Der Soldat Alois Aigner stammte aus der bayerischen Gemeinde Schachen in Oberbayern. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter und Tambour in der 12. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 09.05.1915 fiel er während einer Schlacht bei Arras bei Fampoux im Alter von 28 Jahren.
Über den Todestag und die Todesumstände von Alois Aigner berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:
„09.05. – 17.06.1915 Am 09.05, begann um 6 Uhr vormittags die Beschießung von Fampoux, die sich gegen 8 Uhr vormittags beträchtlich steigerte. Da auch andere Unterkünfte beschossen wurden und bedrohliche Nachrichten einliefen, wurde das Regiment alarmiert und die Regiments-Befehlstelle am Bahndamm besetzt. In Stellung befanden sich am rechten Flügel: 6., 7., 8., 5. Kompanie. Zur Verstärkung wurden im Lauf des Vormittags in die 2. Linie vorgeschoben: 9. hinter 6., 11. hinter 7., hinter 8. und 5. die 10. und 12. Kompanie.
Um 11 Uhr vormittags nahm die Stärke des feindlichen Feuers immer mehr zu, auch Sperrfeuer setzte gegen den Bahndamm ein. Durch einen Volltreffer wurden hier zwei Offiziere und 18 Mann getötet. Das I. Bataillon wurde am Bahndamm Reihenfolge 4., 2., 3., 1. Kompanie bereitgestellt. Von 12 Uhr Mittag ab steigerte sich das Feuer zu größter Heftigkeit. Um 2.45 Uhr nachmittags begann der Angriff in zwei Wellen, der sich gegen Freifeldstellungen des Regiments richtete. Der Angriff wurde abgeschlagen, 200 tote Franzosen lagen vor der Stellung. Ungefähr 40 Franzosen, die sich in einer Sappe am rechten Flügel festgesetzt hatten, wurden daraus durch die 6. Kompanie vertrieben und 16 Mann gefangen genommen. Um 3.05 Uhr nachmittags war die ganze Stellung wieder im Besitz des Regiments. Das Artilleriefeuer lebte später in großer Stärke auf, so dass ein Angriff vermutet werden konnte, der aber nicht erfolgte. Erst um 7 Uhr abends trat einige Ruhe ein. Insgesamt wurden 44 Gefangene gemacht.
Die guten Unterstände, die mit großer Mühe während der vorgegangenen Monate gebaut worden waren, hatten sich ausgezeichnet bewährt.“
Man begrub Alois Aigner auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Sterbebild von Alois AignerRückseite des Sterbebildes von Alois Aigner
Der Soldat Joseph Schwarzmeier stammte aus Bockenbach, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Johanniskirchen, und war Landwirt (Ökonom). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 5. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 18.02.1916 fiel er im Alter von 33 Jahren bei Blangy (heute: Saint-Laurent-Blangy).
Über den Todeszeitrum und die Todesumstände von Joseph Schwarzmüller berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:
„1.2. – 1.3. Die Feurtätigkeit nahm bedeutend zu, außerdem traten schwere Geschütze und Minenwerfer neu hinzu. Das Feuer richtete sich in der Hauptsache auf Blangy. Auch die eigene Artillerietätigkeit war lebhaft. Die Hochbauten von Blangy, von denen aus der Gegner Einsicht in unsere Stellung hatte, wurde durch Mörserfeuer niedergelegt. In der Häuserreihe führte das nahe Zusammenstehen zu ständigen Reibungen. Um einen freien Raum zu schaffen, wurden zwei Häuser gesprengt und der Trichter von uns ausgebaut. Durch eine Patrouille wurde am 16. ein Toter eingebracht, wodurch das 11. französische Regiment festgestellt wurde. Ein Handgranatenangriff des Gegners auf unsere Sandsackbarrikade in Blangy wurde abgewiesen. Am 8. waren die Sappen vor die Stellung vorgetrieben, der Weiterbau wurde vorläufig eingestellt. In der Blangy-Stellung wurde eine einheitliche 1. Linie geschaffen und hier sowohl wie in der 1. Häuserreihe die Stellung aufgemauert. Am 2. wurde durch einen Frühkrepierer und Explosion des Munitionslagers der 3. Minenwerfer 2 Mann verschüttet und 12 Mann verwundet.“
Eine offizielle Grablagenmeldung ist für Joseph Schwarzmeier nicht vorhanden. Laut Sterbebild wurde er auf dem Friedhof in Saint-Laurent begraben. Ich vermute stark, dass er später auf den Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy umgebettet wurde. Aufgrund der heftigen Kampfhandlungen (Saint-Laurent wurde im Krieg vollständig zerstört) wird sein Grab / seine Grabinschrift nicht mehr vorhanden gewesen zu sein, weshalb man seine Gebeine wahrscheinlich anonym in einem Massengrab dort beigesetzt hat.
Der Soldat Karl Huber stammte aus Rembach, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Roßbach, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 13.08.1916 fiel er im Alter von 33 Jahren während der Schlacht an der Somme durch einen Bauchschuss bei Cléry-sur-Somme.
Über den Todestag und die Todesumstände von Karl Huber berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:
„Während der Nacht wurde bekannt, dass die Postenlinie überrannt und die braune Linie in die Hände der Franzosen gefallen war. Von der 1. und 3. Kompanie kamen nur mehr einige Leute zurück. Um 11 Uhr nachts wurden 9. und 12. Kompanie in die Mulde östlich Cléry und 10. und 11. Kompanie an den Ostrand von Cléry vorgezogen. Ein Versuch, die braune Linie in der Nacht durch Gegenstoß wiederzugewinnen, zu dem 6. und 4. Kompanie, verstärkt durch 9. Kompanie, fertiggestellt waren, misslang infolge der Dunkelheit und der schwierigen Orientierung, da der größte Teil der Führer und Mannschaften die Lage der braunen Linie nicht kannten. Bis 4 Uhr vormittags dauerte der Infanteriekampf, dann flaute das Feuer langsam ab. Um 5 Uhr vormittags lag starkes Artilleriefeuer auf der ganzen Stellung. Von Mitternacht ab wurde ununterbrochen die Verbindung mit dem nördlich stehenden Reserve-Infanterie-Regiment 2 gesucht. Bei Dämmerung wurde die 12. Kompanie in die Lücke eingeschoben. Aber auch dadurch war der Anschluss noch nicht völlig hergestellt. Am Vormittag des 13. zunächst Sperrfeuer, dann ab 11 Uhr vormittags schweres Feuer auf dem Westrand von Cléry. Am Nachmittag verstärkt sich das Feuer gegen die ganze Stellung, geleitet durch tieffliegende feindliche Infanterieflieger. Trotzdem kein Angriff erfolgte, war der Tag für die Infanterie infolge der andauernden Beschießung mit schweren Kalibern sehr aufreibend und forderte große Verluste. In der Nacht wurde 5. und 8. Kompanie durch 10. und 11. abgelöst, 4. Kompanie wurde aus dem Riegel nach Cléry zurückgezogen. Durch Missverständnis aber blieb die 9. Kompanie noch bis zum 14. im Riegel stehen.“
Offiziell ist für Karl Huber keine Grablage bekannt, ebenso wie für viele seiner Regimentskameraden. Ich bin mir jedoch sicher, dass seine Gebeine, wenn sie geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Rancourt begraben wurden, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Infanterist Johann Samereier, gefallen am 12.08.1916 bei Cléry-sur-Somme, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
Landwehrmann Franz Cinyburg, gefallen am 12.08.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
Infanterist Adolf Bort, gefallen am 12.08.1916 bei Cléry-sur-Somme, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
Gefreiter Josef Sandner, gefallen am 12.08.1916 bei Cléry-sur-Somme, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
Leutnant Ludwig Mistler, geboren 1889, gefallen am 02.09.1916 bei Cléry-sur-Somme, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab.
Sterbebild von Karl HuberRückseite des Sterbebildes von Karl Huber
Der Soldat Hans Mayerhofer wurde am 10.01.1897 in der bayerischen Gemeinde Egmating geboren. Er war Schüler in einer 7. Gymnasialklasse (11. Klasse). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Einjähriger Kriegsfreiwilliger in der 4. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Am 18.12.1914 fiel er im Alter von nur 17 Jahren bei Arras.
