Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.023: Franz Xaver Roß

Der Soldat Franz Xaver Roß wurde am 18.12.1889 in Thann, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Aschau am Inn, geboren und lebte in Litzelkirchen. Sein Vater war Fuhrmann (Karrer). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 5. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Ende Juli 1918 geriet er während der Abwehrschlacht zwischen Soissons und Reims und zwischen Marne und Vesle in französische Kriegsgefangenschaft. Am 27.01.1919 verstarb er im Alter von 29 Jahren in Montcornet, Amb. 12/16, nach sechs Monaten Kriegsgefangenschaft.

Man begrub Franz Xaver Roß auf dem Soldatenfriedhof Mennevret in Block 2, Grab 189.

Seine Heimatgemeinde Aschau am Inn gedenkt Franz Xaver Roß noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/aschau_a_inn_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Franz Xaver Roß
Rückseite des Sterbebildes von Franz Xaver Roß

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.009: Theodor Bischoff

Der Soldat Theodor Bischoff war Beamter (Angestellter) der Depositen-Abteilung der Deutschen Bank in Berlin. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter der Reserve in der 2. Kompanie des 64. preußischen Infanterie-Regiment. Am 20. September fiel er im Alter von 23 Jahren bei den Kämpfen an der Aisne in der Nähe der Folemprise-Ferm und  der Rouge Maison bei den beiden französischen Ortschaften Soupir und Ostel.

Über den Todestag und die Todesumstände von Theodor Bischoff berichtet die Regimentsgeschichte des 64. preußischen Infanterie-Regiments:

„Der Angriff am 20.09.1914

Im Morgengrauen des 20. September wies das I. Bataillon einen englischen Vorstoß ab.

Der Angriff der 6. Division sollte an diesem Tage fortgesetzt werden, er kam aber nicht einheitlich in Gang. In der Nacht hatte der Regimentskommandeur erfahren, dass links vom Regiment mit Hellwerden wieder vorgegangen werden sollte. Wann rechts die 24er antreten würden, war nicht bekannt. Oberst Jancke befahl deshalb, das I. Bataillon mit der 6. Kompanie sollten zum Angriff antreten, sobald das Regiment 24 vorginge. Das III. Bataillon erhielt Befehl, den Angriff des I. Bataillons aus dem vor der Front des III. Bataillons liegenden Walde heraus zu unterstützen.

Major von Decken führte darauf schon im Morgengrauen sein Bataillon in den Wald, dessen Nordteil als unbesetzt festgestellt war. Er glaubte mit Recht, dass er so bei fortschreitendem Angriff gegen die Flanke des auf der Höhe vor dem I. Bataillon haltenden Gegners wirken  könne. Die 9. Kompanie wurde dem I. Bataillon zur unmittelbaren Unterstützung zur Verfügung gestellt. Die 10., 11. und 12. Kompanie wurden im Ostrand des Waldes bereitgestellt, um vorzubrechen, sobald das I. Bataillon angriffe. Nach Süden waren im Wald zum Schutz der Flanke Sicherungen soweit vorgeschoben, wie es die Lage des eigenen Artilleriefeuers erlaubte. Ein dem Bataillon zugeführter Maschinengewehr-Zug unter Leutnant Meißenburg wurde eingesetzt, um feindliche Maschinengewehre, die gegen die linke Flanke des Bataillons wirkten, zu bekämpfen.

Das I. Bataillon hatte zunächst nicht angreifen können, weil die 24er nicht antraten. Erst um 10.30 Uhr konnte Hauptmann von Werder den Angriffsbefehl geben. Die 6. Kompanie rechts, das I. Bataillon links daneben verließen gegen Mittag ihre Gräben, um noch einmal den schweren Angriff über die kahle Fläche zu wagen. Er war befohlen, also gab es für den deutschen Sturmsoldaten von 1914 kein Zaudern.

Wieder kam die 6. Kompanie in dem günstigeren Gelände bei Rouge Maison, wenn auch unter erheblichen Verlusten, gut vorwärts. Auch der rechte Flügel des I. Bataillons gewann zunächst Boden, während die am linken Flügel vorgehende 2. Kompanie in kurzer Zeit durch Maschinengewehr- und Infanteriefeuer und durch starkes Artilleriefeuer aus der linken Flanke (von La Cour de Soupir her) zusammengeschossen wurde. Die Reste der braven Kompanie mussten den schützenden Graben wieder aufsuchen. (Anmerkung: Hier fiel Theodor Bischoff wahrscheinlich).

Auf Vorschlag des Hauptmanns Osterroht sandte Hauptmann von Werder Teile der 1. Kompanie zur 6., um dort den erfolgversprechenden Angriff fortzusetzen. Aber auch hier stellte es sich bald heraus, dass der Angriff der schwachen Teile des Regiments allein unmöglich war. Längst hatten die 24er das Vorgehen wieder einstellen müssen, auch die 11. Brigade links vom Regiment war nicht vorwärtsgekommen. So musste auch Hauptmann Osterroht auf weiteres Vorgehen verzichten.

Major von Decken hatte inzwischen auf die Nachricht, dass das I. Bataillon angriffe, den kühnen Entschluss gefasst, durch den Wald weiter nach Süden vorzudringen. Glückte es, den Südrand des Waldes zu erreichen, so stand das Bataillon tief in der Flanke des Feindes vor dem I. Bataillon. Er befahl zunächst gegen 12 Uhr mittags der 11. Kompanie, gegen den Südrand des Waldes vorzugehen, um die feindliche Stellung im Walde zu erkunden.

Sobald die Kompanie angetreten war, schlug ihr im dichten Gestrüpp auf nächste Entfernung starkes Feuer entgegen. Sofort ließ Hauptmann Friedrichs Seitengewehr aufpflanzen und ging mit seinen tapferen Musketieren den Engländern mit dem Bajonett zu Leib. Schrittweise wich der Feind. Jetzt setzte Major von der Decken die 12. und 10. Kompanie rechts und links von der 11. ein, Leutnant Weißenburg brachte seine Maschinengewehre in Stellung und im wundervollen Angriffsschwung stürmten die Angermünder trotz schwerer Verluste unaufhaltsam vorwärts, bis sie den Südrand des Waldes erreichten. Hier am Waldrand gelang es dem Bataillon noch, einen englischen Schützengraben zu nehmen, obwohl die deutsche Artillerie, die den Kampf nicht beobachten konnten, zu kurz schoss. Dann aber war ein weiteres Vorwärtskommen unmöglich. Von drei Seiten traf feindliches Feuer das vereinzelte, so weit  durchgebrochene Bataillon. Es musste nach allen Seiten Front machen und sich eingraben.

Schwer waren die Verluste. Der schwerste aber war der Heldentod des ritterlichen, tapferen Führers, des Majors von der Decken. Mitten im tollsten Feuer aufrecht stehend – so erzählte am Abend sein treuer Adjutant, Leutnant Droysen – traf ihn ein Geschütz in den Arm. „Droysen, ich habe eins weg,“ sagte er lachend. Kurz darauf warf ihn ein Schuss in die Häfte halb zu Boden. „Droysen, jetzt habe ich Nummer 2!“ Die Führung seiner Musketiere gab er nicht ab, bis ein Kopfschuss dem Heldenleben ein Ende machte. Ein vorbildlicher Soldat, gleich hervorragend als Führer wie in der Sorge für seine Untergebene, hatte hier den schönsten Tod gefunden. Ihm sei an dieser Stelle ein besonderes Denkmal gesetzt. Major Averich von der Decken, geboren am 12.10.1868 in Bromberg, gefallen am 20.09.1914 bei Folemprise bei Ostel, begraben vermutlich auf dem Soldatenfriedhof Soupir in einem Massengrab)

Der blutige Tag ging langsam zur Neige. Hauptmann von Schenckendorff klammerte sich mit den Resten des III. Bataillons an den schwer erkämpften Boden. Der Regimentskommandeur sandte ihm die 7. Kompanie unter Hauptmann Jacobs zu Hilfe, die sich tapfer am Kampf beteiligte. Mehr zu schicken war unmöglich. So stellte Oberst Kancke dem Hauptmann von Schenckendorff anheim, das Bataillon in die alte Stellung zurückzunehmen, wenn es sich nicht mehr halten könne. Die Munition wurde knapp, Wasser für die Maschinengewehre fehlte, das feindliche Feuer forderte immer mehr Verluste. Da entschloss sich Hauptmann von Schenckendorff schweren Herzens zum Rückzug. Vom Feinde unverfolgt, unter Mitführung fast aller Verwundeten und mit 20 Gefangenen kehrte das heldenmutige Häuflein am Abend in den Nordteil des Waldes zurück. Nur noch wenig über 200 Gewehre zählten die drei Kompanien, beim Maschinengewehr-Zug waren nur noch fünf Mann gefechtsfähig. Die Fahne des Bataillons, getragen von dem Serganten Menndorf, war durch einen Infanterieschuss beschädigt worden.

Auch am rechten Flügel des Regiments musste am Abend Hauptmann Osterroht seine erfolgreiche Kompanie in die alte Stellung nördlich Rouge Maison zurücknehmen, nachdem die Verwundeten und die Gefallenen, darunter der vortreffliche Feldwebel Kasimir und der Fahnenjunker Tille, zurückgeschafft waren. Der rechte Flügel des I. Bataillons war schon vorher in die Ausgangsstellung zurückgegangen.

Die 5. und 8. Kompanie hatte der Regimentskommandeur während des Angriffs auf den „Hungerberg“ vorgezogen, wo sie die gefährdete linke Flanke gegen das Tal von Ostel schützen.

So endete der schwere, blutige Tag. Er entriss dem Regiment viele seiner Besten; er begrub die letzten Hoffnungen auf den baldigen endgültigen Sieg. Wenn es damals den Mitkämpfern auch nicht so klar geworden ist, der 20. September bezeichnete den Beginn des Stellungskampfes. Ein neuer Abschnitt des Krieges begann. Noch einmal hatte das zusammengeschmolzene Regiment im schneidigen Angriff sein Bestes gegeben. Es hatte nichts geholfen.

Die Verluste am 20. September betrugen:

Tot: Mahor von der Decken

Leutnant der Reserve Meynow, 10. Kompanie. (Leutnant Wilhelm Meynow, gefallen am 20.09.1914 bei Folembrise, begraben auf dem Soldatenfriedhof Soupir in Block 1, Grab 238)

Leutnant Meißenburg, Maschinengewehr-Kompanie (Leutnant Werner Meissenburg, gefallen am 20.09.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Soupir in Block 1, Grab 235)

Leutnant Rack, Führer der 2. Kompanie (Leutnant Erwin Rack, gefallen am 20.09.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Soupir in Block 1, Grab 241)

49 Mann.

Verwundet: 5 Offiziere (darunter Leutnant Praetorius, 10. Kompanie, der nach wenigen Tagen seiner schweren Wunde erlag), 214 Mann.

Vermisst: 38 Mann des III. Bataillons, die wohl durchweg im Waldgefecht tot oder verwundet liegen geblieben sind.

Allein das III. Bataillon verlor 6 Offiziere, 174 Mann, den Rest trugen vor allem 2. und 6. Kompanie.

Dem schweren Tage folgte eine ruhige Nacht. Die 6. Kompanie wurde durch die 5. abgelöst.

Am Abend des 20. traf der erste Ersatztransport aus der Heimat ein, zwei Offiziere, fünf Offizier-Stellvertreter und Fähnriche, 350 Mann. Eine willkommene Verstärkung nach allen Verlusten der letzten Tage.“

Theodor Bischoff wird auch in der Ehrenliste der Deutschan Bank geführt: http://www.denkmalprojekt.org/2019/verlustliste_deutsche-bank-1914_wk1.html

Offiziell ist für Theodor Bischoff keine Grablage bekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass seine Gebeine, wenn sie geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Soupir begraben wurden, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die am gleichen Tag fielen (siehe  rote Anmerkungen in der Regimentsgeschichte oben).

 

Todesanzeige für Theodor Bischoff und seine Mutter Lina Bischoff, geborene Güllich

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.955: Leonhard Holzhammer

Der Soldat Leonhard Holzhammer wurde am 02.05.1895 geboren und stammte aus Mörmoosen, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tüßling, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Schütze in der 2. Maschinengewehr-Kompanie des 26. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet. Am 01.06.1918 wurde er während der Verfolgungskämpfe zwischen Oise, Aisne und über die Vesle bis zur Marne im Alter von 23 Jahren nach 31 Monaten Kriegsdienst getötet. Er erhielt bei der Erstürmung des Courmontwaldes westlich von Reims einen Unterleibschuss, durch den er fiel.

Über den Todestag und die Todesumstände von Leonhard Holzhammer berichtet die Regimentsgeschichte des 26. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Die Erstürmung des Courmontwaldes 01.06.1918

In den Morgenstunden des 01.06. tritt das Regiment befehlsgemäß zum Angriff an. Die vorderen Wellen werden aber alsbald vom völlig unerschütterten Feind durch heftiges Infanterie- und Maschinengewehrfeuer zu Boden gezwungen. Der Regimentskommandeur stellt daher zunächst das weitere Vorgehen ein und befiehlt Eingraben in den erreichten Linien. Aus dieser Stellung wird mit Tagesanbruch die eingehende Erkundung des Vorgeländes weiter fortgesetzt. Es ergibt sich, dass das rechte Anschluss-Regiment, 27. Infanterie-Regiment, erst den Höhenrücken ostwärts Romigny erreicht hat, dass ferner die linke Anschlussdivision, 232. Reserve-Division, noch nicht vorgekommen ist. Das Regiment erhält aus ostwärtiger Richtung, insbesondere vom Höhenrücken nördlich Cambrecy her, heftiges Flankenfeuer.

Das feindliche Artilleriefeuer, unterstützt durch feindliche Erkundungsflugzeuge, liegt im Laufe des Vormittags des 01.06. mit sich steigernder Heftigkeit auf dem vom Regiment erreichten, fast deckungslosen Gelände. Die Verluste sind erheblich, insbesondere beim linken Flügelbataillon. Die Lage für das Regiment ist wenig beneidenswert und erfordert seitens der Führung besondere Aufmerksamkeit.

Gegen 12 Uhr mittag trifft Divisions-Befehl ein, wonach der Angriff nach ½ stündiger Artillerie-Vorbereitung fortzusetzen ist. Die hierzu erforderlichen Befehle sind eben ausgegeben. Da setzt gegen 2 Uhr nachmittags ein das bisherige weit übersteigendes, heftiges Trommelfeuer der feindlichen Artillerie auf unsere Stellung, auf Ville en Tardenois, wo sich der Divisions- und Brigade-Stab inzwischen eingefunden hat, sowie auf das Rückengelände ein. Die hiedurch verursachten schweren Verluste scheinen eine Fortsetzung des Angriffs vorerst nicht mehr zu ermöglichen.

Eine Lage schlägt in der Regiments-Befehlsstelle ein, verwundet den Regiments-Kommandeur und den Führer des Reserve-Bataillons, Hauptmann von Kuepach, tötet mehrere Leute des Stabes. Die Lage steht auf des Messers Schneide.

Da eilt der Regiments-Kommandeur, noch blutüberströmt und nur mit Notverband versehen, in die vordere Linie, ihm schließt sich der 1. Generalstabsoffizier der Division, Hauptmann Pflaumer, an. Das persönliche, unerschreckene Beispiel des hochverehrten Führers wirkt beruhigend und belebend. Zudem beobachtet der Regiments-Kommandeur nunmehr, dass das durch Feuer wenig belästigte 27, Infanterie-Regiment eben zum Angriff ansetzt. Mit raschem Entschluss gibt er jetzt den Angriffsbefehl. I/26. hat sich im Anschluss an das 27. Infanterie-Regiment vorzuarbeiten, links davon geht III./26 anstelle des durch besonders schwere Verluste stark geschwächten II./26. vor. II./26. folgte als Regiments-Reserve hinter dem linken Flügel des Regiments. Die Begleitbatterie ist infolge starker Verluste an Mann und Pferd nicht mehr verwendungsfähig.

Und schon geht das Regiment, vorgerissen durch das hervorragende persönliche Beispiel seines Kommandeurs, in unaufhaltsamem Angriff gegen die sich zäh verteidigenden Senegalneger vor und gewinnt zunächst mit den westlichen Teilen des Regiments den Courmontwald. Bald ist der Feind geworfen und in unerbittlichem Nachstoß im Kampf gegen zahlreiche versteckte Maschinengewehr-Nester und Baumschützen der Südrand des Waldes erreicht.

Hier ordnet der Regiments-Kommandeur persönlich die im Waldkampf stark durcheinander gekommenen Verbände. I./26 steht mit Front nach Süden und Südosten, anschließend daran übernimmt II. Bataillon ostwärts der Straße Ville-en-Tardenois – Boujacourt die Sicherung gegen die vom Feind noch stark besetzte Höhe nördlich Boujacourt. III. Bataillon wird als Regimentsreserve zunächst hinter dem I./26 bereitgestellt. Der Courmontwald wird von feindlicher Artillerie dauernd unter heftigem Artillerie-Feuer gehalten.

Ein blutiger Kampftag geht zur Neige. Das Regiment hat die schwierigen Kampfverhältnisse des westlichen Kriegsschauplatzes gleich beim ersten Einsatz in vollstem Umfange zu kosten bekommen. Die Verluste sind erheblich, namentlich auch die Ausfälle an Führern. Aber es zeigt sich, dass die Ausbildungszeit im Osten nicht vergeblich war. Führer und Mann haben sich den schweren Anforderungen voll gewachsen gezeigt.“

 

Sterbebild von Leonhard Holzhammer
Rückseite des Sterbebildes von Leonhard Holzhammer

Sonderbeitrag: Otto Müller

Der Soldat Otto Müller stammte aus der hessischen Stadt Lollar. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Jäger in der 4. Kompanie des 11. Jäger-Bataillons. Am 17.09.1914 fiel er während der Schlacht an der Marne im Alter von 21 Jahren in der Region zwischen PontavertGuignicourt und Berry-au-Bac an der Aisne.
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Über den Todestag und die Todesumstände von Otto Müller berichtet die Regimentsgeschichte des 11. Jäger-Bataillons:

„Der heraufdämmernde Tag brachte aber keinen erneuten Angriff des Feindes. Nur das Infanteriefeuer flackerte stärker auf und am Nachmittag auch das der französischen Feldgeschütze. Nach Einbruch der Dunkelheit griff der Feind Berry-au-Bac an und drängte das Regiment Augusta aus dem Ort heraus. Da die linke Flanke des Bataillons nunmehr stark gefährdet war, wurde die linke Flügelkompagnie bis zur Straße Guignicourt—Pontavert zurückgebogen und durch 3. Kompagnie, sowie 2 Züge der Maschinengewehrkompagnie verstärkt. Heftiges Granatfeuer lag auf den Stellungen, und der Tag war für das Bataillon verlustreich, obgleich es nicht eigentlich gekämpft hatte. Oberleutnant v. Scheffer, Leutnant d. R. v. Sachs und 25 Oberjäger und Jäger wurden verwundet, 2 Oberjäger und 5 Jäger fielen. Erst gegen Morgen konnten die Feldküchen vorgezogen werden und Essen ausgegeben.“

Die Lage des Grabes von Otto Müller ist unbekannt.

Die Todesanzeige für Otto Müller im Gießener Anzeiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.940: Martin Erhard

Der Soldat Martin Erhard wurde am 21.10.1894 in der bayerischen Gemeinde Bad Kohlgrub als Sohn eines Tagelöhners geboren.  Im Ersten Weltkrieg diente er zunächst als Infanterist in der 1. Kompanie des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Nach schwerer Verwundung 1916 wechselte er in ein anderen Regiment eventuell in des 15. bayerische Reserve-Infanterie-Regiment. Am12.04.1917 fiel er im Alter von 22 Jahren bei bei Chevreux.

