Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.637: Joseph Randlinger

Der Soldat Joseph Randlinger wurde am 21.03.1894 in Blabsreit geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Schnaitsee. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 2. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 14.03.1915 wurde er während der Schlacht bei Münster schwer verwundet und gilt seit diesem Zeitpunkt als vermisst. Er wurde 20 Jahre alt. Er wurde am Reichackerkopf /Klänglesattel getötet.

Über den Todeszeitrum von Joseph Randlinger berichtet die Regimentsgeschichtd es 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„In der Frühe des 12. sollte der Feind durch öangsames Vorschieben der Stellung verdrängt werden, um den Befehl der Division, den Feind aus seinen Stellungen am Reichackerkopf, Klänglesattel und Gelände westlich davon zu werfen, gerecht zu werden. Bis auf 80 Meter schiebt sich die 2. Kompanie durch den Astverhau im Klänglesattel heran. Unter Zuhilfenahme von Schutzschilden wird es nach Einbruch der Dunkelheit nochmals versucht; auch hier ist ein weiteres Vordringen infolge des stark flankierenden feindlichen Feuers zur Ohnmacht verdammt. Ein Vorgehen am Klänglesattel wird auch als unmöglkich erkannt, solange der Feind den Reichackerkopf und Köpfle besetzt hält. Am 15. war das Bataillon in Ruhe, aber wegen eines feindlichen Angriffs auf Mönchberg und Reichackerkopf am 19. alarmiert. Leutnant der Reserve Stadelbauer wird bei der Bereitstellung infolge Sturz vom Pferd tödlich verletzt.“

Die Lage des Grabes von Joseph Randlinger ist unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er, wenn seine Gebeine bis heute geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitrum fielen, u. a.

  • Infanterist Georg Brindl, gefallen am 13.03.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 2, Grab 40;
  • Infanterist Gregor Göbl, gefallen am 14.03.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 2, Grab 39;
  • Unteroffizier Xaver Heimer, gefallen am 12.03.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Paul Meier, gefallen am 12.03.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 5, Grab 60;
  • Unteroffizier Hans Raum, gefallen am 12.03.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Joseph Randlinger
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Randlinger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.630: Peter Höpfl

Der Soldat Peter Höpfl stammte aus Unterboxberg, vermutlich ein Teil des heutigen Boxberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Prackenbach, und war Dienstknecht. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 7. Kompanie des 10. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.06.1916 fiel er im Alter von 24 Jahren während der Schlacht um Verdun während der Kämpfe auf Kalte Erde und bei Fleury. Seine Kompanie war damals im Fossewald südöstlich Beaumont und in den Wabengräben eingesetzt.

Über den Todestag und die Todesumstände berichtet die Regimentsgeschichte des 10. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 25. Juni 7 Uhr vormittags hatte sich das feindliche Trommelfeuer zu einem wütenden Feuerwirbel gesteigert – da beobachtete Simmeth durch Rauch und Qualm hindurch eine breite französische Schützenlinie in seinem Rücken herankommen – kurz entschlossen warf er sich, untertützt durch den Gefreiten Joseph Binder (aus Tholbat bei Ingolstadt) und den Gefreiten Ludwig Schwaiger der 11. Kompanie, seiner Kampfgruppe vorauseilend, auf den Feind. Es gelang ihnen überraschend den Franzosen in die Flanke zu kommen und nach erbittertem Nahkampf, in dem sich auch besonders der Unteroffizier Friedrich Walther der 11. Kompanie auszeichnete, 200 Franzosen mit mehreren Offizieren gefangen zu nehmen. Zahlreiche Angehörige des Reserve-Infanterie-Regiments 92 wurden so wieder aus der Gefangenschaft befreit. Als die gefangenen Franzosen die unterlegene Zahl der Unseren gewahr wurden, machten sie – dem Beispiel eines ihrer Offiziere folgend, Fluchtversuche, welche jedoch durch unsere namentlich erwähnten wackeren Helden mit dem Bajonett vereitelt wurden.

Indes hatte Major Schaaf Teile des I. Bataillons und des Reserve-Infanterie-Regiments 92 kehrt machen lassen und ließ im Anschluss an die südwestlich des Thiaumontwerkes liegende 9. Kompanie den Hang nördlich des Weges, der nach der kalten Erde führt, mit Front nach Nordwesten besetzt.

