Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.784: Franz Kaltenecker

Der Soldat Franz Kaltenecker wurde am 07.09.1893 in Prag geboren und lebte in Lenzingerberg, beides Ortsteile der bayerischen Gemeinde Hutthurm, und war der Sohn eines Landwirts (Gütlers). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 3. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde am 11.08.1914 bei der Schlacht bei Badonviller am rechten Bein schwer verwundet und starb am 13.08.1914 im Alter von 21 Jahren im Fledlazarett Blâmont.

Über den Todestag und die Todesumstände von Franz Kaltenecker berichtet die Regimentsgeschichte des 3. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Für den 10.08. ordnete daher das Generalkommando den Vormarsch aller bereits ausgeladenen Truppen über Blâmont und Cirey auf Badonviller – Râon l‘ Etape an. Demgemäß setzte die in vorderster Linie befindliche verstärkte 3 bayerische Infanterie-Brigade am 10.08. in den zwei Kolonnen den Vormarsch fort. Die bisherige Brigadereserve, I./3. bayerisches Infanterie-Regiment, wurde der rechten Kolonne (Oberst von Reck) unterstellt und von dieser als Vorhutbataillon bestimmt. Es stieß südlich Nonhigny auf feindlichen Widerstand, brach ihn rasch und erreichte Montreux. Die Gefechte des 10.08. bei Montreux einerseits und Parux und Bréménil andererseits waren die Feuertaufe des Regiments. Sie kosteten ihm 8 Tote und 38 Verwundete. Gegen den ebenfalls besetzten Bois des Haies westlich Montreux wurde das Gros entwickelt. Der Gegner nahm hier den Angriff nicht an, sondern ging auf Badonviller zurück. I./3. bayerisches Infanterie-Regiment stellte die Vorposten der Kolonne von Reck in Linie Neuviller (ausschließlich) – Wald nordwestlich Les Carrieres und wies dort bei der Battant-Mühle am 11.08. einen feindlichen Teilangriff zurück. Vorhut der linken Kolonne (Oberst Zehlin) war III./ 3. bayerisches Infanterie-Regiment. Es trieb am 10.08. den Gegner über Parux und Bréménil auf Badonviller zurück und erreichte Linie Battant-Mühle-Höhe südlich Les Carrieres. Dort schloss das bayerische Infanterie-Leibregiment an. In der Nacht zum 12.08. rückten I./3. und III./3. bayerisches Infanterie-Regiment als Brigadereserve nach Harbouey, das 1. bayerisches Infanterie-Regiment und II./ 3. bayerisches Infanterie-Regiment hielten neben dem bayerischen Infanterie-Leibregiment die vordere Linie. Am 12.08. früh morgens wirft sich plötzlich das bayerische Infanterie-Leibregiment auf den Feind, erobert in blutigem Ringen das Städtchen Badonviller und wirft den bedeutend überlegenen Gegner auf Peronne zurück.“

Die Lage des Grabes von Franz Keltenecker ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass er, wie seine Regimentskameraden, die am gleichen Tag fielen, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Reillon begraben wurde, u. a.

  • Gefreiter Joseph Wimmer, gefallen am 11.08.1914 bei Badonviller, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab;
  • Infanterist Kaspar Matthias Schmidt, gefallen am 11.08.1914 bei Badonviller, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab;
  • Infanterist Joseph Härtinger, gefallen am 11.08.1914 bei Badonviller, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab;
  • Reservist Johann Betz, gefallen am 11.08.1914 bei Badonviller, begraben auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Franz Kaltenecker
Rückseite des Sterbebildes von Franz Kaltenecker

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.779: Fritz Schulz

Der Soldat Fritz Schulz stammte aus Artern in Preußen und war Doktor der Geisteswissenschaften. Im Ersten Weltkrieg diente er als Leutnant der Reserve und Offiziersstellvertreter in der 1. Batterie des 6. Reserve-Feldartillerie-Regiments. Er wird während der ersten Flandernschlacht bei den Kämpfen an der Yser schwer verwundet und stirbt am 15.11.1914 in einem Lazarett in Köln verwundet.

Vermutlich wurde Fritz Schulz auf einem lokalen Friedhof in Köln im militärischen Bereich begraben. Das Grab dürfte heute noch existieren.

Todesanzeige für Fritz Schulz

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.778: Alexander Spielmann

Der Soldat Alexander Spielmann war in Leipzig-Reudnitz Lehrer. Im Ersten Weltkrieg diener er als Gefreiter in der 4. Kompanie des 47. Brigade-Ersatz-Bataillons. Zwischen dem 20.08. und 12.09.1914 fiel er an nicht mehr feststellbarem Ort.

Die Lage des Garbes von Alexander Spielmann ist unbekannt.

Todesanzeige von Alexander Spielmann

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.767: Engelbert Dörfl

Der Soldat Engelbert Dörfl wurde am 19.05.1894 in Hart in Bayern geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 4. Kompanie des 8. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments.Am  11.09.1916 fiel er im Alter von 22 Jahren bei den Kämpfen in den Karpathen in Siebenbürgen.

Über den Todestag und die Todesumstände von Engelbert Dörfl berichtet die Regimentsgeschichte des 8. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

Kämpfe am D‘ Ormului und auf der Magurita

Schon am 10.9. machte die 9. Kompanie einen erfolgreichen Angriff gegen D‘ Ormului, wo die Russen tags vorher in einen Teil der Stellung des Grenadier-Regiments 1 eingebrochen waren. Am selben Tage bemerkte das I. Bataillons, wie Russen scharenweise aus dem Walde hervortraten. In der Nacht hatte die 2. Kompanie erhöhte Bereitschaft, es rührte jedoch nichts. Da erschallte plötzlich am 11.9. 6 Uhr früh von der Magurita her das russische „Uah“ „uah“. Begreiflicherweise war die Kompanie trotz der ermüdenden Nachtwache in der kalten Gebirgsnacht sofort wieder frisch. Blitzschnell hatten die Russen – es sollen vier Bataillone vom 146. Regiment gewesen sein – die steile Höhe der Magurita erklommen, griffen das dort liegende Füssilier-Bataillon des Grenadier-Regiments 1 an und brachen vollkommen durch. Die auf dem linken anschließenden Sattel liegende 2. Kompanie (Führer Leutnant der Reserve Sundhausen) sandte zur Erkundung eine Patrouille aus, die wegen ihrer Gefährlichkeit aus lauter Freiwilligen bestand (Führer Offiziersstellvertrteter Stahlhofer mit Pöltl, Weitzhofer, Neumeier Johann und Georg, Braun, Schick, Schiele, Graf, Grill, Silbermann). Der Regimentskommandeur befahl, dass das III. Bataillon, das rechts von der Einbruchstelle lag, mit seinen beiden Unterstützungszügen (an seinem linken Flügel) von rechts, Teile des I. Bataillons von links her den Gegner hinauswürfen. Auch die herausgezogenen Trümmer des I. und II. Bataillons Grenadier-Regiments 1, die dem Regiment als Bataillon Grufe zur Verfügung standen, erhielten Befehl, von rechts her auf dem Höhenweg den Feind von der Flanke anzugreifen. Der tatkräftige Kommandeur des I. Bataillons, Major Prager, ließ die 4. (Führer Leutnant der Reserve Reuschl) und die 11. Kompanie von der Flanke her angreifen, außerdem setzte er sofort die 2. Kompanie zum Gegenstoß an. Er selbst befand sich mitten in der Schützenlinie. Der Sturm gelang vorzüglich; 9 Uhr vormittags waren die Russen geworfen; sie hatten schwerste Verluste. 285 Gefangene wurden eingebracht. Wir hatten 8 Verwundete zu bedauern, ferner 3 Tote (darunter der Leutnant der Reserve Schork), die auf dem Soldatenfriedhof zu Borsa unter mächtigen Kirkenkreuzen zur ewigen Ruhe gebettet wurden. Am Abend wurde das Füssilier-Bataillon des Grenadier-Regiments 1 herausgezogen. Unser I. und III. Bataillon hatten die Lücke auf der Höhe 1.463 zu schließen.“.

Die Lage des Grabes von Engelbert Dörfl ist, wie meist bei Gefallenen in Rumänien im Ersten Weltkrieg, unbekannt. Wie im o. a. Text angegeben, wurde er in Borsa auf einem Feldfriehdof begraben. Es ist allerdings sehr fraglich, ob das Grab heute noch existiert.

Sterbebild von Engelbert Dörfl
Rückseite des Sterbebildes von Engelbert Dörfl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.766: Anton Sinzinger

Der Soldat Anton Sinzinger stammte aus Watzing, einem Ortsteil der bayerischen gemeinde Tacherting, und war der Sohn eines Landwirts (Berschl-Bauer). Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter in der 2. Kompanie des 3. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Er wurde mit dem bayerischen Verdienstkreuz ausgezeichnet. Ende 1914 wurde er schwer verwundet, gesundete jedoch wieder. Am 21.08.1916 verstarb er im Alter von 28 Jahren während der Schlacht an der Somme in der Nähe von Martinpuich nach durch schwerer Verwundung.

Die Lage des Grabes von Anton Sinzinger ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy beigesetzt wurde, wo man auch seine Kameraden aus der 2. Kompanie begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Infanterist Sebastian Negele, gefallen am 21.08.1916 bei Martinpuich, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Infanterist Joseph Schmid, gefallen am 21.08.1916 bei Martinpuich, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Anton Sinzinger
Rückseite des Sterbebildes von Anton Sinzinger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.765: Georg Sigl

Der Soldat Georg Sigl wurde am 05.07.1890 in der bayerischen Gemeinde Aicha als Sohn eines Landwirts geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Tambour in der 12. Kompanie des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 05.09.1914 fiel er im Alter von 24 Jahren bei dem Gefecht bei Maixe.

Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Georg Sigl berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Gefecht bei Maixe
(oder auch bei „Crévic“ oder „bei Höhe 316“ oder auch bei „Einville“ genannt)

4. und 5.9.1915

Der rechte Flügel des deutschen Heeres war durch Belgien in Richtung Paris siegreich im Vormarsch. Es lag nahe, dass die Franzosen zur Verstärkung ihres angeschlagenen linken Heeresflügels Kräfte aus Lothringen dorthin zogen. Dies zu verhindern, wurde Angriff auf Lothringen befohlen. Das Ersatzkorps, III. bayerisches Armee-Korps und I. bayerisches Reserve-Korps, verstärkt durch verschiedene Belagerungsformationen, hatten den Angriff auf Nancy mit seinen Befestigungsgruppen durchzuführen. Zur Vorbereitung dazu sollte zunächst im Vorgelände der Festung Raum für die schwere Artillerie gewonnen werden. 2 Uhr nachmittags Vormarsch der 1. Reserve-Brigade vom Biwak über Henaménil, Bauzemont auf Einville. Beträchtliche Marschverluste infolge der Gluthitze. Bereitstellung: Reserve-Infanterie-Regiment 1 rechts, Reserve-Infanterie-Regiment 2 links zwischen Balhey und Einville. Demnächst sollte das Reserve-Infanterie-Regiment 2 die Höhe 316 nordwestlich Maixe nehmen und hatte am 05.09. früh in dem westlich davon gelegenen Wald von Crévic eingegraben zu sein. Vom Feinde, namentlich über dessen schwere Artillerie im Festungsvorgelände, war nichts bekannt. Nach der Tiefe des Angriffsraumes, der vorgerückten Tagesstunde und der Schwäche der Artillerie (eine Batterie) für die Brigade, sowie der Unklarheit über feindliche Gruppierung und Stärke eine gewaltige Aufgabe! Im Anschlusse rechts der Brigade stand 6. bayerische Infanterie-Division vom III. Armee-Korps; links und zwar südlich des Sânon-Kanals sollte die 2. Reserve-Infanterie-Brigade vorgehen.

Das Betreten der Ortschaften Maixe (nördliches Ufer) und Crévic (südliches Ufer des Kanals) – beide also an der Trennungslinie der Brigaden – die von der schweren Artillerie des Armeekorps in Brand geschossen werden sollten, war ausdrücklich verboten worden.

