Der Soldat Georg Brandl wurde am 25.02.1890 in Johannesbrunn geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Schalkham, und war der Sohn eines Tagelöhners. Im Ersten Weltkrieg diente er als Reservist in der 4. Kompanie des 16. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 05.08.1915 wurde er bei Arras schwer verwundet und verstarb am 09.06.1915 im Alter von 25 Jahren im Lazarett Frankfurt.
Man begrub Georg Brandl auf dem Soldatenfriedhof Hauptfriedhof Frankfurt in Reihe C, Grab 31.
Sterbebild von Georg BrandlRückseite des Sterbebildes von Georg Brandl
Der Soldat Johann Schmid stammte aus der bayerischen Stadt Olching und war der Sohn eines Fabrikarbeiters. Im Ersten Weltkrieg diente er als Reservist in der 10. Kompanie des 15. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 03.05.1916 fiel er im Alter von 24 Jahren bei Thelus durch einen Minentreffer.
Man begrub Johann Schmid auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Der Soldat Gregor Seidenschwarz wurde am 08.05.1880 in Buch geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Wolnzach. Er war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landsturmmann in der 7. Kompanie des 10. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 12.12.1915 fiel er im Alter von 35 Jahren in der Nähe von Beaurains bei Arras.
Man begrub Gregor Seidenschwarz auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Sterbebild von Gregor SeidenschwarzRückseite des Sterbebildes von Gregor Seidenschwarz
Der Soldat Max Schleicher wurde am 04.08.1896 in Merlach geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Seßlach. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 3. Kompanie des 467. Infanterie-Regiment.. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 26.03.1918 fiel er im Alter von 21 Jahren in der Kaiserschlucht hinter dem Dorf Hamelincourt südlich von Arras.
Man begrub ihn zunächst bei dem Dorf Hamelincourt – Moyenneville auf einem Feldfriedhof. Dieser Friedhof wurde nach dem krieg aufgelöst und die Gefallenen auf zentralen Sammelfriedhöfen umgebettet. Gebeine aus Gräbern, die nicht mehr zuordbar waren, wurden anonym in einem Massengrab beigesetzt. Es könnte sein, dass die Gebeinde von Max Schleicher auf den Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast überführt wurden. Dort bettete man viele Soldaten aus Hamelincourt um.
Sterbebild von Max SchleicherRückseite des Sterbebildes von Max Schleicher
Der Soldat Martin Stubhann (eigentlich Stubhahn) stammte aus Ragging und lebte in Muckham, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Saaldorf-Surheim, und war ein Kleinbauer. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 5. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Jäger-Bataillons. Am 09.05.1915 fiel er im Alter von 31 Jahren während der Schlacht bei La Bassée und Arras bei Carency.
Offiziell ist für Martin Stubhann keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden beisetzte, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Oberjäger Otto Birk, gefallen am 09.05.1915 bei Carency, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Leutnant Max Scheibenbogen, gefallen am 12.05.1915 bei Carency, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Gefreiter Joseph Seibold, gefallen am 07.05.1915 bei Souchez, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Sterbebild von Martin StubhannRückseite des Sterbebildes von Martin Stubhann
Der Soldat Josef Maier stammte aus Diepoldsberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Obing, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Schütze in der 1. Maschinengewehr-Kompanie des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 04.02.1917 verstarb er im Alter von 22 Jahren in englischer Gefangenschaft, in die er während der Stellungskämpfe im Artois bei Souchez (bei Arras) an der Lorettohöhe in diese geraten war.
Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Josef Maier berichtet die Regimentsgeschichte des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:
„Die feindliche Infanterie – Kanadier – war sehr aufmerksam gegenüber unseren Patrouillen und zeitweise im Patrouillengang sehr rege. Häufig wurden bei Nacht und manchmal bei Nebel auch am Tage feindliche Patrouillen durch unser Feuer abgewiesen. Mehrere Male brachen auch nach Artillerie- und Minenfeuer stärkere feindliche Abteilungen – bis zu zwei Kompanien – überraschend in unsere Gräben ein; so in kurzer Folge nacheinander am 29.01., 3. und 4.2. Sie wurden unter Zurücklassung von Toten und Verwundeten im Gegenstoß wieder hinausgeworfen, konnten aber doch Gefangene und Beute – zweimal je ein Maschinengewehr – mitnehmen. Auch unsererseits wurden kleinere Patrouillenunternehmungen durchgeführt; am 26.1. gelangte die Sturmabteilung des Regiments unter Vizefeldwebel Heim nach Artillerie- und Minenvorbereitung bis in den ersten feindlichen Graben, fand ihn aber von der Besatzung geräumt. Ein größeres von einer aus Freiwilligen zusammengesetzten Sturmabteilung am 11.2. durchgeführtes Unternehmen misslang, weil die Artillerie das Feuer um 25 Minuten zu früh eröffnet hatte.“
Man begrub Josef Maier auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 5, Grab 705.
