Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.971: Markus Brem

Der Soldat Markus Brem wurde am 15.10.1893 in Bergweis geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Osterhofen, und war der Sohn eines Landwirts- und Bürgermeisters. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter in der 1. Kompanie des 11. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 06.06.1917 veratarb er während eines Heimaturlaubs Im Alter von 24 Jahren nach vier Jahren Kriegsdienst an den Folgen der Kriegsstrapazen.

Die Lage des Grabes von Markus Brem ist unbekannt. Er wurde wahrscheinlich an seinem Heimatort begraben. Sein Grab könnte noch existieren.

Sterbebild von Markus Brem
Rückseite des Sterbebildes von Markus Brem

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.966: Xaver Amberger

Der Soldat Xaver Amberger stammte aus Weigelsberg, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Viechtach, lebte im Ortsteil Schönau und war der Sohn eines Kleinbauern (Häusler). Im Ersten Weltkrieg diente er als Pionier und Infanterist. Am 05.11.1917 starb er im Alter von 20 Jahren in einem Feldlazarett bei Verdun an den Folgen einer schweren Verwundung durch einen Granatsplitter.

Man begrub Xaver Amberger auf dem Soldatenfriedhof Lissey in Grab 808.

Seine Heimatgemeinde Schönau gedenkt Xaver Amberger noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/schoenau_bay.htm

Sterbebild von Xaver Amberger
Rückseite des Sterbebildes von Xaver Amberger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.965: Anton Scheitzach

Der Soldat Anton Scheitzach stammte aus Asbach, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Engelsberg und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regimentss. Am 13.06.1916 fiel er als 3. Mitglied seiner Familie im Alter von 26 Jahren während der Schlacht um Verdun bei der Erstürmung der Wabengräben im Thiaumont-Wald.

Über den Sterbezeitraum von Anton Scheitzach und die Sterbeumstände schreibt die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 08.06. 10 Uhr vormittags traten I. und III. Bataillon zum Sturme an. Kaum hatten die ersten Wellen ihre Gräben und Granatlöcher verlassen, so erhielten sie ein vernichtendes Maschinengewehr-Feuer vom Rücken westlich des Thiaumontwaldes und der Thiaumontferme und besonders auch aus den Sappenköpfen der Wabenstellung selbst Auch die zweite und dritte Welle folgten unmittelbar. Auch sie geriet in das Maschinengewehr-Feuer und in das jetzt eben einsetzende feindliche Sperrfeuer.

Am rechten Flügel bleiben die vorgestürmten Truppen vor dem unversehrten feindlichen Hindernis liegen. Die Masse der Sturmtruppen ist es nur gelungen, unter schweren Verlusten bis in die eigene vorderste Stellung zu kommen. Trotzdem gelingt es beim I. Bataillon einige Stoßtrupps in die Wabengräben einzudringen, ja sogar Gefangene zu machen und bis zurück zur Befehlsstelle konnte man ein paar Leute sehen, die triumphierend ein erbeutetes feindliches Maschinengewehr aus einem Loch zogen und hoch in der Luft schwangen. Aber aus den unversehrten Unterständen der Wabengräben kriechen französische Massen hervor und es entspinnt sich in den Gräben ein dreiviertelstündiger schwerer Kampf mit Bajonett und Handgranate. Einige der Stürmer kommen in die vorderste Stellung des Regiments wieder zurück, die Mehrzahl ist gefallen oder von der Übermacht überwältigt. Auch der Angriff der gleichzeitig eingesetzten 2. Infanterie.Division kam über die Anfänge nicht hinaus. Nachmittags setzte eine erneute Artillerievorbereitung auf deutscher Seite ein. Um 8 Uhr abends soll der Angriff wiederholt werden; er kam jedoch wegen der verspäteten Befehle und infolge Vermischung der Verbände erst am nächsten Morgen zur Ausführung und auch da nicht über die erste Entwicklung hinaus. Die nächsten Tage brachten ununterbrochene Teilkämpfe um den Besitz von Maschinengewehr-Nestern. Am 23. endlich erfolgte durch das 10. Infanterie-Regiment und das Alpenkorps der Angriff auf das Zwischenwerk Thiaumont und Fleury.

