{"id":23491,"date":"2024-11-27T00:00:07","date_gmt":"2024-11-26T23:00:07","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=23491"},"modified":"2020-10-02T10:08:10","modified_gmt":"2020-10-02T08:08:10","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-384-wolfgang-zimmermann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=23491","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.384: Wolfgang Zimmermann"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Wolfgang Zimmermann wurde am 10.01.1880 geboren und stammte aus Kleinaign, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eschlkam\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Eschlkam<\/a>, und war Tagel\u00f6hner. Im Ersten Weltkrieg diente er im 10. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment als Infanterist. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 16.04.1917 (Verlustliste: 03.05.1917) fiel er im Alter von 38 Jahren bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reims\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Reims<\/a>. Ich halte die Angabe der Verlustliste f\u00fcr falsch. Er wurde genauer gesagt zwischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pontavert\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pontavert<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Guignicourt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Guignicourt<\/a> bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berry-au-Bac\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Berry-au-Bac<\/a> in der Region Aisne get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Die Regimentsgeschichte des 10. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments berichtet \u00fcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Wolfgang Zimmermann:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Wohl schlief das feindliche Massenfeuer w\u00e4hrend der Nacht vom 15.\/16. ein, aber nur, um am Morgen des 16.04. zu neuer Wucht zu erwachen. Den in den Geschosstrichtern und Grabenresten kauernden deutschen Truppen, die seit Tagen den Feuerregen \u00fcber sich ergehen lassen mussten und denen kaum Verpflegung zugef\u00fchrt werden konnte, brachte die kurze Atempause keine Erholung. Die Nerven blieben gespannt, und die Erl\u00f6sung trat erst ein, als um 7 Uhr vormittags die franz\u00f6sische Infanterie, von zahlreichen Kampfwagen, Batterien, Schlachtfliegern und sogar von Reitergeschwadern begleitet, allenthalben zwischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bailly-Romainvilliers\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bailly<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reims\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Reims<\/a> zum Sturm schritt. Mit ziemlicher Sicherheit darf angenommen werden, dass gegen die bayerische Ersatz-Division und die 9. bayerische Reserve-Division je 4 franz\u00f6sische Divisionen in 2 Treffen gegliedert anliefen. Mindestens die gleiche \u00dcbermacht traf die 5. bayerische Reserve-Division.<\/em><\/p>\n<p><em>Beim Reserve-Infanterie-Regiment 10 sollte in der Nacht vom 15.\/16.04. in vorderer Linie das I. Bataillon durch das III. abgel\u00f6st werden. Am 16. 12.30 Uhr vormittags traf der Stab des III. Bataillons auf der R. B. St. ein und meldete, dasss die Kompanien im Anmarsch seien. Die letzten Meldungen aus der vorderen Linie besagten, dass die Beschie\u00dfung mit Minenwerfern andauere, starkes Artilleriefeuer haupts\u00e4chlich hinter den Gr\u00e4ben liege. Bei der 2. Kompanie habe sich eine franz\u00f6sische Patrouille eingeschlichen, sei aber wieder vertrieben worden. Au allen Zugangswegen, insbesondere in der N\u00e4he der Artillerie-Schutzstellung, lag starkes Sperrfeuer. Dieses war wohl auch der Grund, dass sich die Abl\u00f6sung bis in die Morgenstunden hinzog.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00dcber den Kampf um die vordere Linie liegen nur die Aussagen eines Offiziers und zweier Leute vor, da das ganze I. und III. Bataillon vermisst ist. Diese Aussagen meldeten aber von einer tapferen Gegenwehr der Grabenbesatzung durch Gewehrfeuer und Handgranaten. Der Offizier berichtete, dass die Abl\u00f6sung der 1. Kompanie schon vor dem Angriff beendet war. Die letzte Meldung dieser Kompanie besagte, dass einer der abgel\u00f6sten Z\u00fcge im Tunnel, dessen Ausg\u00e4nge gr\u00f6\u00dftenteils zerst\u00f6rt waren, nicht mehr vorw\u00e4rts kam, die beiden anderen in starkes Artilleriefeuer gerieten und anscheinend in der Artillerie-Schutzstellung Deckung suchten.