Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.882: Anton Stadler

Der Soldat Anton Stadler stammte aus Kröhstorf, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Eichendorf. Sein Vater war Kleinbauer (Gütler). Im Ersten Weltkrieg diente er als Kraftfahrer und Pionier in einer bayerischen Kraftfahrer-Kolonne. Am 23.10.1918 verstarb er im Alter von 29 Jahren im Kriegslazarett bayerische Abteilung 64 an einer Lungenentzündung.

Zunächst wurde er in Lokorent in Belgien begraben. Später bettete man seine Gebeine auf den Soldatenfriedhof Vladslo in Block 4, Grab 620 um.

Seine Heimatgemeinde Kröhstorf gedenkt Anton Stadler noch heute auf zwei Denkmälern: http://www.denkmalprojekt.org/2011/eichendorf-dornach_wk1u2_bay.htm und http://www.denkmalprojekt.org/2011/eichendorf-kroehstorf_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Anton Stadler
Rückseite des Sterbebildes von Anton Stadler

Sonderbeitrag: Das Grab des ersten gefallenen deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg

Albert Mayer

Der Soldat Albert Otto Walter Mayer wurde am 24.04.1892 in Magdeburg geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant im 5. Jäger-Regiment zu Pferd. Er fiel als Patrouillenführer und erster deutscher Soldat am 02.08.1914 bei Delle im Raum Belfort.

 

 

 

Über den Todestag und die Todesumstände von Albert Mayer berichtet der damalige Gefreite Heinze in der Regimentsgeschichte des 5. Jäger-Regiments zu Pferd:

„Ich war im Jahre 1914 Gefreiter bei der 3. Eskadron des Jäger‑Regiments zu Pferde Nr. 5. Am 1. August 1914, nachmittags 4³⁰, rückte unsere Eskadron aus Mühlhausen nach der Grenze. In Wahlbach wurde eine Offizierspatrouille gebildet, bestehend aus Leutnant Mayer, mir als Gefreiten, ferner den Jägern Peters, Hillbrint, Platt, Martin und Grigo. Ob noch mehrere Reiter bei dieser Patrouille waren, ist mir unbekannt. Von Wahlbach ritt die Patrouille nach Bisel, wo wir in einer Wirtschaft, ich glaube im „Schwanen“, Quartier nahmen. Die Pferde wurden im Stall abgesattelt und die Mannschaften blieben im Stall bei ihnen. Leutnant Mayer richtete sich in der Wirtschaft ein Nachtlager ein. Am Westausgang des Dorfes wurde ein Doppelposten aufgestellt.
Am 2. August 1914, vormittags 10 Uhr, erhielten wir Befehl, über die Grenze zu reiten, um Erkundungen über feindliche Truppenansammlungen u.s.w. einzuholen. Der Befehl, über die Grenze zu gehen, wurde, soviel ich weiß, von einem Radfahrer überbracht. Leutnant Mayer gab sofort Befehl zum Satteln und wir ritten am Südlings vorbei über die Grenze 3 km westlich Mr. Gepst und kamen auf Courtelevant, wo wir im Trabe durchritten, ohne feindliche Posten zu bemerken und ohne beschossen zu werden. Wir ritten weiter nach Faverois, wo wir am Eingang des Dorfes französische Soldaten sahen. Wir machten einen Umweg und kamen am anderen Dorfrande wieder auf die Hauptstraße nach Joncherey. Kurz darauf wurden wir von hinten beschossen, jedoch wurde niemand von uns verletzt. Als wir ungefähr den halben Weg nach Faverois zurückgelegt hatten, bemerkten wir, daß uns französische Soldaten folgten und herankamen. Etwa 10 m vor uns stand ein französischer Radfahrer, der sofort nach Faverois zurückritt. Wir ritten nach Joncherey weiter. Rechts der Chaussee war eine mit Gestrüpp bewachsene Böschung und dahinter ein kleiner Hügel. Als wir die ersten Häuser erreichten, sahen wir im Gebüsch rechts der Chaussee einen französischen Doppelposten stehen. Die beiden Soldaten standen etwa bis zur Brust im Gebüsch und hielten Gewehr bei Fuß. Der Posten sah uns zunächst nicht und wir ritten nur etwa 10 m rechts von der Chaussee und mit leichtem Trabe an ihm vorüber. Leutnant Mayer gab uns Zeichen zum Aufmarsch und Angriffsstellung. Wir ritten in zwei Linien und zwar Leutnant Mayer, ich, Peters, Lirbrink und Platt in erster Linie, die übrigen Jäger in der zweiten Linie.

Mit gefällter Lanze ritten wir in langem Galopp auf den französischen Posten zu. Die Franzosen bemerkten uns erst, als wir nur noch einige Schritte entfernt waren. Sie schienen vollständig erschrocken und überrascht zu sein und wollten noch im letzten Augenblick die uns gegenüberliegende Böschung hinauflaufen. In diesem Augenblick hatten wir sie erreicht und Leutnant Mayer hieb dem einen mit seinem Pallasch über den Kopf, während ich dem anderen meine Lanze niederschoß. Hierbei verlor ich meine Lanze, da der Mann umfiel und die Lanze mit sich riß. Ob die Lanze ihn in den Kleidern oder in der Brust getroffen hatte, konnte ich später beim Herüberreiten nicht mehr feststellen, da er regungslos auf dem Boden lag. Ob er tot war, kann ich nicht sagen. Dieser erste Zusammenstoß war an dem Feldwege, der parallel mit der Chaussee oberhalb der Böschung läuft. Hieb und Stich gegen die beiden Franzosen erfolgten nach links, so daß dieselben nach links die Chaussee hinunterfielen.

Ob die beiden Franzosen hinter uns wieder aufgestanden sind und hinter uns her geschossen haben, kann ich nicht sagen, auf jeden Fall wurde von hinten auf uns geschossen.

Wir ritten nun weiter und kurz nach diesem Vorfall erblickten wir am Ende des Feldweges eine französische Feldwache in Stärke von etwa 15 Mann, die in geschlossener Gruppe zusammenstanden und uns erst sahen, als wir auf etwa 40 Meter herankamen. Ich rief dem Leutnant Mayer zu: „Jetzt sind wir dicht bei ihnen!“ Leutnant Mayer rief zurück: „Halt nicht, nur durch!“ Er sah sich nach uns um und ritt in schnellem Galopp voran. Im Galopp riefen wir „Hurra“. Es ist anzunehmen, daß die Franzosen ebenso erschrocken waren, es seien eigene Reiter, bis sie uns erkannten. Sie schossen dann aus fester Überzeugung, daß sie den Meinen nach allen Seiten hin herum und gleichzeitig auf uns geschossen. Erst als wir die Gruppe hinter uns hatten, eröffneten sie vom Chausseegraben aus, wohin sie geflüchtet waren, das Feuer. Beim Durchbruch durch die Feldwache machten wir von unserer Waffe keinen Gebrauch, da wir bestrebt waren, durchzukommen und die Franzosen gleich in den Chausseegraben flüchteten. Ich hatte, da ich meine Lanze verloren hatte, den Degen genommen, auch Leutnant Mayer hatte noch seinen Pallasch in der Hand. Mit Bestimmtheit kann ich sagen, daß wir von unserer Schußwaffe keinen Gebrauch machten.

Nachdem wir etwa 50 Meter weiter geschlossen rechts und links der Chaussee zugeritten waren und von der Feldwache aus starkes Feuer erhielten, stürzte Leutnant Mayer vom Pferd. Ich wendete mich um und sah, wie er eine Handbewegung zum Weiterreiten machte. Ich war nun allein vorne. Das Pferd von Leutnant Mayer sprengte uns nach. Vor uns lag die Ortschaft Joncherey, wo der Dorfeingang mit Barrikaden gesperrt war. Hinter den Barrikaden sah ich deutlich die Franzosen hin- und herlaufen. Ich rief den Leuten zu: „alles rechts raus!“, um den nächsten Waldrand, der etwa 200 Meter entfernt war, zu erreichen. Wir bogen nun alle rechts ab, während das Pferd von Leutnant Mayer auf der Hauptstraße blieb und nach Joncherey lief. Wir ritten ausgezeichnet dem Walde entgegen und bekamen ununterbrochen lebhaftes Feuer auf der Schußfahrt her. Die vor dem Walde gelegene Wiese war sehr sumpfig, und die Pferde kamen nur sehr langsam vorwärts. Ich sah noch Pferde und Platt vom Pferde fallen. Wir ritten bis an den Waldrand. Das Feuer war nun schwächer geworden, und wir gelangten glücklich in den Wald. Ich ritt noch etwa 100 Meter weiter und hielt dann an. Das Feuer war nun ganz eingestellt. Von anderen Jägern habe ich nichts mehr gesehen. Wir ritten nun etwa 200 Meter im Walde und kamen auf einen schmalen, von einem querlaufenden Bach durchflossenen Weg. Wir ritten diesen Weg entlang und kamen auf eine Chaussee, die von Joncherey nach Belfort führt. Wir ritten diese Chaussee entlang und kamen bald auf die Höhe, von der man Belfort sehen konnte. Ich rief: „Da ist Belfort!“, und wir ritten weiter. Hierauf ritt die Eskadron in Bisel ein.

