{"id":18252,"date":"2023-04-23T00:00:35","date_gmt":"2023-04-22T22:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=18252"},"modified":"2020-02-17T06:15:58","modified_gmt":"2020-02-17T05:15:58","slug":"die-maenner-des-zweiten-weltkrieges-teil-1-807-josef-klinger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=18252","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkrieges \u2013 Teil 1.807: Josef Klinger"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Josef Klinger stammte aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Simbach_(bei_Landau)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Simbach bei Landau<\/a> und war der Sohn eines Schmiedemeisters. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 8. Kompanie des 23. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 19.02.1915 fiel er im Alter von 22 Jahren bei der Ersten Schlacht um <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Munster_(Haut-Rhin)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">M\u00fcnster<\/a> in den Vogesen bei einer Erst\u00fcrmung des <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/QNv9KANrhaxv4a7N6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kleinkopfes<\/a>.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag von Josef Klinger schreibt die Regimentsgeschichte des 23. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Am 17.02.1915 wurde II.\/Reserve-Infanterie-Regiment 23 nach Weier im Tal, am 18.02. I.\/Reserve-Infanterie-Regiment 23 nach Weirer Kreuz, Sattel zwischen Gro\u00dfen und Kleinen Hohneck und Giragoutte, III.\/Reserve-Infanterie-Regiment 23 nach Drei\u00e4hren verlegt, am 19.02. wurde die Ausgangsstellung f\u00fcr den Angriff eingenommen.<br \/>\nZufolge Angriffsbefehl vom 18.02. hatte das Regiment am 19.02. den Combe-, Barren und Kleinkopf wegzunehmen und sich hierzu am West- und S\u00fcdwesthang des Schratzm\u00e4nnele und in dem Kessel westlich Breitenberg bereitzustellen. N\u00f6rdlich und s\u00fcdlich des Regiments sollten Teile der 6. Landwehr-Division angreifen. Der Angriff sollte durch mehrst\u00fcndiges Artillerie- und Minnefeuer vom Schratm\u00e4nnele her vorbereitet werden. Soweit es m\u00f6glich war, war auch der Angriff durch Erkundung der feindlichen Stellungen, der Bereitstellungspl\u00e4tze, Anmarsch- und Angriffswege und durch eingehende Belehrung der Truppe vorbereitet worden.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Stimmung der Truppe war gut und zuversichtlich. Der Regimentskommandeur erlie\u00df am 18.02. folgenden Tagesbefehl:<\/em><\/p>\n<p>&#8222;<em>Das Regiment wird morgen zum erstenmale ins Gefecht kommen. Ich erwarte von jedem einzelnen, dass er treu dem geschworenen Fahneneid bis zum letzten Blutstropfen k\u00e4mpfen wird, um den Gegner aus unserem geliebten Vaterland zu verdr\u00e4ngen. Setzt euren Ehrgeiz drein, es als junge Truppe euren altbew\u00e4hrten Waffenbr\u00fcdern im Osten gleichzutun, die erst jetzt wieder den Feind so gl\u00e4nzend schlugen.&#8220;<br \/>\nMaser<\/em><\/p>\n<p><em>Als Angriffsziel wurde vom Regiment dem I.\/Reserve-Infanterie-Regiment 23 der Barrenkopf, dem II.\/Reserve-Infanterie-Regiment 23 der Kleinkopf, dem III.\/Reserve-Infanterie-Regiment 23 der Combekopf zugewiesen.