Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.420: Alois Wieser

Alois Wieser stammte aus Frauenneuharting in Bayern und war Student der Philosophie im Klerikerseminar zu Freising. Er war der Sohn eines Landwirts. Wie sein Bruder Franz diente er in der 7. Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments als Gefreiter. Sein Bruder Franz fiel am 12.06.1916 bei den Kämpfen am Fort Douaumont während der Erstürmung der Wabengräben im Thiaumontwald. Nur zehn Tage später, am 22.06.1916 fiel auch Alois Wieser im Alter von 21 Jahren an gleicher Stelle, bei  bei Douaumont, nach 13 Monaten Kriegsdienst. Welch ein entsetzliches Drama für die Eltern der beiden!

Über den Sterbetag seines Bruders Franz Wieser berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Infanterie-Regiments:

12.06.1916 Sturm auf die Wabengräben! An diesem unübersichtlichen, stark besetzten, von Artillerie schwer zu fassenden Grabensystem waren schon verschiedene Stürme anderer Truppenteile blutig gescheitert.

Den Sturm leitet der bewährte Kommandeur des I. Bataillons, Major Stuhlreiter. Unter Ausnützung der Dunkelheit wird ab 3.00 Uhr vormittags die Sturmstellung erreicht.

8.00 Uhr vormittags stürmt das I. Bataillon, verstärkt durh acht Flammenwerfer, der Gebirgs-Minenwerferkompanie 107, M.G., Granatwerfertrupps, Stoßtrupps des Sturmbataillons und des II. Bataillons, sowie von der der 8. Kompanie, in zwei Wellen vor; III. Bataillon (ohne 12. Kompanie), das 7.45 Uhr vormittags von der Albain-Schlucht aus in mehreren Wellen angetreten ist, folgt.

Die fünf Kompanien der ersten beiden Wellen werfen sich ungestüm auf den Feind und dringen in den Graben ein; die Kompanien des III. Bataillons folgen so rasch, dass auch sie noch zum Handgemenge kommen.

Die Gräben werden in zähem Ringen gesäubert und die jetzt völlig vermischten Verbände dringen pber die Thiaumont-Schlucht auf den jenseitigen Höhenrand und darüber hinaus vor, teilweise stark aus der rechten Flanke beschossen.

9.10 Uhr vormittags wird noch die letzte Kompanie (12.) zur Unterstützung der sehr geschwächten vorderen Linie eingesetzt.

Die Beute entspricht der Wichtigkeit des Erfolges; sie betrug 23 Offiziere, etwa 900 Mann, 10 M. G. und zahlreiches sonstiges Material.

Die Wabengräben selbst hatten durch unser Artilleriefeuer nur wenig gelitten, der Erfolg war vor allem durch die Tapferkeit der stürmenden Infanterie errungen.

9.15 Uhr vormittags ging Meldung über den Sieg durch Brieftaube an die 1. bayerische Infanterie-Division, wo sie kurz danach richtig ankam.

1.30 Uhr nachmittags versuchten die Franzosen einen Angriff gegen den rechten Flügel des I. Bataillons, wurden jedoch abgewiesen.

Die vom I. bayerischen Armeekorps anfänglich beabsichtige Fortsetzung des Angriffs, musste wegen starken feindlichen M.G.-Feuers, sowie völliger Erschöpfung der Kompanien, deren Gefechtsstärke 20 bis 40 Mann betrug, unterbleiben.

Über Alois Wiesers Sterbetag heißt es lapidar:

„22.06.1916 Der Regimentsstab wird im Fosses-Wald durch Regimentsstab 24. bayerisches Infanterie-Regiment abgelöst.“

Alois Wieser wurde wie sein Bruder auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab beigesetzt.

 

Sterbebild von Alois Wieser
Rückseite des Sterbebildes von Alois Wieser

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.403: Josef Eder

Josef Eder wurde am 23.06.1896 in Oberstummer, einem Ortsteil von Unterneukirchen in Bayern, geboren und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 1. Kompanie des Infanterie-Leib-Regiments, dem Alpenkorps. Am 11.07.1916 fiel er während der Schlacht um Verdun im Alter von 20 Jahren beim Fort Douaumont vor Verdun, genauer gesagt bei Fleury durch Bauchschuss.

Die Regimentsgeschichte des bayerischen Infanterie-Leib-Regiments berichtet über den Todestag:

„11.07.1916 Ab Mitternacht Gasschießen der Artillerie. Mit Beginn des Tages Einsetzen des Zerstörungsschießens. 7.45 Uhr Antreten zum Sturm. Die vordersten Wellen der 1., 2. und 3. Kompanie überrennen die feindliche Linie, in der dicht massiert die Franzosen zu einem Angriff bereitstehen. Der in Fleury haltende Feind wird durch Umgehung zum Weichen gebracht. Vorderste Linie gräbt sich am Tagesziel ein, nach links ohne jeden Anschluss. Anscheinend traten die Regimenter links gar nicht an, aber das kümmerte zuerst nicht. Eigene Patrouille von drei Mann bringt aus Filzlaus 2 Maschinengewehre und 70 Gefangene mit. Der Erfolg des Tages übertraf noch den des 23.06. 24 Offiziere und 1.500 Franzosen wurden gefangen, 20 Maschinengewehre und zwei Kanonen erbeutet, abgesehen von der großen Munitions- und sonstigen Beute aus den M-Räumen. Dort französischen Brigadestab mit Flammenwerfern ausgeräuchert.“

Offiziell ist für Josef Eder keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville begraben wurde, sofern sein Leichnam geborgen wurde. Auf diesem wurden seine Kameraden der 1. Kompanie des Infanterie-Leib-Regiments begraben, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Gefreiter Johann Puchtler, gefallen am 11.07.1916 bei Fleury, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Leutnant Ernst Graf von Moy, gefallen am 11.07.1916 bei Fleury, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Friedrich Luttenberger, gefallen am 11.07.1916 bei Fleury, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Josef Landsdorfer, gefallen am 11.07.1916 bei Fleury, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Unterneukirchen gedenkt Josef Eder noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/unterneukirchen_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Josef Eder
Rückseite des Sterbebildes von Josef Eder

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.368: Johann Oehler

Der Offiziers Aspirant Johann Oehler wurde am 18.05.1892 in Stillnau geboren, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Bissingen, und war Student der Naturwissenschaften (cand. real.). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Vizefeldwebel in der 10. Kompanie des 15. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 03.06.1916 fiel er im Alter von 24 Jahren während der Schlacht um Verdun in der Nähe der Fort Douaumont.

Man begrub Johann Oehler auf dem Soldatenfriedhof Azannes II. in Block 2, Grab 1238.

Seine Heimatgemeinde gedenkt noch heute Johann Oehler auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/ludwigsmoos_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Johann Oehler
Rückseite des Sterbebildes von Johann Oehler

Der theoretische Weg von Johann Oehler von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.352: Anton Müller

Der Gefreite Anton Müller stammte aus Lochheim, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Mettenheim, und war Landwirt von Beruf. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 9. Kompanie des 15. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 29.05.1916 fiel er im Alter von 27 Jahren während der Schlacht um Verdun durch Granatschuss bei den Kämpfen am Fort Douaumont.

Für Anton Müller ist offiziell keine Grablage bekannt. Sollte es möglich gewesen sein, nach dem Granattreffer noch Überreste von Anton Müller zu bergen, könnte er anonym auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab beigesetzt worden sein. Dort ruhen die Gebeine seiner Kameraden des 15. bayerischen Infanterie-Regiments, die im gleichen Zeitraum fielen, beispielsweise

  • Gefreiter Xaver Asam, gefallen am 26.05.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Anton Schneider, gefallen am 27.05.1916 bei Douaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Karl Kurt Stern, gefallen am 24.05.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Joseph Ertl, gefallen am 24.05.1916 bei Douaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Anton Müller
Rückseite des Sterbebildes von Anton Müller

Der theoretische Weg von Anton Müller von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.351: Rudolf Brennauer

Der Gefreite Rudolf Brennauer wurde am 13.09.1888 in der bayerischen Gemeinde Peiting als Sohn eines Bergmanns geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 5. Kompanie des 15. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Militär-Verdienstkreuz mit Schwertern und mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 24.05.1916 fiel er im Alter von 27 Jahren während der Schlacht um Verdun. Dort wurde er in den Kämpfen in der Brule-Schlucht bei Fort Douaumont getötet.

Man begrub Rudolf Brennauer auf dem Soldatenfriedhof Romagne-sous-les-Cotes in Block 4, Grab 88.

Sterbebild von Rudolf Brennauer
Rückseite des Sterbebildes von Rudolf Brennauer

Der theoretische Weg von Rudolf Brennauer von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 1.115: Oskar Pfab

Der Infanterist Oskar Pfab stammte aus Matzing, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Traunreut, und war der Sohn eines Schreinermeisters. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 4. Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 12.06.1916 fiel er im Alter von 20 Jahren bei einem Sturmangriff auf das Fort Douaumont.

Man begrub Oskar Pfab auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

Sterbebild von Oskar Pfab
Rückseite des Sterbebildes von Oskar Pfab

Der theoretische Weg von Oskar Pfab von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 1.055: Jakob Hütter

Der Maurer Jakob Hütter stammte aus Gries, heute ein Ortsteil der oberbayerischen Gemeinde Kraiburg am Inn, und war der Sohn eines Kleinbauern. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 7. Kompanie des 12. bayerischen Infanterie-Regiments als Infanterist. Am 08.06.1916 fiel er im Alter von 20 Jahren beim Fort Douaumont durch einen Granatschuss.

Man setzte die Gebeine von Jakob Hütter auf dem Soldatendfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab bei.

Seine Heimatgemeinde Kraiburg am Inn gedenkt Jakob Hütter noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/kraiburg_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Jakob Hütterer
Rückseite des Sterbebildes von Jakob Hütterer

Der theoretische Weg von Jakob Hütter von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 334: Johann Koller

Der Bauerssohn Johann Koller stammte aus Haid, einem Ortsteil der Gemeinde Baierbach. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 2. Kompanie des 1. Infanterie-Regiments als Infanterist. Am 13.07.1916 fiel er im Alter von 19 Jahren am Fort Douaumont. Zunächst war er als vermisst gemeldet worden.

Das Grab befindet sich auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye, Block 2, Grab 3399.

Sterbebild von Johann Koller
Rückseite des Sterbebildes von Johann Koller

 

Der theoretische Weg von Johann Koller von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab: