{"id":21726,"date":"2024-05-22T00:00:19","date_gmt":"2024-05-21T22:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=21726"},"modified":"2020-07-15T08:40:15","modified_gmt":"2020-07-15T06:40:15","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-196-stefan-diethei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=21726","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.196: Stefan Diethei"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Stefan Diethei wurde am 11.12.1886 in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Leubas_(Kempten)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Leubas<\/a> geboren und arbeitete als Lehrer in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flotzheim\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Flotzheim<\/a> in Bayern. Im Ersten Weltkrieg diente er als Leutnant in der 12. Kompanie des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 05.04.1918 fiel er im Alter von 31 Jahren w\u00e4hrend der Gro\u00dfen Schlacht in Frankreich bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/H%C3%A9buterne\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">H\u00e9buterne<\/a>.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag von Stefan Diethei berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;In der Nacht vom 4.\/5. wurde die zweite Bereitstellung, zugleich Sturmausgangsstellung , eingenommen. Es gelang dies erst nach ungeheuren M\u00fchen. Ununterbrochen regnete es, die Geschosstrichter waren mit Wasser, Gr\u00e4ben, soweit solche vorhanden, mit knietiefem Schlamm gef\u00fcllt; die F\u00fchrer, die das II. Bataillon zu stellen hatte, hatten sich verirrt und kamen \u00fcberhaupt nicht mehr. Feindliche Feuer\u00fcberf\u00e4lle brachten Verluste und vermehrten die Unordnung. Endlich am 5. morgens gegen 8 Uhr war die Sturmausgangsstellung bezogen:<\/em><\/p>\n<p><em>Rechts: I. Bataillon, Reihenfolge 1., 2., 3., 4. Kompanie Links: III. Bataillon, Reihenfolge 10., 12. Kompanie; dahinter 9., 11. In 2. Linie: II. Bataillon, Reihenfolge 8., 7., 5., 6. Kompanie. Die Maschinengewehr-Kompanien waren bei ihren Bataillonen. Rechts Anschluss an Reserve-Infanterie-Regiment 10, links an Reserve-Infanterie-Regiment 119. Das Reserve-Infanterie-Regiment 7 hatte hinter dem linken Fl\u00fcgel unseres Regiments zu folgen.<\/em><\/p>\n<p><em>Punkt 5 Uhr morgens hatte das Wirkungsschie\u00dfen unserer Artillerie und unserer Minenwerfer begonnen, die feindliche Artillerie erwiderte nur schwach. Umso lebendiger wurde die feindliche Infanterie, als die Sicht zwischen 7 und 8 Uhr besser wurde, mit ihren Maschinengewehren, die vom Ortsrand von Hebuterne und von der H\u00f6he nord\u00f6stlich Colincamps die Bereitstellungsr\u00e4ume bestrichen, ohne von unserer Artillerie gefasst zu werden. Die dem Regiment zugeteilte Begleit-Batterie, deren Aufgabe es gewesen w\u00e4re, die Maschinengewehr-Nester in direktem Schuss zu bek\u00e4mpfen, konnte nach Meldung ihres F\u00fchrers wegen der Gel\u00e4ndeschwierigkeiten nicht vorgebracht werden. Zwei leichte Minenwerfer des I. Bataillons, sowie 2 Z\u00fcge Maschinengewehre II. Bataillons taten zwar ihr M\u00f6glichstes, konnten aber die schwierige Aufgabe allein nicht l\u00f6sen.<\/em><\/p>\n<p><em>8.45 Uhr vormittags setzte unser Trommelfeuer ein. Der Kommandeur des III. Bataillons ben\u00fctzte die Gelegenheit, den Abstand zum Feinde zu verringern und schob seine Kompanien so nahe als m\u00f6glich an unser Artilleriefeuer heran. Auch das II. Bataillon folgte seinem Beispiel.<\/em><\/p>\n<p><em>Durch diese Bewegungen veranlasst legten etwa 3 feindliche leichte Batterien Sperrfeuer auf und vor unsere erste Linie, das von geringer Wirkung war.<\/em><\/p>\n<p><em>Um 9 Uhr wandert die Feuerwalze nach vorw\u00e4rts, unsere ganze erste Linie erhebt sich aus Gr\u00e4ben, L\u00f6chern, Trichtern wie ein Mann, um dem Feuer zu folgen, kampffreudig mit dem sicheren Gef\u00fchl des Erfolges. Da setzt der Feind nach wenigen Stunden mit gut sitzendem Maschinengewehrfeuer ein aus Richtung Hebuterne, der H\u00f6he nordwestlich davon und von Colincamps her. Empfindliche Verluste treten ein. Ein Teil der St\u00fcrmenden wirft sich hin, andere st\u00fcrzen vorw\u00e4rts; Tr\u00fcmmer der 1. und 4. Kompanie arbeiten sich bis an das unversehrte feindliche Drahthindernis heran. Hier erlahmt ihre Kraft. Es war kein Zweifel mehr, der Angriff war gescheitert. Dies wurde 10.30 Uhr vormittags der Brigade gemeldet.