Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.759: Josef Rosenheimer

Der Soldat Josef Rosenheimer stammte aus der bayerischen Gemeinde Massing und war Konditor. Im Ersten Weltkrieg diente er als Reservist und Krankenträger  in der 6. bayerischen Reserve-Sanitäts-Kompanie. Am 02.10.1916 fiel er bei Le Barque im Alter von 29 Jahren durch Brustschuss bei der Bergung eines Kameraden.

Man begrub Josef Rosenheimer auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Sterbebild von Josef Rosenheimer
Rückseite des Sterbebildes von Josef Rosenheimer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.757: Johann Wenzl

Der Soldat Johann Wenzl stammte aus Reschau, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Ruhstorf an der Rott, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 9. Kompanie des 12. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 29.06.1916 fiel er im Alter von 20 Jahren während der Schlacht um Verdun bei den Kämpfen auf Kalter Erde und bei Fleury-devant-Douaumont.

Für Johann Wenzl ist offiziell keine Grablage bekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass seine Gebeine, wenn sie bis heute geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville beigesetzt wurden, wo man auch seine Regimentskameraden der 9. Kompanie begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Infanterist Nikolaus Berchtold, gefallen am 28.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Landsturmmann Gustav Abrell, gefallen am 27.06.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Landsturmmann Georg Rendle, gefallen am 29.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  • Infanterist Max Schwiebacher, gefallen am 27.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Johann Wenzl
Rückseite des Sterbebildes von Johann Wenzl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.751: Anton Moser

Der Soldat Anton Moser stammte aus Raitenhaslach, einem Stadtteil der bayerischen Stadt Burghausen, und war der Sohn eines Krämers. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 12. Kompanie des 3. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 19.02.1916 fiel er im Alter von 24 Jahren bei den Kämpfen im Artois in der Nähe von Arras durch ein Artilleriegeschoss.

Man begrub Anton Moser auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Sterbebild von Anton Moser
Rückseite des Sterbebildes von Anton Moser

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.747: Michael Aigner

Der Soldat Michael Aigner stammte aus Geroling, einem Ortsteil der bayerischen gemeinde Tettenweis, Er war Besitzer des Schnitzergutes von Geroling. Im Ersten Weltkrieg diente er als Wehrmann in der Maschinengewehr-Kompanie des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 07.03.1915 fiel er während der Winterschlacht in der Champagne im Alter von 33 Jahren bei Souain-Perthes-lès-Hurlus an der Marne durch einen Granattreffer.

Über den Todestag und die Todesumstände von Michael Aigner berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Am Morgen des 07.03. setzte schwerstes Artilleriefeuer gegen unseren Kampfgraben am Südrande des Fingerwaldes, die Laufgräben und die Reservestellung am Steilhang ein. I. Bataillon war Kampfbataillon, 9. Kompanie schloss sich ihm links in der vom Landwehr-Infanterie-Regiment 116 übernommenen Stellung an. Auf die Meldung, dass der Feind 7.30 Uhr morgens seine vordersten Gräben stark besetzte, wurde unsere Artillerie ersucht, ihr Vernichtungsfeuer auf diese Gräben zu legen. 9.50 Uhr vormittags sprang die feindliche Infanterie aus ihren Gräben vor, wurde aber durch unser Infanteriefeuer in sie zurückgetrieben. Eine Viertelstunde später missglückte ihr Sturmanlauf in der gleichen Weise. Hierauf zog der Feind seine Sturmtruppen aus seinen vordersten Gräben zurück und richtete von neuem ein Zerstörungsfruer von furchtbarer Wirkung auf unseren vordersten Kampfgraben. Um 11 Uhr vormittags wurde von dem Beobachtungsstand der Batterie Oster, die nördlich des Finger stand, gemeldet, der Feind verlasse zu Hunderten seinen Graben und dringe in die Westspitze des Fingerwaldes ein.

Die Regimentsreserve im Bayernlager, Bataillonsstab III, 10. und 12. Kompanie, wurden hierauf alarmiert, nach der Fingerstellung in Marsch gesetzt und dem Kommandeur des I. Bataillons zur Verfügung gestellt. Dieser wurde beauftragt, den in den Fingerwald vorgedrungenen Feind wieder hinauszuwerfen; ½ Reserve-Pionier-Kompanie 55 sollte hierbei mitwirken. Auf Antrag des Regimentskommandeures wurde die Brigade-Reserve – 11. Kompanie – von Somme-Py nach der Fingerstellung gesandt, die Divisionsreserve II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 und I./Landwehr-Infanterie-Regiment 1 in das Bayernlager gezogen.

Ein starkes Artilleriefeuer lag auf dem Bayernlager und dem Gelände zwischen ihm und der Stellung. Alle Fernsprechverbindungen mit der Stellung und der Artillerie waren zerstört, Meldeverbindungen durch Posten wurden gelegt.

Nachdem die 2.30 Uhr nachmittags im Bayernlager eingetroffenen Bataillone der Divisions-Reserve sich verpflegt hatten, marschiere der Regimentskommandeur mit ihnen und dem Rest der Pionier-Kompanie 55 gegen den Fingerwald vor. Es gelang mit der Marschkolonne den Granateinschlägen derart auszuweichen, dass die Truppe ohne Verluste ihr Ziel erreichte. II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 nebst Pionieren unter Führung von Hauptmann Klein – Oberstleutnant Reck hatte eine besondere Verwednung in der Division – wurde in die Reservestellung am Steilhang vorgeführt, während I./Landwehr-Infanterie-Reguiment 1 in dem Waldgelände zwischen Straße Tahure – Souain und dem Steilhang bereitgestellt wurde.

Inzwischen war der in den Südgraben bei der Fingerspitze eingebrochene Feind entlang der beiden Verbindungsgräben gegen den neuen Kampfgraben vorgedrungen, durch zwei an der Einmündung des rechten Verbindungsgrabens aufgestellte Maschinengewehre aber abgewiesen worden. Unteroffizier Johann Windisch der Maschinengewehr-Kompanie hatte selbsttätig diese beiden Gewehre an dieser für die Abwehr wichtigen Stelle gerade noch im entscheidenden Augenblick eingesetzt. Der in der Stärke von 2 – 300 Mann bereits auf 15 Meter an den Kampfgraben herangekommene Feind wurde durch das Maschinengewehrfeuer aufgerieben. Während der rechte Teil des am Südrande des Fingerwaldes gelegenen, alten Kampfgrabens in die Hand des Feindes gefallen war, war es dem linken Flügel des I. Bataillons unter der entschlossenen Führung des mit dem Unterstützungszug der 3. Kompanie entwickelt quer durch den Wald vorgeeilten Oberleutnant Grosselfinger gelungen, dem Feinde hier das Vordringen in dem Graben und das Vorbrechen aus seiner Stellung am Birkenwäldchen zu verwehren. Wirksam wurde er dabei durch die links von ihm in Stellung befindliche 9. Kompanie unter Oberleutnant Voigt unterstützt.

In der Erkenntnis, dass nur rasches Handeln zum Ziel führen könne, hatte Major Kehl alsbald nach dem Eindringen des Feindes in den Wald der 2/3 1. Kompanie, deren eines Drittel den Westgraben besetzt hielt, befohlen, den längs des linken Verbindungsgrabens vorgegangenen Feind zu vertreiben. Die kompanie kam beim Vorgehen im feindlichen Feuer zum Teil zu weit links und in die Stellung der 9. Kompanie hinein. Mit einem Teil unter ihrem mutigen Kompanieführer Oberleutnant Emminger, konnte sie mitwirken, um den Feind bei der Einmündung des linken Verbindungsgrabens in den neuen Kampfgraben daran zu hindern, in diesen einzudringen. Oberleutnant Emminger wurde hierbei verwundet, bald darauf auch Leutnant Fräßdorf, der entschlossen die Führung der Kompanie in die Hand genommen hatte.

Nach Eintreffen der Regiments-Reserve  setzte Major Kehl diese in der Weise zum Angriff an, dass 10. Kompanie entlang des rechten Verbindungsgrabens vorgehen und die Fingerspitze wieder nehmen, 12. Kompanie nebst einem Pioniertrupp unter Leutnant Grieshaber mit der 1. Kompanie zusammenwirken sollte, um den linken Verbindungsgraben wieder in die Hand zu bekommen. Die 10. Kompanie konnte über den neuen Kampfgraben nicht vordringen; die 12. Kompanie geriet bei der Entwicklung aus ihm heraus im Hindernis in Unordnung und kam auf dem Waldhange in schweres Artilleriefeuer. Im Infanteriefuer mit „Marsch Marsch“ wurde vorgestürzt und der untere Teil des linken Verbindungsgrabens zum Südgraben erreicht. Im Graben entstand ein Feuerkampf auf nächster Entfernung. Leutnant Grieshaber trieb den Feind mit seinem Pionier-Handgranatentrupp eine Strecke weit zurück. Als dieser tapfere Führer gefallen war und die Handgranaten ausgingen, schloss man sich mit einer Sandsackbarrikade gegen den Feind ab. Unteroffizier Michael Knopf der 12. Kompanie übernahm hier die Führung. Er feuerte durch glänzendes Beispiel von Tapferkeit seine Umgebung zum Standhalten an und Verteidigte allen Anstürmen zum Trotz diese wichtige Sperre, stieß sodann mit seinen Leuten dem weichenden Feinde nach und verleidete ihm das Wiederkommen.

Der Regimentskommandeur traf 5 Uhr nachmittags mit dem II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 am Steilhang ein. Er setzte zum Gegenangriff eine rechte Angriffsgruppe unter Major Benz mit 10., 11. und 8. Kompanie und 1 Pionier-Zug unter Leutnant Gogl ein und eine linke Angriffsgruppe unter Hauptmann Klein mu 2/3 5., 7., 12. Kompanie und 1 Pionier-Zug unter Leutnant Mühl. Umfassend sollte entlang der beiden Verbindungsgräben gegen den in den Wald eingedrungenen Feind zusammengewirkt werden, die rechte Flügelgruppe sollte mit ihrem rechten Flügel hierzu am westlichen Waldrande vorgehen. Zur Unterstützung dieses Angriffs wurde Artilleriefeuer gegen die Fingerspitze und auf die feindliche Stellung südlich des Fingerwaldes angefordert.

In der Abenddämmerung brachen von der rechten Gruppe die 8. und 11. Kompanie vor. Der Sturmanlauf der 11. Kompanie wurde von dem feindlichen Infanteriefeuer, das vom rechten Verbindungsgraben her kam, gefasst. Der tapfere Kompanieführer, Hauptmann Ulrich, wurde schwer verwundet. Bald darauf fand Leutnant Kerler den Heldentod. Der linke Flügel der Kompanie warf sich in den vom Feinde besetzten rechten Verbindungsgraben. Beim Sprung in den Graben fiel der seinen Leuten voranstürmende Leutnant Schuckmann. Seine letzten Worte waren: „Da haben wir unseren Erfolg!“ Von den Leuten der 11. Kompanie wurde der Feind in dem Graben allmählich zurückgedrängt. Die 8. Kompanie war der 11. rechts gestaffelt gefolgt. Als der Sturmanlauf der Kompanie nach der Verwundung ihres Führers, Hauptmann Wirth, zusammenzubrechen drohte, riss Leutnant Emrich mit seinem Unterstützungszug die vorderste Linie mit sich fort und blieb im Vorgehen, obwohl er verwundet wurde. In der Dunkelheit kam er zu weit nach links und gelangte in den rechten Verbindungsgraben. Hier kämpfte Leutnant Prähuber der 5. Kompanie, der sich aus freien Stücken mit wagemutigen Leuten von der Besatzung des zweiten Kampfgrabens dem Angriff angeschlossen hatte, mit Teilen der 11. Kompanie zusammen. Leutnant Gogl war mit einem Teil der Pioniere zu ihm gestoßen. Die beiden Offiziere trieben den Feind zurück, wobei Leutnant Gogl schwer verwundet wurde. Nach Eintreffen des Leutnant Emrich wurde das Vordringen in dem Verbindungsgraben über seine Gabelung hinaus fortgesetzt. Leutnant Emrich drang in der rechten, Leutnant Prähuber in der linken Abzweigung vor, bis Leutnant Emreich durch Blutverlust geschwächt zusammenbrach und Leutnant Prähuber ebenfalls verwundet wurde. Die Mannschaften gingen nun führerlos in den neuen Kampfgraben zurück.

