Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.808: Johann Lachermaier

Der Soldat Johann Lachermaier stammte aus Waidhausen und war Schmied-Geselle. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landwehrmann in der 10. Kompanie des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 21.06.1915 wurde er bei Metzeral im Münstertal schwer verwundet und verstarb am 24.06.1915 im Alter von 35 Jahren auf dem Hauptverbandplatz Münster (Elsass).

Man begrub Johann Lachermaier auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab.

Sterbebild von Johann Lachermaier
Rückseite des Sterbebildes von Johann Lachermaier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.604: Franz Mühlbacher

Der Soldat Franz Mühlbacher stammte aus Maging und war der Sohn eines Landwirts (Reichwimmerbauser). Im Ersten Weltkrieg diente er in der 3. Kompanie des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 26.06.1916 fiel er im Alter von 22 Jahren während der Vogesenkämpfe in Frankreich am Hilsenfirst.

Die Lage des Grabes von Franz Mühlbacher ist offiziell unbekannt. Ich bin mir aufgrund der Lages seines Sterbeortes und der mir bekannten Örtlichkeiten sicher, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach begraben wurde.

Sterbebild von Franz Mühlbacher
Rückseite des Sterbebildes von Franz Mühlbacher

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.583: Alois Geiger

Der Soldat Alois Geiger stammte aus Dillingen. Er diente als Infanterist in der 6. Kompanie des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 02.09.1914 fiel er im Alter von 32 Jahren bei Evaux / Drei Ähren (französisch: Trois-Épis) während der Gefechte im Münstertal

Über den Todestag und die Todesumstände berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Gefecht bei Drei Ähren

Am 1.9. gegen 3 Uhr nachmittags traf der Befehl der Landwehr-Division beim Regiment ein, dass das Regiment verstärkt durch 1. Landsturm-Batterie, Landwehr-Fußartillerie-Bataillon 20 (schwere Fuß-Artillerie), 4. Landsturm-Pionier-Kompanie sogleich nach Drei Ähren marschieren sollte, um sich dort für den am 2.9. in Aussicht genommenen Angriff gegen den in der Gegend von Zell vermuteten Feind bereit zu stellen. Zwei Kompanien des II. Bataillons hatten am 1.9. die Kompanien des I. Bataillons in Walbach und Türkheim abgelöst.

Die Truppen wurden alarmiert und bei Ingersheim versammelt, mit Ausnahme der in das Münstertal vorgeschobenen Kompanien des II. Bataillons. Die Kolonne marschierte über Ingersheim, die Kompanien des II. Bataillons über Türkheim nach Drei Ähren. Bim Eintreffen dort war es bereits dunkel.

II. Bataillon wurde zur Sicherung auf die Höhe von Evaux (6., 7., 8. Kompanie) und nach Forsthaus Obschel (5. Kompanie) vorgeschoben. Die übrigen Truppen bezogen Alarmquartiere in Drei Ähren. In der Nacht traf der Divisions-Befehl zum Angriff ein.

Am 2.9. früh morgens wurde der Feind in Stellung auf der Höhe Place (1 km westlich Zell) und Kleinen und Großen Hohnack erkannt. Der Regimentskommandeur stellte durch persönliche Erkundung 5.30 Uhr morgens bei Evaux fest, dass der Feind in etwa 2 km Ausdehnung in befestigter Stellung stand.

Nach dem Divisions-Befehl sollte das verstärkte Landwehr-Infanterie-Regiment 2 den Feind in der Front angreifen, während 2. Landwehr-Brigade rechts von ihr über Grat-Berg (1 km nordwestlich Zell) umfassend vorzugehen hatte. Die württembergische Landwehr-Brigade des General von Frech ging im Münstertal gegen Münster vor.

Bevor sich noch Landwehr-Infanterie-Regiment 2 und die Artillerie zum Angriff bereitstellen konnten, hatte sich der rechte Flügel des II. Bataillons durch die feindliche Stellung anziehen lassen und sich veranlasst gesehen, seine Schützen auf den Höhenkamm, ja sogar auf den gegen den Feind zu abfallenden Hang vorzuschieben. Dies war das Zeichen für den Feind, in seine Schützengräben zu eilen und unsere ungedeckt liegenden, das günstigst Ziel bietenden Schützen mit Infanterie- und Artilleriefeuer zu überschütten. Die am rechten Flügel befindliche 6. Kompanie  versuchte zwar, das Feuer zu erwidern, sie erlitt aber in kürzester Zeit derartig schwere Verluste, dass die Schützen sich in ihre vorgeschobenen Stellung nicht zu behaupten vermochten und, soweit sie überhaupt dazu noch im Stande waren, den Hang nach Rückwärts hinabglitten. Auch der in der Nähe der Straße befindliche linke Teil der Höhenbesatzung, in der Mitte 7., links davon 8. Kompanie, hatte durch das überraschend einsetzende feindliche Feuer starke Verluste. Die Offiziere griffen tatkräftig ein. Der Führer der 6. Kompanie, Hauptmann Huber, vermochte längere Zeit den größeren Teil seiner Leute in Stellung zu halten, dem Leutnant Zech dieser Kompanie gelang es einige Zeit, sich mit dem Rest seiner noch kampffähigen Schützen inmitten der Toten und Verwundeten zu behaupten. Vizefeldwebel (Offiziersstellvertreter) Esterl gab seinen Leuten ein heldenhaftes Beispiel, bis ihn der Tod ereilte. Der Bataillons-Kommandeur, Oberstleutnant Reck, brachte durch seine persönliche Einwirkung die 8. Kompanie in vollster Ordnung an dem an der Straße gelegenen Waldrande in Stellung. (Offiziers-Aspirant) Neu (Wilhelm Neu, Offiziersstellvertreter, geboren am 05.12.1986 in Obermorschel/Pfalz, gefallen am 02.09.1914 bei Drei Ähren, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in einem Massengrab) der 8. Kompanie fiel hierbei.

Gegen das durch den feindlichen Feuersturm erschütterte Bataillon erfolgte nun in seiner rechten Flanke aus Richtung Zell der feindliche Angriff. Der rechte Flügel der 6. Kompanie wurde von ihm im Rücken gefasst und umzingelt. Der Kompanieführer, Hauptmann Huber, der bis zum Äußersten mit den bei ihm befindlichen Leuten die Stellung behauptet hatte, geriet mit 16 Mann seiner Kompanie in die Hände der Feinde.

Der Feind besetzte die Höhe von Evaux mit Schützen, Maschinengewehren und zog auch Gebirgsgeschütze dorthin vor.

Trotzdem vermochten einige Tapferen der 6. Kompanie unter Führung des Gefreiten Anton Dellbrunner bis gegen Abend, als die Höhe von unseren Schützen besetzt wurde, dicht am Feinde isch zu behaupten.

Als der Regiments-Kommandeur beim Zurückreiten von seiner Erkundung den feindlichen Feuerüberfall hörte, traf er rasche Anordnung, um ihm zu begegnen. I., III. und Haubitzen-Bataillon befanden sich im Vormarsch von Drei Ähren, in die ihnen vom Regiments-Kommandeur für den Angriff zugewiesenen Bereitstellungen. Die beiden Haubitzen-Batterien hätten im Wiesengrund zwischen Drei Ähren und Evaux in Stellung gehen sollen. Da die Abteilung nur über 1.500 Meter Fernsprechleitung verfügte, war mit Rücksicht auf die von ihr bei Evaux gewählte, also in Betracht kommende Beobachtungsstelle ein so weites Vorziehen der Batterien notwendig. Nun mussten die Batterien, um sie der unmittelbaren feindlichen Infanterie-Einwirkung zu entziehen, in Drei Ähren in Stellung gebracht werden und dazu auf der durch das waldige Bergengnis führenden Straße kehren. Es ging hierdurch wertvolle Zeit verloren, bis endlich das Feuer auf die feindliche Stellung bei Place, und zwar nur nach der Karte ohne Beobachtung aufgenommen werden konnte.

I. Bataillon wurde zum Angriff südlich der nach Place führenden Straße bei Meierhof (1 Kilometer westlich Drei Ähren), III. Bataillon hinter dem II. Bataillon in 2. Linie am Frauenkopf (500 Meter nordwestlich Drei Ähren) bereitgestellt.

Die zurückgegangenen Teile des II. Bataillons schoben sich zwischen III. und I. Bataillon und am linken Flügel des I. Bataillons (5. Kompanie) ein.

Für die 1. Landsturm-Batterie (Feldkanonen) war nur eine Stellung nordöstlich Drei Ähren mit Wirkung gegen den Großen Hohnack zu finden.

Der Angriff konnte erst erfolgen, sobald sich das umfassende Eingreifen der 2. Landwehr-Brigade fühlbar machte. Inzwischen wurde das Feuer der schweren Feldhaubitzen gegen den auf die Höhe von Evaux vorgegangenen Teil des Feindes, insbesondere gegen die hier in Stellung gebrachten Gebirgsgeschütze gelenkt. Diese waren aber schwer zu fassen, da sie mehrfach ihre Stellungen wechselten.

III. Bataillon nahm um die Mittagszeit Fühlung mit dem linken Flügel des Landwehr-Infanterie-Regiment 3 auf, das nordwestlich Zell zum Angriff vorgehen sollte. Hierauf erhielten III. und I. Bataillon den Befehl, die Höhe von Evaux zu nehmen. II./Landwehr-Infanterie-Regiment 1, das von der Brigade für den Angriff zur Verfügung gestellt worden war, hatte in zweiter Linie zu folgen. Der wiederholt gemachte Versuch, die Höhe zu gewinnen, gelang gegenüber dem feindlichen Maschinengewehr- und Gebirgsgeschütz-Feuer nicht. Auch die 2. Landwehr-Brigade kam anscheinend nicht vorwärts. Gegen Abend erst konnten die vom III. und I. Bataillon neuerdings vorgehenden Schützen die inzwischen vom Feinde geräumte Höhe erreichen. Die hereinbrechende Dunkelheit hinderte am weiteren Vorgehen.

Die Gefechtsverluste des Regiments, besonders seines II. Bataillons, waren erheblich. Sie betrugen zwei Offiziere, 80 Mann an Toten, ein Offizier 94 Mann an Verwundeten und ein Offizier und 16 Mann an Gefangenen.“

Man begrub Alois Geiger auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in einem Massengrab.

Sterbebild von Alois Geiger
Rückseite des Sterbebildes von Alois Geiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.396: Johann Wolfgruber

Der Soldat Johann Wolfgruber stammte aus der bayerischen Stadt Traunstein und war Schneidergehilfe. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landwehrmann in der 3. Kompanie des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 19.08.1914 fiel er während der Gefechte im Münstertal bei Weier im Tal (französisch: Wihr-au-Val) im Alter von 27 Jahren durch schwere Verwundung.

Über den Verwundungs- und Todeszeitraum von Johann Wolfgruber berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Vom Feinde war bekannt, dass er Münster stark besetzt habe, dass Alpenjäger-Bataillione im Vormarsch aus dem Rheintal bei Gebweiler über Lautenbach nach Bönlesgrab (8 km südwestlich Sulzbach) gemeldet seien. Mit ihrem Auftreten bei Sulzbach im Münstertal in der linken Flanke und im Rücken der Kolonne Hüber war also zu rechnen.

Der Vormarsch dieser Kolonne wurde am 18.08. ohne Störung durch den Feind durchgeführt. Die Truppen bezogen Unterkunft zwischen Weier im Tal und Zimmerbach. Eine Reiter-Patouillie war zur Aufklärung in das Sulzbach-Tal entsandt worden.

Am 19.08. 6 Uhr morgens stellte sich Kolonne Hübner bereit:

Landwehr-Infanterie-Regiment 121 mitI. Bataillon auf Höhe nordwestlich Weier im Tal (Kapellenhöhe); III. Bataillon in Weier im Tal;
III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 in der Mulde zwischen Weier im Tal und Walbach;

1 Batterie 9 cm auf der Kapellenhöhe mit Schussrichtung gegen Münster (diese Stellung bot nur Raum für eine Batterie);
1 Batterie 9 cm nordwestlich Walbach mit Schussrichtung gegen Sulzbach;
6./FußartillerieRegiment 13 – s. F. H. – dich östlich Weiler im Tal mit Schussrichtung gegen Münster;
1/2 II. Landwehr-Infanterie-Regiment 123 wurde der Kolonne Hübner zur Verfügung gestellt und über Türkheim herangezogen.

General Eichhorn traf etwa 8 Uhr vormittags in Weier im Tal ein und bestimmte die Zeit zum Vorgehen auf Münster auf 4 Uhr nachmittags. Darauf begab sich der Grigade-Kommandeur im Kraftwagen nach Giragoutte, um das Zusammenwirken mit der Kolonne Kehl zu regeln.

Um 10.15 Uhr vormittags rückten 4 feindliche Kompanien entfaltet von Münster gegen Günsbach vor. Oberstleutnant Hübner machte der Kolonne Kehl hiervon durch Kraftwagen Mitteilung und ersuchte um Mitwirkung. Der Feind wurde nordöstlich von Günsbach von unserem Artilleriefeuer gefasst, geriet in Unordnung und wurde am weiteren Vorgehen aufgehalten.

Um 10 Uhr vormittags kam der Befehl der Brigade, die im Münstertale gegenüberstehende 5. französische Division durch Angriff am Abrücken nach Norden zu hindern. Oberstleutnant Hübner gab hierauf den Befehl zum Angriff gegen Münster. Der Angriff sollte vom Landwehr-Infanterie-Regiment 121 auf den Höhen des nördlichen Talrandes vorgetragen werden, III./Landwehr-Infanterie 121 auf den Höhen des nördlichen Talrandes vorgetragen werden, III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 zur Verfügung des Oberstleutnant Hübner an den Talhängen über Günsbach folgen unter Beobachtung gegen Sulzbach.

Der Angriff ging zügig vorwärts. Die feindliche Infanterie zog sich über Günsbach nach der Höhe nordwestlich dieses Ortes zurück, nahm hier Stellung und ging beim Herankommen unserer vordersten Schützen weiter gegen Münster zurück. Günsbach und Höhe nordwestlich davon wurden vom Landwehr-Infanterie-Regiment 121 genommen. Der linke Flügel des Regiments mit dem Maschinengewehr drang bis zur Hagmühle östlich Münster vor und stamd im Feuer auf 800 Meter mit dem Feinde am Ostrande von Münster.

Bald nach Mittag traf die Mitteilung der Brogade ein 2 Alpenjäger-Bataillone befänden sich im Marsche von Rufach im Rheintal über Ofenbach gegen Sulzbach. Gleichzeitig wurde der Kolonne Hübner noch das zweite Halbbataillon II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 zur Verfügung nachgeschickt. Oberstleutnant Hübner beauftragte III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 wie bisher mit der Beobachtung gegen Sulzbach und lies das zuerst eintreffende Halbbataillon II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 dem rechten Flügel des Landwehr-Infanterie-Regiment 121 nördlich Weier im Tal folgen.

Nun traf noch die Mitteilung von der Brigade ein, feindliche Truppen gingen auch von Rufach im Rheintal gegen Colmar vor, dazu der Befehl, die Kolonne Hübner sollte 1. Bataillon über Winzenheim (4 Kilometer südwestlich Colmar) in Marsch setzen, das mit dem letzten Verfügungs-Bataillon der Brigade (II./Landwehr-Infanterie-Regiment 121) diesem Feinde entgegentreten sollte. Ohne auf die Durchführung des ersten Auftrags, Angriff gegen Münster, zu verzichten, hätte dieser Befehl nicht ausgeführt werden können. Oberstleutnant Hübner gab daher das Bataillon nicht ab. Die Kampflage, wie sie sich jetzt bei Weier im Tal gestaltete, ließ dies nicht zu.

Die offen aufgefahrene, mit rauchstarkem Pulver feuernde Batterie auf der Kapellenhöhe wurde von feindlicher Artillerie aus Stellung westlich Münster unter Feuer genommen. Gleichzeitig hörte man starkes Infanteriefeuer nördlich der Batterie. Ihre Dedeckungskompanie wurde von an Zahl weit überlegenen Alpenjägern angegriffen. Oberstleutnant Hübner setzte 1/2 II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 zum Gegenangriff ein. Dem rücksichtslosen Angriff dieser Kompanien im Verein mit Teilen vom I./121 gelang es, die Alpenjäger zurückzuwerfen. Unter den Toten des Feindes wurden die Nummern der Alpenjäger-Bataillione 30 und 33 festgestellt. Die 9-cm Batterie auf der Kapellenhöhe hatte sich aber durch diesen in ihrer nächsten Nähe stattfindenden Infanteriekampf veranlasst gesehen, ihre Stellung zu räumen und zwar unter Zurücklassung von zwei Geschützen, die später von Leutnant Meyer des Landwehr-Infanterie-Regiments 2 geborgen wurden. Die Zivilfuhrleute mit ihren Munitions-Leiterwagen waren gleich bei Beginn des Artilleriekampfes verschwunden.

Aus Richtung Kolonne Kehl glaubte man um Mittag Artilleriefeuer gehört zu haben. Von ihrer Einwirkung auf den Kampf bei Weier im Tal und Münster war aber nichts zu bemerken.

Da für den Angriff auf Münster die Unterstützung von Feldartillerie fehlte, mit der Kolonne Kehl anscheinend nicht zu rechnen war und daher die rechte Flanke der Kolonne Hübner von den Berghöhen her ungeschützt schien, sie sich außerdem in der linken Flanke und im Rücken von Sulzbach her bedroht fühlte, entschloss sich ihr Führer, den Angriff gegen Münster als aussichtslos aufzugeben und unter dem Eindruck des erfolgreichen Gegenstoßes des 1/2 II./123 in die alten Stellungen bei Ingersheim-Türkheim zurückzugehen. Die Brigade billigte diesen Entschluss.

Unter dem Schutze des auf Höhe nordöstlich Weier im Tal in Stellung gebrachten III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 vollzog sich der Rückmarsch glatt und ohne dass der Feind nachgedrängt hätte. Gerade hatte die Nachhut-Kompanie Walbach (3 km östlich Sulzbach) 5 Uhr nachmittags verlassen, als die Meldung von der in das Sulzbach.Tal entsandten Reiter-Patrouille eintraf, dass um diese Zeit eine Alpenjäger-Kolonne mit einer Abteilung Gebirgsartillerie von Ofenbach her mit Anfang bei Sulzbach eingetroffen sei. Die Kolonne Hübner hatte sich gerade noch rechtzeitig einer sehr gefährlichen Flankenbedrohung enzogen.

Bei Ankunft in Türkheim erhielt Oberstleutnant Hübner Mitteilung von der Kolonne Kehl, dass diese um Mittag westlich Giragoutte in überraschendes Artillerie- und Infanteriefeuer gekommen und von Alpenjäger gezwungen worden sei, über Zell auf Ingersheim zurückzugehen.

Die Kolonne Kehl war mit I./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 seit 18.08. morgens bei Giragoutte gestanden. Ihre anderen Truppen (1/2 II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 und 1 überplanmäßig 9 cm-Batterie) trafen im Laufe des 18, die Batterie erst am 19. vormittags ein.

Auf die Aufforderung des Oberstleutnant Hübner vom 19. vormittags, sogleich zur Unterstützung von dessen Kolonne auf Hohrodberg anzutreten, vollendete die Kolonne Kehl zunächst das begonnene Abkochen und wollte 12 Uhr mittags auf dem zwischen dem Kleinen und Großen Hohnack führenden Wege über Weirer Kreuz den Vormarsch ins Gebirge antreteb: 3. Kompanie – Hauptmann Diem – mit Infanterie-Spitze voraus; das Gros folgte auf 300 Meter. Die Infanterie-Spitze hatte gerade das unmittelbar westlich des Großen Hohnack befindliche Weirer Kreuz erreicht, hatte also erst einen Marsch von etwa 1 km zurückgelegt, als die Vortrupp-Kompanie von allen Seiten, insbesondere von den hochragenden Tannenbäumen, mit Infanterie- und Maschinengewehrfeuer überschütztet wurde. Die Kompanie entwickelte sofort. 1. Kompanie – Hauptmann Eibner – wurde in Marsch-Marsch zu ihrer Unterstützung eingesetzt, 2. Kompanie – Oberleutnant Fürst – erhielt Befehl, westlich (rechts) am Hang vorzugehen, 4. Kompanie – Hauptmann Hörhammer – sollte links den Berg ersteigen und den Feind umfassen. In dem bergigen, waldigen, unübersichtlichen Gelände war die Landwehr, sie seit der Mobilmachung noch keinen Augenblick Zeit zum Üben gefunden hatte, die Befehle ihrer Führer – ausnahmslos des Beurlaubtenstandes – nicht verstand, der Überraschung durch die berggewohnte Truppe der Alpenjäger nicht gewachsen. Die Marschkolonne war augenscheinlich in einen Hinterhalt geraten. Die Entwicklung hatte nicht nur durch Infanterie-, sondern auch durch Artilleriefeuer vom Breitenberg her sehr zu leiden. Es ist ein Zeichen des vortrefflichen Geistes, der den Wehrleuten, besonders aber auch ihren Führern, innewohnte und ihrer gediegenen Friedensausbildung, dass in dem von allen Seiten niederprasselnden Feuer, ohne dass ein Feind zu sehen und zu fassen war, ein geordneter Widerstand überhaupt zustande kam. Glänzende Leitsungen von Tapferkeit traten in Erscheinung. Hervorzuheben ist das tapfere Verhalten des Wehrmanns Benz der 1. Kompanie, der selbständig, als er die Verbindung mit der 4. Kompanie herzustellen hatte, zur Erkundung des Feindes vorging. Er fand die durch das feindliche Feuer vernichtete und zersprengte 4. Kompanie nicht mehr, stellte aber fest, dass der linke Flügel der 3. Kompanie durch feindliche Umfassung stark bedroht war und meldete dies dem Hauptmann Diem, sodass dieser rechtzeitig Maßnahmen zur Deckung seiner gefährdeten Flanke anordnen konnte.

Die 9 cm-Batterie wurde in dem Sattel zwischen Kleinem und Großen Hohnack eingesetzt, um die feindliche Artillerie zu bekämpfen. Deren Stellung war auf dem mit niederem Waldbestand bedeckten Breitberg gegen die Sonne nicht zu erkennen, während die deutsche Batterie, die offen und frei auffahren musste und durch den qualmenden Rauch ihres Feuers der feindlichen Artillerie ein selten günstiges Ziel bot, von dieser wirksam gefasst werden konnte. Ein Geschütz wurde sogleich kampfunfähig gemacht.

Major Kehl setzte 1/2 II. Bataillon mit 2 Maschinengewehren am Südrande des Waldes am Kleinen Hohnack ein. Da das eigene Artilleriefeuer gegen das feindliche nicht aufkommen konnte und immer mehr Teile des I. Bataillons aus dem Walde des Großen Hohnack zurückgingen, beschloss er abzubauen. Er wollte hierzu eine Aufnahmestellung am Kleinen Hohnack und nordöstlich davon besziehen. Selbsttätig kam ihm hierbei der Unteroffizier Lorenz Würstl der 4. Kompanie entgegen. Dieser hatte als Furier in einem Hause nordöstlich des Kleinen Hohnack die Mahlzeit zubereiten lassen. Eine Granate schlug in das Haus ein und machte das Essen unbrauchbar. Da griff Unteroffizier Würstl in den Kampf ein. Er sammelte mit Hilfe des Kochs und einiger Wehrleute im heftigsten feindlichen Feuer die Versprengten hinter einer Steinmauer und stellte dem Bataillons-Kommandeur einen Zug von 82 Mann für die Aufnahme zur Verfügung. Unter dem Schutze dieser Aufnahmestaffel und des 1/2 II. Bataillons sammelte Major Kehl das I. Bataillon bei Rochette (500 Meter nordöstlich des Kleinen Hohnack), zog die Batterie ebendorthin und trat, ohne vom Feind gedrängt zu werden, um 4 Uhr nachmittags über Zell den Rückmarsch zunächst bis Ammerschweier und auf Befehl der Brigade nach Ingersheim an.

Dem Vizefeldwebel Xaver Fais der 6. Kompanie ist es zu verdanken, dass der Patronenwagen der 5. Kompanie dem Feinde nicht in die Hände fiel. Der Wagen war in dem weichen Boden festgefahren und stand unbeweglich noch da, als die Truppe schon im Abzug begriffen war. Vizefeldwebel Fais holte im feindlichen Feuer Leute herbei, machte ihn nach langen Bemühungen, immerfort vom Feinde beschossen, wieder fahrbar und vermochte ihn durch Tatkraft zu retten.

Um die Bergung der Verwundeten machten sich der Bataillons-Arzt, Oberarzt Dr. Glatz, und der Assistenz-Arzt Dr. Kletterer des I. Bataillons sehr verdient. Sie walteten mutig ihres Amtes bei Rochette auch nach Abzug der Truppen und gingen erst mit Einbruch der Dunkelheit zurück. Oberarzt Dr. Glatz wurde für diese tapfere Tat mit dem bayerischen Militär-Sanitätsorden ausgezeichnet.

Die Verluste der Landwehr in den Gefechten bei Weier im Tal und am Großen Hohnack waren nicht gering. Besonders 1/2 II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 und die Bedeckungs-Kompanie des Landwehr-Infanterie-Regiments 121 hatten starke Verluste an Führern und Mannschaften. I./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 hatte 14 % Gefechts-Verluste. Der tapfere Führer der 4. Kompanie, Hauptmann Hörhammer, war gefallen. Wir fanden das ihm vom Feinde bereitete Grab bei unserem späteren Vormarsche am Weirer Kreuz. Von der 2. Kompanie fiel Offiziers-Stellvertreter, Vizefeldwebel Fritz, Oberleutnant Thielemann der 4. Kompanie fiel schwer verwundet in die Hände des Feindes und starb in der Kriegsgefangenschaft. Er wurde auf dem Friedhofe von Münster bestattet (Anmerkung PS: Oberleutnant der Reserve Wilhelm Thielemann aus Brühlheim in Sachsen-Coburg-Gotha, gestorben am 30.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Münster, Block 4, Grab 35).

In ihrem ersten Gefechte hat die Landwehr in dem schwierigen Gebirgsgelände ihr Möglichstes geleistet, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Die württembergische Landwehr ist ihren in vorbildlicher Tapferkeit zum Sturm vorangehenden Führern in dem hin und herwogenden Nahkampf gegen die beste französische Truppe mutig gefolgt und hat diese geworfen. Auch die bayerische Landwehr hat in der Hölle am Großen Hohnack ihren Halt nicht verloren. Die jämmerlich ausgestattete überplanmäßigen Festungsbatterien mit ihren veralteten Geschützen bildeten im Gebirgskampfe nicht nur keine Unterstützung, sondern ein wesentliches Hindernis für die Truppe. In ihrer Kampfkraft, der Befehlsübermittlung, der Bewegungsfähigkeit war die landwehr dadurch außerordentlich behindert, dass ihr Maschinengewehre, Nachrichtengerät und besonders auch Feldküchen fehlten. Diese Mängel sollten sich ebenfalls in den späteren Kämpfen noch nachteilig fühlbar machen.

Trotz aller Opfer und Mühen aber war dieser Kampfestag nicht vergebens. Ihre Aufgabe, die im Münstertal stehenden feindlichen Truppen durch Angriff zu fesseln, haben beide Kolonnen erfüllt.

Es soll hier noch des tapferen, klugen, umsichtigen, tatkräftigen Kommandeurs des württembergischen Landwehr-Infanterie-Regiments 121, Oberstleutnant Bechtinger (Anmerkung PS: Oberstleutnant Arthur Bechtinger aus Ludwigsburg, gefallen am 04.09.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Colmar in Grab 252) gedacht werden, der sich in der Führung seines Regiments am 19.08.1914 hervorragend bewährt und am 04.09.1914, als er mit seinem Regiment dem am Großen Hörnleskopf kämpfenden bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiment 2 durch Angriff auf den Mönchberg bei Münster die linke Flanke decken wollte, den Heldentod gefunden hat. Die bayerische Landwehr des 2. Regiments wird diesem Helden ein dankbares, treues Gedenken bewahren.“

Offiziell ist für Johann Wolfgruber keine Grablage bekannt. ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Lafrimbolle beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Gefreiter Johann Kraut, gefallen am 19.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in Block 3, Grab 540;
  • Wehrmann Sebastian Brunnhuber, gefallen am 19.08.1914 am Hohnack, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in einem Massengrab;
  • Gefreiter Johann Kraut, gefallen am 19.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in Block 3, Grab 540;
  • Offiziersstellvertreter Matthäus Fritz, gefallen am 19.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in Block 3, Grab 123.

 

Über Johann Wolfgrubers Regimentskameraden Andreas Stockenreiter, der am gleichen Tag im gleichen Gefecht fiel, habe ich am 19.11.2020 berichtet.

Seine Heimatstadt Traunstein gedenkt Johann Wolfgruber noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/traunstein_1u2wk_bay.htm

Sterbebild von Johann Wolfgruber
Rückseite des Sterbebildes von Johann Wolfgruber

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.201: Ludwig Fink

Der Soldat Ludwig Fink stammte aus Tübingen in Baden-Württemberg und war Mitarbeiter und Bevollmächtigter des C. F. Amelang Verlages in Leipzig in Sachsen. Er diente als Offiziersaspirant (Offiziersanwärter) und Offiziersstellvertreter in der 5. Kompanie des 123. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 19.08.1914, also gleich zu Beginn des Ersten Weltkrieges, fiel er durch Kopfschuss bei Günsbach im Münstertal (Vogesen).

Über den Todestag von Ludwig Fink berichtet die Regimentsgeschichte des 123. Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Am 16.08.1914 trat das Bataillon jedoch zum Regiment wieder zurück und fand in Dessenheim südlich Neubreisach (französisch: Neuf-Brisach) Unterkunft; aber schon am 18.08. wurde es dem Verbande der 1. bayerischen Landwehr-Brigade (Brigade Eichhorn) zugeteilt und nach Logelbach westlich Kolmar vorgezogen. In diesem Verbande sollte es seine Feuertaufe erhalten.

Rückzugsgefecht bei Weier im Tal und Günsbach (Münstertal) am 19.08.1914

Im Anschluss an Landwehr-Infanterie-Regiment 121, dieses nach Süden verlängernd, rückte das II. Bataillon nach Weier im Tal vor. Von da drangen 5. und 7. 123. Landwehr-Infanterie-Regiment ausgeschwärmt über die Wiesen bis Günsbach. Die 5. Kompanie stieß in raschem Entschluss durch die Ortschaft durch und versuchte befehlsgemäß die Anhöhe westlich Günsbach zu nehmen. Kaum hatte sie diesen Auftrag ausgeführt, als sie in starkes Infanterie- und Maschinengewehrfeuer feindlicher Alpenjäger, die in etagenförmig übereinanderliegenden, gut markierten Schützengräben verborgen waren, geriet und wesentliche Verluste erlitt.

Die 7. Kompanie 123. Landwehr-Infanterie-Regiment ging von Günsbach aus im Anschluss an die 5. Kompanie Landwehr-Infanterie-Regiment 123 als äußerster linker Flügel des Detachements vor, erhielt aber alsbald nach Verlassen der Ortschaft aus nächster Nähe scharfes Maschinengewehrfeuer, ohne den Trefflich verborgenen Feind erkennen zu können.

6. und 8. Kompanie, die während des Gefechts fast immer wirkten, wurden vom Führer des Detachements nach dem Kapellenberg nordwestlich Weier im Tal vorgeschoben, um die eigene Artillerie zu decken.

Da es nicht möglich war, gegen den mächtigen verschanzten Gegner auf den nördlichen Höhen des Münstertales die Oberhand zu gewinnen, entschloss sich die 1. bayerische Landwehr-Infanterie-Brigade etwa nachmittags 4 Uhr, das Gefecht abzubrechen. Der Zweck, den Gegner an raschem Vordringen zu hindern und starke Kräfte festzuhalten, schien erreicht.

So trat auch das II./Landwehr-Infanterie-Regiment von Günsbach und Weier im Tal aus den Rückzug an, nicht ohne Schwierigkeiten, besonders für 5. und 7. Kompanie, die am weitesten vorne standen. 5. Kompanie geriet beim Loslösen vom Feind die Abhänge hinunter in heftiges Maschinengewehrfeuer, und 7. Kompanie wurde beim Rückzug auf St. Gilgen von feindlicher Artillerie beschossen. Das Bataillon sammelte sich am Abend in Logelbach.

Dieses erste Gefecht hat dem Regiment wichtige Erfahrungen gebracht: Ein großes Hindernis und fortgesetzten Anlass zu Missverständnissen bot die blaue Uniform. Landwehr-Infanterie-Regiment 121 war teilweise, die bayerische Landwehr ganz in Feldgrau gekleidet. Die Soldaten des II./Landwehr 123 wurden deshalb irrtümlicherweise von den auf den Höhen nördlich des Münstertales vorgehenden Bayern für Franzosen gehalten und wiederholt von der Flanke und vom Rücken beschossen.

Dann fehlte es, trotz persönlicher Tapferkeit, den Offizieren wie Mannschaften an praktischer Erfahrung in der Geländebnützung und im Eingraben, an genügender Schulung der Führer und Unterführer, sowie an der richtigen Bewertung der Nachrichtenübermittlung, um in einem bergigen und stark bewaldeten Gelände einen gut eingegrabenen Gegner anzugreifen.

Die Verluste des Tages betrugen 5 Tote (darunter der tapfere Offizierstellvertreter Fink von der 5. Kompanie), 31 Verwundete (darunter der Führer der 7. Kompanie, Hauptmann der Reserve Adolf Köstlin) und mehrere Vermisste.

Für seine wackere Haltung im ersten Gefecht sprach der Regimentskommandeur dem Bataillon seine Anerkennung aus.“

Man begrub Ludwig Fink auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 2, Grab 221.

 

Sterbeanzeige von Ludwig Fink
Foto von Ludwig Fink

Hugo Schorg – gefallen am Lingekopf

Der Soldat Hugo Schorg wurde am 24.01.1887 in Hauteroda geboren, einem Ortsteil der Stadt An der Schmück im heutigen Bundesland Thüringen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landsturmann in der 7. Kompanie des 78. Reserve-Infanterie-Regiment.

Am 22.08.1915 fiel er während der Vogesenkämpfe über dem Münstertal am Lingekopf, in der Nähe des Schratzmännle. Er wurde 28 Jahre alt.

Zunächst galt er als vermisst. Am 05.10.1979, also 64 Jahre nach seinem Tod, wurden seine Gebeine bei Aufräumarbeiten am Lingekopf gefunden und exhumiert.

Man bettete Hugo Schorg auf den Soldatenfriedhof Épinonville in Reihe 2, Grab 14. Warum man ihn von den Vogesen so weit nach Norden, nördlich Verdun begrub, erschließt sich mirLothringen, Umbettung nicht.

Das ehemalige Grab von Hugo Schorg am Linkekopf
Das ehemalige Grabkreuz von Hugo Schorg am Lingekopf

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.702: Joseph Friesinger

Der Soldat Joseph Friesinger stammte aus Schonstett in Bayern und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 7. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Ende 1914 wurde er schwer verwundet. Am 17.08.1915 fiel er im Alter von 23 Jahren während der Stellungskämpfe im Oberelsaß. Er gilt seit diesem Tag als vermisst. Sein Leichnam wurde nicht geborgen. Vermutlich wurden seine sterblichen Überreste später anonym auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach im Münstertal in einem Massengrab begraben. Dort wurden auch viele seiner gefallenen Kameraden des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments begraben, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Vizefeldwebel Johann Weber, gefallen am 17.08.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 4, Grab 124;
  • Infanterist Josef Alt, gefallen am 17.08.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab;
  • Infanterist Josef Kebinger, gefallen am 24.08.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 4, Grab 206;
  • Krankenträger Georg Lenz, gefallen am 24.08.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 4, Grab 198.

 

Sterbebild von Joseph Friesinger
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Friesinger

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.678: Jakob Bollwein

Der Ersatz-Reservist Jakob Bollwein stammte aus Wolnzach in Bayern und war der Sohn eines Schuhmachers. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 6. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 06.09.1915 fiel er im Alter von 23 Jahren während der Zweiten Schlacht um Münster in Frankreich.

Man begrub Jakob Bollwein auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 3, Grab 95.

Sterbebild von Jakob Bollwein
Rückseite des Sterbebildes von Jakob Bollwein

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.426: Josef Haberlander NICHT FERTIG

Josef Haberlander stammte aus Diesenbach, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Surrberg, und war Ablöswärter. Ein Ablöswärter war ein Angehöriger einen Bahnmitarbeiters, der mit diesem an einer Bahnstrecke lebte und dort Wartungsarbeiten erledigte, um dem Angehörigen Ruhezeiten zu ermöglichen (Schrankenwärter, Streckenwärter usw.). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 12. Kompanie des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 12.06.1915 fiel er im Alter von 36 Jahren in den Vogesen bei Metzeral im Münstertal.

Die Lages des Grabes von Josef Haberlander ist unbekannt.

  • Infanterist Franz Steiger, gefallen am 17.06.1915 bei Metzeral, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab;
  • Landsturmmann Johann Höber, gefallen am 21.06.1915 bei Metzeral Münster, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab;
  • Infanterist Franz Heinzelmann, gefallen am 19.06.1915 bei Metzeral, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab;
  • Infanterist Matthias Ruile, gefallen am 19.06.1915 bei Metzeral, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab;
  • Infanterist Paul Klinger, gefallen am 17.06.1915 bei Metzeral, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Josef Haberlander
Rückseite des Sterbebildes von Josef Haberlander

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.282: Alois Maier

Alois Maier stammte aus Apfelbach, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Johanniskirchen, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 5. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 05.05.1915 fiel er im Alter von 21 Jahren bei Metzeral im Münstertal in den Vogesen.

Man begrub Alois Maier auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Johanniskirchen gedenkt noch heute Alois Maier auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/johanniskirchen_1870-71_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Alois Maier
Rückseite des Sterbebildes von Alois Maier

Der theoretische Weg von Alois Maier von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab: