Der Soldat Dr. Karl Ludwig Kiefer stammte aus Speyer im heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz. Er arbeitete als Reallehrer für Mathematik und Physik an der Königlichen Rupprecht-Kreisrealschule in München. Heute heißt diese Schule Rupprecht-Gymnasium. Im Ersten Weltkrieg diente er als Oberleutnant der Reserve im 2. bayerischen Pionier-Bataillon. Am 22.08.1914 wurde er bei einem Gefecht bei Maixe schwer verwundet und verstarb bei Serres am 26.08.1914 an seinen Wunden.
Man begrub Dr. Karl Ludwig Kiefer auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab.
Todesanzeige für Dr. Karl Ludwig Kiefer, aufgegeben von seinen Kollegen
Der Soldat Georg Schäffler stammte aus Weng, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Amerang. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Wehrmann bzw. Landsturmmann in der 5. Kompanie des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Ende August 1915 wurde er leicht verwundet. Am 28.12.1915 verstarb er er im Alter von 40 Jahren bei einer Sanitätskompanie bei Drei Ähren (französisch: Trois-Épis), nachdem er bei den Stellungskämpfen im Abschnitt Urbeis – Eichenrain in den Vogesen schwer verwundet worden war.
Über den Zeitraum des Todes und die Todesumstände berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:
„Die vierzehntägige Ruhezeit wurde zur Wiederinstandsetzung der Bekleidung und Ausrüstung und zur Ausbildung verwendet. Letztere erfolgte zunächst in kleinen Verbänden, später auch im Bataillon auf der Sigolsheimer Höhe, dem Letzenberg und in den Fecht-Auen bei Ingersheim. Fleißig benützt wurde die schöne Badeanstalt in Colmar. Auch für die Hebung der Stimmung und für Zerstreuung war Sorge getragen durch die vorzüglichen Aufführungen des Wandertheaters der Kraftfahrertruppe der A. A. Gaede und durch Besuch eines Kinos in Ingersheim. Vor der Ablösung fanden noch stimmungsvolle Weihnachtsfeiern statt.
Nach Beendigung der Ruhezeit löste das Regiment die 187er ab und übernahm damit den früheren Abschnitt vom Landwehr-Infanterie-Regiment 2: Schratzmännele – Barrenkopf – Kleinkopf – Eichwald – Katzenstein – Stoßweier ausschließlich. Zunächst war die 3. Kompanie Regiments-Reserve, am 31. Dezember rückte auch sie in Stellung, sodass nunmehr das ganze Regiment vorne eingesetzt war.
Die Stellung lag am Barrenkopf dicht an den französischen Gräben, während in der südlichen Fortsetzung der Unterschied ein bis zwei Kilometer betrug. Die neu übernommenen Stellungen ließen sehr viel zu wünschen übrig, namentlich bezüglich der Unterstände, während die in der alten Stellung zum großen Teil wohnlich, mit kleinen Öfen versehen waren. Man musste also auch hier wieder von vorne anfangen, und es gelang auch, in verhältnismäßig kurzer Zeit auch hier menschenwürdige Verhältnisse zu schaffen. Der Gesundheitszustand, der natürlich während der Zeit des Bewegungskrieges günstiger war als in den nervenfressenden Zeiten der Champagne und der Juni-, Juli und August-Kämpfe, besserte sich mit dem Ausbau der Unterkünfte und insbesondere durch die geregeltere Verpflegung ganz wesentlich. Jeder Mann hatte seinen Strohsack mit Kopfkissen in der Stellung und zwei wollene Decken bei sich. Kochkessel waren an geschützten Stellen eingebaut, Tragtiere brachten in Kochkisten die warme Verpflegung nach vorne, ja sogar Seilbahnen waren wie z. B. am hohen Eichenrain, zu diesem Zwecke eingerichtet.
Mit den geschilderten Kämpfen in der zweiten Schlacht bei Münster war die Großkampftätigkeit des Landwehr-Infanterie-Regiment 1 beendigt. Die folgenden Jahre füllen aufreibender Arbeitsdienst im Ausbau der Stellung, durch den eine Musteranlage geschaffen wurde, ständiges Feilen an der kriegsmäßigen Ausbildung in den sogenannten Ruhetagen und eine äußerst rege Patrouillentätigkeit aus, die an die Leistungsfähigkeit der Truppe die höchsten Anforderungen stellte, viele Opfer kostete, aber auch Beispiele von Tapferkeit und Umsicht lieferte, die in der Erinnerung festgehalten werden müssen.“
Man begrub Georg Schäffler auf dem Soldatenfriedhof Ammerschwihr in Grab 12.