Beim Vorgehen der linken Angriffsgruppe, 7. und 2/3 5. Kompanie, war die letztere abgerissen und gelangte mit einem Teile an den rechten Flügel. Die 7. Kompanie unterstützte die entlang des linken Verbindungsgrabens vorgehende 12. Kompanie bei ihrem Vordringen gegen den Südgraben. Dieser wurde nahezu erreicht.“

Man begrub Michael Aigner auf dem Soldatenfriedhof Souain in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Tettenweis gedenkt Michael Aigner noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/tettenweis_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Michael Aigner
Rückseite des Sterbebildes von Michael Aigner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.742: Alois Maier

Der Soldat Alois Maier stammte aus Schlapping, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Simbach bei Landau, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 6. Batterie des 2. bayerischen Fußartillerie-Regiments. Am 23.04.1916 fiel er während der Schlacht um Verdun im Alter von 23 Jahren im Wald von Béthincourt durch die Verwundung durch ein Artillerie-Geschoss.

Offiziell ist für Alois Maier keine Grablage bekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass seine Gebeine, wenn nach dem Artillerie-Treffer noch etwas davon übrig war, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye beigesetzt wurden, wo man auch seinen Kameraden von der 6. Batterie, Heinrich Drackert, begrub, der ebenfalls am 23.04.1916 fiel.

Sterbebild von Alois Maier
Rückseite des Sterbebildes von Alois Maier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.741: Xaver Bachmeier

Der Soldat Xaver Bachmeier wurde am 17.12.1891 in Reicheneibach, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Gangkofen, als Sohn eines Tagelöhners (Söldnerssohn) geboren, und lebte in Schaufl. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Ersatz-Reservist in der 5. Kompanie des 16. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments, in dem auch der spätere Diktator und Massenmörder Adolf Hitler diente. Am 11.10.1916 fiel er im Alter von 24 Jahren während der Schlacht an der Somme bei Barque, einem Ortsteil der französischen Gemeinde Ligny-Thilloy. Vier Tage zuvor war Adolf Hilter an gleicher Stelle verwundet worden.

Über den Todestag und die Todesumstände von Xaver Bachmeier berichtet die Regimentsgeschichte des 16. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„So kam der 11. Oktober heran. Nach einer ruhigen Nacht begann um 9.30 Uhr vormittag heftiges feindliches Artilleriefeuer, zum Teil mit schwersten Kalibern, vor allem auf Luisenhofriegel, Le Barque und Hintergelände. Es flaute vorübergehend ab und steigerte sich wieder zu größter Heftigkeit. Besonders lästig waren die feindlichen Flieger, die durch Hupen und Hornsignale allerhand Zeichen gaben und tief fliegend unsere Gräben mit Maschinengewehren beschossen. Das Artilleriefeuer war begleitet von Minenwerfern und zwei unheimlichen flankierenden Grabengeschützen, unter denen besonders die 7. Kompanie zu leiden hatte. Da Angriffsabsichten vermutet wurden, so mussten die völlig erschöpften Kompanien, die vor noch nicht 24 Stunden zurückgenommen worden waren, wieder nach vorne befohlen werden: „5. Kompanie schiebt in die vordere Linie ein, 4. Kompanie bezieht die bisherigen Unterstände der 5. Kompanie (hinter Spatnyriegel), Infanterie-Pionier-Kompanie ist an Stelle der 4. Kompanie in den Luisenhofriegel zu verschieben. 8. Kompanie besetzt den Le Barque-Riegel mit drei Maschinengewehren.“ In Ausführung dieses Befehls kamen 4. und 5. Kompanie in schweres Feuer und wurden größtenteils versprengt. Von 4.30 Uhr – 4.45 Uhr war ein besonders starker Feuerüberfall, der sich zum Trommelfeuer steigerte und auf vorderer Linie, Luisenhofriegel und Le Barque lag. Um 5 Uhr nachmittag begann das feindliche Feuer anzuflauen, die Stellung, vor allem der östliche Teil des Spatnyriegels und die Verbindungswege hatten schwer gelitten.