Man begrub Martin Peter auf dem Soldatenfriedhof Cerny-en-Laonnois in einem Massengrab.

Noch heute gedenkt seine Heimatgemeinde Bad Kohlgrub Martin Erhard auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/bad-kohlgrub_kirche_lk-garmisch-partenkirchen_1870_wk1_wk2_bay.html

Sterbebild von Martin Erhard
Rückseite des Sterbebildes von Martin Erhard

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.914: Mathias Huber

Der Soldat Mathias Huber stammte aus Lichtenhaag, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Gerzen, und war der Sohn eines Kleinbauern (Häuslers). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er latut Sterbebild als Schütze in der Maschinengewehr-Kompanie des 2. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Nach Angaben des Volksbundes war er Kavallerist. Diese Angabe wird bestätigt durch die Verlustlisten, nach denen er im unberittenen Schützenzug des 1. bayerischen Reserve-Kavallerie-Regiments kämpfte. Er wurde mit dem bayerischen Mitlitär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. Am 27.10.1916 verstarb er nach schwerer Verwundung bei Colligis im Alter von 23 Jahren an der Aisne.

Man begrub Joseph Ringlstetter auf dem Soldatenfriedhof Cerny-en-Laonnois in Block 1, Grab 2.136.

Seine Heimatgemeinde Lichtenhaag gedenkt Joseph Ringlstetter noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/gerzen-lichtenhaag_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Joseph Ringlstetter
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Ringlstetter

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.881: Josef Oelkofer

Der Soldat Josef Oelkofer wurde am 22.06.1883 geboren und stammte aus Wisselsing, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Osterhofen, und war Gastwirt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 6. Kompanie des 6. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Am 18.07.1918 wurde er während der Schlacht bei Soissons bei Nanteuil sur Ourcq schwer verwundet und verstarb am 20.07.1918 im Alter von 33 Jahren an seiner Verwundung in einem Feldlazarett.

Die Lage des Grabes von Josef Oelkofer ist unbekannt.

 

Sterbebild von Josef Oelkofer
Rückseite des Sterbebildes von Josef Oelkofer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.870: Josef Hermann

Der Soldat Josef Hermann wurde am 01.07.1893 in der bayerischen Stadt Regen geboren und war Hausbesitzer. Am 17.04.1917 fiel er im Alter von 23 Jahren bei den Kämpfen an der Aisne.

Man begrub Josef Hermann auf dem Soldatenfriedhof Sissonne in Block 3, Grab 886.

Sterbebild von Josef Hermann
Rückseite des Sterbebildes von Josef Hermann

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.869: Ludwig Sieber

Der Soldat Ludwig Sieber wurde am 23.02.1896 in der bayerischen Gemeinde Prem als Sohn eines Schmiedemeisters geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 1. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 14.06.1917 fiel er im Alter von 21 Jahren am Chemin de Dames bei Laon.

Ludwig Sieber wurde bei einer durch Unvorsichtigkeit verursachten Explosion großer Munitionsvorräte in einem Tummel ums Leben, bei dem der Bataillonskommandeur Freiherr Duprel und einhundert Mann getötet wurden.

Man begrub Ludwig Sieber auf dem Soldatenfriedhof Cerny-en-Laonnois in einem Massengrab.

Sterbebild von von Ludwig Sieber
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Sieber

Gefallene Soldaten aus Mittelhessen: Karl Kirschbaum

Der Soldat Karl Kirschbaum stammte aus Hergersdorf, einem Ortsteil der hessischen Gemeinde Schwalmtal. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter der Reserve in der 10. Kompanie des 178. Infanterie-Regiments. Am 20.09.1914 fiel er an der Aisne in Frankreich.

Die Lage des Grabes von Carl Kirschbaum ist unbekannt.

Die Todesanzeige für Karl Kirschbaum im Gießener Anzeiger vom 05.10.1914