Eine am rechten Flügel des I. Bataillons vorhandene gefährliche Lücke schloss er durch Herausnehmen von Kräften aus der Nordfront und durch Verlängerung des zurückgebogenen rechten Flügels des I. Bataillons.

An den Regimentskommandeur ging Meldung ab, dass unsere Stellung restlos gehalten wurde.

Am 25. Juni früh war es auch einer französischen Kompanie im Schutze der Dämmerung gelungen bis zum Thiaumontwerke vorzustoßen. Oberst Mieg konnte zunächst nicht unterscheiden, ob es zurückgehende eigene Leute oder Franzosen waren. Dann aber ein rascher Entschluss – Offiziere und Mannschaften, Ordonanzen und Fernsprecher griffen zum Gewehr und Handgranate, der stellvertretende Regimentsadjutant Leutnant Lienhard raffte alle in den benachbarten Erdnischen kauernden Leute zusammen. Ein kräftiges Hurrah – ein schneidiges Vorstürmen – die an Zahl überlegenen Franzosen streckten die Waffen. Aber noch gab der Feind seine Durchbruchsversuche nicht auf. Neuerdings setzte französisches Trommelfeuer ein – von der Brasschlucht drohte ein feindlicher Vorstoß – die Signalpatronen zur Anforderung unseres Artilleriefeuers waren zur Neige gegangen – da eilte Schwaiger ungeachtet des feindlichen Feuers zum Regimentsstab ins Werk und kehrte wohlbehalten mit Signalpatronen zurück. Der Franzose wurde durch das Sperrfeuer der Artillerie und das Abwehrfeuer der Infanterie zurückgeworfen und erlitt schwere Verluste.

Für ihr hervorragendes Verhalten erhielten Simmeth und Binder die Goldene, Schwaiger und Walther die Silberne Tapferkeitsmedaille.“

Offiziell ist für Xaver Höpfl keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er, wenn seine Gebeine geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitruam fielen, u. a.

  • Hauptmann Franz Sonntag, geboren am 27.10.1877 in Augsburg, gefallen am 23.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Leutnant Wilhelm Meyer, gefallen am 23.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Georg Kallert, gefallen am 23.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Friedrich Jelden, gefallen am 25.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Xaver Höpfl und Xaver Peter
Rückseite des Sterbebildes von Xaver Höpfl und Xaver Peter

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.617: JohannGeorg Seiler

Der Soldat Johann Georg Seiler wurde am 24.10.1882 geboren und stammte aus der bayerischen Gemeinde Palling und war Gastwirt und landwirt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Ersatz-Reservist in der 1. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Jäger-Bataillons. Am 12.05.1915 fiel er nach den Angaben des Sterbebildes im Alter von 32 Jahren während der Schlacht bei La Bassée und Arras durch schwere Verwundung. Laut den amtlichen Verlustlisten galt er zunächst als vermisst. Dann wurde 1917 gemeldet, er sei zunächst in Gefangenschaft geraten und dort am 19.05.1915 gestorben.

Die Lage des Grabes von Johann Georg Seiler ist unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitruam fielen, u. a.

  • Gefreiter Joseph Seibold, gefallen am 07.05.1915 bei Souchez, begraben auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in einem Massengrab;
  • Infanterist Georg Bachmeier, gefallen am 09.05.1915 bei Fromelles, begraben auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in einem Massengrab;
  • Oberjäger Otto Birk, gefallen am 07.05.1915 bei Carency, begraben auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in einem Massengrab;
  • Wehrmann Josef Wiedemann, gefallen am 07.05.1915 bei Neuville, begraben auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Georg Seiler
Rückseite des Sterbebildes von Georg Seiler

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.611: Xaver Väth

Der Soldat Xaver Väth stammte aus München in Bayern und war Schlosser von Beruf. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 7. Kompanie des 15. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 05.06.1916 fiel er im Alter von 20 Jahren während der Schlacht um Verdun beim Fort Douaumont und dem Ort Douaumont nach nur 10 Tagen Dienst an der Front durch einen Brustschuss.

Über den Todeszeitrum berichtet die Regimentsgeschichte des 15. bayerischen infanterie-Regiments:

„Der erwartete Angriff unterblieb. Dafür hatten aber die massierten Truppen in den nächsten Tagen unter heftigstem feindlichen Artilleriefeuer sehr zu leiden, so dass das 15. Infanterie-Regiment trotz inzwischen eingetroffenen Ersatzes rasch wieder zusammenschmolz. In den Nächten vom 4./5. und 5./6.6. wurden dann die beiden unterabschnitte des Regiments vom Jäger-Regiment 2 des Alpenkorps abgelöst. III./15. blieb als Fortbesatzung in Douaumont, Regimentsstab, II./15. und Maschinengewehr-Formationen kamen ins Herbébois, wohin ab 7.6. auch I./15. rückte, das auf ungenau gegebenen Befehl hin zunächst nach Dorf Wavrille marschiert war.“

Offiziell ist die Lage des Grabes von Xaver Väth unbekannt. Ich vermute jedoch sehr, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville beigesetzt wurde, wo auch seine Regimentskameraden begraben wurden, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Unteroffizier Johann Günther, gefallen am 05.06.1916 bei Douaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Johann Bayerl, gefallen am 05.06.1916 bei Douaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Ambros Friedrich, gefallen am 05.06.1916 bei Douaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Gefreiter Lorenz Brenner, gefallen am 05.06.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Xaver Väth
Rückseite des Sterbebildes von Xaver Väth

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.610: Eduard Geißl

Der Soldat Eduard Geißl stammte aus Perbing, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Eichendorf, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 6. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Am 09.05.1915 fiel er im Alter von 28 Jahren bei Arras.

Über den Todestag und die Todesumstände von Eduard Geißl berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Rserve-Infanterie-Regiments:

„Arrasschlacht

09.05.1915 Am 09.05. begann um 6 Uhr vormittags die Beschießung von Fampoux, die sich gegen 8 Uhr vormittags beträchtlich steigerte. Da auch andere Unterkünfte beschossen wurden und bedrohliche Nachrichten einliefen, wurde das Regiment alarmiert und die Regiments-Befehlsstelle am Bahndamm besetzt. In Stellung befanden sich am rechten Flügel: 6., 7., 8., 5. Kompanie. Zur Verstärkung wurden im Lauf des Vormittags in die 2. Linie vorgeschoben: 9. hinter 6., 11. hinter 7., hinter 8. und 5. die 10. und 12. Kompanie.

Um 11 Uhr vormittags nahm die Stärke des feindlichen Feuers immer mehr zu, auch Sperrfeuer setzte gegen den Bahndamm ein. Durch ein Volltreffer wurden hier 2 Offiziere und 18 Mann getötet. Das I. Bataillon wurde am Bahndamm Reihenfolge 4., 2., 3., 1. Kompanie bereitgestellt. Von 12 Uhr Mittag ab steigerte sich das Feuer zu größter Heftigkeit. Um 2.45 Uhr nachmittags begann der Angriff in 2 Wellen, der sich gegen die Freifeldstellung des Regiments richtete. Der Angriff wurde abgeschlagen, 200 tote Franzosen lagen vor der Stellung. Ungefähr 40 Franzosen, die sich in einer Sappe am rechten Flügel festgesetzt hatten, wurden durch die 6. Kompanie vertrieben und 16 Mann gefangen genommen. Um 3.05 nachmittags war die ganze Stellung wieder im Besitz des Regiments. Das Artilleriefeuer lebte später in großer Stärke auf, so dass ein Angriff vermutet werden konnte, der aber nicht erfolgte. Erst um 7 Uhr abends trat einige Ruhe ein. Insgesamt wurden 44 Gefangene gemacht.“

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Die Lage des Grabes von Eduard Geißl ist offiziell unbekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass man ihn, wenn sein Leichnam geborgen wurde, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy begrub, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Unteroffizier Bernhard Faber, gefallen am 09.05.1915 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Karl Bornemann, gefallen am 09.05.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in Block 1, Grab 520;
  • Wehrmann Ludwig Blank, gefallen am 09.05.1915 bei Saint-Laurent, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Gefreiter Stephan Ortmeier, gefallen am 09.05.1915 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Eduard Geißl
Rückseite des Sterbebildes von Eduard Geißl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.604: Franz Mühlbacher

Der Soldat Franz Mühlbacher stammte aus Maging und war der Sohn eines Landwirts (Reichwimmerbauser). Im Ersten Weltkrieg diente er in der 3. Kompanie des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 26.06.1916 fiel er im Alter von 22 Jahren während der Vogesenkämpfe in Frankreich am Hilsenfirst.

Die Lage des Grabes von Franz Mühlbacher ist offiziell unbekannt. Ich bin mir aufgrund der Lages seines Sterbeortes und der mir bekannten Örtlichkeiten sicher, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach begraben wurde.

Sterbebild von Franz Mühlbacher
Rückseite des Sterbebildes von Franz Mühlbacher

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.602: Michael Zierhut

Der Soldat Michael Zierhut stammte aus der bayerischen Stadt Neuötting und war der Sohn eines Hausbesitzers. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 2. Kompanie des 15. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 21.07.1915 fiel er im Alter von 23 Jahren im Wald bei La Vaux Fery bei Verdun in Frankreich.

Offiziell ist für Michael Zierhut keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Landwehrmann Januarius Bahmann, gefallen am 21.07.1915 bei La Vaux Fery, begraben auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel in einem Massengrab;
  • Ersatz-Reservist Georg Niedermeier, gefallen am 25.07.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel in Block 5, Grab 130.

Seine Heimatgemeinde Neuötting gedenkt Michael Zierhut noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2020/neuoetting_lkr-altoetting_wk1_wk2_by.html

Sterbebild von Michael Zierhut
Rückseite des Sterbebildes von Michael Zierhut

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.591: Werner Koch

Werner Koch war der Bruder von Charlotte Koch und Justus Koch, deren Schicksal ich gestern und vorgestern vorstellt habe. Er wurde am 31.10.1894 in Ottenstein geboren. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich freiwillig und diente als Kriegsfreiwilliger in der 5. Kompanie des 166. Infanterie-Regiment. Am 31.10.1914 fiel er wie sein Bruder Justus im Alter von 24 Jahren bei Lihons an der Somme.

Die Lage des Grabes von Werner Koch ist unbekannt. Für keinen seiner gefallenen Kameraden seines Regimentes konnte ich eine Grablage ermitteln. Wenn seine Gebeine irgendwann geborgen wurden, waren sie wahrscheinlich nicht mehr zu identifizieren. Es könnte daher anonym auf dem rund 4 Kilometer entfernten Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab beigesetzt worden sein.

Seine Heimatgemeinde Braunschweig Völkenrode gedenkt Werner Koch noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/braunschweig-voelkenrode_wk1_wk2_ns.html

Sterbebild von Charlotte, Justus und Werner Koch

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.590: Justus Koch

Justus Koch war der Bruder von Charlotte Koch, deren Schicksal ich gestern vorstellt. Er wurde am 28.09.1890 in Ottenstein geboren. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich freiwillig und diente als Kriegsfreiwilliger in der 5. Kompanie des 166. Infanterie-Regiment. Am 31.10.1914 fiel er im Alter von 24 Jahren bei Lihons an der Somme.

Die Lage des Grabes von Justus Koch ist unbekannt. Für keinen seiner gefallenen Kameraden seines Regimentes konnte ich eine Grablage ermitteln. Wenn seine Gebeine irgendwann geborgen wurden, waren sie wahrscheinlich nicht mehr zu identifizieren. Es könnte daher anonym auf dem rund 4 Kilometer entfernten Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab beigesetzt worden sein.

Seine Heimatgemeinde Braunschweig Völkenrode gedenkt Werner Koch noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/braunschweig-voelkenrode_wk1_wk2_ns.html

Sterbebild von Charlotte, Justus und Werner Koch

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.553: Simon Langlechner

Der Soldat Simon Langlechner wurde am 28.04.1883 in Straß geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Kastl, und war Pferdehändler. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 02.10.1914 fiel er im Alter von 31 Jahren bei Fresnes-lès-Montauban in der Nähe von Arras in Frankreich.

Über den Todestag und die Todesumstände von Simon Langlechner berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„1. Gefecht bei Fresnes (02.10.1914)

Am 02.10.1914 sollte das I. bayerische Reserve-Korps über Arras, das IV. und XI. Armee-Korps südlich davon und über Bapaume den bisher festgestellten feindlichen linken Heeresflügel schlagen. Vormarsch des Reservekorps bei etwas nebligem Wetter in zwei Kolonnen: 5. Reserve-Division rechts über Izel auf Bailleul Sir Berthoult, 1. Reserve-Division links um 8 Uhr vormittags von Brebières über Gavrelle nach Arras; Reserve-Infanterie-Regiment 1 und I./Reserve-Infanterie-Regiment 2 (nun Hauptmann a. D. Röder) in der Vorhut unter General von Kneußl.

II. (Haselmayr) und III. (Major der Reserve Foerst) und Maschinengewehr-Kompanie am Anfang des Gros, dieses unter General von Graf. In Fresnes hielt das Gros, auch der Divisions- und Korpsstab hielten dort. Vor der Front kein Feind festgestellt. Plötzlich um 11.45 Uhr vormittags Divisionsbefehl: „An die Gewehre! Feindliche Infanterie in unserer rechten Flanke aus Neuvireuil kommend, schon ganz nahe heran“. Der Divisionskommandeur wies persönlich den Regimentskommandeur auf die nahen französischen Schützen ein. So eine Überraschung war gerade recht für das kampflustige Regiment. Im Nu und bewundernswert exakt war das Bataillon Foerst (III.) im starken Feuer französischer Jäger entwickelt, Bataillon Haselmayr (II.) folgte zunächst als Staffel rechts. Alsbald verlängert die 8. das III. Bataillon, 5. und 7. traten demnächst gegen eine neue feindliche Bataillonsgruppe am feindlichen linken Flügel bei den fünf hohen Bäumen in ein verlustreiches Gefecht.

6. (Molenar) mit Maschinengewehr-Kompanie blieb bei Mauville-Ferme, wohin der Regimentsstab erfolgreich vorausgeeilt war. Die Ferme bot vorzüglichen Überblick, lag aber andauernd im feindlichen Artilleriefeuer.

2. Reserve-Brigade bei Fresnes blieb Reserve der Division. Die Vorhut Kneußl hatte zwischen Gavrelle und Fresnes ebenfalls nach der Flanke gegen Linie Neuvireuil – Oppy entwickelt und stand bald in schwerem Gefecht.

Die Artillerieabteilung Reuß stand zunächst gedeckt bereit zwischen Mauville-Ferme und Fresnes.

Trotz schärfster Beobachtung konnte von der 5. Reserve-Division, die ihrerseits so günstig gegen die Flanke unseres Gegners angesetzt war, nichts bemerkt werden; auch die Division war ohne Nachricht von ihr. Das Regiment entsandte Berittene zur Verbindung und Aufklärung auf Izel.

Da das Regiment durch das präzise Feuer der französischen Jäger fürchterlich litt, wurde die Batterie Seuffert der Abteilung Reuß zur Unterstützung des Angriffs auf den feind bei Mauville-Ferme in Stellung gebracht. Nach peinlich genauen Weisungen durch den Infanterie-Regimentskommandeur – nach den Erfahrungen von Mittersheim und Gondrexon – schloss sich die Batterie ohne Gabelbildung, nur von rückwärts her auf das Jägerbataillon bei den fünf Bäumen nach den Korrekturen des Regimentskommandeurs ein. Ein paar Schnellfeuerlagen hatten bald den durchschlagenden Erfolg, dass das französische Jägerbataillon total vernichtet war, worauf 5. und 7. Kompanie stürmen und der Lage gemäß mit III. Bataillon bis zum Eintreffen der 5. Reserve-Division in hinhaltendem Gefecht gegen das zäh verteidigte Neuvireuil bleiben konnten. Sie wurden von französischer gut versteckter Artillerie stark beschossen. Die Unterstützung unserer Infanterie, die schon die behelfsmäßigen Flaggen (um ein Beschießen durch eigene Artillerie hintanzuhalten) zeigte, durch Artilleriefeuer erschien zwecklos, weil die beiden Feuerlinien schon nahe aneinander waren.

Unterdessen war das Wetter sichtiger und eine feindliche Kavalleriemasse (Regiment oder Brigade) beim Wäldchen westlich Izel bemerkbar geworden. Batterie Seuffert wurde vom Regimentskommandeur nun darauf eingewiesen und jagte sie im Schnellfeuer unter Verlusten in tolle Flucht.

Nun erst war ein heftiger Kampf der 5. Reserve-Division bei Izel erkennbar. Eine gut gedeckte französische Artilleriegruppe war nach längerem Bemühen zwischen Izel und Wäldchen vom Regimentsstab festgestellt worden. Sie wurde nun von der herbeigeholten ganzen Abteilung Reuß, wiederum nach genauesten Weisungen des Regimentskommandeurs, im Rücken mit Feuer überfallen. Augenblicklich trat eine furchtbare Wirkung ein, die französische Artillerie raste geschützweise über eine Mühle zwischen Izel und Neuvireuil nach Westen zurück, wurde aber restlos von unserer Artillerie und der nächsten Infanterie zusammengeschossen. Die Geschütze blieben liegen.

Für die 5. Reserve-Division war damit, ohne dass sie wohl den Grund ahnte, eine gefährliche Kampftruppe erledigt und große Entlastung für sie eingetreten. Nun tauchte aber aus der Richtung Neuvireuil zur Unterstützung der Gruppe bei Izel französische Infanterie, etwa ein bis zwei Regimenter, auf. Der Regimentskommandeur, ständig mit dem Artillerieführer und dem Artilleriebeobachter beisammen, befahl das nun verstärkte Feuer der französischen Artillerie auf Mauville-Ferme, dem unter Anderen auch der Führer der 6. Kompanie, Leutnant der Reserve Molenar, zum Opfer gefallen war, nicht zu beantworten, sondern in Lauerstellung die neuaufgetretenene französische Infanterie im freien Gelände entwickeln zu lassen.

Als gegen 2 Uhr nachmittags mindestens ein französisches Infanterie-Regiment entwickelt und durch Geländewellen gegen unsere Infanterie gedeckt im Flankenmarsch vor uns sich ahnungslos dem Raume näherte, wo eben erst ihre Nachbarartillerie vernichtet worden war, befahl der Regimentskommandeur den von ihm in allen Einzelheiten vorbereiteten Feuerüberfall der Artillerie. Die Wirkung dieses Flankenfeuers war unbeschreiblich. Mit einem Schlage, wie elekrifiziert, rissen die Rothosen mit fliegenden Rockschößen unaufhaltsam aus, in nördlicher Richtung gegen Bois-Bernard und teilweise gegen die Mühle, von unserem geschmeidigen Artilleriefeuer mit einem Geschosshagel überschüttet. Damit war dem Regiment und der Abteilung Reuß ein seltener, glänzender Erfolg beschieden worden, dessen Früchte nun die 5. Reserve-Division, der der Weg rein gefegt worden war, mühelos ernten konnte. Die Wirkung trat etwa 5 Uhr nachmittags in Erscheinung. Der Flügel dieser Division (Brigade Hurt) kam ohne Kampf über die Mühle gegen Neuvireuil vor. Damit war auch für das I. Reserve-Korps der Sieg des Tages erstritten. Die Absicht der Franzosen (XX. Armee-Korps, unser Gegner von Crévic), das südlich bei Monchy stehende IV. Armee-Korps, den gestrigen deutschen rechten Heeresflügel mit drei Kolonnen, rechte über Bailleul, mittlere – scheinbar stärkste – über Neuvireuil und linke über Izel in der Flanke zu fassen, war durch den Vormarsch des Reservekorps, die siegreichen Kämpfe der 1. Reserve-Brigade, sowie das Vordringen der 5. Reserve-Division glänzend vereitelt worden. Noch machten Die Franzosen, die nun ihrerseits von der 5. Reserve-Division immer wirksamer in der Flanke getroffen waren und die Gefahr erkannten, den verzweifelten Versuch, mit ihrer zusammengefassten Artillerie den linken Flügel der 5. Reserve-Division am Weiterschreiten zu verhindern. Es gelang aber nur einen vorübergehenden Aufenthalt zu verursachen, namentlich auch, weil der nördliche Flügel dieser Division siegreich vordrang.

Während diese Entscheidung im Großen vorbereitet war, war den Bataillonen des Regiments eine der schwersten und verlustreichsten Aufgaben zugefallen: Den Feind in der Front bei und zu beiden Seiten Neuvireuil, selbst deckungslos, hinzuhalten, bis die unerwartet lange aufgehaltene 5. Reserve-Division flankierend die Entscheidung bringen konnte.

Das der Vorhut zugeteilte I. Bataillon, dessen Kommandeur, Hauptmann Röder, um 1.45 Uhr nachmittags gefallen war, hatte selbsttätig mit dem III. Bataillon zusammengearbeitet, dessen Kommandeur, Major Foerst, schwer verwundet worden war. Neben diesen focht das II. Bataillon (ohne die 6. Kompanie, die mit der Maschinengewehr-Kompanie Regimentsreserve geblieben war). In zähem Ringen hatten sie sich gegen den ausgezeichneten Feind herangearbeitet. Trotz schwerster Verluste hielten die Kompanien mit ihrem zahlreichen neuen Nachersatz rühmlichst aus. Beim Herankommen der 5. Reserve-Division setzte der Regimentskommandeur die Maschinengewehr-Kompanie beim I. Bataillon zur Vorbereitung des Sturmes erfolgreich ein. Ein Bataillon und eine Maschinengewehr-Kompanie der 2. Reserve-Brigade, die vorübergehend zur Verfügung standen, kamen nicht zum Einsatz. Im Garten der Mauville-Ferme beerdigte der Regimentskommandeur noch während des Gefechtes den Leutnant Molenar und einige Unteroffiziere.

Unter Führung des Generals von Kneußl hatte das Reserve-Infanterie-Regiment 1 links von uns schwere, aber siegreiche Kämpfe. Trotz aller Versuche auf verschiedenen Wegen war die Verbindung des Regiments mit dem Brigadekommandeur nicht erreicht worden.

Gegen 5 Uhr nachmittags befahl die Division der zurückbehaltenen 2. Reserve-Infanterie-Brigade über Neuvireuil nach Oppy vorzugehen. Das Reserve-Infanterie-Regiment 2 sollte den Angriff auf Neuvireuil mitmachen, dann aber dort sammeln. Ein Teil der Sanitätskompanie (Reserve-Sanitäts-Kompanie 1) leistete um diese Zeit im Zurückbringen der Verwundeten des Regiments über freies Feld zur Mauville-Ferme Hervorragendes. Der Angriff der 2. Brigade kam erst nach Eintritt der Dunkelheit zur Ausführung. Das Regiment sammelte um 7.15 Uhr abends an der Straße Fresnes-Neuvireuil. 1., 6. und 7. Kompanie räumten das Gefechtsfeld auf, auf dem der Feind eine überraschend große Zahl an Toten hatte liegen lassen.

Ortsunterkünfte: Biache, Eintreffen dort 12 Uhr Mitternacht.

Verluste: 6 Offiziere tot, (Hauptmann a. D. Röder, Leutnant der Reserve Molenar, Offiziersstellvertreter Schuster, Piechler, Gierisch, Reichhold), 11 verwundet (Major der Reserve Foerst, Leutnant der Reserve Manneberg, Gombart, Geßner, Pötzsch, Offiziersstellvertreter Vogel, Götz, Hebauer, Lange, Barnertzoi, Arnold), 167 Unteroffiziere und Mannschaften tot, 345 verwundet.

Offiziell ist für Simon Langlechner keine Grablage bekannt, ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Infanterist Michael Wirthmüller, gefallen am 02.10.1914 bei Fresnes, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Infanterist Michael Buchner, gefallen am 02.10.1914 bei Fresnes, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Gefreiter Johann Baptist Giedl, gefallen am 02.10.1914 bei Gavelle, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Infanterist Michael Wirthmüller, gefallen am 02.10.1914 bei Fresnes, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Infanterist Andreas Wolfswinkler, gefallen am 02.10.1914 bei Fresnes, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Vizefeldwebel Wichard Schuster, gefallen am 02.10.1914 bei Fresnes, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Kastl gedenkt Simon Langlechner noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/kastl_1701-15_1870-71_wk1u2_bay.htm

 

Sterbebild von Simon Langlechner
Rückseite des Sterbebildes von Simon Langlechner