Eine bisherige Sicherungs-Abteilung der 6. bayerischen Infanterie-Division in Einville teilte noch mit, dass die französische Artillerie hervorragend eingeschossen sei, was sich unmittelbar darauf bei einer Beschießung des erkundenden Brigade- und Regimentsstabes bestätigte. Das Regiment mit zwei zugeteilten Kompanien 19. preußisches Pionier-Regiment entsandte nur zwei Kompanien (5. und 8.), durch den dichten, unwegsamen Wald, alles übrige in drei Linien II., III., I. Bataillon ging gegen 5 Uhr nachmittags südlich des Waldes von Einville vor, Der Westrand des Waldes durfte zunächst nur von Patrouillen überschritten werden. Das Vorgehen dorthin vollzog sich fast ohne Störung durch den Feind, erst im Südwestteil des Waldes gab es kleinere Zusammenstöße. Auf dem Angriffsfelde verrieten deutsche Tote, dass hier früher schon heftig gekämpft worden war.

Um das Herankommen der links zurückbefindlichen 2. Reserve-Infanterie-Brigade abzuwarten, musste die Fortsetzung des Angriffs vor der 1. Reserve-Brigade auf 9 Uhr abends verschoben werden.

III. Bataillon und 6. und 7. Kompanie hatten zu dieser Zeit unter Major Staudacher die Höhe 316 wegzunehmen und weiter aufzuklären. 5. und 8. Kompanie steckten noch im Walde. – Mondschein gebünstigte die Bewegung.

Regimentsstab, I. Bataillon mit Maschinengewehr-Kompanie und Pioniere – Reserve – und demnächst der Sanitätswagen mit Regimentsarzt folgten bis in den Grund des l‘ Etangbaches, wo ein Steg geschlagen wurde. Der Besitz der Höhe wurde bald gemeldet. Allmählich wurde aber erkannt, dass der Feind noch in Schützengräben auf dem eigentlichen plateauartigen Höhenkamme lag. Von hier aus und namentlich aus der linken Flanke – Richtung Maixe, das selbst heftig von der Artillerie des Armeekorps beschossen wurde, ohne zu brennen – lag während der ganzen langen Nacht stoßweise feindliches Infanterie- und Maschinengewehr-Feuer (rafales) auf unseren Linien und Reserven. Das Feuer wurde aber vorerst absichtlich nicht beantwortet, um unsere Stärke und Gruppierung nicht zu verraten. Das Eingraben in vorderster Linie war bei dem harten Boden und dem wenigen Schanzzeug nur in geringem Umfange möglich. Die Artillerie war in Unterkunft gegangen. Zum Schutz gegen feindliche Überraschung aus der linken Flanke, Richtung Maixe, wurde die 4. Kompanie (Storch) gegen Süden, 2. (Hofferberth) zur Verlängerung links des III. Bataillons eingesetzt. Später wurden zwei Maschinengewehr-Züge ins III. Bataillon, ein Zug in die 4. Kompanie eingeschoben, mit dem Auftrag, sobald nach dem Aufblitzen der Schüsse die feindliche Stellung festgestellt war, durch energisches Feuer den Feind nieder zu halten.

Die Fortsetzung des nächtlichen Angriffes bis zum Walde von Crévic unterblieb zunächst auf Befehl der Brigade wegen des Zurückbleibens der 2. Reserve-Brigade, der ungeklärten Verhältnisse vor der Front, sowie bei Maixe, und wohl auch wegen der Unklarheit beim Reserve-Infanterie-Regiment 1.

Das Angriffsziel – Wald von Crévic – konnte bis zur befohlenen Zeit nur noch gewonnen werden, wenn der Angriff spätestens bei Tagesanbruch mit starker Staffelung links und kräftiger Artillerieunterstützung, die ausdrücklich in der Nacht zweimal vom Regiment über die Brigade erbeten wurde, erfolgte.

Die Brigade stimmte dem zu und so stürmte das Regiment mit den Maschinengewehrzügen sowie den nächsten Teilen des Reserve-Infanterie-Regiments 1 nach heftigem Feuerschlag um 4.50 Uhr vormittags die stark besetzten feindlichen Gräben der Höhe 316..

Die Franzosen, etwa gleich stark, flohen namentlich in den Wald von Crévic, bedrängt von unseren Kompanien. 9. (Gaul) und 11. (Pfannenstiel) erreichen diesen Wald gegen 7 Uhr vormittags, während 10. (Hartlmaier) mit Maschinengewehr-Zug (Kleemann) und 12. (Dentler) feindliches Feuer aus Richtung nordöstlich Crévic erwiderten. 6. Molenar) und 7. (Hafelmayr) befanden sich im III. Bataillon verteilt eingeschoben.

Am linken Flügel beim I. Bataillon (Dittelberger) stürmten 2. und 4. Kompanie den Rand eines Weinberges, von dem aus das III. Bataillon empfindlich flankiert gewesen war. 3. (Dittmar) wurde links gestaffelt nachgezogen; 1. Bataillon (Rost) mit dem linken Flankenschutz des Regiments beauftragt.

Die zwei preußischen Pionierkompanien blieben Reserve.

Vor dem linken Flügel wurde um diese Zeit eine feindliche Marschkolonne – 1 – 1 ½ Regimenter mit Artillerie – im Rückmarsch von Petite Maixe – Crévic auf Sommerviller erkannt. Schwächere feindliche Infanterie bei Petite-Maixe und beim Friedhof Crévic lag noch immer im Feuer gegen Höhe 316. Offenbar wollten diese Truppen, die die schweren Beschießungen von Maixe und Crévic ausgehalten hatten, nun nach Nancy zurückmarschieren. Der überraschende Stoß des Regiments war geglückt und alles wartete gespannt auf unser Artilleriefeuer, und auf die Einwirkung der 2. Reserve-Infanterie-Brigade links, sowie der 6. bayerischen Infanterie-Division rechts. Die 3. Kompanie nahm die nächsten Teile der feindlichen Marschkolonne bei Petite-Maixe unter Feuer.

Die Franzosen stellten nun den Rückmarsch ein. Ihre Infanterie entwickelte gedeckt, verstärkte zunächst beim Friedhof nördlich des Kanals; zwei ihrer Batterien weiter östlich. Zugleich brach ein heftiges Artilleriefeuer aus südlicher Richtung los, das die Höhe 316 und die Hänge dahinter planmäßig und heftig überstreute. Während die Mitte und der linke Flügel stark durch Infanterie- und Artilleriefeuer litten, wurden 9. und 11. am Walde von Crévic emflindlich gefasst.

Die Franzosen flankierten ungehindert auf beiden Seiten; ihre Artillerie, namentlich schwere Artillerie der Festung Nancy, gab verheerendes Feuer ab.

Das brave Regiment, den glänzenden Sieg in Händen, kann ihn nicht halten, da die eigene Artillerieunterstützung ausblieb und die Nachbarbrigaden rechts und links zur Entlastung nicht fühlbar wurden. Trotz dieser bitteren Erkenntnis begann die unhaltbare Front nur langsam und zögernd abzubröckeln, die Teile, wo immer nur möglich, wieder Feuerhalte machend.

Major Staudacher, der die Front in der Hoffnung an das Eingreifen unserer Artillerie zu halten versuchte, fiel mit dem Ordonanzoffizier Leutnant Hochleitner durch Granatschuss. Dem unerschrockenen Verhalten des Hauptmann Dittelberger, der mehrmals verwundet, trotzdem die Führung in dieser entscheidenden Zeit beibehielt, gelang es am linken Flügel, die Rückbewegung planmäßig zu leiten. Er mit Leutnant Hanfstingel folgten als die letzten. Am rechten Flügel wirkten Hauptmann Hafelmayr und Oberleutnant Gaul an verschiedenen Punkten ebenso. In höchster Aufopferung schleppten die Mannschaften ihre Verwundeten, Führer und Kameraden mit zurück.

Maschinengewehrzüge, die den Angriff wirksam vorbereitet und mitgemacht hatten, wobei sich Oberleutnant Kleemann gegen den rechten französischen Flügel besondere Verdienste erwarb und trotz Brustverwundung aushielt, litten beim Zurückgehen besonders stark. Die Bedienung eines Gewehrs fiel vollständig aus. Infanterist Ganslmeier des Regiments mit Infanterist Gnotzer 2./Reserve-Infanterie-Regiment 1 brachten das Gewehr zurück. Die Franzosen wagten nicht auf die Höhe 316 zu folgen. Nur ungeheures Artilleriefeuer streute hinter die Höhe und zugleich setzte wieder starkes Infanterieflankenfeuer aus der Richtung Maixe ein. Eine kombinierte Kompanie aus den gestrigen Marschverlusten der Brigade erwies sich ungeeignet für Verwendung hiegegen. Von der eben erst aus dem Walde von Einville eintreffenden 8. Kompanie (Weißmann) wurde ein Zug gegen den flankierenden Feind entsandt. Der Führer, Leutnant der Reserve a. D. Pfister, Amtsgerichtsrat aus Passau (52 jähriger Kriegsfreiwilliger) (Leutnant Bernhard Pfister, geboren am 31.03.1862 in Klingenberg, gefallen am 05.09.1915 bei Maixe, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerberviller in einem Massengrab, Denkmal auf Arber ⇒ http://www.denkmalprojekt.org/2013/bayerisch-eisenstein_gr-arbersee_lk-regen_bay.htm), fiel und der Zug glitt wieder hinter die schützende Geländewelle.

Der gefallene Pfister wurde vom Regimentsstab während des Gefechtes an Ort und Stelle begraben und ihm ein stilles Gebet geweiht,

Zur Aufnahme des Regiments wurden nun 1. und 8. Kompanie, sowie die beiden Pionierkompanien an den Westrand des Waldes von Einville befohlen. Die 5. Kompanie (Korb-Müller) war im Anmarsch aus dem Walde von Einville, konnte aber nicht mehr eingesetzt werden.

Das Regiment war in musterhafter Haltung und Ordnung zurückgegangen und wurde rasch gesammelt. Nachdem das Bataillon Wucher vom Reserve-Infanterie-Regiment 12 die Aufnahmestellung übernommen hatte, wurde das ganze Regiment zur Saline von Einville zurückgenommen. Der dortige Offiziersappell, sowie Manschafts-Rapport, wies erschütternde Lücken auf:

241 Tote, darunter Major Staudacher, Hauptmann Storch, Oberleutnant der Reserve Hofferberth und Dittmar, die Leutnante Hochenleitner, Schmidmayer, die Leutnante der Reserve Dentler, Kellermann, Leutnant der Reserve a. D. Pfister, Offiziersstellvertreter Reder, Bächstein.

365 Verwundete, darunter Hauptmann Dittelberger, Hartlmaier, Oberleutnant Benzino, Pfannstiel, Oberleutnante der Reserve Helfer, Kleemann, Leutnante der Reserve Eisenschmid, Kaindl und Brey. Vizefeldwebel Offiziersstellvertreter Hilz, Diedrich, Reichold, Eigl.

Das Gefecht ist eine Rumestat des Regiments. Ganz allein auf sich angewiesen und trotz höchster Verluste haben Führer und Mannschaften Glänzendes und Vorbildliches geleistet“.

Die Lage des Grabes von Georg Sigl ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass Georg Sigl, wenn seine Gebeine bis heute geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller, wo man auch seine Kameraden der 12. Kompanie begrub, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Leutnant der Reserve Florentin Dentler, gefallen am 05.09.1914 bei der Höhe 316, 2 Kilometer nordwestlich Maixe, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab;
  • Infanterist Josef Kinateder, gefallen am 05.09.1914 bei Maixe, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab;
  • Infanterist Andreas Kölbl, gefallen am 05.09.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab;
  • Infanterist Heinrich Grünberger, gefallen am 05.09.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Georg Sigl
Rückseite des Sterbebildes von Georg Sigl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.757: Johann Wenzl

Der Soldat Johann Wenzl stammte aus Reschau, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Ruhstorf an der Rott, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 9. Kompanie des 12. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 29.06.1916 fiel er im Alter von 20 Jahren während der Schlacht um Verdun bei den Kämpfen auf Kalter Erde und bei Fleury-devant-Douaumont.

Für Johann Wenzl ist offiziell keine Grablage bekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass seine Gebeine, wenn sie bis heute geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville beigesetzt wurden, wo man auch seine Regimentskameraden der 9. Kompanie begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Infanterist Nikolaus Berchtold, gefallen am 28.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Landsturmmann Gustav Abrell, gefallen am 27.06.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Landsturmmann Georg Rendle, gefallen am 29.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Max Schwiebacher, gefallen am 27.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Johann Wenzl
Rückseite des Sterbebildes von Johann Wenzl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.756: Franz Hautz

Der Soldat Franz Hautz stammte aus Hofreit, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Kößlarn. Im Ersten Weltkrieg diente er als Landwehrmann in einem Regiment, das ich leider nicht ermitteln konnte. Die Angaben auf dem Sterbebild sind falsch. Am 05.11.1914 fiel er im Alter von 35 Jahren in Frankreich. Die Grablage von Franz Hautz ist unbekannt.

Sterbebild von Franz Hautz
Rückseite des Sterbebildes von Franz Hautz

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.754: Joseph Freudenstein

Der Soldat Joseph Freudenstein stammte aus Fuchsöd, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Kößlarn. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 2. Kompanie des 1. bayerischen Jäger-Bataillons. Am 24.06.1916 fiel er im Alter von 21 Jahren während der Schlacht um Verdun in der Nähe vom Fort Douaumont und dem Dorf Fleury-devant-Douaumont.
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Über den Todestag von Joseph Freudenstein berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Jäger-Bataillons:

„Die währned der Nacht zum 24.06. eingelaufenen Meldungen brachten über die Lage der einzelnen Kompanien zum größten Teil Klarheit. Die beiden in Linien 824 – 828 befindlichen Kompanien des 2. Jäger-Bataillons unter Oberleutnant Hock wurden dem Infanterie-Leib-Regiment unterstellt; dasselbe galt für die innerhalb der Kompanien dieses Regiments befindlichen Teile des Reserve-Jäger-Bataillons 2.

Oberleutnant Hock, der auch für den 24.06. seine erste Aufgabe in der Sicherung der rechten Flanke des Infanterie-Leib-Regiments sah, hatte zu diesem Zwecke zwei Gruppen auf Punkt 822 zum 24. bayerischen Infanterie-Regiment abgestellt.

Die beiden Kompanien hatten sowohl nachts, als auch am Tage sehr viel von der feindlichen Artillerie zu leiden, besonders empfindlich machten sich aber gegen Abend die sehr niedrig kreisenden Flieger geltend, gegen die Abwehrmittel nicht vorhanden waren.

Auch die übrigen Teile des Regiments erlitten durch die feindlichen Artilleriegeschosse erhebliche Verluste. Die bisherigen Verstärkungsarbeiten am Steilhang boten noch sehr geringen Schutz.“

Die Lage des Grabes von Joseph Freudenstein ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Leutnant der Reserve Martin Radlmaier, gefallen am 09.06.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in Block 13, Grab 2;
  • Oberjäger Hans Höchst, gefallen am 12.06.1916 bei Fleury, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Oberjäger Johann Weber, gefallen am 13.06.1916 bei Douaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Jäger Peter Schwabbauer, gefallen am 24.06.1916 bei Fort Douaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Jäger Jakob Pollner, gefallen am 25.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;

 

Sterbebild von Joseph Freudenstein
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Freudenstein

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.750: Franz Xaver Eichstetter

Der Soldat Franz Xaver Eichstetter wurde am 30.06.1896 in der bayerischen Gemeinde Gangkofen geboren und war der Sohn eines Zimmermanns. Er warbeitete als landwirtschaftlicher Arbeiter. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 7. Kompanie des  20. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 24.10.1916 fiel er im Alter von 20 Jahren während der Schlacht an der Somme bei Lesbœufs in Frankreich.

Über den Todestag und die Todesumstände von Franz Xaver Eichstetter berichtet die Regimentsgeschichte des 20. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Der 24. Oktober begann ruhig. Erst am Nachmittag kam Artilleriefeuer, das immer stärker wurde und schließlich gegen 17 Uhr zu einem förmlichen Orkan anschwoll. Kurz nach 17 Uhr versuchte der gegner wieder einen Angriff. Auch diesmal brach er im prasselnden Abwehrfeuer des Regiments zusammen. Die Verluste waren erfreulicherweise nicht beträchlich, denn die Leute waren sehr richtig dem feindlichen Trommelfeuer nach vorwärts ausgewichen. In der Nacht zum 25. endlich erfolgte die ersehnte Ablösung des II. Bataillons in der Südfront durch das 12. Infanterie-Regiment.“

Die Lage des Grabes von Franz Xaver Eichstetter ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Fricourt beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Ersatz-reservist Thomas Kopfmüller, gefallen am 28.10.1916 bei Lesbœufs , begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Franz Xaver Eichstetter
Rückseite des Sterbebildes von Franz Xaver Eichstetter