<\/em><\/p>\n<p><em>Nach anstrengendem Marsch in stockdunkler Nacht auf steilen Bergwegen, wiederholt aufgehalten durch Batterien und Munitionsz\u00fcge, gelangten die Bataillone am fr\u00fchen Morgen des 19.02., gef\u00fchrt von Patrouillen der 11.\/Reserve-Infanterie-Regiment 23, von der die n\u00f6tigen Erkundigungen ausgef\u00fchrt worden waren, in ihre Bereitstellungsr\u00e4ume.<\/em><\/p>\n<p><em>Ein kalter, nebliger, tr\u00fcber Tag brach an. Fr\u00f6stelnd stand die Truppe in h\u00f6chster Spannung auf ihren Bereitstellungspl\u00e4tzen, des Befehls zum Vorgehen gew\u00e4rtig; die letzten Belehrungen und Ermahnungen f\u00fcr den Angriff wurden durch die F\u00fchrer gegeben. Aufmerksam lauschte alles auf den Donner der Gesch\u00fctze, die das Vorbereitungsfeuer begonnen haben; heulend ziehen die Geschosse ihre Bahn hin\u00fcber zum Feind, bersten krachend in den W\u00e4ldern seiner Stellung und donnernd gibt das Echo der Berge den Schall zur\u00fcck. Manch kr\u00e4ftiger Segenswunsch der Infanterie begleitet die Bahn der Geschosse, h\u00e4ngt es doch nicht zuletzt von ihrer Wirkung ab, ob der Angriff \u00fcberhaupt gelingt, ob er mit schweren oder leichten Opfern gelingt. Die von der eigenen Artillerie entfaltete Feuerkraft machte gro\u00dfen Eindruck auf die Infanterie und st\u00e4rkte ihr Vertrauen, wenngleich das Feuer, nach sp\u00e4terem Ma\u00dfstab gemessen, nicht im entferntesten an das in den letzten Kriegsjahren \u00fcbliche Vernichtungsfeuer heranreichen.<\/em><\/p>\n<p><em>Nicht allzukr\u00e4ftig antwortet die feindliche Artillerie, insbesondere scheinen ihr gl\u00fccklicherweise die Bereitstellungsr\u00e4ume der Angriffstruppen nicht bekannt zu sein, wenigstens schlagen dort keine Geschosse ein. Somit ist ist die erste Vorbedingung f\u00fcr den Erfolg des Angriffs gegeben. Dennoch \u00fcberkommt oft ein leiser Schauer die zum erstenmal im Feuer stehende Truppe, wenn da und dort in bedrohlicher N\u00e4he der Bereitstellung krachend ein Baum niederst\u00fcrzt, von einer feindlichen Granate zersplittert.<\/em><\/p>\n<p><em>Gegen 11 Uhr vormittags brach das am Westrand des Schratzm\u00e4nnelewaldes bereitgestellte III.\/Reserve-Infanterie-Regiment 23 mit der in vorderer Linie befindlichen 9. und 10.\/Reserve-Infanterie-Regiment 23 gegen den Combekopf zum Angriff vor. Kaum haben die vordersten Sch\u00fctzen den deckenden Waldrand verlassen, schl\u00e4gt ihnen nicht nur in der Front, sondern auch sowohl von S\u00fcden, vom Barrenkopf, wie auch von Norden, vom H\u00f6rnleskopf, ein \u00e4u\u00dferst heftiges Flankenfeuer entgegen, sodass der Angriff liegen bleibt. Es ist klar, dass das eigene Artilleriefeuer den Feind nicht gen\u00fcgend gesch\u00e4digt hat, dass vielmehr seine Stellungen zum gr\u00f6\u00dften Teil unbesch\u00e4digt sind. Trotzdem werden mit bewundernswerter Schneid noch mehrere Versuche gemacht, aus dem Walde vorzubrechen, alle jedoch vergeblich. Das feindliche Feuer allein h\u00e4tte die vom besten Willen beseelte Truppe kaum aufzuhalten vermocht, wenn es m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, diesem Feuer durch rasche Vorw\u00e4rtsbewegung zu entgehen. Der tiefe Schnee, in dem die Leute bis zum Knie, ja bis zur H\u00fcfte einsanken, verhinderte jedoch jedes rasche Vorw\u00e4rtskommen, sodass die Franzosen mit gr\u00f6\u00dfter Gem\u00e4chlichkeit die m\u00fchsam vorw\u00e4rtsstapfenden Angreifer abschie\u00dfen konnten.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Bataillonskommandeur befahl deshalb um 12 Uhr mittags, mit dem Vorgehen solange zu warten, bis durch Fortschreiten des Angriffs des I.\/23. Reserve-Infanterie-Regiment gegen den Barrenkopf die dort befindlichen Flankierungsanlagen mehr gebunden sind und stellt zugleich Antrag, durch verst\u00e4rktes Artilleriefeuer die Flankierungsanlagen zu fassen. Au\u00dferdem wird ein Zug 9.\/ Reserve-Infanterie-Regiment 23 weiter n\u00f6rdlich eingesetzt mit dem Auftrag, die Flankierungsanlagen des Feindes auf dem H\u00f6rnleskopf durch Feuer zu binden.<\/em><\/p>\n<p><em>Gegen 3 Uhr nachmittags, als I.\/Reserve-Infanterie-Regiment 23 den Barrenkopf teilweise in Besitz genommen hatte und nun seinerseits vom Combekopf her flankiert wurde, wird erneutes Vorgehen versucht, wieder mit dem gleichen Misserfolg. Der Feind ist unersch\u00fcttert in stark verschanzter Stellung auf dem Combekopf in vollst\u00e4ndig auch oben eingedeckten Gr\u00e4ben, vor diesen sind Draht- und Baumverhaue angebracht, von Osten her ist ihm nicht beizukommen.<\/em><\/p>\n<p><em>Gegen 4 Uhr nachmittags wurde deshalb ein Angriff aus s\u00fcd\u00f6stlicher Richtung mit der bisher in 2. Linie befindlichen 12.\/Reserve-Infanterie-Regiment 23 gemeinsam mit der rechten Fl\u00fcgelkompanie des I.\/Reserve-Infanterie-Regiment 23 eingeleitet, bevor er jedoch zur Durchf\u00fchrung kam, traf Befehl ein, dass der Angriff auf den Combekopf zun\u00e4chst nicht mehr fortzusetzen sei. Die Kompanien gruben sich nun, so gut es ging, w\u00e4hrend der Nacht in der erreichten Stellung ein.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Offiziell ist f\u00fcr Josef Klinger keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass seine Gebeine sp\u00e4ter geboren wurden, jedoch nicht mehr zuordbar waren und daher anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Hohrod&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/La+n%C3%A9cropole+allemande+du+Linge+Hohrod\/@48.0789162,7.1419617,494m\/data=!3m1!1e3!4m12!1m6!3m5!1s0x4793d8d8db925e89:0xba92ac4cb3276849!2sLinge+Memorial!8m2!3d48.083526!4d7.140328!3m4!1s0x4793d8ddb8ffffff:0xf865918dce0a94d2!8m2!3d48.0789042!4d7.1443239&quot;;&quot;Hohrod&quot;)\" 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data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Hohrod&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/La+n%C3%A9cropole+allemande+du+Linge+Hohrod\/@48.0789162,7.1419617,494m\/data=!3m1!1e3!4m12!1m6!3m5!1s0x4793d8d8db925e89:0xba92ac4cb3276849!2sLinge+Memorial!8m2!3d48.083526!4d7.140328!3m4!1s0x4793d8ddb8ffffff:0xf865918dce0a94d2!8m2!3d48.0789042!4d7.1443239&quot;;&quot;Hohrod&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/La+n%C3%A9cropole+allemande+du+Linge+Hohrod\/@48.0789162,7.1419617,494m\/data=!3m1!1e3!4m12!1m6!3m5!1s0x4793d8d8db925e89:0xba92ac4cb3276849!2sLinge+Memorial!8m2!3d48.083526!4d7.140328!3m4!1s0x4793d8ddb8ffffff:0xf865918dce0a94d2!8m2!3d48.0789042!4d7.1443239\"><a class=\"in-cell-link\" 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Im Ersten Weltkrieg diente er in der 8. Kompanie des 23. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. 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