alois Freiberger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.852: Joseph Raster

Der Soldat Joseph Raster wurde am 22.03.1898 in Göttersdorfer – Holzhäuser, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Osterhofen, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 6. Kompanie des 10. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 16.08.1918 fiel er bei Beuvraignes an der Somme im Alter von 20 Jahren.

Über den Todestag und die Todesumstände berichtet die Regimentsgeschichte des 10. bayerischen Infanterie-Regiments:

„16.08.1918 Die Schwierigkeiten, die bei der Ablösung überwunden werden mussten, waren recht erheblich. Mit der Ablösung der vorderen Linie sollte gleichzeitig eine höheren Ortes ausdrücklich befohlene 1.500 Meter tiefe Vorfeldstellung eingenommen werden. Trotzdem vollzog sie sich glatt. In der bisherigen Hauptwiderstandslinie, die auf 80 – 100 Meter ohne jegliches Annäherungshindernis am Allongewald heran lag, standen nunmehr im Kompaniebereich drei Unteroffiziersposten mit zwei leichten Maschinengewehren. Die Feldwache, der 1. Zug unter Vizefeldwebel Siebenhändl, verstärkt durch je eine Infanterie- und leichte Maschinengewehr-Gruppe des Zuges Häfele, wurde 300 Meter weiter zurückgezogen in einen alten französischen Unterstand am Westrand von Cessier. Unmittelbar nach dem Abmarsch der abgelösten 249.er nahm ich mit dem Feldwachehabenden die Verbindung mit der Nachbarkompanie 4./249. rechts und mit dem Feldwachzug 6./10. links auf. Beide lagen von meiner Feldwache je etwa 200 Meter entfernt ebenfalls am Westrande der Ortschaft. Die Anweisung ging dahin, feindliche Streifen aus eigener Kraft abzuweisen, – es war deshalb der Zug Siebenhändl wegen der weit vorgeschobenen Lage noch besonders verstärkt worden -; bei feindlichem Großangriff sollte sich die Vorfeldbesatzung auf die R. H. L zurückziehen. Ich brachte in den ersten Morgenstunden die Schwierigkeiten eines deratigen Rückzuges durch die Ortschaft in so großer Entfernung von der eigentlichen Front beim Kampftaktischen Kommandanten zur Sprache. Der Befehl blieb jedoch aufrecht erhalten. Um 12.30 Uhr nachts kam ich nach vollzogener Vorfeldstellung in diese zurück. Die Hauptkampflinie lag 1.100 Meter östlich von Cessier, im ehemaligen ersten deutschen Graben vor dem Hindenburgrückzug 1917. Vor der Front dehnte sich ein vorzügliches Drahthindernis aus. Das Gelände gegen die Ortschaft nahm das ehemalige französische Grabensystem ein. Es bot daher mit seinen größtenteils erhaltenen Laufgräben günstige gedeckte Annäherungsmöglichkeiten an unsere Stellung. Das Schussfeld reichte bis Cessier. Die Feldwache selbst war durch die Häuser und Gärten der Beobachtung entzogen. Die Kompanie, anderthalb Züge und zwei leichte Maschinengewehre stark, hatte sich hier bereits eingenistet. Unmittelbar rechts von uns lag 3./249., mit dem wir in den nächsten Tagen fest zusammenhalten mussten. Trotzdem blieb die rechte Flanke gefährlich, da die Stellung im Bereich der 5. Kompanie gegen Beuvraignes zu aus nordwestlicher Richtung in eine nördliche umbog und die Sicht durch die Hecken und Baumgärten der Ortschaft behindert, hier kaum 50 Meter weit reichte. Der Vormittag verlief ruhig. Ab 2 Uhr nachmittags wuchs das feindliche Artilleriefeuer zur gewöhnlichen Nachmiiiagsstärke an und lag vornehmlich auf Cessier selbst. Mein Abschnitt in der Hauptkampflinie wurde nicht beschossen. Um 4 Uhr nachmittags verstärkte sich das Feuer allmählich so, dass es als Angriffsfeuer gedeutet werden musste. Cessier war dauernd in Rauch und Staubwolken verhüllt. Ich ließ deshalb alarmieren. Bis 5 Uhr nachmittags blieb jedoch alles unverändert. Dann setzte vorne lebhaftes Maschinengewehr- und Infanteriefeuer ein und bald sah man. nach einem großen Sprung des schweren Massenfeuers hinter unsere Linie, in den Baumgärten östlich Cessier einzelne Gestalten gegen uns her laufen. Ich hielt sie für unsere befehlsmäßig zurückgehenden Feldwachleute und ließ das Feuer daher nicht eröffnen, kam dadurch aber mit dem Führer der rechten Anschlusskompanie, der sie für Franzosen ansprach, in heftigen Widerspruch.

Um endlich Klarheit über die Feldwache zu erlangen, schickte ich Unteroffizier Rießl mit zwei Mann vor, der die Verbindung mit der Feldwache aufnehmen sollte. Die Streife kam kurz vor 6 Uhr nachmittags zurück. Sie war unmittelbar vor der Ortschaft in geradezu vernichtendes französisches Maschinengewehr- und Infanteriefeuer aus den Häusern und Gärten heraus geraten und dann wieder umgekehrt. Nun bestand Klarheit, dass unsere Feldwache mit dem tüchtigen Siebenhändl und Häfele überrannt und die Ortschaft in die Hand der Franzosen gefallen war.

Um 6.30 Uhr nachmittags setzte der Franzose erneut aus Cessier heraus zum Angriff auf unsere Stellung, namentlich auf den Kompanieabschnitt, an. Durch unser Feuer blieb er aber bald liegen. Ich hatte mir nach den Erfahrungen bei englischen und unseren eigenen Angriffen viel bessere und dichtere Ziele erwartet. Tatsächlich habe ich im ganzen Gefecht nur einzelne springende und kriechende Schützen gesehen. Nun eröffnete der Franzose ein lebhaftes Gewehrfeuer, das uns innerhalb 20 Minuten bei einer Gesamtstärke von noch nicht 30 Köpfen einen Toten und zwei Verwundete kostete.

Um 8.30 Uhr nachmittags schickte ich die Abschlussmeldung ab. Kaum war sie fort, als der Franzose seinen Angriffsversuch erneuerte. Diesmal kam er aber in unserem Feuer noch weniger zur Entwicklung als zwei Stunden vorher, obwohl seine Artillerie äußerst lebhaft, zu unserem Flück jedoch zu weit, schloss.

Der Einbruch der Nacht und die rasch abflauende Gefechtstätigkeit bannte die während der letzten Abwehr auftretenden Munitionssorgen. Die leichten Maschinengewehre hatten von ihren 2.500 Schuss noch je einen Gurt, die Gewehrschützen je etwa 25 Patronen bei Einbruch der Nacht übrig. Um 9.45 Uhr abends kam der Verbindungsoffizier des Kampftaktischen Kommandanten, Leutnant Kleinmann, und erkundigte sich eingehend über das Gefecht und unsere Wünsche. Besorgnis äußerte ich nur um die linke Flanke der Kompanie. Hier bestand zwischen Kompanie Trenkle (6.) und mir eine 300 Meter breite Lücke. Noch dazu lag die 6. Kompanie im Verhältnis zu unserer Front ziemlich weit nach Osten rückwärts gestaffelt.

Um 1130 Uhr abends meldete sich Unteroffizier Enzenberger mit den Essenholern der Kompanie zurück. Er hatte unbeschadet des heftigen feindlichen Störungsfeuers auf den Anmarschwegen die vollkommene, warme Verpflegung von der Feldküche bei Amy vorgebracht und unsern Schießbedarf auf 7.000 gegurtete Patronen ergänzt.“

Man begrub Joseph Raster auf dem Soldatenfriedhof Roye-St.Gilles in Block 2, Grab 909.

Sterbebild von Joseph Raster
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Raster

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.848: Josef Moser

Der Soldat Josef Moser stammte aus Bruck, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Deggendorf, und war der Sohn eines Krämers. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 4. Kompanie des bayerischen Festungs-Pionier-Regiments. Am 13.06.1915 fiel er im Alter von 23 Jahren bei Montauban-de-Picardie an der Somme in Folge einer Minensprengung.

Für Josef Moser liegt keine Grablage vor. Ich vermute jedoch, dass seine Gebeine, wenn sie geborgen werden konnten, anonym in einem Massengrab auf dem rund 5 Kilometer entfernten Soldatenfriedhof Fricourt beigesetzt wurden.

Sterbebild von Josef Moser
Rückseite des Sterbebildes von Josef Moser

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.838: Alois Heilmaier

Der Soldat Alois Heilmaier (Verlustliste: Heilmeier) wurde am 15.06.1892 in Radlkofen geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Mengkofen, und lebte und lebte zuletzt in Wendldorf. Sein Vater war Tagelöhner (Söldner). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 1. Kompanie des 3. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 24.09.1914 (Regimentsgeschichte: 26.09.1914) verstarb er nach schwerer Verwundung während der ersten Kämpfe bei Peronne und an der Somme im Alter von 22 Jahren im Lazarett Marchélepot.

Über den Tag seiner schweren Verwundung und seines Todes berichtet die Regimentsgeschichte des 3. bayerischen Infanterie-Regiments:

„In der Nacht zum 26.09. wurde die vordere Linie des Regiments (III./3. bayerisches Infanterie-Regiment) und I./3. bayerisches Infanterie-Regiment) wieder vorgeschoben bis in die Linie Ferme (westlich Fay) – Straße nach Foucaucourt (ausschließlich), wo nach Süden 20. Infanterie-Regiment anschloss. Der Nebel begünstigte das Eingraben. Später aber kam heftiges Artilleriefeuer. Die Gruppen nördlich des Regiments zwischen Dompierre und Fay wurden etwas vorgeschoben.“

Die Lage des Grabes von Alois Heilmaier ist offiziell unbekannt. Ich vermute, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Manicourt begraben wurde, wo man rund 3.000 deutsche Soldaten begrub, deren Identität ebenfalls unbekannt sind und die in dieser Region fielen.

Sterbebild von Alois Heilmaier
Rückseite des Sterbebildes von Alois Heilmaier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.834: Wilhelm Angerhofer

Der Soldat Wilhelm Angerhofer wurde am 06.04.1894 in Holz, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Bernbeuren, als Sohn eines Landwirt geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er ab dem 25.02.1915 als Infanterist in der 3. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet. Er wurde leicht verwundet. Am 24.07.1916 fiel er im Alter von 22 Jahren während der Schlacht an der Somme bei Templeux-la-Fosse und Moislains.

Sein Bruder Johann Angerhofer diente in der 12. Kompanie des 23. bayerischen Infanterie-Regiments und fiel am 13.03.1916 bei Arras.

Man begrub Wilhelm Angerhofer auf dem Soldatenfriedhof Maissemy in Block 2, Grab 353.

Seine Heimatgemeinde Bernbeuren gedenkt Wilhelm Angerhofer noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2020/bernbeuren_lk-weilheim-schongau_bay.html

 

Sterbebild von Wilhelm Angerhofer
Rückseite des Sterbebildes von Wilhelm Angerhofer
Info zu Wilhelm Angerhofer
Rückseite des Infozettels von Wilhelm Angerhofer mit einem Blick auf das zerstörte Vigneulles

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.825: Johann Rothaichner

Der Soldat Johann Rothaichner (Verlustliste und Denkmal: Rotheichner) stammte aus Gamsenberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Rimbach, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 11. Kompanie des 15. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 20.10.1914 verstarb er während der Stellungskämpfe an der Somme nach einem Schuss in den Rücken in der Nähe von Dompierre im Alter von 25 Jahren in einem Feldlazarett in Flaucourt.

Man begrub Johann Rothaichner auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in Block 1, Grab 773.

Seine Heimatgemeinde Rattenbach gedenkt Johann Rothaichner noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/rimbach-rattenbach_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Johann Rothaichner
Rückseite des Sterbebildes von Johann Rothaichner