{"id":22282,"date":"2024-07-19T00:00:13","date_gmt":"2024-07-18T22:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=22282"},"modified":"2020-08-05T17:52:20","modified_gmt":"2020-08-05T15:52:20","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-253-xaver-erhart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=22282","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.253: Xaver Erhart -> eigentlich Erhard"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Xaver Erhar<span style=\"color: #ff0000;\"><strong>d<\/strong><\/span> (auf Sterbebild falsch geschrieben!) wurde in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kinsau\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kinsau<\/a> in Bayern geboren und lebte als Tagel\u00f6hner in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bernbeuren\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bernbeuren<\/a>. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Landwehrmann in der 5. Kompanie des 15. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 30.03.1915 fiel er im Alter von 30 Jahren bei einer Minensprengung bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dompierre-Becquincourt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Dompierre-Becquincourt<\/a> in Nordfrankreich.<\/p>\n<p>Zu den Todesumst\u00e4nden von Xaver Erhard gibt die Regimentsgeschichte des 15. bayerischen Infanterie-Regiments einen interessanten Bericht:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Seine besondere Eigenart bekam der Stellungskrieg vor Dompierre aber durch eine andere, viel unheimlichere Kampfart als alles Schie\u00dfen es sein konnte, durch das Minieren.<\/em><\/p>\n<p><em>Schon Ende Oktober 1914 glaubten unsere Grabenbesatzungen Anzeichen wahrzunehmen, dass der Gegner sich in unterirdischen G\u00e4ngen an unsere Gr\u00e4ben heranarbeite. Im Dezember war diese Nachricht zur Gewissheit geworden und es mussten schleunigst Gegenma\u00dfnahmen ergriffen werden, um die franz\u00f6sischen Sappeure abzuweisen. Nichts anderes konnte helfen, als Anlage von eigenen Minenstollen an den gef\u00e4hrdeten Pl\u00e4tzen. So wurden denn in den Abschnitten b und c gegen\u00fcber dem sogenannten &#8222;Birkenw\u00e4ldchen&#8220;, in dem der Gegner Miniergut in gro\u00dfen Mengen aussch\u00fcttete, eine Anzahl von Stollen angelegt. War das zun\u00e4chst auch in der Hauptsache Aufgabe der Pioniere, so wurde das Minieren doch bald durch den Umfang, den es annahm und wegen der deshalb notwendigen Abstellung von Arbeitskr\u00e4ften aus dem Regiment ebensosehr eine Aufgabe der Infanterie.<\/em><\/p>\n<p><em>Ein Vorst\u00df, der am 08.12.1914 vom III. Bataillon gegen das &#8222;Birkenw\u00e4ldchen&#8220; unternommen wurde, um die dortige Minieranlagen des Gegners zu zerst\u00f6ren, hatte keinen Erfolg, weil das notwendige Zusammenwirken zwischen Infanterie und Artillerie nicht zustande kam. So wurde dort das Minieren auf beiden Seiten fortgesetzt. Ganz \u00fcberraschend f\u00fcr uns erfolgten dann am 19. und 20.01.1915 zwei gro\u00dfe feindliche Sprenungen an einer anderen Stelle, n\u00e4mlich am Nordwesteck von Dompierre, wo damals der linke Fl\u00fcgel des Regiments war. Beide Sprengungen, durch die zwei gro\u00dfe Trichter dicht vor unserer Stellung entstanden, verursachten gl\u00fccklicherweise keine Verluste, aber von da ab kostete diese unterirdische W\u00fchlarbeit einer Menge von unerschrockenen K\u00e4mpfern das Leben. Den Franzosen freilich ist es dabei gewiss nicht besser ergangen. Am Nordwesteck von Dompierre, wo darauf auch unsererseits eine Anzahl von Stollen angelegt wurde, nahm diese Kampfart bald die sch\u00e4rfsten Formen an. Eine Sprengung folgte dort auf die andere und, da sich dort dauernd auch Artillerie und Minenwerfer an der Zerst\u00f6rung beteiligten, so sprach man mit Recht im Regiment von dieser Stelle als dem &#8222;scharfen Eck&#8220;.<\/em><\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p><em>Eine neue, f\u00fcr uns recht verlustreiche \u00dcberraschung gl\u00fcckte den Franzosen durch eine gro\u00dfe Sprenung am 23.03.1915 in der sogenannten Friedhofsstellung von Dompierre. Auch hier wurden von uns erst nachtr\u00e4glich die Abwehrstollen begonnen.<\/em><\/p>\n<p><em>Da gleichzeitig auch in der Kiesgrubenstellung, also am rechten Fl\u00fcgel des Regiments, das Minieren h\u00fcben und dr\u00fcben in vollem Gange war, so spielte diese Kampfart mit ihren Begleiterscheinungen tats\u00e4chlich die wichtigste Rolle in der beiderseitigen Gefechtst\u00e4tigkeit. Von Ende M\u00e4rz 1915 ab bem\u00fchten sich beide Parteien angestrengt, sich im Minieren zuvorzukommen und seit April gab es fast keinen Tag mehr, an dem nicht an irgend einer Stelle gesprengt wurde. Die wunderlichsten Erscheinungen nahm dieser Minenkampf an. Mit feinen Apparaten (Mikrophone) suchte man feindliche Minierger\u00e4usche zu erlauschen oder man t\u00e4uschte dem Gegner mit eingebauten Klopfapparaten eigene Arbeiten vor. Nicht selten geschah es, dass unsere Mineure auf Stollen des Feindes stie\u00dfen, mit den dort arbeitenden Franzosen in Kampf gerieten und einige t\u00f6teten oder gefangen nahmen. Ebenso war es bald nichts Ungew\u00f6hnliches, wenn unsere Pioniere eine feindliche Sprengladung vorfanden und wegnahmen oder wenn bei einer eigenen Sprengung ein feindlicher Minenherd mit in die Luft flog.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Man begrub Xaver Erhard auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Vermandovillers&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vermandovillers&quot;;&quot;Vermandovillers&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vermandovillers\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vermandovillers\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Vermandovillers<\/a> in einem Massengrab.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_22281\" aria-describedby=\"caption-attachment-22281\" style=\"width: 431px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-22281\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Xaver_Erhart_v.jpg\" alt=\"\" width=\"431\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Xaver_Erhart_v.jpg 431w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Xaver_Erhart_v-162x300.jpg 162w\" sizes=\"auto, (max-width: 431px) 100vw, 431px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-22281\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Xaver Erhart<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_22280\" aria-describedby=\"caption-attachment-22280\" style=\"width: 486px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-22280\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Xaver_Erhart_h.jpg\" alt=\"\" width=\"486\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Xaver_Erhart_h.jpg 486w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Xaver_Erhart_h-182x300.jpg 182w\" sizes=\"auto, (max-width: 486px) 100vw, 486px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-22280\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Xaver Erhart<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Xaver Erhard (auf Sterbebild falsch geschrieben!) wurde in Kinsau in Bayern geboren und lebte als Tagel\u00f6hner in Bernbeuren. 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