Der Soldat Franz Paul Degele stammte aus Vorderkehr, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Bad Kohlgrub. Er war Landwirt. Am 20.08.1917 verstarb er im Alter von 42 Jahren an einer schweren Krankheit.
Er verstarb vermutlich in der Heimat und wurde im Dorf begraben. Sein Grab existiert wahrscheinlich nicht mehr.
Sterbebild von Franz Paul DegeleRückseite des Sterbebildes von Franz Paul Degele
Der Soldat Otto Müller stammte aus der hessischen Stadt Lollar. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Jäger in der 4. Kompanie des 11. Jäger-Bataillons. Am 17.09.1914 fiel er während der Schlacht an der Marne im Alter von 21 Jahren in der Region zwischen Pontavert – Guignicourt und Berry-au-Bac an der Aisne.
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Über den Todestag und die Todesumstände von Otto Müller berichtet die Regimentsgeschichte des 11. Jäger-Bataillons:
„Der heraufdämmernde Tag brachte aber keinen erneuten Angriff des Feindes. Nur das Infanteriefeuer flackerte stärker auf und am Nachmittag auch das der französischen Feldgeschütze. Nach Einbruch der Dunkelheit griff der Feind Berry-au-Bac an und drängte das Regiment Augusta aus dem Ort heraus. Da die linke Flanke des Bataillons nunmehr stark gefährdet war, wurde die linke Flügelkompagnie bis zur Straße Guignicourt—Pontavert zurückgebogen und durch 3. Kompagnie, sowie 2 Züge der Maschinengewehrkompagnie verstärkt. Heftiges Granatfeuer lag auf den Stellungen, und der Tag war für das Bataillon verlustreich, obgleich es nicht eigentlich gekämpft hatte. Oberleutnant v. Scheffer, Leutnant d. R. v. Sachs und 25 Oberjäger und Jäger wurden verwundet, 2 Oberjäger und 5 Jäger fielen. Erst gegen Morgen konnten die Feldküchen vorgezogen werden und Essen ausgegeben.“
Die Lage des Grabes von Otto Müller ist unbekannt.
Die Todesanzeige für Otto Müller im Gießener Anzeiger
Der Soldat Fritz Schiele stammte aus Hirzenhain, Kr. Büdingen, Oberhessen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant und Kompanieführer 4. Kompanie des 48. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 06.10.1914 fiel er während der Schlacht bei Schirwindt in Schirwindt (seit 1945 russisch: Kutusowo).
Über die Todesumstände und den Todestag von Fritz Schiele berichtet die Regimentsgeschichte des 48. Landwehr-Infanterie-Regiments:
„Am 6. Oktober früh 5 Uhr versammelte sich die Brigade zum Gefecht auf einem weiten Brachfeld am Ostausgange von Willuhnen. Ueber den Stoppeln lag dichter feuchter Nebel aber bald kämpfte sich die steigende Sonne siegreich durch und ließ die roten Beeren und das herbstliche Laub der die Chaussee säumenden Ebereschen in flammenden Farben aufleuchten.
Um 6 Uhr trat die Vorhut an — II./48 und die Artillerie, die 6. Kompagnie an der Spitze — im Groß marschierte das I. Bataillon, ihm folgte mit 11 Kompagnien das Landwehr-Infanterie-Regiment 24, eine Kompagnie war dem Kommandanten von Tilsit zurückgelassen worden. Um 9 Uhr war Gobverischten erreicht und die Vorhut entwickelte sich rechts der Chaussee zum Angriff auf Schirwindt. Bald schlug ihr feindliches Feuer entgegen. Der Spitzengang der 6. Kompagnie kam, vom Gelände begünstigt, bis auf 600 m an die russische Stellung heran, ehe ihr die feindlichen Schützen durch wirksames Feuer zwangen, einzugraben und das Gefecht aufzunehmen. Die noch weiter rechts vorgehende 5. Kompagnie näherte sich gleichfalls ohne wesentliche Verluste auf wirksame Schußweite den Gräben des linken Flügels der Sibitrier, über die beiden hart rechts der Chaussee ausgeschwärmten Züge der 6. Kompagnie entlud sich dagegen die ganze Wut des Feindes. Sie kamen in ein rasendes Maschinengewehrfeuer und mußten hinter einer Reihe hölzerner Scheunen Deckung suchen; aber die Deckung war trügerisch. Die Geschosse durchschlugen klappend die Ballenwände der leeren Gebäude und verbreiteten Tod und Verderben in den Reihen der Kämpfer. Feldwebel Gagelmann und Offizierstellvertreter Schäf fielen durch Kopfschuß, mit ihnen bluteten viele tapfere Leute. Inzwischen brachte Generalleutnant Clausius das I. Bataillon und mehrere Kompagnien des Landwehr-Infanterie-Regiments 24 links der Chaussee ins Gefecht; aber auch sie litten schwer unter dem mit verschwenderischem Munitionsumsatz genährten Feuer der Maschinengewehre. Unablässig durchkämmten die Feldbeherr Offiziere und die Scherenfernrohre der Artillerie-Beobachter das Feld, um den Stand der Gewehre zu entdecken; sie mußten sehr hoch eingebaut sein, denn sie überschossen alle niedrigen Deckungen. Die Gläser richteten sich auf die ragenden Türme der Kirche. Dort mußte man sie finden, daran war kein Zweifel mehr. Hinter den großen gotischen Spitzbogenaufsichten am Glockenstuhl des südlichen Turmes regte sich etwas. Die Artillerie schoß sich ein. Dann traf ein Schuß einen Fensterpfeiler, eine Wolke roten Ziegelstaubs stob auf, ein paar verlogene Schüsse, dann klaffte ein großes Loch im Mauerwerk und nach einem Schuß, dann repetierte ein Volltreffer im Glockenturm die Gewehre, die so unheilvoll unter den Kämpfern an der Chaussee gewirkt hatten, schwiegen. Wenige Minuten vorher hatte sich ein letztes Opfer gefordert. Major Dehlmann stürzte, beraubt von den schweren Verlusten seiner Kompagnien unbekümmert um das Pfeifen der Geschosse, an der Schützenlinie entlang, um die Mannschaften zu ermuntern. In einen schwarzen Delmantel gekleidet, war er mit seiner hohen kräftigen Gestalt weithin sichtbar. Von allen Seiten rief man ihm warnend zu, er verfolgte unbeirrt seinen Weg. Da faßte ihn die Geschoßgarbe eines Maschinengewehrs, wie vom Blitz gefällt stürzte er zur Erde. Sterbend wurde er von der Wahlstatt getragen, bevor er verschied ließ ihm der Brigade- kommandeur noch das eiserne Kreuz an die Brust heften.
Es war jetzt 2 Uhr nachmittags. Generalleutnant Clausius hielt die Zeit der Entscheidung für gekommen und gab der Artillerie Befehl den Sturm vorzubereiten. Bis dicht hinter die Schützenlinie jagte in gewohnter Schwung Hauptmann Fletcher mit seinen Batterien heran. Das Feuer richtete sich gegen die Stellungen rechts der Chaussee, aus denen der schärfste Widerstand gekommen war. Es lag vorzüglich; wie dunkle Mützen senkten sich die Wölkchen der berstenden Granaten über den gelben Sand der aufgeworfenen Grabenböschungen. Zwanzig Minuten feuerten die Kanoniere, was sie aus dem Rohr bekamen, dann traten mit aufgepflanztem Bajonett die Reserven an und rissen die Schützenlinien mit. Das Artilleriefeuer hatte mörderisch gewirkt, verstümmelte Russen lagen tot oder verwundet in allen Gräben. Die Überlebenden hoben, als wir auf 50 m heran waren, die Hände und ließen sich gefangen nehmen. Aber es gab unter den zähen Sibiriern auch Männer, die siegen oder sterben wollten. Als sich Major v. Treskow inmitten der Sturmkolonnen des I. Bataillons dem vordersten feindlichen Graben auf 30 Schritt genähert hatte, da legte ein Russe kaltblütig sein Gewehr auf ihn an, sein Schuß traf den Kommandeur am Oberschenkel, im nächsten Augenblick durchbohrten den kecken Schützen die Bajonette der sich auf ihn stürzenden Wehrmänner. Dann schritt der Sturm ohne Widerstand über die Stellungen hinweg. In den von Ruinen eingefassten Straßen des Städtchens, wo die deutsche Artillerie nicht so gründlich gewirkt hatte, entspann sich noch ein kurzer heftiger Nahkampf, bei dem die feldgrau gekleideten Offiziere von den feindlichen Gewehren besonders aufs Korn ge- nommen wurden. Leutnant Schiele fiel an der Spitze seiner Kompagnie. Oberleutnant Thomas, sein Adjutant des II. Bataillons und Leutnant Schwerin, der Führer der 8. Kompagnie wurden schwer verwundet. Gegen 4 Uhr war die gesamte Stellung des Feindes in der Hand der 9. Landwehrbrigade und der Russe auf der Flucht nach dem Walde östlich Wladyslawow. Die Brigade hatte eine überlegene feindliche Streitmacht in stark verschanzer Stellung aufs Haupt geschlagen. An der Kirche von Schirwindt sammelten sich die beim Sturm durcheinandergekommenen Verbände. Generalleutnant Clausius trat an die Kämpfer heran und begrüßte sie mit hallender Stimme: „Euch gehört die Ehre des Tages, Ihr seid Eurer Vorfahren wert, der Feind wird Euch niemals widerstehen“. Dann wandte er sich zu seinen Adjutanten: „Verpflegung aus der eisernen Portion“. Die blutigen Verluste des Feindes waren schwer, verwundete Gefangene wurden nur 200 eingebracht, das Gewirr der Brand- stellen in Schirwindt hatte das Entkommen der Fliehenden erleichtert. Auf dem Südturm der Kirche wurden die Maschinengewehre auf- gefunden, begraben unter den Leichen der von den Granaten er- schlagenen Bedienungsmannschaft. Aber auch die 9. Landwehrbrigade hatte heiß geblutet. Die Kompagnie hatte allein mehr als 60 Mann verloren. Anstelle des gefallenen Majors Dehlmann übernahm Hauptmann d. L. Friedel den Befehl über das II. Bataillon; für den ver- wundeten Major v. Treslow trat Hauptmann d. L. Ruste als Führer des I. Bataillons ein. Die Verbände wurden geordnet, dann brach der Abend herein. Landwehr-Infanterie-Regiment 24 erhielt Befehl Vorposten auf Wladyslawow vorzuschieben. Landwehr- Infanterie-Regiment 48 bezog Biwak zwischen Schirwindt und Gobenfichten; unweit dieses Orts, im Häuschen des Windmüllers auf der Chaussee, schlug der Brigadestab sein Quartier auf. Dunkel (schweigen) trat über die ruhende Truppe. Schienen kamen von dem heißen Kampftage aufgestört zur Ruhe und mancher, der manches Schläfers tauschte sie wieder um den Sammelruf eines mitten Kriegssturm ähnlich zischen und Sausen der Maschinengewehrschüsse vor.“
Die Lage des Grabes von Fritz Schiele konnte ich nicht ermitteln.
Die Todesanzeige für Fritz Schiele im Gießener Anzeiger
Der Soldat Hugo Freiherr von Nordeck zur Rabenau wurde am 25.10.1873 in der hessischen Universitätsstadt Gießen geboren. Er war Großherzöglicher hessischer Kammerherr. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Hauptmann der Schutztruppe a. D. in der 9. Kompanie des 81. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 10.09.1914 fiel er bei Vassincourt an der Maas.
Die Lage des Grabes von Hugo Freiherr von Nordeck zur Rabenau konnte ich nicht ermitteln.
Die Todesanzeige für Hugo Freiherr von Nordeck zur Rabenau im Gießener Anzeiger
Der Soldat Carl Witkop (Verlustliste & Regimentsgeschichte: Karl Moritz Wittkop) stammte aus der hessischen Stadt Braunfels und lebte in der Nachbarstadt Weilburg an der Lahn. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Vizefeldwebel (Verlustliste: Unteroffizier) in der 11. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 27.09.1914 fiel er in Frankreich an der Somme. Er wurde bei Fresnoy getötet.
Über den Todestag und die Todesumstände von Carl Witkop berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Infanterie-Regiments:
„Der nächste Mittag (27. Sept.) brachte wieder einen Angriffsbefehl. Es sollte sofort gegen Fresnoy angetreten werden. Der Angriff sollte das weiter rechts vorgehende XXI. A.K. entlasten. Aber er war bei dem Mangel an jeglicher Vorbereitung zur Aussichtslosigkeit verurteilt. Gleich der Anfang zeigte dies: Der linke Flügel des II. Batls. konnte infolge rasenden Feuers aus der linken Flanke, wo der Gegner noch bei Waucourt lag, nicht aus dem Graben herauskommen. So sprang gegen 3 Uhr nachm. nur das III. Batl. zusammen mit dem II./117 aus der Deckung und stürmte gegen die Route nationale Roye—Péronne vor. Trotz heftigen Feuers erreichten sie die Straße. Aber diese lag unter so starkem Artilleriefeuer, daß man sie nicht überschreiten konnte. Zwar gelang dem III. Batl. und einer Abteilung des II. die Wegnahme der Ferme de l’Abbaye, aber weiter war nicht vorzukommen, da die linke Flanke vollständig offen lag. Die Bataillone blieben also vor der Straße liegen. Auch die Truppen des XXI. A.K. gingen rechts nicht weiter vor, schickten vielmehr die Meldung, daß der beabsichtigte Zweck ihres Scheinangriffs erreicht sei. Deswegen wurden bei Einbruch der Dunkelheit die vor der Straße liegenden Kompagnien wieder in die Ausgangsstellung zurückgenommen. Leib- und 3. Komp. wurden wegen der Länge des Abschnitts zwischen dem II. und III. Batl. eingeschoben. Der Feind blieb während der Nacht jenseits der großen Straße, so daß die Krankenträger der Bataillone und der Sanitätskompagnie das Vorgelände nach Verwundeten absuchen konnten. An Offizieren wurden in diesen Kämpfen vor Gruny Lt. Bertermann, Clar, Schäfer und Spangenberg verwundet.
Die zwei folgenden Tage brachten keine Veränderung der Lage. Nächtliche Patrouillen meldeten eifriges Schanzen des Gegners am Bahndamm Roye—Chaulnes. Starker Gefechtslärm links ließ auf schwere Kämpfe der Regimenter 115 und 118 und der 21. I.D. schließen. Am 29. lag das III. Batl. rechts, das I. links in der Stellung vor Gruny, das II. als Reserve in Sept Fours. Da eröffnete gegen Mittag unsere Artillerie ein heftiges Feuer auf den Bahndamm und das Dorf Fresnoy. Die Infanterie horchte auf. Sie war für solche Dinge feinhörig geworden. So kam der Angriffsbefehl am 30. nicht unerwartet. Um 2 Uhr nachm. hieß es: Fresnoy ist anzugreifen, bis 4 Uhr nachm. soll der Bahndamm überschritten sein. Das Regiment gab hierzu folgenden Befehl: „In vorderer Linie geht das I. Batl. (links) und das II./117 (rechts) vor; Trenungslinie beider Bataillone ist der Weg Crémery—Fresnoy. Das III. Batl. folgt hinter der Mitte, das II. bleibt mit zwei Bataillonen des I.R. 117 als Divisionsreserve in Thilloy.“
Gegen 3 Uhr nachm. traten die beiden vorderen Bataillone an; unser I. Batl. hatte die 3. und 4. Komp. vorn, dahinter die 2., die Leibkompagnie in dritter Linie. Wieder überschüttete die feindliche Artillerie die vorgehenden Schützenwellen an der großen Straße, besonders in der Nähe der Ferme, mit einem Hagel von Geschossen, die von Roye her prasselnd durch die hohen Baumriesen fegten und sie wie Streichhölzer knickten. Aber diesmal gelang es, die Straße zu überschreiten. Auch das vom Bahndamm her einsetzende Infanteriefeuer konnte, so höllisch es durch die Lüfte pfiff, die Kompagnien in ihrem Anlauf nicht aufhalten. In schnellen Sprüngen arbeiteten sich die vorderen Wellen an den Gegner heran und stürmten den Bahndamm. Es war 4 Uhr nachm. Aber jenseits des Bahndamms wollte es nicht mehr vorwärts gehen. Der Dorfrand von Fresnoy war wie eine Festung ausgebaut und stark besetzt und die Gefechtsstärke unserer Kompagnien so gering. Alles mußte auf freiem Felde liegenbleiben und auf Unterstützung warten. Inzwischen war das II. Batl. mit dem III./117 von Thilloy nach Crémery vorgerückt, während sich das III. Batl. aus seiner Stellung bei Gruny auf das brennende Fresnoy vorarbeitete, um dem I. Hilfe zu bringen. Gleichzeitig eilte auch das I./117 seinem II. Batl. zu Hilfe. Die Nacht war bereits heraingebrochen, als diese beiden Bataillone in der vorderen Linie einschwärmten. Auch sie hatten sich erst durch starkes Artilleriefeuer und vom Bahndamm ab durch den Kugelregen durcharbeiten müssen. Nach nochmaliger starker Artillerievorbereitung wurde um 11.30 nachm. zum Sturm angetreten. Die brennenden Häuser wiesen den Angreifern den Weg. Gleichzeitig mit den vier Bataillonen der Regimenter 116 und 117 lief von Nordosten aus der Richtung von Liancourt her ein Bataillon des I.R. 70 gegen das Dorf an. Der Sturm glückte glänzend. Überall wurden die feindlichen Stellungen unter gellendem Kriegsgeschrei im Bajonettangriff genommen, wobei es an vielen Stellen zu verzweifeltem Nahkampf kam. Sofort stießen die Kompagnien durch die gespenstisch erleuchteten Straßen dem fliehenden Gegner nach bis zum Westrand des Dorfes. Hier machten sie halt. Es war um Mitternacht. Eiligst wurden die völlig vermischten Verbände, so gut es ging, geordnet. Dann wurden den einzelnen Bataillonen ihre Verteidigungsabschnitte zugewiesen. Und dann Spaten raus! Das I. Batl., rechts an I.R. 117 angelehnt, hob einen Graben zwischen den Wegen Fresnoy—Parvillers und Fresnoy—Damery aus; das III. baute links anschließend seine Verteidigungsstellung bis zu dem Wege Fresnoy—Goyencourt. Zur größeren Sicherheit wurde die M.G.K. an den Ostrand von Fresnoy vorgezogen. Da die 12. Komp. am linken Flügel des Regiments bis zum Morgen keinen Anschluß nach der Flanke fand, drohte an diesem Punkte eine Zeitlang die Gefahr eines Rückschlags. Aber der Vorstoß, den der Gegner beim Morgengrauen aus Damery heraus machte, war mit zu schwachen Kräften angesetzt und konnte daher leicht zurückgewiesen werden.“
Die Lage des Grabes von Carl Witkop ist unbekannt.
Die Todesanzeige für Carl Witkop im Gießener Anzeiger
Der Soldat Albert Krombach stammte aus Launsbach, einem Ortsteil der hessischen Gemeinde Wettenberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Füsilier in der 10. Kompanie des Garde-Füsilier-Regiments. Am 16.10.1916 fiel er im Alter von 21 Jahren in der heutigen Ukraine am Narajowka durch ein Artillerie-Geschoss.
Über den Todestag und die Todesumstände von Albert Krombach berichtet die Regimentsgeschichte des Garde-Füsilier-Regiments:
Punkt 6 Uhr vorm. des 16. Okt. setzte das feindliche Artilleriefeuer in noch stärkerem Maße wie tags zuvor ein und steigerte sich bald zu bisher noch nicht gekannter Heftigkeit. Verschiedenfach bis zu unserem Drahtverhau vorfühlende russische Patrouillen wurden vertrieben oder abgeschossen. Hindernisse und Gräben waren vollständig zerstört. Um 1 Uhr hörte das Artilleriefeuer auf, eine unheimliche Stille herrschte; 1.45 Uhr setzte es plötzlich von neuem wie rasend wieder ein. Um 2 Uhr brach es wie mit einem Schlage ab und es erfolgte ein Massenangriff der russischen Infanterie, der restlos durch das wieder vorzüglich einsetzende Sperrfeuer der Artillerie und Minenwerfer, sowie durch die Graben= besatzung und M.G. abgewiesen wurde. Bei der 10. Komp. eingedrungenen Feind warf ein schneidig ausgeführter Gegenstoß des Hand= granatentrupps und der Komp. wieder hinaus. Um 3 Uhr begann plötzlich wieder stärkstes Artilleriefeuer, das sich um 3.30 Uhr zu außer= ordentlichem Trommelfeuer steigerte. Als die Artillerie ihr Feuer nach hinten verlegte, stürmte die russische Infanterie abermals in Massen vor, besonders gegen die 5. Komp., wo sie den Durchbruch erzwingen wollte. Sechsmal rannten die Russen mit größter Heftigkeit gegen die Stellung des Regiments an, dreimal drangen sie bei der 12. Komp. ein, um nach kurzer Zeit von der Besatzung unter Führung des Lt. d. Res. Bergmann jedesmal wieder hinausgeworfen zu werden. Alle wütenden Angriffe scheiterten teils vorm, teils im Graben. Als der Feind nach dem letzten vergeblichen Ansturm durch das Feuer aller Waffen abgewiesen in seine Ausgangsstellung zurückflutete, sprang Vizefeldwebel Dietrich 5. Komp. mit seinem Zuge, dem sich die 10. Komp. sofort anschloss, vor, folgte den fliehenden Russen und stürmte mit Handgranaten den feindlichen Graben; bald darauf starb er, von einem russischen M.G.=Geschoß getroffen, den Heldentod; Ehre dem Andenken dieses Helden der Narajowka! Sofort schloss sich das ganze II. Batl. an und drang in die russischen Gräben ein. Die 5. Komp. unter ihrem tapferen Führer Lt. d. Res. Warnick und zwei Züge der 6. Komp. stießen über die Gräben hinaus bis zur Höhe 310, der 3. Zug der 6. Komp. rollte den vor der 7. liegenden russischen Graben, ihn aus der rechten Flanke fassend, nach dem Folw. Piakowa zu auf. In diesem Augenblick griff feindliche Infanterie die 7. Komp. an, wurde aber niedergemacht oder gefangen genommen. Die Kompagnie ging dann mit dem 3. Zuge der 6. Komp. über Piakowa bis zum Südwestrande des Swistelniki=Waldes vor, alle russischen Gräben auf dem Wege dorthin mit Handgranaten säubernd. Hierdurch in den Rücken der westlich Piakowa liegenden feindlichen Linie gelangt, wurden die hier befindlichen Russen in großer Zahl dem noch in seiner Stellung befindlichen Gren.= Regt. 9 in die Arme getrieben. Auch dieses Regiment drang nun bis Piakowa vor, besetzte aber später, um nicht dem Flankenfeuer von der noch in Feindeshand befindlichen Höhe 345 ausgesetzt zu sein, seine alte Stellung wieder, weshalb G.F.R. den linken Flügel seiner neu ge= wonnenen Linie zurückbiegen musste. Folw. Piakowa und Höhe 310 gerieten wieder in die Hand der Russen. Von 3.50 nachm. ab flaute das feindliche Artilleriefeuer allmählich ab und verstummte schließlich ganz. Mit Eintritt der Dunkelheit trat Ruhe ein. Während der Nacht wurde eine neue Linie unter Benutzung alter russischer Gräben ausgehoben, die alte wiederhergestellt. Das Reserve=Batl. (I.) besetzte, als die neue Stellung eingenommen war, die alte Linie mit zwei Kompagnien und gab zwei dem L.I.R. im Jägerwalde für 24 Stunden ab.
Die Beute des Regiments betrug an diesem Tage 21 Offiziere, 927 Mann gefangen, 10 M.G., 3 Minenwerfer; allein vor der Stellung der 9. Komp. lagen am Abend über 300 tote Russen.
Die Lage des Grabes von Albert Krombach ist unbekannt.
Die Todesanzeige für Albert Krombach im Gießener Anzeiger
Der Soldat Alois Erhart wurde am 08.03.1877 in Schlingen geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Bad Wörishofen, und lebte als Landwirt in Bidingen. Im Ersten Weltkrieg diente er als Wehrmann in der 1. Kompanie des 1. Garnisons-Bataillons. Am 18.02.1917 verstarb er im Alter von 39 Jahren im Reserve-Lazarett A in München.
Alois Erhart wurde wahrscheinlich im militärischen Bereich eines Münchner Friedhofs begraben und sein Grab existiert wahrscheinlich heute noch.
Sterbebild von Alois ErhartRückseite des Sterbebildes von Alois Erhart
Der Soldat Franz Jörg wurde am 25.09.1890 in Wertach in Bayern geboren. Sein Vater war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landsturmmann in der 2. Kompanie des 3. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 19.11.1916 verstarb er im Alter von 26 Jahren im Reserve-Lazarett Kempten in Folge einer Krankheit.
Die Lage des Grabes von Franz Jörg konnte ich nicht ermitteln. Vermutlich wurde er auf einem Friedhof in Kempten im militärischen Teil begraben. Sein Grab könnte heute noch existieren.
Der Soldat Michael Steber stammte aus der bayerischen Gemeinde Pähl und war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist im 15. bayerisches Infanterie-Regiment. Am 18.11.1918, also nach dem Krieg, verstarb er im Alter von 29 Jahren im Lazarett Tegernsee.
Die Lage des Grabes von Michael Steber ist nicht zu ermitteln.
Der Soldat Mathias Kainhuber wurde am 28.,01.1899 in Kreidlberg geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Altenmarkt an der Alz. Im Ersten Weltkrieg diente er als Pionier in der 11. bayerischen Pionier-Kompanie und wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 10.02.1923 verstarb er nach schwerer Krankheit im Alter von 24 Jahren im Krankenhaus Nymphenburg.
Mathias Kainhuber wurde wahrscheinlich auf dem Friedhof seines Heimatdorfes begraben. Sein Grab existiert wahrscheinlich nicht mehr.
Sterbebild von Mathias KainhuberRückseite des Sterbebildes von Mathias Kainhuber