13.06. bis zur Nacht vom 18./19.06. in Stellung, hierbei am 17.06. glatte Abweisung eines französischen Gegenangriffs.“

Die Lage des Grabes von Anton Scheitzach ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Infanterist Josef Wieser, gefallen am 13.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem SAoldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Sebastian Hefele, gefallen am 15.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem SAoldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Georg Störzer, gefallen am 15.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem SAoldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Georg Fischer, gefallen am 15.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem SAoldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Anton Scheitzach
Rückseite des Sterbebildes von Anton Scheitzach

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.962: Franz Irgmeier

Der Soldat Franz Irgmeier stammte aus Maisenberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Engelsberg, und war der Sohn eines Landwirts (Kieferbauer). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 2. Maschinengewehr-Abteilung und 1. Kompanie des Wasserburger Landsturms. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, mit dem Verdienstkreuz mit Krone und Schwertern und mit der Dienstauszeichnung ausgezeichnet. Am 26.10.1918 verstarb er im Alter von 43 Jahren nach 50 Monaten Kriegsdienst im Feldlazarett Colmar.

Man begrub Franz Irgmeier auf dem Soldatenfriedhof Colmar in Grab 721.

Sterbebild von Franz Irgmeier
Rückseite des Sterbebildes von Franz Irgmeier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.961: Xaver Huber

Der Soldat Xaver Huber stammte aus Forst, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Moosthenning, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Schütze in der 2. Maschinengewehr-Kompanie  des 16. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.03.1918 fiel er im Alter von 21 Jahren in Lothringen durch Granatverwundung.

Man begrub Xaver Huber auf dem Soldatenfriedhof Lafrimbolle in einem Massengrab.

Sterbebild von Xaver Huber
Rückseite des Sterbebildes von Xaver Huber

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.960: Johann Köppl

Der Soldat Johann Köppl stammte aus Hangersöd, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Rimbach, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 7. Kompanie des 15. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 11.02.1915 fiel er im Alter von 24 Jahren während der Stellungskämpfe an der Somme bei Herbecourt durch einen Granatschuss.

Man begrub Johann Köppl auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Gangkofen gedenkt Johann Köppl noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/gangkofen-reicheneibach_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Johann Köppl
Rückseite des Sterbebildes von Johann Köppl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.955: Leonhard Holzhammer

Der Soldat Leonhard Holzhammer wurde am 02.05.1895 geboren und stammte aus Mörmoosen, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tüßling, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Schütze in der 2. Maschinengewehr-Kompanie des 26. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet. Am 01.06.1918 wurde er während der Verfolgungskämpfe zwischen Oise, Aisne und über die Vesle bis zur Marne im Alter von 23 Jahren nach 31 Monaten Kriegsdienst getötet. Er erhielt bei der Erstürmung des Courmontwaldes westlich von Reims einen Unterleibschuss, durch den er fiel.

Über den Todestag und die Todesumstände von Leonhard Holzhammer berichtet die Regimentsgeschichte des 26. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Die Erstürmung des Courmontwaldes 01.06.1918

In den Morgenstunden des 01.06. tritt das Regiment befehlsgemäß zum Angriff an. Die vorderen Wellen werden aber alsbald vom völlig unerschütterten Feind durch heftiges Infanterie- und Maschinengewehrfeuer zu Boden gezwungen. Der Regimentskommandeur stellt daher zunächst das weitere Vorgehen ein und befiehlt Eingraben in den erreichten Linien. Aus dieser Stellung wird mit Tagesanbruch die eingehende Erkundung des Vorgeländes weiter fortgesetzt. Es ergibt sich, dass das rechte Anschluss-Regiment, 27. Infanterie-Regiment, erst den Höhenrücken ostwärts Romigny erreicht hat, dass ferner die linke Anschlussdivision, 232. Reserve-Division, noch nicht vorgekommen ist. Das Regiment erhält aus ostwärtiger Richtung, insbesondere vom Höhenrücken nördlich Cambrecy her, heftiges Flankenfeuer.

Das feindliche Artilleriefeuer, unterstützt durch feindliche Erkundungsflugzeuge, liegt im Laufe des Vormittags des 01.06. mit sich steigernder Heftigkeit auf dem vom Regiment erreichten, fast deckungslosen Gelände. Die Verluste sind erheblich, insbesondere beim linken Flügelbataillon. Die Lage für das Regiment ist wenig beneidenswert und erfordert seitens der Führung besondere Aufmerksamkeit.

Gegen 12 Uhr mittag trifft Divisions-Befehl ein, wonach der Angriff nach ½ stündiger Artillerie-Vorbereitung fortzusetzen ist. Die hierzu erforderlichen Befehle sind eben ausgegeben. Da setzt gegen 2 Uhr nachmittags ein das bisherige weit übersteigendes, heftiges Trommelfeuer der feindlichen Artillerie auf unsere Stellung, auf Ville en Tardenois, wo sich der Divisions- und Brigade-Stab inzwischen eingefunden hat, sowie auf das Rückengelände ein. Die hiedurch verursachten schweren Verluste scheinen eine Fortsetzung des Angriffs vorerst nicht mehr zu ermöglichen.

Eine Lage schlägt in der Regiments-Befehlsstelle ein, verwundet den Regiments-Kommandeur und den Führer des Reserve-Bataillons, Hauptmann von Kuepach, tötet mehrere Leute des Stabes. Die Lage steht auf des Messers Schneide.

Da eilt der Regiments-Kommandeur, noch blutüberströmt und nur mit Notverband versehen, in die vordere Linie, ihm schließt sich der 1. Generalstabsoffizier der Division, Hauptmann Pflaumer, an. Das persönliche, unerschreckene Beispiel des hochverehrten Führers wirkt beruhigend und belebend. Zudem beobachtet der Regiments-Kommandeur nunmehr, dass das durch Feuer wenig belästigte 27, Infanterie-Regiment eben zum Angriff ansetzt. Mit raschem Entschluss gibt er jetzt den Angriffsbefehl. I/26. hat sich im Anschluss an das 27. Infanterie-Regiment vorzuarbeiten, links davon geht III./26 anstelle des durch besonders schwere Verluste stark geschwächten II./26. vor. II./26. folgte als Regiments-Reserve hinter dem linken Flügel des Regiments. Die Begleitbatterie ist infolge starker Verluste an Mann und Pferd nicht mehr verwendungsfähig.

Und schon geht das Regiment, vorgerissen durch das hervorragende persönliche Beispiel seines Kommandeurs, in unaufhaltsamem Angriff gegen die sich zäh verteidigenden Senegalneger vor und gewinnt zunächst mit den westlichen Teilen des Regiments den Courmontwald. Bald ist der Feind geworfen und in unerbittlichem Nachstoß im Kampf gegen zahlreiche versteckte Maschinengewehr-Nester und Baumschützen der Südrand des Waldes erreicht.

Hier ordnet der Regiments-Kommandeur persönlich die im Waldkampf stark durcheinander gekommenen Verbände. I./26 steht mit Front nach Süden und Südosten, anschließend daran übernimmt II. Bataillon ostwärts der Straße Ville-en-Tardenois – Boujacourt die Sicherung gegen die vom Feind noch stark besetzte Höhe nördlich Boujacourt. III. Bataillon wird als Regimentsreserve zunächst hinter dem I./26 bereitgestellt. Der Courmontwald wird von feindlicher Artillerie dauernd unter heftigem Artillerie-Feuer gehalten.

Ein blutiger Kampftag geht zur Neige. Das Regiment hat die schwierigen Kampfverhältnisse des westlichen Kriegsschauplatzes gleich beim ersten Einsatz in vollstem Umfange zu kosten bekommen. Die Verluste sind erheblich, namentlich auch die Ausfälle an Führern. Aber es zeigt sich, dass die Ausbildungszeit im Osten nicht vergeblich war. Führer und Mann haben sich den schweren Anforderungen voll gewachsen gezeigt.“

 

Sterbebild von Leonhard Holzhammer
Rückseite des Sterbebildes von Leonhard Holzhammer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.953: Franz Dieplinger

Der Soldat Franz Dieplinger stammte aus Jegling, Pfarrei Palling und war der Sohn eines Landwirts (Neubauer). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 4. Kompanie des 1. bayerischen Jäger-Bataillons. Am 18.08.1917 fiel er im Alter von 20 Jahren während der Durchbruchsschlacht an der Putna und Susita in Rumänien.

Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Franz Dieplinger berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Jäger-Bataillons:

„Die Ablösung geht am 17. morgens zwischen 3.30 Uhr und 5 Uhr ohne besondere Ereignisse vorüber und ist die Gruppe Spiegel um 6.30 Uhr vormittags am befohlenen Platze vereinigt. Sonst bringt der Tag nichts Neues. Seitens der 13. Schützen-Division wurde am 18.08. die Ablösung des 2. Jäger-Bataillons und des Restes 1. Jäger-Bataillon so zeitig durchgeführt, dass diese Teile des Regimentes schon zwischen 5.30 Uhr und 6.30 Uhr vormittags bei Straoanii de Jos eintrafen. Der Regimentsstab wurde dadurch ebenfalls frei und begab sich nach Baleni. Dort geht im Laufe des Nachmittages der Brigadebefehl ein, dass sich das Regiment in der Nacht vom 18./19. mit zwei Bataillonen in den Raum zwischen Valeni und Repeda verschieben soll.“

Die Lage des Grabes von Franz Dieplinger ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Palling gedenkt Franz Dieplinger noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2021/palling_lk-traunstein_wk1_wk2_by.html

Sterbebild von Franz Dieplinger
Rückseite des Sterbebildes von Franz Dieplinger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.949: Josef Heringer

Der Soldat Josef Heringer stammte aus der bayerischen Gemeinde Bad Kohlgrub und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 10. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 09.04.1917 fiel er im Alter von 22 Jahren bei Écurie während der Schlacht bei Arras.

Über den Todestag und die Todesumstände von Josef Heringer schreibt die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen reserve-Infanterie-Regiments:

„Von Mitternacht ab setzte bis in die Morgenstunden dauerndes Gasschießen ein. Der Gegner drang um diese Zeit bereits in die erste Linie des Nachbarregiments bayerisches Reserve-Infanterie-Regiment 3 ein. Die zwei Ruhekompanien in Oppy wurden marschbereit gehalten. Wiederholt wurde Sperrfeuer angefordert, da Patrouillen gegen die Stellung vorfühlten. Um 5.20 Uhr setzte heftigstes Trommelfeuer ein, das sichere Zeichen, dass nunmehr der Angriff begann.

20 Minuten später traten die Engländer an und folgten hinter einer Feuerwand, die abschnittweise vorverlegt wurde. Die schwachen Grabenbesatzungen der vorderen Linie wurden trotz heftiger Gegenwehr durch die vielfache Überlegenheit überwältigt. Die 3. Linie konnte stellenweise noch bis 6.15 Uhr vormittags gehalten werden. Das eigene Artilleriefeuer wurde immer schwächer, da die Batterien im Abschnitt Nachts keine Munition erhalten hatten. So blieb nichts anderes übrig, als das rückwärtige feindliche Gelände mit Gasgranaten zu beschießen. Bei den weiteren Kämpfen des Tages war die größte Schwierigkeit die Deckung der rechten Flanke, da der Gegner beim Reserve-Infanterie-Regiment 3 durchgebrochen war und nun andauernd von Norden her drängte. Im Allgemeinen war um 6.15 Uhr vormittags das III. Bataillon und der Gefechtsstand des Bataillons im Augsburgerhaus bereits außer Gefecht gesetzt. Die vorderen Teile des II. Bataillons hielten sich noch einige Zeit in der 3. Linie und an der Befehlssstelle Wittelsbach. Um 7.15 vormittags erreichten die Reste des II. Bataillons – beim Zurückgehen stark beschossen – die Zwischenstellung. Hier richtete sich das Bataillon beiderseits des Landwehrweges erneut zur Verteidigung ein. Der nördliche Teil der Zwischenstellung war bereits von rechts umfasst und verloren gegangen. Die Verbindung nach links zum Reserve-Infanterie-Regiment 2 wurde aufgenommen. Vom Regiment wurden nun auch die übrigen zwei Ruhekompanien herangezogen und das I. Bataillon geschlossen in der 2. Stellung eingesetzt.

Um 9.30 Uhr vormittags drang der Gegner unter dem Schutz eines plötzlich einsetzenden Schneegestöbers frontal gegen die Zwischenstellungen vor, ging dicht davor in Stellung und umging dabei den rechten Flügel des II. Bataillons. Zur Abwehr dagegen wurden die Teile des II. Bataillons mehr nach links an die Reste des Reserve-Infanterie-Regiments 2 herangezogen. Allmählig wurde das feindliche Feuer schwächer und das Gefecht kam zum Stehen. Zur Deckung der rechten Flanke wurden vom Regiment noch zwei Maschinengewehre vorgeschickt. Versuche, verloren gegangene Teile der Stellung wieder zu gewinnen, scheiterten. Die 2. Kompanie, welche zur Verbindung mit Reserve-Infanterie-Regiment 3 gegen Thélus vorgeschickt wurde, kam nur wenig vorwärts, da der Gegner schon zu weit vorgedrungen war. Die 3. Kompanie, welche den Befehl erhielt, die nördliche Hälfte der Zwischenstellung zu gewinnen, kam in schweres Artilleriefeuer und wurde zersprengt. Um 11.15 Uhr vormittags wurde die 1. Kompanie von der Befehlsstelle des Regiments zur rechten Hälfte der Zwischenstellung vorgeschickt. Die Kompanie kam aber nur 200 Meter heran, da der Gegner bereits den nördlichen Teil der Zwischenstellung besetzt hatte, und ging dort im freien Feld in Stellung. 2. Kompanie schob ihren linken Flügel vor, bis der Anschluss hergestellt war.

Inzwischen waren noch Meldungen eingetroffen, dass der Gegner bereits den Bahndamm bei Farbus erreicht habe. Nun bot sich ein merkwürdiges Bild dar. Nach dem Schneegestöber war der Himmel plötzlich aufgeklärt. Auf den Höhen von Thélus sah man die Engländer in Massen herumstehen. Man konnte bei wunderbarem Frühlingswetter jede einzelne Bewegung beim Gegner deutlich beobachten, besonders die der Offiziere, die mit Stöckchen in der Hand untätig vor der Front auf und ab gingen. Da noch dazu auf beiden Seiten die Artillerie völlig schwieg, herrschte eine Ruhe, die im schreiendsten Gegensatz zu dem ungeheuren Lärm der Angriffsvorbereitungen stand. Mit Beginn des Nachmittags schob sich dann der Gegner zögernd weiter vor. Eine feindliche Eskadron, die in merkwürdiger Verkennung der Verhältnisse mit anerkennenswerter Tapferkeit sich im Galopp durch das Trichtergelände hindurchmühte, wurde von unseren Maschinengewehren aufgerieben. Einzelnen Reitern gelang es aber, sogar bis Willerval vorzudringen, wo sie gefangen genommen wurden.

