Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.028: Alois Münch

Alois Münch stammte aus Schildorn, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Bad Griesbach im Rottal, lebte in Unterstattenbach, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 2. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 27.08.1914 fiel er im Alter von 23 Jahren während des Gefechts bei Ménil-sur-Belvitte in den Vogesen.

Über den Todestag und die Todesumstände von Alois Münich berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:

“ 27.08.1914 Der Gegner hat uns nun auf ein Gefechtsfeld gezogen, das in der Nähe seiner Sperrfestungslinie gelegen, von ihm wie ein Artillerieschießplatz vorbereitet ist. Die Folge dieses uns ungünstigen Umstandes sollte schon am Morgen zbsere Maschinengewehr-Kompanie zu fühlen bekommen. Sie wurde von einem feindlichen Feuerüberfall gepackt, verlor fast die Hälfte ihrer Mannschaften und Pferde und ihren braven Führer, Hauptmann Wegelin, der zu Tode verwundet war. Am Nachmittag dieses Tages erging erneuter Angriffsbefehl zum Vorgehen in südwestlicher Richtung, linker Flügel allgemeine Richtung gegen Angelemont. Das Regiment geht in prächtiger Haltung und in ausgezeichneter Ordnung vor. Die Verluste sind erträglich, leider fällt auch unser braver junger Leutnant Wetter. Am Abend sind die Gefechtsziele erreicht, I. Bataillon ist in Bois de la Conche eingedrungen, in dem sich noch Waldgefechte abspielen. Die Nacht lässt es rätlich erscheinen, die in den Wald gedrungenen Teile des Regiments an dessen Nordrand zurückzunehmen und geschlossen dort zu biwaktieren mit Anschluss rechts an das Infanterie-Leib-Regiment, links an das 16. Infanterie-Regiment.“

Die Lage des Grabes von Alois Münich ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass sein Leichnam, wenn er bis heute geborgen wurde, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Hauptmann Cäsar Wegelin, gefallen am 27.08.1914 bei Menil, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Hauptmann Felix Bedall, geboren am 21.04.1877 in München, gefallen am 28.08.1914 bei Château de Villers, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Leutnant Friedrich Vetter, gefallen am 28.08.1914 bei Menil, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Alois Münch
Rückseite des Sterbebildes von Alois Münch

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.027: Robert Ascher

Der Soldat Robert Ascher stammte aus der bayerischen Stadt Hauzenberg und wohnte zuletzt im nahegelegenen Hirschenberg. Im Ersten Weltkrieg diente er als Pionier und Landsturmmann im 1. Ersatz-Bataillon. Am 08.02.1919 verstarb er im Alter von 28 Jahren im Reserve-Lazarett D München an einer schweren Krankheit, die er sich im Kriegseinsatz zugezogen hatte.

Man begrub Robert Ascher auf dem Münchener Waldfriedhof in Reihe 44, Grab 6.

Man gedenkt Robert Ascher in seiner Heimat Hauzenberg noch heute auf zwei Denkmälern: http://www.denkmalprojekt.org/2008/hauzenberg_1870-71_wk1u2_bay.htm und http://www.denkmalprojekt.org/2008/hauzenberg_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Robert Ascher
Rückseite des Sterbebildes von Robert Ascher

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.025: Alois Gmeindl

Der Soldat Alois Gmeindl stammte aus Ed, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Schnaitsee, und war der Sohn eines Ziegeleibesitzers. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 1. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 14.04.1915 fiel er im Alter von 24 Jahren im Stellungskampf vor MametzMontauban-de-Picardie bei Mametz in Folge einer Verwundung durch einen Granatsplitter.

Man begrub Alois Gmeindl auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.

Sterbebild von Alois Gmeindl
Rückseite des Sterbebildes von Alois Gmeindl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.024: Leonhard Ehmann

Der Soldat Leonhard Ehmann wurde am 30.09.1885 geboren und stammte aus Grünbach, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Polling, und war Kleinbauer (Gütler). Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter in der 4. Kompanie des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem bayerischen Militärverdienstkreuz mit Krone und Schwertern ausgezeichnet. Am 16.06.1918 verstarb er nach 39 Monaten Kriegsdienst im Alter von 32 Jahren im Knappschaftskrankenhaus Gelsenkirchen, nachdem er durch einen Granatschuss an beiden Füßen schwerst verwundet worden war.

Man begrub Leonhard Ehmann auf dem Friedhof Gelsenkirchen-Heßler-West in Reihe 7a Grab 213.

Seine Heimatgemeinde Leonhard Ehmann gedenkt Leonhard Ehmann noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/polling-oberflossing_1866_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Leonhard Ehmann
Rückseite des Sterbebildes von Leonhard Ehmann

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.023: Franz Xaver Roß

Der Soldat Franz Xaver Roß wurde am 18.12.1889 in Thann, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Aschau am Inn, geboren und lebte in Litzelkirchen. Sein Vater war Fuhrmann (Karrer). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 5. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Ende Juli 1918 geriet er während der Abwehrschlacht zwischen Soissons und Reims und zwischen Marne und Vesle in französische Kriegsgefangenschaft. Am 27.01.1919 verstarb er im Alter von 29 Jahren in Montcornet, Amb. 12/16, nach sechs Monaten Kriegsgefangenschaft.

Man begrub Franz Xaver Roß auf dem Soldatenfriedhof Mennevret in Block 2, Grab 189.

Seine Heimatgemeinde Aschau am Inn gedenkt Franz Xaver Roß noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/aschau_a_inn_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Franz Xaver Roß
Rückseite des Sterbebildes von Franz Xaver Roß

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.022: Andreas Kracher

Der Soldat Andreas Kracher wurde am 20.03.1888 in Oberwindach geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Windach, und lebte in Unterfinning. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 5. Kompanie des 8. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 18.02.1915 fiel er im Alter von 27 Jahren bei Combres-sous-les-Côtes in Frankreich.

Die Lage des Grabes von Andreas Kracher ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass seine Gebeine, wenn sie bis heute geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Troyon beigesetzt wurde, auf dem auch seine Regimentskameraden begraben wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Infanterist Christian Meyer, gefallen am 18.02.1915 bei Combres, begraben auf dem Soldatenfriedhof Troyon in einem Massengrab;
  • Leutnant Alois Weigand, gefallen am 17.02.1915 bei Combres, begraben auf dem Soldatenfriedhof Troyon in einem Massengrab;
  • Infanterist Joseph Altschäffl, gefallen am 11.02.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Troyon in einem Massengrab;
  • Gefreiter Joseph Schmid, gefallen am 17.02.1915 bei Combres, begraben auf dem Soldatenfriedhof Troyon in einem Massengrab;
  • Leutnant Harry Cadenbach, gefallen am 17.02.1915 bei Combres, begraben auf dem Soldatenfriedhof Troyon in einem Massengrab.

 

Seine Heimatgemeinde Windach gedenkt Andreas Kracher noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2020/windach_lk-landsberg-lech_70-71_wk1_wk2_by.html

Sterbebild von Andreas Kracher
Rückseite des Sterbebildes von Andreas Kracher

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.021: Dr. Engelbert Mülhaupt [Mühlhaupt]

Der Soldat Dr. Engelbert Mühlhaupt wurde am 05.11.1888 geboren und stammte aus Oberlauchingen, einem Ortsteil der Gemeinde Lauchringen im heutigen Bundesland Baden-Württemberg. Er arbeitete als Journalist für die München-Augsburger Abendzeitung. Im Ersten Weltkrieg diente er als Kriegsfreiwilliger und Infanterist in der 11. Kompanie des 16. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments, das Regiment, in dem auch der spätere Diktator Adolf Hitler diente. Am 29.10.1914 fiel er bei den ersten Kämpfen in Flandern während der Schlacht an der Yser bei Gheluwe. Die Regimentsgeschichte des 16. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments berichtet über den Todestag und die Todesumstände von Dr. Engelbert Mühlhaupt:

„Das III. Bataillon

Das III. Bataillon war am Morgen des 29. Oktober aus der Entfaltung bei der Ortschaft Koelberg links der Straße nach Ypern mit der 9. und 11. Kompanie in vorderer, der 10. und 12. Kompanie in zweiter Linie ins Gefecht getreten. In zügigem Vorwärtsgehen suchten die Schützenlinien gegen das Straßenkreuz bei Kruiseik vorzudringen, erlitten aber durch das von vorne und aus der rechten Flanke einsetzende feindliche Feuer abld so erhebliche Verluste, dass die Bewegung ins Stocken kam. Der Gegner hatte sich in den Gehöften und in dem dichten Buschwerk am Straßenkreuz eingenistet und richtete, selbst völlig unsichtbar, ein konzentriertes Maschinengewehrfeuer auf die in lichter Entwicklung vorgehenden Schützenlinien und ihre nachfolgenden Reserven. Es galt daher, zunächst diesen Gegner niederzukämpfen.

In dem Augenblick, als Oberleutnant Beuschel mit der 9. Kompanie die Straße erreicht hatte unddas Kommando gab „Sprung! Auf – Marsch – Marsch!“ wurde er von einem Geschoss getroffen, dass ihm das Kommando auf den Lippen erstarb und er tot umsank. (Oberleutnant Albert Beuschel, gefallen am 29.10.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Menen in Block I, Grab 957) Offiziersstellvertreter Baumann übernahm die Kompanie.

Das Bataillon war als zweite Linie hinter dem sächsischen Regiment 105 bestimmt, trat jedoch bald in die erste Gefechtslinie. Langsam und zäh arbeiteten sich die Züge trotz ständiger Verluste vorwärts, bis schon nach kurzem die Ausfälle durch das feindliche Artilleriefeuer so groß wurden, dass der Bataillonskommandeur, der selbst in vorderster Linie war, bei der Gefahr, die Truppe ohne hinreichenden Erfolh vollständig zu opfern, sich entschloss, die Stellung vorerst zu halten und sich einzugraben, um durch die weitere Gefechtsentwicklung eine günstigere Gelegenheit zur Fortsetzung des Anghriffs abzuwarten. Erst als im Laufe des Vormittags die englischen Stellungen am Straßenkreuz bei Kruiseik durch den Angriff unseres I. Bataillons und der Württemberger 247 vom Gegner fluchtartig geräumt worden waren, konnte der rechte Flügel des III. Bataillons gemeinsam mit dem Reserve-Infanterie-Regiment 247 zum weiteren Angriff vorgehen. Entlang der Yperner Straße suchte man nach vorwärts Raum zu gewinnen. In kleinen Teilvorstößen arbeitete sich die 10. und 11. Kompanie an die links der Straße gelegenen Gräben der Engländer heran, immer wieder gezwungen, ihre Stellungen unter dem verheerenden Feuer der feindlichen Artillerie und den Bombenwürfen der feindlichen Flieger vorrübergehend aufzugeben und in Deckung Schutz zu suchen. Die Verluste stiegen von Stunde zu Stunde. Oberleutnant Peukert (Oberleutnant Hans Peukert, gefallen am 29.10.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Menen in Block I, Grab 958), der Führer der 11. Kompanie fiel im Gefecht, ebenso sin 1. Zugführer, Leutnant Graf (Leutnant Karl Graf, Ritter von gefallen am 29.10.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Menen in Block I, Grab 897), der einzige Sohn des 1916 vor dem Feind gebliebenen Kommandeurs der bayerischen Ersatz-Division, Generalleutnant Ritter von Graf (Generalleutnant Eduard Ritter von Graf, gefboren am 31.10.1854 in Bayreuth, gefallen am 03.03.1916 in St. Braquis, Frankreich). Offiziersstellvertreter Gieß blieb durch beide Oberschenkel geschossen liegen. Feldwebel Müller nahm das Kommando über die Kompanie an sich, fiel aber bald darauf durch Kopfschuss (Feldwebel Hans Müller, gefallen am 29.10.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Menen in Block I, Grab 898) . Darauf sprang Vizefeldwebel Schnaudt als Kompanieführer ein.

Erschreckend schnell schmolz die Gefechtskraft zusammen, sodass gegen Mittag die letzten Reservezüge eingesetzt werden mussten. Überall lagen hinter den Hecken die Verwundeten, ohne dass ihnen Hilfe gebracht werden konnte.

Dazu kam, dass vorübergehend unsere Truppen von Nachbarabteilungen der Sachsen, die uns wegen der grauen Mützenüberzüge mit Engländern verwechselt hatten, unter Feuer genommen worden waren, wodurch die moralische Kraft der Truppe stark beeinträchtigt wurde.

Als um die Mittagsstunde die Lage äußerst bedrohlich wurde und insbesondere durch das vernichtende Maschinengewehrfeuer aus der stark besetzten Windmühle unterhalb des Ortsrandes immer größere Lücken in unsere Reihen gerissen wurden, entschloss sich Unteroffizier Schaumberger, mit einer Anzahl Leute sich an die Windmühle heranzupürschen, dieses gefährliche Nest auszuheben. Die Aufgabe ging aber über die Kraft der todesmutigen Männer; sie blieben unter schweren Verlusten vor der Front liegen, Offiziersstellvertreter Dörfler, der ihnen zu Hilfe eilte, fiel.

Dagegen gelang es der 12. Kompanie auf die Meldung hin, dass die 10. Kompanie unter starkem Flankenfeuer leide, ein Gehöft in der linken Flanke zu stürmen und augenblicklich Erleichterung zu schaffen.

Gegenüber der gewaltigen Feuerkraft des Gegners, seinen in langer Vorbereitungszeit außerordentlichen gut befestigten und verdeckten Stellungen, wobei seine Schützen sogar von Bäumen herab ein scharf gezieltes Feuer auf unsere im offenen Feld kämpfenden Linien richteten, war mit einem durchschlagenden Erfolg nicht mehr zu rechnen. Sollte die Truppe nicht der gänzlichen Vernichtung preisgegeben werden, so blieb nichts übrig, als weitere Angriffsversuche aufzugeben und sich darauf zu beschränken, den heißumstrittenen Boden zu halten und sich nach Möglichkeit durch Verteilung in halbwegs schützende Deckungen der Wirkung des rasenden Feuers zu entziehen. Auch dies bot Schwierigkeiten. Bei dem ungestümen Lärm und Getöse des Gefechts war es nicht möglich, Befehle durchzubringen, viele der Unterführer waren bereits gefallen oder verwundet. die Verbände völlig vermischt, an ein Durchkommen von Meldegängern war nicht zu denken.

So entschloss sich der Bataillonskommandeur, Hauptmann von Lüneschloss, im Laufe des Nachmittags die noch vorhandenen Reste, insbesondere der 9. und 11. Kompanie, von welcher Unteroffizier Wildegger Teile unter seine Führung genommen hatte, allmählich heranzuziehen und in geeigneter Deckung zu sammeln. Auch die 10. Kompanie konnte sich bei ihren großen Verlusten nicht mehr halten und zog sich langsam gegen den linken Flügel des Bataillons zurück, um sich dort einzugraben. Bei der 12. Kompanie waren Kompanieführer Oberleutnant Hagen und Offiziersstellvertreter Grießer verwundet, bei der 10. Kompanie war Kompanieführer Graf von Bassenheim infolge Erkrankung ausgeschieden und an seine Stelle Offiziersstellvertreter Mader getreten.

Der Einbruch der Dunkelheit ermöglichte es, die schwachen Reste der Kompanien aus dem Gefecht zu ziehen und beim Regimentskommando nahe Koelberg zu sammeln, damit sie im Laufe der Nacht wieder eingesetzt werden konnten.

Durch den heutigen Angriff war auch auf diesem Abschnitt der Front fast 1 Kilometer vorgerückt worden, 400 Gefangene und 5 Maschinengewehre waren eingebracht worden.

Die Nacht senkte sich auf das Schlachtfeld, das 349 tote Kameraden bedeckten. Den taktischen Erfolg des Tages, des letzten Tages der Schlacht an der Yser, bezeichnete in kurzen Worten der Abendbefehl, den der Regimentskommandeur, Oberst List, den Bataillonen bekannt geben ließ: „Feind aus allen seinen Stellungen geworfen, mehrere hundert Gefangene. Infanterie hält die errungenen Stellungen und gräbt sich dort ein. Unterstützung durch die 6. Reserve.Infanterie-Division bald zu erwarten.“

Man begrub Dr. Engelbert Mühlhaupt auf dem Soldatenfriedhof Langemark in einem Massengrab.

Noch heute gedenkt man Dr. Engelbert Mühlhaupt auf einem Denkmal in seiner Heimatgemeinde Oberlauchringen: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/oberlauchringen_wk1u2_bw.htm

Todesanzeige für Dr. Engelbert Mülhaupt – bemerkenswert: die Zeitung, für die er gearbeitet hatte, druckte seinen Namen falsch ab.

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.020: Georg Henle

Der Soldat Georg Henle stammte aus der bayerischen Landeshauptstadt München. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Degenfähnrich und Offiziersstellvertreter in der 1. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 25.09.1914 fiel er beim ersten Angriff auf  Lihons während eines Nachtgefechts.

Über den Todestag von Georg Henle berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:

„24.09.1914 5.30 Uhr vormittags bei Brie über die Somme. Villers Carbonnel wird vom III. Bataillon genommen; weiter über Ertrées nach Soyecourt. Das Regiment geht um 4 Uhr nachmittags beiderseits der Straße Vermandovillers – Lihons zum Angriff vor. Bis 7 Uhr abends ist der Angriff noch nicht ganz bis Lihons herangetragen. Die Nacht wird in den erkämpften Stellungen verbracht.

25.09.1914 Auch in den ersten Nachmittagsstunden gelingt es nicht, Lihons zu nehmen. Um 5.40 Uhr erhält das Regiment Befehl, zum Sturm. Nach Artilleriebeschießung gehen I. und III. Bataillon und II./16. Infanterie-Regiment zum Sturm vor; sie erreichen nur mit Teilen den Ortsrand und müssen etwa Meter von Lihons entfernt in Stellung gehen. II. Bataillon dringt bis zum Feldweg Lihons – Herbévillers vor. Die Verluste sind sehr beträchtlich.“

Die Lage des Grabes von Georg Henle ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers begraben wurde, der nur rund 3 Kilometer von seinem Sterbeort entfernt ist und auf dem auch seine Regimentskameraden beigesetzt wurden, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Unteroffizier August Leinauer, gefallen am 25.09.1913 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
  • Infanterist Alois Popp, gefallen am 25.09.1913 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
  • Infanterist Markus Bergmeier, gefallen am 25.09.1913 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
  • Infanterist Johann Stadler, gefallen am 25.09.1913 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab.

Sein Bruder, Walter Henle, Oberleutnant der Reserve und Kompanieführer in der 6. Kompanie des 16. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments, der auf der nachfolgenden Todesanzeige noch als Trauernder aufgeführt wurde, fiel am rund fünf Wochen später am 03.11.1914 in Belgien und wurde auf dem Soldatenfriedhof Menen in Block D, Grab 47 begraben.

In der Schwabinger Erlöserkirche gedenkt man Georg Henle noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/m-schwabing_erloeserkirche_wk1u2_bay.htm und in der Regimentsgeschichte wird ihm auch gedacht: http://www.denkmalprojekt.org/2020/vl_k-b-2-ir-kronprinz_wk1.html

Todesanzeige für Georg Henle

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.019: Leander Otto Schuhbaum

Der Soldat Leander Otto Schuhbaum wurde am 18.02.1895 in der bayerischen Gemeinde Bayerbach bei Ergoldsbach als Sohn eines Bäckermeisters geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Pionier in der 1. Kompanie des bayerischen Pionier-Regiments. Er fiel am 29.07.1916 im Alter von 21 Jahren nach zwei Monaten Kriegsdienst bei Ligny-Tilloy in Folge eines Lungenschusses durch eine Granate.

Über den Todeszeitraum von Leander Otto Schuhbaum berichtet die Regimentsgeschichte des bayerischen Pionier-Regiments:

„27. – 28.07.1916 Einsatz wie gestern. Lebhaftes Granat- und Schrapnellfeuer

28./29., 29./30. und 30./31.07 Schwere Arbeit in dem vorerwähnten Abschnitt. Aushub beziehungsweise Vertiefung des Grabens, Anlage eines Hindernisses in starkem feindlichen Feuer, das zeitweise jedes Arbeiten unmöglich macht.“.

Man begrub Leander Otto Schuhbaum auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Sterbebild von Leander Otto Schuhbaum
Rückseite des Sterbebildes von Leander Otto Schuhbaum

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.018: Johann Völkl

Der Soldat Johann Völkl stammte aus Unterwiesbach, heute ein Ortsteil der bayerischen Stadt Neumarkt-Sankt Veit, und war Landwirt (Gruber Bauer). Im Ersten Weltkrieg diente er als Pionier in der 1. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Pionier-Bataillons. Am 22.01.1916 fiel er im Alter von 28 Jahren bei bei Arras.

Die Lage des Grabes von Johann Völkl ist offiziell unbekannt.

Sterbebild von Johann Völkl
Rückseite des Sterbebildes von Johann Völkl