Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.833: Hugo Müller

Der Soldat Hugo Müller wurde am 27.10.1894 in Kempten geboren. Er warbeitete als Schlosser bei der Schlosserei Elhard in Kempten. Am 07.11.1914 wurde er als Infanterist in die 3. Kompanie des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments einberufen. Am 19.02.1915 fiel er im Alter von 20 Jahren am Reichsackerkopf.

Über den Todestag und die Todesumstände von Hugo Müller berichtet die Regimentsgeschichte des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 19.02.1915 6 Uhr früh gings weiter. Der Regimentsstab erreichte auf langem steinigen Weg unter Führung eines Hirtenbuben zunächst Eckersberg und nach kurzem Aufenthalt Breitenbach durch dessen Häuserreihen bereits vereinzelte Weitgänger vom Reichackerkopf herunterpfiffen. Inzwischen hatten I. und II./R. 19 teils auf den Brücken in Breitenbach und Sendenbach teils ohne Brücke die Fecht überschritten und waren in raschem Anlauf übers Katzenköpfel und Stocka gegen Reichackerkopf und Sattel vorgedrungen. Schon war I./R 19 7.30 Uhr vormittags mit der mittleren Kompanie (3., Kollmann) ohne Verlust an den Waldrand 200 Meter nördlich des Katzenköpfl herangekommen, als es sich plötzlich in dem steilansteigenden Waldhang starken Draht- und Baumverhauen gegenüber sah und nicht nur von der Front, sondern vor allem aus der rechten Flanke starkes Feuer erhielt, das namentlich von Oberwida gegen den Mönchberg, also östlich am Katzenköpfl vorbei angesetzten 4. Kompanie (Hauptmann Seitz) das Vorwärtskommen außerordentlich erschwerte und böse Verluste brachte. Unter den ersten, die hier den Heldentod fanden, war Leutnant der reserve Bernheimer (4.), Offiziersstellvertreter Micheler (3.) und der Fahnen-Unteroffizier Josef Schmid aus Kornau bei Oberstorf, der mit der Fahne in der Hand neben seinem Kommandeur, Major Veith, fiel. Gelang es nun auch der 4. Kompanie, trotz der Unterstützung, die ihr durch den vom Regiment über Fronzell vorbefohlenen Zug Einberger (1./R 19) zugedacht war, zunächst nicht weiter vorzukommen und hatte auch die am linken Flügel von 1./R. 19 im Klängle sich vorarbeitende 2. Kompanie (Oberleutnant Auffhammer) infolge des aus den Astverhauen frontal und flankierend einschlagenden Feuers einen schweren Stand, so kämpfte sich doch trotz aller Schwierigkeiten die 3. Kompanie im heftigen feindlichen Feuer unaufhaltsam vor und wurde von ihr im Verein mit einem Zug der 2. Kompanie 10.35 Uhr vormittags die stark verschanzte Stellung der feindlichen Feldwache am Weg 300 Meter südlich der Kuppe des Reichackerkopfs im Sturm genommen. Mit welcher Sicherheit dabei ungeachtet der gewaltigen körperlichen Anstrengungen und ständigen Todesgefahr unsere zähen Schwaben und Altbayern schossen, bewiesen die 25 toten Alpenjäger des 51. französischen Alpenjägerbataillons, die fast durchweg durch den Kopf getroffen hinter ihren kleinen Schießscharten in den aus mächtigen Fichtenstämmen errichteten Barrikaden lagen. II./R. 19 war inzwischen mit 5., 6., 7. Kompanie von Sendenbach mit rechtem Flügel über Roth – Obereck bis auf 300 Meter an den Sattel vorgedrungen und da mit diesem günstigen Ergebnis gleichzeitig von I./L. 121 gemeldet wurde, dass es den Mönchberg genommen habe und vom R. I. R. 18, dass der Altmattkopf erreicht sei, so hielt sich der Regimentsstab berechtigt, auf baldigen, restlosen Sieg zu hoffen. Umso bitterer war die Enttäuschung, als sich ein paar Stunden später herausstellte, dass diese beiden Meldungen völlig auf Irrtum beruhten und da wiederum gleichzeitig auch II./R. 19 meldete: „Wegnahme des Sattels und der Kuppe unmöglich, da Hindernisse zu stark, Wirkung unserer Artillerie gleich Null und in der linken Flanke drei feindliche Kompanien; gehe mit Bataillon einige 100 Meter zurück und biege linke Hälfte der Front nach Westen“, da sah sich die Führung mangels jeder unmittelbar verfügbaren Reserve plötzlich in sehr misslicher Lage. Eben – es mochte etwa 7 Uhr abends sein – wurde die Anforderung von Reserven aus Münster und verstärkte Artilleriewirkung auf Reichackerkopf, Klängle-Sattel und Sattelköpfchen erwogen, als die befreiende Meldung vom I./R. 19 eintraf: „Abteilung Kollmann – 3./19, zug Schuster 2./19, Zug Amode und Fürst 4./19, Maschinengewehr-Zug Reim und 6 Mann R.P.K. 8 – hat 6.15 Uhr abends den Reichackerkopf genommen; Feind in nördlicher und nordwestlicher Richtung zurückgegangen; erreichte Stellung wird gehalten und verschanzt“. Damit war der beherrschende Punkt zwischen der großen und kleinen Fecht westlich Münster gewonnen und der selbsttätige Oberleutnant Kollmann im Verein mit Oberleutnant Kein und den anwesenden Zugführern gegen 4 Uhr nachmittags gefasste Entschluss, trotz der vorausgegangenen gewaltigen Anstrengungen und Kämpfe, noch am gleichen Tag die Kuppe wegzunehmen, wird für Führer und Truppe allzeit ein Ruhmesblatt in der Geschichte  R. I. R. 19 bleiben. Dass die Durchführung gelingen konnte, war allerdings nur durch den Maschinengewehr-Zug Keim möglich, dessen Leistungen an diesem Tage allein schon was die körperlichen Anstrengungen anlangt, vorzüglich waren. Unteroffizier Mac-Carty als Erkunder, Schütze Geyer als Meldegänger und Gefreiter Albrecht als Richtschütze haben sich überdies dabei durch Schneid und Gewandheit besonders bewährt. – Inzwischen war längst nass und kalt die Nacht hereingebrochen und deckte Freund und Feind mit ihrem schwarzen Schleier, unter dem nicht weniger als drei Offiziers-Dienstgrade (Leutnant der Reserve Bernheimer (4.), Offiziers-Stellvertreter Micheler (3.) und Feldwebel-Leutnant Gabler (7.), 8 Unteroffiziere und 30 Mann, darunter Infanterist Josef Müller (5.), der seinen im feindlichen Drahtverhau vor dem Sattelköpfle liegenden angeschossenen Kameraden herausholen wollte), für immer ruhten und drei Offiziere (Leutnant Lindner (3.), Leutnant der Reserve Angerer (5.), Leutnant Roßkopf (7.), ein Offiziers-Stellvertreter (Merwald) und 179 Unteroffiziere und Mannschaften teilweise schwer verwundet geborgen werden mussten.“

Offiziell ist für Hugo Müller keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass seine Gebeine, wenn sie geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach begraben wurden, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Unteroffizier Joseph Schmid, gefallen am 19.02.1915 am Reichsackerkopf, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab;
  • Leutnant Rudolf Bernheimer, gefallen am 19.02.1915 bei Fronzell, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab;
  • Feldwebelleitnant Karl Gabler, gefallen am 19.02.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 2, Grab 60;

 

Seine Heimatgemeinde Kempften gedenkt Hugo Müller noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/kempten_kath_frdh_wk1_bay.htm

 

Foto von Hugo Müller
Rückseite des Fotos von Hugo Müller

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.804: Anton Ahr

Der Soldat Anton Ahr wurde am 21.08.1886 in Schelldorf geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Kempten. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 2. Kompanie des 3. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 02.10.1914 fiel er im Alter von 28 Jahren während der ersten Kämpfen vor Arras bei Douai.

Die Lage des Grabes von Anton Ahr ist unbekannt.

Noch heute gedenkt seine Heimatgemeinde Mariaberg Anton Ahr auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/kempten-mariaberg_wk1u2_bay.htm 

Sterbebild von Anton Ahr
Rückseite des Sterbebildes von Anton Ahr

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.402: Adolf Wuhrer

Der Soldat Adolf Wuhrer wurde am 26.05.1892 in Kottern geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Kempten. Im Ersten Weltkrieg diente er als Unteroffizier in der 5. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.08.1914 fiel er im Alter von 22 Jahren bei Bazien während der Kämpfe vor Arzailles – Luneville.

Offiziell ist für Adolf Wuhrer keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden beisetzte, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Leutnant Alfred Krafft, gefallen am 25.08.1914 bei Bazien, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Leutnant Johann Donderer, gefallen am 25.08.1914 bei Bazien, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Gefreiter Rudolf Winkler, gefallen am 25.08.1914 bei Bazien, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Infanterist Ernst Becker, gefallen am 25.08.1914 bei Bazien, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Adolf Wuhrer
Rückseite des Sterbebildes von Adolf Wuhrer

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.384: Ludwig Wintergerst

Der Ersatz-Reservist Ludwig Wintergerst wurde am 26.01.1891 in Hafenthal, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Kempften, als Sohn eines Zimmermeisters geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 8. Kompanie des 3. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 08.02.1915 fiel er im Alter von 24 Jahren bei Willewahl (Arras).

Offiziell ist für Ludwig Wintergerst keine Grablage bekannt. Seine Kameraden des 3. bayerischen Infanterie-Regiments, die im gleichen Zeitraum fielen, wurden jedoch auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy begraben. Ich gehe daher davon aus, dass Wintergerst auf diesem Friedhof anonym in einem Massengrab beigesetzt wurde:

  • Infanterist Reimund Köpf, gefallen am 06.02.1915 bei Thelus, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Infanterist Alois Keller, gefallen am 05.02.1915 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

 

 

Sterbebild von Ludwig Wintergerst
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Wintergerst

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 642: Franz Xaver Hörburger

Der Wehrmann Franz Xaver Hörburger wurde am 12.11.1880 in Knottenried, früher ein Ortsteil der Gemeinde Diepolz, heute ein Teil der Stadt Immenstadt, geboren. Er war von Beruf Käser und betrieb seine Tätigkeit in Feigen, früher ein Teil der Gemeinde St. Lorenz, heute ein Teil der Stadt Kempten. Am 07.08.1914 wurde er zum 3. Landwehr-Infanterie-Regiment eingezogen. Am 03.12.1914 fiel er im Alter von 34 Jahren am Bogenkopf in den Vogesen. Zunächst war er nur als vermisst gemeldet worden. Er hinterließ eine Frau und zwei Kinder.

Eine Grablage ist für Franz Xaver Hörburger nicht bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er anonym als unbekannter Toter auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in einem Massengrab begraben wurde. Ich begründe meine Annahme mit dem Schicksal der am gleichen Tag gefallenen Kameraden aus der gleichen Kompanie:

  • Unteroffizier Franz Metz, gefallen am 03.12.1914 bei Diedolshausen, beigesetzt auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in einem Massengrab;
  • Landwehrmann Paul Borgenheimer, gefallen am 03.12.1914 am Buchenkopf, beigesetzt auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in einem Massengrab;
  • Wehrmann Max Müller, gefallen am 03.12.1914 am Buchenkopf, beigesetzt auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in einem Massengrab;
  • Landwehrmann Xaver Möst, gefallen am 03.12.1914 am Buchenkopf, beigesetzt auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in einem Massengrab;

 

Seine Heimatgemeinde gedenkt noch heute Franz Xaver Hörburger auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/kempten-mariaberg_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Franz Xaver Hörburger

Der theoretische Weg von Franz Xaver Hörburger von seinem Geburtsort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 631: Otto Stach

Der Gefreite Otto Stach wurde am 03.10.1885 in Kottern, ein im Kemptener Stadtteil Sankt Mang aufgegangener Ortsteil, geboren und wohnte in Nesselwang. Er war Bäckermeister. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 2. Kompanie des 18. Reserve-Infanterie-Regiments Am 10.12.1915 fiel er im Alter von 30 Jahren in den Vogesen und wurde zunächst in Landersbach (Elsass)  begraben.

Letztlich begrub man Otto Stach auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 4, Grab 200.

Seine Heimatgemeinde Nesselwang gedenkt noch heute Otto Stach auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/nesselwang_1866_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Otto Stach
Rückseite des Sterbebildes von Otto Stach

Der theoretische Weg von Otto Stach von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 423: Friedrich Wilhelm Leidel

Friedrich Wilhelm Leidel wurde am 05.10.1893 in Kempten geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er im 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment als Infanterist. Am 29.08.1915 fiel er im Alter von 21 Jahren im Tal bei Münster (Elsass).

Friedrich Wilhelm Leidel wurde auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 4, Grab 161 begraben. Zunächst hatte man ihn auf dem Soldatenfriedhof Landersbach beigesetzt.

Seine Heimatgemeinde gedenkt noch heute Friedrich Wilhelm Leidel auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/sulzberg_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Friedrich Wilhelm Leidel
Rückseite des Sterbebildes von Friedrich Wilhelm Leidel

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 266: Alban Luitz

Luitz Alban wurde am 21.11.1879 geboren und stammte aus Jägers (Ortsteil von Kempten). Er war Dienstknecht bei einem Hansmichler in Wildberg (Ortsteil von Weißensberg). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Wehrmann. Am 03.09.1917 fiel er im Alter von 37 Jahren bei Urbeis in den Vogesen.

Luitz Urban liegt auf dem Soldatenfriedhof Hohrod, Block 3, Grab 23.

Sterbebild von Alban Luitz
Rückseite des Sterbebildes von Alban Luitz

Der theoretische Weg von Alban Luitz von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 250: Joseph Müller | Der erste deutsche Gefallene des Ersten Weltkrieges

Joseph Müller wurde am 06.05.1877 geboren, war Platzmeister von Beruf und lebte in Kempten. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Soldat in der 2. Kompanie des 15. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 17.01.1918 verstarb er im Lazarett in Mühlhausen (französisch: Mulhouse). Er wurde 40 Jahre alt.

Joseph Müller wurde auf dem Soldatenfriedhof Illfurth, Block 3, Grab 17 begraben.

Auf diesem eher kleinen Soldatenfriedhof liegt auch der erste gefallene deutsche Soldat des Ersten Weltkriegs begraben: Albert Otto Walter Mayer. Der Leutnant stammte aus Magdeburg, diente beim  Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 5  und fiel am 02.08.1914 bei Delle, Raum Belfort. Er ruht in Block 4, Grab 181.

Seine Heimatgemeinde Kempten gedenkt noch heute Joseph Müller auf einem Denkmal:
http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/kempten_kath_frdh_wk1_bay.htm

 

Der theoretische Weg von Joseph Müller von seinem Heimatort über seinen Sterbeort zu seinem Grab: