{"id":21782,"date":"2024-05-28T00:00:51","date_gmt":"2024-05-27T22:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=21782"},"modified":"2020-07-16T19:14:32","modified_gmt":"2020-07-16T17:14:32","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-202-simon-schoder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=21782","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.202: Simon Schoder"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Simon Schoder wurde am 26.10.1893 in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Langenmosen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Langenmosen<\/a> in Bayern als Sohn eines Landwirts geboren. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er in der 1. Kompanie des 10. bayerischen Infanterie-Regiments als Infanterist. Am 24.09.1914 fiel er im Alter von 20 Jahren bei <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/VMqHBEAVCHPSd3fF6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Spada<\/a>.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag von Simon Schoder berichtet die Regimentsgeschichte des 10. bayerischen Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Am fr\u00fchen 24. September musste der Angriff weitergef\u00fchrt werden. Schon waren die ersten Sch\u00fctzenlinien in lautlosem Vorgehen auf den H\u00f6henkamm gekrochen, da sah man vor sich franz\u00f6sische Abteilungen, n\u00f6rdlich und s\u00fcdlich der Stra\u00dfe Lamorville &#8211; Lacroix, in \u00fcberlegener Zahl marschieren. Unsere vordersten Sch\u00fctzen er\u00f6ffneten sofort das Feuer &#8211; nun kam Leben in die feindlichen Haufen &#8211; aber auch die franz\u00f6sische Artillerie blieb nicht unt\u00e4tig. Von Nordwest, aus Richtung la Gelouse und von links seitw\u00e4rts, aus Fort les Paroches sausten die schwersten Granaten heran und brachten uns starke Verluste bei. Die franz\u00f6sische Infanterie aber setzte zu einem gewaltigen Angriff in breiter Front an und bald brach ein furchtbares Infanteriefeuer \u00fcber uns los. Einer der ersten F\u00fchrer, der hier schwer verwundet wurde, war Hauptmann Karl Fischer, F\u00fchrer der 11. Kompanie.<\/em><\/p>\n<p><em>Nun kam unsere Vorw\u00e4rtsbewegung ins Stocken.<\/em><\/p>\n<p><em>Schon lag der Franzose auf 600 Meter gegen\u00fcber; immer mehr verdichteten sich seine Sch\u00fctzenlinien, immer st\u00e4rkere Unterst\u00fctzungen r\u00fcckten nach, durch die Gunst des Gel\u00e4ndes gedeckt. Die Preu\u00dfen waren noch nicht da &#8211; unsere Lage begann immer kritischer zu werden. Die Verluste mehrten sich in unheimlicher Weise. Unter anderem wurde auch der Regimentsadjutant Schuster und der Bataillons-Adjutant I. Bataillon Leutnant R\u00f6hm schwer verwundet.<\/em><\/p>\n<p><em>Eine zwischen dem 13. und 10. Regiment entstandene gef\u00e4hrliche L\u00fccke hatte Oberstleutnant Mieg mit den Kompanien 6. Infanterie-Regiment ausgef\u00fcllt.<\/em><\/p>\n<p><em>Das III. Bataillon lag am Hang der H\u00f6he 294, das I. Bataillon links gestaffelt mit Front gegen H\u00f6he 269; letztere war mit Sicherungen der Kompanie Heinzmann besetzt.<\/em><\/p>\n<p><em>Gegen Mittag wurde ein franz\u00f6sischer Vorsto\u00df aus dem Gelousewald vom 13. Regiment abgewiesen; indes verst\u00e4rkte sich das feindliche Artilleriefeuer immer mehr und \u00fcbersch\u00fcttete besonders das III. Bataillon 13. Infanterie-Regiments (Hofmann).<\/em><\/p>\n<p><em>Unser 10. Regiment war st\u00e4ndig in der Flanke heftig beschossen und erlitt erhebliche Verluste.<\/em><\/p>\n<p><em>Teile des 3. und 8. Feldartillerie-Regiments aus <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/Q9wrC9ipKqWhYZKbA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Senonville<\/a>, <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/eV9nByBQheYbpsx49\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Lavigneville<\/a> und Gilaumontwald her feuernd, konnte keine Entlastung bringen.<\/em><\/p>\n<p><em>Da sah man pl\u00f6tzlich, etwa um die zweite Nachmittagsstunde, das preu\u00dfische 47. Regiment vorbrechen. Aber die vorz\u00fcglich beobachtende franz\u00f6sische Artillerie \u00fcbersch\u00fcttete es derart mit Schnellfeuer, dass der schneidig vorgetragene Angriff zusammenbrach.<\/em><\/p>\n<p><em>Nun verdoppelten die Franzosen ihre Anstrengungen, unsere D\u00fcnnen Linien, in denen mehr Tote und Verwundete als kampff\u00e4hige Sch\u00fctzen lagen, zu durchbrechen. Die feindliche Artillerie flankierte in entsetzlicher Weise. Immer neue franz\u00f6sische Kompanien r\u00fcckten heran. Als dann noch Teile des 6. Infanterie-Regiments, die den befehl bekamen, bei Camp des Romains einzugreifen, herausgezogen wurden, schien die Lage unhaltbar, zumal die R\u00fcckw\u00e4rtsbewegung dieser Teile des 6. Infanterie-Regiments Verwirrung anrichtete.<\/em><\/p>\n<p><em>Oberstleutnant Mieg war inzwischen in der vordersten Kampflinie eingetroffen; das Einsetzen seiner Pers\u00f6nlichkeit in h\u00f6chster Gefahr belebte den Mut der K\u00e4mpfenden und es gelang, dank dem vorbildlichen Einfluss beherzter Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, unsere schwachen Linien zum Ausharren anzufeuern, die bedrohte Stellung bis zum Anbruch der Dunkelheit zu halten und die drohende Umfassung durch die weit \u00fcberlegene franz\u00f6sische Infanterie abzuwehren.<\/em><\/p>\n<p><em>Besonders hielten unsere von feindlichen Gruppen oft bedrohten Maschinengewehr-Sch\u00fctzen z\u00e4h und standhaft aus &#8211; hier seien r\u00fchmend erw\u00e4hnt der Unteroffizier Friedrich Fischer, der Gefreite Leonhard Binder, die Landwehr-Leute Georg Neuer und Josef Horndasch sowie der Reservist Johann Wagner.<\/em><\/p>\n<p><em>Um 8 Uhr abends begann die Gefechtst\u00e4tigkeit abzuflauen; der Gegner hatte offenkundig auch stark gelitten , denn als unsere Kompanien abbauten, folgte er nicht einmal mit Patrouillen nach.<\/em><\/p>\n<p><em>Mit kaum 200 Mann ging unser III. Bataillon gem\u00e4\u00df Brigandebefehl in eine Vorpostenstellung in die Waldstellung 1 km s\u00fcdwestlich Spada zur\u00fcck, wo es 2 Uhr nachts eintrag. Das I. Bataillon r\u00fcckte mit seinen Resten f\u00fcr die Nacht nach Chaillon ab.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Man begrub Simon Schoder auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;St. Mihiel&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/55300+Saint-Mihiel,+Frankreich\/@48.8941646,5.5395164,13z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x47eb477101fbe843:0x40a5fb99a3ad0a0!8m2!3d48.88855!4d5.541657&quot;;&quot;St. Mihiel&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/55300+Saint-Mihiel,+Frankreich\/@48.8941646,5.5395164,13z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x47eb477101fbe843:0x40a5fb99a3ad0a0!8m2!3d48.88855!4d5.541657\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/55300+Saint-Mihiel,+Frankreich\/@48.8941646,5.5395164,13z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x47eb477101fbe843:0x40a5fb99a3ad0a0!8m2!3d48.88855!4d5.541657\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">St. Mihiel<\/a><\/span> in einem Massengrab. \u21d2 <a href=\"http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/2009\/saint-mihiel_kgs_wk1_namen_s1_fr.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/2009\/saint-mihiel_kgs_wk1_namen_s1_fr.htm<\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_21780\" aria-describedby=\"caption-attachment-21780\" style=\"width: 562px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-21780\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Simon_Schoder_v.jpg\" alt=\"\" width=\"562\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Simon_Schoder_v.jpg 562w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Simon_Schoder_v-211x300.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 562px) 100vw, 562px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-21780\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Simon Schoder<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_21779\" aria-describedby=\"caption-attachment-21779\" style=\"width: 562px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-21779\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Simon_Schoder_h.jpg\" alt=\"\" width=\"562\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Simon_Schoder_h.jpg 562w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Simon_Schoder_h-211x300.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 562px) 100vw, 562px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-21779\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Simon Schoder<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Simon Schoder wurde am 26.10.1893 in Langenmosen in Bayern als Sohn eines Landwirts geboren. 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