Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.927: Martin Spiegel

Der Soldat Martin Spiegel stammte aus Groß Schacksdorf im heutigen Bundesland Brandenburg und wurde am 28.03.1877 geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Hauptmann und Kompanieführer in der 1. Kompanie des 12. Grenadier-Regiments. Am 24.08.1914 (Regimentsgeschichte 23.08.1914) fiel er im Alter von 37 Jahren während der Schlacht bei Mons bei Tertre in Belgien.

Über den Todestag und die Todesumstände von Martin Spiegel berichtet die Regimentsgeschichte des 12. Grenadier-Regiments:

„Am 23. traten wir früh an und erreichten gegen Mittag Baudour. Marschordnung F. (Vortrupp), II, Maschinengewehr-Kompanie, I./F. U. 54, I. Hier meldeten Kavallerie-Patrouillen, dass sie bei Tetre Feuer erhalten hätten und nicht weiter kämen. Das Regiment schloss auf und holte die Feldküchen heran. Zum Schutz von zwei Geschützen, die südlich Boudur auffuhren, wurde Leutnant von Münch (Egon) mit seinem Zug 10./12. nach Bahnhof Tertre vorgeschickt. Um 12 Uhr mittags erhielt das F. Bataillon den Befehl, das Dorf Tertre zu säubern, bekam aber beim Überschreiten des Bahndammes so starkes Feuer, dass der Major Prager erst ein Geschütz vom I./Fels-Artillerie 54 vorholen ließ. Nach wenigen Schüssen verstummte das feindliche Feuer, und so konnte Zug Münch den Vormarsch fortsetzen; das Bataillon folgte. Die vordersten Häuser waren frei vom Feind, von den Gehöften ser südlichen Dorfstraße schlug aber lebhaftes Feuer entgegen. Unterstützt vom Maschinengewehr-Zug Brapow ging das Bataillon zum Angriff vor. Das feindliche Feuer ließ erkennen, dass es sich um einen energischen Widerstand handelte. Major Prager und Leutnant Brapow fielen als die ersten Offiziere des Regiments.

Nun waren wir wirklich „im Kriege“. Die Gefechte um Löwen hatten zwar auch Verluste gebracht und uns gezeigt, dass es galt, das Leben einzusetzen, um einen Erfolg zu erringen. Andererseits hatten uns die Erfolge, die das uns anerzogene frische Draufgehen brachten, ein falsches Bild geben. Zuletzt hatten wir vollwärtige Truppen vor uns, und beim ersten Zischen der Schrappnells und dem Rollen der Maschinengewehre kam uns der Ernst der Lage erst voll vor die Augen. Die schweren Verluste, die der Tag uns bringen sollte, zeigten aber, dass die Angriffsfreudigkeit dadurch in keiner Weise gelitten hatte.

Das I. Bataillon hatte inzwischen den Befehl bekommen, den Wald nordwestlich Tertre, aus dem geschossen worden war, zu säubern. Es entwickelte sich rechts von F./12, fand den Weg frei, und ging nun in süpdlicher Richtung weiter vor, um sich in Besitz des Kanalüberganges, zwei Kilometer westlich St. Ghislain zu setzen, wie das Regiment befohlen hatte. Zwar hatte F./12 den Feind aus den Häusern von Tertre vertrieben, kam aber nur schwer vorwärts, da ihm ein wütendes Feuer aus der Häusergruppe am Übergang von St. Ghislain und vom ganzen Kanalufer entgegen schlug. Der Regimentskommandeur, Oberst von Reuter, forderte nun Artillerie-Unterstützung an, die aber nicht so schnell einsetzen konnte, wie es wünschenswert erschien. Um den Angriff vorzutragen, wurde II./12 hinter dem Bahndamm südlich der Straße Baudour . Tertre entfaltet und trat von dort zum Angriff an. Kaum war der Bahndamm überschritten, als ein überwältigendes Schrappnellfeuer von den Kohlenhalden bei St. Ghislain auf das Bataillon niederhagelte. Trotz schwerer Verluste ging es vor. Der Feind hatte seine Stellung am Kanal äußerst geschickt gewählt, so dass für uns von einem Punktschießen keine Rede sein konnte, da man absolut nichts sah. I. und F. hatten im Laufe des Nachmittags den Weg, der zwischen dem Dorfe Tertre und dem Kanal von Nordosten nach Südwesten läuft, erreicht, II./12 links daneben dieselbe Höhe. Die eigene Artillerie konnte wegen der Unübersichtlichkeit des Geländes nur schwer in Wirksamkeit treten. Mit den Erfahrungen der späteren Kriegszeit wäre es damals wohl ein leichtes gewesen, den in einer einzigen schnurgeraden Stellung am Kanal liegenden Feind in kürzester Zeit völlig zuzudecken. Die Brigade hatte befohlen, die Brücken von St. Ghislain noch am Abend zu nehmen. Die Bataillone kamen auch bis auf etwa 200 Meter an die südliche Stellung heran, blieben dann aber liegen und gruben sich ein, da der Oberst von Reuter erkannt hatte, dass ein Angriff ohne Artillerievorbereitung aussichtslos sei.

Das Regiment hatte seine Feuertaufe erhalten, und zwar gleich gründlich. Von den Offizieren waren gefallen:
1 Bataillons-Kommandeur: Major Prager (F.),
1 Bataillons-Adjutant: Oberleutnant von Haugwitz (II.),
3 Kompanie-Führer: Hauptmann Spiegel (1.), Oberleutnant Drees genannt Goerdt (4.), Hauptmann von Stöcki (9.),
6 Zugführer: Leutnante Grapow, Thiele, Leo, Gräfer, Fähnrich Tettenborn, Offiziers-Stellvertreter Riese.“.

Man begrub Martin Spiegel auf dem Soldatenfriedhof Hautrage in Block IV, Reihe A, Grab 287.

Seine Heimatgemeinde Neuruppin gedenkt Martin Spiegel noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2012/neuruppin_lk-ostprignitz-ruppin_wk1_m-z_brb.html

Sterbebil von Erich, Martin und Kurt Spiegel

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.926: Kurt Spiegel

Der Soldat Kurt Spiegel wurde am 29.09.1891 geboren und lebte in Neurupin im heutigen Bundesland Brandenburg. Im Ersten Weltkrieg diente er als Leutnant der Reserve in der 4. Kompanie des 12. Grenadier-Regiments. Am 29.07.1917 (Regimentsgeschichte: 21.07.1917 – wahrscheinlich richtig!) wurde er im Alter von 25 Jahren während der Durchbruchskämpfe an der Straße Jezierna (ukrainisch: Oserna) – Tarnopol bei Tarnopol in Galizien, der heutigen Ukraine, getötet.

Über den Todestag und die Todesumstände von Kurt Spiegel berichtet die Regimentsgeschichte des 12. Grenadier-Regiments:

„Am 21.07. ging es früh um 5.30 Uhr weiter. Der Feind hatte die Linie Höhe 377 – Elzbietowka – Höhe 363 an der Chaussee nach Tarnopol besetzt. Das I. Bataillon entwickelte sich mit linkem Flügel auf der Chaussee, rechts daneben das Füssilier-Bataillon II./12 folgte hinter der Mitte. Das Füssilier-Bataillon kam flott vor, ohne erheblichen Widerstand zu finden und hatte die Linie Höhe 377 – Elzbietowka bereits um 7 Uhr vormittags erreicht. Das I. Bataillon war bei Höhe 363 auf eine stärkere Stellung des Feindes gestoßen. Beim Angriff hatte besonders die 1. Kompanie nicht unerhebliche Verluste. Die 2. Kompanie ging hinter dem im weiteren Vormarsch verbleibenden Füssilier-Bataillon rechts umfassend gegen den Feind vor und nachdem unsere Artillerie wirksam gefeuert hatte, wurde die Höhe 8.45 Uhr vormittags genommen. Während F. und II. sich an die Chaussee heranzogen, ging das I. Bataillon mit der 1. Kompanie rechts, der 2. Kompanie links der Straße weiter vor, kam aber in ein außerordentlich starkes Maschinengewehr-Feuer. Gleich darauf griff der Russe in sieben Wellen mit vier Panzer-Autos auf der Straße an. Die 4. Kompanie wurde zur Verstärkung der 1. Kompanie eingesetzt, während die 3. Kompanie nach rechts herausgeschoben wurde, um die Flanke zu sichern. Der feindliche Angriff brach im wohlgezielten Feuer der Grenadiere zusammen.

Auf Befehl der Division sollte das Regiment von der Straße nach rechts abbiegen und auf Dolzanka vorgehen, aber der feindliche Widerstand war nicht so schnell zu brechen, obgleich unser Artillerie-Feuer gut lag. Das II. Bataillon wurde rechts vom I. eingesetzt und ging mit 5. und 6. Kompanie in vorderer Linie vor, dahinter 7. hinter 6., 8. hinter 5. Die 9. Kompanie wurde dem I. Bataillon zur Verfügung gestellt, das nun auch seine 3. Kompanie einsetzen konnte.

Um 1 Uhr trat der Russe nochmals zum Gegenstoß an, aber die 4. Kompanie warf sich ihm mit Hurra entgegen und schlug ihn zurück. Inzwischen hatte auch die rechts von uns kämpfende 22. Infanterie-Division Gelände gewonnen, und nun verließ der Feind fluchtartig seine Stellungen unter schweren Verlusten. Im flotten Draufgehen wurde Dolzanka erreicht. Das I. Bataillon besetzte die Höhen 316 und 313 jenseits des Dorfes, rechts anschließend das II. Bataillon die Höhen 368 und 363. Das Füssilier-Bataillon hinter dem II.

4.15 Uhr nachmittags wurde weiteres Vorgehen in derselben Gliederung befohlen, linker Flügel des I. Bataillons gegen Janowka. Nachdem die Bewegung angetreten war, kam aber ein neuer Divisionsbefehl, nach dem das Regiment Hand auf die Eisenbahn bei Seredniki legen sollte. Das II. Bataillon zog sich daher etwas nach rechts, das Füssilier-Bataillon wurde wieder rechts neben dem II. eingesetzt, und I. folgte hinter der Mitte. Ohne auf den Feind zu stoßen, wurde die Bahn 11.15 Uhr nachts erreicht. Die 10. Kompanie besetzte die Höhe 362 gegenüber Seredniki, 12., 11. und 9. Kompanie in zweiter Linie. Verbindung mit 22. Infanterie-Division wurde hergestellt. Links neben dem Füssilier-Bataillon besetzte das II. Bataillon mit 8., 7. und 5. Kompanie die Höhen bis zur Kuppe 351, 6. Kompanie hinter der Mitte. Anschluss an Leib-Regiment. Das I. Bataillon blieb südlich Poczapince.“

Die Lage des Grabes von Kurt Spiegel ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Neurupin gedenkt Kurt Spiegel noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2012/neuruppin_lk-ostprignitz-ruppin_wk1_m-z_brb.html

Sterbebil von Erich, Martin und Kurt Spiegel

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.925: Erich Spiegel

Drei Brüder verlor die Familie Spiegel im Ersten Weltkrieg. Ein furchtbares Schicksal, das ich an dieser Stelle in drei Beiträgen vorstellen möchte.

Erich Spiegel stammte aus Tzschacksdorf, heute ein Ortsteil der Gemeinde Groß Schacksdorf-Simmersdorf in Brandenburg, und wurde am 26.06.1879 geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Leutnant der Reserve in der 2. Kompanie des 1. Garde-Reserve-Regiments. Am 27.09.1915 fiel er während der Kämpfe bei Saltischje und an der Beresina im heutigen Weißrussland im Alter von 36 Jahren bei Setischje und Guti. Damals gehörte dieses Gebiet noch zu Polen.

Über den Todestag und die Todesumstände von Ericht Spiegel berichtet die Regigentsgeschichte des 1. Grade-Reserve-Regiments:

„Alles, was an Artillerie verfügbar war, wurde in der Nacht teils in, teils an den Wald herangezogen. Der einzige durch den Wald führende Weg war in einem unheimlichen Zustande. Munitionswagen und Feldküchen fuhren nach vorn, leere Wagen zurück, und es war ein reines Wunder, dass am nächsten Morgen tatsächlich diese zusammengefahrenen Haufen wieder gelöst und überall Ordnung eingetreten war. Die Fortführung des Angriffes am 27.09. wurde sorgfältig vorbereitet. Es war der Artillerie gelungen, Batterien in den Wald vorzuschieben und Beobachtungsstellen im östlichen Waldrande einzurichten. Der den Angriff leitende Stab des 1. Garde-Reserve-Regiments hatte ebenfalls seinen Gefechtsstand am östlichen Waldrand, von wo aus das Angriffsfeld gut zu übersehen war. Schwere Minenwerfer waren in der Nacht in den vorderen Linien eingebaut. In unermüdlicher Arbeit war der Angriff bis in alle Einzelheiten vorbereitet, die Uhren waren verglichen, in der Nacht die Infanterie neu gegliedert, Abschnitte eingeteilt und trotz des Misserfolges am Tage vorher war alles in zuversichtlicher Stimmung. Das vorbereitende Artilleriefeuer sollte kurz aber überwältigend von 12 bis 12.40 Uhr mittags stattfinden und Punkt 12.40 Uhr der Infanteriesturm. Es war wieder ein Augenblick höchster Spannung. Das Artillerie- und Minenwerferfeuer setzte pünktlich und gut gezielt ein. 12.40 Uhr konnte man vom Waldrande aus wie auf ein Kommando die ersten Schützenlinien der Bataillone vorgehen sehen und hiermit war schon die Entscheidung des Tages gefallen. Es war für den Beobachter ein erhebender Anblick, wie stark gelichteten und von den Verlusten der vorangegangenen Monaten zusammengeschmolzenen Bataillone unter lautem Hurra mit gefälltem Bajonett die russische Stellung stürmten. Zwei Kompanien des Reserve-Infanterie-Regiments 64 wurden dem Regiment unterstellt. Nach Erreichen der russischen Stellung schwenkte das I. Bataillon mit der 2. und 4. Kompanie nach links, das III. Bataillon schwenkte nach rechts ein, um die russische Stellung aufzurollen. In die jetzt entstandene Lücke ging das II. Bataillon mit drei Kompanien vor, erreichte ebenfalls den russischen Graben und ging noch über ihn hinaus. Ein russischer Gegenangriff scheiterte an dem Feuer einiger Gruppen, die der tapfere Feldwebel Wittrock, der nach dem Tode des Leutnant Spiegel die Führung der 2. Kompanie übernommen hatte, schnell zusammengerafft. Wenn der Sturm auch noch einige Verluste kostete, so waren diese doch geringer als am Tage zuvor, dafür war der Erfolg aber um so größer. 8 Offiziere, über 1.400 Mann wurden gefangengenommen und 7 Maschinengewehre erbeutet. Nach Fortnahme der russischen Stellung gingen die vordersten Schützenlinien weiter nach Osten vor und erreichten die Beresina. Dann trat die Dunkelheit ein. Dies war der letzte und mit der schönste Erfolg des Regiments im Osten.

Am Abend wurden die ermüdeten Bataillone des Regiments durch das Reserve-Infanterie-Regiment 64 abgelöst und westlich Bagdanow in Perschaily und den anliegenden Dörfern untergebracht. Die Verluste am 26. und 27. September betrugen: Gefallen: Leutnant Eichhorn, Heintz und Spiegel und 54 Mann; verwundet Leutnant Teichmann, Schmidt, Lubig, Hunger, Offiziers-Stellvertreter Semmler und 156 Mann.

Damit hatte die kriegerische Tätigkeit des Regiments im Osten ihren Abschluss gefunden.“

Die Lage des Grabes von Erich Spiegel ist unbekannt. Es existiert wahrscheinlich nicht mehr.

Sterbebil von Erich, Martin und Kurt Spiegel

Sonderbeitrag: Oberstleutnant Joachim Marggraff

Der Soldat Joachim Marggraff stammte aus dem Rendsburger Stadtteil Neuwerk und lebte in der brandenburgischen Landehauptstadt Potsdam. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Oberstleutnant und Regimentskommandeur im 31. Infanterie-Regiment. Am 24.04.1918 (Volksbund: 25.04.1918) fiel er bei einem anderen Regiment am Kemmelberg im belgischen Flandern.

Man begrub Oberstleutnant Marggraff auf dem Soldatenfriedhof Menen in Block I, Grab 3.023.

In seiner HeimatStadt Rendsburg gedenkt man Joachim Marggraff noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2021/neuwerk_christkirche_stadt-rendsburg_krs-rendsburg-eckernfoerde_48-51_70-71_1900-04_wk1_sh.html

Oberstleutnant Joachim Marggraff

Die Männer des Zweiten Weltkriegs – Teil 2.146: Alois Bost

Der Soldat Alois Bost wurde am 16.07.1908 in Uchtelfangen geboren, heute ein Ortsteil der saarländischen Gemeinde Illingen, und kämpfte im Zweiten Weltkrieg als Grenadier in der Wehrmacht. Am 22.07.1945 verstarb er im Alter von 37 Jahren im Kriegsgefangenen-Lazarett Luckau an einer schweren Verwundung.

Man begrub Alois Bost auf dem Soldatenfriedhof Luckau in Brandenburg.

Sterbebild von Alois Bost
Rückseite des Sterbebildes von Alois Bost

Die Männer des Ersten Weltkriegs – SONDERBEITRAG: Erich Reczkowsky

Der Soldat Erich Reczkowsky wurde am 14.10.1894 in der Stadt Oranienburg im heutigen Bundesland Brandenburg geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier in der 12. Kompanie des 202. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 14.05.1916 verstarb er nach schwerer Verwundung an der Stelle Toter Mann (12.05.1916) während der Schlacht um Verdun bei der 43. Reserve-Sanitäts-Kompanie.

Man begrub Erich Reczkowsky auf dem Soldatenfriedhof Dannevoux in Block 2, Grab 100.

Todesanzeige der Commerz- und Disconto-Bank für Erich Reczkowsky