{"id":19789,"date":"2023-10-14T00:00:28","date_gmt":"2023-10-13T22:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=19789"},"modified":"2020-03-29T14:15:44","modified_gmt":"2020-03-29T12:15:44","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkrieges-teil-1-979-josef-strassnerer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=19789","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkrieges \u2013 Teil 1.979: Josef Stra\u00dfnerer"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Josef Stra\u00dfner stammte aus der bayerischen Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pocking\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pocking<\/a> und war von Beruf Braugehilfe. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 12. Kompanie des 15. bayerischen <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Landwehr-<\/strong><\/span>Infanterie-Regiments als Landwehrmann. Am 28.06.1915 fiel er im Alter von 35 Jahren w\u00e4hrend der Stellungsk\u00e4mpfe in Lothringen bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Leintrey\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Leintrey<\/a> in Frankreich durch Granatschuss.<\/p>\n<p>\u00dcber die Todesumst\u00e4nde von Josef Stra\u00dfner schreibt die Regimentsgeschichte des 15. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Ab Juni 1915 wurde ein verf\u00fcgungsbataillon des Armee-Oberkommandos (abwechselnd Landwehr-Infanterie-Regiment 15 und 122) nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dieuze\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Du\u00df<\/a> (Dieuze) gelegt, das in ruhigen Zeiten die Tage zur Gefechts- und Schie\u00dfausbildung ben\u00fctzte und im Anschluss an die Ausbildungszeit besichtigt wurde. Am 20. Juni traf diese Bestimmung das III. Bataillon, diesmal freilich nicht zur Ruhe. Denn schon am 22. Juni auf dem Marsch zum Schie\u00dfplatz alarmiert r\u00fcckte es noch am Nachmittag mit Bahn nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Avricourt_(Moselle)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutsch-Elsringen<\/a> (Abricourt) und wurde hier der Gruppe Unger unterstellt, von dieser dem Landwehr-Regiment 4 zugeteilt. Am 23. abends unerwartet abgerufen, hatte es nach Leintrey zu marschieren. Die Gefechtslage war folgende: Von den sogenannten St\u00fctzpunkten 1 &#8211; 7 s\u00fcdwestlich Leintrey (in Wirklichkeit nicht St\u00fctzpunkte im \u00fcblichen Sinn, sondern zusammenh\u00e4ngende Linien einer Infanteriestellung ohne ausreichendes Hindernis) waren 3 &#8211; 5 an den Gegner verloren gegangen, Gegenangriffe waren ohne Erfolg geblieben. Das abgek\u00e4mpfte III.\/landwehr-Regiment 4 sollte durch III.\/15. abgel\u00f6st werden. Der Auftrag lautete: Bataillon besetzt mit einer Kompanie St\u00fctzpunkte (1, 2, 6, 7), der Rest des Bataillons gr\u00e4bt sich 600 Meter n\u00f6rdlich der St\u00fctzpunkte in Linie der Feldwache 1 und 2 ein. Einweisung durch III.\/L. 4. War bei dem Dr\u00e4ngen des abzul\u00f6senden Bataillons &#8211; \u00fcbrigens eine im Krieg sehr h\u00e4ufige Erfahrung &#8211; diese Einweisung recht fl\u00fcchtig, so dass kaum die Front gegen den Feind klar erkannt war, so ergaben sich ferner au\u00dferordentliche Schwierigkeiten aus dem unvollkommenen Ausbau der mit Hindernissen schwach oder in Linie der Feldwachen \u00fcberhaupt nicht gesch\u00fctzten, nur unzureichend mit Unterst\u00e4nden versehenen Stellungen; mangeldnes Schussfeld, unzureichende Brustwehren, das Fehlen von gedeckten Ann\u00e4hrerungswegen, Schwierigkeiten der Befehlsgebung bei der Art der Stellung wirkten au\u00dferdem hemmend und erschwerten die L\u00f6sung der gestellten Aufgaben, zumal der einzige Fernsprecher nach r\u00fcckw\u00e4rts durch das Vernichtungsfeuer der feindlichen Artillerie rasch abgeschossen wurde. Schon in der ersten Nacht war ein feindlicher Angriff aus den vom Feind genommenen St\u00fctzpunkte abzuwehren. Erst das Tageslicht aber machte eine \u00dcbersicht und klare Beurteilung der beiderseitigen Stellung m\u00f6glich. Beantragte Hilfskr\u00e4fte zum Heranschaffen von Baustoffen waren nicht zu erhalten. Tote und Verwundete des abgel\u00f6sten Bataillons lagen noch in der Stellung und mussten zur\u00fcckgebracht werden. Das Arbeiten wurde durch feindliches St\u00f6rungsfeuer sehr erschwert. Auch in der Nacht zum 25. folgten sich heftigste Feuer\u00fcberf\u00e4lle und Angriffe, besonders schwer gegen St\u00fctzpunkt 6. Der opfermutigen Haltung der Besatzung gelang es aber wiederum, den feindlichen Angriff abzuwehren und den Gegner empfindlich zu sch\u00e4digen. Am Morgen war n\u00e4mlich zu beobachten, wie er mit Tragbahren Gefallene und Verwundete zur\u00fcckschaffte. Besonder ausgezeichnet hatte sich Danit\u00e4ts-Unteroffizier Kellermann, der von r\u00fcckw\u00e4rts in die Gefechtslinie vorgekrochen war und nun zwei Tage lang bis zur eigenen Verwundung seinen Kameraden vorz\u00fcgliche Dienste leistete. In der Nacht zum 26. wurde wiederum mit Hilfe der trefflich wirkenden Artillerie ein Vorsto\u00df des Gegners abgeschlagen. die Verluste aber wuchen nat\u00fcrlich. Da Oberstabsarzt Dr. Westermayer erkrankte, hatte Assistenzarzt Dr. Fischer allein dir F\u00fcrsorge f\u00fcr die immer zahlreicher werdenden Verwundeten und Kranken in Lentrey. Die Arbeiten wurden jedoch in der Stellung trotz der planm\u00e4\u00dfigen Beschie\u00dfung durch den Gegner 26. &#8211; 28. Juni fortgesetzt. Da inzwischen aber die Verluste des Bataillons bedrohlich stiegen, wurde Antrag auf Abl\u00f6sung bei Landwehr-Regiment 4 gestellt und diese nach anf\u00e4nglicher Ablehnung auch zugesagt. Aber nochmals hatte das Bataillon eine schwere Nacht zu \u00fcberstehen, nach heftiger Artillerievorbereitung st\u00fcrmte der Gegner viermal gegen die Stellung an, wurde aber mit Unterst\u00fctzung der eigenen Artillerie wiederum abgewiesen (28.\/29. Juni). Als am 29. Juni I.\/Landwehr-Infanterie-Regiment 4 abl\u00f6ste, hatte das Bataillon trotz aller Schwierigkeiten nicht nur die gesamte Stellung gehalten, sondern auch etwa 1.000 Meter Sch\u00fctzengraben mit schwachem Hindernis hergestellt. Das Bataillon hatte in diesen Tagen 26 Tote, 78 Verwundete und 79 sonstige Abg\u00e4nge durch Krankheit eingeb\u00fc\u00dft.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Einer der Toten des Bataillons war Josef Stra\u00dfner.<\/p>\n<p><span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Reillon&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/54450+Reillon,+Frankreich\/@48.6001141,6.7194688,14z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x479477539c7fb135:0x40a5fb99a3af270!8m2!3d48.59863!4d6.743472&quot;;&quot;Reillon&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/54450+Reillon,+Frankreich\/@48.6001141,6.7194688,14z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x479477539c7fb135:0x40a5fb99a3af270!8m2!3d48.59863!4d6.743472\">Man begrub Josef Stra\u00dfner auf dem Soldatenfriedhof <a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/54450+Reillon,+Frankreich\/@48.6001141,6.7194688,14z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x479477539c7fb135:0x40a5fb99a3af270!8m2!3d48.59863!4d6.743472\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Reillon<\/a><\/span> in einem Massengrab.<\/p>\n<figure id=\"attachment_19756\" aria-describedby=\"caption-attachment-19756\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-19756\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Josef_Stra\u00dfner_v.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"628\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Josef_Stra\u00dfner_v.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Josef_Stra\u00dfner_v-300x236.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Josef_Stra\u00dfner_v-768x603.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-19756\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Josef Stra\u00dfner<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_19755\" aria-describedby=\"caption-attachment-19755\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-19755\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Josef_Stra\u00dfner_h.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"628\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Josef_Stra\u00dfner_h.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Josef_Stra\u00dfner_h-300x236.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Josef_Stra\u00dfner_h-768x603.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-19755\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Josef Stra\u00dfner<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Josef Stra\u00dfner stammte aus der bayerischen Stadt Pocking und war von Beruf Braugehilfe. 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