<\/em><\/p>\n<p><em>Von der R. B. St. aus konnten nur die Vorg\u00e4nge r\u00fcckw\u00e4rts der 1. Stellung beobachtet werden.<\/em><\/p>\n<p><em>5 Uhr vormittags wurde von der R. B. St. aus Vernichtungsfeuer angefordert. Gegen 6 Uhr vormittags wurde im Regimentsabschnitt und noch mehr im links anschlie\u00dfenden Abschnitt das Hochsteigen gr\u00fcner und roter Leuchtsignale beobachtet. Unsere Artillerie verst\u00e4rkte daraufhin ihr Feuer. Von 6.15 Uhr vormittags an legte die feindliche Artillerie starkes Sperrfeuer vor die ganze Artillerie-Schutzstellung. Gegen 7 Uhr vormittags flaute das beiderseitige Artilleriefeuer etwas ab.<\/em><\/p>\n<p><em>Zwischen 7.15 Uhr und 7.30 Uhr vormittags meldete der Beobachtungsoffizier des Regimentsstabes, dass am K\u00f6nigsgraben, und zwar an dessen Einm\u00fcndung in die 3. Linie, einzelne Leute von links her auf den K\u00f6nigsgraben zugingen. Gleiche Bewegungen wurden noch bis 8.30 Uhr vormittags am K\u00f6nigsgraben zwischen der 3. Linie und der Artillerie-Schutzstellung beobachtet. Anfangs herrschte auf der R. B. St. die Ansicht vor, es handele sich um Leute des abgel\u00f6sten I. Bataillons. Aber kurz nach 8.30 Uhr vormittags wurde vom K\u00f6nigsgraben her Maschinengewehrfeuer h\u00f6rbar, und gleichzeitig teilte das Reserve-Infanterie-Regiment 12 mit, dass der Feind bei ihm und beim Reserve-Infanterie-Regiment 10 durchgebrochen sei, dass es sich also am K\u00f6nigsgraben zweifellos um Franzosen handele.<\/em><\/p>\n<p><em>Nach 9 Uhr vormittags meldete der Beobachtungs-Offizier das Vorgehen feindlicher Abteilungen im Miettegrund. Nun erging vom Regimentsstab 9.15 Uhr vormittags Befehl an die 5. Kompanie der Regimentsreserve, sofort aus dem Fliegerw\u00e4ldchen zum Gegensto\u00df auf Die Artillerie-Schutzstellung vorzugehen. Die Kompanie geriet bald nach dem Verlassen des Fliegerw\u00e4ldchens in Maschinengewehr- und Gewehrfeuer und sichtete etwa um 10 Uhr vormittags feindliche Sch\u00fctzen, die aus Richtung der Pylone gegen den Fu\u00dfartilleriewald vorgingen. Sie nahm, unterst\u00fctzt von zwei Maschinengewehren, vom Kabelgraben aus das Feuer auf und brachte dem Feind schwere Verluste bei.<\/em><\/p>\n<p><em>An die 6. Kompanie erging 11.15 Uhr vormittags der Befehl, die 1. Linie der 2. Stellung beiderseits des Buschwaldes zu besetzen und zu halten. Diese Stellung lag unter dem Feuer leichter und mittlerer Kaliber.<\/em><\/p>\n<p><em>Zwischen 10 Uhr vormittags und 2 Uhr nachmittags liefen mehrmals Meldungen von der Beobachtungsstelle des Regiments ein \u00fcber das Vorgehen starker feindlicher Sch\u00fctzenwellen aus der linken Flanke gegen und hinter die Artillerie-Schutzstellung. Auch diesen Feind beschoss die 5. Kompanie erfolgreich und hielt ihn von weiterem Vordringen gegen das Fliegerw\u00e4ldchen ab.<\/em><\/p>\n<p><em>An der Stra\u00dfe Pontavert &#8211; Guignicourt und zwischen Artillerie-Schutzstellung und 2. Stellung auffahrende Kampfwagen wurden wirksam von unserer Artillerie beschossen.<\/em><\/p>\n<p><em>Leutnant Ruderer der 7. Kompanie (Sicherheitsbesatzung in der Artillerie-Schutzstellung) berichtete Folgendes \u00fcber die Vorg\u00e4nge, die sich dort abspielten.<\/em><\/p>\n<p><em>Gegen 6.15 vormittags wurde das Aufsteigen gr\u00fcner und roter Leuchtkugeln aus der 1. Stellung beobachtet. Auf unser daraufhin kr\u00e4ftiger einsetzendes Artilleriefeuer legte der Feind schweres Sperrfeuer vor die Artillerie-Schutzstellung. Bald nach 7 Uhr vormittags wurden die ersten franz\u00f6sischen Wellen auf etwa 600 Meter im Vorgehen gegen die Pylone bemerkt und unter Feuer genommen. Ein franz\u00f6sischer Flieger, der die Grabenbesatzung beschoss, wurde durch unser Feuer zum Niedergehen in der N\u00e4he des Fliegerw\u00e4ldchens gezwungen. Der Feind, der in dichten Wellen auch aus dem K\u00f6nigsgraben gegen die Artillerie-Schutzstellung vorging, konnte sein Vorgehen in unserem Feuer nicht fortsetzen. Etwa um 8.30 Uhr vormittags drangen starke Kr\u00e4fte aus der linken Flanke in den ostw\u00e4rtigen Teil des Fu\u00dfartillerie-Waldes ein und richteten von dort aus wirksames flankierendes Maschinengewehrfeuer auf die Reste der Stellungsbesatzung. Um 9 Uhr vormittags wurde auch aus dem Miettegrund vorgehender Feind beobachtet. Um nicht von beiden Seiten umfasst zu werden, zog sich Leutnant Ruderer mit den Resten seiner Kompanie gegen H\u00f6he 141 zur\u00fcck und setzte von dort aus das Feuer fort, kr\u00e4ftig unterst\u00fctzt von der 5. Batterie Reserve-Feldartillerie-Regiment 5. Gegen 12 Uhr Mittags bewegten sich 12 feindliche Kampfwagen inmitten dirchter Infanteriekolonnen, denen Batterien folgten, zwischen Miettegrund und Karnickelwald gegen H\u00f6he 141 vor. Erst als die Kampfwagen und Gesch\u00fctze das Feuer gegen H\u00f6he 141 aufnahmen, zogen sich die Reste der 7. Kompanie, ungef\u00e4hr 15 Mann, auf die 2. Stellung zur\u00fcck.<\/em><\/p>\n<p><em>Die 3. Maschinengewehr-Kompanie, die von der Brigade zur R. B. St. in Marsch gesetzt worden war, und deren F\u00fchrer sich um 1.30 Uhr nachmittags dort meldete, wurde bei der Sicherheitsbesatzung am Buschwald eingesetzt.<\/em><\/p>\n<p><em>Den ganzen Nachmittag \u00fcber lag schweres Feuer auf 2. Stellung, Burschwald und R. B. St.<\/em><\/p>\n<p><em>5.30 Uhr nachmittags wurde s\u00fcdlich von der R. B. St. der von der Brigade angek\u00fcndigte Gegenangriff des 39. Reserve-Infanterie-Regiments und sein Fortschreiten bis \u00fcber H\u00f6he 74 beobachtet.<\/em><\/p>\n<p><em>Verluste:<\/em><\/p>\n<p><em>gefallen: 6 Unteroffiziere und Mann<\/em><\/p>\n<p><em>verwundet: 3 Offiziere, 29 Unteroffiziere und Mann<\/em><\/p>\n<p><em>vermisst: 28 Offiziere, 1.130 Unteroffiziere und Mann<\/em><\/p>\n<p><em>Der Angriff hatte dem Feinde zwar einen geringen Gel\u00e4ndegewinn, aber keinen Durchbruch verschafft. Dass sich die Besatzung der 1. Stellung z\u00e4h verteidigte bis zu ihrer vollst\u00e4ndigen Umfassung, ist dadurch erwiesen, dass erst sp\u00e4t nach dem Beginn des Angriffs feindliche Kr\u00e4fte frontal im Regimentsabschnitt vorgingen, deren weiteres Vordringen gegen H\u00f6he 141 durch die tapfere Gegenwehr der Reste des Regiments zum Stehen gebracht wurde.<\/em><\/p>\n<p><em>Am Abend des 16. April \u00fcbernahm das Armeeoberkommando 1 den Befehl im Abschnitt zwischen Juvincourt und Aub\u00e9rive (ostw\u00e4rts von Reims). Die 5. bayerische Reserve-Division trat zu ihm \u00fcber und wurde dem Generalkommando des Gardekorps unterstellt.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Sissonne&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/goo.gl\/maps\/c6rAVL6iLyy&quot;;&quot;Sissonne&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/c6rAVL6iLyy\">Man begrub Wolfgang Zimmermann auf dem Soldatenfriedhof <a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/c6rAVL6iLyy\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Sissonne<\/a><\/span> in Block 3, Grab 850.<\/p>\n<figure id=\"attachment_23486\" aria-describedby=\"caption-attachment-23486\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-23486\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Wolfgang_Zimmermann_v.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"688\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Wolfgang_Zimmermann_v.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Wolfgang_Zimmermann_v-300x258.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Wolfgang_Zimmermann_v-768x660.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-23486\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Wolfgang Zimmermann<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_23485\" aria-describedby=\"caption-attachment-23485\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-23485\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Wolfgang_Zimmermann_h.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"688\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Wolfgang_Zimmermann_h.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Wolfgang_Zimmermann_h-300x258.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Wolfgang_Zimmermann_h-768x660.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-23485\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Wolfgang Zimmermann<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Wolfgang Zimmermann wurde am 10.01.1880 geboren und stammte aus Kleinaign, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Eschlkam, und war Tagel\u00f6hner. 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