{"id":22684,"date":"2024-09-01T00:00:07","date_gmt":"2024-08-31T22:00:07","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=22684"},"modified":"2020-08-22T17:49:07","modified_gmt":"2020-08-22T15:49:07","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-297-franz-paul-hochpointner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=22684","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.297: Franz Paul Hochpointner"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Franz Paul Hochpointner stammte aus Stetten, heute ein Ortsteil der bayerischen Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tittmoning\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Tittmoning<\/a>, und war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 12. Kompanie des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Seit dem 01.10.1916 gilt er als vermisst. Er wurde w\u00e4rhend der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlacht_an_der_Somme\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schlacht an der Somme<\/a> bei <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/ZQgCAcAMYXxf6cZ6A\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Eaucourt l&#8217;Abbaye<\/a> get\u00f6tet und wurde 36 Jahre alt.<\/p>\n<p>\u00dcber den Tag des Verschwindens von Franz Paul Hochpointner und seinen vermutlichen Todestag berichtet die Regimentsgeschichte des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;In der Nacht zum 01.10.1916 liegt ununterbrochen starkes Feuer auf der ganzen Regimentsstellung und dem R\u00fcckgel\u00e4nde, das erst gegen Morgen etwas abflaut; von 7.45 Uhr morgens an schwillt es aber auf der ganzen Linie wieder an, wird von 9.00 Uhr vormittags an von niedrig fliegenden Fliegern geleitet und steigert sich um 10 Uhr vormittags, 2 Uhr, 3 Uhr und 4 Uhr nachmittags zum Trommelfeuer. Zwischen 4 und 5 Uhr nachmittags erfolgt in einzelnen Vorst\u00f6\u00dfen gegen 5., 6., 7., 11. und 8. Kompanie ein Angriff unter Einsatz gewaltiger Kr\u00e4fte. Die 5. Kompanie links der Nationlastra\u00dfe kann den Angriff abwehren, sieht sich aber bald durch Engl\u00e4nder, die bei der 6. Kompanie durchgebrochen sind, im R\u00fccken bedroht; der Rest der Kompanie zieht sich gegen den S\u00fcdostrand von Le Gars zur\u00fcck und verteidigt diesen. 6. Kompanie, die durch das Feuer schon sehr gelitten hatte, wird vom Feind \u00fcberrannt und zersprengt; ebenso der rechte Fl\u00fcgel der 7. Kompanie. Der linke Fl\u00fcgel der 7. Kompanie, von der Schlucht an nach links, h\u00e4lt Stand und bek\u00e4mpft den rechts eingedrungenen Feind, indem er entlang der Schlucht im rechten Winkel zur\u00fcckgebogen wird. 12. Kompanie wird von vorne nicht angegriffen, h\u00e4lt ihre Stellung, leidet aber stark unter Flankenfeuer von rechts. Am linken Fl\u00fcgel des Regiments (11. und 8. Kompanie) war bald nach 4.00 Uhr ein Angriff aus der Front und haupts\u00e4chlich aus der linken Flanke erfolgt, der aber abgewiesen wurde. Hierauf kamen westlich der Stra\u00dfe Flers &#8211; Eaucourt zwei englische Panzerkraftwagen in Sicht, die bald ein lebhaftes Feuer mit Maschinengewehren und Schnellfeuergesch\u00fctzen auf unsere Grabenbesatzung er\u00f6ffneten. Zugleich begannen mehrere tief \u00fcber unseren Linien hinstreichende Flieger ein lebhaftes Maschinengewehr-Feuer. Als die Panzerkraftwagen hinter dem Belowriegel entlang fuhren, blieb unseren Leuten, die fast deckungslos in dem vollst\u00e4ndig zerschossenen Graben lagen, nichts \u00fcbrig, als langsam zur Stra\u00dfe Eaucourt &#8211; Martinpuich zur\u00fcckzugehen, wo abgeriegelt wurde. In diesem Augenblick verlie\u00df ein Teil der Besatzung der englischen Panzerkraftwagen\u00a0 diese und versuchten von r\u00fcckw\u00e4rts in unsere