Sonderbeitrag Walter von Petersdorff

Der Soldat Walter von Petersdorff wurde am 23.03.1863 in Pommern geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Oberst und Regimentskomandeur im 143. Infanterie-Regiment. Am 20.08.1914 fiel er bei Hommarting, Vallerysthal, Saarburg.

Über den Todestag und die Todesumstände von Walter von Petersdorff berichtet die Regimentsgeschichte des 143. Infanterie-Regiments:

Nach dem Vormarsch von Romansweiler über Dagsburg am 19. August 1914 war es zum Gefecht nicht mehr gekommen. Das Regiment bezog gegen Abend, nachdem es der schweren Artillerie beim Instellunggehen auf dem Mühlkopf behilflich gewesen war, befehlsgemäß die Höhe von Hommert. Den Franzosen war dies nicht entgangen; sie warfen eine Anzahl Granaten nach Hommert hinein, die jedoch keine Verluste verursachten. Das Regiment biwakierte zum größten Teil auf hartem Boden; die Nacht war kalt und unbehaglich; zu essen gab es auch nichts. Mit einbrechender Dunkelheit hatte das Granatfeuer der Franzosen fast ganz aufgehört und wurde auch in den Morgenstunden des 20. August zunächst nicht wieder aufgenommen. Über den 20. August 1914 entnehmen wir dem Brigadegefechtsbericht vorweg:

„Die 30. I.D. hatte den Befehl Ballersthal–Walscheid anzugreifen und ging vor: rechts mit der 60. Inf.Brig., links mit der 85. Inf.Brig. Die 60. Inf.Brig. rechts vom J.R. 143 durch den Föhrenwald, links davon mit dem J.R. 99 über den Bach bei der Mühle. Es entwickelte sich ein schweres Gefechtstreffen! Das Vorgehen war schwierig, da sich der Feind im Föhrenwald festgesetzt hatte. Die 60. Inf.Brig. hatte nur die leichte Feldhaubitzen‑Batterie Frhr. v. d. Decken, die in überaus schwieriger Stellung war, zur Verfügung. Das Regiment war mit seinen Kräften zum Aufmarsch gekommen, so daß die 60. Inf.Brig. bei diesem Angriff wenig von ihr bemerkte. Rechts der 60. Inf.Brig. kämpfte die 56. Inf.Brig., General Freyer vom XIV. A.K., mit der wir getreue Gefechtsverbindung hielten. Im Föhrenwald in der Nähe des Brig.Stabs. General von Altfrod fiel der tapfere Kommandeur des J.R. 143, Oberst von Petersdorff. Der Feind wurde geworfen. Die 60. Inf.Brig. erreichte gegen Abend etwa den Abschnitt Ballersthal–Walscheid. Die 85. Inf.Brig. war noch weiter zurück. Am späten Nachmittag befahl der Kommandeur der 60. Inf.Brig., General von Altfrod, durch Meldegänger: „Die 60. Inf.Brig. sammelt sich in Richtung Forsthaus Streithaus und bezieht für abends Lager. Die 60. Inf.Brig. mit Teilen der 56. Inf.Brig. stand alsbald im Grunde zwischen Ballersthal und Walscheid an dem westwärts aufsteigenden Rande des Walscheider Waldes. Dort hatte der Obstlt. d. Res. von Leyden im schneidigen Angriff den Feind verlassen. Bei Gefechte nebst einigen Pferden festgestellt. Eine Mühle brannte. Hier sammelte sich die Division. Die 60. Inf.Brig. belegte Ballersthal, Dreibrunnen und Birkirch. Die Verfolgung unterbrechend, biwakierte sie in der Nacht des 20./21. 8. 14 bei den befohlenen Ortsabschnitten rechts ab, wo sie bei Dunkelheit eintraf, gegen 8 Uhr abends. 21. 8. 14 wurde vom J.R. 143 (Birkirch) gemeldet, daß es in Gefechtsfühlung mit dem Feinde stehe.“ (General von Altfrod.)

Aus dem nebligen Morgen entwickelte sich bald ein herrlicher, warmer Sommertag. Der Feind hatte sich während der Nacht in seiner Stellung am Hochwald–Ballersthal–Bierthals–Albertweiler eingegraben. Um 8 Uhr früh hörten wir lebhaftes Gewehrfeuer im Föhrenwald, wo sich vorgeschobene Teile des J.R. 99 befanden. Für den 20. August war der Angriff der 6. und 7. Armee im Raume Gondrexange—Vogesen befohlen, linker Flügel XIV. A.K. von St. Louis—Gunzweiler auf Hochwalsch, XV. A.K. gegen die Linie Vallerysthal — St. Léon. Das Regiment 143, auf dem rechten Flügel des XV. A.K., hatte den Gefechtsstreifen Nordausgang Hommert — Südrand Föschenwald — Nordrand Glashütte (rechter Flügel), Südrand Hommert — Großmatt — Südrand Vallerysthal (linker Flügel). Links anschließend daran J.R. 99. Dem Brigadebefehl gemäß stellte sich das Regiment um 10 Uhr vorm. zum Angriff bereit: II./143 am Südostrand des Föschenwaldes, links davon am Wege Hommert—Sitifort III./143. Das I./143, das am Tage vorher Artilleriebedeckung gewesen war, war zunächst noch zur Verfügung des Div.Kdrs. südöstl. Hommert geblieben. Es konnte erst später bei III./143 ins Gefecht eingreifen und machte den Angriff bis Sitifort mit. Die M.G.K. verblieb bis zum Antreten des Regiments zum Angriff, der um 11 Uhr vorm. erfolgen sollte, in Hommert.

Lautlose Stille. — Die Uhr von Hommert schlägt elfmal. Auf den letzten Glockenschlag stürzt die 12. Komp. die Abhänge von Hommert herunter und ersteigt in knapp 30 Minuten die gegenüberliegenden, mit schußfertiger Artillerie bespickten Höhen. Sofort nach Beginn des deutschen Angriffs stürzten die Franzosen an ihre Geschütze. Der östliche Teil des Föschenwaldes und Hommert wurden mit Granaten überschüttet*). Im Verhältnis hierzu waren die Verluste zunächst gering, und in herrlicher Ruhe und Kaltblütigkeit begannen die Bataillone ihre Vorwärtsbewegung.

Als die 5./143 die Höhe 396 südl. Föschenwald gewonnen hatte, steigerte sich das fdl. Feuer zu größter Heftigkeit, und die Verluste vermehrten sich. Eine Granate schlug in einen geschlossenen Teil der 8./143 ein und richtete viel Unglück an. Mit Hilfe von Teilen des III. Btls. wurden am Wege hart südlich Forsthaus Föschen leichte Haubitzen in Stellung gebracht. Die der 12. Komp. folgenden Komp. des III./143 hatten ebenfalls schwere Verluste, u. a. fielen gleich beim ersten Vorgehen Hptm. Heydemann (9. Komp.) und der Adjutant des III. Btls., Lt. Jentzsch. Mittlerweile war es gegen 12,30 Uhr mittags. Das Regiment hatte die Höhe 396 und das Gelände nördl. und südl. davon gewonnen. Für ein weiteres Vorgehen sollte zunächst das Herankommen des XIV. A.K. abgewartet werden. Somit trat jetzt eine etwa zweistündige Gefechtspause ein, während der der Feind den Föschenwald unausgesetzt mit Granaten abstreute.

Um 2,30 Uhr meldete der Rgts. Adj., Lt. Richter, das Herankommen des XIV. A.K. über Gunzweiler. Oberst von Petersdorff befahl den Angriff fortzusetzen und verabschiedete sich noch mit einem Scherzwort von dem vorgehen den Kommandeur des II. Btls. In kräftigem Vordringen gelangte II./143 durch den Föschenwald und den tiefen Grund bei Stobberg auf die Höhe 363 bei Hochwalsch. Es versuchte in raschem Sprung Gelände zu gewinnen, in heftigem Gewehrfeuer aus Richtung der Höhe 357 bei Hochwalsch. In diesem Augenblick erhielten die vorspringenden Schützen auch heftiges Gewehrfeuer aus Süden von den Höhen westl. Vallerysthal herab. Der Bataillons-Kommandeur schwenkte nun mit einem Teil des Bataillons nach Süden ein unter teilweiser Besetzung eines eben verlassenen frz. Schützengrabens. Hier lag das Bataillon in schwerem Feuer von Westen und Norden. Glücklicherweise schoß die frz. Artillerie um etwa 200 m zu weit; auch wurde Hochwalsch bald vom Feind geräumt.

Inzwischen war es 4 Uhr nachm. geworden. Das Feuer aus der Richtung Biberkirch — Harzweiler war sehr heftig. Frz. Infanterie lag auf etwa 1000 m gegenüber. Da kam die Kunde, daß der tapfere Oberst von Petersdorff soeben bei Glashütte gefallen sei*). Oberstlt. Frhr. von Liliencron (Kdr. II./143) übernahm die Führung des Regiments. Inzwischen waren auch das III./143 und Teile des I./143 herangekommen. Der einzige Punkt im Gelände, der etwas Deckung gegen das sehr heftige Feuer bot, war der Grund bei Stobberg. Hier stauten sich jetzt Teile des II./99, der Regimenter 40, 169, 111 und des gleichfalls herangekommenen III./143. Der Regiments-Führer 143 faßte diese Truppen zusammen und stieß mit ihnen nach Vallerysthal hinein, das alsbald vom Feinde geräumt wurde. Hier wurden zunächst die Verbände geordnet. Die Franzosen wichen auf der ganzen Linie zurück. Es war inzwischen 7 Uhr abds. geworden. Durch den Regiments-Adjutanten wurde Verbindung mit der Brigade in Großmatt aufgenommen, wo sich auch I./143 und noch Teile von III./143, die den Angriff auf Sitifort durchgeführt hatten, befanden. Das Regiment erhielt Befehl, Vallerysthal und Dreibrunnen zu besetzen. Die bei Sitifort stehenden Teile des Regiments rückten nach Vallerysthal ab und erreichten gegen Mitternacht die Ortschaft.

Mittlerweile war Oberstlt. Frhr. von Liliencron nach Ordnung der Verbände mit II./99, II. und 11./143 durch Vallerysthal und Dreibrunnen durch nach Biberkirch vorgestoßen und hatte hierbei eine Anzahl Gefangene gemacht. Die Orte waren voll verwundeter Franzosen, und das Vorgehen durch die Dörfer wurde dadurch erschwert, daß sie unter dem Feuer frz. und eigener Artillerie lagen. II./99 hatte die Vorhut, bei der sich auch der Führer J.R. 143 befand. Als diese soeben nach Biberkirch eingebogen war, erhielt sie starkes Infanteriefeuer von den Höhen, die unmittelbar südl. Biberkirch den Ort beherrschten. Schnell wurden die Häuser besetzt und eine starke Besetzung der genannten Höhen durch frz. Infanterie erkannt. Die hereinbrechende Dunkelheit machte dem Feuerkampf bald ein Ende, wenn auch ein latentes Geschieße die ganze Nacht hindurch andauerte, da sich Freund und Feind nur auf wenige hundert Meter gegenüber lagen. Ein Angriff auf diese steilen Höhen aus Dreibrunnen und Biberkirch heraus war unmöglich. II./99 übernahm die Sicherung für die Nacht, während sich J.R. 143 in Dreibrunnen zur Verteidigung einrichtete.

Ein ehrenvoller, schwerer Kampftag war für J.R. 143 zu Ende gegangen, der dem Regiment seinen geliebten, heldenmütigen Kommandeur gekostet hatte. Schwerster Kampf hatte über der Ortschaft, in der das Regiment sich befand, den ganzen Tag über getobt. Die völlig verstörten und verängstigten Bewohner kamen in der Dunkelheit aus ihren Schlupfwinkeln hervor und sorgten nach besten Kräften für die erschöpften und ausgehungerten Truppen. Die Feldküchen wurden herangezogen*).

Nach eingebrochener Dunkelheit trat Ruhe ein, und Sanitätskompanien mit brennenden Fackeln durchstreiften das Schlachtfeld und suchten die Verwundeten.

Man begrub Walter von Petersdorff auf dem Soldatenfriedhof Plaine-de-Walsch in Grab 32.

Das alter Grab von Walter von Petersdorff
Walter von Petersdorff
Walter von Petersdorff

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.813: Kilian Peter

Der Soldat Kilian Peter wurde am 01.12.1890 in Adrazhofen geboren, einem Ortsteil der Gemeinde Leutkrichen im Allgäu im heutigen Bundesland Baden-Württemberg, und war Schreiner. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 8. Kompanie des 143. Infanterie-Regiments. Ende August wurde er als vermisst gemeldet. Später stellte sich heraus, dass er am 23.08.1914 während der Schlacht bei Saarburg und vor Nancy – Epinal bei Bréménil schwer verwundet und am 27.08.1914 (Verlustlisten und Volksbund: 01.09.1914) im Alter von 23 Jahren im Kriegslazarett Lörchingen (französisch: Lorquin) gestorben war.

Über den Tag seiner schweren, letztlich tödlichen Verwundung und die Umstände berichtet die Regimentsgeschichte des 143. Infanterie-Regiments:

„Bei Parux (23. August 1914)

Am 22. August 1914 marschierten wir über Cirey auf Parux, das vom Feinde besetzt war. Nach Überwindung des feindlichen Widerstandes ging es weiter auf Bréménil in Richtung Badonviller. Dort war Infanterie-Regiment 99 mit Teilen eingedrungen. Zur Erkundung vorgehend, musste der Brigade-Stab eine Viertelstunde lang im nassen Graben liegen, um gegen starkes feindliches Artilleriefeuer Deckung zu nehmen. Mittlerweile wurde es dunkel. Plötzlich ertönte nachts aus Badonviller die hellen Clarions französischer Truppen und der schwungvolle Gesang der Marseillaise unter hartem Marschtritt auf der Straße. Schon war der Brigadekommandeur um die im Ort befindlichen 99er besorgt, als nach heftigem Nahkampf in kräftigen Akkorden die „Wacht am Rhein“ ertönte und ihr ein brausendes deutsches Hurra folgte. Hauptmann Rogge vom Infanterie-Regiment 99 hatte angegriffen. Da die Stärke der feindlichen Besatzung in Badonviller unbekannt war, zog der Kommandeur Infanterie-Regiment 99 seine Truppen (etwa ein Bataillon) aus dem Ort heraus. Der Brigadekommandeur billigte dies, denn entweder musste die Brigade den Ort bei Dunkelheit erstürmen, was angesichts der unklaren Lage nicht ratsam war, oder der Ort musste vorläufig – wie geschehen – geräumt werden. Während dieser Vorgänge lag außerdem eigenes Artilleriefeuer auf Badonviller. (Bericht von General von Altrock).

Am nächsten Morgen, Sonntag, dem 23. August, früh, wurde der Weitermarsch angetreten. Eine Woche schwerster Kämpfe sollte mit diesem Tag anbrechen! Das Regiment befand sich vorn. Die Vorhut hatte III./143, (Spitze: 12. Kompanie, Leutnant der Reserve Overzier), es folgten II. Bataillon und Maschinengewehr-Kompanie. dann I./143. Kurz hinter Lafremborn wurde die französische Grenze überschritten, von den Truppen mit Jubel begrüßt, denn bis jetzt hatten wir ja immer noch auf deutschem Boden gekämpft.

Der Marsch ging zunächst nach Cirey, wo gehalten wurde, weil eine starke feindliche Nachhut die Truppe zur Entwicklung zwang, während die Vorhut, III./143 auf Parux weitergeschickt wurde. Das Bataillon setzte sich in den Besitz des Dorfes, wurde aber von den gegenüberliegenden Höhen von Süden und Osten her stark beschossen. Die Verluste waren schwer. Der Regimentsführer der Feldartillerie hatte angesichts der Franzosen auf einem Schimmel unsere Schützenlinie abgeritten und dadurch starkes Feuer auf uns gezogen. Inzwischen hatte die Brigade den Weitermarsch von Cirey angetreten. Der Regiments-Stab 143 ritt nach Parux zur Orientierung vor. Von Süden und Südosten her vorgehende französische Schützen ließen einen Angriff auf Parux erkennen. Der Regimentsführer setzte deshalb zwei Kompanien des II./143 zur Unterstützung des III. Bataillons in Parux ein, wobei sich die 8./143 unter Hauptmann Kürgensen besonders auszeichnete, indem sie unter schwerstem Feuer ein großes Gehöft hart südlich Parux besetzte. Den Rest des II. Bataillons behielt Oberstleutnant Freiherr von Liliencron zu seiner Verfügung in der Nordostecke des Bois de Coupe. Zwei Züge der Maschinengewehr-Kompanie wurden bei Höhe 319 im Bois de Coupe in Stellung gebracht. Major Collet mit dem verstärkten III. Bataillon ging jetzt zum Gegenangriff gegen die Höhen südlich Parux vor und gelangte hinauf. Schweres Artilleriefeuer indes zwang das tapfere Bataillon wieder nach Parux zurück.

Vom I./143 war die 1. Kompanie zwischen Cirey und Parux zum Schutze des Divisionsstabs links abgezweigt worden und kämpfte später im Verband des Infanterie-Regiments 99, wobei ihr heldenmütiger Chef, Hauptmann von Strzemierzny, fiel. Die übrigen Kompanien wurden vom Regimentsführer durch das Bois de Coupe geschickt, um den Feind auf den Höhen zwischen Parux und Bréménil zu umfassen. Der Marsch verzögerte sich jedoch durch das äußerst schwierige und sumpfige Gelände im Wald, aus dem es zwar französische Schützen vertrieb, für den beabsichtigten Angriff auf die genannten Höhen aber nicht mehr in Tätigkeit kam.

Inzwischen war es 2 Uhr nachmittags geworden. Die Franzosen konnten sich offensichtlich zur Fortsetzung ihres Angriffs auf Parux nicht entschließen, da unsere Artillerie ihnen stark zusetzte und ihnen auch der Anmarsch des I./143 durch das Bois de Coupe nicht entgangen war. Jetzt erhob sich das tapfere Bataillon Collet zum zweiten Male zum kräftigen Angriff auf die vorliegenden Höhen, dem sich die Franzosen aber durch schleunige Flucht entzogen, eine ganze Batterie zurücklassend, die von 10./143 genommen wurde.

So war das Regiment um 3 Uhr nachmittags im Besitz der Höhen zwischen Parux und Bréménil. Hier strömte jetzt alles zusammen, Truppen und Stäbe, und weiter ging es in breiter Front, Richtung Badonviller. Dort hatten die Franzosen wieder Front gemacht, und Badonviller selbst war stark besetzt. Das feindliche Artilleriefeuer zwang die Division in der Höhe von les Carrières halt zu machen, um die eigene Artillerie zunächst wirken zu lassen. Gegen Abend wurde die 60. Infanterie-Brigade auf Badonviller angesetzt, Infanterie-Regiment 143 westlich der Straße les Carrières – Badonviller. Das Regiment erhielt beim Vorgehen wiederum Verluste, diesmal durch eigenes, schweres Artilleriefeuer, so dass der Angriff von der Brigade wegen Dunkelheit und ungeklärter Verhältnisse angehalten wurde. So wurden weitere Angriffe auf den folgenden Tag verschoben.

Das Regiment nächtigte auf dem harten Boden im Chausseegraben der Straße nach Badonviller. Die Feldküche wurde herangezogen. Das Wetter war in dieser Zeit glücklicherweise dauernd schön, die Nächte aber schon empfindlich kalt, und man konnte sich Angenehmeres denken, als diese Nacht auf der Höhe von Les Carrières.“

Man begrub Kilian Peter auf dem Soldatenfriedhof Abreschviller (deutsch: Alberschweiler) in einem Massengrab.

Sterbebild von Kilian Peter
Rückseite des Sterbebildes von Kilian Peter

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.281: Georg Stautner

Der Soldat Georg Stautner stammte aus der bayerischen Gemeinde Willmering und war Brauer von Beruf. Im Ersten Weltkrieg diente er als Reservist in der 1. Kompanie des 143. Infanterie-Regiments. Am 26.08.1914 fiel er bei Raon-l’Étape während der Schlacht vor Nancy-Epinal.

Offiziell ist füpr Georg Stautner keine Grablage bekannt. Für schrecklich viele Gefallene der Gefechte bei Nancy – Epinal kennt man die Lage des Grabes nicht (mehr), musste ich in den Jahren meiner Recherchen für diesen Blog feststellen.

Es könnte sein, dass Georg Stautner auf dem Soldatenfriedhof Walscheid anonym in einem Massengrab beigesetzt wurde. Ich möchte betonen, dass die Datenlage sehr spärlich ist. Lediglich das Grab seines Regimentskameraden Vizefeldwebel Richard Landrock konnte ich recherchieren, der am gleichen Tag fiel. Er wurde auf dem Soldatenfriedhof Walscheid in Grab 88. begraben. Es könnte aber auch sein, dass er auf dem sehr großen Soldatenfriedhof Reillon begraben wurde. Diese Vermutung ist für mich wahrscheinlicher, da er bedeutend näher an dem Todesort von Georg Stautner liegt, jedoch habe ich dafür keinerlei Hinweise.

Sterbebild von Georg Stautner
Rückseite des Sterbebildes von Georg Stautner