{"id":18042,"date":"2023-03-28T00:00:24","date_gmt":"2023-03-27T22:00:24","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=18042"},"modified":"2020-02-03T19:14:16","modified_gmt":"2020-02-03T18:14:16","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkrieges-teil-1-782-georg-berger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=18042","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkrieges \u2013 Teil 1.782: Georg Berger"},"content":{"rendered":"<p>Der Landwehrmann Georg Berger stammte aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oberornau\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Oberornau<\/a>, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Obertaufkirchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Obertaufkirchen<\/a>, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er in der 8. Kompanie des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Er fiel am 08.03.1915 bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sommepy-Tahure\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Somme-Py<\/a> im Alter von 32 Jahren in Nordfrankreich w\u00e4hrend der Winterschlacht in der Champagne.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag von Georg Berger berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;08.03.1915 In der Nacht vom 7.\/8.3. wurden die Verb\u00e4nde neu geordnet. Die ganze 1. Kompanie wurde in dem wichtigen Westgraben eingesetzt. Beim Sammeln dieser Kompanie erwarb sich nach der Verwundung der beiden Offiziere, Oberleutnant Emminger und Leutnant Fr\u00e4\u00dfdorf, der Unteroffizier Huber besondere Verdienste. Eine Kompanie des I.\/ Landwehr-Infanterie-Regiment 1 hatte den Verbindungsgraben zu der Stellung dieses Regiments zu besetzen. 2. Kompanie, die sehr gelitten hatte, wurde zur Reserve des Regiments-Kommandeurs, die bisher nur aus der 6. Kompanie bestand, zur\u00fcckgenommen. Es war unm\u00f6glich, die Bataillons-Verb\u00e4nde wieder herzustellen. Es mussten daher Kampfgruppen gebildet werden.<\/em><\/p>\n<p><em>Am 08.03. morgens war der Angriff gegen den eingedrungenen Feind fortzusetzen, da ein Einnisten des Feindes im Fingerwalde zu einer fortw\u00e4hrenden Bedrohung dieses wichtigen Fl\u00fcgelst\u00fctzpunktes der Champagnefront gef\u00fchrt haben w\u00fcrde. Es wurden drei Kampfgruppen gebildet. Eine Verteidigungsgruppe unter Major Kehl &#8211; 1., 3., 4., <span style=\"color: #3366ff;\"><strong>8.<\/strong><\/span>, 11. und 9. Kompanie &#8211; hatte die aus dem Westgraben, dem neuen Kampfgraben und dem vom Landwehr-Infanterie-Regiment 116 \u00fcbernommenen Kompanie-Abschnitt bestehende Stellung zu halten. Eine rechte Angriffsgruppe unter Major Benz &#8211; 5. und 10. Kompanie &#8211; sollte rechts, eine links unter Hauptmann Klein &#8211; 7. und 12. Kompanie &#8211; links den Angriff vortragen. Der Angriff sollte 6.00 Uhr morgens beginnen, unsere Artillerie ihn durch ihr Feuer auf die Fingerspitze und die feindliche Stellung s\u00fcdlich des Finger vorbereiten. I.\/Landwehr-Infanterie-Regiment 1 erhielt den Befehl, bis 3 Uhr morgens mit drei Kompanien bei der Regiments-Reserve am Steilhang einzutreffen.<\/em><\/p>\n<p><em>Von 6 Uhr morgens an lag schweres Artilleriefeuer auf dem neuen Kampfgraben, den von ihm zur\u00fcckf\u00fchrenden Verbindungsgr\u00e4ben und auf den Unterst\u00e4nden am Steilhang. Eine Anzahl dieser Unterst\u00e4nde wurde zertr\u00fcmmert, unter ihnen der neben dem Regiments-Gefechts-Stand liegende Verbandraum. Die Verluste der Regiments-Reserve wurde sehr erheblich. Die Fernsprechleitungen zu dem Kampfgraben wurden sechsmal zerschossen, aber immer wieder durch die tapferen St\u00f6rungssucher dank der Tatkraft des Fernsprechf\u00fchrers beim Regiments-Stab, Unteroffizier Fr\u00f6hlich, hergestellt. Meldeg\u00e4nger des Regiments-Stabs kehrten nicht zur\u00fcck und wurden in den Verbindungsgr\u00e4ben tot aufgefunden. Nachgesandte Meldeg\u00e4nger nahmen die blutigen Meldekarten den Toten aus der Hand und bef\u00f6rderten sie an ihre Empfangsstellen.<\/em><\/p>\n<p><em>Trotz des starken feindlichen Feuers brach unser Gegenangriff los. Von der rechten Angriffsgruppe entwickelte 6 Uhr morgens die 10. Kompanie rechts, die 5. Kompanie links vor dem Hinderniss des neuen Kampfgrabens. Der 5. Kompanie folgte ein Zug des Leutnant Schroll als Unterst\u00fctzung. Diese Entwicklung wurde sofort vom Feinde bemerkt und sowohl aus dem Graben am S\u00fcdrande des Waldes als auch aus dem rechten Laufgraben mit Infanterie- und MG-Feuer beschossen. Trotzdem st\u00fcrmten unsere Kompanien vor. Bald aber suchten die Leute vor dem feindlichen Feuer Deckung in den Granatl\u00f6chern. Leutnant Schroll hatte sich mit seinem Unterst\u00fctzungszug nach rechts gezogen. Er trat aus dem Westrande des Waldes heraus, st\u00fcrzte im feindlichen Feuer entlang dieses Waldrandes vorw\u00e4rts und drang mit einem Teil seines Zuges in die an der Stra\u00dfe Souain &#8211; Perthes gelegene Sturm-Ausgangsstellung des Feindes ein. Er wird seitedem vermisst. Vermutlich hat er in der feindlichen Stellung den Heldentod gefunden.\u00a0<span style=\"color: #ff0000;\">(Leiche wurde sp\u00e4ter gefunden. Leutnant Konrad Schroll, gefallen am 08.03.1915 bei Souain, begraben auf dem Soldatenfriedhof Souain in einem Massengrab)<\/span> Auch den tapferen F\u00fchrer der 10. kompanie, Oberleutnant Meyer, der seit diesem Angriff vermisst wird, wird im Fingerwalde das gleiche Schicksal erreicht haben. Der F\u00fchrer der 5. Kompanie, Hauptmann pausch, blieb verwundet in einem Granatloch liegen, konnte aber nachts in unsere Stellung zur\u00fcckkehren.<\/em><\/p>\n<p><em>nach dem Scheitern des Angriffs an unserem rechten Fl\u00fcgel setzte der Feind zum Gegenangriff an. Unter dem Feuer unserer in den Granatl\u00f6chern eingenisteten Sch\u00fctzen kam er aber im Walde nicht vor. Bei seiner Abwehr zeichnete sich besonders Offiziers-Stellvertreter Z\u00f6pfl und Unteroffizier Bastian der 10. Kompanie aus. Wohl aber gelang es ihm westlich des Waldes einen alten Graben, der senkrecht zu dem Waldrande und fast in der Verl\u00e4ngerung unseres neuen Kampfgrabens lag, zu erreichen und sich in ihm einzunisten. Dieser Teil des Feindes wurde sp\u00e4ter durch Pr\u00e4zisionsfeuer unserer 21 cm-M\u00f6rder vernichtet. Dieses Feuer wurde bis zur Erreichung dieses Ergebnisses fortgesetzt, obwohl auch unsere Besatzung des rechten Fl\u00fcgels des neuen Kampfgrabens stark unter der Splitterwirkung der eigenen Granaten zu leiden hatte.<\/em><\/p>\n<p><em>Noch mehrere andere an diesem Tage von unserem rechten Fl\u00fcgel aus angesetzte Angriffe gegen den in die Fingerspitze eingedrungenen Feind, so auch ein Angriffsversuch der 4. Kompanie\/Landwehr-Infanterie-Regiment 1 unter ihrem energischen F\u00fchrer, Oberleutnant Zettner, kamen \u00fcber die ersten Anf\u00e4nge nicht hinaus. Der Regiments-Kommandeur begab sich im heftigsten feindlichen Artilleriefeuer an den rechten Fl\u00fcgel des neuen Kampfgrabens und stellte von dem rechten Verbindungsgraben zum Fingergraben aus fest, dass der Feind sich im Fingerwald so stark eingenistet hatte, dass nur ein durch zusammengefasstes Artilleriefeuer vorbereiteter Angriff frischer Truppen hier Erfolg haben konnte. Der Feind hatte die in der Fingerspitze gewonnene neue Stellung durch spanische Reiter gesch\u00fctzt und sie mit einem Laufgraben zu seiner Sturmausgangsstellung verbunden.<\/em><\/p>\n<p><em>Am linken Fl\u00fcgel befahl Hauptmann Klein, dass 6 Uhr morgens die 12. Kompanie rechts vom linken Verbindungsgraben, die 7. Kompanie mit 1 Zug links von diesem gegen die S\u00fcdstellung vorzugehen, mit 2 Z\u00fcgen zum Angriff der 12. Kompanie rechts gestaffelt zu folgen habe. Leutnant Tillmanns der 7. Kompanie drang in unsere alte Stellung am Birkenw\u00e4ldchen, die nachts auf Befehl des Major Kehl von der 3. Kompanie ger\u00e4umt worden war, ein und behauptete sich dort. Die 12. Kompanie, deren tapferer F\u00fchrer, Hauptmann Stillkrauth, gleich beim Ansetzen zum Sturm schwer verwundet wurde, gewann den vorderen Kampfgraben westlich vom linken Verbindungsgraben. Die Z\u00fcge des Leutnants Specht und Trenkle der 7. Kompanie griffen noch weiter westlich an, brachen aber im feindlichen Feuer zusammen. Leutnant Specht fiel dicht vor dem vom Feinde besetzten Graben <span style=\"color: #ff0000;\">(Leutnant Hermann Specht, gefallen am 08.03.1915 bei Souain, begraben auf dem Soldatenfriedhof Souain in einem Massengrab)<\/span>, Leutnant Trenkle wird hier gleichfalls den Heldentod gefunden haben <span style=\"color: #ff0000;\">(Leutnant Theobald Trenkle, gefallen am 08.03.1915 bei Souain, begraben auf dem Soldatenfriedhof Souain in einem Massengrab)<\/span>, ebenso wie Offiziers-Stellvertreter von H\u00f6\u00dflein, die seitdem vermisst werden. Leutnant K\u00e4sbauer der 12. Kompanie arbeitete sich mit einem Teil dieser Kompanie, wirksam unterst\u00fctzt durch den Pionier-Handgranatentrupp unter Leutnant Dex, langsam im S\u00fcdostgraben nach Westen vor. Als die Handgranaten ausgegangen waren, kam das Vordringen zum Stehen. Der zur\u00fcckgewonnene Teil der Stellung blieb aber unter der tatkr\u00e4ftigen F\u00fchrung der Leutnante Tillmanns und K\u00e4sbauer besetzt.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Man begrub Georg Berger auf dem Soldatenfriedhof <a href=\"https:\/\/www.google.com\/url?q=https%3A%2F%2Fwww.google.de%2Fmaps%2Fplace%2F51600%2BSouain-Perthes-l%25C3%25A8s-Hurlus%2C%2BFrankreich%2F%4049.1909825%2C4.5081144%2C12z%2Fdata%3D!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x47ebce053f86ea41%3A0x9bc3729cc9145e28!8m2!3d49.184097!4d4.544399\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Souain<\/a> in einem Massengrab.<\/p>\n<figure id=\"attachment_17948\" aria-describedby=\"caption-attachment-17948\" style=\"width: 493px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-17948\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Georg_Berger_v.jpeg\" alt=\"\" width=\"493\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Georg_Berger_v.jpeg 493w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Georg_Berger_v-185x300.jpeg 185w\" sizes=\"auto, (max-width: 493px) 100vw, 493px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-17948\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Georg Berger<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_17947\" aria-describedby=\"caption-attachment-17947\" style=\"width: 493px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-17947\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Georg_Berger_h.jpeg\" alt=\"\" width=\"493\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Georg_Berger_h.jpeg 493w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Georg_Berger_h-185x300.jpeg 185w\" sizes=\"auto, (max-width: 493px) 100vw, 493px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-17947\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Georg Berger<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Landwehrmann Georg Berger stammte aus Oberornau, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Obertaufkirchen, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er in der 8. Kompanie des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Er fiel am 08.03.1915 bei Somme-Py im Alter von 32 Jahren in Nordfrankreich w\u00e4hrend der Winterschlacht in der Champagne. \u00dcber den Todestag [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_wp_rev_ctl_limit":""},"categories":[2,8,1876,2233],"tags":[916,1366,36,287,92,736,5150,860,4883,672],"class_list":["post-18042","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-weltkrieg","category-sterbebilder","category-frankreich-1-weltkrieg","category-marne","tag-2-bayerisches-landwehr-infanterie-regiment","tag-bayern","tag-frankreich","tag-landwehrmann","tag-massengrab","tag-nordfrankreich","tag-oberornau","tag-obertaufkirchen","tag-somme-py","tag-souain"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18042","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18042"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18042\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18054,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18042\/revisions\/18054"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18042"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18042"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18042"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}