Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.875: Alois Freiberger

Der Soldat Alois Freiberger stammte aus Gänsberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Kraiburg am Inn, und war der Sohn eines Landwirts ( Zieglerbauer). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 4. Kompanie des 12. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 04.04.1918 wurde er bei den schweren Kämpfen an der Somme schwer verwundet. Am16.04.1918 verstarb er nach 30 Monaten Kriegsdienst im Alter von 23 Jahren auf dem Transport nach Düren.

Über die Umstände seiner Verwundung berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 04.04.1918 sollte die Angriffshandlung fortgeführt werden mit dem Ziel, den Sénecat-Wald und die Höhe nördlich Rouvrel in die Hand zu bekommen, 15. und 20. Infanterie-Regiment sollten in erster, 12. Infanterie-Regiment in zweiter Linie vorgehen, dieses mit dem Auftrage, den Angriff bei einer etwaigen Stockung sofort vorwärts zu reißen.

Aus dem Waldlager von Beaucourt rückten die Bataillone in der Abenddämmerung des 03.04. zu ihren Bereitschaftsplätzen am Westrand von Villers-aux-Érables ab, wo I./12. (Hauptmann Guth) als Divisions-Reserve zunächst blieb. III./12. (Hauptmann Schäffer), gefolgt vom II./12. (Hauptmann Wingefelder), rückten unter Führung des Regimentskommandeurs, Oberstleutnant Wolf, nach Süden, überschritten östlich Genonville ferme die Avre und gelangten bei strömendem Regen vollständig durchnässt gegen 5 Uhr morgens an ihre Aufstellungsplätze.

Um 8 Uhr vormittags trat das III. Bataillon, als der Kommandeur sah, dass Teile des 15. bayerischen Infanterie-Regiments bereits den Hang 1 ½ Kilometer südwestlich Moreuil sich hinaufschoben, an. Im Hohlweg der Straße Morisel – Gauvillers wartete das Bataillon das Vorgehen der übrigen Teile des 15. bayerischen Infanterie-Regiments ab und unterstützte dieses durch flankierendes Maschinengewehr-Feuer. Sodann folgte es dem II./15. in lichten Wellen. Die 11. Kompanie griff das Wäldchen a an, doch erst nach dreimaligem Sturm blieb es endgültig in unserer Hand. Die übrigen drei Infanterie-Kompanien nahm der Bataillons-Kommandeur, um den unter starkem Flankenfeuer leidenden Fünfzehnern ihr Fortschreiten zu erleichtern, nach links aus der Angriffsrichtung heraus und setzte sie zum Angriff auf die Anchin Ferme an. Mit Hilfe des links verlängernden II./12. gelang das Vorgehen. Der Kompanieführer der 8. Kompanie (Leutnant der Reserve Winter) und sein nachfolger (Leutnant der Reserve Habecker) wurden verwundet; Vizefeldwebel Maurer führte die Kompanie weiter.

12.45 Uhr nachmittags wurde die Ferme von Teilen des 12. und 15. Infanterie-Regiments gemeinsam genommen.

Im weiteren Vorgehen kamen II. und III. Bataillon undseres Regiments bis etwa 600 Meter an Rouvrel heran, erhielten aber von dort so starkes Maschinengewehr-Feuer, dass in kurzer Zeit 50 % Verluste eintraten und die Kompanien am Abend ihre Linien etwas zurück verlegten, Leutnant der Reserve Wegelin, Kompanieführer der 5. Kompanie und sein Nachfolger, Leutnant der Reserve Gruber, wurden verwundet, der Adjutant des II. Bataillons, Leutnant der Reserve Feldenguth, um 6.30 Uhr abends durch Granatschuss getötet. Am späten Nachmittag schloss sich II./12. erneut dem Angriff der einschiebenden preußischen 14. Infanterie-Division Richtung Rouvrel an. Doch auch dieser kam bald zum Stehen. Ein in der Abenddämmerung unternommener Gegenangriff der Franzosen auf den linken Flügel unserer Division wurde gemeinsam zurückgewiesen.

