{"id":24133,"date":"2025-01-29T00:00:44","date_gmt":"2025-01-28T23:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=24133"},"modified":"2020-10-25T19:26:55","modified_gmt":"2020-10-25T18:26:55","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-447-josef-stoeckelhuber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=24133","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.447: Josef St\u00f6ckelhuber"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Josef St\u00f6ckelhuber wurde am 16.03.1893 in der bayerischen Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gnotzheim\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gnotzheim<\/a> geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 8. Kompanie des 10. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 10.09.1914 wurde er bei der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Serres_(Meurthe-et-Moselle)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Serres<\/a> schwer verwundet. Am 11.09.1914 verstarb er im Alter von 21 Jahren in einem Feldlazarett an seinen Wunden.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Josef St\u00f6cklhuber berichtet die Regimentsgeschichte des 10. bayerischen Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;In der Nacht vom 10.\/11. September, sowie am 11. September selbst mussten gewaltsame feindliche Erkundungsversuche, Angriffe, welche mit starker Artillerievorbereitung bis auf 100 Meter an unsere Stellung vorgetragen wurden, abgewiesen werden. Daran hatte das III. Bataillon r\u00fchmlichen Anteil &#8211; Leutnant Freiherr von Harsdorf (9. Kompanie) fand den Heldentod. Das II. Bataillon, das zur Hilfe eilte, hatte in deckungslosem Gel\u00e4nde unter starkem feindlichen Artilleriefeuer schwer zu leiden.<\/em><\/p>\n<p><em>Auch unseren wackeren Dreizehnern konnten die Franzosen nicht beikommen. In einem Briefe eines gefallenen Franzosen vom 146. Infanterie-Regiment, der an seine petite Mama gerichtet war, stand u. a.: &#8222;&#8230;Wir haben ungl\u00fccklicherweise Bayern gegen\u00fcber, das ist schrecklich&#8220;. Der Aufenthalt im Ort Bellencourt selbst wurde bald unertr\u00e4glich &#8211; alles eilte in die vorw\u00e4rts gelegenen Sch\u00fctzengr\u00e4ben, wo man sich in unliebsamer Weise zusammendr\u00e4ngte.<\/em><\/p>\n<p><em>Zu den bereits geschilderten seelischen und k\u00f6rperlichen Anstrenungen kam, dass str\u00f6mender Regen einsetzte, welcher die Gr\u00e4ben bis Knietiefe unter Wasser und Schlamm setzte und die Waffen verschmutzte.<\/em><\/p>\n<p><em>Brennende Ortschaften \u00fcberall, grelle Blitze beleuchteten das furchtbar zerw\u00fchlte Kampfgel\u00e4nde mit all seinen Schauern des Todes &#8211; grausige, unvergessliche Eindr\u00fccke!<\/em><\/p>\n<p><em>Einige Beispiele von pflichttreuem Ausharren und tapferem Verhalten sollen hier noch Erw\u00e4hnung finden.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Infanterist der 2. Kompanie Andreas Brummet war am 10. September von seinem Kompanief\u00fchrer wegen stark geschwollenen Fu\u00dfes zum Arzt verwiesen worden. Allein er blieb freiwillig bei der Truppe, &#8222;weil gerade das Bataillon zur Unterst\u00fctzung des bedrohten Nachbarregiments alarmiert worden war&#8220;.<\/em><\/p>\n<p><em>Ungeachtet seiner Schmerzen hat er sich an diesem und an den folgenden Tagen wiederholt freiwillig zu gef\u00e4hrlichen Beobachtungsposten und Erkundungsg\u00e4ngen gemeldet.<\/em><\/p>\n<p><em>Als am 11. September gegen Abend die Infanterielinie zur\u00fcck zu verlegen war, kam ein Maschinengewehr in Gefahr, in Feindeshand zu fallen. Nur ein einziger Richtsch\u00fctze, Ferdinand Gerstl, war noch unverwundet \u00fcbrig geblieben. Er rief in der N\u00e4he vorr\u00fcbergehende Infanterie um Beistand an. Johann Neumeyer der 8. Kompanie kroch unaufgefordert sofort zum maschinengewehr heran und half der Gerstl, im heftigsten Infanterie- und Artilleriefeuer, das Maschinengewehr zun\u00e4chst bis zu einer Artilleriegruppe zur\u00fcckzubringen. Nach Einbruch der Dunkelheit schleppten sie es weiter in das Geh\u00f6ft St. Libaire, wo es durch eine Bespannung abgeholt wurde.<\/em><\/p>\n<p><em>Dann r\u00fcckte Neumeyer wieder bei seiner Kompanie in die Gefechtsstellung ein.<\/em><\/p>\n<p><em>Brummet, Gerstl und Neumeyer erhielten die wohlverdiente Silberne Tapferkeitsmedaille.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Grablage von Josef St\u00f6ckelhuber ist offiziell unbekannt. Es k\u00f6nnte sein, dass man ihn anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Gerb\u00e9viller&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/goo.gl\/maps\/NEYBj8coyNq&quot;;&quot;Gerb\u00e9viller&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/NEYBj8coyNq\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/NEYBj8coyNq\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gerb\u00e9viller<\/a><\/span> begraben hat.<\/p>\n<figure id=\"attachment_24110\" aria-describedby=\"caption-attachment-24110\" style=\"width: 430px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-24110\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Josef_Stoeckelhuber_v.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Josef_Stoeckelhuber_v.jpg 430w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Josef_Stoeckelhuber_v-161x300.jpg 161w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-24110\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Josef St\u00f6ckelhuber<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_24109\" aria-describedby=\"caption-attachment-24109\" style=\"width: 430px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-24109\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Josef_Stoeckelhuber_h.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Josef_Stoeckelhuber_h.jpg 430w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Josef_Stoeckelhuber_h-161x300.jpg 161w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-24109\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Josef St\u00f6ckelhuber<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Josef St\u00f6ckelhuber wurde am 16.03.1893 in der bayerischen Gemeinde Gnotzheim geboren. 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