Der Soldat Heinrich Moeffert stammte aus Nickenich, einer Gemeinde in der Nähe von Koblenz im heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz. Im Ersten Weltkrieg diente er als Garde-Füsilier in der 3. Kompanie des Lehr-Infanterie-Regiments in
Potsdam. Am 14.10.1914 fiel er im Alter von 24 Jahren während des südpolnischen Feldzugs bei Slowiki Nowe.
Die Lage des Grabes von Heinrich Moeffert ist unbekannt.
Der Soldat Joseph Schmauß stammte aus der bayerischen Gemeinde Inzell und war Schreinergehilfe von Beruf. Im Ersten Weltkrieg diente er als Jäger in der 1. Kompanie des 3. bayerischen Jäger-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 23.06.1916 wurde er im Alter von 26 Jahren von einem Granatsplitter getötet.
Offiziell ist für Joseph Schmauß keine Grablage bekannt, ich bin mir jedoch sicher, dass seine Gebeine, wenn sie bis heute geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville beigesetzt wurden, wo man auch seine Kameraden aus der 1. Kompanie begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Jäger Hans Ernst Hofmüller, gefallen am 21.06.1916 beim Fuminrücken vor Verdun, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
Jäger Jakob Widmann, gefallen am 21.06.1916 beim Fuminrücken vor Verdun, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
Gefreiter Otto Keil, gefallen am 21.06.1916 bei Vaux, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
Leutnant Hermann Pfalzer, gefallen am 21.06.1916 beim Fuminrücken vor Verdun, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
Jäger Pankraz Gasteiger, gefallen am 21.06.1916 bei Werk (?), begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab.
Der Soldat Josef Englbrecht stammte aus Paindlkofen, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Ergoldsbach, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist im 26. bayerischen Infanterie-Regiment. Am 11.08.1917 wurde er in Rumänien während der Durchbruchsschlacht an der Putna und am Sereth, während der Erstürmung von Tisita schwer verwundet. Er wurde nach Deutschland in das Lazarett „Zollhalle“ in München gebracht und operiert. Trotzdem verstab er im Alter von 23 Jahren 02.07.1918 nach schwerem Leiden.
Über den Tag und die Umstände seiner schweren verwundung berichtet die Regimentsgeschichte des 26. bayerischen Infanterie-Regiments:
„Erstürmung von Tisita 11.08.1917
Gegen 12 Uhr mittags erhielt das Regiment den Befehl, sich nach Osten zu verschieben und so bereitzustellen, dass es 3 Uhr nachmittags zum Angriff auf das Sägewerk Tisita, nördlich der Susita, unmittelbar westlich der Straße und Eisenbahn Focsani – Marasesti und die feindlichen Stellungen 400 Meter westlich davon antreten konnte. Die Verschiebung war in dem fast durchwegs offenen Gelände recht schwierig, sie erfolgte schließlich in dem nördlich von Patrascani in ostwärtiger Richtung ziehenden Mühlbachgraben, der leidlich Deckung gegen Erdbeobachtung bot. 2.30 Uhr nachmittags stand das Regiment, wie befohlen, bereit mit I. und II. Bataillon in 1. Linie, dem III. Bataillon als Regiments-Reserve. Angriffsziele für I. Bataillon waren Sägewerk Tisita, für II. Bataillon die feindlichen Stellungen westlich davon gelegen in 400 Meter Ausdehnung. Das Angriffsfeld führte auf etwa 1.900 Meter über vollkommen deckungsloses Gelände.
Kurz vor Beginn des Angriffs wurde der Regiments-Adjutant, der mit dem Regiments-Kommandeur vor der Front des Regiments mit dem Glas erkundete, durch Oberschenkelschuss verwundet, an seine Stelle sprang der Ordonanz-Offizier des Regiments, Leutnant der Reserve Bloch, ein, der Trotz des Verlusts eines Auges in der Maioffensive in Galizien 1915 wieder an die Front geeilt war. Punkt 3 Uhr nachmittags trat das Regiment in tief gegliederten Wellen über die freie Ebene zum Angriff an. Das Feuer unserer braven Batterien lag gut auf der feindlichen Stellung und hüllte diese weithin sichtbar in dichte Rauchwolken ein. Unaufhaltsam drangen die sturmerprobten 26er vorwärts, nahmen die feindlichen Stellungen südlich der Susita und drangen in teilweise erbitterten Nahkämpfen in ihre Angriffsziele ein, 3.45 Uhr nachmittags war das Ziel erreicht. Der stark befestigte Stützpunkt Tisita und die Stellungen westlich davon waren in unserem Besitz. Die Regiments-Reserve III./26, die hinter dem I. Bataillon gefolgt war, stamd mit einer Kompanie hinter dem I./26, mit zwei Kompanien hinter dem II. Bataillon, mit dem Rest in Stellungen südlich der Susita. Nunmehr erfolgte aus nördlicher Richtung gegen die ganze Front des Regiments ein kraftvoller feindlicher Gegenstoß, unterstützt durch mächtiges Artilleriefeuer. Unter dem Maschinengewehr- und Infanterie-Feuer des Regiments brachen aber alsbald die feindlichen Schützen zusammen. Hier zeichnete sich besonders der schneidige, unerschrockene Vizefeldwebel der Reserve und Offiziersaspirant Freiherr von Haller dadurch aus, dass er frei auf einer dichten Weinberghecke stehend, das Feuer eines von ihm persönlich vorgebrachten Maschinengewehrs in die anstürmenden feindlichen Massen lenkte. Hierfür wurde dem tapferen 26er die silberne Tapferkeitsmedaille verliehen.
Auch eine Reihe späterer feindlicher Gegenangriffe gegen die Front des Regiments brachen restlos in unserem Feuer zusammen. Der Feind erlitt überall schwere blutige Verluste.
Für 5 Uhr nachmittags befahl der Brigade-Kommandeur die Fortsetzung des Angriffes bis zur Linie Schnittpunkt von Straße und Bahnlinie Focsani – Marasesti nördlich Tisita – Punkt 85 nordwestlich davon. Die Regiments-Reserve wurde hinter dem I. Bataillon in Tisita zusammengezogen. Die Bataillone vorderer Linie I. und II./26 arbeiteten sich unter heftiger Gegenwehr des Feindes bis 7.30 Uhr abends in die befohlene Linie vor und setzten sich dort fest. Der Feind war, soweit er entkommen konnte – zuletzt fluchtartig – nach Marasesti zurückgegangen. Er wurde dort anscheinend durch frische Kräfte – Rumänen – aufgenommen.
Über das heiß erstrittene Gefechtsfeld senkte sich nach einem sonnendurchglühten, ernsten Kampftag die Nacht hernieder. Das Gewehr im Arm, die Augen und Ohren auf den Feind gerichtet, ruhte das Regiment. Jetzt erst konnte man feststellen, dass auch das Regiment seinen Erfolg mit hohem Einsatz bezahlen musste, 207 Tote und Verwundete meldete die Verlustziffer des Tages. An Beute wurden eingebracht: 400 Gefangene, darunter ein Regiments-Kommandeur mit seinem ganzen Stabe, den der wegen seiner überragenden Tapferkeit und Kaltblütigkeit bekannt, schon bei Verdun mit der Goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnete Leutnant der Reserve Leopold Schwarz im Gefechtsstand überraschte und kurzerhand abführte, sowie 8 Maschinengewehre, 40 Schnelladegewehre, mehrere Waggons Stacheldraht und große Mengen Infanterie- und Maschinengewehr-Munition.“
Die Lage des Grabes von Josef Englbrechts ist unbekannt. Es dürfte nicht mehr existieren.
Sterbebild von Josef EnglbrechtRückseite des Sterbebildes von Josef Englbrecht
Der Soldat Anton Anzinger wurde am 27.03.1897 in der bayerischen Gemeinde Jettenbach als Sohn eines Gastwirts geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 8. Kompanie des 215. preußischen Infanterie-Regiments. Am 07.09.1916 wurde er während der Schlacht bei Kowel (Brussilow-Offenive) in der heutigen Ukraine im Alter von 19 Jahren durch ein Artillerie-Geschoss getötet.
Sterbebild von Anton AnzingerRückseite des Sterbebildes von Anton Anzinger
Der Soldat Kaspar Mödl wurde am 03.08.1883 in der bayerischen Stadt Eichstätt geboren und war von Beruf Braugehilfe. Im Ersten Weltkrieg diente er bei der Bahnhofskommandantur 491. Am 20.10.1918 verstarb er in Russland bei Belopolje und Sumy (beides heute Teil der Ukraine) im Alter von 35 Jahren an einer Krankheit.
Die Lage des Grabes von Kaspar Mödl ist nicht mehr zu ermitteln. Es existiert in Russland sicher nicht mehr.
Der Soldat Otto Semmler wurde am 28.07.1893 in der bayerischen Stadt Eichstätt geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Unteroffiziers-Aspirant in der 1. Kompanie des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 04.06.1915 fiel er im Alter von 21 Jahren bei Thelus während der Frühjahrsschlacht bei La Bassée und Arras.
Offiziell ist für Otto Semmler keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Infanterist Johann Kaspar Kopp, gefallen am 13.06.1915 bei Thelus, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Ersatz-Reservist Kaspar Baumgartner, gefallen am 05.06.1915 bei Thelus, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Ersatz-Reservist Johann Brandmeier, gefallen am 04.06.1915 bei Thelus, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Unteroffizier Anton Seelos, gefallen am 05.06.1915 bei Thelus, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Der Soldat Willibald Forstner stammte aus Englmannsberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Reisbach, und war der Sohn eines Landwirts. Gestern stelle ich das Schicksal seines Bruders Johann vor. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 8. Kompanie des 17. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 12.10.1914 fiel er im Alter von 23 Jahren bei Foncquevillers in der Nähe von Arras
Offiziell ist für Willibald Forstener keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym ine einm Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Unteroffizier Theobald Lacroix, gefallen am 11.10.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in Block 2, Grab 170;
Infanterist Josef Wohlmuth, gefallen am 12.10.1914 bei Foncquevillers bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Infanterist Johann Frisch, gefallen am 12.10.1914 bei Foncquevillers bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Infanterist Johann Faber, gefallen am 12.10.1914 bei Foncquevillers bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Infanterist Sebastian Renner, gefallen am 12.10.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in Block 3, Grab 190.
Sterbebild von Johann und Willibald ForstnerRückseite des Sterbebildes von Johann und Willibald Forstner
Der Soldat Johann Forstner wurde am 01.01.1895 in Englmannsberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Reisbach, als Sohn eines Landwirts geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 2. Maschinengewehr-Abteilung des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Anfang 1917 wurde er im Gefecht leicht verwundet. Am 15.05.1917 fiel er während der Doppelschlacht an der Aisne und in der Champagne im Alter von 22 Jahren in der Nähe von Marchais bei Reims in Frankreich. Hier fanden die Kämpfe am Chemin des Dames statt.
Die Lage des Grabes von Johann Forster ist unbekannt. Ich könnte mir vorstellen, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Laon – Champ de Manoeuvre“ begraben wurde, wo man auch Regimentskameraden von ihm beigesetzt hat, u. a.
Oberleutnant Otto Ritter von Rompf, gefallen am 20.05.1917, begraben auf dem Soldatenfriedhof Laon – Champ de Manoeuvre“ in Block 2, Grab 111;
Leutnant Franz Rauh, gefallen am 16.06.1917, begraben auf dem Soldatenfriedhof Laon – Champ de Manoeuvre“ in Block 1, Grab 223;
Sterbebild von Johann und Willibald ForstnerRückseite des Sterbebildes von Johann und Willibald Forstner
Der Soldat Jakob Herz wurde am 10.12.1884 in Litzau, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Steingaden geboren und war Schuhmachermeister. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er im Ersatz-Bataillon des 15. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Am 14.11.1916 fiel er im Alter von 31 Jahren an der Somme.
Die Lage des Grabes von Jakob Herz ist unbekannt. Ich kann keine Vermutung anstellen.
Sterbebild von Jakob HerzRückseite des Sterbebildes von Jakob Herz
Der Soldat Franz Thaler stammte aus Vilsöd, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Dorfen, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Ersatz-Reservist in der 7. Kompanie des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 08.04.1916 verstarb er im Alter von 22 Jahren im Reserve-Lazarett in Colmar, nachdem er bei den Stellungskämpfen bei Münster (Elsass) und bei Urbeis – Eichenrain verwundet worden war.
Die Lage des Grabes von Franz Thaler ist offiziell nicht registriert. Es ist jedoch naheliegend, dass er auf dem Soldatenfriedhof Colmar beigesetzt wurde, wo man die Verstorbenen des Reserve-Lazaretts Colmar i. d. Regel begrub. Vermutlich wurde er anonym in einem Massengrab beigesetzt. Hier wird von weiteren Soldaten berichtet, die das gleiche Schicksal erlitten, deren Grablage aber dokumentiert wurde: https://geschichte-hautnah.de/www/?tag=reserve-lazarett-colmar
Sterbebild von Franz ThalerRückseite des Sterbebildes von Franz Thaler