<\/em><\/p>\n<p><em>Dem 10. Reserve-Infanterie-Regiment zu unserer Rechten und dem 119. Infanterie-Regiment zu unserer Linken war es nicht besser ergangen. Letzteres hatte Signy-Ferme erreicht. Der Kommandeur I. Bataillon hatte seine Maschinengewehr-Kompanie in 2 Gruppen eingesetzt, um offen am gegen\u00fcberliegenden Hang feuernde Maschinengewehre zu bek\u00e4mpfen. Dabei wurde der Maschinengewehr-Kompanie F\u00fchrer, Leutnant Schnabel, t\u00f6dlich getroffen, w\u00e4hrend er einen neuen Feuerbefehl gab, der einzige Kompanie-Offizier verwundet, die Maschinengewehr-Kompanie durch Artillerie- und Maschinengewehrfeuer zugedeckt.<\/em><\/p>\n<p><em>Die 8. Kompanie, welche hinter dem rechten Fl\u00fcgel des I. Bataillons gefolgt war, wehrte einen von der H\u00f6he bei Hebuterne herabkommenden Gegensto\u00df erfolgreich ab.<\/em><\/p>\n<p><em>Um 12.20 Uhr kam von der Brigade telefonischer Befehl:<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Den Befehl \u00fcber die linke Kampfgruppe Reserve-Infanterie-Regiment 7 und 12 \u00fcbernimmt der Kommandeur Reserve-Infanterie-Regiment 7. Kampfgruppe Aschenauer stellt sich bis 5 Uhr nachmittags zur Fortsetzung und Durchf\u00fchrung des Angriffs bereit.&#8220; Die Ausf\u00fchrung dieses Befehls war nur m\u00f6glich, wenn unsere Artillerie in der Lage war, die Voraussetzung dazu zu schaffen. Was ihr am Morgen mit gro\u00dfem Munitionsaufwand w\u00e4hrend 4 Stunden nicht m\u00f6glich war, das konnte ihr am Nachmittag in einem einst\u00fcndigen schw\u00e4chlichen Wirkungsschie\u00dfen erst recht nicht gelingen. Der Angriff unterblieb.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Man begrub Stefan Diethei auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;St.-Laurent-Blangy&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/Saint-Laurent-Blangy,+Frankreich\/@50.3097961,2.7378821,12z\/data=!4m5!3m4!1s0x47dd482673f41e11:0x40af13e8163d6a0!8m2!3d50.300542!4d2.801689&quot;;&quot;St.-Laurent-Blangy&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/Saint-Laurent-Blangy,+Frankreich\/@50.3097961,2.7378821,12z\/data=!4m5!3m4!1s0x47dd482673f41e11:0x40af13e8163d6a0!8m2!3d50.300542!4d2.801689\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/Saint-Laurent-Blangy,+Frankreich\/@50.3097961,2.7378821,12z\/data=!4m5!3m4!1s0x47dd482673f41e11:0x40af13e8163d6a0!8m2!3d50.300542!4d2.801689\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">St.-Laurent-Blangy<\/a><\/span> in einem Massengrab.<\/p>\n<figure id=\"attachment_21723\" aria-describedby=\"caption-attachment-21723\" style=\"width: 477px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-21723\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Stefan_Diethei_v.jpg\" alt=\"\" width=\"477\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Stefan_Diethei_v.jpg 477w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Stefan_Diethei_v-179x300.jpg 179w\" sizes=\"auto, (max-width: 477px) 100vw, 477px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-21723\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Stefan Diethei<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_21722\" aria-describedby=\"caption-attachment-21722\" style=\"width: 477px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-21722\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Stefan_Diethei_h.jpg\" alt=\"\" width=\"477\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Stefan_Diethei_h.jpg 477w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Stefan_Diethei_h-179x300.jpg 179w\" sizes=\"auto, (max-width: 477px) 100vw, 477px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-21722\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Stefan Diethei<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Stefan Diethei wurde am 11.12.1886 in Leubas geboren und arbeitete als Lehrer in Flotzheim in Bayern. Im Ersten Weltkrieg diente er als Leutnant in der 12. Kompanie des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. 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