Sterbebild von Georg SchäfflerRückseite des Sterbebildes von Georg Schäffler
Der Soldat Paul Gaßner wurde am 14.01.1894 in Haberskirch geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Friedberg. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 3. Kompanie des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 07.05.1915 fiel er im Alter von 21 Jahren bei Sondernach im Münstertal durch Granatschuss.
Über die Tage rund um den Tod von Paul Gaßner berichtet die Regimentsgeschichte des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:
„Aus dem nun bis 16.05. währenden Aufenthalte im Abschnitt Metzeral – Sondernach, welcher wiederum durch den Ausbau der weit ausgedehnten über Berg und Tal, durch Gestein und dichten Wald ziehenden Stellungen eine Unsumme von Arbeit in sich schloss und unseren Patrouillen reiche Gelegenheit zu Betätigung bot, prägten sich dem Regiment folgende Tage besonders ins Gedechtnis: der 03.05. 10 Uhr abends, als mit Musik, Glockengeläute und Geschützfeuer und dreimaligem Hurra aller von der 6. bayerischen Landwehr-Division und 8. bayerischen Reserve-Division in Stellung und Ruhe befindlichen Truppen der große deutsche Sieg im Osten gefeiert wurde, der 04.05. vormittags, als im weichenden Nebel vor dem im Wurmsa Tal stehenden Posten 7./R. 19 plötzlich eine 9 Maultiere starke feindliche Verpflegungskolonne auftauchte und kräftig beschossen wurde; dann aber schon nach wenigen Stunden und auch während der nächsten drei Tage schwere Granaten nach Steinabruck hereinfuhren und den größten Teil der dortigen Fabrik zerstörten, dann vor allem der 07.05., als die Franzosen schon ab 7 Uhr vormittags Höhe 830 und von 2 Uhr nachmittags ab auch Höhe 955,3 und die Stellungen oberhalb Pfliegle stundenlang mit schwerem Kaliber belegten, die sich 6 Uhr daran anschließenden Infanterie-Angriffe, aber dort durch 4./R. 18 im Verein mit den Jägern 14 und der 3./R. 19, hier durch 5./R. 19 restlos unter starken Feindesverlusten abgewiesen wurden.“
Man begrub Paul Gaßner auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab.
Sterbebild von Paul GaßnerRückseite des Sterbebildes von Paul Gaßner
Der Soldat Michael Engelschalk wurde am 13.10.1886 in Sainbach geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Inchenhofen, und war Kleinbauer in Edenried, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Aichach. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landwehrmann in der 3. Kompanie des 15. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem bayerischen Verdienstkreuz 3. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. Am 08.01.1918 wurde er während der Stellungskämpfe im Oberelsass durch ein Artilleriegeschoss getötet.
Zunächst begrub man Michael Engelschalk auf dem Soldatenfriedhof Hochstatt (Oberelsass). Später bettete man ihn auf den Soldatenfriedhof Cernay in Block 8, Grab 243 um.
Der Soldat Josef Spieleder stammte aus Gergweis, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Osterhofen, und wohnte als Hausbesitzer in Sandbach. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 2. Kompanie des 11. bayerischen Brigade-Ersatz-Bataillons. Am 22.06.1915 fiel er im Alter von 35 Jahren nach 11 Monaten Kriegsdienst im bei Ban-de-Sapt im Elsass.
Offiziell ist für Josef Spieleder keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Senones begraben hat, wo man auch seine Regimentskameraden beisetzte, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Gefreiter Johann Schlenk, gefallen am 23.06.1915 bei Ban-de-Sapt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Senones in einem Massengrab;
Landwehrmann August Lutz, gefallen am 23.06.1915 bei Ban-de-Sapt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Senones in einem Massengrab;
Unteroffizier Richard Rabl, gefallen am 22.06.1915 bei Ban-de-Sapt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Senones in einem Massengrab;
Reservist Tobias Flammensbeck, gefallen am 22.06.1915 bei Ban-de-Sapt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Senones in einem Massengrab.
Sterbebild von Josef SpielederRückseite des Sterbebildes von Josef Spieleder
Der Soldat Franz Irgmeier stammte aus Maisenberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Engelsberg, und war der Sohn eines Landwirts (Kieferbauer). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 2. Maschinengewehr-Abteilung und 1. Kompanie des Wasserburger Landsturms. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, mit dem Verdienstkreuz mit Krone und Schwertern und mit der Dienstauszeichnung ausgezeichnet. Am 26.10.1918 verstarb er im Alter von 43 Jahren nach 50 Monaten Kriegsdienst im Feldlazarett Colmar.
Man begrub Franz Irgmeier auf dem Soldatenfriedhof Colmar in Grab 721.
Sterbebild von Franz IrgmeierRückseite des Sterbebildes von Franz Irgmeier
Der Soldat Ignaz Geiger stammte aus der bayerischen Gemeinde Bad Kohlgrub und war der Sohn eines Schneidermeisters. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 3. Kompanie des 1. bayerischen Ersatz-Infanterie-Regiments. Am 28.04.1916 verstarb er im Alter von 37 Jahren im Festungslazarett Straßburg-Neudorf an einer Krankheit.
Wo Ignaz Geiger letztlich begraben wurde, lässt sich nicht mehr ermitteln. Vermutlich begrub man auf einem Straßbuger Friedhof in der Nähe des Lazarettes.
Der Soldat Wilhelm Feller stammte aus der hessischen Stadt Lollar. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Hauptmann und Kompanieführer in der 6. Kompanie des 112. Infanterie-Regiments. Am 21.08.1914 (Regimentsgeschichte und Volksbund: 20.08.1914) fiel er während der Kämpfe in Lothringen nahe der Ortschaft Saarburg (französisch: Sarrebourg).
Über den Todestag und die Todesumstände von Wilhelm Feller berichtet die Regimentsgeschichte des 112. Infanterie-Regiments:
„20. August: Allgemeine Lage: Der Feind war der ausweichenden 6. Armee nur langsam und zögernd gefolgt. Um Klarheit zuschaffen, ob ein feindlicher Hauptangriff durch Lothringen bevorsteht, entschließt sich der Führer der 6. Armee mit 6. und links anschließender 7. Armee zum Angriff überzugehen. 9:15 vorm. entwickelt sich das Regiment zum Angriff. RechterFlügel geht auf Kapelle südlich Saarburg, linker Flügel auf Kirchturm Bühl. Es sind eingesetzt: rechts III., links II., I. folgt hinterder Mitte. Beim Ueberschreiten des Bahndammes ostwärts Saarburg erhalten die Kompagnien Infanteriefeuer aus Richtung Riedinger Bahnhof. Der Angriff geht zunächst durch den Wustholz Wald durch und dann gegen Bühl. 1:45 ist der Ort Bühl, den der Feind heftig verteidigte, genommen und 100 Gefangene gemacht. Mit neugeordneten Verbänden steht das Regiment 3:00 nachm. am Westrand Bühl, die Reserve am Nordausgang des Ortes. Gegen 5:30 nachm. geht der Angriff auf die Höhen südlich Saarburg weiter. Der rechte Flügel des Regiments an der Straße Bühl, Saarburg erhält heftiges Infanteriefeuer aus den Kasernen und Friedhof Saarburg. 2 Kompagnien des Reserve-Bataillons werden am rechten Flügel eingesetzt, der Angriff geht langsam weiter. UmSaarburg wird vom I. Bahr. A.K. noch hart gekämpft. Endlich ist Saarburg genommen, die feindliche Infanterie geht hinter die Höhen südlich Saarburg zurück. Das Regiment erhält 6:40 nachm. den Befehl sich hinter der Höhe dicht südlich Saarburg zu sammeln. Während des Sammelns erfolgt ein feindlicher Gegenangriff vom Mückenhof und dem Rhein-Marne-Kanal her, der unter schwerenVerlusten für den Feind abgewiesen wird. Die Nacht verbringt das Regiment auf dem Sammelplatz. Auf der ganzen Linie zwischen Metz und den Vogesen waren die Franzosen geworfen. Die 6. und 7. Armee setzen am folgenden Tagdie Verfolgung fort.“
Man begrub Wilhelm Feller auf dem Soldatenfriedhof Plaine-de-Walsch in Grab 39.
Die Todesanzeige für Wilhelm Feller im Gießener Anzeiger
Der Soldat Eugen Wirth stammte aus der Stadt Eppingen im heutigen Bundesland Baden-Württemberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als kriegsfreiwilliger Oberjäger in der 3. Kompanie des Garde-Schützen-Bataillons. Man zeichnete ihn mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit der badischen Tapferkeitsmedaille aus. Am 13.08.1916 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen im Alter von 20 Jahren durch schwere Verwundung nahe Schweighausen bei Thann (französisch: Schweighouse-Thann).
Man begrub Eugen Wirth auf dem Soldatenfriedhof Cernay in Block 6, Grab 257.
Der Soldat Josef Bögelein wurde am 11.05.1884 in Niedergeislbach geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Lengdorf, und war der Sohn eines Bahnwärters. Im Ersten Weltkrieg diente er als Unteroffizier im 1. bayerischen Ersatz-Infanterie-Regiment. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 21.04.1917 fiel er im Alter von 32 Jahren bei den Kämpfen in den Vogesen durch einen Granatvolltreffer.
Man begrub Josef Bögelein auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in Block 2, Grab 596.
Sterbebild von Josef BögeleinRückseite des Sterbebildes von Josef Bögelein