Sonderbeitrag: Philipp Amend

Der Soldat Philipp Amend wurde am 18.12.1880 in der hessischen Ortschaft Treis an der Lumda geboren, einem Stadtteil von Staufenberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 7. Kompanie des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 15.09.1914 fiel er im Alter von 32 Jahren an der Marne in Frankreich bei Cerney-en-Dormois.

Über den Todestag und die Todesumstände von Philipp Amend berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Am 15.9. 1° vorm. wird das Regiment alarmiert. Abmarsch 2° vorm. in Reihenfolge III., II., I. über Fontaine–Rouvroy nach der Straßengabel 1,5 km südwestl. Cernay-en-Dormois, wo selbst Aufstellung genommen wird. Das Regiment steht der 15. R.D. zur Verfügung. Von 7° vorm. ab liegt die Straße und das Gelände westlich davon unter heftigem Artilleriefeuer. II. und I. nehmen 11³⁰ vorm. Aufstellung nördlich der bewaldeten Höhe, westlich Höhe 155 (la Justice), etwa 1,8 km südwestl. Cernay. III. bleibt an der Straßengabel. 3° nachm. wird bei einem Erkundungsgang der Regiments-Führer, Oberstlt. Krause, schwer verwundet, der stellvertr. Regts.Adj. Lt. Vogt, fällt. Major Müller übernimmt die Führung des Regiments. Um 4° nachm. wird er von einer Abteilung Res.-Feld.Art. 15 dringend um Hilfe gebeten, weil deren rechte Flanke von vorgehender französischer Infanterie bedroht wird. Sofort wird die gerade eben von Bertrix eingetroffene 6. Komp. zum Schutze der Artillerie eingesetzt, der Rest des Bataillons nachgezogen. Die 5. Komp. verlängert die bald im Gefecht stehende 6. Komp. nach rechts, 7. und 8. Komp. bleiben mit zweiter Linie hinter den Flügeln. Die Stärke des Gegners von ein bis zwei Bataillonen veranlaßt auch den Einsatz von 7. und 8. Komp. I. wird herangezogen und verlängert mit 2. und 3. Komp. die Schützenlinie mit dem Befehl, die 191 (später Cherneux) nordwestlich vorgelagerte Höhe, die später Kellerhöhe genannt wurde, zu nehmen. I. wird hierbei von II. unterstützt. Bald darauf treten 1. und 3. Komp. in 191 ein, die anderen nehmen am Angriff teil. Von der genommenen Stellung wird starkes feindliches Artilleriefeuer eröffnet. Im weiteren Verlauf des Nachmittags erfolgt starker Angriff des französischen Gegners, der 191 nimmt. Nach Rückzug der deutschen Artilleriefeuer, aus der Etangschlucht förderndes und verlustbringendes Infanterieflankenfeuer. Trotzdem geht es ruhig vorwärts, auf 191 zu. Gegen Abend suchen von Maßiges aus starke französische Kräfte den rechten Flügel zu umfassen, das flankierende Feuer der Artillerie wird stärker, Unterstützungen für die geschwächten Bataillone treffen nicht ein. Das zur Verfügung der Brigade stehende III. kann nicht rechtzeitig erreicht werden, weil es offenbar dem Regiment zu melden – seinen Standort verlassen hat. I. und II. sehen sich daher unter dem starken Druck des Gegners gezwungen, in die Gräben am Abhang von Punkt 199 zurückzugehen. II. wird nordl. der Höhe in der Nacht gesammelt und bezieht den Westhang der Etangschlucht, I. hält und bleibt in den Gräben auf 199. Während des Tages fallen von Offizieren: Lt. Vogt, Lt. Winkler, Lt. Bär, Off.-Stellv. Hofmann, Off.-Stellv. Thorn. Verwundet werden Spth. Laubis, Lt. Meyer, sämtlich II. Von Unteroffizieren und Mannschaften des I. und II. fielen, vermittelt 56, (nachab alle gefallen, die später nach Erstürmung von Höhe 191 festgestellt wurde), verwundet 180. II. meldet 2 Tote und 12 Verwundete. Am Abend des 15.9. greift das II. außer dem Führer, Major Müller, und dem 3. Komp. um Abiturienten an. Nachdem Lt. Rühl über Offiziere mehr. Die Kompagnien werden von Rießfeldwebeln geführt. Am 16.9. 10 vorm. wird I. auf Höhe 199 abgelöst, II. verbleibt in seiner Stellung. I. wird rechts des II. rückwärts gestaffelt, im Grunde nördlich der Chaußion-Ferme aufgestellt. 7³⁰ nachm. rückt das Regiment auf Befehl der 15. R.D. nach Höhe 155 (la Justice), um die 22. Inf.-Brig. des VI. A.K. abzulösen. III. bezieht die Stellung westlich Punkt 150 an der Straße Cernay–Bille-sur–Tourbe (Brietterie), I. die Stellung an der Ostsee der bewaldeten Kuppe, westlich der Höhe 155, II. verbleibt in Reserve am Nordhang der bewaldeten Kuppe (Sargdebel) westlich 155 (Kreuzhügel). Am 18. 9. übernimmt Lt. Schäfer die Führung des II., während R. 17 unterstellt und löst ein Batl. dieses Regiments westlich Höhe 199 ab. Am 20. 9. 7³⁰ nachm. trifft die Meldung ein, daß feindliche Schützen gegen den rechten Flügel des II. vorgehen. Die in Reserve liegende 5. Komp. wird in die Stellung geschickt; vorgetriebene Kundschafter stellen jedoch fest, daß das Vorgelände vom Feinde frei ist. Trotzdem entwickelt sich gegen 12° nachts ein lebhaftes Feuergefecht, ein Angriff erfolgt jedoch nicht. Die dauernden Schwierigkeiten in der Verpflegung und die andauernd naße Witterung rufen zahlreiche Darmerleiden bei den Mannschaften hervor; die Stimmung leidet dadurch, das Aussehen der Leute wird schlechter, sich zusehends.“