Das II. Bataillon, das noch tapfer aushielt, wurde immer mehr umklammert und trat dann um 1 Uhr nachmittags den Rückmarsch an, hielt sich aber noch längere Zeit in Gegend der Regiments-Befehlsstelle. Der Regimentsstab ging um 1.45 Uhr nachmittags zunächst in die 2. Stellung, traf um 2.20 Uhr am Bahndamm ein und bezog die verlassene Artilleriebefehlsstelle, um von dort aus den Widerstand neu zu organisieren. Um 4 Uhr nachmittags trafen die Reste des II. Bataillons in der 2. Stellung ein. Nun setzten bis zum Abend andauernde Bemühungen des Regiments ein, die Verbindung mit dem Reserve-Infanterie-Regiment 3 rechts aufnehmen. Die 2. Stellung war aber bereits verlassen. Eine Sicherung der rechten Flanke trat aber erst abends ein, als das bayerische Reserve-Infanterie-Regiment 21 gegen den Bahndamm östlich Farbus vorging und rechts des Regiments in Stellung ging. Am Abend war das Regiment folgendermaßen gegliedert: In der 2. Stellung lagen vom rechten Flügel an der Straße Bailleul – Thelus: 4. Kompanie, 1. Reserve-Pionier-Kompanie, 1. Kompanie, 2. Kompanie und Teile des Reserve-Infanterie-Regiment 2. Die ganze Besatzung betrug nur 150 Mann, dagegen waren viele Maschinengewehre eingeschoben. Der Spätnachmittag und Abend verlief im allgemeinen ruhig. Das Feuer richtete sich hauptsächlich gegen das Rückengelände. Während der Nacht, in der nur Bailleul mäßig beschossen wurde, kamen noch einige Versprengte zurück. Damit war das ganze III. Bataillon und Teile des II. Bataillons verloren gegangen, mit ihnen der Rest all der Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften des Ausmarschstandes, die noch die Somme und Ancre übrig gelassen hatte. Der Erfolg des Tages aber war dem tapferen Verhalten des II. Bataillons zu verdanken, das dem gegner den zähesten Widerstand leistete und das im Raum der ganzen Durchbruchsschlacht am weitesten vorne stand. Im Vergleich zu dem ungeheuren Aufwand war der Erfolg des Gegners hier jämmerlich gering.

Man begrub Josepf Heringer auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Auf einem privaten Gedenkstein auf dem Friedhof von bad Kohlgrub gedenkt man noch immer Josef Heringer: http://www.denkmalprojekt.org/2013/bad-kohlgrub_frdhf_wk1_wk2_bay.html

Seine Heimatgemeinde Bad Kohlgrub gedenkt Josef Heringer noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/bad-kohlgrub_kirche_lk-garmisch-partenkirchen_1870_wk1_wk2_bay.html

Sterbebild von Josef Heringer
Rückseite des Sterbebildes von Josef Heringer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.946: Josef Erhard

Der Soldat Josef Erhard wurde am 21.10.1896 ini Guggenberg geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Bad Kohlgrub und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 7. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 09.06.1916 wurde er während der Schlacht um Verdun bei Douaumont schwer verwundet. Am 13.06.1916 verstarb er an seinen schweren Wunden im Alter von 19 Jahren in einem Lazarett bei Longuyon.

Über den Todestag und die Todesumstände von Josef Erhard berichtet die Regimentsgeschichte des 20. bayerischen Infanterie-Regiments:

„So dämmerte der 9. Juni herauf. Noch hielten bunt vermischt die Kompanien des Regiments den tagsvorher gewonnenen Boden, während wiederum erfolglose Angriffe des 1. Infanterie-Regiments und der bayerischen Jäger über sie hinweggingen. In der Nacht zum 10. folgte die sehr schwierige Ablösung, dann traten die wackeren Kämpfer den langen und gefährlichen Weg in die Ruhelager an, die man kaum 48 Stunden vorher entschlossen und hoffnungsfroh verlassen hatten. Wie klein war der Haufe geworden! „Ich hatt‘ einen Kameraden…“

Man begrub Josef Erhard auf dem Soldatenfriedhof Longuyon in Block 2, Grab 40.

Auf einem Familiengrab in Bad Kohlengrub gedenkt seine Familie noch immer Josef Erhard: http://www.denkmalprojekt.org/2013/bad-kohlgrub_frdhf_wk1_wk2_bay.html

Seine Heimatgemeinde Bad Kohlgrub gedenkt Josef Erhard ebenfalls noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/bad-kohlgrub_kirche_lk-garmisch-partenkirchen_1870_wk1_wk2_bay.html

Sterbebild von Josef Erhard
Rückseite des Sterbebildes von Josef Erhard