Leutnant Mayer war an der Schläfe und am Oberschenkel getroffen worden; er war der erste deutsche Offizier, der im Weltkriege fiel. Er wurde auf dem Dorffriedhof in Joncherey von den französischen Soldaten mit militärischen Ehren beigesetzt. Der katholische Ortsgeistliche vollzog die religiöse Handlung. Sein Grab pflegte jahrelang der Geistliche. Die Franzosen ehrten Leutnant Mayer als einen ehrlichen deutschen Kämpfer. Jetzt ruht er auf dem Soldatenfriedhof in Altkirch, wohin ihn die Franzosen nach dem Kriege gebracht haben. Erst später benutzte Frankreich auch den Todesritt des Leutnants Mayer zur Stimmungsmache gegen Deutschland. Der französische Soldat, den Mayer mit seinem Pallasch getroffen hatte, wurde tot, von drei Schüssen durchbohrt, aufgefunden. Es war dies der Korporal Peugeot, der erste im Weltkriege gefallene Franzose. Frankreich behauptete, Peugeot wäre von Mayer mit drei Schüssen niedergestreckt worden, ehe er selbst fiel. Dieser Behauptung ist die Aussage Heinsings gegenüber. Nach kavalleristischer Erfahrung ist es auch ganz ausgeschlossen, daß ein Reiter im langen Galopp einen Menschen mit der Revolverladung treffen kann. Wahrscheinlich ist Peugeot in der Verwirrung durch eigene Schüsse der Franzosen getroffen worden.“

Albert Mayer

Sterbeort und erste Grablage von Albert Mayer:

Französische Soldaten begrub Walter Mayer zunächst mit allen Ehren in Jonchéry, man bettet ihn aber später nach dem Krieg auf den Soldatenfriedhof Illfurth in Block 4, Grab 181 um.

Das Grab von Albert Mayer auf dem Soldatenfriedhof Illfurth

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.438: Ernst Klett

Der Soldat Ernst Klett wurde am 16.12.1879 in Großwalbur geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Meeder, und war Schreiner von Beruf. Im Ersten Weltkrieg diente er als Landsturmmann in der 10. Kompanie des 440 Reserve-Infanterie-Regiment. Am 07.11.1916 fiel er während der Schlacht Aisne im Alter von 36 Jahren im Bois des Chevaliers bei Beaulne (Chemin des Dame).

Zunächst begrub man Ernst Klett auf dem damaligen Hanseaten-Friedhof an der Oranierstraße der Combreshöhe. Später, nach der Auflösung dieses Feld-Friedhofs, bettete man die Gebeine seine Gebeine auf den Soldatenfriedhof Troyon in Block 6, Grab 88, um.

Der Name von Ernst Klett ist auf dem Soldatenfriedhof Troyon im Gedenkbuch verewigt: http://www.denkmalprojekt.org/2008/troyon_kgs_wk1_fr/troyon_kgs_wk1_fr_k.htm

Sterbebild von Ernst Klett
Rückseite des Sterbebildes von Ernst Klett

Sonderbeitrag: Luitpold Schaller

Während meines aktuellen Aufenthalts in Verdun stieß ich auf das Grab von Luitpold Schaller.

Der Soldat Luitpold Schaller wurde am 12.03.1893 in Konradsreuth, Oberfr. geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Kanonier in der 3. Batterie des 3. bayerischen Fußartillerie-Regiments. Am 03.05.1915 fiel er im Alter von 22 Jahren bei Varvinay südlich Verdun. Man begrub ihn zunächst in der Nähe seines Sterbeortes in einem liebevoll gestalteten Grab (siehe unten nahe Valbois). Später bettete man ihn um.

Man begrub Luitpold Schaller letztlich auf dem Soldatenfriedhof Saint-Mihiel in Block 4, Grab 585.

In seiner Heimatgemeinde Konradsreuth gedenkt man Luitpold Schaller noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/konradsreuth_lk-hof_oberfranken_1866-1870_wk1_bay.html

Das ursprüngliche Grab von Luitpold Schaller
Das heutige Grab von Luitpold Schaller auf dem Soldatenfrriedhof Saint-Mihiel
Die Inschrift auf Luitpold Schaller Grabkreuz
Der bayerische Löwe neben dem Ursprungsgrab von Luitpold Schaller

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.339: Georg Heimpoldinger

Der Soldat Georg Heimpoldinger stammte aus der bayerischen Gemeinde Velden (Vils) und war der Sohn eines Sägewerkbesitzers. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 1. Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 15.07.1916 fiel er während der Schlacht um Verdun im Alter von 20 Jahren bei den Kämpfen auf Kalter Erde und beim Dorf Fleurydevant-Douaumont im Fosses-Wald durch einen Granatschuss.

Georg Heimpoldinger wurde erst im zuerst begraben im Fosses-Wald (Schreibfehler auf Sterbebild) begraben. Später bettete man ihn auf den Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in ein Massengrab um.

Sterbebild von Georg Heimpoldinger
Rückseite des Sterbebildes von Georg Heimpoldinger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.219: Martin Stadler

Der Soldat Martin Stadler stammte aus Arnstorf und war der Sohn eines Bäckermeisters. Er lebte zuletzt in Tittling. Im Ersten Weltkrieg diente er als Unteroffizier und Korporalschaftsführer in der Maschinengewehr-Kompanie des 3. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 15.05.1915 fiel er während der Schlacht bei La Bassée und Arras im Alter von 25 Jahren bei Roclincourt.

Man begrub Martin Stadler zunächst auf einem provisorischen Friedhof bei Oppi. Später wurden seine Gebeine auf den großen Soldatenfriedhof Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in ein Massengrab umgebettet.

Sterbebild von Martin Stadler
Rückseite des Sterbebildes von Martin Stadler

Die Männer des Ersten Zweiten – Teil 2.082: Ludwig Luxenhofer

Der Soldat Ludwig Luxenhofer wurde am 13.07.1915 in Mindelau geboren, heute ein Ortsteil der bayerischen Stadt Mindelheim. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Stabsgefreiter in einem Pionier-Bataillon. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, dem Kriegsverdienstkreuz und mit dem Verwundetenabzeichen ausgezeichnet. Am16.09.1944 fiel er im Alter von 29 Jahren bei Liepkahne Volksbund: Lipkalue in Lettland, 95 km ostwärts Riga.
Zunächst wurde Ludwig Luxenhofer auf dem Soldatenfriedhof Tösteri begraben. Später bettete man ihn um auf den Soldatenfriedhof Riga Beberbeki in Block 3, Reihe 1, Grab 11 um.

Sterbebild von Ludwig Luxenhofer
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Luxenhofer

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.907: Johann Peter

Der Infanterist Johann Peter stammte aus Gossersdorf, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Konzell, und war der Sohn eines Tagelöhners. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er im 10. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Er wurde mit dem Eisernes Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 17.02.1917 fiel er im Alter von 19 Jahren durch einen Minenvolltreffer bei Brebières, zwischen Gavrelle und Scarpe.

Man begrub Johann Peter zuerst in Brebières. Später wurde er auf den Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 15 Grab 45 umgebettet.

Sterbebild von Johann Peter
Rückseite des Sterbebildes von Johann Peter

Sonderbeitrag: Die britische Soldatenfriedhof in Le Tréport und die drei gefallenen Deutschen

Während meines derzeitigen Sommerurlaubs in Le Tréport in der Normandie stieß ich durch Zufall auf einen britischen Soldatenfriedhof. Interessant ist, dass auf diesem Soldatenfriedhof auch drei deutsche Soldaten des Ersten Weltkrieges begraben liegen. Sie wurden nicht, wie sonst üblich, nach dem Krieg auf einen deutschen Soldatenfriedhof umgebettet. Es handelt sich dabei um folgende Gefallenen:

Der Gefreite Alfred Meyer stammte aus der Stadt Bochum im heutigen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 8. Kompanie des 15. Infanterie-Regiment. Am 05.06.1915 starb er in Gefangenschaft, in die er während der Schlacht bei La Bassee und Arras geraten war. Man begrub ihn in Block 1 Reihe O Grab 4

Grab von Alfred Meyer

Ersatz-Reservist Theodor Schug aus Hörschhausen im heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz. Er kämpfte in der 5. Kompanie des 57. Infanterie-Regiment. Er fiel am 27.05.1916 (Regimentsgeschichte: gestorben am 27.05.1915) und wurde in Block 2 Reihe M Grab 7 begraben.

Grab von Theodor Schug

Der Musketier Karl Terner stammte aus der Hauptstadt des heutigen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 3. Kompanie des 57. Infanterie-Regiment. Am 23.05.1916 (Regimentsgeschichte: 23.05.1915) starb er in französischer Kriegsgefangenschaft. Man begrub ihn in Block 2 Reihe M Grab 8.

Grab von Karl Terner
Hier ein paar fotografische Eindrücke des Friedhofs, der ausgesprochen gut gepflegt wird:

SONDERBEITRAG: Friedrich von Bismarck

Der Soldat Friedrich von Bismarck wurde am 23.07.1870 in Magdeburg geboren, der Hauptstadt des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Er war der Enkel des Reichskanzlers Otto von Bismarck. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Oberstleutnant und Regimentsführer im Regimentsstab des 1. Garde-Regiment zu Fuß. Am 05.11.1916 fiel er im Alter von 46 Jahren auf der Maisonette-Höhe in der Nähe von Bernes (⇒ Google Maps) östlich Péronne. Hier wurde er auch zunächst begraben. Später wurde er umgebettet auf den Soldatenfriedhof Le Sourd.

Über den Todestag und die Todesumstände von Friedrich von Bismarck berichtet die Regimentsgeschichte des 1. Garde-Regiments zu Fuß:

„5. November: Die feindliche leichte Artillerie war sehr tätig. 8.05 Uhr vormittags erhielt bei der Beobachtung des Gegners aus dem Schützengraben der Regimentsführer Oberstleutnant von Bismarck einen einzelnen, wohlgezielten Gewehrschuss in den Kopf und starb kurz darauf. Ein schwerer Verlust für das Regiment! Oberstleutnant von Bismarck war ein wahres Soldatenkind. Wie seinen Vater 1870 bei Beaumont traf ihn hier im Dienste für König und Vaterland, für Kaiser und Reich das feindliche Blei. Seit seinem Dienstantritt hatte er dem Regiment angehört und mit ihm den Feldzug von Anfang an mitgemacht. Sein ehrenhafter, kristallklarer Charakter, sein gütiges Herz und sein bescheidenes, fröhliches Wesen machten ihn zum wahren, fürsorglichen Vater seiner Untergebenen und treusten Helfer seiner Kameraden. Sein Geist lebt deshalb weiter in unseren Reihen, uns zu steter Pflichttreue anfeuernd. Nie wird das Regiment diesen altpreußischen Soldaten und Edelmann vergessen! Hauptmann Küpper hielt an die am Regiments-Gefechtsstand versammelte Bereitschaftskompanie eine kurze Ansprache, dann wurde der Sarg, von acht Offizieren getragen, nach der Dürrbrücke gebracht. In Bouvincourt erwies das unter präsentiertem Gewehr spalierstehende Sempertalisbataillon seinem gefallenen Kommandeur die letzte Ehre.“

Major von Bismarck und Oberleutnant Matuschka im Gefechtsstand bei Tahure im Januar 1915

In der Ruhmeshalle in Berlin gedachte man Friedrich von Bismarck auf einer Tafel: http://www.denkmalprojekt.org/2020/mitte_ruhmeshalle-zeughaus_stadt-berlin_wk1_ber.html

Auf dem Soldatenfriedhof Le Sourd gedenkt man Friedrich von Bismarck auf einem Gedenkstein: http://www.denkmalprojekt.org/2017/le-sourd_deutsche_kriegsgraeber_departement-aisne_hauts-de-france_frk.html

Sterbebild von Friedrich von Bismarck
Aufbahrung des auf der Maisonette-Höhe am 05.11.1916 gefallenen Oberstleutnant von Bismarck
Trauerfeier für Oberstleutnant von Bismarck in Bernes östlich Peronne