Man begrub Philipp Amend auf dem Soldatenfriiedhof Servon-Melzicourt in einem Massengrab.

Die Todesanzeige für Philipp Amend im Gießener Anzeiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.943: Johann Rehm

Der Soldat Johann Rehm wurde am 06.01.1883 in Grafenaschau geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Schwaigen. Er war Holzarbeiter. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 10. Kompanie des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem  bayerischen Militär-Verdienstkreuz ausgezeichnet. Am 13.04.1918 fiel er nach 45 Monaten Kriegsdienst im Alter von 35 Jahren während der Kämpfe in Flandern und bei Armentières in der Nähe von Neuve Chapelle.

Über den Todestag und die Todesumstände von Johann Rehm berichtet die Regimentsgeschichte des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Das feindliche Artilleriefeuer dauerte auch während der Nacht an. Am 13.04. sollte nach entsprechender Artillerievorbereitung der Angriff gegen den Nieppe-Wald zur Durchführung kommen und zunächst die davorliegenden Gehöfte in die Hand genommen werden. Zu diesem Zwecke wurde rechts von III./R. 19 ein Bataillon Reserve-Infanterie-Regiment 23 und links davon ein Bataillon Reserve-Infanterie-Regiment 22 bereitgestellt. Für das III. Bataillon war als Angriffsziel die Gebäudegruppe Vert Bois bestimmt.

Die feindlichen Flieger waren wieder erschienen, sobald das Wetter sichtig geworden war und leiteten das Artilleriefeuer des Gegners.

Trotzdem kam das Bataillon, das nach kräftiger Artillerievorbereitung 4.30 Uhr nachmittags antrat, zunächst gut vorwärts. Die 10. und 12. Kompanie in vorderer Linie unterstützt durch die Maschinengewehr-Kompanie nahmen in zähem, verlustreichem Ringen ein Gehöft nach dem anderen in Besitz, wobei sich die drei Kompanieführer, Leutnant der Reserve Bengel, Grob und Christmann durch persönlichen Schneid besonders hervortraten.

Die am weitesten nach Norden vorgedrungene 10. Kompanie befand sich fortgesetzt in bedrängtester Lage. Der Gegner versuchte wiederholt sich wieder in den Besitz der ihm abgenommenen Gehöfte zu setzen. Bei einem derartigen Vorstoß bewies der Infanterist Josef gehring große Kaltblütigkeit und Umsicht. Er richtete trotz feindlicher Belästigung das wohlgezielte Feuer seines linken Maschinengewehres von gut gewähltem Platze aus auf die Engländer, wodurch er erreichte, dass der Feind sich eingrub. Als jedoch die eigenen schwachen Kräfte am äußersten linken Flügel vor der drohenden feindlichen Übermacht abbröckeln wollten und dadurch die Gefahr einer Umklammerung der rechts anschließenden Teile verursachten, ermunterte er durch Zuspruch mit erfolg die Wankenden zum Aushalten.

Der Gefreite Georg Högerle, der die Gefahr erkannte, die der Kompanie drohte, sprang aus eigenem Entschluss im heftigsten Infanterie- und Maschinengewehrfeuer zu dem 259 Meter weiter rückwärts in Deckung liegenden Unterstützungszug zurück, schilderte dessen Führer die Lage und erbot sich, den Zug nach vorne zu führen. Beim Vorführen ermunterte er durch Worte und sein eigenes tapferes Beispiel zögernde Kameraden zum Mitgehen und brachte dadurch die dringend notwendige Unterstützung rechtzeitig an Ort und Stelle.

Beide wurden mit der silbernen Tapferkeits-Medaille ausgezeichnet.

Da die linke Anschlusstruppe zurückblieb, gelang es nicht, den stützpunktartig ausgebauten und durch flankierendes Feuer geschützten Westteil von Vert Bois zu nehmen.

Die wackere Truppe musste sich mit dem Erreichbaren begnügen und richtete sich in den genommenen Stellungen zur Verteidigung ein. Um 4 Uhr vormittags wurde das Bataillon durch I./R. 19 abgelöst und rückte als Regiments-Reserve nach Regniers le Clerc südlich des Kanales.“.

Man begrub Johann Rehm auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines in einem Massengrab.

Sterbebild von Johann Rehm
Rückseite des Sterbebildes von Johann Rehm

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.942: Jakob Klein

Der Soldat Jakob Klein wurde am 25.07.1890 in Vorderkehr, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Bad Kohlgrub, geboren und war Zimmermann. Im Ersten Weltkrieg diente er als Krankenträger in der 1. bayerischen Sanitäts-Kompanie. Am 14.06.1916 verstarb er während der Schlacht um Verdun im Alter von 25 Jahren in Ville-devant-Chaumont (hör- und Schreibfehler auf dem Sterbebild).

Man begrub Jakob Klein auf dem Soldatenfriedhof Ville-devant-Chaumont in Block 1, Grab 54.

Sterbebild von Jakob Klein
Rückseite des Sterbebildes von Jakob Klein

Sonderbeitrag: Sammy Rothenberger

Der jüdische Soldat Semmy Rothenberger wurde am 24.07.1883 in der hessischen Universitätsstadt Gießen geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 8. Kompanie des 116. Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde am 24.09.1914 bei Servon schwer verwundet. Am 26.09.1914 verstarb er im Alter von 31 Jahren im Kriegslazarett 1 des XVIII. Armee-Korps in Sedan.

Man begrub Semmy Rothenberger auf dem jüdischen Teil des Neuen Friedhofs in Gießen.

Die Todesanzeige für Sammy Rothenberger im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag Hugo Freiherr von Nordeck zur Rabenau

Der Soldat Hugo Freiherr von Nordeck zur Rabenau wurde am 25.10.1873 in der hessischen Universitätsstadt Gießen geboren. Er war Großherzöglicher hessischer Kammerherr. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Hauptmann der Schutztruppe a. D. in der 9. Kompanie des 81. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 10.09.1914 fiel er bei Vassincourt an der Maas.

Die Lage des Grabes von Hugo Freiherr von Nordeck zur Rabenau konnte ich nicht ermitteln.

Die Todesanzeige für Hugo Freiherr von Nordeck zur Rabenau im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Carl Witkop

Der Soldat Carl Witkop (Verlustliste & Regimentsgeschichte: Karl Moritz Wittkop) stammte aus der hessischen Stadt Braunfels und lebte in der Nachbarstadt Weilburg an der Lahn. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Vizefeldwebel (Verlustliste: Unteroffizier) in der 11. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 27.09.1914 fiel er in Frankreich an der Somme. Er wurde bei Fresnoy getötet.

