Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.813: Kilian Peter

Der Soldat Kilian Peter wurde am 01.12.1890 in Adrazhofen geboren, einem Ortsteil der Gemeinde Leutkrichen im Allgäu im heutigen Bundesland Baden-Württemberg, und war Schreiner. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 8. Kompanie des 143. Infanterie-Regiments. Ende August wurde er als vermisst gemeldet. Später stellte sich heraus, dass er am 23.08.1914 während der Schlacht bei Saarburg und vor Nancy – Epinal bei Bréménil schwer verwundet und am 27.08.1914 (Verlustlisten und Volksbund: 01.09.1914) im Alter von 23 Jahren im Kriegslazarett Lörchingen (französisch: Lorquin) gestorben war.

Über den Tag seiner schweren, letztlich tödlichen Verwundung und die Umstände berichtet die Regimentsgeschichte des 143. Infanterie-Regiments:

„Bei Parux (23. August 1914)

Am 22. August 1914 marschierten wir über Cirey auf Parux, das vom Feinde besetzt war. Nach Überwindung des feindlichen Widerstandes ging es weiter auf Bréménil in Richtung Badonviller. Dort war Infanterie-Regiment 99 mit Teilen eingedrungen. Zur Erkundung vorgehend, musste der Brigade-Stab eine Viertelstunde lang im nassen Graben liegen, um gegen starkes feindliches Artilleriefeuer Deckung zu nehmen. Mittlerweile wurde es dunkel. Plötzlich ertönte nachts aus Badonviller die hellen Clarions französischer Truppen und der schwungvolle Gesang der Marseillaise unter hartem Marschtritt auf der Straße. Schon war der Brigadekommandeur um die im Ort befindlichen 99er besorgt, als nach heftigem Nahkampf in kräftigen Akkorden die „Wacht am Rhein“ ertönte und ihr ein brausendes deutsches Hurra folgte. Hauptmann Rogge vom Infanterie-Regiment 99 hatte angegriffen. Da die Stärke der feindlichen Besatzung in Badonviller unbekannt war, zog der Kommandeur Infanterie-Regiment 99 seine Truppen (etwa ein Bataillon) aus dem Ort heraus. Der Brigadekommandeur billigte dies, denn entweder musste die Brigade den Ort bei Dunkelheit erstürmen, was angesichts der unklaren Lage nicht ratsam war, oder der Ort musste vorläufig – wie geschehen – geräumt werden. Während dieser Vorgänge lag außerdem eigenes Artilleriefeuer auf Badonviller. (Bericht von General von Altrock).

Am nächsten Morgen, Sonntag, dem 23. August, früh, wurde der Weitermarsch angetreten. Eine Woche schwerster Kämpfe sollte mit diesem Tag anbrechen! Das Regiment befand sich vorn. Die Vorhut hatte III./143, (Spitze: 12. Kompanie, Leutnant der Reserve Overzier), es folgten II. Bataillon und Maschinengewehr-Kompanie. dann I./143. Kurz hinter Lafremborn wurde die französische Grenze überschritten, von den Truppen mit Jubel begrüßt, denn bis jetzt hatten wir ja immer noch auf deutschem Boden gekämpft.

Der Marsch ging zunächst nach Cirey, wo gehalten wurde, weil eine starke feindliche Nachhut die Truppe zur Entwicklung zwang, während die Vorhut, III./143 auf Parux weitergeschickt wurde. Das Bataillon setzte sich in den Besitz des Dorfes, wurde aber von den gegenüberliegenden Höhen von Süden und Osten her stark beschossen. Die Verluste waren schwer. Der Regimentsführer der Feldartillerie hatte angesichts der Franzosen auf einem Schimmel unsere Schützenlinie abgeritten und dadurch starkes Feuer auf uns gezogen. Inzwischen hatte die Brigade den Weitermarsch von Cirey angetreten. Der Regiments-Stab 143 ritt nach Parux zur Orientierung vor. Von Süden und Südosten her vorgehende französische Schützen ließen einen Angriff auf Parux erkennen. Der Regimentsführer setzte deshalb zwei Kompanien des II./143 zur Unterstützung des III. Bataillons in Parux ein, wobei sich die 8./143 unter Hauptmann Kürgensen besonders auszeichnete, indem sie unter schwerstem Feuer ein großes Gehöft hart südlich Parux besetzte. Den Rest des II. Bataillons behielt Oberstleutnant Freiherr von Liliencron zu seiner Verfügung in der Nordostecke des Bois de Coupe. Zwei Züge der Maschinengewehr-Kompanie wurden bei Höhe 319 im Bois de Coupe in Stellung gebracht. Major Collet mit dem verstärkten III. Bataillon ging jetzt zum Gegenangriff gegen die Höhen südlich Parux vor und gelangte hinauf. Schweres Artilleriefeuer indes zwang das tapfere Bataillon wieder nach Parux zurück.

Vom I./143 war die 1. Kompanie zwischen Cirey und Parux zum Schutze des Divisionsstabs links abgezweigt worden und kämpfte später im Verband des Infanterie-Regiments 99, wobei ihr heldenmütiger Chef, Hauptmann von Strzemierzny, fiel. Die übrigen Kompanien wurden vom Regimentsführer durch das Bois de Coupe geschickt, um den Feind auf den Höhen zwischen Parux und Bréménil zu umfassen. Der Marsch verzögerte sich jedoch durch das äußerst schwierige und sumpfige Gelände im Wald, aus dem es zwar französische Schützen vertrieb, für den beabsichtigten Angriff auf die genannten Höhen aber nicht mehr in Tätigkeit kam.

Inzwischen war es 2 Uhr nachmittags geworden. Die Franzosen konnten sich offensichtlich zur Fortsetzung ihres Angriffs auf Parux nicht entschließen, da unsere Artillerie ihnen stark zusetzte und ihnen auch der Anmarsch des I./143 durch das Bois de Coupe nicht entgangen war. Jetzt erhob sich das tapfere Bataillon Collet zum zweiten Male zum kräftigen Angriff auf die vorliegenden Höhen, dem sich die Franzosen aber durch schleunige Flucht entzogen, eine ganze Batterie zurücklassend, die von 10./143 genommen wurde.

So war das Regiment um 3 Uhr nachmittags im Besitz der Höhen zwischen Parux und Bréménil. Hier strömte jetzt alles zusammen, Truppen und Stäbe, und weiter ging es in breiter Front, Richtung Badonviller. Dort hatten die Franzosen wieder Front gemacht, und Badonviller selbst war stark besetzt. Das feindliche Artilleriefeuer zwang die Division in der Höhe von les Carrières halt zu machen, um die eigene Artillerie zunächst wirken zu lassen. Gegen Abend wurde die 60. Infanterie-Brigade auf Badonviller angesetzt, Infanterie-Regiment 143 westlich der Straße les Carrières – Badonviller. Das Regiment erhielt beim Vorgehen wiederum Verluste, diesmal durch eigenes, schweres Artilleriefeuer, so dass der Angriff von der Brigade wegen Dunkelheit und ungeklärter Verhältnisse angehalten wurde. So wurden weitere Angriffe auf den folgenden Tag verschoben.

Das Regiment nächtigte auf dem harten Boden im Chausseegraben der Straße nach Badonviller. Die Feldküche wurde herangezogen. Das Wetter war in dieser Zeit glücklicherweise dauernd schön, die Nächte aber schon empfindlich kalt, und man konnte sich Angenehmeres denken, als diese Nacht auf der Höhe von Les Carrières.“

Man begrub Kilian Peter auf dem Soldatenfriedhof Abreschviller (deutsch: Alberschweiler) in einem Massengrab.

Sterbebild von Kilian Peter
Rückseite des Sterbebildes von Kilian Peter

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.495: Georg Riedl

Der Soldat Georg Riedl wurde am 17.10.1889 in der bayerischen Gemeinde Betzigau geboren. Er war von Beruf Schreiner. Am 02.01.1919 verstarb er, vermutlich an den Folgen des Ersten Weltkrieges,  im Alter von 29 Jahren in Betzigau. Er war mit dem Bayerischen Militärverdienstkreuz III. Klasse ausgezeichnet worden.

Sterbebild von Georg Riedl
Rückseite des Sterbebildes von Georg Riedl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.438: Ernst Klett

Der Soldat Ernst Klett wurde am 16.12.1879 in Großwalbur geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Meeder, und war Schreiner von Beruf. Im Ersten Weltkrieg diente er als Landsturmmann in der 10. Kompanie des 440 Reserve-Infanterie-Regiment. Am 07.11.1916 fiel er während der Schlacht Aisne im Alter von 36 Jahren im Bois des Chevaliers bei Beaulne (Chemin des Dame).

Zunächst begrub man Ernst Klett auf dem damaligen Hanseaten-Friedhof an der Oranierstraße der Combreshöhe. Später, nach der Auflösung dieses Feld-Friedhofs, bettete man die Gebeine seine Gebeine auf den Soldatenfriedhof Troyon in Block 6, Grab 88, um.

Der Name von Ernst Klett ist auf dem Soldatenfriedhof Troyon im Gedenkbuch verewigt: http://www.denkmalprojekt.org/2008/troyon_kgs_wk1_fr/troyon_kgs_wk1_fr_k.htm

Sterbebild von Ernst Klett
Rückseite des Sterbebildes von Ernst Klett

Die Männer des Zweiten Weltkriegs – Teil 2.412: André Vandenhirtz

Der Soldat André Vandenhirtz wurde am 24.08.1909 in Eupen geboren – damals deutsch – heute belgisch (Ostbelgien / Deutschsprachige Gemeinschaft). Er lernte den Beruf des Schreiners. Am 18.051942 wurde er als Grendaier in die Wehrmacht einberufen. Am 20.05.1943 fiel er im Alter von 32 Jahren bei Hart / Szablino (Leningrad / St. Petersburg) durch einen Granatsplitter.

Man begrub auf dem Soldatenfriedhof Sologubowka in Block 8, Reihe 18, Grab 752.

Sterbebild von André Vandenhirtz
Rückseite des Sterbebildes von André Vandenhirtz

Die Männer des Zweiten Weltkriegs – Teil 1.224: Josef Graus

Der Schreiner Josef Graus wurde am 10.03.1909 in Saarwellingen im Saarland geboren. Im Zweiten Weltkrieg diente er in der 7. Kompanie des Grenadier-Regiments 146 (schwere Maschinengewehr Kompanie) als Unteroffizier. Er wurde mit dem Eisernes Kreuz 1. und 2. Klasse ausgezeichnet. Am 22.09.1944 fiel er im Alter von 35 Jahren bei Serra, Provinz Pistoia, Italien, durch eine britische Panzergranate

Man begrub Josef Graus auf dem Soldatenfriedhof Futapass (Italien), Block 50, Grab 757.

Sterbebild von Josef Graus
Rückseite des Sterbebildes von Josef Graus

 

Der theoretische Weg von Josef Graus von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 989: Maximilian Steiner

Der Schreiner Maximilian Steiner wurde am 12.11.1886 in Kirchdorf in Bayern geboren, heute ein Ortsteil der Stadt Wörishofen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 1. Batterie des 1. bayerischen Reserve-Feld-Artillerie-Regiment als Kanonier. Am 02.09.1916 fiel er im Alter von 29 Jahren an der Somme. Er wurde zunächst auf einem Soldatenfriedhof in Moislains begraben.

Heute ist die Lage seines Grabes nach einer Umbettung unbekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass die Gebeine von Maximilian Steiner anonym auf dem Soldatenfriedhof Maissemy in einem Massengrab beigesetzt wurden. Die anderen Kameraden seines Regiments, die im ähnlichen Zeitraum fielen, wurden dort beigesetzt:

  1. Oberleutnant der Reserve Georg Eisenmann, gefallen am 30.08.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Maissemy in Block 7, Grab 861;
  2. Fahrer Georg Rupprecht, gefallen am 31.08.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Maissemy in Block 7, Grab 860.