Bis 1 Uhr nachmittags war das I. Bataillon aus eigenem Entschluss am Schlosspark von Moreuil herbei auch über die Avre gegangen und stand südlich Morisel verwendungsbereit. Von hier trat es 3.20 Uhr nachmittags befehlsgemäß zur Verstärkung der vordersten Linie und zum Vorwärtsreißen derselben an. In schönster Ordnung und in einem Zug kam es trotz stärkstem feindlichem Artilleriefeuer bei Anchin ferme an, riss die vorderste Linie noch etwas vor, wurde aber dann durch feindliches Feuer zu Boden gezwungen und grub sich ein. Die große Lücke, die sich zwischen ihm und den bereits im Sénecat-Wald eingedrungenen Zwanzigern ergeben hatte, konnte nur mühsam und unvollständig geschlossen werden.“

Sterbebild von Alois Freiberger
Rückseite des Sterbebildes von Alois Freiberger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.816: Georg Pollner

Der Soldat Georg Pollner wurde am 27.01.1885 in Lichtenburg geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Vilsbiburg, und war Servitial (Klosterkandidat) im Franziskanerkloster Amberg. Im Ersten Weltkrieg diente er als Ersatz-Reservist in der 5. Kompanie des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 25.08.1916 fiel er im Alter von 31 Jahren bei den Kämpfen an der Somme vor Arras.

Über den Todestag und die Todesumstände von Georg Pollner berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Der 24.08. war wieder ein Großkampftag, den das II. Bataillon ehrenvoll bestand. Ununterbrochen hagelte es das Vernichtungsfeuer, vermischt mit Gasgranaten, auf die vordere und Le-Forest-Stellung; zahllose Flieger leiteten das Feuer unter Abwurf von Bomben und Maschinengewehr-Beschießung. Von 6 Uhr abends ab war das rückwärtige Gelände wieder so mit Sperrfeuer zugedeckt, dass es durch eine graue, rauchende Wand von vorne abgeschlossen war. Kein Zweifel: ein ernster Angriff stand bevor. Erst gegen Mitternacht konnte man sich nach vielen widersprüchlichen Meldungen ein Bild über die abgelaufenen Ereignisse machen:

Nach dem rasenden Trommelfeuer war gegen 6.30 Uhr nachmittags der Feind nörlich und in dem Vom Reserve-Infanterie-Regiment 7 besetzten Maurepas eingebrochen, im Anschluss hieran auch in der vorderen Linie des II. Bataillons, auf dem in dem deckungslosen Gelände die ganze Wucht des Vernichtungsfeuers gelegen war. Heldenmütig wehrten die spärlichen Reste der 8. Kompanie den Angriff ab, ebenso weiter rückwärts der Zug der 5. Kompanie in Stärke von nur 20 Mann hinter rasch aufgeworfenen Barrikaden. Der Bataillonskommandeur, Major Horn, war gefallen. Die Bataillonsbefehlsstelle verteidigte der stellvertretende Bataillons-Adjutant, Leutnant der Reserve Stiefenhofer, gegen die feindliche Überzahl, getreulich unterstützt von den wenigen Leuten des Unterstabes und eines Fliegerabwehr-Maschinengewehrs.

Keinem Franzosen war es gelungen, bis zur II. Stellung, die bis 9.30 Uhr abends unter Feuer lag, vorzudringen; nur ein französischer Alpenjäger vom 62. Bataillon war allein auf die Stellung zugelaufen, froh, sich ergeben zu können. Nach Aussage eines weiteren Gefangenen dieses Bataillons war der Feind nicht über unsere I. Stellung vorgekommen; nur kleinere Abteilungen, die den Anschluss verloren hatten, mochten sich zwischen I. und II. Stellung befinden.

Um Klarheit zu schaffen, bekam das mittlerweile dem Regiment wieder unterstellte und in die III. – R1-Stellung vorgezogene III. Bataillon – ohne die 12. Kompanie, die in der R1 Stellung zur Verfügung des Reserve-Infanterie-Regiment 7 zu bleiben hatte – 2.30 Uhr vormittags den befehl zum Gegenstoß, der unter der persönlichen Führung des Hauptmannes Schäffer vor sich ging. Das zerwühlte Gelände, die ausnehmend dunkle Nacht, das ununterbrochene Sperrfeuer erschwerten die Bewegungen im höchsten Grade. Die geringe Ortskenntnis der beigegebenen Führer gestattete nur ein langsames Vorwärtskommen, wenn das mit 10. und 11. Kompanie in erster Linie, der 9. Kompanie in zweiter vormarschierende Bataillon nicht auseinander reißen sollte. Mit dem Erreichen der unter Trommelfeuer liegenden II. Stellung – gegen 5.30 Uhr vormittags – war die 11. Kompanie durch mehrere Volltreffer zersprengt worden. Die ersten Anzeichen der Morgendämmerung und das Artilleriefeuer auf die zum Vorbrechen bereit liegende 9. und 10. Kompanie veranlassten Hauptmann Schäffer zum sofortigen Handeln; er hätte ohne Scheu vor der Verantwortung den befohlenen Vorstoß mangels verfügbarer Kräfte und der nötigen Zeit aufgeben können. Statt dessen setzte er sich selbst an die Spitze der zur Hand befindlichen 10. Kompanie, sich des Wagnisses bewusst, mit unzureichenden Kräften seinen Auftrag auszuführen, ohne der Mitwirkung der beiden anderen Kompanien sicher zu sein. Zudem wurde der Ansatz zum Vorgehen der 10. Kompanie vom Feinde bemerkt, der sofort das Vorfeld beleuchtete, worauf schlagartig Sperrfeuer einsetzte. Mit dem Befehl an den nebenan liegenden Kompanieführer, Leutnant der Reserve Matthiesen: „Aus dem Granatfeuer heraus! Vorwärts auf dem Hang hinauf! Auf keinen Fall zurück!“ sprang die Kompanie auf und erreichte im feindlichen infanterie- und Maschinengewehr-Abwehrfeuer die Höhe, wo sie mit dem an Zahl überlegenen Gegner ins Feuergefecht trat. Der 9. und 11. Kompanie war es unter ständigem Geschoss- und Granathagel gelungen, den Angriff mitzumachen; keiner der Melder des Bataillonsstabes zum Heranholen der beiden Kompanien erreichte sein Ziel.

Inzwischen kämpfte die 10. Kompanie einen ebenso schweren wie ehrenvollen Kampf. Sie hatte den Stoß mit aller Energie geführt; viele der Tapferen blieben, darunter der Kompanieführer; der Rest fiel einem späteren feindlichen Gegenstoß zum Opfer.

Zweifellos hatte Hauptmann Schäffer durch seine verantwortungsfreudige kühne Tat, die mit dem Militär-Max-Joseph-Orden belohnt wurde, erreicht, dass der Franzose es nicht wagte, aus der von ihm in der Nacht vorher genommenen Stellung am 25.08. seinen Angriff gegen La Forest weiter fortzusetzen. Dadurch war es dem II. Bataillon des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3 ermöglicht, in der Nacht vom 25./26. unbehelligt vom Feinde und ohne Kampf.

Im Laufe des 25. machte sich der Einsatz von Gardetruppen fühlbar, die in glänzender Verfassung das Schlachtfeld betraten, auf dem unser Regiment, zerschossen und zermürbt, 13 Tage und Nächte schon lag, mit starken Verlusten und Kompaniestärken zuletzt von durchschnittlich 40 Gewehren; es hatte unter den schwersten Verhältnissen seine letzte Kraft hergegeben.

In den Vormittagsstunden rückte die 9. und 10. Kompanie des Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiments Nr. 1 zur Verstärkung unseres I. Bataillons in die Le Forest-Stellung, deren Halten laut Brigadebefehl die Hauptaufgabe des Tages war und die außerdem noch mit der 11. Kompanie besetzt blieb, während 9. und 12. im rechten Rebenabschnitt lagen. Hier bestand Anschluss mit Reserve-Infanterie-Regiment 7, nach links nur Augenverbindung mit dem vorwärts gestaffelten Nebenabschnitt der 1. Garde-Division. Mit Ausnahme der 3. Kompanie konnte I./Reserve-Infanterie-Regiment 12 gegen Abend in die R-1-Stellung abrücken, wo auch die Reste von II./R. 12 lagen.

Durch die Ereignisse der Nacht vorher, den Einsatz der Garde, der sich am hellen Tag vollzog, und die Ablösung wurde die Vermischung der Verbände unvermeidlich. Rechnet man hiezu noch die nächtlichen Verpflegungs- und Munitionstrupps, die sich mit den taktischen Verbänden auf dem Vor- und Rückmarsch kreuzten, die feindliche Feuerwirkung, so ist es verständlich, dass die II. Stellung nicht so lückenlos besetzt war, die Kompanien in sich nicht so geordnet und geschlossen, wie es die ständige Gefechtsbereitschaft bei der Nähe des Feindes erfordert hätte. Doch dieser war zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Im Laufe des 25. wurde dem Regiment das II. Bataillon der Elisabether unterstellt und tagsüber in der R1-Stellung, 8. Kompanie in Rancourt, untergebracht. Es erhielt gegen 9 Uhr abends den Befehl, mit drei Kompanien eine neue Linie rechter Flügel an Straße Le Forest – Maurepas, linker am Hohlweg südöstlich Maurepas etwa 600 Meter vor der II. Stellung anzulegen, die 8. Kompanie eine Riegelstellung im Anschluss an den rechten Flügel des links vorwärts liegenden 4. Garde-Regiments zu Fuß. Es wurde Mitternacht, als die Elisabether hiezu anrückten. Der unermüdliche Führer des III. Bataillons, Hauptmann Schäffer, stellte sich persönlich für das zweckmäßige Vorführen und die Einweisung der Garde an Ort und Stelle zur Verfügung, die gegen 4 Uhr vormittags kampflos den befohlenen Abschnitt erreichte und sich eingrub. Während nach links mit dem 4. Garde-Regiments zu Fuß Verbindung bestand, fehlte sie nach rechts mit dem Königin Augusta Garde-Regiment Nr. 4, das anschließen sollte, aber etwa 200 Meter rückwärts blieb.“.

 

179.

Man begrub Georg Pollner auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in Block 6, Grab 124.

Noch heute gedenken die Franziskaner ihrem ehemaligen Mitbruder Georg Pollner: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/m-st_gabriel_franziskaner.htm und http://www.denkmalprojekt.org/2019/kloster-kreuzberg_stadt-bischofsheim-a-d-rhoen_lk-rhoen-grabfeld_wk1_wk2_bay.html

 

Rückseite des Sterbebildes von Georg Pollner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.800: Johann Schwaninger

Der Soldat Johann Schwaninger (laut Verlustlisten und Volksbund: „Schwanninger“) wurde am 30.01.1888 geboren und lebte in Ritzisried, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Buch. Im Ersten Weltkrieg diente er als Reservist angeblich im 3. bayerischen Ersatz-Reserve-Infanterie-Regiment. Nach meinen Recherchen kämpfte er jedoch in der 3. Kompanie de 12. bayerischen Infanterie-Regiment. Er wurde vermutlich am 22.09.1914 schwer verwundet und verstarb am 23.09.1914 im Alter von 26 Jahren bei Thiescourt an der Oise, nicht weit entfernt von Compiègne, wo unter demütigenden Bedingungen dieses grausame Schlachten etwas mehr als vier Jahre später beendet werden sollte.

Über den Todestag von Johann Schwaninger berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 22.09. morgens erneuert der Feind seine Angriffe gegen die Brigade, die sich im Raume des 12. Infanterie-Regiments wiederum gegen das I. Bataillon richteten. Nach heftiger Artillerievorbereitung griff gegen 11 Uhr vormittags ein feindliches Bataillon die am rechten Flügel des Bataillons liegende 1. und 2. Kompanie an, wurde aber mit schweren Verlusten zurückgeworfen, das feindliche Artilleriefeuer blieb auch weiterhin auf den Linien des Bataillons liegen. Erst in den Nachmittagsstunden brachten die bei Plessis-Cacheleux aufgefahrenen schweren Feldhaubitzen der preußischen 4. Infanterie-Division, die am 21.09. bei La Potiére (nördlich Lassigny) eingetroffen war, einige Erleichterung; sie konnten aber die schwer auffindbaren feindlichen Batterien nicht zum Schweigen bringen.

