Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.031: Johann Nachreiner

Der Soldat Johann Nachreiner stammte aus Oberwalchen, heute ein Ortsteil der bayerischen Stadt Traunreut, und war der Sohn eines Kleinbauern (Zenz-Gütler). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 12. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Seit dem 03.10.1914 gilt er als vermisst. Ich vermute jedoch aufgrund der Datenlage, dass er am 24.09.1914 fiel. Zuletzt war er nach meinen Recherchen bei Lihons eingesetzt, rund 4 Kilometer von seinem Grab entfernt. Er wurde 22 Jahre alt.

Man begrub Johann Nachreiner auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Oberwalchen gedenkt Johann Nachreiner noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2021/traunwalchen_gde-traunreut_lk-traunstein_wk1_wk2_by.html

Sterbebild von Johann Nachreiner
Rückseite des Sterbebildes von Johann Nachreiner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.028: Alois Münch

Alois Münch stammte aus Schildorn, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Bad Griesbach im Rottal, lebte in Unterstattenbach, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 2. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 27.08.1914 fiel er im Alter von 23 Jahren während des Gefechts bei Ménil-sur-Belvitte in den Vogesen.

Über den Todestag und die Todesumstände von Alois Münich berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:

“ 27.08.1914 Der Gegner hat uns nun auf ein Gefechtsfeld gezogen, das in der Nähe seiner Sperrfestungslinie gelegen, von ihm wie ein Artillerieschießplatz vorbereitet ist. Die Folge dieses uns ungünstigen Umstandes sollte schon am Morgen zbsere Maschinengewehr-Kompanie zu fühlen bekommen. Sie wurde von einem feindlichen Feuerüberfall gepackt, verlor fast die Hälfte ihrer Mannschaften und Pferde und ihren braven Führer, Hauptmann Wegelin, der zu Tode verwundet war. Am Nachmittag dieses Tages erging erneuter Angriffsbefehl zum Vorgehen in südwestlicher Richtung, linker Flügel allgemeine Richtung gegen Angelemont. Das Regiment geht in prächtiger Haltung und in ausgezeichneter Ordnung vor. Die Verluste sind erträglich, leider fällt auch unser braver junger Leutnant Wetter. Am Abend sind die Gefechtsziele erreicht, I. Bataillon ist in Bois de la Conche eingedrungen, in dem sich noch Waldgefechte abspielen. Die Nacht lässt es rätlich erscheinen, die in den Wald gedrungenen Teile des Regiments an dessen Nordrand zurückzunehmen und geschlossen dort zu biwaktieren mit Anschluss rechts an das Infanterie-Leib-Regiment, links an das 16. Infanterie-Regiment.“

Die Lage des Grabes von Alois Münich ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass sein Leichnam, wenn er bis heute geborgen wurde, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Hauptmann Cäsar Wegelin, gefallen am 27.08.1914 bei Menil, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Hauptmann Felix Bedall, geboren am 21.04.1877 in München, gefallen am 28.08.1914 bei Château de Villers, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Leutnant Friedrich Vetter, gefallen am 28.08.1914 bei Menil, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Alois Münch
Rückseite des Sterbebildes von Alois Münch

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.977: Franz Perstorfer

Der Soldat Franz Perstorfer stammte aus Göttersdorf, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Osterhofen, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg  kämpfte er als Infanterist in der 9. Kompanie des 13. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Verdienstkreuz mit Krone und Schwertern ausgezeichnet. Am 27.07.1918 wurde er durch einen Granatsplitter bei einer Mühle bei Lagery schwer verwundet und verstarb am 28.07.1918 im Alter von 22 Jahren.

Man begrub Franz Perstorfer auf dem Soldatenfriedhof Bligny in Block 2, Grab 135.

Sterbebild von Franz Perstorfer
Rückseite des Sterbebildes von Franz Perstorfer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.976: Johann Haselsberger

Der Soldat Johann Haselsberger wurde am 24.11.1897 in Willing als Sohn eines Kleinbauern (Gütler) geboren. Willing ist ein Ortsteil der bayerischen Stadt Osterhofen. Im Ersten Weltkrieg diente er als Schütze in der 2. Maschinengewehr-Kompanie des 13. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 27.06.1918 fiel er im Alter von 20 Jahren während der Stellungskämpfe zwischen Oise und Marne durch Gasvergiftung. Dies war ein besonders grausamer Tod, denn er war, wie es bei Gasvergiftungen häufig vorkam, nicht sofort tot, sondern litt erst noch einige Tage unter den Folgen des Gases, dass er bei Saconin-et-Breuil in der Nähe von Soissons eingeatmet hatte.

Die Lage des Grabes von Johann Haselsberger ist unbekannt.

Sterbebild von Johann Haselsberger
Rückseite des Sterbebildes von Johann Haselsberger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.974: Alois Ratzisberger

Der Soldat Alois Ratzisberger stammte aus Seier, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Aldersbach, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in einem Infanterie-Regiment. Am 04.10.1917 fiel er im Alter von 20 Jahren an einem unbekannten Ort.

Die Lage des Grabes von Alois Ratzisberger ist unbekannt.

Sterbebild von Alois Ratzisberger
Rückseite des Sterbebildes von Alois Ratzisberger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.964: Florian Böck

Der Soldat Florian Böck wurde am 15.05.1896 in der bayerischen Gemeinde Taufkirchen (OT Mosed) geboren, lebte in der bayerischen Gemeinde Mittergars und war der Sohn eines Gütlers (Mooseder). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 3. Kompanie des  18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 21.08.1917 fiel er im Alter von 21 Jahren während der Kämpfe um die Gebirgsausgänge in die westliche Moldau in Rumänien.

Über den Todeszeitruam und die Todesumstände von Florian Böck berichtet die Regimentsgeschichte des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„In drei Tagen, am 20., 21. und 22. August, fanden so 13 großeangelegte Angriffe statt. Alle Anstrenung war und blieb vergebens. I./18. hatte sich des härtesten Ansturms zu erwehren. Doch brachen die feindlichen Anstürme im Infanterie- und Maschinengewehr-Feuer immer zusammen, während die Artillerie sich darauf beschränken musste, durch weiter vorwärts liegendes Sperrfeuer die Annäherung von Reserven zu verhindern. Bei Höhe 491 hatte am 20. August eine rumänische Kompanie infolge sehr dünner Besetzung und der steilen Schlucht, vorübergehend Glück. In 12 Wellen versuchte es nachmittags der Feind bei 692; soweit es den Rumänen gelang, an unsere, durch kein Hindernis geschützte Linie heranzukommen, wurden sie mit Handgranaten erledigt und auch dieser Angriff brach verlustreich zusammen. Die Nacht verlief unruhig, der Feind war unternehmend und hatte sich bei I./18 auf Handgranatenwurfweite herangearbeitet. Aus Tirgul wurde regster Zugsverkehr vernommen. Kolonnen waren im Anmarsch. Für den 21. August standen schwere Kämpfe bevor. Tatsächlich gewann der Feind bei 692 in schmaler Front etwas Boden. Kurze Zeit hat es den Anschein, als ob es den Rumänen gelänge, das I./18. vom linken Flügel her aufzurollen. Da wurde Vizefeldwebel Guggenheimer, der inzwischen zur 2./18 versetzt worden war, mit dem Reservezug dieser Kompanie den Rumänen entgegengeworfen. In schneidigem Gegenstoß wirft er die Rumänen zurück, erbeutet zwei leichte Maschinengewehre und trägt die eigene Stellung ein Stück weiter vor. Guggenheimer wurde zur Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse eingegeben. Leider hat er die Verleihung, wie das so oft ging, nicht mehr erlebt.

Mitten in diesen schwersten Kämpfen wurden unvermittelt Truppen im Brigandenabschnitt freigemacht und zurückgezogen; hatte doch die Armee Mackensen bis auf weiteres die Offensive eingestellt und waren in der ehemaligen Sovejastellung weiter im Süden unserer Front starke rumänische Angriffe erneut erfolgt. Die Reservedivisionen und herausgezogenen Verbände mussten nach dem italienischen Kriegsschauplatz geworfen werden. Am Isonzo waren neue Operationen im Gange und Truppen benötigt.

Ein ernster Kampf des  Rumänen erfolgte jedoch bei uns nicht mehr, wenn auch gegenseitige Feuerüberfälle an der Tagesordnung waren.

Damit war unser Gegenangriff im Oioztal gegen die westliche Moldau beendigt. Herausgefordert durch die russische Offensive, die Mitte Juli losbrach, haben wir im kurzen Siegeszug entscheidende Fortschritte erzielt. Wir waren an einer Stelle eingesetzt, wo die Entscheidung auch Gewinn versprechen musste und deshalb ist die Bedeutung des Vorstoßes eine um so größere. Was die Truppen während dieser Kämpfe geleistet, beweisen die Erfolge. Die Entbehrungen, außer den Anstrengungen und Gefahren des Gefechts, waren keine geringen. Weder ein haus, noch ein Dach, boten Schutz weder bei Tag noch bei Nacht. Immer befand sich die Truppe im Freien. Der Sternenhimmel, der den in ständiger Kampfbereitschaft liegenden Kompanien in den zwei, an Entbehrungen und Strapazen so reichen Wochen, leuchtete, war derselbe, der uns mit der Heimat verband und der auch über der Heimat sich wölbte. Sie galt es zu schützen.

Als die Vorbereitungen zum Sturm auf den Ungureana einsetzten, hoffte man schon im Stillen, bald wieder in der Ebene, in der westlichen Moldau zu sein. Man hätte gar zu gerne die Anstrenungungen des Gebirgskrieges mit der Abwechslung des Bewegungskrieges getauscht. So konnte das Regiment den Sieg nicht weiter vortragen. Erneut hatte es sich aber glänzend bewährt und kann mit Stolz auf diesen seinen Ehrentitel und die Augustwochen 1917 zurückblicken, denn die Erfolge waren einem zahlenmäßig weit überlegenen Gegner abgerungen. Nur durch aufopferungsfreudiges Zusammenarbeiten aller Teile des Regiments war der Gewinn seit der Wegnahme des Ungureana bis zum D. Cosna gewährleistet gewesen. An den Erfolgen haben Mannschaften wie Offiziere gleichen Anteil. Die Schneid und Ausdauer der eigenen Truppen war hervorragend. Die überraschend schnelle Durchführung des ersten Angriffs, das vorbereitete Budapest-Unternehmen, hatte erwiesen, wie wertvoll die planmäßige Vorbereitung eines Angriffs gegen stark befestigte Stellungen mit Vorübungen der Sturmtrupps am Modellwerk ist. Den Angehörigen der Sturmtrupps musste deshalb wiederholt Dank und Anerkennung gezollt werden. Die beim ersten Angriff mit dem Sturmreifschießen der Einbruchsstelle und zum neueren Sperrfeuer beauftragten leichten Minenwerfer des Regiments hatten ihre Aufgaben glänzend gelöst, bei der Abwehr der Angriffe vor Höhe 652 hat sich der leichte Minenwerfer-Zug des Leutnants der Reserve Dreisch hervorragend ausgezeichnet. Rücksichtsloser Einsatz seiner Person bei schwieriger Gefechtslage brachte ausschlaggebende Wirkung für das Gelingen der Abwehr. Die glänzende Haltung der Werfermannschaften war der vollsten Anerkennung wert.

Nicht minder bewährt haben sich die allzeit hilfsbereiten Krankenträger der Kompanien und die Ärzte der Bataillone. Besonders hervorgehoben zu werden verdient hier neben bereits genannten Krankenträgern nochmals der Bataillonsarzt II./18, landsturmpflichtiger Oberarzt Dr. Dankwart-Ackermann (Universitätsprofessor in Würzburg). Unter Hinansetzung seiner Person hat dieser Lebensretter seinen Ehrgeiz daraingesetzt, mit dem Verbandplatz möglichst nahe der kämpfenden Truppe zu sein und seiner persönlichen Hilfeleistung in vorgeschobener, ja vorderster Linie ist es zu danken, wenn rasche Hilfe gebracht werden konnte. Für den Rücktransport sämtlicher Verwundeter bei der seinerzeitigen Zurücknahme der Linie hat er sich persönlich verbürgt und für die Durchführung Gewähr gegeben. Er hat mit seinem Verhalten ein leuchtendes Vorbild von Verantwortung gezeigt und sich selbst, von Haus aus äußerst beliebt, ein dankbares Gedenken gesichert. Auch der tüchtige Assistenzarzt Dr. Dregkwitz (I./18) ist hier zu erwähnen, der am 12. August an seinem Verbandplatz beim Trassenknie verwundet worden ist.

Die nächste Aufgabe war, die erreichte Linie zur Dauerstellung auszubauen. Hindernisse wurden gezogen, Maschinengewehr-Stände errichtet, Postenstände gebaut. Die leichten Minenwerfer des Regiments wurden am 21. August eingesetzt. Seit dem 10. August verfügte die Brigade, da mangels Tragtiere ein Nachschub von Munition unmöglich war, deren Verwendung am Hang des Matiusca beim Vorrücken der Talsperre gegen Grozesti. Der Minenwerfer-Offizier des Regiments, Leutnant der Reserve Trumpp, war zu den verschiedensten Sonder- und Erkundungsaufträgen des Regiments und der Brigade verwendet worden.