Gr\u00e4ben einzudringen, wurden aber von uns sofort abgeschossen. Der Rest der Besatzung lieg nun gegen die Stra\u00dfe Eaucourt &#8211; Flers davon, nachdem die Wagen anscheinend in Brand gesteckt waren; sie fingen im gleichen Augenblick zu brennen an. 8. und 11. Kompanie hatten inzwischen den Rest der Leute wieder eingesammelt, f\u00fcr Handgranatennachschub gesorgt und gingen nun gemeinsam in gl\u00e4nzendem Handgranatenangriff zum Gegensto\u00df vor, eroberten fast das ganzen\u00a0 verlorene Grabenst\u00fcck wieder und riegelten den Belowgraben an der Hecke s\u00fcdwestlich Eaucourt ab. Die Kompanien erhielten dabei auch aus dem R\u00fccken Feuer und mussten feststellen, dass die Engl\u00e4nder beim Nachbarregiment (Reserve-Infanterie-Regiment 21) fast den ganzen Loebenweg erobert und sich schon an dem Stra\u00dfenkreuz nord\u00f6stlich Eaucourt eingenistet hatten.<\/em><\/p>\n<p><em>Da kurz vor 4 Uhr nachmittags s\u00e4mtliche Fernsprechleitungen abgeschossen waren, erhielt das Regiment erst sehr sp\u00e4t Nachricht von diesen Vorg\u00e4ngen. Gegen 5 Uhr nachmittags meldeten sich die ersten Verwundeten an der Regimentsbefehlsstelle. Aus ihren Aussagen lie\u00df sich kein klares Bild gewinnen. Le Sars (Regiment 393) sei vom Feinde besetzt, der rechte Fl\u00fcgel der 7. Kompanie sei eingedr\u00fcckt, beim Reserve-Infanterie-Regiment 21 sei der Feind eingedrungen. Um selbst Einblick zu erhalten, begab sich der Regimentskommandeur n\u00e4her an die Gefechtslinie und nahm hinter dem rechten Fl\u00fcgel des Gallwitzriegels Aufstellung. Von hier aus wurden um 6.30 Uhr nachmittags vom I\/17., das schon seit Mittag dem Regiment zur Verf\u00fcgung gestellt, bei der Regimentsbefehlstelle bereitgehalten und nun weiter vorgezogen war,\u00a0 zwei Kompanien (1. und 4.) zum Gegenangriff gegen den rechten Teil der Stellung &#8211; Bereich der 7. Kompanie &#8211; angesetzt. Die beiden Kompanien gehen vor: 1. Kompanie links, 4. Kompanie rechts der \u00f6stlich an Le Sars vorbeif\u00fchrenden F\u00f6rderbahn. Die beiden anderen Kompanien des I.\/17. wurden im Gallwitzriegel bereitgestellt, wo vom III. Bataillon nur mehr 9. und 10. Kompanie lagen. Um 7.00 Uhr nachmittags teilte die Brigade mit, dass das Reserve-Infanterie-Regiment 21 den Loebengraben bis zur Einm\u00fcndung in den Gallwitzriegel verloren hat; beim Regiment wird auch bekannt, dass die Stellungen der 5. und 6. Kompanie mit Ausnahme des S\u00fcdostrandes von Le Sars in des Feindes Hand gefallen sind. Weil es aber zweifelhaft erscheint, ob sich nicht noch Teile im Belowriegel halten, da der Feind \u00fcber diesen nicht vorgeht, auch sonst nach Verwundetenaussagen ohne besondere Energie angegriffen hatte und nur vorw\u00e4rts gekommen war, wo unsere Gr\u00e4ben ganz zusammengetrommelt waren, hielt der Regimentskommandeur eine Wiederaufnahme der verlorenen Stellung f\u00fcr m\u00f6glich und erbat hierf\u00fcr von der Brigade ein Bataillon. Das Regiment erh\u00e4lt bald darauf den Befehl, den Gallwitzriegel und die noch im Besitz befindlichen Teile der vorderen Linie zu halten und nach Eintreffer des I.\/362., das ihm unterstellt wird, den verloren gegangenen Teil der Stellung im Gegenangriff wieder zu nehmen. I.\/362. trifft um 10 Uhr abends ein und wird im rechten Teil des Gallwitzriegels untergebracht. 2. und 3.\/17. erhalten Befehl, zur Unterst\u00fctzung der 1. und 4. Kompanie, deren Gegenangriff gut vorw\u00e4rts gegangen war und die wieder in Teilen der vordersten Linie Fu\u00df gefasst hatten, vorzugehen. 9. und 10. Kompanie sollten gegen den linken Teil der Stellung vorr\u00fccken und dort Unterst\u00fctzung bringen.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Offiziell ist f\u00fcr Franz Paul Hochpointner keine Grablage bekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass, wenn sein Leichnam geborgen wurde, er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof <a href=\"https:\/\/www.volksbund.de\/graebersuche\/detailansicht.html?tx_igverlustsuche_pi2%5Bgid%5D=5ef717d84e0db37814b658dff244652b&amp;cHash=1566d68eca02bbb7642a03be0e86d9ab#friedhofergebnis\">St.-Laurent-Blangy<\/a>. begraben wurde, wo auch seine Regimentskameraden beigesetzt wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.<\/p>\n<ul>\n<li>Hauptmann Maximilian Horchler, gefallen am 01.10.1916 bei <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/ZQgCAcAMYXxf6cZ6A\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Eaucourt l&#8217;Abbaye<\/a>, begraben auf dem Soldatenfriedhof \u00a0<a href=\"https:\/\/www.volksbund.de\/graebersuche\/detailansicht.html?tx_igverlustsuche_pi2%5Bgid%5D=5ef717d84e0db37814b658dff244652b&amp;cHash=1566d68eca02bbb7642a03be0e86d9ab#friedhofergebnis\">St.-Laurent-Blangy<\/a>\u00a0in einem Massengrab;<\/li>\n<li>Unteroffizier Josef Schmalz, gefallen am 01.10.1916 bei Eaucourt l&#8217;Abbaye, begraben auf dem Soldatenfriedhof \u00a0<a href=\"https:\/\/www.volksbund.de\/graebersuche\/detailansicht.html?tx_igverlustsuche_pi2%5Bgid%5D=5ef717d84e0db37814b658dff244652b&amp;cHash=1566d68eca02bbb7642a03be0e86d9ab#friedhofergebnis\">St.-Laurent-Blangy<\/a>\u00a0in einem Massengrab;<\/li>\n<li>Gefreiter Franz Geratschl\u00e4ger, gefallen am 04.10.1916 bei Eaucourt l&#8217;Abbaye, begraben auf dem Soldatenfriedhof \u00a0<a href=\"https:\/\/www.volksbund.de\/graebersuche\/detailansicht.html?tx_igverlustsuche_pi2%5Bgid%5D=5ef717d84e0db37814b658dff244652b&amp;cHash=1566d68eca02bbb7642a03be0e86d9ab#friedhofergebnis\">St.-Laurent-Blangy<\/a>\u00a0in einem Massengrab;<\/li>\n<li>Infanterist Martin W\u00f6rz, gefallen am 04.10.1916 bei Eaucourt l&#8217;Abbaye, begraben auf dem Soldatenfriedhof \u00a0<a href=\"https:\/\/www.volksbund.de\/graebersuche\/detailansicht.html?tx_igverlustsuche_pi2%5Bgid%5D=5ef717d84e0db37814b658dff244652b&amp;cHash=1566d68eca02bbb7642a03be0e86d9ab#friedhofergebnis\">St.-Laurent-Blangy<\/a> in einem Massengrab.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_22686\" aria-describedby=\"caption-attachment-22686\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-22686\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Franz_Paul_Hochpointner_v.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"631\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Franz_Paul_Hochpointner_v.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Franz_Paul_Hochpointner_v-300x237.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Franz_Paul_Hochpointner_v-768x606.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-22686\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Franz Paul Hochpointner<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_22685\" aria-describedby=\"caption-attachment-22685\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-22685\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Franz_Paul_Hochpointner_h.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"631\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Franz_Paul_Hochpointner_h.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Franz_Paul_Hochpointner_h-300x237.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Franz_Paul_Hochpointner_h-768x606.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-22685\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Franz Paul Hochpointner<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Franz Paul Hochpointner stammte aus Stetten, heute ein Ortsteil der bayerischen Stadt Tittmoning, und war Landwirt. 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