Ein feindlicher Angriff war nicht erfolgt, doch musste aus dem Verhalten der englischen Artillerie geschlossen werden, dass für den nächsten Tag einer bevorstand. Was hatte das Regiment dem drohenden Sturm entgegenzustellen! Einige hundert Gewehre und 18 Maschinengewehre, verteilt auf einen Raum von 1.000 Meter Breite und 1.500 Meter Tiefe. So stand das Schicksal der Schlacht auf einigen Häuflein von Kriegern, die in der furchtbaren Wüste des Schlachtfeldes verstreut lagen. Der Stoß englischer Divisionen traf auf Männer, die seit Tagen ohne richtigen Schlaf, geschwächt von Durchfall, die körperlich und seelisch überanstrengt, zermürbt, erledigt waren. Menschenmögliches war geleistet worden, Unmögliches wurde verlangt. Kein Kompanieführer konnte mehr die Verantwortung für die Verteidigung der Stellung übernehmen. Jede Meldung der vorderen Linie besagte dies aufs neue, in militärisch sachlicher Kürze oder in bitteren Worten, wie die überreizten Nerven der Offiziere sei eingaben. Der verantwortliche Kommandeur der vorderen Linie, Major Leeb, gab den allgemeinen Eindruck der Lage wieder in einer Meldung um 5.30 Uhr nachmittags: „Ich beantrage, dass für die Nacht rechtzeitig frische Verstärkung herangezogen werden, da sonst der Stellung unvermeidlich.“

Und dabei keine Aussicht auf unmittelbare Ablösung, kein Einschieben frischer Kräfte in unsere Linien, die wenigstens einen kleinen moralischen Halt gegeben hätten. Jede Botte um Ablösung oder wenigstens Unterstützung wurde von den höheren Kommandobehörden schweren Herzens, aus Gründen eiserner Notwendigkeit abgelehnt. Zwar standen schon frische Regimenter hinter uns; sie durften um keine Stunde früher eingesetzt werden, als es dem Ablösungsplan der gewaltigen Schlacht entsprach. Denn jeder zu frühe Einsatz konnte bei dem Mangel an Ablösungsdivisionen verhängnisvoll werden. Niemals im ganzen Verlauf des langen Krieges ist unserem Regiment der Verzweiflungskampf unseres Heeres gegen die Übermacht einer Welt schonungsloser vor Augen gerückt worden als an der Somme. So verbluteten vorne die Reste einst stolzer Regimenter und ihr Hilferuf verhallte ungehört. Es war Niebelungennot und Niebelungengröße.

Schweren Herzens entschloss sich der Regimentskommandeur die wenigen Reserven, die ihm noch geblieben waren, aus Bapaume wieder nach vorne zu holen. Kurz vor Mitternacht erging der Befehl an den Führer der 3. Kompanie, sich mit den Resten der 1. und 3. Kompanie auf der Regiments-Befehlsstelle zu melden. Es kamen an ein Gefreiter und 7 Mann. Alles andere war krank und gefechtsunfähig. Der Gefreite war der Gefreite Windisch der 1. Kompanie, die Namen der sieben wackeren Männer sind in den Akten des Regiments nicht aufgezeichnet. Dass diese 8 Mann vorne in dieser Hölle wirklich ankamen, das war Heldentum der Pflichterfüllung, das verdient, der Vergessenheit entrissen zu werden.

An dieser Stelle sei auch eines anderen ergreifenden Zeichens stillen und selbstverständlichen Heldentums gedacht, dessen Träger zwar nicht im Verbande, wohl aber im Abschnitt des Regiments kämpften. Am 12. Oktober um 10 Uhr nachts, nachdem der Angriff abgeschlagen und das Regiment schon in Ablösung begriffen war, kam ein Mann mit nachstehender Meldung, die mit ungelenken Zügen auf einem dem Notizbuch entrissenen Blatt stand: „Soeben erhalte ich die Meldung, dass sämtliche drei Gewehre, welche rechts von mir standen, mit der vollen Bedienung, soweit sie noch vorhanden war, sowie unser Truppenführer, Vizefeldwebel Greif, verschüttet sind. Vorhanden sind noch von den in Stellung gegangenen fünf Gewehren mit einer Kopfzahl von 32 Mann: 2 Gewehre, 1 Gefreiter und 8 Mann. Wir befinden uns bereits seit 6 Tagen in Stellung, wissen aber heute noch nicht, zu welcher Formation wir gehören. Bitte gehorsamst um Bescheid, welche Maßnahmen ich treffen soll. Maschinengewehr-Trupp beim Generalkommando IV. Armeekorps in Harrincourt. Gefreiter Stirius.“ Wie viele vergessene Helden mögen auf dem Schlachtfeld der Somme ihre Pflichttreue mit dem Tode besiegelt haben.“

Man begrub Xaver Bachmeier (Volksbund: Bachmaier) auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Sterbebild von Xaver Bachmeier
Rückseite des Sterbebildes von Xaver Bachmeier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.738: Georg Berninger

Der Soldat Georg Berninger wurde am 01.04.1892 in der bayerischen Gemeinde Rannungen geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 8. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 06.09.1916 fiel er im Alter von 24 Jahren während der Schlacht um Verdun bei der Souville-Schlucht durch einen Kopfschuss.

Man begrub Georg Berninger auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Rannungen gedenkt Georg Berninger noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2017/rannungen_lk-bad-kissingen_bay.html

Sterbebild von Georg Berninger
Rückseite des Sterbebildes von Georg Berninger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.725: Leonhard Stein

Der Soldat Leonhard Stein stammte aus Parschalling, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Dorfen, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 10. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 27.08.1914 fiel er im Alter von 20 Jahren während des Gefechts bei Ménil-sur-Belvitte in Frankreich.

Über den Todestag und die Todesumstände von Leonhard Stein schreibt die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:

„27.08.1914 Der Gegner hat uns nun auf ein Gefechtsfeld gezogen, das in der Nähe seiner Sperrfestungslinie gelegen, von ihm wie ein Artillerieschießplatz vorbereitet ist. Die Folge dieses uns ungünstigen Umstandes sollte schon am Morgen unsere Maschinengewehr-Kompanie zu fühlen bekommen. Sie wurde von einem feindlichen Feuerüberfall gepackt, verlor fast die Hälfte ihrer Mannschaften und Pferde und ihren braven Führer, Hauptmann Wegelin, der zu Tode verwundet war. Am Nachmittag dieses Tages erging erneuter Angriffsbefehl zum Vorgehen in südwestlicher Richtung, linker Flügel allgemeine Richtung Anglemont. Das Regiment geht in prächtiger Haltung und in ausgezeichneter Ordnung vor. Die Verluste sind erträglich, leider fällt auch unser braver junger Leutnant Vetter. Am Abend sind die Gefechtsziele erreicht, I. Bataillon ist in Bois de la Conche eingedrungen, in dem sich noch Waldgefechte abspielen. Die Nacht lässt es rätlich erscheinen, die in den Wald gedrungenen Teile des Regiments an dessen Nordrand zurückzunehmen und geschlossen dort zu biwakieren mit Anschluss rechts an das Infanterie-Leib-Regiment, links an das 16. Infanterie-Regiment.“

Die Lages des Grabes von Leonhard Stein ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er bei der Zusammenlegung der vielen Feldfriedhöfe nicht mehr zu identifizieren war und anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Hauptmann Cäsar Wegelin, gefallen am 27.08.1914 bei Menil, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Leutnant Friedrich Vetter, gefallen am 28.08.1914 bei Menil, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Infanterist Karl Bartl, gefallen am 27.08.1914 bei Menil, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab;
  • Reservist Sebastian Anderl, gefallen am 27.08.1914 bei Menil, begraben auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Leonhard Stein
Rückseite des Sterbebildes von Leonhard Stein

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.722: Josef Schwaiger

Der Soldat Josef Schwaiger wurde am 14.04.1890 in Zeilhofen, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Dorfen, geboren und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 11. Kompanie des 16. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. Am 08.10.1916 (Regimentsgeschichte: 07.10.1916) fiel er im Alter von 25 Jahren während der Schlacht an der Somme bei Warlencourt-Eaucourt.

Man begrub Josef Schwaiger auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Sterbebild von Josef Schwaiger
Rückseite des Sterbebildes von Josef Schwaiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.721: Alois Brunnwölfl

Der Soldat Alois (Volksbund und Verlustlisten: Matthias) Brunnwölfl wurde am 16.06.1887 in der bayerischen Gemeinde Kirchweidach als Sohn eines Kleinbauer geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 1. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 06.09.1914 fiel er im Alter von 27 Jahren während der Stellungskämpfe bei Xaffévillers. Genau gesagt geriet er schwerverwundet in Gefangenschaft und verstarb dort.

Man begrub Alois Brunnwölfl auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in einem Massengrab.

Sterbebild von Alois Brunnwölfl
Rückseite des Sterbebildes von Alois Brunnwölfl