Sonderbeitrag: Georg Koerber

Der Soldat Georg Koerber stammte aus Berlin-Lichterfelde. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Kriegsfreiwilliger in der 8. Kompanie des 48. Infanterie-Regiments. Am 25.04.1915 wurde er bei den heftigen Kämpfen bei Les Éparges südlich Verdun durch einen Halsschuss schwer verwundet. Einen Tag später, am 26.04.1915 verstarb er im Alter von 18 Jahren im Feldlazarett Nr. 3 des 5. Armee-Korps in Hattonville an seiner Verwundung.

Über den Tag der schweren Verwundung von Georg Koerber berichtet die Regimentsgeschichte des 48. Infanterie-Regiments:

„111. und 9. Infanterie-Division haben die Stellungen beiderseits der Grande Tranchée der Colonne im Sturm genommen, dabei 1.600 Gefangene gemacht und 17 Geschütze erobert. 113. Infanterie-Division steht 8 Uhr vormittags zur Verfügung des Armee-Ober-Komandos auf der Grande Tranchée de Colonne, Anfang am Wege St. Remy-les-Palameiy.

Infanterie-Regiment 48 wird auf Befehl des Armee-Ober-Komandos der 111. Infanterie-Division, 221. Infanterie-Brigade unterstellt und erhält 5.50 Uhr nachmittags von letzterer, General von Lüttwitz, den Befehl zum weiteren Vorgehen; die französische Besetzung sei nur schwach, die Aufgabe leicht und dankbar.

Auf dem Wege zum Bereitstellungsplatz treten durch feindliches Schrapnell- und Granatfeuer schon Verluste ein. Es stellt sich heraus, dass die feindliche Linie doch stärker besetzt ist, als angenommen wurde. Eine Orientierung im Walde mit dichtem Unterholz und Gestrüpp bei der inzwischen eingetretenen Dunkelheit ist unmöglich. Deshalb wird im Einvernehmen mit Infanterie-Regiment 76 und Reserve-Infanterie-Regiment 130 ein erneutes Vorgehen erst für den 26.04.1915 5 Uhr vormittags angesetzt. In vorderer Linie befinden sich Infanterie-Regiment 76, III./48, Infanterie-Regiment 130, Lücken in der Besetzung werden nicht festgestellt.“

Man begrub Georg Koerber auf dem Soldatenfriedhof Thiaucourt-Regniéville in Block 24, Grab 437.

Todesanzeige für Georg Koerber in der Berliner Volkszeitung vom 01.05.1915

Sonderbeitrag: Gefallen mit 17 ½ Jahren – Alfred Gzylewitz (richtig: Szylewicz)

Wie ich bereits schrieb, recherchiere ich im Moment im Rahmen eines Projektes die Todesanzeigen des Ersten Weltkrieges in der Berliner Volkszeitung. Heute bekam ich einen sehr bemerkenswerten Fall auf den Tisch. Es ist die Todesanzeige für Alfred Szylewicz in der Ausgabe vom 29.11.1914. Bemerkenswert ist einerseits die Tatsache, dass der Nachname des Gefallenen falsch angegeben ist, andererseit die Tatsache, dass er erst 17 ½ Jahre alt war. Er stammte aus Kolmar in Posen (heutiges Polen, Chodzież) und hatte sich freiwillig als Soldat gemacht, wozu seine Mutter, die bereits verwitwet war, zugestimmt haben muss. Alfred kämpfte in der 2. Kompanie des 9. Brigade-Ersatz-Bataillons. Am 17.11.1914 fiel er im Gefecht bei Dixmuide und Tervate in Belgien an der Westfront.

Man begrub Alfred Szylewicz auf dem Soldatenfriedhof Vladslo in Block 3, Grab 292.

Todesanzeige für den Kriegsfreiwilligen Alfred Alfred Gzylewitz – gefallen mit 17 ½  Jahren (Berliner Volkszeitung vom 29.11.1914)

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.365: Gregor Paul

Der Kriegsfreiwilliger Gregor Paul stammte aus Saarwellingen im Saarland. Im Ersten Weltkrieg diente er in der Maschinengewehr-Kompanie des 67. Infanterie-Regiments als Richtschütze. Am 09.02.1915 fiel er im Alter von 18 Jahren bei Saint Juvin im Argonnenwald in der Nähe von Vienne le Chateau.

Man begrub Gregor Paul auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye in Block 3, Grab 1119.

Sterbebild von Gregor Paul
Rückseite des Sterbebildes von Gregor Paul

Der theoretische Weg von Gregor Paul von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.399: Emil Oppel

Der Kriegsfreiwillige Emil Oppel wurde am 04.10.1898 in Rodach (Itz) in Bayern geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 2. Batterie des 19. thüringischen Feld-Artillerie-Regiments als Kanonier. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 17.12.1917 fiel er im Alter von 19 Jahren in einer Feuerstellung bei Oostniewokerke (Schreibfehler auf Sterbebild) bei Diksmuide während der Stellungskämpfe in Flandern im Winter 1917/18.

Man begrub Emil Oppel zunächst auf einem Feldfriedhof bei Beveren in Belgien. Später bettete man ihn um auf den Soldatenfriedhof Menen, Block A, Grab 2048.

Sterbebild von Emil Oppel
Rückseite des Sterbebildes von Emil Oppel

SONDERBEITRAG: Paul Mauk – der jünste gefallene deutsche Soldat

Der Soldat Paul Mauk wurde am 19.07.1900 als sechstes von acht Kindern in der Stadt Waldkirch im heutigen Bundesland Baden-Württemberg geboren. Er meldete sich mit 14 Jahren als jüngster deutscher Soldat als Kriegsfreiwilliger und kam in die 4. Kompanie des 113. Infanterie-Regiments. An der Lorettohöhe war er auf einem Horchposten eingesetzt. Hier traf ihn ein Granatsplitter am Kopf, so dass er verwundet zur Truppe zurückkehren musste. Am 06.06.1915 wurde er im vordersten Graben bei Liévin schwerst verwundet. Eine Granate riss ihm den rechten Unterarm ab und fügte ihm schwerste Verlestzungen am Unterleib und Oberschenkel zu. Er wurde noch in das Feldlazarett in Lens gebracht, war aber nicht mehr zu retten. Er verstarb am 07.06.1915 im Alter von 14 Jahren.

Die Regimentsgeschichte des 113. Infanterie-Regiments berichtet über den Tod von Paul Mauk:

„30.05. – 11.06.1915 Das Regiment verbleibt daselbst und löst in sich ab. Die teilweise vollkommen zerstörte Stellung, angefüllt mit Hunderten von Leichen, wird in mühevoller Arbeit notdürftig hergerichtet. Täglich treten empfindliche Verluste ein. So fiel am 07.06. in vorderer Stellung der jünste Frontkämpfer des Regiments und einer der jüngsten in der ganzen Armee, der Kriegsfreiwillige Paul Mauk 4/113 im Alter von noch nicht 15 Jahren. In heller Begeisterung war er gleich seinen beiden älteren, ebenfalls bei der 4/113 im Felde stehenden Brüdern hinausgezogen und fand nun mit vielen anderen tapferen Fünfern auf dem Soldatenfriedhof zu Lens ein frühes Grab.“

Man begrub Paul Mauk auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines in Grab 11/268.

Foto von Paul Mauk

Die Männer des Zweiten Weltkriegs – Teil 1.197: Friedrich Gladel

Der Arbeitsmann Friedrich Gladel diente als Kriegsfreiwilliger beim Reichsarbeitsdienst. Am 08.03.1943 verstarb er im Alter von 17 Jahren an einer Erkrankung im RAD-Lager in den Sudeten.

Für ihn ist keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er in seinem Heimatort Saarwellingen begraben wurde.

Sterbebild von Friedrich Gladel
Rückseite des Sterbebildes von Friedrich Gladel

SONDERBEITRAG: Paul Mauk – der jüngste gefallene deutsche Soldat des Ersten Weltkrieges

Paul Mauk

Der jüngste deutsche Soldat, der im Ersten Weltkrieg fiel, war der Kriegsfreiwillige Paul Mauk. Er wurde am 19.07.1900 in Waldkirch geboren. Er meldete sich mit seinen Brüdern freiwillig und diente in der 4. Kompanie des 113. badischen Infanterie-Regiments. Am 07.06.1915 fiel er mit 14 Jahren bei Hulluch. Die Regimentsgeschichte des 113. badischen Infanterie-Regimentes bericht:

„30.05. –  11.06.1915 Das Regiment verbleibt daselbst und löst sich ab. Die teilweise vollkommen zerstörte Stellung, angefüllt mit hunderten Leichen, wird in mühevoller Arbeit notdürftig hergerichtet. Täglich treten empfindliche Verluste ein. So fiel am 07.06. in vorderer Stellung der jüngste Frontkämpfer des Regiments und einer der jüngsten in der ganzen Armee, der Kriegsfreiwillige Paul Mauk 4./113 im Alter von noch nicht 15 Jahren. In heller Begeisterung war er gleich seinen beiden älteren, ebenfalls bei der 4./113 im Felde stehenden Brüdern hinausgezogen und fand nun mit vielen anderen tapferen Fünfern auf dem Soldatenfriedhof zu Lens sein Grab.“

Paul war am 09.05.1915 bei einem französischen Großangriff verwundet worden, schlich sich aber heimlich aus dem Feldlazarett, wo er behandelt wurde, und kehrte zu seiner Kompanie zurück. Am 06.06.1915 wurde er durch eine Granate schwer am Kopf verwundet und verstarb an seiner Wunde am nächsten Tag.

Man begrub Paul Mauk auf dem Soldatenfriedhof auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines in Block 11, Grab 268.

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 990: Wilhelm Friedrich Männer

Wilhelm Friedrich Männer stammte aus Simbach am Inn war ein Praktikant bei der Bayerischen Handelsbank (heute Deutsche Pfandbriefbank AG) in Immenstadt. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 3. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments als Kriegsfreiwilliger und Gefreiter. Am 10.03.1916 fiel er im Alter von 18 Jahren bei einem Handgranaten Angriff.

Die Lages des Grabes von Wilhelm Friedrich Männer ist unbekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er anonym auf dem Soldatenfriedhof Billy-Montigny beigesetzt wurde, wenn seine Gebeine gefunden wurden. Dort ruhen auch seine Hameraden des 2. bayerischen Infanterie-Regiments, die im gleichen Zeitraum fielen:

  1. Infanterist Josef Thaller, 3. Kompanie, gefallen am 10.03.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Billy-Montigny Block 6 Grab 217;
  2. Infanterist Paul Kreutl, 4. Kompanie, gefallen am 09.03.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Billy-Montigny Block 6 Grab 200;
  3. Ersatz-Reservist Georg Wimmer, 1. Kompanie, gefallen am 10.03.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Billy-Montigny Block 6 Grab 351.

Seine Heimatgemeinde Simbach am Inn gedenkt noch heute Wilhelm Friedrich Männer auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/simbach_am_inn_wk1u2_bay.htm

 

Sterbebild von Wilhelm Männer
Rückseite des Sterbebildes von Wilhelm Männer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 978: Konrad Müller

Der Kriegsfreiwillige Konrad Müller wurde am 01.09.1894 in Forchheim in Bayern geboren und studierte Mathematik. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 1. Kompanie des 5. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 26.10.1915 fiel er im Alter von 21 Jahren bei  Bénifontaine, Hulluch und La Bassée in Frankreich durch eine schwere Verletzung durch eine Handgranate.

Konrad Müller wurde letztlich auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines in einem Massengrab begraben.

Seine Heimatgemeinde Forchheim gedenkt Konrad Müller noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/forchheim_lk-forchheim_wk1_bay.html

Sterbebild von Konrad Müller
Rückseite des Sterbebildes von Konrad Müller

Der theoretische Weg von Konrad Müller von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 956: Karl Lirk

Der Kriegsfreiwillige Karl Lirk stammte aus Bad Birnbach. Sein Vater besaß eine Gerberei. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 8. Kompanie des 16. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 12.11.1914 fiel er im Alter von nur 19 Jahren bei Maurepas an der Somme in Frankreich.

Die Lage eines Grabes für Karl Lirk ist leider nicht zu recherchieren. Ich spekuliere, er könnte auf dem nahe liegenden (6 Kilometer) Soldatenfriedhof Rancourt namenlos in einem Massengrab beigesetzt worden sein, wie viele Soldaten, die bei Maurepas fielen. Belege hierfür habe ich aber nicht gefunden.

Seine Heimatgemeinde Bad Birnbach gedenkt noch heute Karl Lirk: http://www.denkmalprojekt.org/2009/bad_birnbach_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Karl Lirk
Rückseite des Sterbebildes von Karl Lirk

Der theoretische Weg von Karl Lirk von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem möglichen Grab: