Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.831: Franz Xaver Gisser

Der Soldat Franz Xaver Gisser wurde am 13.11.1892 in Maisenberg geboren, ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Engelsberg und war der Sohn eines Landwirts (Berghuber) und Bürgermeisters. Er lebte zuletzt in Fünfleiten. Im Ersten Weltkrieg diente er als Vize-Feldwebel in der Minenwerfer-Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Er war angehender Offizier (Offiziersaspirant). Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem bayerischen Verdienstkreuz mit Krone und Schwertern ausgezeichnet. Gleich zu Kriegsbeginn wurde er am Fuß leicht verwundet. Am 06.10.1918, nach 50 Monate Kriegsdienst, verstarb er nach einer schweren Verwundung, einem Rückenschuss, im Alter von 26 Jahren im Lazarett Turene. Er wurde bei der Abwehrschlacht in der Champagne und an der Maas tödlich verwundet.

Man begrub Franz Xaver Gisser auf dem Soldatenfriedhof Noyers-Pont-Maugis in Block B, Grab 1.607.

Sterbebild von Franz Xaver Gisser
Rückseite des Sterbebildes von Franz Xaver Gisser

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.829: Peter Randlinger

Der Soldat Peter Randlinger stammte aus Helming, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Kienberg. Sein Vater war Landwirt (Haindlbauer). Er war Kandidat der Theologie im erzbischöflichen Klerikerseminar in Freising, also angehender Priester. Im Ersten Weltkrieg diente er als Vizefeldwebel und Offiziersaspirant in der 7. Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 14.06.1916 verstarb er im Alter von 22 Jahren im Feldlazarett Nr. 8 in Romagne-sous-les-Côtes
, nachdem er während der Schlacht um Verdun in der Chauffour- und Albain-Schlucht durch einen Lungenschuss schwer verwundet worden war.

Man begrub Peter Randlinger auf dem Soldatenfriedhof Romagne-sous-les-Cotes in Block 3, Grab 158.

Sterbebild von Peter Randlinger
Rückseite des Sterbebildes von Peter Randlinger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.764: Joseph Hütter

Der Soldat Joseph Hütter stammte aus Rupertsham, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Schnaitsee, und war Student der Theologie. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier und Offiziersaspirant in der 8. Kompanie des 8. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 13.09.1916 fiel er im Alter von 22 Jahren bei Cârlibaba in den Karpathen bei einem Sturmangriff.

Man begrub Joseph Hütter auf einem Feldfriedhof bei Cirlibaba Cim. Crivei 1 WK in Rumänien. Ob das Grab noch heute existiert, ist fraglich.

Sterbebild von Joseph Hütter
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Hütter

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.657: Eduard Humplmair

Der Soldat Eduard Humplmair wurde am 01.01.1895 stammte aus Eching in Bayern und war Hilfslehrer. Im Ersten Weltkrieg diente er als Unteroffizier und Offiziers-Aspirant zunächst in der 9. Kompanie des 6. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde Mitte 1916 schwer verwundet. Nach seiner Genesung kämpfte er in der 3. Kompanie des des 25. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 02.09.1917 fiel er im Alter von 22 Jahren bei Riga durch Kopfschuss.

Die Lage des Grabes von Eduard Humplmair ist, wie meist bei Gefallenen des Ersten Weltkriegs an der Ostfront, unbekannt.

Sterbebild von Eduard Humplmair
Rückseite des Sterbebildes von Eduard Humplmair

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.361: Wilhelm Kolb

Der Soldat Wilhelm Kolb wurde am 05.04.1895 in Reichau geboren, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Boos (Schwaben), und hatte gerade das Gymnasium absolviert. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich nach dem Abitur freiwillig und diente als Vizefeldwebel und Offiziersaspirant in der 11. Kompanie des 3. bayerischen Infanterie-Regiments. Aufgrund seiner militärischen Leistung wurde er für das Eiserne Kreuz 2. Klasse vorgeschlagen. Am 22.03.1916 fiel er im Alter von 20 Jahren während der Schlacht um Verdun im Bois de Malancourt.

Über den Tiodestag und die Todesumstände von Wilhelm Kolb berichtet die Regimentsgeschichte des 3. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Während der Nacht zum 22.03. lag besonders auf dem Negerdorf und den rückwärtigen Linien schweres Artilleriefeuer, das sich gegen Morgen auch auf die Waldränder richtete. Die Verbände konnten unter diesen Umständen zu dem für den Nachmittag befohlenen Angriff auf die ostwärts des Waldes gelegene Höhe 280 nur unter den größten Schwierigkeiten neu gruppiert und angesetzt werden. In der Nacht 21./22.03. erfolgt die Ablösung des II./3. bayerisches Infanterie-Regiment durch III./3. bayerisches Infanterie-Regiment. Früh 1 Uhr begann die Übernahme der Stellungen und Posten im Stützpunkt vor dem östlichen Waldrand. Die Postenlinie von II./3. bayerisches Infanterie-Regiment beschrieb einen Halbkreis hart ostwärts des Waldrandes. Dieser Raum wurde mit Teilen der 12./3. bayerisches Infanterie-Regiment und 10./3. bayerisches Infanterie-Regiment belegt, während 9./3. bayerisches Infanterie-Regiment nördlich und 11./3. bayerisches Infanterie-Regiment südlich davon am Waldrand bereitstanden und die der Angriffsgruppe zur Verfügung gestellte 4./3. bayerisches Infanterie-Regiment als Unterstützung links rückwärts gestaffelt wurde. Eine Meldung des Führers der 9./3. bayerisches Infanterie-Regiment von 9.30 Uhr vormittags gab Veranlassung, dass man nach weiteren Erkundungen gegen Mittag beim Bataillonsstab erkannte, dass die übernommene vordere Linie nicht die äußerste  (östlichen) Teile des Stützpunktes einschloss, sondern dass hier noch Franzosen steckten. Daraufhin vefahl der Bataillonsführer den äußeren Halbkreis sofort zu besetzen, oder, wenn dies nicht ohne weiteres möglich wäre, alle Vorbereitungen für die Inbesitznahme der vom Feinde besetzten Teile zu treffen.  Die abgesandten Patrouillen erhielten sämtlich aus nächster Nähe Infanterie- und Handgranatenfeuer. Dem Regiment wurde durch die Läuferkette gemeldet, in ein paar äußeren Teilen des Stützpunktes seien noch Franzosennester, die sich heftig zur Wehr setzten. Zur Vorbereitung der Wegnahme erbat das Bataillon Minenwerferfeuer auf einige näher beteichnete Punkte. Die Meldung und der Antrag wurden vom Regimentskommandeur weitergegeben. Er bekam den Bescheid, dass Minenwerferfeuer nicht dorthin gelenkt werden könne, was etwa 3 Uhr nachmittags an das Bataillon weitergegeben werden konnte. Nach den Meldungen, die der Regimentskommandeur am 21.03. vom Kommandeur II./3. bayerisches Infanterie-Regiment mündlich erhalten hatte, konnte er diesen „Schützennestern“ keine allzu erhebliche Bedeutung beimessen. Er gab daher Befehl, die Nester durch Stoßtrupps zu räumen. Die Durchführung erwies sich aber als unmöglich, zumal auch heftiges Artilleriefeuer auf dem Waldsaum lag. Zum Angriff waren rechts von der Gruppe des II./3. bayerisches Infanterie-Regiment, zwischen dieser und der rechten Flügeldeckung (1./3. bayerisches Infanterie-Regiment und Sch. Sch. Tr. 41) I. und III.6. bayerisches Reserve-Infanterie-Regiment 13 eingeschoben worden. Diese bildeten eine eigene Gruppe unter Befehl des Kommandeurs 13. bayerisches Infanterie-Regiment. Hinter der Untergruppe III./3. bayerisches Infanterie-Regiment, der auch 4./3. bayerisches Infanterie-Regiment unterstellt war, sollte 2. und 3./3. bayerisches Infanterie-Regiment als Staffel folgen. Das II./3. bayerisches Infanterie-Regiment befand sich als Brigadereserve in der früher ersten französischen Linie nahe am Mittelgesäumten. Die telefonischen Verbindungen kamen trotz der eifrigsten, unerschrockensten Tätigkeit der Fernsprechtrupps nur hie und da auf ganz kurze Zeit zustande, auch die Läuferketten arbeiteten in dem schweren Trommelfeuer nur unter den allergrößten Schwierigkeiten und hatten schwere Verluste. Mittags 12 Uhr hatte die links sich anschließende 11. Reserve-Division ihren Angriff auf die nordwestlich unserer Sturmausgangsstellung vom 20.03. noch in Feindeshand befindlichen starken Befestigungsgruppen auf den Höhen zwischen Malancourt und dem Wald von Malancourt angesetzt. Das Gelingen dieser Angriffe konnte erst die Grundlage schaffen für das Vorgehen dieser Division gegen Haucourt und Termitenhügel, dem sich dann der Angriff des linken Flügels der 11. Reserve-Division gegen die Höhen östlich des Waldes von Avocourt und des Waldes von Malancourt anschließen konnte. Unser Angriff sollte daher erst um 5.10 Uhr nachmittags losbrechen, 10 Minuten nach dem Wiederantreten der 11. Reserve-Division.

Als nun diese Zeit herannahte und die Säuberung des vor dem Waldsaum gelegenen Stützpunktes durch Stoßtrupps nicht gelungen war, ordnete der Regimentskommandeur an, dass sich zugleich mit dem Antreten zum Sturm Handgranatentrupps auf die Franzosennester zu stürzen und dass das in zweiter Linie folgende Halbbataillon (2. und 3./3. bayerisches Infanterie-Regiment) sie sich etwa noch zur Wehr setzenden Widerstandsnester zu überwältigen habe. Die schwierigste, unter den gegebenen Verhältnissenen geradezu unausführbare Aufgabe fiel aber der 9. Kompanie zu. Sie sollte aus einem einspringenden Teil der Stellung zwischen einem starken Befestigungssystem, das der rechte Flügel der 11. Reserve-Division hätte wegnehmen sollen, das aber noch von den Franzosen besetzt war, und dem von den Franzosen wieder besetzten Stützpunkt vor II./3. bayerisches Infanterie-Regiment hindurch Grabenstücke an dem von der Höhe 280 gegen den Wald herunter abfallenden Hang stürmen, die das Angriffsfeld des 3. bayerischen Infanterie-Regiments und des bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment 13 von links her flankierten. Schon die Erkundung, ob die Wegnahme des links von ihr liegenden Verteidigungssystems durch die anschließende 11. Reserve-Division gelungen sei. kostete der Kompanie zwei tüchtige Offiziere.

Pünktlich mit den übrigen Sturmtruppen tritt die Kompanie an, muss sich aber naturgemäß zunächst gegen die beiden Flankierungen wenden, von denen allmälich die linke durch den Angriff der 11. Reserve-Division einigermaßen niedergehalten wird. Dagegen kommt die 9./3. bayerisches Infanterie-Regiment nicht am Stützpunkt vorbei und greift daher die dortigen Widerstandsnester an. Die übrigen Kompanien von III./3. bayerisches Infanterie-Regiment dringen – wie befohlen – unter Niederhaltung dieser Franzosennester teils durch, teils rechts vom Stützpunkt vorbei auf dem unteren Hang der Höhe 280 vorwärts. Da verstärkt sich gegen 5.30 Uhr der Widerstand des Feindes hinter ihnen. Es erscheinen mehrere neue Maschinengewehre im Stützpunkt und feuern ihnen in den Rücken. Ferner bekommen sie von den von Westen nach Osten auf die Höhe hinauf laufenden Schützengräben, längs dessen die 9./3. bayerisches Infanterie-Regiment im Verein mit dem rechten Flügel des 10. Reserve-Infanterie-Regiments (der 11. Reserve-Division) hätte vordringen sollen, Flankenfeuer. Das frontale, vor allem aber das von rechts und rechts rückwärts – also von der Gegend des Hermont – her fegende Artilleriefeuer erreichte unbeschreibliche Heftigkeit. Trotzdem stürmten schwache, führerlose, gelichtete Häuflein bis auf die Höhe, Teile von 12./3. bayerisches Infanterie-Regiment sogar darüber hinaus in einen feindlichen Graben an der Straße Haucourt – Esnes vor, ohne seitens der zermürbten feindlichen Besatzung, die sich zum Teil ergab, mehr nennenswerten infanteristischen Widerstand zu finden; aber sie fanden auch keinen Anschluss, weder nach rechts noch nach links. Auch von hinten kam nichts mehr nach, da man noch um den Stützpunkt rang. Trotzdem hielten sich diese tapferen Gruppen unter Aufbietung fast unmenschlicher Willenskraft und unter schweren Verlusten in der Hölle, des von allen Seiten her tobendenen Artillerie- und Maschinengewehr-Feuers noch eine zeitlang und gingen erst bei einbrechender Dämmerung, ein kleines tapferes Häuflein der 11./3. bayerisches Infanterie-Regiment sogar erst am nächsten Morgen, allmählich wieder auf den Waldsaum zurück. Das Bataillon gab Befehl, die Linie am Waldsaum wieder zu besetzen. Die Führer boten alles auf, in der Dunkelheit und in dem fürchterlichen Trommelfeuer, die Truppe einigermaßen zu ordnen. Das zwischen 7 und 8 Uhr abends am Waldsaum mit Teilen eintreffende II./3. bayerisches Infanterie-Regiment gibt den nötigen Rückhalt. Die völlige Erschöpfung der durch schwere Verluste geschwächten und vollkommen durcheinander geratenen Truppe, die Dunkelheit, das flankierende feindliche Trommelfeuer und das Fehlen jeder frischen Reserve verbot ein erneutes Ansetzen des Sturmnes, zumal man erfuhr, dass bei dem rechts anschließenden 13. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment die Lage die Gleiche war. Die Verbände wurden im heftigsten Artilleriefeuer, so gut es eben ging, geordnet und die feindliche Besatzung im Stützpunkt  nun endgültig überwältigt. Dierbei wurden ein französischer Stabsoffizier, mehrere andere Offiziere und über 200 Mann als Gefangene eingebracht. Jetzt fand sich auch des Rätsels Lösung. Die Gefangenenaussagen ergaben, dass die Franzosen (vom 105. Linien-Infanterie-Regiment) den Stützpunkt erst in der Nacht zum 22.03., also während der Ablösung des II.3. bayerisches Infanterie-Regiment durch III.3. bayerisches Infanterie-Regiment , in seinen damals von uns nicht besetzten östlichen Teilen von Bethincourt her mit einem halben Bataillon wieder besetzt hatten. Die Meldungen, die der Regimentskommandeur am 21.03. mittags von dem Führer des II.3. bayerisches Infanterie-Regiment persönlich entgegengenommen hatte, fanden also damit ihre volle Bestätigung.

Eine teuflische Verkettung ungünstiger Umstände haben an diesem Tage das Regiment um den schon beinahe errungenen Siegespreis gebracht; aber besiegt war es nicht und fühlte es sich auch nicht, wenn auch die Nervenkraft von manchem tapferen Soldaten unter den fürchterlichen Eindrücken des konzentrisch gegen das vorspringende Waldstück zusammengefasstn und insbesondere den Ostrand der Länge nach bestreichenden feindlichen Artilleriefeuers zu erlahmen drohte. Als Ganzes aber hielt das Regiment durchaus die Fahne hoch, ein angreifender Feind wäre zweifellos an dem Eckpfeiler des Waldes von Avocourt zerschellt. Er fand aber nicht die Kraft zum Gegenangriff, nur seine Feuerschlünde tobten weiter, zerfetzten den Wald, zerschlugen die festen Unterstände und verwandelten im Verein mit den mehrmals niederbrasselten heftigen Regengüssen das Grabengewirr in ein Schlammlabyrinth, in dem Tote und Verwundete buchstäblich versanken. Der Tag hatte dem schon von den beiden vorhergehenden Tagen zusammengeschmolzenen Regiment 405 Mann gekostet, davon 55 tot. Gegen Morgen des 23.03. löste ein Halbbataillon der in der Nach vorgezogenen Divisionsreserve II.713. bayerisches Reserve-Infanterie-Regiment die Stützpunktbesatzung am Ostrand des Waldes ab. 2. und 3./3. bayerisches Infanterie-Regiment  wurden als Brigadereserve in die frühere vordere französische Linie nahe des Mittelgeräumtes gezogen. 4.3. bayerisches Infanterie-Regiment  wird als Regimentsreserve hart nördlich an das Negerdorf beordert. Die rechte Flügelgruppe bleibt an der alten Stelle. II. und III.3. bayerisches Infanterie-Regiment  halten den Waldsaum südlich des Stützpunktes, Front nach der Höhe 280 besetzt. Der 8.10 Uhr morgens ankommende Brigadebefehl von 6.30 Uhr morgens befiehlt Festhalten und Ausbau der eingenommenen Stellungen“

Man begrub Wilhelm Kolb auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye in einem Massengrab.

Sterbebild von Wilhelm Kolb
Rückseite des Sterbebildes von Wilhelm Kolb

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.286: Anton Adam

Der Soldat Anton Adam wurde am 12.08.1888 geboren und stammte aus Teisnach in Bayernwar von Beruf Volksschullehrer. Im Ersten Weltkrieg diente er als Vizefeldwebel der Reserve und Offiziers-Aspirant. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Verdienst-Kreuz mit Krone und Schwertern ausgezeichnet. Am 04.03.1917 fiel er im Alter von 28 Jahren.

Die Lage des Grabes von Anton Adam ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Teisnach gedenkt Anton Adam noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/teisnach_st_margaretha_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Anton Adam
Rückseite des Sterbebildes von Anton Adam

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.201: Ludwig Fink

Der Soldat Ludwig Fink stammte aus Tübingen in Baden-Württemberg und war Mitarbeiter und Bevollmächtigter des C. F. Amelang Verlages in Leipzig in Sachsen. Er diente als Offiziersaspirant (Offiziersanwärter) und Offiziersstellvertreter in der 5. Kompanie des 123. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 19.08.1914, also gleich zu Beginn des Ersten Weltkrieges, fiel er durch Kopfschuss bei Günsbach im Münstertal (Vogesen).

Über den Todestag von Ludwig Fink berichtet die Regimentsgeschichte des 123. Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Am 16.08.1914 trat das Bataillon jedoch zum Regiment wieder zurück und fand in Dessenheim südlich Neubreisach (französisch: Neuf-Brisach) Unterkunft; aber schon am 18.08. wurde es dem Verbande der 1. bayerischen Landwehr-Brigade (Brigade Eichhorn) zugeteilt und nach Logelbach westlich Kolmar vorgezogen. In diesem Verbande sollte es seine Feuertaufe erhalten.

Rückzugsgefecht bei Weier im Tal und Günsbach (Münstertal) am 19.08.1914

Im Anschluss an Landwehr-Infanterie-Regiment 121, dieses nach Süden verlängernd, rückte das II. Bataillon nach Weier im Tal vor. Von da drangen 5. und 7. 123. Landwehr-Infanterie-Regiment ausgeschwärmt über die Wiesen bis Günsbach. Die 5. Kompanie stieß in raschem Entschluss durch die Ortschaft durch und versuchte befehlsgemäß die Anhöhe westlich Günsbach zu nehmen. Kaum hatte sie diesen Auftrag ausgeführt, als sie in starkes Infanterie- und Maschinengewehrfeuer feindlicher Alpenjäger, die in etagenförmig übereinanderliegenden, gut markierten Schützengräben verborgen waren, geriet und wesentliche Verluste erlitt.

Die 7. Kompanie 123. Landwehr-Infanterie-Regiment ging von Günsbach aus im Anschluss an die 5. Kompanie Landwehr-Infanterie-Regiment 123 als äußerster linker Flügel des Detachements vor, erhielt aber alsbald nach Verlassen der Ortschaft aus nächster Nähe scharfes Maschinengewehrfeuer, ohne den Trefflich verborgenen Feind erkennen zu können.

6. und 8. Kompanie, die während des Gefechts fast immer wirkten, wurden vom Führer des Detachements nach dem Kapellenberg nordwestlich Weier im Tal vorgeschoben, um die eigene Artillerie zu decken.

Da es nicht möglich war, gegen den mächtigen verschanzten Gegner auf den nördlichen Höhen des Münstertales die Oberhand zu gewinnen, entschloss sich die 1. bayerische Landwehr-Infanterie-Brigade etwa nachmittags 4 Uhr, das Gefecht abzubrechen. Der Zweck, den Gegner an raschem Vordringen zu hindern und starke Kräfte festzuhalten, schien erreicht.

So trat auch das II./Landwehr-Infanterie-Regiment von Günsbach und Weier im Tal aus den Rückzug an, nicht ohne Schwierigkeiten, besonders für 5. und 7. Kompanie, die am weitesten vorne standen. 5. Kompanie geriet beim Loslösen vom Feind die Abhänge hinunter in heftiges Maschinengewehrfeuer, und 7. Kompanie wurde beim Rückzug auf St. Gilgen von feindlicher Artillerie beschossen. Das Bataillon sammelte sich am Abend in Logelbach.

Dieses erste Gefecht hat dem Regiment wichtige Erfahrungen gebracht: Ein großes Hindernis und fortgesetzten Anlass zu Missverständnissen bot die blaue Uniform. Landwehr-Infanterie-Regiment 121 war teilweise, die bayerische Landwehr ganz in Feldgrau gekleidet. Die Soldaten des II./Landwehr 123 wurden deshalb irrtümlicherweise von den auf den Höhen nördlich des Münstertales vorgehenden Bayern für Franzosen gehalten und wiederholt von der Flanke und vom Rücken beschossen.

Dann fehlte es, trotz persönlicher Tapferkeit, den Offizieren wie Mannschaften an praktischer Erfahrung in der Geländebnützung und im Eingraben, an genügender Schulung der Führer und Unterführer, sowie an der richtigen Bewertung der Nachrichtenübermittlung, um in einem bergigen und stark bewaldeten Gelände einen gut eingegrabenen Gegner anzugreifen.

Die Verluste des Tages betrugen 5 Tote (darunter der tapfere Offizierstellvertreter Fink von der 5. Kompanie), 31 Verwundete (darunter der Führer der 7. Kompanie, Hauptmann der Reserve Adolf Köstlin) und mehrere Vermisste.

Für seine wackere Haltung im ersten Gefecht sprach der Regimentskommandeur dem Bataillon seine Anerkennung aus.“

Man begrub Ludwig Fink auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 2, Grab 221.

 

Sterbeanzeige von Ludwig Fink
Foto von Ludwig Fink

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.092: Thomas Streitberger

Der Soldat Thomas Streitberger stammte aus Lindau am Bodensee und war Lehrer von Beruf. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier und Offizier-Aspirant in der 9. Kompanie des 13. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 29.03.1916 fiel er wöhrend der Schlacht um Verdun bei Malancourt im Wald von Avocourt.

Man begrub Thomas Streitberger auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye in ienem Massengrab.

Sterbebild von Thomas Streitberger
Rückseite des Sterbebildes von Thomas Streitberger

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.839: Franz Xaver Spiegl

Franz Xaver Spiegl wurde am 12.02.1897 in Bergen geboren, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Affing. Er war Alumnus des Bischöfliches Klerikalseminar in Eichstätt. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 5. Kompanie des 7. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments als Vizefeldwebel und Offiziers-Aspirant. Er wurde mit dem Eisernes Kreuz und Militär-Verdienst-Kreuz mit Krone und Schwertern ausgezeichnet. Am 27.09.1918 fiel er im Alter von 21 Jahren bei Nantillois an der Westfront.

Man begrub Franz Xaver Spiegl auf dem Soldatenfriedhof Brieulles-sur-Meuse in einem Massengrab.

Sterbebild von Franz Xaver Spiegl
Rückseite des Sterbebildes von Franz Xaver Spiegl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – SONDERBEITRAG: Oskar Ruhtz

Der Soldat Oskar Ruhtz stammte aus Adelby bei Flensburg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier und Offiziersaspirant in der 10. Kompanie des 1. Garde-Grenadier-Regiments. Am 26.02.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme bei Beuvraignes.

Offiziell ist für Oskar Ruhtz keine Grablage bekannt. Es ist jedoch naheliegend, dass er anonym in einem Massengrab auf dem rund 5 Kilometer von seinem Sterbeort gelegenen Soldatenfriedhof Roye-St.Gilles begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die am gleichen Tag fielen, u. a. den Füsilier Georg Hetzel, gefallen am 26.02.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Roye-St.Gilles in Block 2, Grab 1.836.

Todesanzeige der Commerz- und Disconto-Bank für Oskar Ruhtz