Gefallene Soldaten aus Mittelhessen: Ferwinand Rausch

Der Soldat Ferdinand Rausch stammte aus der hessischen Stadt Gießen und war der Sohn des Geheimen Schulrats Dr. Rausch. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Hauptmann und Bataillonskommandeur im Stab des II. Bataillons des 26. Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernes Kreuz 1. und 2. Klasse und mit der hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Am 16.07.1916 fiel er bei Le Transloy, südlich Flers.

Man begrub Ferdinand Rausch auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Die Todesanzeige für Ferwinand Rausch im Gießener Anzeiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.528: Alois Brandlhuber

Der Soldat Alois Brandlhuber wurde am 14.06.1890 in Lichtenhaag geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Gerzen, und war der Sohn eines Tagelöhners (Söldnerssohn). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 10. Kompanie des 9. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 04.09.1916 fiel er im Alter von 26 Jahren bei Flers während der Schlacht an der Somme während eines Sturmangriffs.

Über die Todesumstände von Alois Brandlhuber berichtet die Regimentsgeschichte des 9. bayerischen Infanterie-Regiments:

„In der Nacht vom 2./3. September übernahm die 7. Infanterie-Brigade den Abschnitt des Infanterie-Regiments 88 südwestlich von Flers bis an die Straße Flers – Longueval. Dieser Regiments-Abschnitt des 9. Infanterie-Regiments wurde vom II. Bataillon, der 1. Kompanie und sechs Maschinengewehren besetzt. Den Befehl übernahm Major Etzel. Die 2., 3. und 4. Kompanie verblieben als Brigade-Reserve in der Mulde nordostwärts von Gueudecourt.

Rechts vorwärts vom Abschnitt 9. Infanterie-Regiments lag das dem 5. Infanterie-Regiment unterstellte III./9. Infanterie-Regiment, links schloss das Infanterie-Regiment 118 an. Das Reserve-Infanterie-Regiment 5 lag rechts vom 5. Infanterie-Regiment.

Die Stellungen, in denen die Deutschen schwere Abwehrkämpfe zu führen hatten, waren keine Stellungen mit durchlaufenden Schützen- und Verbindungsgräben und Unterständen, wie sie die Truppen an ruhigeren Fronten in langer Arbeit erbauen konnten. Sie bestanden hauptsächlich aus Granattrichtern, die nur selten miteinander durch seichte Gräben verbunden waren. Kleine Schurzholznester gewährten notdürftigen Schutz gegen Splitter. Jeder Volltreffer vernichtete das Nest und die, die in ihm Schutz gesucht hatten. Ein Ausbau der Gräben war nicht möglich. Feindliches Feuer verhinderte die Arbeit oder zerstörte, was kaum vollendet war. Eine an Munitionsreichtum, geschickter Beobachtung und Feuerleitung der unseren weit überlegene feindliche Artillerie sorgte im Verein mit der feindlichen Fliegertätigkeit schon dafür, dass Arbeiten in der Stellung, Vorbringen von Munition und Verpflegung, überhaupt jede Tätigkeit unserer Truppen unterbunden wurde oder nur unter großen Verlusten stattfinden konnte.

Das feindliche Artilleriefeuer hielt Tag und Nacht an. Die Zeiten, in denen Stellungen und Hintergelände mit unregelmäßigen Pausen abgestreut wurden, galten als ruhige Zeiten! Unter diesen Umständen war es den Engländern möglich, nicht nur immer wieder neue Stellungen vorzutreiben, sondern auch sich in ihnen nahezu unbehelligt zu Angriffen bereitzustellen. Denn gegen die feindliche Feuerüberlegenheit konnte eine Wirkung unserer Maschinengewehre und Gewehre nicht aufkommen.

Das Gelände bestand, soweit das Auge reichte, nur mehr aus Granattrichtern. Ortschaften und Häuser waren dem Erdboden gleichgemacht, die Brunnen verschüttet, nur an niedrigen Baumstümpfen war noch zu erkennen, wo Wälder gestanden hatten.

Warme Verpflegung vorzubringen, war fast unmöglich. Die Träger wurden entweder abgeschossen oder sie stolperten in die Granattrichter und verschütteten oder verloren das Essen. Was an Verpflegung überhaupt noch vorkam, konnte hie und da mit Hartspiritus notdürftig aufgewärmt werden. Sehr gut bewährte sich anfänglich die Bildung eines 4. Zuges bei jeder Kompanie, der nachts Verpflegung, Mineralwasser, Munition und Schurzholzrahmen vortrug. Als im Verlauf der Kämpfe auch das nicht mehr möglich war, nahmen die ablösenden Truppen selbst Verpflegung für mehrere Tage mit und außerdem wurden nahe hinter den Stellungen Niederlagen für Munition, Verpflegung und Mineralwasser eingerichtet. In Flers wurde ein Regimentspark und eine Teeküche angelegt.

Die Ablösung gestaltete sich äußerst schwierig. In dunkler Nacht, in dem aller Anhaltspunkte beraubten Gelände, im Artilleriefeuer zerrissen die Verbände, Tote und Verwundete wurden verschüttet, Meldeläufer und Versprengte verirrten sich und gerieten in die feindliche Stellung.

Stundenlangem Trommelfeuer unter ausgiebiger Verwendung von Gasgranaten folgten Angriffe, die abgeschlagen und wieder erneuert wurden. Aber die Tapferkeit und Ausdauer unserer Truppen hielt unter den schwierigen Verhältnissen dem überlegenen Ansturm stand. Es zeigten sich die Früchte einer harten Friedensschule, in der die älteren Mannschaften zu Männern und Soldaten erzogen worden waren. Aber auch die jungen, erst im Kriege eingezogenen und ausgebildeten Mannschaften taten ihre Pflich, auch wenn im Getöse des Kampfes der Einzelne auf sich selbst gestellt, eine Einwirkung der Zug- und Gruppenführer unmöglich war.

Ganz besonders bewährten sich unsere jungen aktiven und Offiziere des Beurlaubtenstandes. Viele von ihnen waren von der Schulbank weg zu den Fahnen geeilt und im Kriege zu Männern und Führern herangereift. Begeisterung und Tapferkeit musste ersetzen, was ihnen an Lebenserfahrung und militärischer Ausbildung noch fehlte. Es war begreiflich und entschuldbar, dass gar manchem von ihnen, die trotz ihrer Jugend schon eine Kompanie zu führen hatten, die Fähigkeit, sie auszubilden und das Verständnis für die Denkungsart alter Mannschaften und Familienväter fehlte, aber eines verstanden sie alle: Ihren untergebenen ein Vorbild zu sein an Tapferkeit und Pflichttreue bis in den Tod.“

Man begrub Alois Brandlhuber auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Lichtenhaag gedenkt Alois Brandlhuber noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/gerzen-lichtenhaag_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Alois Brandlhuber
Rückseite des Sterbebildes von Alois Brandlhuber

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.544: Josef Maurer

Der Infanterist Josef Maurer stammte aus Dörfl und war der Sohn eines Kleinbauern. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 3. Kompanie des 10. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.09.1916 fiel er im Alter von 20 Jahren bei Flers während der Schlacht an der Somme.

Offiziell ist für Josef Maurer keine Grablage bekannt. ich gehe jedoch davon aus, dass er anonym auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab beigesetzt wurde, wo man auch seine Kameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a. 

  • Infanterist Josef Braml, gefallen am 25.09.1916 bei Flers, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Ludwig Benz, gefallen am 24.09.1916 bei Flers, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Georg Albig, gefallen am 20.09.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Vizefeldwebel Johannes Anton, gefallen am 27.09.1916 bei Flers, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.

 

 

Sterbebild von Josef Maurer
Rückseite des Sterbebildes von Josef Maurer

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.297: Sebastian Zierer

Der Landwirt Sebastian Zierer stammte aus Ettersdorf, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Mallersdorf – Pfaffenberg. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter in der 7. Kompanie des 13. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 22.09.1916 fiel er bei Flers im Alter von 30 Jahren während der Schlacht an der Somme.

Über den Todestag von Sebastian Zierer berichtet die Regimentsgeschichte des 13. bayerischen Infanterie-Regiments:

„II. Bataillon: Kronprinzenstellung, starke artilleristische Beschießung, viele Verschüttungen, empfindliche Verluste. Abends wurde 5. und 6. zum I. Bataillon an Stelle des entlassenen 1/2 I. 10. Regiments befohlen; die Ausführung dieser Abstellung gelang aber nur unvollkommen.“

Einer der „empfindlichen Verluste“ war Sebastian Zierer.

Offiziell ist keine Grablage für Sebastian Zierer bekannt. Ich vermute jedoch, dass er auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab anonym beigesetzt wurde. Dort wurden seine Kameraden aus dem 13. bayerischen Infanterie-Regiment begraben, die im gleichen Zeitraum fielen, z. B.:

  • Unteroffizier Josef Pfeffer, gefallen am 22.09.1916 bei Flers, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Landsturmmann Josef Sattlberger, gefallen am 23.09.1916 bei Flers, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Michael Johann Lang, gefallen am 24.09.1916 bei Flers, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Anton Ritzer, gefallen am 23.09.1916 bei Flers, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Sebastian Zierer
Rückseite des Sterbebildes von Sebastian Zierer

Der theoretische Weg von Sebastian Zierer von seinem Heimatort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 836: Emmeram Finkenzeller

Emmeram Finkenzeller stammte aus Gaden bei Geisenfeld. Er war der Sohn eines Kleinbauern. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 12. Kompanie des 13. Infanterie-Regiments als Infanterist. Im Sommer 1915 wurde Emmeram Finkenzeller leicht verwundet, verblieb jedoch bei der Truppe.

Am 22.09.1916 fiel er im Alter von 20 Jahren während der Schlacht an der Somme bei Flers.

Offiziell ist keine Grablage für Emmeram Finkenzeller bekannt. Es könnte jedoch sein, dass er als unbekannter Soldat, bzw. seine Gebeine in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Fricourt beigesetzt wurde. Viele seiner Kameraden aus der 12. Kompanie, die in diesem Zeitraum fielen, wurden dort begraben:

  • Infanterist Karl Ziegler, gefallen am 19.09.1916 bei Flers, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Georg Weiler, gefallen am 21.09.1916 bei Flers, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Georg Fink, gefallen am 21.09.1916 bei Flers, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Georg Weiler, gefallen am 21.09.1916 bei Flers, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Josef Auer, gefallen am 21.09.1916 bei Flers, begraben auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab;

Seine Heimatgemeinde Geisenfeld gedenkt noch heute Emmeram Finkenzeller auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/geisenfeld_bay.htm

 

Sterbebild von Emmeram Finkenzeller
Rückseite des Sterbebildes von Emmeram Finkenzeller

Der theoretische Weg von Emmeram Finkenzellers von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab: