Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 992: Josef Ostermaier

Josef Ostermaier (richtig: Joseph Ostermeier) stammte aus Leibersdorf in Bayern und war der Sohn eines Tagelöhners (Söldnersohn). Im Ersten Weltkrieg diente er in der 8. Kompanie des 10. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 23.06.1916 fiel er im Alter von 25 Jahren bei Thiaumont während der Schlacht um Verdun nach 23 Monaten Kriegsdienst durch einen Granatkopfschuss.

Die Lage des Grabes von Josef Ostermeier ist offiziell nicht bekannt. Ich vermute jedoch, dass er aufgrund der Umstände anonym auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab begraben wurde, so, wie seine anderen in diesen Tagen gefallenen Kameraden aus der 8. Kompanie auch:

  1. Reservist Heinrich Muschler, gefallen am 23.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  2. Reservist Ludwig Heumann, gefallen am 22.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  3. Infanterist Jakob Amann, gefallen am 23.06.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
  4. Gefreiter Karl Papp, gefallen am 22.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Josef Ostermaier
Rückseite des Sterbebildes von Josef Ostermaier

Der theoretische Weg von Josef Ostermaier von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 827: Simon Mittermeier

Der Kaufmannssohn Simon Mittermeier stammte aus Simbach am Inn.  Im Ersten Weltkrieg diente er in der 4. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments als Infanterist. Am 08.06.1916 fiel er im Alter von 26 Jahren bei den Kämpfen vor Verdun bei den Kämpfen um die Wabengräben im Thiaumont-Wald und um die Thiaumont-Ferme.

Man begrub Simon Mittermeier auf dem Soldatenfriedhof Azannes II in Block 2, Grab 1168.

Sterbebild von Simon Mittermeier
Rückseite des Sterbebildes von Simon Mittermeier

Der theoretische Weg von Simon Mittermeier von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 763: Leo Geissler

Der Landsturmmann Leo Geissler (Geißler) wurde am 17.04.1882 in Oberstdorf geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 2. Kompanie des 12. Infanterie-Regiments. Am 26.06.1916 fiel er im Alter von 34 Jahren bei Thiaumont während der deutschen Offensive gegen Fleury, Thiaumont und Côte Froide Terre in der Schlacht um Verdun.

Eine Grablage ist für Leo Geissler heute nicht mehr bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass man ihn auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville namenlos in einem Massengrab beigesetzt hat, zusammen mit Kameraden seines Regiments und seiner Kompanie, die am selben Tag oder im gleichen Zeitraum fielen:

  1. Infanterist Matthias Zingerle, gefallen am 26.06.1916 beim Fort Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab,
  2. Landsturmmann Josef Enderle, gefallen am 26.06.1916 beim Fort Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab,
  3. Landsturmmann Philipp Wieländer, gefallen am 27.06.1916 beim Fort Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

 

Noch heute gedenkt seine Heimatgemeinde Oberstdorf Leo Geissler auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/oberstdorf_st_johannes_baptist_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Leo Geissler
Rückseite des Sterbebildes von Leo Geissler

Der theoretische Weg von Leo Geissler von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 356: Johann Loferer

Der Landwehrmann Johann Loferer stammte aus Weiher (Ortsteil von Schönau (Rottal)). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 1. Kompanie des 24. Infanterie-Regiments. Ende Mai wird er nach einer Kampfhandlung zunächst vermisst gemeldet. Dann steht fest, dass er am 25.05.1916 im Alter von 30 Jahren bei Thiaumont während der Kämpfe um Verdun gefallen ist.

Johann Loferer wurde auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab beigesetzt.

Sterbebild von Johann Loferer
Rückseite des Sterbebildes von Johann Loferer

 

Der theoretische Weg von Johann Loferer von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 127: Bernhard Späth

Bernhard Späth war Metzger und Sohn eines Schuhmachermeisters aus Kraiburg. Er diente im Ersten Weltkrieg als Reservist in der 7. Kompanie des 2. Infanterie-Regiments, als er am 25.06.1916 bei Thiaumont während der Gefechte um Verdun durch eine Maschinengewehrkugel getötet wurde.

Begraben wurde Bernhard Späth letztlich auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde gedenkt auch heute noch seiner mit einem Denkmal: http://denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/kraiburg_1870-71_wk1u2_bay.htm

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 31: Franz Glück

Diese Serie über Teilnehmer des Ersten Weltkriegs soll die Menschen zeigen, die mit ihrem Schicksal für den Ersten Weltkrieg stehen, weil sie für ihr Vaterland litten und starben. Geblieben ist von ihnen allenfalls ein Vermerk auf einem Denkmal und / oder ein Sterbebild. Oftmals nicht einmal dies.

Krieg ist nicht nur ein militärisches, geschichtliches und politisches Ereignis sondern auch ein grausames Schicksal für viele Menschen – auf beiden Seiten! Die Männer, die ich an dieser Stelle vorstellen möchte, sind Beispiele für das Grauen und sollen uns alle mahnen, Krieg zu ächten. Sie sollen nicht vergessen sein!

Franz Xaver Glück wird 1893 als Sohn eines Gastwirts und Grundbesitzers in Ledern geboren, heute ein Ortsteil der bayerischen Stadt Tittmoning. Im Ersten Weltkrieg dient er in der 12 Kompanie des 24. bayerischen Infanterie-Regiments und wird mit dem Bayerischen Militär-Verdienstkreuz mit Schwertern ausgezeichnet. Am 25.05.1916 fällt er bei den furchtbaren Kämpfen um Verdun bei Thiaumaont an einem Bauchschuss. Da hatte er 17 Monate im Feld gestanden.

Die sterblichen Überreste von Franz Glück ruhen heute in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof in Hautecourt-lès-Broville.

Sterbebild von Franz Glück
Sterbebild von Franz Glück
Rückseite des Sterbebildes von Franz Glück
Rückseite des Sterbebildes von Franz Glück

 

Der theoretische Weg von Franz Glück von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Abri-caverne quatre Cheminèes / Vier Schornsteine

Bei dem Abri Caverne des Quatre Chemineès handelt es sich um einen unterirdischen Schutzbunker, der sich auf der Anhöhe Froideterre befindet. Etwa 10 Monate rückte er während der Schlacht um Verdun in den Mittelpunkt des Geschehens. Der Schutzbunker war für die französischen Ablösetruppen ein wichtiges Bauwerk auf dem Weg vom Weinberghang (Ravin de Vigines) zum Hochplateau Thiaumont oder nach Fleury.

Der Schutzbunker war 1890 zur Unterbringung von 200 Reservisten angelegt worden. Er besteht aus einem unter den Fels geschlagenen Stollen, der als Befehlsstabsquartier und Sanitätsstelle genutzt wurde und etwa 8 Meter lang war.

Ein junger Leutnant berichtet aus dem Jahr 1916, als die Kämpfe um den Schutzbunker einen Höhepunkt erreicht hatten: „Wir haben dort sieben Tage zugebracht, ohne zu schlafen, Tag und Nacht ununterbrochenes Kanonenfeuer. Die Erdabdeckungen wurden ständig aufgerissen, aufgewühlt und aufgeworfen, änderten stündlich seine Form.“

In dem Befestigungsbunker hielten sich ständig Sterbende und Verletzte auf, die man nicht abtransportieren konnte, erschöpfte Meldegänger, abgekämpfte Soldaten und übermüdete Befehlshaber auf. Die Sicherheit der Menschen hing davon ab, ob die kämpfenden Kameraden die wenige hundert Meter entfernte Frontlinie hielten.

Die schlimmsten Tage des Bunkers waren der 22. und 23.06.1916. Die deutschen Truppen wollten noch vor dem Einsetzen der Offensive an der Somme den Verteidigungsgürtel Froideterre sprengen. Hierzu setzen sie eine bis dahin nie erlebte Masse an Soldaten und Kriegsmaterial ein. Ab dem 20.06.1916 wurde die Befestigung Froideterre unablässig bombardiert und die Festungsanlage Thiaumont zerstört. Am Abend des 22.06.1916 gingen alleine 100.000 Giftgasgranaten auf das Schlachtfeld nieder und legten die französische Verteidigung lahm. Für die Menschen im Schutzbunker Abri Caverne des Quatre Chemineès brachten die Gasgranaten den sicheren Tod. Die im Bunker liegenden Schwerverletzten wurden alle vergiftet, die meisten unter ihnen, die keine geeigneten Gasmasken hatten, erlitten schreckliche Todesqualen. Schneeweiße, von unerträglichen Krämpfen refurchte Gesichter, in die Brust gekrallte Finger.

Am 23.06.1916 erfolgte der deutsche Angriff mit 50.000 Mann auf breiter Front mit Rauchbomben und Flammenwerfern. Die französischen Verteidigungsanlagen wurden überrannt. Um 9:30 Uhr erreichten sie die Befestigung Froideterre, besetzten das Dach und beschossen die Eingänge. In die Luftschächte warfen sie Granaten, sodass im Inneren Panik ausbrach. Zwar drohte die französische Front zu brechen, jedoch wichen die deutschen Truppen erschöpft während eines Gegenangriffs der Franzosen zurück.

Die Anlage ist gut ausgeschildert und kann, soweit nicht eingestürzt, besichtigt werden. Sie ist gut erhalten.

(Stand: Frühjahr 2010)

Hinweisschild auf den Schutzbunker an der Straße
Nach fast 100 Jahren sind die Granateinschläge und Granattrichter noch deutschlich sichtbar
Im Hintergrund sind die Belüftungsschächte zu sehen

Ein Eingang in die Stollen des Befestigungsbunker
Ein zerstörter Vorbau des Befestigungsbunkers
Denkmal für Pierre Cazalis de Fondouce, gefallen am 8. August 1916

Zwar ist der Zutritt zur Befestigungsanlage verboten, jedoch sind alle Türen offen und der Zugang frei

Der Befestigungsstollen von innen
Der Eingangsbereich von innen betrachtet
Ein Kamin des Schutzbunkers
Der Bunker ist innen mit einer Klinkerwand ausgegleidet. Dahinter befindet sich ein Hohlraum zum Felsen.
Nach fast 100 Jahren zerfällt die gemauerte Wand langsam.
Blick von oben in einen Belüftungsschacht
Der Kopf eines Belüftungsschachts

Blick über den Wald

La Tranchée des Baïonnettes

Nachfolgend finden Sie Bilder vom Denkmal La Tranchée des Baïonnettes. Es befindet sich auf dem Schlachtfeld von Verdun.

Nach dem 1. Weltkrieg fand man einen zugeschütteten Schützengraben, aus dem noch Bajonette herausragten. Der Graben befand sich am Thiaumont (Ravin de la Dame bzw. Ravin de la Mort – Totenschlucht). Lange Zeit erzählte man sich, in dem Graben befänden sich Soldaten des 137. französischen Infanterieregimentes, die lebend durch Granateinschlag stehend begraben worden seien.

Spätere Recherchen ergaben, dass dies nicht der Wahrheit entsprach. In Wirklichkeit wurden die Soldaten bei einem deutschen Angriff am 13.06.1916 getötet und sind in ihrem Graben liegen geblieben. Die deutschen Soldaten beerdigten die französischen Soldaten und markierten mit deren Gewehren die Grabstelle. Durch eine spätere Exhumierung wurde dieses Geschehen bestätigt. Vier Soldaten konnten nicht identifiziert werden.

Ein amerikanischer Industrieller stiftete den Denkmalsbau.

Die Bajonette wurden von pietätlosen Touristen im Laufe der Jahre abgerissen.

Eingang zum Denkmal

Die Front des Denkmalbaus, der den Graben abdeckt
der abgedeckte Graben von innen

Grab eines unbekannten französischen Soldaten

Der Gewehransatz, auf dem einst das Bajonett montiert war
Imposante Eingangstür zum Denkmal

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