7 Uhr abends richtete der Feind einen nochmaligen Angriff gegen das I. Bataillon, ohne besseren Erfolg zu erzielen, wie am Vormittage. Nach einem dritten Misserfolg 7.45 Uhr abends stellte er seine Infanterie-Angriffe ein.

Der Tag war für das I. Bataillon wiederum sehr verlustreich. Es verlor an Toten zwei Offiziere (Oberleutnant der Reserve Ludwig 2. Kompanie, Offiziersstellvertreter Brod, 1. Kompanie), 10 Mann, Offiziersstellvertreter Brömer (3. Kompanie) und 63 Mann wurden verwundet. Die beiden anderen Bataillone verloren einen Toten, einen Verwundeten, ein Mann wurde vermisst.

In der Nacht zum 23.09. wurde das I. Bataillon vom III. Bataillon abgelöst; es rückte nach Evricourt zur Verfügung des Regimentskommandeurs. Dichter Nebel lag am 23.09. morgens auf der ganzen Gegend und verhinderte die feindliche Artillerie am beobachteten Feuer. Erst in den Nachmittagsstunden, als der Nebel wich, eröffnete er wieder das Feuer aus Geschützen und Maschinengewehren, dem 7 Tote und 15 Verwundete zum Opfer fielen.“

Man begrub Johann Schwaninger auf dem Soldatenfriedhof Thiescourt in einem Massengrab.

Sterbebild von Johann Schwaninger
Rückseite des Sterbebildes von Johann Schwaninger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.789: Franz Seraphin Tremmel

Der Soldat Franz Seraphin Tremmel stammte aus der bayerischen Gemeinde Buchbach und war der Sohn eines Korbmachers. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 1. Kompanie des 12. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 26.10.1916 fiel er nach 24 Monaten Kriegsdienst bei Les Mesnil während der Schlacht an der Somme durch ein Artilleriegeschoss.

Über den Todestag und die Todesumstände von Franz Seraphin Tremmel berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 26.10. erhielten 6., 8. und 5. Kompanie vormittags wenig Artilleriefeuer. Der Gegner geschoss hauptsächlich die hinteren Linien. Von 12 – 2 Uhr nachmittags und 4 – 6 Uhr nachmittags legte der Feind schweres Artilleriefeuer auf 6./12. und den Holhlweg. Auch auf 7./12. steigerte sich am Nachmittage das feindliche Trommelfeuer. Offenbar hatte der Gegner die bei P128 bestehende Lücke erkannt. Die Fliegertätigkeit war an diesem Tage besonders groß.“

Dabei wurde Franz Seraphin getötet.

Die Lage des Grabes von Franz Seraphin Tremmel ist offiziell unbekannt. Vermutlich wurde er auf dem wenige Kilometer entfernten Soldatenfriedhof Rancourt anonym in einem Massengrab beigesetzt.

Sterbebild von Franz Seraphin Tremmel
Rückseite des Sterbebildes von Franz Seraphin Tremmel

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.758: Josef Karossa

Der Soldat Josef Karossa stammte aus Hütting, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Ruhstorf an der Rott, und war der Sohn eines Schuhmachers. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 2. Kompanie des 12. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 26.12.1915 fiel er im Alter von 26 Jahren bei Arras durch Granatschuss.

Man begrub Josef Karossa auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 17, Grab 516.

Sterbebild von Josef Karossa
Rückseite des Sterbebildes von Josef Karossa

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.757: Johann Wenzl

Der Soldat Johann Wenzl stammte aus Reschau, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Ruhstorf an der Rott, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 9. Kompanie des 12. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 29.06.1916 fiel er im Alter von 20 Jahren während der Schlacht um Verdun bei den Kämpfen auf Kalter Erde und bei Fleury-devant-Douaumont.

Für Johann Wenzl ist offiziell keine Grablage bekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass seine Gebeine, wenn sie bis heute geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville beigesetzt wurden, wo man auch seine Regimentskameraden der 9. Kompanie begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Infanterist Nikolaus Berchtold, gefallen am 28.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Landsturmmann Gustav Abrell, gefallen am 27.06.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Landsturmmann Georg Rendle, gefallen am 29.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Max Schwiebacher, gefallen am 27.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Johann Wenzl
Rückseite des Sterbebildes von Johann Wenzl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.701: Max Gotz

Der Soldat Max Gotz stammte aus der bayerischen Gemeinde Klessing und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Ersatz-Reservist in der 6. Kompanie des 12. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 11.10.1915 fiel er im Alter von 24 Jahren bei Vimy bei den Kämpfen um Arras.

Die Lage des Grabes von Max Gotz ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy beigesetzt wurde, wenn seine bis heute Leiche geborgen wurde. Dort begrub man auch seine Regimentskameraden, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Infanterist Josef Dauner, gefallen am 11.10.1915 bei Neuville, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Infanterist Jakob Nagel, gefallen am 11.10.1915 bei La Folie, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Infanterist Michael Einmüller, gefallen am 11.10.1915 bei La Folie, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Infanterist Xaver Baumeister, gefallen am 11.10.1915 bei La Folie, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Max Gotz
Rückseite des Sterbebildes von Max Gotz

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.642: Franz Xaver Stamberger

Der Soldat Franz Xaver Stamberger stammte aus Krems, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tüßling, Inwohnerssohn. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 2. Maschinengewehr-Kompanie des 12. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem bayerischen Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet. Am 28.04.1918 fiel er nach 23 Monaten Kriegsdienst im Alter von 22 Jahren bei Beaucourt-en-Santerre an der Westfront.

Offiziell ist für Franz Xaver Stamberger keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er, wenn seine Gebeine geborgen wurden, diese anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers begraben wurde, wo man auch andere Soldaten beisetzte, die im gleichen Zeitraum in Beaucourt-en-Santerre fielen, u. a.

  • Gefreiter Konrad Betz, gefallen am 26.05.1918, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 1, Grab 903;
  • Landsturmmann Michael Lappas, gefallen am 26.05.1918, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 1, Grab 235;
  • Gefreiter Konrad Betz, gefallen am 26.05.1918 bei Amiens, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 1, Grab 903;
  • Gefreiter Adam Müller, gefallen am 09.05.1918, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 2, Grab 3.010;
  • Unteroffizier Wolfgang von Hagens, geboren am 04.04.1918 in Düsseldorf, gefallen am 26.05.1918 bei Beaucourt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 4, Grab 2.042.

 

Sterbebild von Franz Xaver Stamberger
Rückseite des Sterbebildes von Franz Xaver Stamberger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.554: Johann Wiedemann

Der Soldat Johann Wiedemann wurde am 04.12.1885 geboren und war Bäckermeister von Beruf. Im Ersten Weltkrieg diente er als Reservist in der 3. Kompanie des 12. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 09.10.1914 fiel er im Alter von 28 Jahren.

Über den Todestag und die Todesumstände berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 09.10.1914 rückte das I. Bataillon beim Regiment wieder ein. In der Stellung wurde der Dienst in der Weise geregelt, dass ein Bataillon mit einem Maschinengewehr-Zug in der vordersten Linie, ein Bataillon mit einem Maschinengewehr-Zug als Bereitschaft bei la Toullette stand, während das letzte Bataillon mit zwei Maschinengewehren in Plessis-Cacheleux Verfügungstruppe des Regimentskommandeurs war. Am 11.10. machte der Feind nach Artillerievorbereitung einen Angriff gegen das in vorderster Linie befindliche II. Bataillon, wurde aber zurückgeschlagen. Hierbei wurden Leutnant Völkl (6. Kompanie) und 10 Mann verwundet, 5 Mann starben den Heldentod.“ 

Die Lage des Grabes von Johann Wiedemann ist offiziell unbekannt.

 

Sterbebild von Johann Wiedemann
Rückseite des Sterbebildes von Johann Wiedemann

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.534: Johann Unterauer

Der Soldat Johann Unterauer stammte aus Götzberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Schnaitsee, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 5. Kompanie des 12. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 08.06.1916 fiel er im Alter von 22 Jahren während der Schlacht um Verdun bei Thiaumont.

Über den Todestag und die Todesumstände von Johann Unterauer berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Infanterie-Regiments:

„In der Nacht vom 7./8.6. erfolgte unter erheblichen Verlusten die Neugliederung für den beabsichtigten Angriff des 8.6. Es sollte eine Linie östlich Ferme Thiaumont erreicht werden. II./12. und die ihm als Abschnittsreserve im Chauffourwald Nord unterstellte 4. Kompanie war mit anderen Truppenteilen der mittleren Angriffsgruppe (Gruppe Policzka) dem Hauptmann Stöber, Führer des II./12. zugeteilt. Sie lösten heute Nacht I./12. in vorderster Linie unter erheblichen Verlusten ab. I./12. ohne 4. Kompanie wurde Brigadereserve in der Küchenschlucht, woselbst auch III./12 bereit gestellt wurde. Von 4 bis 10 Uhr vormittags musste das vorderste II. Bataillon starkes Trommelfeuer, das sich zum Orkanfeuer steigerte, in den stark besetzten Bereitschaftsgräben 319 – 326, die auch noch mit Mannschaften des 15. und 20. Infanterie-Regiments belegt waren, über sich ergehen lassen, sodass der Befehl zum Vorbrechen als eine Erlösung empfunden wurde. Gleich der erste Sturm brachte herrliche Erfolge.

Die feindlichen Gräben wurden im Handgranatenkampf genommen, die überlebenden Franzosen gefangen, Werk 368 und M 369 durch Sturmabteilung Echteler, 6./12, und Vizefeldwebel Eberl ebenfalls genommen und durch Vizefeldwebel Sauter, 6./12, ein bisher unbekanntes Infanterie-Werk 377 überrumpelt. 9 Offiziere, etwa 150 Mann und 7 Maschinengewehre fielen in unsere Hände. Nach einer Stunde war die befohlene Stellung erreicht, an ihrer Verteidigungsfähigkeit wurde mit Nachdruck gearbeitet.. Um 5.30 Uhr abends schloss sich das Bataillon dem links angreifenden Jägerregiment zum 2. Sturme an und es gelang einer gemischten kleineren Abteilung in das Zwischenwerk Thiaumont einzudringen. Doch da rechts der Anschluss fehlte, musste dieses wieder aufgegeben werden; der Feind besetzte es anderen Tags. Ein von ihm unternommener Gegenangriff scheiterte bereits in unserem Artilleriefeuer. Nachts kam für das schwer geprüfte II. Bataillon Ablösung durch das III. Bataillon in vorderster Linie, leider unter schwerstem feindlichen Artilleriefeuer. Die nächsten Tage brachten stündlich starkes und stärkstes Artilleriefeuer auf vordere und rückwärtige Stellungen, wodurch Leutnant der Reserve Ostermayr und Rettenberger am 11.06. und 12.06. 11 Uhr vormittags in der Fossesschlucht auch der Regimentskommandeur den Heldentod fanden. Gleichzeitig wurden der Regimentsadjutant Hauptmann Seyer, Oberleutnant der Reserve Schiele, der Maschinengewehr-Kompanie-Führer Hauptmann Schäffer und der A. B. O. (Verbindungsoffizier) verwundet. Mit Oberst Policzka – 12er Vater genannt – war ein alter 12er, der schon als Kompaniechef und Bataillons- wie Regimentskommandeur im Frieden einen wesentlichen Anteil an der Erziehung der 12er zu kriegsbrauchbaren Soldaten hatte, als leuchtendes Vorbild dahin gegangen, getreu seinem Wahlspruch: Die Pflicht über alles!“

Man begrub Johann Unterauer auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

Seine letzte Heimatgemeinde Kraiburg – Frauendorf gedenkt Johann Unterauer noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/kraiburg-frauendorf_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Johann Unterauer
Rückseite des Sterbebildes von Johann Unterauer