Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.441: Ludwig Wührl

Der Soldat Ludwig Wührl stammte aus Bogen und war der Sohn eines Zimmermeisters. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier in der 12. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 11.06.1915 fiel er während der Stellungskämpfe vor Mametz – Montauban im Alter von 24 Jahren bei Mametz.

Man begrub Ludwig Wührl auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.

Sterbebild von Ludwig Wührl
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Wührl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.376: Andreas Stockenreiter

Der Soldat Andreas Stockenreiter stammte aus Spielberg (heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Eiselfing) und war Landwirt (Eicherbauer). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landwehrmann in der 4. Kompanie des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 19.08.1914 fiel er im Alter von 30 Jahren während der Gefechte im Münstertal bei Weier im Tal am Hohnack.

Über den Todestag und die Todesumstände von Andreas Stockenreiter berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Vom Feinde war bekannt, dass er Münster stark besetzt habe, dass Alpenjäger-Bataillione im Vormarsch aus dem Rheintal bei Gebweiler über Lautenbach nach Bönlesgrab (8 km südwestlich Sulzbach) gemeldet seien. Mit ihrem Auftreten bei Sulzbach im Münstertal in der linken Flanke und im Rücken der Kolonne Hüber war also zu rechnen.

Der Vormarsch dieser Kolonne wurde am 18.08. ohne Störung durch den Feind durchgeführt. Die Truppen bezogen Unterkunft zwischen Weier im Tal und Zimmerbach. Eine Reiter-Patouillie war zur Aufklärung in das Sulzbach-Tal entsandt worden.

Am 19.08. 6 Uhr morgens stellte sich Kolonne Hübner bereit:

Landwehr-Infanterie-Regiment 121 mitI. Bataillon auf Höhe nordwestlich Weier im Tal (Kapellenhöhe); III. Bataillon in Weier im Tal;
III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 in der Mulde zwischen Weier im Tal und Walbach;

1 Batterie 9 cm auf der Kapellenhöhe mit Schussrichtung gegen Münster (diese Stellung bot nur Raum für eine Batterie);
1 Batterie 9 cm nordwestlich Walbach mit Schussrichtung gegen Sulzbach;
6./FußartillerieRegiment 13 – s. F. H. – dich östlich Weiler im Tal mit Schussrichtung gegen Münster;
1/2 II. Landwehr-Infanterie-Regiment 123 wurde der Kolonne Hübner zur Verfügung gestellt und über Türkheim herangezogen.

General Eichhorn traf etwa 8 Uhr vormittags in Weier im Tal ein und bestimmte die Zeit zum Vorgehen auf Münster auf 4 Uhr nachmittags. Darauf begab sich der Grigade-Kommandeur im Kraftwagen nach Giragoutte, um das Zusammenwirken mit der Kolonne Kehl zu regeln.

Um 10.15 Uhr vormittags rückten 4 feindliche Kompanien entfaltet von Münster gegen Günsbach vor. Oberstleutnant Hübner machte der Kolonne Kehl hiervon durch Kraftwagen Mitteilung und ersuchte um Mitwirkung. Der Feind wurde nordöstlich von Günsbach von unserem Artilleriefeuer gefasst, geriet in Unordnung und wurde am weiteren Vorgehen aufgehalten.

Um 10 Uhr vormittags kam der Befehl der Brigade, die im Münstertale gegenüberstehende 5. französische Division durch Angriff am Abrücken nach Norden zu hindern. Oberstleutnant Hübner gab hierauf den Befehl zum Angriff gegen Münster. Der Angriff sollte vom Landwehr-Infanterie-Regiment 121 auf den Höhen des nördlichen Talrandes vorgetragen werden, III./Landwehr-Infanterie 121 auf den Höhen des nördlichen Talrandes vorgetragen werden, III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 zur Verfügung des Oberstleutnant Hübner an den Talhängen über Günsbach folgen unter Beobachtung gegen Sulzbach.

Der Angriff ging zügig vorwärts. Die feindliche Infanterie zog sich über Günsbach nach der Höhe nordwestlich dieses Ortes zurück, nahm hier Stellung und ging beim Herankommen unserer vordersten Schützen weiter gegen Münster zurück. Günsbach und Höhe nordwestlich davon wurden vom Landwehr-Infanterie-Regiment 121 genommen. Der linke Flügel des Regiments mit dem Maschinengewehr drang bis zur Hagmühle östlich Münster vor und stamd im Feuer auf 800 Meter mit dem Feinde am Ostrande von Münster.

Bald nach Mittag traf die Mitteilung der Brogade ein 2 Alpenjäger-Bataillone befänden sich im Marsche von Rufach im Rheintal über Ofenbach gegen Sulzbach. Gleichzeitig wurde der Kolonne Hübner noch das zweite Halbbataillon II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 zur Verfügung nachgeschickt. Oberstleutnant Hübner beauftragte III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 wie bisher mit der Beobachtung gegen Sulzbach und lies das zuerst eintreffende Halbbataillon II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 dem rechten Flügel des Landwehr-Infanterie-Regiment 121 nördlich Weier im Tal folgen.

Nun traf noch die Mitteilung von der Brigade ein, feindliche Truppen gingen auch von Rufach im Rheintal gegen Colmar vor, dazu der Befehl, die Kolonne Hübner sollte 1. Bataillon über Winzenheim (4 Kilometer südwestlich Colmar) in Marsch setzen, das mit dem letzten Verfügungs-Bataillon der Brigade (II./Landwehr-Infanterie-Regiment 121) diesem Feinde entgegentreten sollte. Ohne auf die Durchführung des ersten Auftrags, Angriff gegen Münster, zu verzichten, hätte dieser Befehl nicht ausgeführt werden können. Oberstleutnant Hübner gab daher das Bataillon nicht ab. Die Kampflage, wie sie sich jetzt bei Weier im Tal gestaltete, ließ dies nicht zu.

Die offen aufgefahrene, mit rauchstarkem Pulver feuernde Batterie auf der Kapellenhöhe wurde von feindlicher Artillerie aus Stellung westlich Münster unter Feuer genommen. Gleichzeitig hörte man starkes Infanteriefeuer nördlich der Batterie. Ihre Dedeckungskompanie wurde von an Zahl weit überlegenen Alpenjägern angegriffen. Oberstleutnant Hübner setzte 1/2 II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 zum Gegenangriff ein. Dem rücksichtslosen Angriff dieser Kompanien im Verein mit Teilen vom I./121 gelang es, die Alpenjäger zurückzuwerfen. Unter den Toten des Feindes wurden die Nummern der Alpenjäger-Bataillione 30 und 33 festgestellt. Die 9-cm Batterie auf der Kapellenhöhe hatte sich aber durch diesen in ihrer nächsten Nähe stattfindenden Infanteriekampf veranlasst gesehen, ihre Stellung zu räumen und zwar unter Zurücklassung von zwei Geschützen, die später von Leutnant Meyer des Landwehr-Infanterie-Regiments 2 geborgen wurden. Die Zivilfuhrleute mit ihren Munitions-Leiterwagen waren gleich bei Beginn des Artilleriekampfes verschwunden.

Aus Richtung Kolonne Kehl glaubte man um Mittag Artilleriefeuer gehört zu haben. Von ihrer Einwirkung auf den Kampf bei Weier im Tal und Münster war aber nichts zu bemerken.

Da für den Angriff auf Münster die Unterstützung von Feldartillerie fehlte, mit der Kolonne Kehl anscheinend nicht zu rechnen war und daher die rechte Flanke der Kolonne Hübner von den Berghöhen her ungeschützt schien, sie sich außerdem in der linken Flanke und im Rücken von Sulzbach her bedroht fühlte, entschloss sich ihr Führer, den Angriff gegen Münster als aussichtslos aufzugeben und unter dem Eindruck des erfolgreichen Gegenstoßes des 1/2 II./123 in die alten Stellungen bei Ingersheim-Türkheim zurückzugehen. Die Brigade billigte diesen Entschluss.

Unter dem Schutze des auf Höhe nordöstlich Weier im Tal in Stellung gebrachten III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 vollzog sich der Rückmarsch glatt und ohne dass der Feind nachgedrängt hätte. Gerade hatte die Nachhut-Kompanie Walbach (3 km östlich Sulzbach) 5 Uhr nachmittags verlassen, als die Meldung von der in das Sulzbach.Tal entsandten Reiter-Patrouille eintraf, dass um diese Zeit eine Alpenjäger-Kolonne mit einer Abteilung Gebirgsartillerie von Ofenbach her mit Anfang bei Sulzbach eingetroffen sei. Die Kolonne Hübner hatte sich gerade noch rechtzeitig einer sehr gefährlichen Flankenbedrohung enzogen.

Bei Ankunft in Türkheim erhielt Oberstleutnant Hübner Mitteilung von der Kolonne Kehl, dass diese um Mittag westlich Giragoutte in überraschendes Artillerie- und Infanteriefeuer gekommen und von Alpenjäger gezwungen worden sei, über Zell auf Ingersheim zurückzugehen.

Die Kolonne Kehl war mit I./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 seit 18.08. morgens bei Giragoutte gestanden. Ihre anderen Truppen (1/2 II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 und 1 überplanmäßig 9 cm-Batterie) trafen im Laufe des 18, die Batterie erst am 19. vormittags ein.

Auf die Aufforderung des Oberstleutnant Hübner vom 19. vormittags, sogleich zur Unterstützung von dessen Kolonne auf Hohrodberg anzutreten, vollendete die Kolonne Kehl zunächst das begonnene Abkochen und wollte 12 Uhr mittags auf dem zwischen dem Kleinen und Großen Hohnack führenden Wege über Weirer Kreuz den Vormarsch ins Gebirge antreteb: 3. Kompanie – Hauptmann Diem – mit Infanterie-Spitze voraus; das Gros folgte auf 300 Meter. Die Infanterie-Spitze hatte gerade das unmittelbar westlich des Großen Hohnack befindliche Weirer Kreuz erreicht, hatte also erst einen Marsch von etwa 1 km zurückgelegt, als die Vortrupp-Kompanie von allen Seiten, insbesondere von den hochragenden Tannenbäumen, mit Infanterie- und Maschinengewehrfeuer überschütztet wurde. Die Kompanie entwickelte sofort. 1. Kompanie – Hauptmann Eibner – wurde in Marsch-Marsch zu ihrer Unterstützung eingesetzt, 2. Kompanie – Oberleutnant Fürst – erhielt Befehl, westlich (rechts) am Hang vorzugehen, 4. Kompanie – Hauptmann Hörhammer – sollte links den Berg ersteigen und den Feind umfassen. In dem bergigen, waldigen, unübersichtlichen Gelände war die Landwehr, sie seit der Mobilmachung noch keinen Augenblick Zeit zum Üben gefunden hatte, die Befehle ihrer Führer – ausnahmslos des Beurlaubtenstandes – nicht verstand, der Überraschung durch die berggewohnte Truppe der Alpenjäger nicht gewachsen. Die Marschkolonne war augenscheinlich in einen Hinterhalt geraten. Die Entwicklung hatte nicht nur durch Infanterie-, sondern auch durch Artilleriefeuer vom Breitenberg her sehr zu leiden. Es ist ein Zeichen des vortrefflichen Geistes, der den Wehrleuten, besonders aber auch ihren Führern, innewohnte und ihrer gediegenen Friedensausbildung, dass in dem von allen Seiten niederprasselnden Feuer, ohne dass ein Feind zu sehen und zu fassen war, ein geordneter Widerstand überhaupt zustande kam. Glänzende Leitsungen von Tapferkeit traten in Erscheinung. Hervorzuheben ist das tapfere Verhalten des Wehrmanns Benz der 1. Kompanie, der selbständig, als er die Verbindung mit der 4. Kompanie herzustellen hatte, zur Erkundung des Feindes vorging. Er fand die durch das feindliche Feuer vernichtete und zersprengte 4. Kompanie nicht mehr, stellte aber fest, dass der linke Flügel der 3. Kompanie durch feindliche Umfassung stark bedroht war und meldete dies dem Hauptmann Diem, sodass dieser rechtzeitig Maßnahmen zur Deckung seiner gefährdeten Flanke anordnen konnte.

Die 9 cm-Batterie wurde in dem Sattel zwischen Kleinem und Großen Hohnack eingesetzt, um die feindliche Artillerie zu bekämpfen. Deren Stellung war auf dem mit niederem Waldbestand bedeckten Breitberg gegen die Sonne nicht zu erkennen, während die deutsche Batterie, die offen und frei auffahren musste und durch den qualmenden Rauch ihres Feuers der feindlichen Artillerie ein selten günstiges Ziel bot, von dieser wirksam gefasst werden konnte. Ein Geschütz wurde sogleich kampfunfähig gemacht.

Major Kehl setzte 1/2 II. Bataillon mit 2 Maschinengewehren am Südrande des Waldes am Kleinen Hohnack ein. Da das eigene Artilleriefeuer gegen das feindliche nicht aufkommen konnte und immer mehr Teile des I. Bataillons aus dem Walde des Großen Hohnack zurückgingen, beschloss er abzubauen. Er wollte hierzu eine Aufnahmestellung am Kleinen Hohnack und nordöstlich davon besziehen. Selbsttätig kam ihm hierbei der Unteroffizier Lorenz Würstl der 4. Kompanie entgegen. Dieser hatte als Furier in einem Hause nordöstlich des Kleinen Hohnack die Mahlzeit zubereiten lassen. Eine Granate schlug in das Haus ein und machte das Essen unbrauchbar. Da griff Unteroffizier Würstl in den Kampf ein. Er sammelte mit Hilfe des Kochs und einiger Wehrleute im heftigsten feindlichen Feuer die Versprengten hinter einer Steinmauer und stellte dem Bataillons-Kommandeur einen Zug von 82 Mann für die Aufnahme zur Verfügung. Unter dem Schutze dieser Aufnahmestaffel und des 1/2 II. Bataillons sammelte Major Kehl das I. Bataillon bei Rochette (500 Meter nordöstlich des Kleinen Hohnack), zog die Batterie ebendorthin und trat, ohne vom Feind gedrängt zu werden, um 4 Uhr nachmittags über Zell den Rückmarsch zunächst bis Ammerschweier und auf Befehl der Brigade nach Ingersheim an.

Dem Vizefeldwebel Xaver Fais der 6. Kompanie ist es zu verdanken, dass der Patronenwagen der 5. Kompanie dem Feinde nicht in die Hände fiel. Der Wagen war in dem weichen Boden festgefahren und stand unbeweglich noch da, als die Truppe schon im Abzug begriffen war. Vizefeldwebel Fais holte im feindlichen Feuer Leute herbei, machte ihn nach langen Bemühungen, immerfort vom Feinde beschossen, wieder fahrbar und vermochte ihn durch Tatkraft zu retten.

Um die Bergung der Verwundeten machten sich der Bataillons-Arzt, Oberarzt Dr. Glatz, und der Assistenz-Arzt Dr. Kletterer des I. Bataillons sehr verdient. Sie walteten mutig ihres Amtes bei Rochette auch nach Abzug der Truppen und gingen erst mit Einbruch der Dunkelheit zurück. Oberarzt Dr. Glatz wurde für diese tapfere Tat mit dem bayerischen Militär-Sanitätsorden ausgezeichnet.