Über den Todestag und die Todesumstände von Hans Mayerhofer berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:
„Am 18.12.1914 lag von 9.30 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags wieder starkes Artilleriefeuer auf dem Westrand. Zur Wiedergewinnung der verlorenen Häuser wurden in der Nacht Minenwerfer in Stellung gebracht. Um 11 Uhr nachts lag Trommelfeuer auf dem Westrand von St. Laurent, das nach einer halben Stunde wieder aufhörte. Das Anbringen von Sprengladungen scheiterte an der Wachsamkeit des Gegners.“
Die Lage des Grabes von Hans Mayerhofer ist unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er, wie seine Regimentskameraden, auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy anonym in einem Massengrab beigesetzt wurde, wie beispielsweise
Ersatz-Reservist Michael Binder, gefallen am 24.12.1914 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Unteroffizier Anton Ebert, gefallen am 25.12.1914 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Leutnant der Reserve Kurt Pöhlitz, gefallen am 20.12.1914 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Sterbebild von Hans MayerhoferRückseite des Sterbebildes von Hans Mayerhofer
Der Soldat Peter Walch stammte von Resten, damals ein Ortsteil des Dorfes Au, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Berchtesgaden. Im Ersten Weltkrieg diente er als Wehrmann in der 12. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 29.06.1915 fiel er im Alter von 31 Jahren in der Nähe von Fampoux bei Arras in Frankreich. ⇒ Schlacht bei Arras
Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Peter Walch berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:
„17.06. – 01.07.1915 Am 17. und 18. wurden noch schwache Angriffe versucht, die durch unser Artillerie-Sperrfeuer und Infanteriefeuer sofort unterdrückt wurden. Das Artilleriefeuer hilt sich noch bis 22. in beträchtlicher Stäräe und nahm dann bis 01.07. immer mehr ab. Die Citadelle von Arras und die Fabrik in St. Nikolas wurden am 26. mit gutem Erfolg (Explosion eines Munitionslagers) durch 42 cm-Mörser beschossen.
In der Stellung wurde unter Einsatz aller Kräfte an der Instandsetzung der Gräben und Unterstände gearbeitet, die zahlreichen verschütteten Leichen ausgegraben und zurückgebracht. Am Ende des Monats war der gedeckte Verkehr hergestellt und die ganze Stellung wieder in verteidigungsfähigem Zustand. Am 25.06. ereignete sich ein schwerer Unfall bei einem Versuchsschießen mit behelfsmäßigen Minenwerfern in Fampoux.“.
Die Lage des Grabes von Peter Walch ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf demnahegelegenen Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden beisetzte, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Infanterist Josef Brandl, gefallen am 16.06.1915 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Ersatz-Reservist Christian Dannecker, gefallen am 16.06.1915 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Unteroffizier Johann Altendorfer, gefallen am 16.06.1915 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Sterbebild von Peter WalchRückseite des Sterbebildes von Peter Walch
Der Soldat Sebastian Woller stammte aus Wiesmühl an der Alz, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Engelsberg, und war Bierbrauer von Beruf. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 10. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 13.08.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme im Alter von 31 Jahren bei Cléry-sur-Somme.
Über den Todestag und die Todesumstände von Sebastian Woller berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:
„Während der Nacht wurde bekannt, dass die Postenlinie überrannt und die braune Linie in die Hände der Franzosen gefallen war. Von der 1. und 3. Kompanie kamen nur mehr einige Leute zurück. Um 11 Uhr nachts wurden 9. und 12. Kompanie in die Mulde lstlich Cléry und 10. und 11. Kompanie an den Ostrand von Cléry vorgezogen. Ein Versuch, die braune Linie in der Nacht durch Gegenstoß wiederzugewinnen, zu dem 6. und 4. Kompanie, verstärkt durch 9. KLompanie, fertiggestellt waren, misslang infolge der Dunkelheit und der schwierigen Orientierung, da der größte Teil der Führer und Mannschaften die Lage der braunen Linie nicht kannten. Bis 4 Uhr vormittags dauerte der Infanteriekampf, dann flaute das Feuer langsam ab. Um 5 Uhr vormittags lag starkes Artilleriefeuer auf der ganzen Stellung. Von Mitternacht ab wurde ununterbrochen die Verbindung mit dem nördlich stehenden Reserve-Infanterie-Regiment 2 gesucht. Bei Dämmerung wurde die 12. Kompanie in die Lücke eingeschoben. Aber auch dadurch war der Anschluss noch nicht völlig hergestellt. Am Vormittag des 13. zunächst Sperrfeuer, dann ab 11 Uhr vormittags schweres Feuer auf dem Westrand von Cléry. Am Nachmittag verstärkte sich das Feuer gegen die ganze Stellung, geleitet durch tieffliegende feindliche Infanterieflieger. Trotzdem kein Angriff erfolgte, war der Tag für die Infanterie infolge der andauernden Beschießung mit schweren Kalibern sehr aufreibend und forderte große Verluste. In der Nacht wurde 5. und 8. Kompanie durch 10. und 11. abgelöst, 4. Kompanie wurde aus dem Riegel nach Cléry zurückgezogen. Durch Missverständnis aber blieb 9. Kompanie noch bis zum 14. im Riegel stehen.“
Offiziell ist für Sebastian Woller keine Grablage bekannt, ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Rancourt beigesetzt wurde, wo man auch seiner Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Leutnant Ludwig Muggenthaler, gefallen am 03.09.1916 bei Cléry, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
Unteroffizier Georg Purzeller, gefallen am 01.09.1916 bei Cléry, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
Gefreiter Franz Dorfhuber, gefallen am 14.08.1916 bei Cléry, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
Gefreiter Alois Stephan, gefallen am 13.09.1916 bei Cléry, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab.
Sterbebild von Sebastian WollerRückseite des Sterbebildes von Sebastian Woller
Der Soldat Josef Heringer stammte aus der bayerischen Gemeinde Bad Kohlgrub und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 10. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 09.04.1917 fiel er im Alter von 22 Jahren bei Écurie während der Schlacht bei Arras.
Über den Todestag und die Todesumstände von Josef Heringer schreibt die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen reserve-Infanterie-Regiments:
„Von Mitternacht ab setzte bis in die Morgenstunden dauerndes Gasschießen ein. Der Gegner drang um diese Zeit bereits in die erste Linie des Nachbarregiments bayerisches Reserve-Infanterie-Regiment 3 ein. Die zwei Ruhekompanien in Oppy wurden marschbereit gehalten. Wiederholt wurde Sperrfeuer angefordert, da Patrouillen gegen die Stellung vorfühlten. Um 5.20 Uhr setzte heftigstes Trommelfeuer ein, das sichere Zeichen, dass nunmehr der Angriff begann.
20 Minuten später traten die Engländer an und folgten hinter einer Feuerwand, die abschnittweise vorverlegt wurde. Die schwachen Grabenbesatzungen der vorderen Linie wurden trotz heftiger Gegenwehr durch die vielfache Überlegenheit überwältigt. Die 3. Linie konnte stellenweise noch bis 6.15 Uhr vormittags gehalten werden. Das eigene Artilleriefeuer wurde immer schwächer, da die Batterien im Abschnitt Nachts keine Munition erhalten hatten. So blieb nichts anderes übrig, als das rückwärtige feindliche Gelände mit Gasgranaten zu beschießen. Bei den weiteren Kämpfen des Tages war die größte Schwierigkeit die Deckung der rechten Flanke, da der Gegner beim Reserve-Infanterie-Regiment 3 durchgebrochen war und nun andauernd von Norden her drängte. Im Allgemeinen war um 6.15 Uhr vormittags das III. Bataillon und der Gefechtsstand des Bataillons im Augsburgerhaus bereits außer Gefecht gesetzt. Die vorderen Teile des II. Bataillons hielten sich noch einige Zeit in der 3. Linie und an der Befehlssstelle Wittelsbach. Um 7.15 vormittags erreichten die Reste des II. Bataillons – beim Zurückgehen stark beschossen – die Zwischenstellung. Hier richtete sich das Bataillon beiderseits des Landwehrweges erneut zur Verteidigung ein. Der nördliche Teil der Zwischenstellung war bereits von rechts umfasst und verloren gegangen. Die Verbindung nach links zum Reserve-Infanterie-Regiment 2 wurde aufgenommen. Vom Regiment wurden nun auch die übrigen zwei Ruhekompanien herangezogen und das I. Bataillon geschlossen in der 2. Stellung eingesetzt.
Um 9.30 Uhr vormittags drang der Gegner unter dem Schutz eines plötzlich einsetzenden Schneegestöbers frontal gegen die Zwischenstellungen vor, ging dicht davor in Stellung und umging dabei den rechten Flügel des II. Bataillons. Zur Abwehr dagegen wurden die Teile des II. Bataillons mehr nach links an die Reste des Reserve-Infanterie-Regiments 2 herangezogen. Allmählig wurde das feindliche Feuer schwächer und das Gefecht kam zum Stehen. Zur Deckung der rechten Flanke wurden vom Regiment noch zwei Maschinengewehre vorgeschickt. Versuche, verloren gegangene Teile der Stellung wieder zu gewinnen, scheiterten. Die 2. Kompanie, welche zur Verbindung mit Reserve-Infanterie-Regiment 3 gegen Thélus vorgeschickt wurde, kam nur wenig vorwärts, da der Gegner schon zu weit vorgedrungen war. Die 3. Kompanie, welche den Befehl erhielt, die nördliche Hälfte der Zwischenstellung zu gewinnen, kam in schweres Artilleriefeuer und wurde zersprengt. Um 11.15 Uhr vormittags wurde die 1. Kompanie von der Befehlsstelle des Regiments zur rechten Hälfte der Zwischenstellung vorgeschickt. Die Kompanie kam aber nur 200 Meter heran, da der Gegner bereits den nördlichen Teil der Zwischenstellung besetzt hatte, und ging dort im freien Feld in Stellung. 2. Kompanie schob ihren linken Flügel vor, bis der Anschluss hergestellt war.
Inzwischen waren noch Meldungen eingetroffen, dass der Gegner bereits den Bahndamm bei Farbus erreicht habe. Nun bot sich ein merkwürdiges Bild dar. Nach dem Schneegestöber war der Himmel plötzlich aufgeklärt. Auf den Höhen von Thélus sah man die Engländer in Massen herumstehen. Man konnte bei wunderbarem Frühlingswetter jede einzelne Bewegung beim Gegner deutlich beobachten, besonders die der Offiziere, die mit Stöckchen in der Hand untätig vor der Front auf und ab gingen. Da noch dazu auf beiden Seiten die Artillerie völlig schwieg, herrschte eine Ruhe, die im schreiendsten Gegensatz zu dem ungeheuren Lärm der Angriffsvorbereitungen stand. Mit Beginn des Nachmittags schob sich dann der Gegner zögernd weiter vor. Eine feindliche Eskadron, die in merkwürdiger Verkennung der Verhältnisse mit anerkennenswerter Tapferkeit sich im Galopp durch das Trichtergelände hindurchmühte, wurde von unseren Maschinengewehren aufgerieben. Einzelnen Reitern gelang es aber, sogar bis Willerval vorzudringen, wo sie gefangen genommen wurden.
Das II. Bataillon, das noch tapfer aushielt, wurde immer mehr umklammert und trat dann um 1 Uhr nachmittags den Rückmarsch an, hielt sich aber noch längere Zeit in Gegend der Regiments-Befehlsstelle. Der Regimentsstab ging um 1.45 Uhr nachmittags zunächst in die 2. Stellung, traf um 2.20 Uhr am Bahndamm ein und bezog die verlassene Artilleriebefehlsstelle, um von dort aus den Widerstand neu zu organisieren. Um 4 Uhr nachmittags trafen die Reste des II. Bataillons in der 2. Stellung ein. Nun setzten bis zum Abend andauernde Bemühungen des Regiments ein, die Verbindung mit dem Reserve-Infanterie-Regiment 3 rechts aufnehmen. Die 2. Stellung war aber bereits verlassen. Eine Sicherung der rechten Flanke trat aber erst abends ein, als das bayerische Reserve-Infanterie-Regiment 21 gegen den Bahndamm östlich Farbus vorging und rechts des Regiments in Stellung ging. Am Abend war das Regiment folgendermaßen gegliedert: In der 2. Stellung lagen vom rechten Flügel an der Straße Bailleul – Thelus: 4. Kompanie, 1. Reserve-Pionier-Kompanie, 1. Kompanie, 2. Kompanie und Teile des Reserve-Infanterie-Regiment 2. Die ganze Besatzung betrug nur 150 Mann, dagegen waren viele Maschinengewehre eingeschoben. Der Spätnachmittag und Abend verlief im allgemeinen ruhig. Das Feuer richtete sich hauptsächlich gegen das Rückengelände. Während der Nacht, in der nur Bailleul mäßig beschossen wurde, kamen noch einige Versprengte zurück. Damit war das ganze III. Bataillon und Teile des II. Bataillons verloren gegangen, mit ihnen der Rest all der Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften des Ausmarschstandes, die noch die Somme und Ancre übrig gelassen hatte. Der Erfolg des Tages aber war dem tapferen Verhalten des II. Bataillons zu verdanken, das dem gegner den zähesten Widerstand leistete und das im Raum der ganzen Durchbruchsschlacht am weitesten vorne stand. Im Vergleich zu dem ungeheuren Aufwand war der Erfolg des Gegners hier jämmerlich gering.„
Man begrub Josepf Heringer auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Der Soldat Georg Schneider stammte aus Oberwald, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Taufkirchen, und war Dienstknecht (beim Stadler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 7. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 05.04.1917 fiel er im Alter von 37 Jahren durch eine schwere Verwundung bei Arras auf den Höhen von Vimy, westlich Bailleul.
Man begrub Georg Schneider auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in Block 2, Grab 253.
Der Soldat Balthasar Brunner stammte aus der bayerischen Stadt Traunstein und war Stationsgehilfe. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter in der 11. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 16.06.1915 fiel er im Alter von 29 Jahren bei den Kämpfen bei Fampoux vor Arras.
Über den Todestag berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regigemts:
„16.06.1915 Um 1 Uhr nachmittags setzte stärkstes Trommelfeuer gegen den rechten Flügel des Regiments ein. Da die Beobachtungsposten nach kurzer Zeit außer Gefecht gesetzt waren, konnten sich die Franzosen vor Beginn des Angriffes an den 1. Graben heranschieben und dann ohne Widerstand den völlig zerschossenen 1. Graben besetzen, teilweise bis in die 2. Linie vordringen. Hier trafen sie zuerst auf Widerstand. Sofort wurde der Gegenangriff eingeleitet, an dem sich hauptsächlich die 9. Kompanie von Norden, die 2. von Osten, die 11. von Süden her betätigte. In hartnäckigem Kampf von Schulterwehr zu Schulterwehr wurden die eingedrungenen Franzosen zusammengedrängt und dann gefangen genommen. Um 6.45 Uhr abends war die ganze Stellung wieder im Besitz des Regiments. 5 Offiziere und 150 Mann wurden als Gefangene eingebracht.“
Man begrub Balthasar Brunner auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Der Soldat Josef Vogl wurde am 09.01.1878 geboren, lebte in Röhrmoss, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Kirchanschöring, und war Tagelöhner in der Kuranstalt Bad Adelholzen. Im Ersten Weltkrieg diente er als Landsturmmann in der 4. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Anfang April 1917 wurde er schwer verwundet und verstarb am 12.04.1917 im Alter von 39 Jahren in der Nähe von Bailleul bei Arras.
Man begrub Josef Vogl auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in Block 2, Grab 655.
Sterbebild von Josef VoglRückseite des Sterbebildes von Josef Vogl