Sterbebild von Josef MaierRückseite des Sterbebildes von Josef Maier
Der Soldat Anton Oxler wurde am 14.12.1885 in Deisenhofen geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter in der 10. Kompanie des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Seit dem 05.11.1914 wird Anton Öxler vermisst. Am 10.12.1914 wird er zunächst als schwer verwundet gemeldet. Offensichtlich haben Kameraden im Gefecht beobachtet, wie er schwer verwundet wurde, ohne ihn bergen zu können, und eine entsprechende Meldung weitergegeben. Am 22.01.1916 wird er darüber hinaus als vermisst gemeldet. Am 09.03.1917 erfolgt schließlich die offizielle Meldung, dass Anton Öxler bei La Maison blanche (Kämpfe bei Loretto in Artois) gefallen sei.
Über die Todesumstände von Anton Öxler berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:
„Am 05.11.1914 gegen 9 Uhr vormittags beginnt die französische Artillerie unsere Stellung bei La Maison blanche mit nie vorher erlebter Tollwut zu beschießen. Im Graben der 11. Kompanie sitzen Volltreffer schweren Kalibers, einer neben dem anderen. Der Eindruck ist so furchtbar, dass 10 – 20 Leute weichen, bei der Befehlstelle aber mit Mühe aufgehalten werden. Schwer lastet die Verantwortung auf dem Führer von III./R. 12. Ein Unteroffizier meldet ihm, dass die 11. Kompanie nur noch aus 20 Mann besteht und ganze Gruppen tot seien; in jenen kritischen Stunden zeigt der Reservist Dominikus Dauner (11.), Maurer aus Rechbergreuthen, sich als hervorragender Soldat. Obwohl verwundet, muntert er seinen linken Nebenraum mit den Worten auf: „Ich bin verwundet, das macht nichts, deswegen schieße ich doch. Wir dürfen hier nicht heraus, sonst ist die 12. mKompanie verloren!“ Und zum rechten Nebenmann sagt er: „Ich gehe nicht, wir sind ja nicht mehr so viele!“ Teile der 10. Kompanie weichen auf Befehl den unausgesetzt einschlagenden, schweren Granaten aus. Der Gefreite der Landwehr Ernst Stefan (9.), Landwirtschaftslehrer aus Gaisdorf, merkt dabei, dass vier Leute am alten Platz zurückgeblieben sind. Er will sie nicht im Stich lassen und holt sie nach. „Aushalten“ ist der Gedanke, der den Bataillonsführer beseelt. „Aushalten!“ ruft sein Adjutant, Leutnant Leonhard der 9. Kompanie zu, indem er zu ihr in die Stellung kriecht. Erst um 11 Uhr lässt die Wut des Feuers etwas nach. Sofort führt Leutnant Boxhorn, der Führer der 10. Kompanie einige wenige entwichene Leute wieder in die vordere Stellung. Der tapfere Gefreite Götz des Bataillonsstabes, Melder der 10. Kompanie, ermuntert die Leute dabei und will eben fünf Mann vorführen, als er durchs Herz getroffen fällt. Von 1 – 5.30 Uhr nachmittags setzt das feindliche Artilleriefeuer mit neuer Wucht ein. Ein Sturmversuch des Feindes gegen 3 Uhr scheitert. Minenwerfer mischen sich nun ein und man glaubt das Geräusch wie von herabfallenden Nägeln zu hören. Gegen 4.30 Uhr nachmittags steigert sich das Feuer wieder zum Vernichtungsfeuer. Als plötzlich das „en avant!“ der Franzosen zu hören ist, verlässt zwischen einfallenden Granaten der Bataillonsführer mit der Fahne und 8 Mann des Unterstabes die Befehlsstelle. Rechts von La Maison blanche sieht er den Feind in hellen Haufen herankommen. Er befiehlt Visier 500 und bringt im Verein mit der vorderen Linie den Sturmangriff zum Stillstand. Auch die Kompanien „Mack“ und „Wenk“ hatten ihre Stellung restlos behauptet. Die Schlacken der 10. und 11. Kompanie, im Ganzen etwa 40 Mann, wurden als Reserve zurückgenommen. Der Bataillonsführer stellt die Ordnung her. Zwei Maschinengewehre treffen von rückwärts ein. La Maison blanche war heldenhaft und mit Erfolg gehalten worden.“
Anton Öxler zahlte dabei mit seinem Leben den Preis.
Eine Grablage ist für Anton Öxler offiziell nicht bekannt. Ich vermute jedoch sehr stark, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy beigesetzt wurde, an der Stelle, an der er fiel und die später zu diesem Soldatenfriedhof wurde. Dort wurden auch seine Regimentskameraden begraben, die am gleichen Tag fielen, u. a.
Gefreiter Georg Baumeister, geboren 1890, gefallen am 05.11.1914 bei La Maison Blanche, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Gefreiter Georg Haugg, geboren 09.04.1882, gefallen am 05.11.1914 bei La Maison Blanche, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Gefreiter Joseph Stiglmeir, , gefallen am 05.11.1914 bei La Maison Blanche, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Landwehrmann Joseph Ailer, gefallen am 05.11.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Sterbebild von Anton OxlerRückseite des Sterbebildes von Anton Oxler
Der Soldat Georg Vogler stammte aus Unterhaindlfing, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Wolfersdorf, und war der Sohn eines Landwirts (Gruberbauerssohn). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 11. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 18.02.1916 wurde er bei Blangy im Alter von 21 Jahren durch Verschüttung im Schützengraben getötet. Am 28.02.1916 wurde sein Leichnam ausgegraben.
Man begrub Georg Vogler auf dem Soldatenfriedhof Billy-Montigny in Block 5, Grab 128.
Sterbebild von Georg VoglerRückseite des Sterbebildes von Georg Vogler
Der Soldat Martin (Schreibfehler auf Sterbebild) Heiß stammte aus der bayerischen Gemeinde Dettendorf und war der Sohn eines Schmieds (Bergschmiedssohn). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Ersatz-Reservist in der 6. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 09.05.1915 fiel er im Alter von 31 während der Schlacht bei Arras in der Nähe von Fampoux.
Über die Todesumstände von Martin Heiß berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:
„09.05.1915 begann um 6 Uhr vormittags die Beschießung von Fampoux, die sich gegen 8 Uhr vormittags beträchtlich steigerte. Da auch andere Unterkünfte beschossen wurden und bedrohliche Nachrichten einliefen, wurde das Regiment alarmiert und die Regiments-Befehlstelle am Bahndamm besetzt. In Stellung befanden sich am rechten Flügel: 6., 7., 8., 5. Kompanie. Zur Verstärkung wurden im Lauf des Vormittags in die 2. Linie vorgeschoben: 9. hinter 6., 11. hinter 7., hinter 8. und 5. die 10. und 12. Kompanie.
Um 11 Uhr vormittags nahm die Stärke des feindlichen Feuers immer mehr zu, auch Sperrfeuer setzte gegen den Bahndamm ein. Durch einen Volltreffer wurden hier 2 Offiziere und 18 Mann getötet. Das I. Bataillon wurde am Bahndamm Reihenfolge 4., 2., 3., 1. Kompanie bereitgesetllt. Von 12 Uhr Mittag ab steigerte sich das Feuer zu größter Heftigkeit. Um 2.45 Uhr nachmittags begann der Angriff in 2 Wellen, der sich gegen die Freifeldstellung des Regiements richtete. Der Angriff wurde abgeschlagen, 200 tote Franzosen lagen vor der Stellung. Ungefähr 40 Franzosen, die sich in einer Sappe am rechten Flügel festgesetzt hatten, wurden daraus durch die 6. Kompanie vertrieben und 16 Mann gefangen genommen. Um 3.05 Uhr nachmittags war die ganze Stellung wieder im Besitz des Regiments. Das Artilleriefeuer lebte später in großer Stärke auf, so dass ein Angriff vermutet werden konnte, der aber nicht erfolgte. Erst 7 Uhr abends trat einige Ruhe ein. Insgesamt wurden 44 Gefangene gemacht.“
Und Martin Heiß war gefallen. Doch von den Verlusten war nicht die Rede. „Im Westen nichts Neues„.
