{"id":21944,"date":"2024-06-16T00:00:29","date_gmt":"2024-06-15T22:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=21944"},"modified":"2020-10-08T12:28:46","modified_gmt":"2020-10-08T10:28:46","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-220-josef-lembeck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=21944","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.220: Josef Lembeck"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Josef Lembeck wurde am 11.12.1893 in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hoppingen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hoppingen<\/a> geboren, heute ein Ortsteil der bayerischen Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Harburg_(Schwaben)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Harburg (Schwaben)<\/a>. Er arbeitete als Bahnarbeiter in Gerwang. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Infanterist in der 12. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.08.1914 fiel er im Alter von 20 Jahren w\u00e4hrend der ersten K\u00e4mpfe in den Vogesen bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bazien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bazien<\/a>, in der N\u00e4he von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rambervillers\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rambervillers<\/a>.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" style=\"border: 0;\" tabindex=\"0\" src=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d84788.47529710358!2d6.62522096461351!3d48.38638402953015!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x4793858f557dcf8d%3A0x40a5fb99a378b40!2s88700%20Bazien%2C%20Frankreich!5e0!3m2!1sde!2sde!4v1596002132240!5m2!1sde!2sde\" width=\"600\" height=\"450\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\" aria-hidden=\"false\"><\/iframe><\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Josef Lembeck berichtet die Regimentsgeschichte des 20. bayerischen Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Bazien &#8211; M\u00e9nil<\/em><\/p>\n<p><em>Der 25.08. &#8211; der Namenstag Seiner Majest\u00e4t des K\u00f6nigs &#8211; sollte unserem Regiment die bisher schwerste Aufgabe des Krieges bringen. Niemand ahnte, als man um 8 Uhr in gehobenster Stimmung aus der Gegend s\u00fcdwestlich Glonville nach herrlichem Sonnenaufgang aufbrach, dass an diesem Tage ein Kampf zu f\u00fchren sei, der mit dem Blute von fast einem Drittel des Regiments bezahlt werden musste.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Lage im gro\u00dfen war folgende: Die 7. Armee, der wir unterstanden, hatte den Befehl, am 25.08. in Fortsetzung der Verfolgung nach S\u00fcden vorzudringen und den Feind, mit dem man die F\u00fchlung so ziemlich verloren hatte, durch Angriff wieder zu stellen. Auf franz\u00f6sischer Seite war geplant, sich im geschlossenen Gegenangriff auf uns zu werfen. General <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Augustin_Dubail\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Dubail<\/a>, der Oberbefehlshaber der franz\u00f6sischen 1. Armee, hatte mit der Losung &#8222;En avant \u00e1 tout prix&#8220; (vorw\u00e4rts um jeden Preis) sein XIII. Korps durch die Waldungen s\u00fcdlich und s\u00fcdwestlich Baccarat auf Glonville und Baccarat angesetzt. So kam es am 25. zum zweiten Zusammenprall der Gegner.<\/em><\/p>\n<p><em>Beim I. bayerischen Armee-Korps sollten zun\u00e4chst nur gemischte Abteilungen vorgehen. Rechts (von der 2. Division) die 3. Infanterie-Brigade (ohne I.\/3. Infanterie-Regiment) mit dem 4. Chevauxlegers-Regiment und 4. Feldartillerie-Regiment von Glonville \u00fcber Bazien auf Nossoncourt. Links (von der 1. Division) das verst\u00e4rkte 16. Infanterie-Regiment von Baccarat auf Menil. Rechts des I. bayerischen Armee-Korps bedachte das XXI. Armee-Korps \u00fcber <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Domptail\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Domptail<\/a> &#8211; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Xaff%C3%A9villers\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Xaff\u00e9villers<\/a> auf <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rambervillers\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rambervillers<\/a> vorzudringen.<\/em><\/p>\n<p><em>Unser II. Bataillon (ohne die mit dem Abschub von Gefangenen beauftragten 8. Kompanie) war mit dem 4. Chev.Rgt. und der 2.\/1. Pionier-Bataillon Vorhut der unter dem Befehl des Generals <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Emil_Schoch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Emil Schoch<\/a> stehenden rechten Kolonne. Am Anfang des Gros marschierte das I. Bataillon, dahinter die I.\/4. Feldartillerie-Regiment, dann das III. Bataillon mit der Maschinenegewehr-Kompanie. Schon vor dem Eintritt in den gro\u00dfen Wald von Glonville gab es den ersten Aufenthalt. Die Spitzenkompanie (7. unter Hauptmann Hermann) musste schwache feindliche Sch\u00fctzen vertreiben, die den Nordsaum besetzt hatten. Dann ritt das 4. Chev.Regiment zur Aufkl\u00e4rung durch den Wald auf Bazien voraus, sie\u00df aber, noch ehe es den S\u00fcdausgang erreicht hatte, auf feindliche am Waldrand entlangmarschierende Infanterie, anscheinend die Spitze, dahinter die Vorhut einer feindlichen nach Nordwesten marschierenden Kolonne. Es war das franz\u00f6sische J\u00e4ger-Bataillon 31. Das Regiment sa\u00df in aller Eile zum Gefecht zu Fu\u00df ab und \u00fcberraschte den Feind durch sein Schnellfeuer. Aber es waren doch nicht viel mehr als ein halbes Hundert Sch\u00fctzen, was das Regiment zum Feuern brachte. Es wurde bald von dem in breiter Front in den Wald eindringenden Feind \u00fcberfl\u00fcgelt. Da eilte die 7. Kompanie im Laufschritt heran, entwickelte in aller Eile und nahm ebenfalls das Feuer auf. Dann kam auch der Bataillonskommandeur, Major Bram, nach vorne. Er erfasste sofort die Lage, setzte die 5. Kompanie rechts neben der 7. ein und befiehlt den Sturm. Die H\u00f6rner blasen, die Tambure schlagen ein, die Fahne wird entfaltet. So st\u00fcrzt sich &#8211; wie im Frieden oft ge\u00fcbt &#8211; das Bataillon mit Hurra auf den Feind.<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Ein w\u00fctendes Gewehrfeuer empfing uns &#8211; berichtete ein Mitk\u00e4mpfer in der Allg\u00e4uer Kriegschronik &#8211; Hinter jedem Busch kracht und blitzt es, von den B\u00e4umen herunter, aus dem gr\u00fcnen Moos des Bodens, hinter jeder Bodenwelle lag so eine verdammte Rothose. Aber was k\u00fcmmerts den Sturmwind, wenn der Berg sich entgegenstellt! Er zaust ihn in den Haaren, er f\u00e4hrt in seine Schluchten und tost durch seine T\u00e4ler und st\u00fcrmt \u00fcber ihn hinweg. Und so auch wir. Rechts und links fielen brave Kameraden, getroffen von dem m\u00f6rderischen Feuer, aber es gab kein Halten. Die Franzosen wurden in einem ungeheuren Anlauf \u00fcberrannt und hinausgetrieben auf die freien H\u00f6hen vor dem Wald. Hui, und nun hin auf den Boden! Rasch in Deckung! Verfolgungsfeuer! Und w\u00e4hrend noch die Brust keucht und nach Atem rang, da donnerte es aus hunderten von Zwanziger-Flinten, dass uns das Herz im Leibe lachte. Ja, wie die Kerls den Berg hinaufliefen. Himmel nochmal, das war ein Anblick, und wie unsere Kugeln hineinsetzten in die h\u00fcpfenden und springenden Reihen! Wie sie \u00fcbereinanderpurzelten an den gr\u00fcnen H\u00e4ngen! Und mit fliegenden Pulsen und jagendem Atem gings wieder hintendrein. Hinauf! Dort hinauf, wo sich jetzt die letzten Rothosen unserem Feuer zu entziehen suchen!&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>So gelangte das Bataillon auf die H\u00f6he dicht n\u00f6rdlich Bazien (374) der gegen\u00fcber der Feind den Ortsrand besetzt h\u00e4lt. Um die Mittagszeit ist auch der Ort genommen. Die franz\u00f6sische Infanterie hatte schwerste Verluste erlitten. Zu Dutzenden lagen die offenbar g\u00e4nzlich \u00fcberraschten Rothosen zumeist tot, aber auch verwundet am Waldrande und der freien Fl\u00e4che davor.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Lage, die sich im weiteren Verlauf f\u00fcr das Regiment ergab, war \u00e4u\u00dferst schwierig: Es musste sich \u00fcber die breite und deckungslose von Punkt 334 nach Punkt 366 ziehende Hochfl\u00e4che entwickeln, die unter sich mehr und mehr verst\u00e4rkendem Artilleriefeuer aus der Waldzone s\u00fcdlich und s\u00fcdwestlich Menil lag. Dann kam noch schr\u00e4ges und flankierendes Maschinengewehrfeuer von der \u00fcberragenden H\u00f6he bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sainte-Barbe_(Vosges)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">St. Barbe<\/a> und mehrere Angriffe der franz\u00f6sischen Infanterie aus dieser Richtung. Da das XXI. Korps rechts und die 1. Infanterie-Division links noch weit zur\u00fcckhingen, konnte sich der Feind mit ganzer Kraft auf das vereinzelte Regiment werfen. Zu alldem war noch bis in den Nachmittag hinein der artilleristische Feuerschutz undzureichend. Zwar erschien schon kurz nach 10.30 Uhr die I.\/4. Feldartillerie-Regiment mit zwei Batterien auf der H\u00f6he 374 und hat sich dort &#8211; dem Feinde weithin sichtbar &#8211; sehr tapfer gehalten. Wohl vermochte sie aus ihren Stellungen feindliche Kolonnen im Bellville-Grund westlich Menil zu fassen und ihnen starken Abbruch zu tun. Aber da, wo der Feind aus S\u00fcdosten und Osten n\u00e4her an die sich steil abdachenden H\u00e4nge ostw\u00e4rts Bazien herangekommen war, konnten ihn unsere Kanonen mit ihrer flachen Flugbahn nicht erreichen.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Schwerpunkt der infanteristischen Kraftentfaltung des Gegners lag bei und nordostw\u00e4rts Menil. Dorthin musste sich auch ganz nat\u00fcrlich der Angriff der Masse des Regiments richten. Das links des II. Bataillons eingesetzte I. Bataillon &#8211; die 3. Kompanie an der Spitze &#8211; nahm Richtung gegen die H\u00f6he 366 und das kleine W\u00e4ldchen einige hundet Meter westlich davon.<\/em><\/p>\n<p><em>III. Bataillon war im Walde nach links verschoben worden, und ging im wesentlichen ostw\u00e4rts des Punktes 366 in Richtung Menil vor. Von der schon bald nach Beginn des Gefechts beschleunigt vorgezogenen Maschinengewehrkompanie waren zwei Z\u00fcge dem II. Bataillon und ein Zug dem I. Bataillon unterstellt worden.<\/em><\/p>\n<p><em>In diese Entwicklung hinein stie\u00df der artilleristisch immer nachdr\u00fccklicher gest\u00fctzte Feind. Er f\u00fchrte in dem bestreben, sich nach Nordwesten Bahn zu schaffen, son S\u00fcdosten und Osten her etwa um 12 Uhr und 14 Uhr zwei gro\u00dfe geschlossene Angriffe gegen die Front und linke Flanke des Regiments. Es waren Stunden schwerster Krise.<\/em><\/p>\n<p><em>Den ersten Anprall hatte das I. Bataillon auszuhalten. Hier hatte 3. Kompanie unter der kraftvollen F\u00fchrung ihres trotz baldiger Verwundung aus der Kampffront nicht weichenden Chefs &#8211; Hauptmann Schemmel &#8211; das W\u00e4ldchen westlich Punkt 366 genommen und auch auf Punkt 366 Punkt gefasst. Da kam der erste Sto\u00df. Er wird mit Hilfe der rechts und links eingesetzten zum Teil auch eingeschobenen 1. und 4. Kompanie abgewehrt. Der gegnerische Angriff bricht zusammen. Die 2. Kompanie &#8211; im Rahmen des Bataillons urspr\u00fcnglich rechts r\u00fcckw\u00e4rts gestaffelt &#8211; hatte sich dem Kommandeur des II. Bataillons f\u00fcr die K\u00e4mpfe um Bazien unterstellt, vermochte aber trotzdem sich aus einer sehr g\u00fcnstigen Flankenstellung an der Abwehr des gegen das I. Bataillons gerichteten Angriffs zu beteiligen. Das inzwischen vom II. Bataillon mit Bravour genommene Bazien lag unter dem sehr ergiebigen Feuer der franz\u00f6sischen Artillerie. Die beabsichtigte Fortsetzung des Angriffes in Richtung Nossoncourt war aber bei dem inzwischen eingetretenen Munitionsmangel nicht m\u00f6glich. So nahm das Bataillon vom fr\u00fchen Nachmittag ab an der Abwehr der franz\u00f6sischen Angriffe aus der Gegend n\u00f6rdlich und nordostw\u00e4rts Menil in Stellungen am S\u00fcdostrand von Bazien teil und schloss sich sp\u00e4ter dem allgemeinen Angiff auf Menil an.<\/em><\/p>\n<p><em>Beim III. Bataillon waren kaum die 11. und <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>12. Kompanie<\/strong><\/span> im vorderen Treffen aus dem Wald ostw\u00e4rts 366 herausgetreten, als sie auf n\u00e4chster Entfernung mit dem eben aus dem Wald s\u00fcdostw\u00e4rts vorgehenden Feind zusammenstie\u00dfen. Der Angriff wurde im Gegensto\u00df abgewiesen, wobei es an einzelnen Stellen zum erbitterten Handgemenge kam.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00dcber diesen mit seltenem Schwung gef\u00fchrten Gegensto\u00df schreibt das amtliche Werk des Bayerischen Kriegsarchives \u00fcber die Schlacht bei Lothringen (Seite 470):<\/em><\/p>\n<p><em>Vor allem traf um die Mittagszeit ein starker franz\u00f6sischer Vorsto\u00df aus dem Bois de la Peche die linke Flanke des Regiments, in Sonderheit das III. Bataillon, das die 9., 11. und <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>12. Kompanie<\/strong><\/span> in freiem Gel\u00e4nde ostw\u00e4rts Bazien im Feuer liegen und nur noch die 10. Kompanie am S\u00fcdrand des Bois de Glonville verf\u00fcgbar hatte. Es war dem Feind gelungen, von Bois de la Peche aus unbemerkt ein kleines Waldst\u00fcck westlich davon, das hart in der linken Flanke des Battaillons lag, zu gewinnen. Schon treten die ersten Franzosen aus seinem Westrand heraus, um den t\u00f6dlichen Sto\u00df zu f\u00fchren. Ein franz\u00f6sisches Maschinengewehr beginnte bereits von der vollen Flanke her die Reihen abzuk\u00e4mmen. Aber das springen Sch\u00fctzenketten der 11. und <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>12. Kompanie<\/strong><\/span> kurz entschlossen empor und st\u00fcrzen sich mit Hurra auf den kaum hundert Meter entfernten Feind. Die Franzosen sind ob solch pl\u00f6tzlichen Angriffs v\u00f6llig verbl\u00fcfft, gel\u00e4hmt und von starrer Ratlosigkeit erfasst. Zum Teil rennen sie in das W\u00e4ldchen zur\u00fcck, zum Teil werfen sie sich zu Boden, um sich tot zu stellen. Wer sich aber wehrt, wird niedergemacht. Bald ist das W\u00e4ldchen wieder v\u00f6llig frei und fest in der Hand des 20. Infanterie-Regiments. Auf dem s\u00fcdw\u00e4rts vorgelagerten H\u00f6henrand scheint nun noch ein Zug der Maschinengewehrkompanie Stellung genommen und durch seine Garben eine Anzahl von geschlossenen feindlichen Abteilungen, die offenbar aus mehr s\u00fcdlicher Richtung vorr\u00fcckten, zersprengt zu haben.<\/em><\/p>\n<p><em>Auch die Abwehr des zweiten, gr\u00f6\u00dferen, aus der gleichen Richtung kommenden franz\u00f6sischen Angriffes gelingt unseren schon stark gelichteten Zwanzigern. Eine hervorragende Tat, wenn man bedenkt, dass sie stundenlang im konzentrischen und flankierenden Artillerie- und Maschinengewehrfeuer des Gegners auf der kahlen zum Feind abfallenden H\u00f6henfl\u00e4che ohne nennenswerten Feuerschutz zu Boden gezwungen waren.<\/em><\/p>\n<p><em>Mit dem Zur\u00fcckwerfen dieses Angriffes aber ist die Krise \u00fcberwunden. Der Franzose hat den Entschluss zu weiteren Vorst\u00f6\u00dfen nicht mehr gefunden. Und nun kommt auch von allen Seiten Hilfe. Links zwar nicht das 16. Infanterie-Regiment, das l\u00e4ngst sehnlichst an der Stra\u00dfe Baccarat &#8211; Menil erwartet, aber in heftigen K\u00e4mpfen bei Baccarat h\u00e4ngen geblieben war, sondern das III.\/3. Infanterie-Regiment, das General Schoch schon am Vormittag zu einer Umgehung durch den Wald von Glonville angesetzt hatte. Dieses Bataillon war in dem dichten Wald aus der Richtung gekommen und vor\u00fcbergehend ebenfalls gegen Baccarat eingeschwenkt. Daher die gro\u00dfe Versp\u00e4tung. Am rechten Fl\u00fcgel des durch Verluste und Patronenknappheit fast v\u00f6llig gel\u00e4hmten Regiments griffen ab 16 Uhr die vordersten Teile der 4. Infanterie-Brigade ins Gefecht ein. Es gelang jetzt auch starke Artillerie, darunter leichte und schwere Haubitzen hinter der Infanterie in Stellung zu bringen. So kam der Angriff wieder in Fluss. Zur Rechten die Zw\u00f6lfer, links das III.\/3. Infanterie-Regiment dringt das Regiment in Richtung Menil wieder vorw\u00e4rts. Als erste bricht die 3. Kompanie 16.30 Uhr in die Geb\u00fcsche am Nordhang der H\u00f6he 390 ein. Das III. und ein Teil des II. Bataillons schlie\u00dfen sich dem I. Bataillon an. Bald ist die H\u00f6he 390 dem n\u00f6rdlichn Menil anfangs noch haltend, dann aber rasch abbr\u00f6ckelnden Feind entrissen. Die Artillerie der Division aber f\u00fcgt dem durch Menil in die Waldungen s\u00fcdlich davon teils noch geordnet zur\u00fcckgehenden, teils aber auch schon fl\u00fcchtenden Feind noch empfindliche Verluste zu. Das in Brand geschossene Menil wurde dann bei Einbruch der Dunkelheit von dem durch seinen Regimentskommandeur, unseren erlauchten Regiments-Inhaber, Oberst Prinz Franz (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Franz_Maria_Luitpold_von_Bayern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Maria Luitpold von Bayern<\/a>), noch vorgeworfenen 2. Infanterie-Regiment genommen und f\u00fcr die Nacht besetzt. Unser Regiment sammelte in der Gegend n\u00f6rdlich und nordwestlich Menil, ordnete, soweit es ging, die Verb\u00e4nde und biwakierte.<\/em><\/p>\n<p><em>Leise hatten allm\u00e4hlich die Schleier der Nacht und ein sanfter Regen das Gefechtsfeld umh\u00fcllt, das massenhaft mit Toten und Verwundeten bedeckt war und im Schein der ringsum brennenden D\u00f6rfer einen schauerlich d\u00fcsteren Anblick bit (Amtliches Werk des Bayerischen Kriegsarchivs, Seite 477).<\/em><\/p>\n<p><em>Wohl hatte das Regiment schmerzliche Verluste erlitten: 18 Offiziere und 632 Mann bedeckten tot oder verwundet das Gefechtsfeld. Als einer der ersten war Oberleutnant August Leichtle, der schon 3 Jahre in S\u00fcdwestafrika gegen die Hereros mit Bravour gek\u00e4mpft hatte &#8211; in r\u00fccksichtslosem Draufg\u00e4ngertum und Tollk\u00fchnheit allen ein Vorbild &#8211; von einem feindlichen Maschinengewehr hinweggefegt worden. Ihm folgten vier der j\u00fcngsten unserer Offiziere: Die Leutnante Mayer Konrad, Vogel Wilhelm, Krafft Alfred und Mayerh\u00f6fer Alfred in den Tot. Jeder ein Held. Gleichen Blutzoll zahlte das Reserveoffizierskorps des Regiments. Die Leutnante der Reserve Donderer Johann, Wehrsig Martin, Heimpel Armin und Neuter Friedrich verbluteten vor Bazien.<\/em><\/p>\n<p><em>Unter den Verwundeten des tages war der umsichtige Kommandeur des III. Bataillons, Major Steichele, Hauptmann Schemmel, der schon im China-Feldzug hervorgetretene Hauptmann Giehrl und der Chef der Maschinengewehrkompanie, Hauptmann Pitrof<\/em><\/p>\n<p><em>Weitaus am st\u00e4rksten geblutet hatte die 3. Kompanie. Sie hatte allein drei Offiziere und 101 Unteroffiziere und Mannschaften verloren. Keine Kompanie des Regiments hat seitdem auch nur ann\u00e4hrend das gleiche Opfer gebracht.<\/em><\/p>\n<p><em>Unser Regiment hat am 25.08. &#8211; die Last des Tages lange ganz allein tragend &#8211; einen gro\u00dfen Erfolg errungen. Starke Teile des XXI. franz\u00f6sischen Korps und noch mehrere Bataillone der 44. Division sind von ihm angezogen, siegreich abgewehrt und zu einem Teil noch geworfen worden. Der Eindurck auf den Feind war niederschmetternd. Ein gebildeter Franzose hatte am Nachmittag kurz vor seiner t\u00f6dlichen Verwundung in sein Tagebuch geschrieben: Armes Frankreich, Deine Vernichtung zeigt sich an.<\/em><\/p>\n<p><em>Dass die Franzosen das Ziel, das ihnen ihr Oberbefehlshaber, General Dubail gesteckt hatte, nicht erreichte, ist vornehmlich dem Heldenmut unserer Zwanziger zu danken. Die Bl\u00fcte des Regiments ist nicht umsonst geopfert worden. Der 25.08.1914 ist ein Ehrentag des 20. Infanterie-Regiments&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Offiziell ist f\u00fcr Josef Lembeck keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch sehr stark, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Bertrimoutier&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bertrimoutier&quot;;&quot;Bertrimoutier&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bertrimoutier\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bertrimoutier\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bertrimoutier<\/a> beigesetzt wurde, wo auch seine Regimentskameraden beerdigt wurden, die beim gleichen Gefecht fielen, u. a.\u00a0<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>Infanterist Johann Bergschneider, gefallen am 25.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Bertrimoutier&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bertrimoutier&quot;;&quot;Bertrimoutier&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bertrimoutier\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bertrimoutier\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bertrimoutier<\/a><\/span> in Block 1, Grab 299;<\/li>\n<li>Infanterist Ludwig Alletsee, gefallen am 28.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Bertrimoutier&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bertrimoutier&quot;;&quot;Bertrimoutier&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bertrimoutier\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bertrimoutier\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bertrimoutier<\/a><\/span> in einem Massengrab;<\/li>\n<li>Oberleutnant August Leichtle, gefallen am 25.08.1914 bei Bazien, begraben auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Bertrimoutier&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bertrimoutier&quot;;&quot;Bertrimoutier&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bertrimoutier\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bertrimoutier\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bertrimoutier<\/a><\/span> in einem Massengrab;<\/li>\n<li>Infanterist Ignaz Alletsee, gefallen am 25.08.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Bertrimoutier&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bertrimoutier&quot;;&quot;Bertrimoutier&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bertrimoutier\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bertrimoutier\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bertrimoutier<\/a><\/span> in einem Massengrab.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seine Heimatgemeinde Aitrang gedenkt Josef Lembeck noch heute auf einem Denkmal: <a href=\"http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/dkm_deutschland\/aitrang_wk1u2_bay.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/dkm_deutschland\/aitrang_wk1u2_bay.htm<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_21935\" aria-describedby=\"caption-attachment-21935\" style=\"width: 437px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-21935\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Josef_Lembeck_v.jpg\" alt=\"\" width=\"437\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Josef_Lembeck_v.jpg 437w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Josef_Lembeck_v-164x300.jpg 164w\" sizes=\"auto, (max-width: 437px) 100vw, 437px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-21935\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Josef Lembeck<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_21934\" aria-describedby=\"caption-attachment-21934\" style=\"width: 437px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-21934\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Josef_Lembeck_h.jpg\" alt=\"\" width=\"437\" height=\"800\" 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Er arbeitete als Bahnarbeiter in Gerwang. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Infanterist in der 12. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.08.1914 fiel er im Alter von 20 Jahren w\u00e4hrend der ersten K\u00e4mpfe in den Vogesen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_wp_rev_ctl_limit":""},"categories":[2,8,1876,18],"tags":[216,946,1130,477,6483,33,6484,36,6485,1394,6119,97,92,474,99,82,3166],"class_list":["post-21944","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-weltkrieg","category-sterbebilder","category-frankreich-1-weltkrieg","category-vogesenkampfe","tag-20-bayerisches-infanterie-regiment","tag-bahnarbeiter","tag-bazien","tag-bertrimourtier","tag-domptail","tag-elsass","tag-emil-schoch","tag-frankreich","tag-franz-maria-luitpold-von-bayern","tag-harburg","tag-hoppingen","tag-infanterist","tag-massengrab","tag-rambervillers","tag-unbekannte-grablage","tag-vogesen","tag-xaffevillers"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21944","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21944"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21944\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23668,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21944\/revisions\/23668"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21944"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21944"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21944"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}