Die Verluste der Landwehr in den Gefechten bei Weier im Tal und am Großen Hohnack waren nicht gering. Besonders 1/2 II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 und die Bedeckungs-Kompanie des Landwehr-Infanterie-Regiments 121 hatten starke Verluste an Führern und Mannschaften. I./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 hatte 14 % Gefechts-Verluste. Der tapfere Führer der 4. Kompanie, Hauptmann Hörhammer, war gefallen. Wir fanden das ihm vom Feinde bereitete Grab bei unserem späteren Vormarsche am Weirer Kreuz. Von der 2. Kompanie fiel Offiziers-Stellvertreter, Vizefeldwebel Fritz, Oberleutnant Thielemann der 4. Kompanie fiel schwer verwundet in die Hände des Feindes und starb in der Kriegsgefangenschaft. Er wurde auf dem Friedhofe von Münster bestattet (Anmerkung PS: Oberleutnant der Reserve Wilhelm Thielemann aus Brühlheim in Sachsen-Coburg-Gotha, gestorben am 30.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Münster, Block 4, Grab 35).

In ihrem ersten Gefechte hat die Landwehr in dem schwierigen Gebirgsgelände ihr Möglichstes geleistet, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Die württembergische Landwehr ist ihren in vorbildlicher Tapferkeit zum Sturm vorangehenden Führern in dem hin und herwogenden Nahkampf gegen die beste französische Truppe mutig gefolgt und hat diese geworfen. Auch die bayerische Landwehr hat in der Hölle am Großen Hohnack ihren Halt nicht verloren. Die jämmerlich ausgestattete überplanmäßigen Festungsbatterien mit ihren veralteten Geschützen bildeten im Gebirgskampfe nicht nur keine Unterstützung, sondern ein wesentliches Hindernis für die Truppe. In ihrer Kampfkraft, der Befehlsübermittlung, der Bewegungsfähigkeit war die landwehr dadurch außerordentlich behindert, dass ihr Maschinengewehre, Nachrichtengerät und besonders auch Feldküchen fehlten. Diese Mängel sollten sich ebenfalls in den späteren Kämpfen noch nachteilig fühlbar machen.

Trotz aller Opfer und Mühen aber war dieser Kampfestag nicht vergebens. Ihre Aufgabe, die im Münstertal stehenden feindlichen Truppen durch Angriff zu fesseln, haben beide Kolonnen erfüllt.

Es soll hier noch des tapferen, klugen, umsichtigen, tatkräftigen Kommandeurs des württembergischen Landwehr-Infanterie-Regiments 121, Oberstleutnant Bechtinger (Anmerkung PS: Oberstleutnant Arthur Bechtinger aus Ludwigsburg, gefallen am 04.09.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Colmar in Grab 252) gedacht werden, der sich in der Führung seines Regiments am 19.08.1914 hervorragend bewährt und am 04.09.1914, als er mit seinem Regiment dem am Großen Hörnleskopf kämpfenden bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiment 2 durch Angriff auf den Mönchberg bei Münster die linke Flanke decken wollte, den Heldentod gefunden hat. Die bayerische Landwehr des 2. Regiments wird diesem Helden ein dankbares, treues Gedenken bewahren.“

Die Lage des Grabes von Andreas Stockenreiter ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Hohrod beigesetzt wurde, wo auch seine Kameraden begraben wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Gefreiter Johann Kraut, gefallen am 19.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in Block 3, Grab 540;
  • Wehrmann Sebastian Brunnhuber, gefallen am 19.08.1914 am Hohnack, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in einem Massengrab;
  • Gefreiter Johann Kraut, gefallen am 19.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in Block 3, Grab 540;
  • Offiziersstellvertreter Matthäus Fritz, gefallen am 19.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in Block 3, Grab 123.

 

Sterbebild von Andreas Stockenreiter
Rückseite des Sterbebildes von Andreas Stockenreiter

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.347: Joseph Zellner (eigentlich Zöllner)

Der Soldat Joseph Zellner (eigentlich Zöllner s. a. Verlustlisten und Volksbund) stammte aus Stockham in Bayern und war der Sohn eines Tagelöhners. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter und Infanterist in der 7. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem bayerischen Militär-Verdienstkreuz ausgezeichnet. Am 28.01.1916 fiel er bei Givenchy-en-Gohelle und den Vimy-Höhen im Alter von 27 Jahren beim 1. Angriffsgefecht von La Folie.

Über den Todestag und die Todesumstände von Joseph Zöllner berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Der 28.01.1916 war der große Tag für das 2. Infanterie-Regiment. Nach nur vierstündiger Artillerievorbereitung erfolgte um 4.00 Uhr nachmittags gleichzeitig mit zwei gewaltigen Sprengungen am rechten und linken Flügel des Regimentsabschnittes unser Angriff. I. Bataillon unter Führung des Major von Imhof, bei dem sich der tapfere Oberleutnant Melber (Führer der 1. Kompanie) besonders hervortat, stürmte rechts vor, links griff die Kampfgruppe Zorn (5. und 7. Kompanie) an. Nach kurzer Zeit ist die feindliche Stellung in einer Ausdehnung von fast 2 Kilometer Breite in unserer Hand, der Gegner lässt uns 340 Gefangene und 9 Maschinengewehre. Er hatte durch die Beschießung und durch die beiden ihm überraschend gekommenen Sprengungen schwer gelitten. Ein äußerst heftiges Artilleriefeuer, das der Gegner dann die Nacht vom 28. auf 29.01. auf unsere Stellung legte, und dem im Morgengrauen des 29. ein feindlicher Gegenangriff folgte, forderte auch auf unserer Seite erhebliche Verluste, aber keinen Fußbreit der eroberten Stellung konnte der französische Angriff wieder zurückgewinnen. Wir verloren in diesen Kampftagen rund 400 Tote und Verwundete.“

Einer davon war Joseph Zöllner.

Man begrub Joseph Zöllner auf dem Soldatenfriedhof Billy-Montigny in Block 5, Grab 228.

Sterbebild von Joseph Zellner
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Zellner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.298: Georg Sachs

Der Soldat Georg Sachs stammte aus Perlesham, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Oberbergkirchen, und war der Sohn eines Kleinbauern. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 6. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 07.10.1918 fiel er im Alter von 27 Jahren während der Abwehrschlacht in der Champagne und an der Maas bei Orfeuil und Semide durch einen Granatsplitter, der ihn in den Kopf traf.

Die Lage des Grabes von Georg Sachs ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass er, sollte sein Leichnam geborgen worden sein, auf dem Soldatenfriedof St.-Étiennes-à-Arnes anonym in einem Massengrab beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im selben Zeitraum fielen, u. a.

  • Infanterist Thomas Faigl, gefallen am 08.10.1918, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Étiennes-à-Arnes in einem Massengrab;
  • Martin Lengmüller, gefallen am 08.10.1918 bei Semide, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Étiennes-à-Arnes in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Georg Sachs
Rückseite des Sterbebildes von Georg Sachs

Georg Sachs

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.270: Sebastian Buchner

Der Soldat Sebastian Buchner stammte aus Eberspoint, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Velden, und war Schüler einer 8. Gymnasialklasse, also der 12. Klasse nach heutiger Rechnung. Sein Vater war  Wagnermeister. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 1. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 08.06.1916 fiel er während der Schlacht um Verdun im Alter von 21 Jahren bei Thiaumont während des ersten Sturmes auf die Wabengräben Sturmangriffs durch einen Kopfschuss.

Über den Todestag und die Todesumstände von Sebastian Buchner schreibt die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 08.06.1916 10 Uhr vormittags traten I. und III. Bataillon zum Sturme an. Kaum hatten die ersten Wellen ihre Gräben und Granatlöcher verlassen, so erhielten sie ein vernichtendes Maschinengewehrfeuer vom Rücken westlich des Thiaumontwaldes und der Thiaumont-Ferme und besonders auch aus den Sappenköpfen der Wabengräbenstellung selbst. Auch die zweite und dritte Welle folgten unmittelbar. Auch sie geriet in das Maschinengewehrfeuer und in das jetzt eben einsetzende feindliche Sperrfeuer.

Am rechten Flügel bleiben die vorgestürmten Truppen vor dem unversehrten feindlichen Hindernis liegen. Die Masse der Sturmtruppen ist es nur gelungen, unter schweren Verlusten bis in die eigene vorderste Stellung zu kommen. Trotzdem gelingt es beim I. Bataillon einigen Stoßtrupps in die Wabengräben einzudringen, ja sogar Gefangene zu machen und bis zurück zur Befehlsstelle konnte man ein paar Leute sehen, die triumphierend ein erbeutetes feindliches Maschinengewehr aus einem Loch zogen und hoch in der Luft schwangen. Aber aus den unversehrten Unterständen der Wabengräben kriechen französische Massen hervor und es entspinnt sich in den Gräben ein dreiviertelstündiger schwerer Kampf mit Bajonett und Handgranate. Einige der Stürmer kommen in die vorderste Stellung des Regiments wieder zurück, die Mehrzahl ist gefallen oder von der Übermacht überwältigt. Aich der Angriff der gleichzeitig eingesetzten 2. Infanterie-Division kam über die Anfänge nicht hinaus. Nachmittags setzte eine erneute Artillerievorbereitung auf deutscher Seite ein. Um 8.00 Uhr abends soll der Angriff wiederholt werden; er kam jedoch wegen der verspäteten Befehle und infolge Vermischung der Verbände erst am nächsten Morgen zur Ausführung und auch da nicht über die erste Entwicklung hinaus. Die nächsten Tage brachten ununterbrochene Teilkämpfe um den Besitz von Maschinengewehr-Nestern. Am 23. endlich erfolgte durch das 10. Infanterie-Regiment und das Alpenkorps der Angriff auf das Zwischenwerk Thiaumont und Fleury.“

Man begrub Sebastian Buchner auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

Sterbebild von Sebastian Buchner
Rückseite des Sterbebildes von Sebastian Buchner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.262: Johann Kugler

Der Soldat Johann Kugler war Braugehilfe bei der Schlossbrauerei Tüßling in Bayern. Im Ersten Weltkrieg diente er beim 2. bayerischen Infanterie-Regiment. Am 02.10.1914 fiel er im Alter von 22 Jahren bei Lihons an der Somme in Frankreich.

Die Lage des Grabes von Johann Kugler ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers sein Grab erhielt, wo auch seine Regimentskameraden begraben wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Gefreiter Otto Wiest, gefallen am 02.10.1914 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Simon Hellmeier, gefallen am 07.10.1914 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
    • Reservist Josef Althammer, gefallen am 02.10.1914 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab.

 

Seine Heimatgemeinde Tüßling gedenkt Johann Kugler noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/tuessling_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Johann Kugler
Rückseite des Sterbebildes von Johann Kugler

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.205: Georg Hofbauer

Der Soldat Georg Hofbauer stammte aus Stockahausen, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Arnstorf, und war Sohn eines Tagelöhners. Im Ersten Weltkrieg diente er der 7. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Militäer-Verdienstkreuz mit Schwertern ausgezeichnet. Am 12.02.1915 fiel er im Alter von 23 Jahren während des Stellungskampfes bei Montauban-de-Picardie, Longueval, Maricourt, Guillemont und Bois Faviére durch Granatschuss.

Man begrub Georg Hofbauer auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.

Sterbebild von Georg Hofbauer
Rückseite des Sterbebildes von Georg Hofbauer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.165: Michael Hafeneder

Der Soldat Michael Hafeneder stammte aus Grafendorf, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Arnstorf, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 2. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments als Ersatz-Reservist. Mitte 1915 wurde er leicht verwundet. Am 25.11.1916 fiel er im Alter von 25 Jahren bei Savonnières-en-Woëvre bei Saint-Mihiel während eines Sturmangriffs, während ein Angriff der Franzosen auf das sogenannte scharfe Eck abgewiesen wurde..

Man begrub Michael Hafeneder auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel in Block 5, Grab 167.

Sterbebild von Michael Hafeneder
Rückseite des Sterbebildes von Michael Hafeneder

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.133: Georg Schreff

Der Soldat Georg Schreff stammte aus Reifersberg (Schreibfehler auf Sterbebild), heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Altfraunhofen, und war Landwirt von Beruf. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der Maschinengewehr-Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 27.08.1914 fiel er im Alter von 25 Jahren während der Gefechte bei Ménil-sur-Belvitte durch Kopfschuss. Zunächst war als schwer verwundet gemeldet worden, dann ergänzte das Militär seine Mitteilung, dass er auch als vermisst gilt. Mitte 1916 stellte man dann fest, dass er gefallen war.

Über den Todestag und die Todesumstände von Georg Schreff berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:

„27.08.1914 Der Gegner hat uns nun auf ein Gefechtsfeld gezogen, das in der Nähe seiner Sperrfestungslinie gelegen, von ihm wie ein Artillerieschießplatz vorbereitet ist. Die Folge dieses uns ungünstigen Umstandes sollte schon am Morgen unsere Maschinengewehr-Kompanie zu fühlen bekommen. Sie wurde von einem feindlichen Feuerüberfall gepackt, verlor fast die Hälfte ihrer Mannschaften und Pferde und ihren braven Führer, Hauptmann Weglin (siehe unten), der zu Tode verwundet war. Am Nachmittag dieses Tages erging erneuter Angriffsbefehl zum Vorgehen in südwestlicher Richtung, linker Flügel allgemeine Richtung gegen Anglemont. Das Regiment geht in prächtiger Haltung und in ausgezeichneter Ordnung vor. Die Verluste sind erträglich, leider fällt auch unser braver junger Leutnant Wetter. Am Abend sind die Gefechtsziele erreicht, I. Bataillon ist in Bois de la Conche eingedrungen, in dem sich noch Waldgefechte abspielen. Die Nacht lässt es rätlich erscheinen, die in den Wald eingedrungenen Teile des Regiments an dessen Nordrand zurückzunehmen und geschlossen dort zu biwakieren mit Anschluss rechts an das Infanterie-Leib-Regiment, links an das 16. Infanterie-Regiment“

Einer der „erträglichen Verluste“ ist Georg Schreff. Welch eine menschenverachtende Denkweise…!

Offiziell ist für Georg Schreff keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass sein Leichnam anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier beigesetzt wurde, wo auch seine Regimentskameraden begraben wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Hauptmann Cäsar Wegelin, gefallen am 27.08.1914 bei Menil, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Infanterist Peter Höck, gefallen am 27.08.1914 bei Menil, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Infanterist Georg Weber, gefallen am 27.08.1914 bei Menil, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Michael Angermayr, gefallen am 27.08.1914 bei Menil, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Georg Schreff
Rückseite des Sterbebildes von Georg Schreff

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.096: Anton Füßl

Der Soldat Anton Füßl (Verlustliste: „Füssel„) stammte aus Weixerau, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Eching. Er diente im Ersten Weltkrieg in der 11. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments als Gefreiter der Reserve. Am 09.10.1914 fiel er im Alter von 24 Jahren während der Stellungskämpfe bei Lihons an der Somme.

Anton Füßl war der Bruder von Dianys Schröger, dessen Schicksal ich morgen vorstelle.

Offiziell ist für Anton Füßl keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers begraben wurde, wo auch seine Regimentskameraden beigesetzt wurden, die am gleichen Ort und im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Oberleutnant Ludwig Stich, gefallen am 25.09.1914 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
  • Leutnant Rudolf Georg Weigand, gefallen am 02.10.1914 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
  • Leutnant Ludwig Karl Hellquist, gefallen am 25.09.1914 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
  • Gefreiter Joseph Wenger, gefallen am 24.09.1914 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Anton Füßl und Dionys Schröger
Rückseite des Sterbebildes von Anton Füßl und Dionys Schröger