Offiziell ist für Martin Heiß keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass seine Gebeine, wenn sie geborgen werden konnten, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy begraben wurden, wo auch seine Regimentskameraden beigesetzt wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Unteroffizier Bernhard Faber, gefallen am 09.05.1915 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Infanterist Josef Priller, gefallen am 30.05.1915 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Wehrmann Ludwig Blank, gefallen am 09.05.1915 bei Saint-Laurent (Arras), begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Unteroffizier Karl Bornemann, gefallen am 09.05.1915 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in block 1, Grab 520.
Sterbebild von Martin HeißRückseite des Sterbebildes von Martin Heiß
Der Soldat Ludwig Maier stammte aus Englbrechting (heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Wurmsham) und war der Sohn eines Schneidermeisters. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 3. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 04.06.1915 fiel er im Alter von 31 Jahren in der Nähe bei Arras, genauer gesagt zwischen Saint-Nicolas (Pas-de-Calais) und Fampoux.
Über den Todeszeitraum von Ludwig Maier schreibt die die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:
„Am 03.06.1915 aber begann die Feuervorbereitung für den 2. Angriff, die bis zum 16.06. ununterbrochen andauerte. Das Feuer richtete sich gegen die Kompanien am rechten Flügel und die Hälfte der südlich davon stehenden Kompanien, die Graben 2. Linie und die Annäherungswege. Durch die 14tägige Beschießung bei Tag und Nacht auch mit schwersten Kalibern 17,5 – 22 cm wurden diese Teile beinahe völlig zusammengeschossen. Gräben und Wege waren verschüttet, Granattrichter an Granattrichter entstanden. Geradezu von entscheidender Bedeutung wurden die guten Unterstände, die nie durchschlagen, aber oft eingedrückt wurden. Nicht immer gelang es, die Besatzung lebend herauszubringen. Besondere Arbeit erforderte täglich das Stützen der eingedrückten Unterstände. Ein gedeckter Verkehr war nicht mehr möglich. In den letzten 8 Tagen fand ein aussichtsloser Kampf gegen die Zerstörung durch die Artillerie statt. In den damals besonders dunklen Nächten, andauernd gestört durch Artilleriefeuer, waren alle verfügbaren Kräfte einschließlich Kavalerie-Schützenzug und Rekruten in Bewegung und an der Arbeit, so dass bei Nacht größere Verluste als bei Tag eintraten. Am Morgen war aber nach einer Stunde Beschießung wieder die alte Verwüstung angerichtet. Der Zustand der Mannschaft verschlechterte sich von Tag zu Tag, ein hoher Krankenstand, die durch die schwere Kaliber hervorgerufene seelische Zermürbung, die staubige, heiße Luft und der starke Verwesungsgeruch der Leichen, hauptsächlich aber die völlige Machtlosigkeit der an Zahl weit überlegenen feindlichen Artillerie gegenüber führten zum Schluss zu einer Erschöpfung, die sich in todesähnlichem Schlaf, allgemeiner Teilnahmslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit, am gefährlichsten aber in einer Alarmmüdigkeit äußerte.“
Man kann nur erahnen, welch grauenvolle Verhältnisse rund um Ludwig Maier herrschten. In den Regimentsgeschichten wurde nur äußerst selten das extreme Leiden der eigenen Soldaten so detailiert und schonungslos dargestellt, wie es hier in diesem Buch geschah. Um so schlimmer wird die Realität gewesen sein.
Die Lage des Grabes von Ludwig Maier ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch nach meinen Recherchen, dass er, wenn sein Leichnam geborgen und begraben wurde, dies auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast anonym in einem Massengrab geschah, weil seine Gebeine nicht mehr zu identifizieren waren. Dort wurden in der Regel die Soldaten begraben, die bei Fampoux gefallen waren, u. a.
Musketier Alfred Schappert, gefallen am 24.05.1918 bei Fampoux, begraben auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 6, Grab 1046;
Gefreiter Robert Walter, gefallen am 24.05.1918 bei Fampoux, begraben auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 15, Grab ;479;
Pionier Gustav Dierking, gefallen am 26.07.1915 bei Fampoux, begraben auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 16, Grab 1094.
Sterbebild von Ludwig MaierRückseite des Sterbebildes von Ludwig Maier