Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.841: Franz Eggerstorfer

Der Soldat Franz Eggerstorfer (Verlustliste und Volksbund: Eggersdorfer) stammte aus Kriestorf und war der Sohn eines Landwirts (Ökonom). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 12. Kompanie des 11. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 24.04.1915 fiel er im Alter von 27 Jahren bei den grausamen Gefechten bei Saint-Mihiel im Ailly-Wald in der Nähe von Verdun durch schwere Verwundung.

Man begrub Franz Eggerstorfer auf dem Soldatenfriedhof Troyon in Block 13, Grab 29. http://www.denkmalprojekt.org/2008/troyon_kgs_wk1_fr/troyon_kgs_wk1_fr_e.htm

Sterbebild von Franz Eggerstorfer
Rückseite des Sterbebildes von Franz Eggerstorfer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.813: Kilian Peter

Der Soldat Kilian Peter wurde am 01.12.1890 in Adrazhofen geboren, einem Ortsteil der Gemeinde Leutkrichen im Allgäu im heutigen Bundesland Baden-Württemberg, und war Schreiner. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 8. Kompanie des 143. Infanterie-Regiments. Ende August wurde er als vermisst gemeldet. Später stellte sich heraus, dass er am 23.08.1914 während der Schlacht bei Saarburg und vor Nancy – Epinal bei Bréménil schwer verwundet und am 27.08.1914 (Verlustlisten und Volksbund: 01.09.1914) im Alter von 23 Jahren im Kriegslazarett Lörchingen (französisch: Lorquin) gestorben war.

Über den Tag seiner schweren, letztlich tödlichen Verwundung und die Umstände berichtet die Regimentsgeschichte des 143. Infanterie-Regiments:

„Bei Parux (23. August 1914)

Am 22. August 1914 marschierten wir über Cirey auf Parux, das vom Feinde besetzt war. Nach Überwindung des feindlichen Widerstandes ging es weiter auf Bréménil in Richtung Badonviller. Dort war Infanterie-Regiment 99 mit Teilen eingedrungen. Zur Erkundung vorgehend, musste der Brigade-Stab eine Viertelstunde lang im nassen Graben liegen, um gegen starkes feindliches Artilleriefeuer Deckung zu nehmen. Mittlerweile wurde es dunkel. Plötzlich ertönte nachts aus Badonviller die hellen Clarions französischer Truppen und der schwungvolle Gesang der Marseillaise unter hartem Marschtritt auf der Straße. Schon war der Brigadekommandeur um die im Ort befindlichen 99er besorgt, als nach heftigem Nahkampf in kräftigen Akkorden die „Wacht am Rhein“ ertönte und ihr ein brausendes deutsches Hurra folgte. Hauptmann Rogge vom Infanterie-Regiment 99 hatte angegriffen. Da die Stärke der feindlichen Besatzung in Badonviller unbekannt war, zog der Kommandeur Infanterie-Regiment 99 seine Truppen (etwa ein Bataillon) aus dem Ort heraus. Der Brigadekommandeur billigte dies, denn entweder musste die Brigade den Ort bei Dunkelheit erstürmen, was angesichts der unklaren Lage nicht ratsam war, oder der Ort musste vorläufig – wie geschehen – geräumt werden. Während dieser Vorgänge lag außerdem eigenes Artilleriefeuer auf Badonviller. (Bericht von General von Altrock).

Am nächsten Morgen, Sonntag, dem 23. August, früh, wurde der Weitermarsch angetreten. Eine Woche schwerster Kämpfe sollte mit diesem Tag anbrechen! Das Regiment befand sich vorn. Die Vorhut hatte III./143, (Spitze: 12. Kompanie, Leutnant der Reserve Overzier), es folgten II. Bataillon und Maschinengewehr-Kompanie. dann I./143. Kurz hinter Lafremborn wurde die französische Grenze überschritten, von den Truppen mit Jubel begrüßt, denn bis jetzt hatten wir ja immer noch auf deutschem Boden gekämpft.

Der Marsch ging zunächst nach Cirey, wo gehalten wurde, weil eine starke feindliche Nachhut die Truppe zur Entwicklung zwang, während die Vorhut, III./143 auf Parux weitergeschickt wurde. Das Bataillon setzte sich in den Besitz des Dorfes, wurde aber von den gegenüberliegenden Höhen von Süden und Osten her stark beschossen. Die Verluste waren schwer. Der Regimentsführer der Feldartillerie hatte angesichts der Franzosen auf einem Schimmel unsere Schützenlinie abgeritten und dadurch starkes Feuer auf uns gezogen. Inzwischen hatte die Brigade den Weitermarsch von Cirey angetreten. Der Regiments-Stab 143 ritt nach Parux zur Orientierung vor. Von Süden und Südosten her vorgehende französische Schützen ließen einen Angriff auf Parux erkennen. Der Regimentsführer setzte deshalb zwei Kompanien des II./143 zur Unterstützung des III. Bataillons in Parux ein, wobei sich die 8./143 unter Hauptmann Kürgensen besonders auszeichnete, indem sie unter schwerstem Feuer ein großes Gehöft hart südlich Parux besetzte. Den Rest des II. Bataillons behielt Oberstleutnant Freiherr von Liliencron zu seiner Verfügung in der Nordostecke des Bois de Coupe. Zwei Züge der Maschinengewehr-Kompanie wurden bei Höhe 319 im Bois de Coupe in Stellung gebracht. Major Collet mit dem verstärkten III. Bataillon ging jetzt zum Gegenangriff gegen die Höhen südlich Parux vor und gelangte hinauf. Schweres Artilleriefeuer indes zwang das tapfere Bataillon wieder nach Parux zurück.

Vom I./143 war die 1. Kompanie zwischen Cirey und Parux zum Schutze des Divisionsstabs links abgezweigt worden und kämpfte später im Verband des Infanterie-Regiments 99, wobei ihr heldenmütiger Chef, Hauptmann von Strzemierzny, fiel. Die übrigen Kompanien wurden vom Regimentsführer durch das Bois de Coupe geschickt, um den Feind auf den Höhen zwischen Parux und Bréménil zu umfassen. Der Marsch verzögerte sich jedoch durch das äußerst schwierige und sumpfige Gelände im Wald, aus dem es zwar französische Schützen vertrieb, für den beabsichtigten Angriff auf die genannten Höhen aber nicht mehr in Tätigkeit kam.

Inzwischen war es 2 Uhr nachmittags geworden. Die Franzosen konnten sich offensichtlich zur Fortsetzung ihres Angriffs auf Parux nicht entschließen, da unsere Artillerie ihnen stark zusetzte und ihnen auch der Anmarsch des I./143 durch das Bois de Coupe nicht entgangen war. Jetzt erhob sich das tapfere Bataillon Collet zum zweiten Male zum kräftigen Angriff auf die vorliegenden Höhen, dem sich die Franzosen aber durch schleunige Flucht entzogen, eine ganze Batterie zurücklassend, die von 10./143 genommen wurde.

So war das Regiment um 3 Uhr nachmittags im Besitz der Höhen zwischen Parux und Bréménil. Hier strömte jetzt alles zusammen, Truppen und Stäbe, und weiter ging es in breiter Front, Richtung Badonviller. Dort hatten die Franzosen wieder Front gemacht, und Badonviller selbst war stark besetzt. Das feindliche Artilleriefeuer zwang die Division in der Höhe von les Carrières halt zu machen, um die eigene Artillerie zunächst wirken zu lassen. Gegen Abend wurde die 60. Infanterie-Brigade auf Badonviller angesetzt, Infanterie-Regiment 143 westlich der Straße les Carrières – Badonviller. Das Regiment erhielt beim Vorgehen wiederum Verluste, diesmal durch eigenes, schweres Artilleriefeuer, so dass der Angriff von der Brigade wegen Dunkelheit und ungeklärter Verhältnisse angehalten wurde. So wurden weitere Angriffe auf den folgenden Tag verschoben.

Das Regiment nächtigte auf dem harten Boden im Chausseegraben der Straße nach Badonviller. Die Feldküche wurde herangezogen. Das Wetter war in dieser Zeit glücklicherweise dauernd schön, die Nächte aber schon empfindlich kalt, und man konnte sich Angenehmeres denken, als diese Nacht auf der Höhe von Les Carrières.“

Man begrub Kilian Peter auf dem Soldatenfriedhof Abreschviller (deutsch: Alberschweiler) in einem Massengrab.

Sterbebild von Kilian Peter
Rückseite des Sterbebildes von Kilian Peter

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.614: Anton Forstner

Der Soldat Anton Forstner stammte aus der bayerischen Gemeinde Waging und war der Sohn eines Restaurateurs. Im Ersten Weltkrieg diente er als Fahrer im Rekruten-Depot des 7. bayerischen Feldartillerie-Regiments. Am 21.07.1916 verstarb er nach dreimonatiger Krankheit und Leiden im Alter von nur 19 Jahren im Vereinslazarett München.

Die Lage des Grabes von Anton Forstener ist offiziell nicht registriert. ich gehe jedoch davon aus, dass er auf einem Münchener Friedhof im militärischen Bereich beigesetzt wurde und dass sein Grab noch heute existiert.

Bemerkenswert finde ich, dass sein Tod auch nicht in den Verlustlisten gemeldet wurde. Dies könnte darauf hindeuten, dass er sehr bald nach der Rekrutierung erkrankte und dass seine Krankheit nicht im Zusammenhang mit seinem Kriegsdienst stand.

Seine Heimatgemeinde Waging gedenkt Anton Forstener noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/waging_a_see-markt_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Anton Forstner
Rückseite des Sterbebildes von Anton Forstner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.564: Johann Pramps

Der Soldat Johann Pramps (Volksbund und Verlustlisten: Prambs) stammte aus Guntersdorf, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Schalkham, und war der Sohn eines Tagelöhners. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 9. Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 28.01.1916 fiel er im Alter von 21 Jahren bei Arras in der Nähe von Maison Blanche (wo er später auch begraben wurde und heute den Soldatenfriedhof Neuville-St. Vaast beherbergt) und Fampoux.

Über den Todeszeitraum von Johann Pramps berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„01.01.1916 – 01.02.1916 Die feindliche Gefechts und Feuertätigkeit war sehr gering. Die eigene Patrouillentätigkeit war rege. Die französische Anbiederungsversuche wurden ohne Erfolg fortgesetzt. Am 28. wurde zur Feststellung des gegenüberliegenden Gegners ein Patrouillenunternehmen in der Häuserreihe durch die 10. Kompanie durchgeführt und durch Tote des 209. französischen Regiment festgestellt. Der Angriff, der ab 25. sehr sorgfältig vorbereitet worden war und durch Trommelfeuer eingeleitet wurde, drang einige Häuser weit vor und wurde dann durch sehr starke Hindernisse und durch Flankenfeuer aus Blangy aufgehalten. Außerdem hatte das Artilleriefeuer keine Breschen in die Häuser gelegt. So waren die Stoßtrupps, durch starken Rauch am Sehen verhindert, dem feindlichen Feuer aus Schießscharten und von der Flanke her ausgesetzt, wodurch ziemliche Verluste eintraten. Ein feindlicher Gegenstoß wurde durch das tapfere Verhalten der 10. Kompanie abgewehrt und der Gewinn behauptet. Nach Eintritt der Ruhe wurden die gewonnenen Häuser sofort zur Verteidigung ausgebaut.

Durch stärkere Zuweisung von Fliegern gelang es, die feindliche Fliegertätigkeit bedeutend einzuschränken.

Die Arbeiten in der Stellung richteten sich in erster Linie auf den Ausbau der Blangy-Stellung. Da der Grundwasserspielegl sehr hoch lag, mussten durchwegs Hochbauten errichtet und Betonunterstände gebaut werden. In der übrigen Stellung nahm das Faschinieren der Gräben die Hauptarbeit ein.

Vom 25. ab wurde zum Vortäuschen eines Angriffes im Zusammenhang mit der kommenden Verdun-Offensive auf der ganzen Divisionsfront mit dem Vortreiben von Sappen und Ausheben eines neuen Grabens begonnen.“

Man begrub Johann Pramps auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 2, Grab 164.

Sterbebild von Johann Pramps
Rückseite des Sterbebildes von Johann Pramps

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.539: Alois Huber

Der Soldat Alois Huber stammte aus Onichreit, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Gerzen, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 4. Kompanie des 3. bayerischen Brigade-Ersatz-Bataillons. Am 05.04.1916 (Verlustlisten und Volksbund: 04.04.1916) verstarb er im Alter von 21 Jahren im Lazarett Straßburg an einer Krankheit.

Man begrub Alois Huber auf dem Soldatenfriedhof Strasbourg-Cronenbourg in Block 5, Grab 41.

Zwei weitere Brüder fielen ebenfalls im Ersten Weltkrieg, sind auf dem nachfolgenden Sterbebild dargestellt und wurden bereits früher mit ihren Sterbebildern vorgestellt:

  1. Stephan Huber ⇒ Sterbebild und Schicksal (Beitrag vom 25.04.2025)
  2. Simon Huber ⇒ Sterbebild und Schicksal (Beitrag vom 10.09.2018)

 

Sterbebild von Alois Huber
Rückseite des Sterbebildes von Alois Huber

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.473: Lampert Bart

Der Soldat Lampert Bart stammte aus Erdmannsdorf, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Hohenpolding, und war der Sohn eines Landwirts (Bartbauerssohn). Im Ersten Weltkrieg diente er in der 4. Kompanie (Verlustlisten: 2. Kompanie) des 12. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 26.06.1916 wurde er während der Schlacht um Verdun bei den Kämpfen vor dem Zwischenwerk Thiaumont schwer verwundet und verstarb an dieser Verwundung am 30.01.1917 im Alter von 19 Jahren im Vereinslazarett Trier.

Für Lampert Bart gibt es keine offizielle Grabmeldung, ich vermute jedoch, dass er auf einem Friedhof in Trier im militärischen Teil beigesetzt wurde.

Sterbebild von Lampert Bart
Rückseite des Sterbebildes von Lampert Bart

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.467: Johann Martin

Der Soldat Johann Martin wurde am 22.12.1897 in Bach geboren geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 9. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments. Seit dem 30.10.1916 wurde er an der Somme vermsst. Angang 1919 stellten die Militärbehören dann in den Verlustlisten klar: Er fiel an diesem Tag während der Schlacht an der Somme im Alter von nur 18 Jahren.

Die Lage des Grabes von Johann Martin ist unbekannt und ich kann auch keine Vermutung äußern.

Sterbebild von Johann Martin
Rückseite des Sterbebildes von Johann Martin

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.462: Anton Oxler

Der Soldat Anton Oxler wurde am 14.12.1885 in Deisenhofen geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter in der 10. Kompanie des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment. Seit dem 05.11.1914 wird Anton Öxler vermisst. Am 10.12.1914 wird er zunächst als schwer verwundet gemeldet. Offensichtlich haben Kameraden im Gefecht beobachtet, wie er schwer verwundet wurde, ohne ihn bergen zu können, und eine entsprechende Meldung weitergegeben. Am 22.01.1916 wird er darüber hinaus als vermisst gemeldet. Am 09.03.1917 erfolgt schließlich die offizielle Meldung, dass Anton Öxler bei La Maison blanche (Kämpfe bei Loretto in Artois) gefallen sei.

Über die Todesumstände von Anton Öxler berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 05.11.1914 gegen 9 Uhr vormittags beginnt die französische Artillerie unsere Stellung bei La Maison blanche mit nie vorher erlebter Tollwut zu beschießen. Im Graben der 11. Kompanie sitzen Volltreffer schweren Kalibers, einer neben dem anderen. Der Eindruck ist so furchtbar, dass 10 – 20 Leute weichen, bei der Befehlstelle aber mit Mühe aufgehalten werden. Schwer lastet die Verantwortung auf dem Führer von III./R. 12. Ein Unteroffizier meldet ihm, dass die 11. Kompanie nur noch aus 20 Mann besteht und ganze Gruppen tot seien; in jenen kritischen Stunden zeigt der Reservist Dominikus Dauner (11.), Maurer aus Rechbergreuthen, sich als hervorragender Soldat. Obwohl verwundet, muntert er seinen linken Nebenraum mit den Worten auf: „Ich bin verwundet, das macht nichts, deswegen schieße ich doch. Wir dürfen hier nicht heraus, sonst ist die 12. mKompanie verloren!“ Und zum rechten Nebenmann sagt er: „Ich gehe nicht, wir sind ja nicht mehr so viele!“ Teile der 10. Kompanie weichen auf Befehl den unausgesetzt einschlagenden, schweren Granaten aus. Der Gefreite der Landwehr Ernst Stefan (9.), Landwirtschaftslehrer aus Gaisdorf, merkt dabei, dass vier Leute am alten Platz zurückgeblieben sind. Er will sie nicht im Stich lassen und holt sie nach. „Aushalten“ ist der Gedanke, der den Bataillonsführer beseelt. „Aushalten!“ ruft sein Adjutant, Leutnant Leonhard der 9. Kompanie zu, indem er zu ihr in die Stellung kriecht. Erst um 11 Uhr lässt die Wut des Feuers etwas nach. Sofort führt Leutnant Boxhorn, der Führer der 10. Kompanie einige wenige entwichene Leute wieder in die vordere Stellung. Der tapfere Gefreite Götz des Bataillonsstabes, Melder der 10. Kompanie, ermuntert die Leute dabei und will eben fünf Mann vorführen, als er durchs Herz getroffen fällt. Von 1 – 5.30 Uhr nachmittags setzt das feindliche Artilleriefeuer mit neuer Wucht ein. Ein Sturmversuch des Feindes gegen 3 Uhr scheitert. Minenwerfer mischen sich nun ein und man glaubt das Geräusch wie von herabfallenden Nägeln zu hören. Gegen 4.30 Uhr nachmittags steigert sich das Feuer wieder zum Vernichtungsfeuer. Als plötzlich das „en avant!“ der Franzosen zu hören ist, verlässt zwischen einfallenden Granaten der Bataillonsführer mit der Fahne und 8 Mann des Unterstabes die Befehlsstelle. Rechts von La Maison blanche sieht er den Feind in hellen Haufen herankommen. Er befiehlt Visier 500 und bringt im Verein mit der vorderen Linie den Sturmangriff zum Stillstand. Auch die Kompanien „Mack“ und „Wenk“ hatten ihre Stellung restlos behauptet. Die Schlacken der 10. und 11. Kompanie, im Ganzen etwa 40 Mann, wurden als Reserve zurückgenommen. Der Bataillonsführer stellt die Ordnung her. Zwei Maschinengewehre treffen von rückwärts ein. La Maison blanche war heldenhaft und mit Erfolg gehalten worden.“

Anton Öxler zahlte dabei mit seinem Leben den Preis.

Eine Grablage ist für Anton Öxler offiziell nicht bekannt. Ich vermute jedoch sehr stark, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy beigesetzt wurde, an der Stelle, an der er fiel und die später zu diesem Soldatenfriedhof wurde. Dort wurden auch seine Regimentskameraden begraben, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Gefreiter Georg Baumeister, geboren 1890, gefallen am 05.11.1914 bei La Maison Blanche, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Gefreiter Georg Haugg, geboren 09.04.1882, gefallen am 05.11.1914 bei La Maison Blanche, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Gefreiter Joseph Stiglmeir, , gefallen am 05.11.1914 bei La Maison Blanche, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Landwehrmann Joseph Ailer, gefallen am 05.11.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Anton Oxler
Rückseite des Sterbebildes von Anton Oxler

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.346: Xaver Stürminger

Der Soldat Franz Xaver Stürminger stammte aus Birnkam, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Velden (Vils), und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 1. Kompanie des 15. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 17.09.1918 (Volksbund und Verlustlisten geben den 18.09.1918 an) fiel er im Alter von 21 Jahren bei Bery-au-Bac und Montigny-sur-Vesle während der Stellungskämpfe an der Vesle, nördlich von Reims, durch eine Granatverwundung.

Man begrub Franz Xaver Stürminger auf dem Soldatenfriedhof Sissonne in Block 3, Grab 815.

Sterbebild von Xaver Stürminger
Rückseite des Sterbebildes von Xaver Stürminger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.096: Anton Füßl

Der Soldat Anton Füßl (Verlustliste: „Füssel„) stammte aus Weixerau, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Eching. Er diente im Ersten Weltkrieg in der 11. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments als Gefreiter der Reserve. Am 09.10.1914 fiel er im Alter von 24 Jahren während der Stellungskämpfe bei Lihons an der Somme.

Anton Füßl war der Bruder von Dianys Schröger, dessen Schicksal ich morgen vorstelle.

Offiziell ist für Anton Füßl keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers begraben wurde, wo auch seine Regimentskameraden beigesetzt wurden, die am gleichen Ort und im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Oberleutnant Ludwig Stich, gefallen am 25.09.1914 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
  • Leutnant Rudolf Georg Weigand, gefallen am 02.10.1914 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
  • Leutnant Ludwig Karl Hellquist, gefallen am 25.09.1914 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
  • Gefreiter Joseph Wenger, gefallen am 24.09.1914 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Anton Füßl und Dionys Schröger
Rückseite des Sterbebildes von Anton Füßl und Dionys Schröger