{"id":23791,"date":"2024-12-22T00:00:11","date_gmt":"2024-12-21T23:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=23791"},"modified":"2020-10-13T12:04:17","modified_gmt":"2020-10-13T10:04:17","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-409-johann-schlecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=23791","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.409: Johann Schlecht"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Johann Schlecht wurde am 12.12.1893 geboren und stammte aus Steinberg, einem Ortsteil der bayerischen Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trostberg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Trostberg<\/a>, und war der Sohn eines Kleinbauern. Er war Kandidat der Theologie, strebte also das Amt des Priesters an. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Unteroffizier in der 3. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 27.06.1916 fiel er im Alter von 23 Jahren w\u00e4hrend der Schlacht um Verdun, bei Kalte Erde und Fleury-devant-Douaumont.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde berichtet die Regimentsgeschichte des 20. bayerischen Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Schon gegen Abend des 26.06.1916 ver\u00e4nderte sich das Bild in der Kampfzone. Das Artilleriefeuer steigerte sich zu Trommelfeuerwellen tiefst fliegende Flieger schossen mit Maschinengewehren und sogar Pistolen auf die Besatzungen der Granatl\u00f6cher. Kein Zweifel: Der grauende Tag musste einen Angriff bringen. Den Hauptsto\u00df des immer wieder erneuerten Ansturmes hatte das II. Bataillon auszuhalten. Wir entnehmen dem Gefechtsbericht des Regiments folgende Einzelheiten:<\/em><\/p>\n<p><em>6 Uhr griffen die Franzosen in zwei Gruppen an. Eine mehrere Bataillone starke Abteilung ging l\u00e4ngs des Kammes der Kalten Erde gegen das 10. Infanterie-Regiment vor. Der Angriff wurde abgeschlagen, wobei das Maschinengewehr der 7. Kompanie von Punkt 822 aus sehr g\u00fcnstig mitwirkte. Ein noch st\u00e4rkerer Angriff in mehreren Wellen wurde von Saint-Mihiel-Wald her \u00fcber Punkt 890 gegen Fleury angesetzt. Er richtete sich mit besonderer Kraft gegen die 8. Kompanie bei Punkt 832. Das Maschinengewehr am linken Fl\u00fcgel der 8. Kompanie m\u00e4hte die angreifenden Franzosen nieder und auch das Gewehr der 7. Kompanie von Punkt 822 aus vermochte entscheidend mitzuwirken, indem es in die feindlichen r\u00fcckw\u00e4rtigen Wellen feuerte, die bis auf den halben Hang vorgegangen waren und erst dort entwickelten. Die zwei rechten Z\u00fcge der 7. Kompanie, soewie die 6. und 8. Kompanie feuerten zum Teil im Knien und Stehen. Der F\u00fchrer der 8. Kompanie begab sich zur 5. und holte von dieser noch zwei schwache Z\u00fcge zur Unterst\u00fctzung heran. Diese eilten von Punkt 827 in s\u00fcdlicher Richtung die H\u00f6he hinan und trafen in n\u00e4chster Entfernung auf den Fl\u00fcgel der Franzosen, der sich etwa bei Punkt 831 befand. Leutnant Laar, der tapfere F\u00fchrer der 8., fiel, als er wieder bei seiner Kompanie westlich der Batterie b. eintraf. Um 6.40 Uhr war der Angriff abgeschlagen. Die Franzosen gingen erst einzeln, bald aber gruppenweise zur\u00fcck.<\/em><\/p>\n<p><em>Von 7 Uhr bis 11 Uhr schwieg die feindliche Artillerie fast v\u00f6llig, um so lebhafter war die Fliegert\u00e4tigkeit des Gegners. Um 13 Uhr begann dann abermals st\u00e4rkstes Artilleriefeuer, das vor allem die Stellungen der 7. Kompanie zudeckte. Diese erfuhr um 14.35 Uhr durch die links anschlie\u00dfende J\u00e4gerkompanie, dass nach Aussage eines \u00dcberl\u00e4ufers um 16 Uhr vier Regimenter angreifen w\u00fcrden. Auch bei den \u00fcbrigen Kompanien ergaben die Beobachtungen bis 15 Uhr, dass ein neuer starker Angriff auf die 5., 6. und 8. Kompanie vorbereitet werde. Das Maschinengewehr bei Punkt 825 wurde an den linken Fl\u00fcgel der 8. Kompanie gebracht, da sich bei dem hier befindlichen wichtigsten Gewehr St\u00f6rungen zeigten. 15.50 Uhr wurde es bei den Franzosen im Erdwerk 890 lebhaft. Aber unser Artillerie-, Maschinengewehr- und Infanterie-Feuer lie\u00dfen den Angriff \u00fcberhaupt nicht zur vollen Entwicklung kommen. 17.10 Uhr traf beim Bataillonsstab die Meldung des Leutnants Sch\u00fcmichen (5.) ein: &#8222;Gewehre voller Schmutz und Rost, Mangel an Munition, Leuchtkugeln aufgebraucht. Lebensmittel zu Ende. Seit drei Tagen trinken die Leute das Granatl\u00f6cherwasser, durch dessen Genuss ein gro\u00dfer Teil erkrankt ist: Hohes Fieber, Kopfschmerzen und Schlaffheit. Es ereignete sich w\u00e4hrend des Gefechts, dass Leute umfielen und sofort entschliefen.&#8220; \u00c4hnliches meldete der F\u00fchrer der 6. Kompanie. Um die gleiche Zeit beobachtete der Bataillonskommandeur von der Befehlsstelle aus ununterbrochene Bewegungen kleiner Gruppen Franzosen au dem St-Mihielwald gegen das Erdwerk 890.<\/em><\/p>\n<p><em>Zur Unterst\u00fctzung war keine Truppe mehr vorhanden. Nur einzelne Leute befanden sich in der Befehlsstelle. Diese stellte der Bataillonskommandeur zu einer Abteilung zusammen und lie\u00df sie mit aller auffindbaren Munition und Leuchtmitteln ausstatten. Die F\u00fchrung \u00fcbertrug er dem zuf\u00e4llig eintreffenden Leutnant Globig (III.\/20.). Es gelang, diese Gruppe und damit buchst\u00e4blich den letzten Mann durch das Sperrfeuer bis 19.30 Uhr in die vordere Linie zu bringen. Bis dahin hatte das feindliche Artilleriefeuer, fast ohne einmal auszusetzen, gedauert. Jetzt wurde es in besonderer St\u00e4rke auf Fleury vereinigt. Abermals versuchten die Franzosen einen Angriff. Auch dieser wurde von den Kompanien des Bataillons im Keime erstickt. Die Maschinengewehrbedienung bei Punkt 832 leistete wiederum Vorz\u00fcgliches. Sie hatte w\u00e4hrend des Tages etwa 5.000 Patronen verschossen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Von 20 Uhr ab verzichtete der Feind endg\u00fcltig auf weitere Angriffe. Das mehrmals vergebliche Anst\u00fcrmen war f\u00fcr ihn ein furchtbarer Aderlass gewesen. Aber auch das Regiment hatte sehr gelitten. Wieder waren alle Kompanie-Offiziere und reichlich die H\u00e4lfte der Leute gefallen oder an Verwundung und Ersch\u00f6pfung ausgeschieden. Zuletzt nur mehr das Gerippe einer Besatzung, hatten unsere Zwanziger mit schier \u00fcbermenschlicher Kraft das \u00c4u\u00dferste geleistet. Kein Franzose hat die Sperre, die sie mit ihren Leibern bildeten, durchbrochen.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Offiziell ist f\u00fcr Johann Schlecht keine Grablage bekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Hautecourt-l\u00e8s-Broville&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/goo.gl\/maps\/EGHJFoxDbwm&quot;;&quot;Hautecourt-l\u00e8s-Broville&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/EGHJFoxDbwm\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/EGHJFoxDbwm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hautecourt-l\u00e8s-Broville<\/a><\/span> begraben wurde, wo man seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.<\/p>\n<ul>\n<li>Infanterist Heinrich Walcher, gefallen am 27.06.1916 bei Thiaumont &#8211; Fleury-devant-Douaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Hautecourt-l\u00e8s-Broville&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/goo.gl\/maps\/EGHJFoxDbwm&quot;;&quot;Hautecourt-l\u00e8s-Broville&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/EGHJFoxDbwm\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/EGHJFoxDbwm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hautecourt-l\u00e8s-Broville<\/a><\/span> in einem Massengrab;<\/li>\n<li>Ersatz-Reservist Willibald Reisch, gefallen am 24.06.1916 bei Douaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Hautecourt-l\u00e8s-Broville&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/goo.gl\/maps\/EGHJFoxDbwm&quot;;&quot;Hautecourt-l\u00e8s-Broville&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/EGHJFoxDbwm\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/EGHJFoxDbwm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hautecourt-l\u00e8s-Broville<\/a><\/span> in einem Massengrab;<\/li>\n<li>Infanterist Johann Schm\u00f6lz, gefallen am 14.07.1916 bei Fleury-devant-Douaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Hautecourt-l\u00e8s-Broville&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/goo.gl\/maps\/EGHJFoxDbwm&quot;;&quot;Hautecourt-l\u00e8s-Broville&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/EGHJFoxDbwm\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/EGHJFoxDbwm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hautecourt-l\u00e8s-Broville<\/a><\/span> in einem Massengrab;<\/li>\n<li>Unteroffizier Karl Mooser, gefallen am 25.06.1916 im Fossewald, begraben auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Hautecourt-l\u00e8s-Broville&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/goo.gl\/maps\/EGHJFoxDbwm&quot;;&quot;Hautecourt-l\u00e8s-Broville&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/EGHJFoxDbwm\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/EGHJFoxDbwm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hautecourt-l\u00e8s-Broville<\/a><\/span> in einem Massengrab.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_23790\" aria-describedby=\"caption-attachment-23790\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-23790\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Johann_Schlecht_v.jpg\" 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