Sonderbeitrag: Severin Leyerer

Der Soldat Severin Leyerer stammte aus Climbach, einem Ortsteil der hessischen Stadt Allendorf. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landwehrmann in der 7. Kompanie des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 05.09.1914 fiel er im Alter von 32 Jahren während der Schlacht an der Marne bei Cernay-en-Dormois.

Man begrub Severin Leyerer auf dem Soldatenfriedhof Séchault in einem Massengrab.

In seinem Heimatort Climbach gedenkt man Severin Leyerer noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2022/climbach_stadt-allendorf_lk-giessen_wk1_wk2_hs.html

Die Todesanzeige des Gesangverein Liederkranz Climbach für Severin Leyerer und Philipp Conrad

Sonderbeitrag: Philipp Conrad

Der Soldat Philipp Conrad stammte aus der hessischen Ortschaft Climbach, einem Ortsteil der Stadt Allendorf. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist und Wehrmann in der 8. Kompanie des 116. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 24.09.1914 fiel er im Alter von 27 Jahren an der Marne bei Servon-Melzicourt.

Über den Todestag und die Todesumstände von Philipp Conrad berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Reserve-Infanterie-Regiments:

24.09.14. Morgens Befehl zum Erneuern des Angriffs. R.I.R. 116 auch in vorderster Linie. 12° soll ohne Rücksicht auf die Nachbarn angetreten werden. Sofort setzt heftiges feindliches Artilleriefeuer ein, I. gewinnt Gelände, II. nicht. Abends Befehl, nach Absuchen des Gefechtsfeldes in die alte Stellung zurückzugehen. Verluste: 8 Offiziere und Offizierstellvertreter. Gefallen Offz.Stellv. Ringen; verwundet Oblt. d. R. Oehl, Oblt. d. L. Sprengel, Lt. d. R. Stimmel, Schemenski, Offz.Stellv. Handwerk, Schürmann, Anton. Verluste an Unteroffizieren und Mannschaften: 30 tot, 104 verwundet. Die Gefechtsstärke des Regiments beträgt noch 15 Offiziere, 1094 Unteroffiziere und Mannschaften. Ausgerückt war das Regiment mit 71 Offizieren, 2852 Unteroffizieren und Mannschaften.

Die Lage des Grabes von Philipp Conrad ist unbekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er, wenn seine Gebeine bis heute geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Servon-Melzicourt beigesetzt wurde, der in seiner Sterberegion angelegt wurde.

In seinem Heimatort Climbach gedenkt man Philipp Conrad noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2022/climbach_stadt-allendorf_lk-giessen_wk1_wk2_hs.html

Die Todesanzeige des Gesangverein Liederkranz Climbach für Severin Leyerer und Philipp Conrad

Sonderbeitrag: Otto Fischer

Der Soldat Otto Fischer stammte aus der hessischen Stadt Lorsch. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier und Fahnenjunker in der 6. Kompanie des 116. infanterie-Regiments. Am 06.10.1914 verstarb er nach schwere Verwundung am 10.09.1914 bei Maurupt-le-Montois an der Marne im Festungslazarett Koblenz.

Über den Tag der schweren Verwundung berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Infanterie-Regiments:

