{"id":20578,"date":"2024-01-11T00:00:56","date_gmt":"2024-01-10T23:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=20578"},"modified":"2020-04-27T18:37:13","modified_gmt":"2020-04-27T16:37:13","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkrieges-teil-2-066-albert-eisenreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=20578","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkrieges \u2013 Teil 2.066: Albert Eisenreich"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Albert Eisenreich wurde am 05.01.1891 in Neidl geboren stammte aus der bayerischen Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pfreimd\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pfreimd<\/a>. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er in der 1. Maschinengewehr-Kompanie des 10. bayerischen Infanterie-Regiments als Unteroffizier. Am 25.08.1914 fiel er im Alter von 23 Jahren w\u00e4hrend der Schlacht von Nancy &#8211; Epinal nach schwerer Verwundung am linken Unterschenkel.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todeszeitrum von Albert Eisenreich berichtet die Regimentsgeschichte des 10. bayerischen Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;In einer sternenhellen Nacht (24.\/25. August) marschierten die Bataillone der 6. Division auf der von Kolonnen aller Art angef\u00fcllten Stra\u00dfe nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vic-sur-Seille\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wich<\/a> (Vic), um von hier im weiteren Verlaufe der Operationen nach S\u00fcden auf <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Valhey\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Valhey<\/a> &#8211; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Einville-au-Jard\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Einville<\/a> abzubiegen. Etwa 2 Kilometer n\u00f6rdlich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arracourt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Arracourt<\/a> wurde gegen Abend die Landesgrenze \u00fcberschritten &#8211; ein sittlicher Ernst beseelte alle in diesem feierlichen Augenblick &#8211; nichts von gallischem \u00dcbermut &#8211; aber Stolt im Herzen und der feste Vorsatz, von nun ab die geliebte Heimat vor den Schrecken des Krieges zu bewahren.<\/em><\/p>\n<p><em>Bei Arracourt wurde in sp\u00e4ter Nacht Biwak bezogen. Der 25. August, der Namenstag unseres greisen Regimentsinhabers, war kaum angebrochen, als &#8211; nach kurzer Biwakruhe &#8211; die durch den langen Nachtmarsch \u00fcberm\u00fcdeten Truppen alarmiert wurden.<\/em><\/p>\n<p><em>Um 4.30 Uhr fr\u00fch Abmarsch \u00fcber Valhey auf Einville &#8211; Deuxville. Starker Gesch\u00fctzdonner war seit dem Morgengrauen aus westlicher Richtung vernehmbar und die einlaufenden Meldungen lie\u00dfen erkennen, dass die Franzosen n\u00f6rdlich des Rhein-Marne-Kanals einen starken Angriff vorbereiteten, s\u00fcdlich desselben aber vorerst sich defensiv verhielten.<\/em><\/p>\n<p><em>General <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ludwig_von_Gebsattel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">von Gebsattel<\/a> entschloss sich, diesem feindlichen Angriff mit der 5. Division und Nachbartruppen entgegenzutreten, mit unserer 6. Division dem Feinde in Flanke und R\u00fccken zu kommen.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Kommandeur der 6. Division traf Ma\u00dfnahmen, um mit seinem Gros \u00fcber Maixe gegen Drouville in das bereits entbrannte Gefecht der 5. Division einzugreifen und befahl der 11. Infanterie-Brigade als erste Angriffsziele Maixe und Cr\u00e9vic.<\/em><\/p>\n<p><em>Dieser Ort Maixe sah schon am 15. August 1870 unser 10. Regiment in seinen Mauern, wo es nach anstrengenden Marschleistungen damals seinen ersten Rasttag hielt.<\/em><\/p>\n<p><em>Es war etwa nach 8.00 Uhr vormittags als die Bataillone &#8211; entfaltet &#8211; zum Vorgehen gegen den Rhein-Marne-Kanal sich anschickten. Da schlug es krachend hinter der 8. Kompanie ein; die beiden Pferde des Kompaniechefs rasen in wildem Entsetzen auf und davon, der Pferdew\u00e4rter Finkenzeller liegt verwundet am Boden &#8211; und jetzt heult es von allen Seiten heran &#8211; Trichter von 5 bis 6 m Durchmesser werden aufgeworfen &#8211; das waren ja Artilleriegeschosse von schwerstem Kaliber &#8211; wir waren in den Wirkungsbereich der feindlichen Festungsgesch\u00fctze geraten und dazu noch in einem Gel\u00e4nde, das die franz\u00f6sische Artillerie von Friedens\u00fcbungen her recht gut zu kennen schien &#8211; j\u00e4hlings stoben die Kompanien auseinander, teilten sich in kleine Trupps und warfen sich hin &#8211; bald ist der erste Schreck \u00fcberwunden &#8211; besonnene F\u00fchrer und beherzte, nervenstarke Mannschaften gewinnen Einfluss auf die Mutlosen &#8211; die anerzogene Manneszucht ringt sich durch und zielbewusst und planm\u00e4\u00dfig arbeiten sich die einzelnen Gruppen aus diesem Hexenkessel wieder heraus, um nun dem wichtigeren Gegner, der feindlichen Infanterie, auf den Leib zu r\u00fccken.<\/em><\/p>\n<p><em>Oberst Wei\u00df hatte das II. Bataillon Vogt beauftragt, den Angriff auf Cr\u00e9vic vorzutragen. Das I. Bataillon Krueger folgte zun\u00e4chst links gestaffelt. Das III. Bataillon hatte 9.30 Uhr wormittags Befehl erhalten, in der Mulde unmittelbar s\u00fcd\u00f6stlich des Waldes von Maixe als Brigadereserve sich bereitzustellen.<\/em><\/p>\n<p><em>Die 10. Kompanie war beim Vorgehen an der Artillerielinie s\u00fcdlich Stra\u00dfe Einville &#8211; Deuxville als Artilleriebedeckung angefordert und abgestellt worden. Den Ort Maixe hatte das 13. Regiment schon um 9.30 Uhr vormittags genommen. Schwieriger gestaltete sich der Kampf\u00a0 um Cr\u00e9vic. Hatte das 10. Regiment schon beim Vorgehen in dem von Westen und Nordwesten her einschlagenden schweren Artilleriefeuer vielfach Verz\u00f6gerung und gro\u00dfe Verluste erlitten, so sah es sich auch im weiteren Vorr\u00fccken aus den vorliegenden Waldst\u00fccken durch Infanterie- und Maschinengewehr-Feuer in Front und Flanke gefasst.<\/em><\/p>\n<p><em>Schneidig gingen die Kompanien des Bataillons Vogt, unterst\u00fctzt von einschiebenden Teilen des Bataillons Krueger beiderseits der Stra\u00dfe Vitrimont &#8211; Cr\u00e9vic zum Angriff vor, erreichten sprungweise den Ortsrand von Cr\u00e9vic\u00a0 und die am weitesten vorgedrungenen Kompanien Liebing, Sonntag und Gabler umgingen befehlsgem\u00e4\u00df den Ort, um verlustreichen H\u00e4userkampf zu vermeiden und nahmen auf der H\u00f6he hart n\u00f6rdlich Cr\u00e9vic, gemeinsam mit den Kompanien Heinzmann und H\u00f6gerl den Kampf gegen neue, im Vorgehen gemeldete feindliche Kr\u00e4fte erfolgreich auf. Gegen Mittag war es auch der Mschinengewehr-Kompanie Lehr gelungen, auf einem vorgefundenen Fahrzeug den Kanal zwischen Maixe und Cr\u00e9vic zu \u00fcberqueren und wirksam ins Gefecht einzugreifen.<\/em><\/p>\n<p><em>Die linke Kampfgruppe des Regiments, die infolge des un\u00fcbersichtlichen Gel\u00e4ndes mit Halbz\u00fcgen verschiedener Kompanien gemischt war, sah sich in hei\u00dfe K\u00e4mpfe im Moulnotgrund verwickelt. Teile von I. und II. Bataillon unter Leutnant der Landwehr K\u00f6pelle waren hier durch den Talgrund hinweggeeilt in der Absicht, die etwa 7 Kilometer entfernte feindliche Gesch\u00fctzstellung anzugreifen, ein Unternehmen, das ohne Artillerieunterst\u00fctzung undurchf\u00fchrbar war; es entsprach auch nicht dem urspr\u00fcnglichen Befehl, den Gegner bei Cr\u00e9vic anzugreifen.<\/em><\/p>\n<p><em>Soweit es noch m\u00f6glich war, suchte Hauptmann Beichhold, der F\u00fchrer der 1. Kompanie, hier weiterem Vorgehen Einhalt zu gebieten und seiner Tatkraft gelang es allm\u00e4hlich, einzelne Gruppen aus schwieriger Lage wieder zur\u00fcckzunehmen und in die alte Angriffsrichtung anzusetzen.<\/em><\/p>\n<p><em>W\u00e4hrend sich dies vollzog, wurde Beichhold durch schwere Verwundung au\u00dfer Gefecht gesetzt.<\/em><\/p>\n<p><em>Infolge Ausfalls weiterer F\u00fchrer wurde die Befehls\u00fcbermittlung zwischen den einzelnen auseinandergerissenen und in einander verschobenen Kampfgruppen au\u00dferordentlich erschwert. Die Verbindung mit den r\u00fcckw\u00e4rtigen Befehlsstellen versagte. Der Kampf tobte hin und her.<\/em><\/p>\n<p><em>Es wurde besser, als endlich um die Mittagszeit das 3. Feldartillerie-Regiment\u00a0 eingriff. Todesmutig waren die Batterien gesch\u00fctzweise \u00fcber die im schweren feindlichen Artilleriefeuer liegende Br\u00fccke von Maixe gefahren und protzten dicht hinter unserer Infanterie ab &#8211; wohl vermochten sie, die feindliche Infanterie wirksam zu beschie\u00dfen, konnten aber naturgem\u00e4\u00df gegen die franz\u00f6sischen Festungsgesch\u00fctze nichts ausrichten.<\/em><\/p>\n<p><em>Unsere schwere Artillerie des Ingolst\u00e4dter Fu\u00dfartilleriebataillons unter Major K\u00f6lsch garre den ganzen Vormittag den Angriff der 5. Division im Norden unterst\u00fctzt, wurde dann 2.00 Uhr nachmittags in eine Stellung s\u00fcd\u00f6stlich Maixe heruntergezogen, um mit schweren Feldhaubitzen unseren Infanterieangriff zu erleichtern und auch die franz\u00f6sische schwere Artillerie bei Flainval zu bek\u00e4mpfen. Zu deren Niederzwingung reichte aber ihre Feuerkraft nicht aus.<\/em><\/p>\n<p><em>Etwa um 4.00 Uhr nachmittags sprengte der Adjutant des II. Bataillons, Leutnant Otto Ringler, durch das feindliche Feuer hindurch zu der hinter der Infanterie feuernden Artillerielinie zur\u00fcck, um sie \u00fcber die Lage in vorderster Front aufzukl\u00e4ren.<\/em><\/p>\n<p><em>Als er dann sp\u00e4ter zur vordersten Linie mit einem wichtigen Befehl eilen wollte, traf ihn eine Granate und zerschmetterte ihm den Arm &#8211; dessen nicht achtend wollte er auf seinem Posten ausharren &#8211; der Bataillonskommandeur, Major Vogt, erkannte die furchtbaren Schmerzen, die der Verwundete standhaft aushielt, und veranlasste seine Verbringung zum Verbandplatz.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Reservist Andreas Etschel der 6. Kompanie war an beiden Armen verwundet worden; der rechte Oberarm war gebrochen. Sein Kompaniechef forderte ihn auf, sich zum Verbandplatz zu begeben; allein der Brave blieb in der Sch\u00fctzenlinie, lie\u00df sich von Kameraden notd\u00fcrftig verbinden und bem\u00fchte sich, sein Gewehr weiterhin, so gut es ging, zu gebrauchen; ein leuchtendes Beispiel von Selbst\u00fcberwindung und tapferem Ausharren. Erst mit Einbruch der D\u00e4mmerung suchte er auf Befehl seines Hauptmanns den Verbandplatz auf. Die Silberne Tapferkeitsmedaille belohnte den Tapferen.<\/em><\/p>\n<p><em>Das sind nur zwei Beispiele von stillem Heldenmut &#8211; so verhielten sich alle die Braven, welche an diesem Tage bluteten und starben.<\/em><\/p>\n<p><em>Auch Adjutant Ringler erlag wenige Tage sp\u00e4ter seiner schweren Verwundung &#8211; neben ihm litt und starb sein \u00e4lterer Regimentskamerad, der bei Lun\u00e9ville schwer verwundete Major Stellwag, damals Bataillonskommandeur im Reserve-Infanterie-Regiment 10.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Brigadereserve, das Bataillon Schaaf, war nach Mittagszeit durch Maixe &#8211; \u00fcber die stark beschossene Br\u00fccke im Laufschritt &#8211; vorgegangen und hielt sich hinter einem n\u00f6rdlich des Kanals hinziehenden Hang zu Vorst\u00f6\u00dfen bereit. Nordwestlich Maixe zog sich ein H\u00f6henr\u00fccken gegen Drouville hinauf, der von Teilen unserer Division bereits besetzt war. Sie lag in schwerstemArtilleriefeuer. Die Verluste mehrten sich in unheimlicher Weise; fast alle Offiziere waren dort au\u00dfer Gefecht gesetzt &#8211; die Mannschaften begannen den Halt zu verlieren &#8211; da und dort br\u00f6ckelten einzelne Leute und Gruppen ab und suchten r\u00fcckw\u00e4rts bessere Deckung.<\/em><\/p>\n<p><em>Dies beobachtete Leutnant Josef Schreyer der 12. Kompanie &#8211; in der richtigen Erkenntnis, dass diese H\u00f6henstellung f\u00fcr uns \u00e4u\u00dferst wichtig war und keineswegs ger\u00e4umt werden durfte, fasste er den selbst\u00e4ndigen Entschluss, unverz\u00fcglich einzugreifen. Er raffte alle in der N\u00e4he liegenden Z\u00fcge der 9. und 12. Kompanie und ein paar Maschinengewehre zusammen und eilte gegen die H\u00f6he (316) vor, unterwegs alles was zur\u00fcckweichen wollte, mit eiserner Tatkraft wieder mit sich vorrrei\u00dfend.\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Obwohl von zwei Seiten beschossen, gelang es ihm unter schweren Verlusten &#8211; Leutnant der Reserve Schiebler der 9. Kompanie fiel im Artilleriefeuer, Leutnant der Reserve Lehenbauer der 12. Kompanie durch Infanterieschuss &#8211; die H\u00f6he wieder zu besetzen.<\/em><\/p>\n<p><em>Als dann sp\u00e4ter noch ein preu\u00dfisches Halbbataillon zur Verst\u00e4rkung eintraf, entschloss sich Schreyer, das westlich gelegene Bois de Cr\u00e9vic zu st\u00fcrmen und warf die Franzosen hinaus &#8211; an diesem Angriff hatten sich Sechser, Elfer, Zehner, Dreizehner und Preu\u00dfen beteiligt.<\/em><\/p>\n<p><em>Dieser Vorsto\u00df hatte zweifellos dazu beigetragen, dass der Franzose weitere Angriffe gegen Linie Maixe &#8211; Cr\u00e9vic\u00a0 unterlassen musste und dass bei Nacht die Division sich unbel\u00e4stigt vom Gegner l\u00f6sen konnte.<\/em><\/p>\n<p><em>Auch dem energischen Eingreifen von Hauptmann Staubwasser und Major Schaaf war es zu verdanken, dass die von dem H\u00f6henr\u00fccken n\u00f6rdlich Cr\u00e9vic\u00a0 her sich bemerkbar machende R\u00fcckw\u00e4rtsbewegung einged\u00e4mmt wurde.<\/em><\/p>\n<p><em>Nach Einbruch der Dunkelheit flaute die Kampft\u00e4tigkeit allm\u00e4hlich ab. Der Gegner hatte weitere Angriffe eingestellt.<\/em><\/p>\n<p><em>Gegen Mitternacht trafen da und dort Befehle ein, dass die Aufgabe der Division erf\u00fcllt sei und dass sich die Kampftruppen vom Gegner losl\u00f6sen und \u00fcber Einville zur\u00fcckmarschieren sollten.<\/em><\/p>\n<p><em>Diese Ma\u00dfnahme wurde im Wesentlichen durch die Meldungen der Regimenter veranlasst, welche \u00fcbereinstimmend dahin lauteten, dass unsere Infanterie, durch vorausgegangene Nachtm\u00e4rsche und durchgemachte K\u00e4mpfe aufs \u00e4u\u00dferste ersch\u00f6pft, die gewonnenen Stellungen nur dann behaupten k\u00f6nnten, wenn die franz\u00f6sische schwere Artillerie niedergek\u00e4mpft w\u00fcrde.<\/em><\/p>\n<p><em>Hierzu fehlten dem Korps die Mittel und so wurde denn befohlen, dass die 6. Division in eine Linie Einville &#8211; la Rochelle zur\u00fcckzunehmen sei.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00dcber das Schlachtfeld des 25. August 1914 hatte die Nacht ihren dunklen Schleier gesenkt &#8211; der brennenden Sonnenglut war eine ertr\u00e4gliche K\u00fchle gefolgt, in den Gliedern der Soldaten lag es schwer und bleiern; eine vollkommene Ersch\u00f6pfung war eingetreten. Nur wenig Gl\u00fccklichen war es tags\u00fcber beschieden gewesen, beim sprungweisen Vorgehen unter Mirabellenb\u00e4ume zu geraten und mit der k\u00f6stlichen Frucht ihren und ihrer Nachbarn Durst einigerma\u00dfen zu stillen.<\/em><\/p>\n<p><em>Es war f\u00fcr die F\u00fchrer kein leichtes St\u00fcck Arbeit, die ersch\u00f6pften Truppen wieder aufzur\u00fctteln, die zusammengew\u00fcrfelten verb\u00e4nde in der Dunkelheit etwas zu ordnen und auch auf die Bergung der Verwundeten Bedacht zu nehmen.<\/em><\/p>\n<p><em>Besonderes Lob geb\u00fchrt insbesondere dem Bataillon Schaaf, dass seine Stellung erst verlie\u00df, nachdem das Kampffeld nochmals nach verwundeten Kameraden abgesucht war.<\/em><\/p>\n<p><em>Auf dem Sammelplatz bei Einville sank alles in tiefen Schlaf &#8211; mit Wehmut sah der Kompanief\u00fchrer ein kleines H\u00e4uflein um sich &#8211; Ger\u00fcchte von \u00fcbergro\u00dfen Verlusten, von dem Tode beliebter Offiziere gingen um &#8211; doch im Laufe des Vormittag sammelten sich erfreulicherweise immer mehr Versprengte bei ihrem Truppenteil.<\/em><\/p>\n<p><em>Nach 36 Stunden traf endlich auch die erste Verpflegung ein.<\/em><\/p>\n<p><em>Ergreifend schildert Dr. Fritz Schmidt, damals Leutnant der 8. Kompanie, in seinem Tagebuch, wie er mit seinem aus Sechsern, Elfern, Zehnern und Dreizehnern zusammengew\u00fcrfelten H\u00e4uflein m\u00fcde und mit leerem Magen auf Einville &#8211; la Rochelle zu marschierte &#8211; da sah er einen Mann mit b\u00e4rtigem Antlitz am Stra\u00dfenrand sitzen. Er erkannte seinen Regimentskommandeur, Oberst Wei\u00df, der ihm f\u00fcr die beabsichtigte Meldung wehm\u00fctig ablehnend dankte. Der Oberst betrauerte in seinem hohen Verantwortungsgef\u00fchl die Verluste seines braven Regiments.<\/em><\/p>\n<p><em>Durch den Ausfall an Toten, Verwundeten und Vermissten (meist verwundet in Gefangenschaft Geratene) war das Regiment auf zwei Drittel seines Standes gesunken. 4 Hauptleute und 8 Leutnants schieden infolge Verwundung aus.<\/em><\/p>\n<p><em>Den Heldentod starben die aktiven Leutnante Maier Leonhard (7. Kompanie), Ha\u00dff\u00fcrther (6. Kompanie) und Otto Ringler (Adjutant II.\/10), Maier und Ringler nach schwerer Verwundung.<\/em><\/p>\n<p><em>Ferner die Leutnante der Reserve Kr\u00fcll und M\u00fcller Karl (1. Kompanie), Schilffarth (4. Kompanie), Polster Karl (6. Kompanie), Gareis (8. Kompanie), Schiebler (9. Kompanie), Lehenbauer (12. kompanie).&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Albert Eisenreich wurde zun\u00e4chst auf dem Schlachtfeld von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Champenoux\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Champenoux<\/a> bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maixe\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Maixe<\/a> begraben. Sp\u00e4ter wurde er in ein Massengrab auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Gerb\u00e9viller&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/goo.gl\/maps\/NEYBj8coyNq&quot;;&quot;Gerb\u00e9viller&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/NEYBj8coyNq\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/NEYBj8coyNq\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gerb\u00e9viller<\/a> umgebettet.<\/span><\/p>\n<p>Seine Heimatgemeinde Pfreimd gedenkt Albert Eisenreich noch heute auf einem Denkmal: <a href=\"http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/2008\/pfreimd_1866_1870-71_wk1u2_bay.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/2008\/pfreimd_1866_1870-71_wk1u2_bay.htm<\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_20580\" aria-describedby=\"caption-attachment-20580\" style=\"width: 487px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-20580\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Albert_Eisenreich_v.jpg\" alt=\"\" width=\"487\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Albert_Eisenreich_v.jpg 487w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Albert_Eisenreich_v-183x300.jpg 183w\" sizes=\"auto, (max-width: 487px) 100vw, 487px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-20580\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Albert Eisenreich<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_20579\" aria-describedby=\"caption-attachment-20579\" style=\"width: 487px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-20579\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Albert_Eisenreich_h.jpg\" alt=\"\" width=\"487\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Albert_Eisenreich_h.jpg 487w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Albert_Eisenreich_h-183x300.jpg 183w\" sizes=\"auto, (max-width: 487px) 100vw, 487px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-20579\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Albert Eisenreich<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Albert Eisenreich wurde am 05.01.1891 in Neidl geboren stammte aus der bayerischen Stadt Pfreimd. 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