Über den Todestag und die Todesumstände von Carl Witkop berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Infanterie-Regiments:

„Der nächste Mittag (27. Sept.) brachte wieder einen Angriffsbefehl. Es sollte sofort gegen Fresnoy angetreten werden. Der Angriff sollte das weiter rechts vorgehende XXI. A.K. entlasten. Aber er war bei dem Mangel an jeglicher Vorbereitung zur Aussichtslosigkeit verurteilt. Gleich der Anfang zeigte dies: Der linke Flügel des II. Batls. konnte infolge rasenden Feuers aus der linken Flanke, wo der Gegner noch bei Waucourt lag, nicht aus dem Graben herauskommen. So sprang gegen 3 Uhr nachm. nur das III. Batl. zusammen mit dem II./117 aus der Deckung und stürmte gegen die Route nationale Roye—Péronne vor. Trotz heftigen Feuers erreichten sie die Straße. Aber diese lag unter so starkem Artilleriefeuer, daß man sie nicht überschreiten konnte. Zwar gelang dem III. Batl. und einer Abteilung des II. die Wegnahme der Ferme de l’Abbaye, aber weiter war nicht vorzukommen, da die linke Flanke vollständig offen lag. Die Bataillone blieben also vor der Straße liegen. Auch die Truppen des XXI. A.K. gingen rechts nicht weiter vor, schickten vielmehr die Meldung, daß der beabsichtigte Zweck ihres Scheinangriffs erreicht sei. Deswegen wurden bei Einbruch der Dunkelheit die vor der Straße liegenden Kompagnien wieder in die Ausgangsstellung zurückgenommen. Leib- und 3. Komp. wurden wegen der Länge des Abschnitts zwischen dem II. und III. Batl. eingeschoben. Der Feind blieb während der Nacht jenseits der großen Straße, so daß die Krankenträger der Bataillone und der Sanitätskompagnie das Vorgelände nach Verwundeten absuchen konnten. An Offizieren wurden in diesen Kämpfen vor Gruny Lt. Bertermann, Clar, Schäfer und Spangenberg verwundet.

Die zwei folgenden Tage brachten keine Veränderung der Lage. Nächtliche Patrouillen meldeten eifriges Schanzen des Gegners am Bahndamm Roye—Chaulnes. Starker Gefechtslärm links ließ auf schwere Kämpfe der Regimenter 115 und 118 und der 21. I.D. schließen. Am 29. lag das III. Batl. rechts, das I. links in der Stellung vor Gruny, das II. als Reserve in Sept Fours. Da eröffnete gegen Mittag unsere Artillerie ein heftiges Feuer auf den Bahndamm und das Dorf Fresnoy. Die Infanterie horchte auf. Sie war für solche Dinge feinhörig geworden. So kam der Angriffsbefehl am 30. nicht unerwartet. Um 2 Uhr nachm. hieß es: Fresnoy ist anzugreifen, bis 4 Uhr nachm. soll der Bahndamm überschritten sein. Das Regiment gab hierzu folgenden Befehl: „In vorderer Linie geht das I. Batl. (links) und das II./117 (rechts) vor; Trenungslinie beider Bataillone ist der Weg Crémery—Fresnoy. Das III. Batl. folgt hinter der Mitte, das II. bleibt mit zwei Bataillonen des I.R. 117 als Divisionsreserve in Thilloy.“

Gegen 3 Uhr nachm. traten die beiden vorderen Bataillone an; unser I. Batl. hatte die 3. und 4. Komp. vorn, dahinter die 2., die Leibkompagnie in dritter Linie. Wieder überschüttete die feindliche Artillerie die vorgehenden Schützenwellen an der großen Straße, besonders in der Nähe der Ferme, mit einem Hagel von Geschossen, die von Roye her prasselnd durch die hohen Baumriesen fegten und sie wie Streichhölzer knickten. Aber diesmal gelang es, die Straße zu überschreiten. Auch das vom Bahndamm her einsetzende Infanteriefeuer konnte, so höllisch es durch die Lüfte pfiff, die Kompagnien in ihrem Anlauf nicht aufhalten. In schnellen Sprüngen arbeiteten sich die vorderen Wellen an den Gegner heran und stürmten den Bahndamm. Es war 4 Uhr nachm. Aber jenseits des Bahndamms wollte es nicht mehr vorwärts gehen. Der Dorfrand von Fresnoy war wie eine Festung ausgebaut und stark besetzt und die Gefechtsstärke unserer Kompagnien so gering. Alles mußte auf freiem Felde liegenbleiben und auf Unterstützung warten. Inzwischen war das II. Batl. mit dem III./117 von Thilloy nach Crémery vorgerückt, während sich das III. Batl. aus seiner Stellung bei Gruny auf das brennende Fresnoy vorarbeitete, um dem I. Hilfe zu bringen. Gleichzeitig eilte auch das I./117 seinem II. Batl. zu Hilfe. Die Nacht war bereits heraingebrochen, als diese beiden Bataillone in der vorderen Linie einschwärmten. Auch sie hatten sich erst durch starkes Artilleriefeuer und vom Bahndamm ab durch den Kugelregen durcharbeiten müssen. Nach nochmaliger starker Artillerievorbereitung wurde um 11.30 nachm. zum Sturm angetreten. Die brennenden Häuser wiesen den Angreifern den Weg. Gleichzeitig mit den vier Bataillonen der Regimenter 116 und 117 lief von Nordosten aus der Richtung von Liancourt her ein Bataillon des I.R. 70 gegen das Dorf an. Der Sturm glückte glänzend. Überall wurden die feindlichen Stellungen unter gellendem Kriegsgeschrei im Bajonettangriff genommen, wobei es an vielen Stellen zu verzweifeltem Nahkampf kam. Sofort stießen die Kompagnien durch die gespenstisch erleuchteten Straßen dem fliehenden Gegner nach bis zum Westrand des Dorfes. Hier machten sie halt. Es war um Mitternacht. Eiligst wurden die völlig vermischten Verbände, so gut es ging, geordnet. Dann wurden den einzelnen Bataillonen ihre Verteidigungsabschnitte zugewiesen. Und dann Spaten raus! Das I. Batl., rechts an I.R. 117 angelehnt, hob einen Graben zwischen den Wegen Fresnoy—Parvillers und Fresnoy—Damery aus; das III. baute links anschließend seine Verteidigungsstellung bis zu dem Wege Fresnoy—Goyencourt. Zur größeren Sicherheit wurde die M.G.K. an den Ostrand von Fresnoy vorgezogen. Da die 12. Komp. am linken Flügel des Regiments bis zum Morgen keinen Anschluß nach der Flanke fand, drohte an diesem Punkte eine Zeitlang die Gefahr eines Rückschlags. Aber der Vorstoß, den der Gegner beim Morgengrauen aus Damery heraus machte, war mit zu schwachen Kräften angesetzt und konnte daher leicht zurückgewiesen werden.“

Die Lage des Grabes von Carl Witkop ist unbekannt.

Die Todesanzeige für Carl Witkop im Gießener Anzeiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.941: Johann Hackl

Der Soldat Johann Hackl stammte aus der bayerischen Gemeinde Bad Kohlgrub und war der Sohn eines Schuhmachermeisters. Im Ersten Weltkrieg diente er als Reservist in der 7. Kompanie des 15. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 28.03.1916 verstarb er im Alter von 32 Jahren in Frankreich (Lothringen) in einem Kriegslazarett, nachdem er durch einen Granatsplitter schwer verwundet worden war.

Man begrub Johann Hackl auf dem Soldatenfriedhof Briey in Block 3, Grab 217.

Seine Heimatgemeinde Bad Kohlgrub gedenkt Johann Hackl noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/bad-kohlgrub_kirche_lk-garmisch-partenkirchen_1870_wk1_wk2_bay.html

Sterbebild von Johann Hackl
Rückseite des Sterbebildes von Johann Hackl

Sonderbeitrag: Wilhelm Feller

Der Soldat Wilhelm Feller stammte aus der hessischen Stadt Lollar. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Hauptmann und Kompanieführer in der 6. Kompanie des 112. Infanterie-Regiments. Am 21.08.1914 (Regimentsgeschichte und Volksbund: 20.08.1914) fiel er während der Kämpfe in Lothringen nahe der Ortschaft Saarburg (französisch: Sarrebourg).

Über den Todestag und die Todesumstände von Wilhelm Feller berichtet die Regimentsgeschichte des 112. Infanterie-Regiments:

„20. August: Allgemeine Lage: Der Feind war der ausweichenden 6. Armee nur langsam und zögernd gefolgt. Um Klarheit zuschaffen, ob ein feindlicher Hauptangriff durch Lothringen bevorsteht, entschließt sich der Führer der 6. Armee mit 6. und links anschließender 7. Armee zum Angriff überzugehen. 9:15 vorm. entwickelt sich das Regiment zum Angriff. RechterFlügel geht auf Kapelle südlich Saarburg, linker Flügel auf Kirchturm Bühl. Es sind eingesetzt: rechts III., links II., I. folgt hinterder Mitte. Beim Ueberschreiten des Bahndammes ostwärts Saarburg erhalten die Kompagnien Infanteriefeuer aus Richtung Riedinger Bahnhof. Der Angriff geht zunächst durch den Wustholz Wald durch und dann gegen Bühl. 1:45 ist der Ort Bühl, den der Feind heftig verteidigte, genommen und 100 Gefangene gemacht. Mit neugeordneten Verbänden steht das Regiment 3:00 nachm. am Westrand Bühl, die Reserve am Nordausgang des Ortes. Gegen 5:30 nachm. geht der Angriff auf die Höhen südlich Saarburg weiter. Der rechte Flügel des Regiments an der Straße Bühl, Saarburg erhält heftiges Infanteriefeuer aus den Kasernen und Friedhof Saarburg. 2 Kompagnien des Reserve-Bataillons werden am rechten Flügel eingesetzt, der Angriff geht langsam weiter. UmSaarburg wird vom I. Bahr. A.K. noch hart gekämpft. Endlich ist Saarburg genommen, die feindliche Infanterie geht hinter die Höhen südlich Saarburg zurück. Das Regiment erhält 6:40 nachm. den Befehl sich hinter der Höhe dicht südlich Saarburg zu sammeln. Während des Sammelns erfolgt ein feindlicher Gegenangriff vom Mückenhof und dem Rhein-Marne-Kanal her, der unter schwerenVerlusten für den Feind abgewiesen wird. Die Nacht verbringt das Regiment auf dem Sammelplatz. Auf der ganzen Linie zwischen Metz und den Vogesen waren die Franzosen geworfen. Die 6. und 7. Armee setzen am folgenden Tagdie Verfolgung fort.“

Man begrub Wilhelm Feller auf dem Soldatenfriedhof Plaine-de-Walsch in Grab 39.

Die Todesanzeige für Wilhelm Feller im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Willi Fink

Der Soldat Willi Fink stammte aus der hessischen Universitätsstadt Gießen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Granadier in der 9. Kompanie des 2. Garde-Reserve-Regiments. Am 17.08.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme.

Man begrub Willi Fink auf dem Soldatenfriedhof Maissemy in Block 2, Grab 1.319.

Todesanzeige für Willi Fink im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Eugen Wirth

Der Soldat Eugen Wirth stammte aus der Stadt Eppingen im heutigen Bundesland Baden-Württemberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als kriegsfreiwilliger Oberjäger in der 3. Kompanie des Garde-Schützen-Bataillons. Man zeichnete ihn mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit der badischen Tapferkeitsmedaille aus. Am 13.08.1916 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen im Alter von 20 Jahren durch schwere Verwundung nahe Schweighausen bei Thann (französisch: Schweighouse-Thann).

Man begrub Eugen Wirth auf dem Soldatenfriedhof Cernay in Block 6, Grab 257.

In seiner Heimatstadt Eppingen gedenkt man Eugen Wirth noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2017/eppingen_lk-heilbronn_wk1_wk2_bw.html

Die Todesanzeige für Eugen Wirth im Gießener Anzeiger