Auch der Feind schanzte eifrig und legte Drahthindernisse. Zwar erneuerte er noch mehrmals seine Angriffsversuche, wartete mit starkem Störungs- und Flankenfeuer auf, zu einem großen Angiff kam es indessen in den letzten Augusttagen nicht mehr. Er schien ermüdet zu sein. Schwere Verluste hatten die aufreibenden Kämpfe – mehr die Abwehr der Angriffe als das Stürmen selbst – gekostet. Treffliche Unteroffiziere und Mannschaften waren außer Hauptmann Ehrlicher gefallen. Die 8. Kompanie verlor noch am gleichen Tag Vizefeldwebel Joseph Kraus. Die Kompanien waren samt und sonders stark geschwächt und zu kleinen Häuflein zusammengeschmolzen. Die Bataillone zählten etwas mehr als 200 Gewehre.“.

Die Lage des Grabes von Florian Böck ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Taufkirchen gedenkt Florian Böck noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/taufkirchen2_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Florian Böck
Rückseite des Sterbebildes von Florian Böck

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.955: Leonhard Holzhammer

Der Soldat Leonhard Holzhammer wurde am 02.05.1895 geboren und stammte aus Mörmoosen, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tüßling, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Schütze in der 2. Maschinengewehr-Kompanie des 26. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet. Am 01.06.1918 wurde er während der Verfolgungskämpfe zwischen Oise, Aisne und über die Vesle bis zur Marne im Alter von 23 Jahren nach 31 Monaten Kriegsdienst getötet. Er erhielt bei der Erstürmung des Courmontwaldes westlich von Reims einen Unterleibschuss, durch den er fiel.

Über den Todestag und die Todesumstände von Leonhard Holzhammer berichtet die Regimentsgeschichte des 26. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Die Erstürmung des Courmontwaldes 01.06.1918

In den Morgenstunden des 01.06. tritt das Regiment befehlsgemäß zum Angriff an. Die vorderen Wellen werden aber alsbald vom völlig unerschütterten Feind durch heftiges Infanterie- und Maschinengewehrfeuer zu Boden gezwungen. Der Regimentskommandeur stellt daher zunächst das weitere Vorgehen ein und befiehlt Eingraben in den erreichten Linien. Aus dieser Stellung wird mit Tagesanbruch die eingehende Erkundung des Vorgeländes weiter fortgesetzt. Es ergibt sich, dass das rechte Anschluss-Regiment, 27. Infanterie-Regiment, erst den Höhenrücken ostwärts Romigny erreicht hat, dass ferner die linke Anschlussdivision, 232. Reserve-Division, noch nicht vorgekommen ist. Das Regiment erhält aus ostwärtiger Richtung, insbesondere vom Höhenrücken nördlich Cambrecy her, heftiges Flankenfeuer.

Das feindliche Artilleriefeuer, unterstützt durch feindliche Erkundungsflugzeuge, liegt im Laufe des Vormittags des 01.06. mit sich steigernder Heftigkeit auf dem vom Regiment erreichten, fast deckungslosen Gelände. Die Verluste sind erheblich, insbesondere beim linken Flügelbataillon. Die Lage für das Regiment ist wenig beneidenswert und erfordert seitens der Führung besondere Aufmerksamkeit.

Gegen 12 Uhr mittag trifft Divisions-Befehl ein, wonach der Angriff nach ½ stündiger Artillerie-Vorbereitung fortzusetzen ist. Die hierzu erforderlichen Befehle sind eben ausgegeben. Da setzt gegen 2 Uhr nachmittags ein das bisherige weit übersteigendes, heftiges Trommelfeuer der feindlichen Artillerie auf unsere Stellung, auf Ville en Tardenois, wo sich der Divisions- und Brigade-Stab inzwischen eingefunden hat, sowie auf das Rückengelände ein. Die hiedurch verursachten schweren Verluste scheinen eine Fortsetzung des Angriffs vorerst nicht mehr zu ermöglichen.

Eine Lage schlägt in der Regiments-Befehlsstelle ein, verwundet den Regiments-Kommandeur und den Führer des Reserve-Bataillons, Hauptmann von Kuepach, tötet mehrere Leute des Stabes. Die Lage steht auf des Messers Schneide.

Da eilt der Regiments-Kommandeur, noch blutüberströmt und nur mit Notverband versehen, in die vordere Linie, ihm schließt sich der 1. Generalstabsoffizier der Division, Hauptmann Pflaumer, an. Das persönliche, unerschreckene Beispiel des hochverehrten Führers wirkt beruhigend und belebend. Zudem beobachtet der Regiments-Kommandeur nunmehr, dass das durch Feuer wenig belästigte 27, Infanterie-Regiment eben zum Angriff ansetzt. Mit raschem Entschluss gibt er jetzt den Angriffsbefehl. I/26. hat sich im Anschluss an das 27. Infanterie-Regiment vorzuarbeiten, links davon geht III./26 anstelle des durch besonders schwere Verluste stark geschwächten II./26. vor. II./26. folgte als Regiments-Reserve hinter dem linken Flügel des Regiments. Die Begleitbatterie ist infolge starker Verluste an Mann und Pferd nicht mehr verwendungsfähig.

Und schon geht das Regiment, vorgerissen durch das hervorragende persönliche Beispiel seines Kommandeurs, in unaufhaltsamem Angriff gegen die sich zäh verteidigenden Senegalneger vor und gewinnt zunächst mit den westlichen Teilen des Regiments den Courmontwald. Bald ist der Feind geworfen und in unerbittlichem Nachstoß im Kampf gegen zahlreiche versteckte Maschinengewehr-Nester und Baumschützen der Südrand des Waldes erreicht.

Hier ordnet der Regiments-Kommandeur persönlich die im Waldkampf stark durcheinander gekommenen Verbände. I./26 steht mit Front nach Süden und Südosten, anschließend daran übernimmt II. Bataillon ostwärts der Straße Ville-en-Tardenois – Boujacourt die Sicherung gegen die vom Feind noch stark besetzte Höhe nördlich Boujacourt. III. Bataillon wird als Regimentsreserve zunächst hinter dem I./26 bereitgestellt. Der Courmontwald wird von feindlicher Artillerie dauernd unter heftigem Artillerie-Feuer gehalten.

Ein blutiger Kampftag geht zur Neige. Das Regiment hat die schwierigen Kampfverhältnisse des westlichen Kriegsschauplatzes gleich beim ersten Einsatz in vollstem Umfange zu kosten bekommen. Die Verluste sind erheblich, namentlich auch die Ausfälle an Führern. Aber es zeigt sich, dass die Ausbildungszeit im Osten nicht vergeblich war. Führer und Mann haben sich den schweren Anforderungen voll gewachsen gezeigt.“

 

Sterbebild von Leonhard Holzhammer
Rückseite des Sterbebildes von Leonhard Holzhammer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.897: Johann Glonegger

Der Soldat Johann Glonegger stammte aus Alzgern, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Neuötting, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 1. Kompanie des 2. bayerischen Brigade-Ersatz-Bataillons. Am 10.09.1914 fiel er im Alter von 27 Jahren während der Schlacht vor Nancy-Epinal im Elsass.

Die Lage des Grabes von Johann Glonegger ist offiziell unbekannt.

Sterbebild von Johann Glonegger
Rückseite des Sterbebildes von Johann Glonegger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.892: Peter Bichlmaier

Der Soldat Peter Bichlmaier wurde am 05.10.1892 in Maisenberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Engelsberg, als Sohn eines Kleinbauern (Gütlers) geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 1. Kompanie des 16. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments, in der Auch der spätere Diktator Adolf Hitler diente. Am 31.03.1917 fiel er im Alter von 24 Jahren in Nordfrankreich durch eine Granatenkugel.

Man begrub Peter Bichlmaier auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in Block 2, Grab 212.

Sterbebild von Peter Bichlmaier
Rückseite des Sterbebildes von Peter Bichlmaier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.882: Anton Stadler

Der Soldat Anton Stadler stammte aus Kröhstorf, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Eichendorf. Sein Vater war Kleinbauer (Gütler). Im Ersten Weltkrieg diente er als Kraftfahrer und Pionier in einer bayerischen Kraftfahrer-Kolonne. Am 23.10.1918 verstarb er im Alter von 29 Jahren im Kriegslazarett bayerische Abteilung 64 an einer Lungenentzündung.

Zunächst wurde er in Lokorent in Belgien begraben. Später bettete man seine Gebeine auf den Soldatenfriedhof Vladslo in Block 4, Grab 620 um.

Seine Heimatgemeinde Kröhstorf gedenkt Anton Stadler noch heute auf zwei Denkmälern: http://www.denkmalprojekt.org/2011/eichendorf-dornach_wk1u2_bay.htm und http://www.denkmalprojekt.org/2011/eichendorf-kroehstorf_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Anton Stadler
Rückseite des Sterbebildes von Anton Stadler