„Am Abend des 9. Sept. kam der Befehl für ein Unternehmen, das in der Geschichte der Division beispiellos dasteht. Ein Unternehmen, das sich von den vielen Grauenhaften jener Schreckenstage am tiefsten im Gedächtnis festgesetzt hat, an das sich jeder, der daran teilgenommen, nur mit Schauern erinnern kann. Das vom Feinde stark besetzte Maurup sollte in der kommenden Nacht überrumpelt und gesäubert werden. Alles war auf den Schutz der Dunkelheit, auf größte Stille und Schnelligkeit berechnet. So waren auch die Vorbereitungen: Das Gepäck wurde zurückgelassen, nur Sturmgepäck mit Eisernen Portionen wurde mitgenommen. Die Schlösser wurden aus den Gewehren genommen und zum Schutz getragen, die Seitengewehre wurden aufgepflanzt. Kein Schuß sollte den ruhenden Gegner zu früh wecken, am Schießen sollte man den Feind, an Hieb und Stoß den Freund erkennen. Weiße Armbinden wurden ausgegeben; sie sollten beim Vorgehen den Nebenmann zeigen und Handgemenge vermeiden helfen. Um 3 Uhr vorm. waren alle Vorbereitungen zu Ende. In lautloser Stille hatte das I.R. 115 seine Linien in Breite von 1 km aufgestellt. Das I.R. 116 und ein Bataillon 117 folgte gestaffelt und hatte den Flankenschutz zu übernehmen. Um 4 Uhr vorm. setzten sich die sieben Bataillone leise in Bewegung. Kein Kommando ertönte. In guter Ordnung schritten die Kompagnien über die Felder. Da fällt vorn ein Schuß. Ein französischer Posten ist aufmerksam geworden. Die Antwort ist ein tausendstimmiges Hurra! So jähe ist die Stille der Nacht selten gestört worden. Die feindlichen Posten und Feldwachen werden überrannt, alles stürmt ins Dorf. Dort entsteht ein fürchterliches Handgemenge, gespenstisch erleuchtet von einzelnen brennenden Häusern. A. Brendel schildert das als ein Dorftagungswunder. Schrecken sind die Verluste, die die Regimenter erlitten haben, nicht mehr Zeit zum Fliehen, jetzt ist nur Mehr. Von Hof zu Hof, von den hell erleuchteten Längsstraßen der Häuser, stürmt das Dorf, die Kompagnien der drei Regimenter kämpfen sich fort, von einem Hof zum anderen in heftigem Kampfe mit dem Feinde. Ein wildes Handgemenge, das sich in der Straße fortsetzt, von Schreien und Kommandorufen begleitet, von Bajonettstößen und Kolbenschlägen. Um 5 Uhr ist das Dorf in Flammen, die letzten französischen Truppen fliehen. Um 5 Uhr ist das Dorf in deutscher Hand. Häuser, Höfe und Gärten, Schrei, Fliehen und Verfolgen im alten Straßen, Hieb und Stoß, Kolbenschläge und Bajonettstiche, dazwischen das Schreien und Stöhnen der Schwerverwundeten, alles im flackernden Feuerschein der brennenden Scheunen und Höfe: Ein schrecklicheres Bild hat das Auge im Kriege nie gesehen.

In blinder Wut stießen die Truppen durch bis zur Südwestecke des Dorfes. Hier konnten sich Teile des I. und II. Batls. wieder zusammenfinden. Sie wurden als Reserve und linke Flankensicherung zurückgenommen in die Lehmgruben nördlich von Maurupt. Das übrige, hauptsächlich Leute des III. Batls., versuchte zunächst, eine feindliche Batterie wegzunehmen, die südöstlich von Maurupt stand und tags zuvor durch ihr Feuer sehr lästig geworden war. Aber sie war bereits verschwunden. Darum schwankten sie rechts ab und gingen vermischt mit 115 und 117 weiter vor. In einer Lehmgrube südwestlich von Maurupt sammelten sie sich, um bei Hellwerden gegen Monton vorzugehen. Der Gegner flutete in Richtung Cheminin und erlitt hierbei starke Verluste durch das Maschinengewehrfeuer. Nachmittags des 21.9. gelang es, bereits im Begriffsteile einzurücken. Zur Verlängerung dieser Stellung nach Osten wurde noch das I. Btl. in den Birkengehölz südlich Monton lang. Hier etwa 100 Mann unseres Regiments, die unter den Befehl des Hptm. Haak von J.R. 117 traten. Aber auf das Grabenstich kam nach kurzer Zeit starkes Artilleriefeuer, das mit großer Genauigkeit gezielt war. Besonders ungemütlich waren die schweren Kaliber, die ununterbrochen dicht vor und hinter dem Graben einschlugen. Es waren Stunden harter Geduldsprobe und starker Anforderungen an die Nerven, die noch zitterten unter dem Eindruck der Greuel der Nacht. Gegen Abend traf der Befehl ein, daß das Regiment sich in der alten Stellung bei den Ziegeleien sammeln sollte. So wurden dann im Schutze der Dunkelheit die Höhen südlich von Maurupt geräumt. Sie waren die am weitesten nach Süden gelegene Stellung, die das Regiment im Verlaufe dieses Krieges inne hatte.

Der vierte und schwerste Tag der heißen Kämpfe an der Marne war zu Ende. Wieder war es gelungen, den Gegner trotz Übermacht und zäher Gegenwehr zu werfen. Eine glänzende Waffentat war vollbracht, der Weg an die Marne war erzwungen, der Feind in die Flucht, die Aussicht für weiteres Vordringen war nicht geringer als bisher. Die Gefechtsstärke der Kompagnien war freilich sehr gering geworden. 8 Offiziere, 531 Unteroffiziere und Mannschaften hatte das Regiment in den drei Tagen wieder verloren. Major von Alten, um dessen Person sich die heftige Fehde der französischen und deutschen Presse drehte, erhielt am 9. einen Kopfschuß und begab sich am folgenden Tage zur ärztlichen Behandlung nach Sermaize. Dort wurden ihm tags darauf durch einen Volltreffer beide Beine zerschmettert. Er geriet nach dem Rückzug ebenso wie Lt. Haagner den Franzosen in die Hände und starb. Die Haltlosigkeit der gegen ihn erhobenen Anschuldigungen kann von jedem Mitkämpfer bezeugt werden. Außerdem fanden ihr Grab an der Marne: Oberlt. Firmenich, Lt. Gösler, Keller, Nicolaus und Menge. Als Helden sind sie gefallen, zusammen mit einer großen Zahl wackerer Unteroffiziere und Mannschaften. Verwundet wurden Maj. Foller, Lt. Wolf, Bläs und Licht. An den Folgen seiner schweren Verwundung starb der Fahnenj. Klief. Besonders groß war die Zahl der Vermißten, 154 Mann. Eine Folge des unerwartet einsetzenden eiligen Rückzugs von der Marne, der es unmöglich machte, das Schlachtfeld genauer abzuschuchen und die vielen Schwerverwundeten bei dem Mangel an Fahrzeugen rechtzeitig von den Verbandplätzen abzufahren. Unter ihnen befand sich Lt. Theis, der Adjutant des I. Batls.“

Man begrub Otto Fischer auf einem Friedhof in Lorsch.

Die Todesanzeige für Otto Fischer im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Eduard Heyer

Der Soldat Eduard Heyer stammte aus Krofdorf, einem Ortsteil der hessischen Gemeinde Wettenberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Offizierstellvertreter bzw. Vizefeldwebel in der 12. Kompanie des 81. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 26.09.1914 fiel er während der Schlacht an der Marne bei Bois de Ville in Frankreich.

Man begrub Eduard Heyer auf dem Soldatenfriedhof Servon-Melzicourt in Block 4, Grab 334.

Die Todesanzeige für Eduard Heyer im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Ludwig Küspert

Der Soldat Ludwig Küspert (Verlustliste: Küßpert) stammte aus der hessischen Universitätsstadt Gießen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist und Musketier (Volksbund: Landwehrmann) in der 8. Kompanie des 116. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 06.10.1914 starb er nach schwerer Verwundung am 24.09.1914 bei Servon in einem Lazarett in der rheinland-pfälzischen Stadt Trier im Alter von 28 Jahren.

Über den Tag der schweren Verwundung von Ludwig Küspert berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Reserve-Infanterie-Regiments:

„24.09.1914 Morgens Befehl zum Erneuern des Angriffs. R.I.R. 116 auch in vorderster Linie. 12:00 Uhr soll ohne Rücksicht auf die Nachbarn angetreten werden. Sofort setzt heftiges feindliches Artilleriefeuer ein, I. gewinnt Gelände, II. nicht. Abends Befehl, nach Absuchen des Gefechtsfeldes in die alte Stellung zurückzugehen. Verluste: 8 Offiziere und Offizierstellvertreter. Gefallen Offz.Stellv. Ringen; verwundet Oblt. d. R. Ockel, Oblt. d. L. Sprengel, Lt. d. R. Stimmel, Schemenski, Offz.Stellv. Handwerk, Schürmann, Anton. Verluste an Unteroffizieren und Mannschaften: 30 tot, 104 verwundet. Die Gefechtsstärke des Regiments beträgt noch 15 Offiziere, 1094 Unteroffiziere und Mannschaften. Ausgerückt war das Regiment mit 71 Offizieren, 2852 Unteroffizierenund Mannschaften.“

Die Region, in der Ludwig Küspert schwer verwundet wurde:

Man begrub Ludwig Küspert auf dem Hauptfriedhof Trier Ruwerer Straße in Block G I, Grab 57.

Die Todesanzeige für Ludwig Küspert im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Philipp Amend

Der Soldat Philipp Amend wurde am 18.12.1880 in der hessischen Ortschaft Treis an der Lumda geboren, einem Stadtteil von Staufenberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 7. Kompanie des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 15.09.1914 fiel er im Alter von 32 Jahren an der Marne in Frankreich bei Cerney-en-Dormois.

Über den Todestag und die Todesumstände von Philipp Amend berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Am 15.9. 1° vorm. wird das Regiment alarmiert. Abmarsch 2° vorm. in Reihenfolge III., II., I. über Fontaine–Rouvroy nach der Straßengabel 1,5 km südwestl. Cernay-en-Dormois, wo selbst Aufstellung genommen wird. Das Regiment steht der 15. R.D. zur Verfügung. Von 7° vorm. ab liegt die Straße und das Gelände westlich davon unter heftigem Artilleriefeuer. II. und I. nehmen 11³⁰ vorm. Aufstellung nördlich der bewaldeten Höhe, westlich Höhe 155 (la Justice), etwa 1,8 km südwestl. Cernay. III. bleibt an der Straßengabel. 3° nachm. wird bei einem Erkundungsgang der Regiments-Führer, Oberstlt. Krause, schwer verwundet, der stellvertr. Regts.Adj. Lt. Vogt, fällt. Major Müller übernimmt die Führung des Regiments. Um 4° nachm. wird er von einer Abteilung Res.-Feld.Art. 15 dringend um Hilfe gebeten, weil deren rechte Flanke von vorgehender französischer Infanterie bedroht wird. Sofort wird die gerade eben von Bertrix eingetroffene 6. Komp. zum Schutze der Artillerie eingesetzt, der Rest des Bataillons nachgezogen. Die 5. Komp. verlängert die bald im Gefecht stehende 6. Komp. nach rechts, 7. und 8. Komp. bleiben mit zweiter Linie hinter den Flügeln. Die Stärke des Gegners von ein bis zwei Bataillonen veranlaßt auch den Einsatz von 7. und 8. Komp. I. wird herangezogen und verlängert mit 2. und 3. Komp. die Schützenlinie mit dem Befehl, die 191 (später Cherneux) nordwestlich vorgelagerte Höhe, die später Kellerhöhe genannt wurde, zu nehmen. I. wird hierbei von II. unterstützt. Bald darauf treten 1. und 3. Komp. in 191 ein, die anderen nehmen am Angriff teil. Von der genommenen Stellung wird starkes feindliches Artilleriefeuer eröffnet. Im weiteren Verlauf des Nachmittags erfolgt starker Angriff des französischen Gegners, der 191 nimmt. Nach Rückzug der deutschen Artilleriefeuer, aus der Etangschlucht förderndes und verlustbringendes Infanterieflankenfeuer. Trotzdem geht es ruhig vorwärts, auf 191 zu. Gegen Abend suchen von Maßiges aus starke französische Kräfte den rechten Flügel zu umfassen, das flankierende Feuer der Artillerie wird stärker, Unterstützungen für die geschwächten Bataillone treffen nicht ein. Das zur Verfügung der Brigade stehende III. kann nicht rechtzeitig erreicht werden, weil es offenbar dem Regiment zu melden – seinen Standort verlassen hat. I. und II. sehen sich daher unter dem starken Druck des Gegners gezwungen, in die Gräben am Abhang von Punkt 199 zurückzugehen. II. wird nordl. der Höhe in der Nacht gesammelt und bezieht den Westhang der Etangschlucht, I. hält und bleibt in den Gräben auf 199. Während des Tages fallen von Offizieren: Lt. Vogt, Lt. Winkler, Lt. Bär, Off.-Stellv. Hofmann, Off.-Stellv. Thorn. Verwundet werden Spth. Laubis, Lt. Meyer, sämtlich II. Von Unteroffizieren und Mannschaften des I. und II. fielen, vermittelt 56, (nachab alle gefallen, die später nach Erstürmung von Höhe 191 festgestellt wurde), verwundet 180. II. meldet 2 Tote und 12 Verwundete. Am Abend des 15.9. greift das II. außer dem Führer, Major Müller, und dem 3. Komp. um Abiturienten an. Nachdem Lt. Rühl über Offiziere mehr. Die Kompagnien werden von Rießfeldwebeln geführt. Am 16.9. 10 vorm. wird I. auf Höhe 199 abgelöst, II. verbleibt in seiner Stellung. I. wird rechts des II. rückwärts gestaffelt, im Grunde nördlich der Chaußion-Ferme aufgestellt. 7³⁰ nachm. rückt das Regiment auf Befehl der 15. R.D. nach Höhe 155 (la Justice), um die 22. Inf.-Brig. des VI. A.K. abzulösen. III. bezieht die Stellung westlich Punkt 150 an der Straße Cernay–Bille-sur–Tourbe (Brietterie), I. die Stellung an der Ostsee der bewaldeten Kuppe, westlich der Höhe 155, II. verbleibt in Reserve am Nordhang der bewaldeten Kuppe (Sargdebel) westlich 155 (Kreuzhügel). Am 18. 9. übernimmt Lt. Schäfer die Führung des II., während R. 17 unterstellt und löst ein Batl. dieses Regiments westlich Höhe 199 ab. Am 20. 9. 7³⁰ nachm. trifft die Meldung ein, daß feindliche Schützen gegen den rechten Flügel des II. vorgehen. Die in Reserve liegende 5. Komp. wird in die Stellung geschickt; vorgetriebene Kundschafter stellen jedoch fest, daß das Vorgelände vom Feinde frei ist. Trotzdem entwickelt sich gegen 12° nachts ein lebhaftes Feuergefecht, ein Angriff erfolgt jedoch nicht. Die dauernden Schwierigkeiten in der Verpflegung und die andauernd naße Witterung rufen zahlreiche Darmerleiden bei den Mannschaften hervor; die Stimmung leidet dadurch, das Aussehen der Leute wird schlechter, sich zusehends.“

Man begrub Philipp Amend auf dem Soldatenfriiedhof Servon-Melzicourt in einem Massengrab.

Die Todesanzeige für Philipp Amend im Gießener Anzeiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.910: Josef Bauer

Der Soldat Josef Bauer diente im Ersten Weltkrieg als Landwehrmann in der 12. Kompanie des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 08.03.1915 fiel er im Alter von 39 Jahren bei Sommepy-Tahure im Argonnenwald.

Über den Todestag und die Todesumstände von Josef Bauer berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:

„08.03.1915 In der Nacht vom 7./8.3. wurden die Verbände neu geordnet. Die ganze 1. Kompanie wurde in dem wichtigen Westgraben eingesetzt. Beim Sammeln dieser Kompanie erwarb sich nach der Verwundung der beiden Offiziere, Oberleutnant Emminger und Leutnant Fräßdorf, der Unteroffizier Huber besondere Verdienste. Eine Kompanie des I./ Landwehr-Infanterie-Regiment 1 hatte den Verbindungsgraben zu der Stellung dieses Regiments zu besetzen. 2. Kompanie, die sehr gelitten hatte, wurde zur Reserve des Regiments-Kommandeurs, die bisher nur aus der 6. Kompanie bestand, zurückgenommen. Es war unmöglich, die Bataillons-Verbände wieder herzustellen. Es mussten daher Kampfgruppen gebildet werden.

Am 08.03. morgens war der Angriff gegen den eingedrungenen Feind fortzusetzen, da ein Einnisten des Feindes im Fingerwalde zu einer fortwährenden Bedrohung dieses wichtigen Flügelstützpunktes der Champagnefront geführt haben würde. Es wurden drei Kampfgruppen gebildet. Eine Verteidigungsgruppe unter Major Kehl – 1., 3., 4., 8., 11. und 9. Kompanie – hatte die aus dem Westgraben, dem neuen Kampfgraben und dem vom Landwehr-Infanterie-Regiment 116 übernommenen Kompanie-Abschnitt bestehende Stellung zu halten. Eine rechte Angriffsgruppe unter Major Benz – 5. und 10. Kompanie – sollte rechts, eine links unter Hauptmann Klein – 7. und 12. Kompanie – links den Angriff vortragen. Der Angriff sollte 6.00 Uhr morgens beginnen, unsere Artillerie ihn durch ihr Feuer auf die Fingerspitze und die feindliche Stellung südlich des Finger vorbereiten. I./Landwehr-Infanterie-Regiment 1 erhielt den Befehl, bis 3 Uhr morgens mit drei Kompanien bei der Regiments-Reserve am Steilhang einzutreffen.

Von 6 Uhr morgens an lag schweres Artilleriefeuer auf dem neuen Kampfgraben, den von ihm zurückführenden Verbindungsgräben und auf den Unterständen am Steilhang. Eine Anzahl dieser Unterstände wurde zertrümmert, unter ihnen der neben dem Regiments-Gefechts-Stand liegende Verbandraum. Die Verluste der Regiments-Reserve wurde sehr erheblich. Die Fernsprechleitungen zu dem Kampfgraben wurden sechsmal zerschossen, aber immer wieder durch die tapferen Störungssucher dank der Tatkraft des Fernsprechführers beim Regiments-Stab, Unteroffizier Fröhlich, hergestellt. Meldegänger des Regiments-Stabs kehrten nicht zurück und wurden in den Verbindungsgräben tot aufgefunden. Nachgesandte Meldegänger nahmen die blutigen Meldekarten den Toten aus der Hand und beförderten sie an ihre Empfangsstellen.

Trotz des starken feindlichen Feuers brach unser Gegenangriff los. Von der rechten Angriffsgruppe entwickelte 6 Uhr morgens die 10. Kompanie rechts, die 5. Kompanie links vor dem Hinderniss des neuen Kampfgrabens. Der 5. Kompanie folgte ein Zug des Leutnant Schroll als Unterstützung. Diese Entwicklung wurde sofort vom Feinde bemerkt und sowohl aus dem Graben am Südrande des Waldes als auch aus dem rechten Laufgraben mit Infanterie- und MG-Feuer beschossen. Trotzdem stürmten unsere Kompanien vor. Bald aber suchten die Leute vor dem feindlichen Feuer Deckung in den Granatlöchern. Leutnant Schroll hatte sich mit seinem Unterstützungszug nach rechts gezogen. Er trat aus dem Westrande des Waldes heraus, stürzte im feindlichen Feuer entlang dieses Waldrandes vorwärts und drang mit einem Teil seines Zuges in die an der Straße Souain – Perthes gelegene Sturm-Ausgangsstellung des Feindes ein. Er wird seitedem vermisst. Vermutlich hat er in der feindlichen Stellung den Heldentod gefunden. (Leiche wurde später gefunden. Leutnant Konrad Schroll, gefallen am 08.03.1915 bei Souain, begraben auf dem Soldatenfriedhof Souain in einem Massengrab) Auch den tapferen Führer der 10. kompanie, Oberleutnant Meyer, der seit diesem Angriff vermisst wird, wird im Fingerwalde das gleiche Schicksal erreicht haben. Der Führer der 5. Kompanie, Hauptmann pausch, blieb verwundet in einem Granatloch liegen, konnte aber nachts in unsere Stellung zurückkehren.

nach dem Scheitern des Angriffs an unserem rechten Flügel setzte der Feind zum Gegenangriff an. Unter dem Feuer unserer in den Granatlöchern eingenisteten Schützen kam er aber im Walde nicht vor. Bei seiner Abwehr zeichnete sich besonders Offiziers-Stellvertreter Zöpfl und Unteroffizier Bastian der 10. Kompanie aus. Wohl aber gelang es ihm westlich des Waldes einen alten Graben, der senkrecht zu dem Waldrande und fast in der Verlängerung unseres neuen Kampfgrabens lag, zu erreichen und sich in ihm einzunisten. Dieser Teil des Feindes wurde später durch Präzisionsfeuer unserer 21 cm-Mörder vernichtet. Dieses Feuer wurde bis zur Erreichung dieses Ergebnisses fortgesetzt, obwohl auch unsere Besatzung des rechten Flügels des neuen Kampfgrabens stark unter der Splitterwirkung der eigenen Granaten zu leiden hatte.

Noch mehrere andere an diesem Tage von unserem rechten Flügel aus angesetzte Angriffe gegen den in die Fingerspitze eingedrungenen Feind, so auch ein Angriffsversuch der 4. Kompanie/Landwehr-Infanterie-Regiment 1 unter ihrem energischen Führer, Oberleutnant Zettner, kamen über die ersten Anfänge nicht hinaus. Der Regiments-Kommandeur begab sich im heftigsten feindlichen Artilleriefeuer an den rechten Flügel des neuen Kampfgrabens und stellte von dem rechten Verbindungsgraben zum Fingergraben aus fest, dass der Feind sich im Fingerwald so stark eingenistet hatte, dass nur ein durch zusammengefasstes Artilleriefeuer vorbereiteter Angriff frischer Truppen hier Erfolg haben konnte. Der Feind hatte die in der Fingerspitze gewonnene neue Stellung durch spanische Reiter geschützt und sie mit einem Laufgraben zu seiner Sturmausgangsstellung verbunden.

Am linken Flügel befahl Hauptmann Klein, dass 6 Uhr morgens die 12. Kompanie rechts vom linken Verbindungsgraben, die 7. Kompanie mit 1 Zug links von diesem gegen die Südstellung vorzugehen, mit 2 Zügen zum Angriff der 12. Kompanie rechts gestaffelt zu folgen habe. Leutnant Tillmanns der 7. Kompanie drang in unsere alte Stellung am Birkenwäldchen, die nachts auf Befehl des Major Kehl von der 3. Kompanie geräumt worden war, ein und behauptete sich dort. Die 12. Kompanie, deren tapferer Führer, Hauptmann Stillkrauth, gleich beim Ansetzen zum Sturm schwer verwundet wurde, gewann den vorderen Kampfgraben westlich vom linken Verbindungsgraben. Die Züge des Leutnants Specht und Trenkle der 7. Kompanie griffen noch weiter westlich an, brachen aber im feindlichen Feuer zusammen. Leutnant Specht fiel dicht vor dem vom Feinde besetzten Graben (Leutnant Hermann Specht, gefallen am 08.03.1915 bei Souain, begraben auf dem Soldatenfriedhof Souain in einem Massengrab), Leutnant Trenkle wird hier gleichfalls den Heldentod gefunden haben (Leutnant Theobald Trenkle, gefallen am 08.03.1915 bei Souain, begraben auf dem Soldatenfriedhof Souain in einem Massengrab), ebenso wie Offiziers-Stellvertreter von Hößlein, die seitdem vermisst werden. Leutnant Käsbauer der 12. Kompanie arbeitete sich mit einem Teil dieser Kompanie, wirksam unterstützt durch den Pionier-Handgranatentrupp unter Leutnant Dex, langsam im Südostgraben nach Westen vor. Als die Handgranaten ausgegangen waren, kam das Vordringen zum Stehen. Der zurückgewonnene Teil der Stellung blieb aber unter der tatkräftigen Führung der Leutnante Tillmanns und Käsbauer besetzt.“

Man begrub Josef Bauer auf dem Soldatenfriedhof Souain in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde in Bad Kohlgrub gedenkt Josef Bauer noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/bad-kohlgrub_kirche_lk-garmisch-partenkirchen_1870_wk1_wk2_bay.html

Sterbebild von Josef Bauer
Rückseite des Sterbebildes von Josef Bauer

Sonderbeitrag: Der Lehrer Adolf Becker

Der Soldat Adolf Becker wurde am 21.07.1884 in der hessischen Universitätsstadt Gießen geboren und war Oberlehrer an der Cecilienschule in Bielefeld (heute: Ceciliengymnasium Bielefeld) (Nordrhein-Westfalen). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant der Reserve in der 8. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 09.09.1914 fiel er während der Schlacht an der Marne bei Vítry-le-Francois. Adolf Becker wurde 30 Jahre alt.

Über den Todestag und die Todesumstände von Adolf Becker berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Kandwehr-Infanterie-Regiments:

Strahlend geht die Sonne am 9.9. auf. Schon am frühen Morgen greift der Gegner mit Energie aus Château Raould, Château Beaucamp und den Waldstücken westlich davon an; er wird vom Regiment, das durch vier sächsische M.G. verstärkt ist, abgewiesen und geht fluchtartig zurück. Nunmehr setzt das Artilleriefeuer unter Leitung durch Flieger mit verstärkter Heftigkeit ein; wieder, wie auch am Vortage, müssen Teile von der Höhe in Deckung genommen werden. Am Nachmittag nimmt das feindliche Artilleriefeuer noch an Stärke zu; das Regiment hält in guter Disziplin aus, obwohl stärkere Verluste eintreten. Weitere Vorstöße des Gegners bleiben ohne Erfolg.

Um 3° nachm. erreicht die Schlacht ihren Höhepunkt, das Vorgehen der Deutschen beginnt. Als die Sonne sinkt, ist der linke Flügel der französischen Armee bei Sumbauville umfasst; VIII. A.K. und VIII. R.K. rücken von Vitry auf St. Rémy vor; das große Tor zum deutschen Durchbruch ist geöffnet, der Sieg winkt. Aber die deutsche 4. Armee darf nicht mehr darangreifen, auch sie hat der Rückzugsbefehl erreicht.

Am Abend des 9.9. trifft für das Regiment wie auch für die Sachsen der Rückzugsbefehl ein; nach Einbruch der Dunkelheit beginnt die Bewegung. Das Regiment deckt die zurückgehende Artillerie; III. nimmt 10° abends eine Aufnahmestellung an Höhe 186, am Morgen gegen 5° erfolgt diese bei Zahl 129 ein. Ein Nachdrängen des Gegners erfolgt nicht. Nordöstlich Höhe 165, das am 10. abgebrochen wird, um die Vereinigung mit der eigenen Brigade zu vollziehen.

Die Lage des Grabes von Adolf Becker ist unbekannt. Vermutlich wurde er anonym in einem Massengrab auf dem rund 50 Kilometer entfernten Soldatenfriedhof Connantre beigesetzt, wo man in der Regel die Gefallenen der Sterberegion von Adolf Becker begrub.

In Bielefeld gedenkt man Adolf Becker noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/bielefeld_wk1u2_nrw.htm

Die Todesanzeige für Adolf Becker im Gießener Anzeiger

Gefallene Soldaten aus Mittelhessen: Curt Kaufmann

Der Soldat Curt Kaufmann stammte aus der hessischen Stadt Gießen und war von Beruf Rechtsanwalt in einer eigenen Kanzlei (Rechtsanwaltskanzlei Justizrat Hermann Katz und Carl Kaufmann), zusammen mit Justitzrat Hermann Katz. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Feldwebelleutnant in der 8. Kompanie des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 09.09.1914 fiel er im Alter von 39 Jahren während der Schlacht an der Marne.

Über den Todestag und die Todesumstände von Curt Kaufmann berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Strahlend geht die Sonne am 09.09.1914 auf. Schon am frühen Morgen greift der Gegner mit Energie aus Châtel Raould, Château Beaucamp und den Waldstücken westlich davon an; er wird vom Regiment, das durch vier sächsische Maschinengewehre verstärkt ist, abgewiesen und geht fluchtartig zurück. Nunmehr setzt das Artilleriefeuer unter Leitung durch Flieger mit verstärkter Heftigkeit ein; wieder, wie auch am Vortage, müssen Teile von der Höhe in Deckung genommen werden. Am Nachmittag nimmt das feindliche Artilleriefeuer noch an Stärke zu; das Regiment hält in guter Disziplin aus, obwohl stärkere Veruste eintreten. Weitere Vorstöße des Gegners bleiben ohne Erfolg.

Um 3 Uhr nachmittags erreicht die Schlacht ihren Höhepunkt, das Vorgehen der Deutschen beginnt. Als die Sonne sinkt, ist der linke Flügel der französischen Armee bei Humbauville umfasst; VIII. Armee-Korps und VIII. Reserve-Korps rückt von Vitry auf St. Rémy vor; das große Tor zum deutschen Durchbruch ist geöffnet, der Sieg winkt. Aber die deutsche 4. Armee darf nicht mehr darnach greifen, auch sie hat der Rückzugsbefehl erreicht.

Am Abend des 09.09. trifft für das Regiment wie auch für die Sachsen der Rückzugsbefehl ein; nach Einbruch der Dunkelheit beginnt die Bewegung. Das Regiment deckt die zurückgehende Artillerie; III. nimmt 10 Uhr abends eine Aufnahmestellung an Höhe 186, am Morgen gegen 5 Uhr eine solche bei der Zahl 129 ein.“

Man begrub Curt Kaufmann auf dem Soldatenfriedhof Vitry-le-Francois in Block A, Grab 4.

Todesanzeige des Männer-Turnvereins Gießen für Curt Kaufmann im Gießener Anzeiger vom 23.09.1914
Todesanzeige der Rechtsanwaltskanzlei Justizrat Hermann Katz und Carl Kaufmann für Curt Kaufmann im Gießener Anzeiger vom 23.09.1914
Todesanzeige für Curt Kaufmann im Gießener Anzeiger vom 23.09.1914

Gefallene Soldaten aus Mittelhessen: Julius Menges

Der Soldat Julius Menges stammte aus der hessischen Ortschaft Großen-Linden, einem Ortsteil der Stadt Linden, und war Zigarrenfabrikant. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant der Reserve (Verlustliste: Vizefeldwebel) in der 1. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 10.09.1914 fiel er während der Schlacht an der Marne im Alter von 24 Jahren bei Maurupt-le-Montois an der Marne.

Die Lage des Grabes von Julius Menges ist unbekannt.

Todesanzeige für Julius Menges im Gießener Anzeiger vom 30.09.1914
Nachruf auf Julius Menges im Gießener Anzeiger vom 01.10.1914