Seine Heimatgemeinde Bad Wörishofen gedenkt Maximilian Steiner noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2008/bad_woerishofen_kurpark_wk1u2_bay.htm

 

 

Sterbebild von Maximilian Steiner
Rückseite des Sterbebildes von Maximilian Steiner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 952: Alois Peter

Der Schreiner Alois Peter wurde am 24.02.1899 in Straubing geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 4. Kompanie des Minenwerfer Bataillons 21 als Minenwerfer. Am 27.10.1918 verstarb er im Alter von 19 Jahren an einer schweren Verwundung, die er sich im Kampf zugezogen hatte, wenige Tage vor Ende des Krieges.

Die Lage des Grabes konnte ich nicht ermitteln.

Sterbebild von Alois Peter
Rückseite des Sterbebildes von Alois Peter

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 821: Otto Mairfels

Der Schreiner Otto Mairfels wurde am 13.11.1884 in Hegnenbach geboren, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Altenmünster. Im Ersten Weltkrieg diente er als Oberjäger in Maschinengewehr-Abteilung des 2. bayerischen Jägerbataillons und wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 08.08.1916 fiel er im Alter von 31 Jahren bei den furchtbaren, Menschen verachtenden Kämpfen vor Verdun in Frankreich.

Man begrub Otto Mairfels auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

Otto Mairfels wird noch heute in einem Gedenkbuch seines Bataillons gedacht: http://www.denkmalprojekt.org/2014/erinnerungs-u-gedenkbuch-d-aschaffenburger-jaeger_2bayer-jaeger-bataillon_l-q_wk1.html

Sterbebild von Otto Mairfels
Rückseite des Sterbebildes von Otto Mairfels

Der theoretische Weg von Johann Blasi von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 640: Nikolaus Sedlbauer

Der Schreiner Nikolaus Sedlbauer stammte aus Waith, heute ein Ortsteil der Gemeinde Bruckmühl, und war der Sohn eines Kleinbauers. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 5. Batterie des 8. bayerischen Reserve-Feldartillerie-Regiments als Gefreiter. Am 21.06.1915 fiel er im Alter von 19 Jahren am Stemlisberg bei Münster im Elsass.

Die Regimentsgeschichte des 8. bayerischen Reserve-Feldartillerie-Regiments berichtet über diesen Tag und über den Tod Sedlbauers:

21. Von frühmorgens ab unterstützten die Batterien den Gegenangriff am Köpfle, der bis 1:30 Uhr nachmittags die Ausgangslage wieder herstellt. Das Regiment ist in angestrengtester und erfolgreichster Tätigkeit. Es hilft im Laufe des Tages sechs feindliche Gegenangriffe abweisen. Nachmittags wird auch Sturmabwehr auf Sondernach geschossen, wodurch ein Angriff dort im Keime erstickt wird. 1. und 5./8. werden zeitweise heftig beschossen, letztere beklagt einen Verlust. Der 21.07.1915 ist ein besonderer Ehrentag des Regiments.

Der genannte Verlust war Nikolaus Sedlbauer – den „Ehrentag“ hat er nicht überlebt.

Das Grab von Nikolaus Sedlbauer befindet sich auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach im Block 6, Grab 115.

 

Der theoretische Weg von Nikolaus Sedlbauer von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 325: Stephan Glas

Der Gefreite Stephan Glas ( beim Volksbund als „Stefan“ registriert) stammte aus Reikering, einem Ortsteil von Stephanskirchen. Er war von Beruf Schreiner. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 10. Kompanie des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 26.06.1915 verstarb er im Alter von 38 Jahren im Lazarett Colmar.

Die sterblichen Überreste von Stephan Glas ruhen auf dem Soldatenfriedhof Colmar, Grab 129.

Sterbebild von Stephan Glas
Rückseite des Sterbebildes von Stephan Glas

 

Der theoretische Weg von Stephan Glas von seinem Geburtsort zu seinem Sterbeort und Grab: