{"id":24314,"date":"2025-02-17T00:00:50","date_gmt":"2025-02-16T23:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=24314"},"modified":"2020-11-03T19:21:28","modified_gmt":"2020-11-03T18:21:28","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-466-lorenz-kronseder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=24314","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.466: Lorenz Kronseder"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldast Lorenz Kronseder wurde am 18.10.1890 in der bayerischen Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Taufkirchen_(Vils)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Taufkirchen<\/a> geboren und war der Sohn eines Bahnarbeiters. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Kanonier und Fahrer in der 4. Batterie des 9. bayerischen Feld-Artillerie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem bayerischen Milit\u00e4r-Verdienstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet. Am 04.04.1918 wurde er bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Moreuil\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Moreuil<\/a> an der Somme schwer verwundet und verstarb am 05.04.1918 nach 44 Monaten Kriegseinsatz im Alter von 27 Jahren im Feldlazarett in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rosi%C3%A8res-en-Santerre\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rosi\u00e8res-en-Santerre<\/a>.<\/p>\n<p>\u00dcber den Tag der t\u00f6dlichen Verwundung von Lorenz Kronseder schreibt die Regimentsgeschichte des 9. bayerischen Feld-Artillerie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;W\u00e4hrend des 3. April verst\u00e4rkte sich sein Artillerie-Streufeuer zusehends und in der Nacht zum 4. April steigerte es sich zu ganz ungew\u00f6hnlicher Heftigkeit auch auf die Anmarschstra\u00dfen bis tief ins Hintergel\u00e4nde, auf die Ortschaften <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A9zi%C3%A8res-en-Santerre\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">M\u00e9zi\u00e8res<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Villers-aux-%C3%89rables\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Villers<\/a> und auf das Gel\u00e4nde zwischen diesen Ortschaften und der Avre. Dadurch erlitten die Truppen bei den Bewegungen f\u00fcr die Bereitsstellung am Morgen des 4. schon Einbu\u00dfen. Der endg\u00fcltige Angriffsbefehl kam leider auch erst sehr sp\u00e4t in der Nacht zum Regiment. &#8211; Hatte w\u00e4hrend der letzten beiden Tage die Sonne geschienen, so bew\u00f6lkte sich der Himmel in dieser Nacht wieder vollends, um seine Schleusen kr\u00e4ftig zu \u00f6ffnen. Hatte also das Wetter die letzten Tage dem Feind die Beobachtung erleichtert, so erschwerte es nun den Angriff. Schlie\u00dflich war auch noch der gr\u00f6\u00dfte Teil der vorgestern genommenen feindlichen Stellung in dieser Nacht vom Feinde wieder in seine Hand gebracht worden.<\/em><\/p>\n<p><em>Am Morgen des 4. war die Lage also keineswegs g\u00fcnstig, Trotzdem und obwohl die Truppen unter Strapazen und misslichen Eindr\u00fccken bereits gelitten hatten, auch Mann und Pferd seit Tagen d\u00fcrftig verpflegt waren, wies das Regiment, wie die ganze 2. bayerische Infanterie-Division einen hohen Grad von Angriffslust und einen vollkommene Siegeszuversicht auf. Es war gewohnt, Starkes zu ertragen.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Regiments-Stab war fr\u00fch von Mezieres aufgebrochen und hatte um 5 Uhr morgens seinen Befehlstand in einem W\u00e4ldchen 2,5 Kilometer westlich Mezieres aufgeschlagen. Die zwar zahlreich vorhandene Artillerie war leider ohne ausreichende Munition. Die Munitionsmenge konnte nicht einmal mit den ausgegebenen Feuervorbereitungsbefehlen in Einklang gebracht werden, geschweige denn von einer gen\u00fcgenden Vorratsmenge f\u00fcr die Begleitung des fortschreitenden Angriffes. Die Kommandeure sowie die Batterief\u00fchrer konnten nur f\u00fcr wenigstens beste Einteilung Sorge tragen. Schlie\u00dflich stand die Feuervorbereitung an Wichtigkeitr im Vordergrund, um das Ingangbringen des Angriffs \u00fcberhaupt zu erm\u00f6glichen. Um gro\u00dfe Reichweiten zu haben, wurden die Batterien in der Nacht hart an den Osthang des Avretales gebracht.<\/em><\/p>\n<p><em>Das verst\u00e4rkte III. Armee-Korps sollte am 4.4. morgens den gegen\u00fcberstehenden Feind mit der 2. bayerischen Infanterie-Division am rechten Fl\u00fcgel (rechts anschlie\u00dfend die 54 Infanterie-Division) und mit einer s\u00e4chsischen Reservedivision am linken Fl\u00fcgel angreifen und ihn aus seinen teilweise ausgebauten Stellungen werfen. Angriffsziel der 2. bayerischen Infanterie-Division war der Senecat-Wald und die H\u00f6he n\u00f6rdlich Rouvrel.\u00a0 Gelang es in nordwestlicher Richtung den Noye-Abschnitt bei Dommartin in die Hand zu bekommen, so hatte dies unter allen Umst\u00e4nden zu geschehen. Rechts der 2. bayerischen Infanterie-Division hatte die 54. Infanterie-Division den auf den Westh\u00e4ngen der H\u00f6he 111 s\u00fcdlich Thennes noch stehenden Feind anzugreifen, ihn in die Avre zu werfen und mit linkem Fl\u00fcgel westlich\u00a0 der Avre \u00fcber Moreuil, Morisel und Castel-Hailles vorzugehen, sobal der rechte Fl\u00fcgel der 2. bayerischen Infanterie-Division entsprechend vorgeschritten war. Links der 2. bayerischen Infanterie-Division griff die 53. Reserve-Division in Richtung Rouvrel &#8211; Mon Idee an. Die Artillerie-Vorbereitung fand in der Zeit von 6 Uhr bis 8.10 Uhr vormittags statt. Zu dieser Zeit begann der Angriff. Die Artillerie-Vorbereitung bei der 2. bayerischen Infanterie-Division gliederte sich in die Bek\u00e4mpfung der feindlichen Artilleriegruppen Rouvrel und Morisel, der feindlichen Infanteriestellungen und in einen Feuer\u00fcberfall s\u00e4mtlicher Batterien von 7 Uhr 30 bis 7 Uhr 45 auf die feindlichen Batterien. Daneben hatte die Artillerie die rechte Flanke zu sch\u00fctzen, bis der Angriff der 54. Infanterie-Division zur Geltung kam; ferner den Schutz der linken Flanke als wichtige Aufgabe zu betrachten, falls die linke Nachbardivision nicht auf gleicher H\u00f6he blieb. Diese gro\u00dfen Aufgaben konnten mit der vorhandenen Munitionsmenge keinesfalls ganz geleistet werden. So z. B. hatte eine leichte Feldhaubitze Batterie f\u00fcr s\u00e4mtliche Aufgaben von 6 Uhr bis 8 Uhr 10 vormittags 68 Schuss zur Verf\u00fcgung! Noch um 5 Uhr morgens waren \u00c4nderungen der gegebenen Befehle f\u00fcr den Angriff und wichtige Einzelheiten f\u00fcr die artilleristische Arbeit (Munitionsaufwand, Wetterberichte und deergleichen) gekommen. Der wieder stark einsetzende Regen behinderte die Befehlsausgabe bei Nacht und Nebel im Freien stark. Die Beobachtungsm\u00f6glichkeit war lange Zeit nach Sonnenaufgang noch durch starken Nebel \u00fcber dem Avretal fast ganz ausgeschaltet und da die Infanterie ihre f\u00fcr eine Bereitstellung g\u00fcnstigere Stellung an den H\u00e4ngen westlich Moreuil verloren hatte, musste sie sich in der Avre-Niederung, teilweise sogar noch auf dem \u00f6stlichen Ufer zum Angriff bereitstellen. Die vom Gegner erlannten Bereitstellungen wurden von ihm kr\u00e4ftigst unter Feuer genommen. Im \u00fcbrigen war das feindliche Artilleriefeuer w\u00e4hrend unseres Vorbereitungsschie\u00dfens aber schw\u00e4cher als w\u00e4hrend der Nacht.<\/em><\/p>\n<p><em>Als dann die Zeit kam, Punkt 8 Uhr 10, wurde der Angriff von der Infanterie mit gro\u00dfer Schneid vorgetragen. Rechts griff das 20. Infanterie-Regiment an, links, wo der taktische Schwerpunkt lag, das 15. Infanterie-Regiment; das 12. Infanterie-Regiment folgte in zweiter Linie. Die H\u00f6he westlich Morisel war bald erstiegen, eine unserer Infanterie gef\u00e4hrliche Hinterhangstellung des Gegners konnte den Angriff nicht zum Stehen bringen, die Stra\u00dfe Morisel &#8211; Ailly war bald \u00fcberschritten. Vor dem W\u00e4ldchen \u00f6stlich der Anchin-Ferme (W\u00e4ldchen U) schien der Angriff zu stocken, jedoch die Hatte sich bald gesammelt und nahm dem sich stark wehrenden Gegner den St\u00fctzpunkt weg.\u00a0 (10 Uhr 02 vormittags) Anschlie\u00dfend wurde das n\u00e4chste kleine Waldst\u00fcck (W\u00e4ldchen B) genommen und um 12 Uhr 10 mittags war auch die Anchin-Ferme in deutschem Besitz. Dar\u00fcber hinaus blieb der Angriff im linken Teil des Divisionsabschnittes noch etwa 600 Meter in Fluss, kam aber dann zum Stehen. Weiter rechts konnte das 20. Infanterie-Regiment im Verein mit dem Reserve-Infanterie-Regiment 90 der 54. Infanterie-Division noch gegen Abend das Waldst\u00fcck westlich Castel, den Senecat-Wald, nehmen. Im \u00fcbrigen gelang es den rechten Nachbartruppen, Castel und die H\u00f6he nordwestlich davon zu nehmen. Ung\u00fcnstig sah es bei der linken Nachbardivision aus. Mit der Wegnahme von Mailly war der Angriff dort ins Stocken gekommen und er konnte nicht mehr weiter vorgetragen werden. Anschluss nach rechts zum 15. Infanterie-Regiment fehlte infolgedessen. Dadurch hatte das eigene linke Fl\u00fcgelregiment schon bald unter schwerem Flankenfeuer aus feindlichen Maschinengewehehren von der H\u00f6hen s\u00fcdlich und n\u00f6rdlich Rouvrel herab zu leiden gehabt. Unbek\u00fcmmert um das Maschinengewehr-Feuer, das da aus der Flanke den St\u00fcrmenden entgegenschlug und unbek\u00fcmmert um die sehr starken Verluste griff das 15. Infanterie-Regiment mit bewunderungsw\u00fcrdiger Tapferkeit an. Ihm tat es bald das 12. Infanterie-Regiment, das sich fr\u00fchzeitig in die vorderen Linien eingeschoben hatte, gleich. Viele brave, tapfere Bayern mussten hier ihr Leben lassen. Von 10 Uhr ab lebte auch die feindliche Artilleriet\u00e4tigkeit auf. Die Gegenwirkung der feindlichen, tief gestaffelten Batterien machte sich gleichfalls in einem sehr starken Flankenfeuer geltend. Jeglicher \u00dcbergang \u00fcber die Avre lag bald unter vernichtendem Feuer; den feindlichen Beobachtern in der Gegend Rouvrel, wo die durch das Zur\u00fcckh\u00e4ngen der linken Nachbardivision hervorgerufene L\u00fccke klaffte, mussten sich die Ziele in offenster Weise darbieten.<\/em><\/p>\n<p><em>Das 9. Feldartillerie-Regiment hatte sich nach der vorbereitenden Feuert\u00e4tigkeit zum Stellungswechsel gerichtet. Der Regiments-Stab erkundete schon kurz nach Beginn des Angriffs zuerst bei der Genonville-Ferme, dann auf den H\u00f6hen westlich Morisel, zuletzt bei den W\u00e4ldchen A und B Stellung und verschaffte sich im Benehmen mit der Infanteriebrigade Klarheit \u00fcber die Lage. Der Ordonanz-Offizier des Stabes, Oberleutnant der Reserve Datterer, wurde bald verwundet.<\/em><\/p>\n<p><em>Das \u00dcberschreiten der Avre durch die Batterien hing angesichts der Eigenart des Gel\u00e4ndes wesentlich vom Tempo des Angriffsfortschrittes ab. Das Nachteilige war in Rechnung zu stellen, dass ein Angriff, der zwar vorw\u00e4rts kam, aber sein Tagesziel nicht reslos erreichte, eine zweckm\u00e4\u00dfige Artillerie-Aufstellung, besonders der Feldartillerie ausschloss, denn \u00f6stlich der Avre standen dann die Batterien schon reichlich weit ab, westlich der Avre aber, auf den dortigen H\u00f6hen, kamen sie so nahe an die vorderste Linie, dass eine wirkungsvolle Unterst\u00fctzung der Infanterie ausgeschlossen war. In der sumpfigen Avre-Niederung fanden sich keine Feuerstellungen. Selbst bei vollstem Gelingen des Angriffs musste eine Zeitspanne \u00fcberwunden werden, w\u00e4hrend welcher f\u00fcr die Feldartillerie ung\u00fcnstigste Verh\u00e4ltnisse gegeben waren. Dazu kam, dass der Avre-\u00dcbergang sehr viel zeitraubender sein musste, als ein gew\u00f6hnlicher Stellungswechsel, zumal nicht damit gerechnet werden konnte, dass die feindliche Artillerie in ihrer Masse ausgeschaltet worden war.<\/em><\/p>\n<p><em>Als erste erhielt, nachdem der Angriff flott vorw\u00e4rts ging, die III. Abteilung um 8 Uhr 10 vormittags den Befehl, zum Stellungswechsel; diese beorderte ihrerseits sofort die 7. Batterie \u00fcber Moreuil, die 8. und 9. Batterie und die unterstellte 8.\/27. \u00fcber La Neuville vor, da der in n\u00e4chster N\u00e4he liegende \u00dcbergang bei der Genonville-Ferme unpassierbar geworden war. Um 10 Uhr begab sich der Abetilungsstab, dieser \u00fcber Genonville-Ferme, auf die H\u00f6he 86 westlich Morisel. In der N\u00e4he davon begegnete er dem sich auf Erkundung befindenden Regimentskommandeur, der ein Instellunggehen auf jener H\u00f6he als ausgeschlossen bezeichnen musste. K\u00e4mpfte die Infanterie doch zu selben Zeit noch um die Anchin-Ferme; die letzten Wellen der Infanterie sah man gerade noch \u00fcber die H\u00f6he 86 vorgehen. Der Abteilungstab richtete dann seine Befehlstelle s\u00fcd\u00f6stlich der H\u00f6he ein, die zun\u00e4chst ankommende 9. Batterie wurde in der Mulde gegen\u00fcber der Genonville-Ferme, demn\u00e4chst die 8. Batterie in der Mulde s\u00fcdlich H\u00f6he 86 in Stellung gebracht. Inzwischen war das Wetter aufgekl\u00e4rt und st\u00e4rkstes Artillerie-Feuer lag auf allen Gel\u00e4ndeteilen. Von der 7. Batterie und 8.\/27 fehlte der Abteilung jede Spur. Die 8.\/27 fand sich erst am sp\u00e4ten Abend auf dem Westufer ein, nachdem sie beim Avre-\u00dcbergang bei La Neuville schwere Verluste erlitten hatte und eine gro\u00dfe Anzahl Pferde von ihrer Kolonne hatte heranziehen m\u00fcssen, um die Batterie wieder bewegungsf\u00e4hig zu machen. Ihr Batterief\u00fchrer war gefallen. Die 7. Batterie konnte den \u00dcbergang \u00fcber Moreuil nicht ausf\u00fchren und unterstellte sich zun\u00e4chst der II. Abteilung. \u00dcber ihre T\u00e4tigkeit berichtet das Kriegstagebuch der 7. Batterie von F. A. Reindl:<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Um 9 Uhr morgens musste unsere Batterie Stellungswechsel vornehmen und sollte, \u00fcber Mezieres &#8211; Villers vorgehen, auf den H\u00f6hen westlich Morisel in Stellung gehen, je nach Lage des Gefechtes. In Morisel tobten noch erbitterte Stra\u00dfenk\u00e4mpfe, die Batterie wurde deshalb in offener Formation westlich Villers aux Erables bereit gestellt. Die 10 Kilometer lange Strecke wurde auf den schlechten Stra\u00dfen im Trab zur\u00fcckgelegt. Kurz darauf gingen wir in Stellung in H\u00f6he der Stra\u00dfe Moreuil &#8211; Villers aux Erables. Die Batterie wurde der Artillerie-Untergruppe von Weckbecker unterstellt und er\u00f6ffnete das Feuer auf den Senecatwald. Um 4 Uhr nachmittags machte die Untergruppe von Weckbecker Stellungswechsel nach vorw\u00e4rts \u00fcber Moreuil; die Batterie schied aus diesem Verbande aus und suchte Verbindung mit Untergruppe Wolf, der sie urspr\u00fcnglich unterstellt war, aufzunehmen. Um 5 Uhr abends wurde Stellungswechsel befohlen, in Mezieres menagiert und auf der Stra\u00dfe Mezieres &#8211; La Neuville &#8211; Braches am Bahndamm entlang in die neue Stellung gezogen an den nord\u00f6stlichen Ausl\u00e4ufern der H\u00f6he 86 westlich der Avre. Ankunft am 5. April morgens um 7 Uhr. Das Vorw\u00e4rtskommen wurde so verz\u00f6gert &#8211; der Marsch war 24 Kilometer lang und sauerte 14 Stunden &#8211; durch endlose Kolonnen und durch der Frot zustrebende Infanterie- und Artillerie-Verb\u00e4nde. Speziell der einzige, noch dazu unter Artilleriefeuer liegende Avre-\u00dcbergang bei Braches &#8211; La Neuville war von Truppen so verstopft, dass die Batterie dort allein 6 Stunden warten musste.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Die II. Abteilung sollte etwa 10 Uhr vormittags ebenfalls den Uferwechsel vornehmen, blieb aber, da zu dieser Zeit das B-W\u00e4ldchen noch nicht genommen war, noch auf dem Ostufer, um die dringend notwendige Unterst\u00fctzung der Infanterie nicht durch zeitraubende Bewegungen aufzuheben. Der Abteilungs-Kommandeur brachte seine Batterien aus der eingeleiteten Bewegung heraus beiderseits der Stra\u00dfe Villers aux Erables &#8211; Moreuil, \u00f6stlich des gro\u00dfen Waldes wieder in Stellung und feuerte dann zun\u00e4chst auf Mon Idee und C-Wald. Die der Abteilung unterstellten 5. und 6.\/24 hatten sich bereits verschossen und da auf Munitions-Erg\u00e4nzung nicht zu rechnen war, wurden sie von der Teilnahme am weitern Vormarsch, zu dem sich\u00a0 der Abteilungs-Kommandeur um 4 Uhr nachmittags entschloss, ausgenommen. Als die Abteilung bereits in Marsch war, erhielt ihr Kommandeur vom Regimentskommandeur am A-W\u00e4ldchen den Befeh, auf dem \u00f6stlichen Ufer zu bleiben, da die ungekl\u00e4rte Lage, das Flankenfeuer von links und die Unwahrscheinlichkeit einer baldigen Fortsetzung des Angriffes eine bessere Wirkung der Abteilung vom Ostufer gegenw\u00e4rtigen lie\u00df. Die Abteilung kehrte daher um, musste aber auf Befeh der Division doch auf das Westufer.\u00a0 Um 6 Uhr 45 nachmittags trat sie daher erneut den Vormarsch an, diesmal \u00fcber La Neuville (vorher \u00fcber Moreuil); aber auch hier waren die Schwierigkeiten so gro\u00df, dass die Abteilung erst gegen 7 Uhr vormittags des 5. April mit ersch\u00f6pften Mannschaften und Pferden am Bereitstellungsplatz (Stra\u00dfengabel 1.200 Meter s\u00fcdlich Morisel) eintraf.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Begleitbatterien hatten nicht die ihnen zugedachte Verwendung bei ihren Infanterieregimentern finden k\u00f6nnen. Die gleichen Gr\u00fcnde, die dem Tage ihr Gepr\u00e4ge gaben, das Zur\u00fcckbleiben der linken Nachbardivision gaben den Infanterie-Regimentern keine M\u00f6glichkeit, ihre Begleitbatterien als solche einzusetzen. Lange Zeit standen die 1. Batterie und eine Begleitbatterie der 54. Infanterie-Division im st\u00e4rksten Feuer im Hohlweg s\u00fcdlich Morisel, wo sie Deckung vor den allseits \u00fcberw\u00e4ltigend einschlagenden Granaten suchten. Sie standen noch dazu mit gegeneinandergekehrter Fahrtrichtung, sodass kaum noch ein Einzelreiter durchkommen konnte. Am Abend schieden die Batterien der I. Abteilung aus dem Befehl der Infanterieregimenter; sie wurden am n\u00e4chsten Morgen der II. Abteilung taktisch unterstellt.<\/em><\/p>\n<p><em>Trotz aller Schwierigkeiten hatte die 2. bayerische Infanterie-Division im allgemeinen ihr Angriffsziel in hartem Ringen erreicht. Dass der Angriff so verlustreich wurde und keine alsbaldige Fortsetzung folgen konnte, lag sowohl daran, dass sich die artilleristische Kampfkraft mangels Munition und ausreichender Vorbereitung auch nicht ann\u00e4hernd in ihrer St\u00e4rke zeigen konnte, wie ferner auch an der misslichen Lage, in welche die Truppen westlich der Avre bei ihrer nordwestlichen Sto\u00dfrichtung infolge des geringeren Vorw\u00e4rtsschreitens der linken\u00a0 Nachbardivision gekommen war. Vermehrt zur Geltung kamen diese Momente bei der vollkommenen Bereitschaft des Gegners und seiner artilleristischen, wie fliegerischen St\u00e4rke.<\/em><\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p><em>Aus dem Tagebuch der 7. Batterie von A. F. Reindl entnehmen wir noch \u00fcber den Tag:<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;\u00dcber jedes Lob erhaben arbeiteten die Mannschaften des A. B. O. die trotz st\u00e4rksten feindlichen Maschinengewehr- und Artilleriefeuers die Artillerie-Kommandeure \u00fcber die Lage unserer mit gl\u00e4nzendem Schwung vorw\u00e4rts st\u00fcrmenden Infanterie informierten. U. O. Riedisser der 9.\/9 fiel um 8 Uhr 30 vormittags samt seinem Pferd bei der Befehlstelle des 20. Infanterie-Regiments in Moreuil durch Granatvolltreffer. Wie gl\u00e4nzend der franz\u00f6sische Nachrichtendienst funktionierte, m\u00f6ge folgende Episode beleuchten: Zirka um 8 Uhr erhielt der A. B. O. folgenden von den Funkern des 20. Infanterie-Regiments aufgefangenen Funkspruch: Bon object pour artillerie une batterie sur la route de Mooreuil a l&#8216; est (gutes Ziel f\u00fcr Artillerie, eine Batterie auf der Stra\u00dfe von Moreuil nach Osten). Eine Infanterie-Begleit-Batterie unseres Regiments war tats\u00e4chlich zu dieser Zeit diesen Weg gefahren und bald darauf lag dieser Weg unter schwerstem Feuer.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Lage des Grabes von Lorenz Kronseder ist offiziell unbekannt. Es k\u00f6nnte jedoch sein, dass man ihn anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Montdidier&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/80500+Montdidier,+Frankreich\/@49.6475108,2.2859896,10z\/data=!4m5!3m4!1s0x47e7c036b35bcab7:0x40af13e816200e0!8m2!3d49.647007!4d2.566932&quot;;&quot;Montdidier&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/80500+Montdidier,+Frankreich\/@49.6475108,2.2859896,10z\/data=!4m5!3m4!1s0x47e7c036b35bcab7:0x40af13e816200e0!8m2!3d49.647007!4d2.566932\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/80500+Montdidier,+Frankreich\/@49.6475108,2.2859896,10z\/data=!4m5!3m4!1s0x47e7c036b35bcab7:0x40af13e816200e0!8m2!3d49.647007!4d2.566932\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Montdidier<\/a><\/span> beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.<\/p>\n<ul>\n<li>Fahrer Max Oberl\u00e4nder, gefallen am 04.04.1918 bei Mezieres, begraben auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Montdidier&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/80500+Montdidier,+Frankreich\/@49.6475108,2.2859896,10z\/data=!4m5!3m4!1s0x47e7c036b35bcab7:0x40af13e816200e0!8m2!3d49.647007!4d2.566932&quot;;&quot;Montdidier&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/80500+Montdidier,+Frankreich\/@49.6475108,2.2859896,10z\/data=!4m5!3m4!1s0x47e7c036b35bcab7:0x40af13e816200e0!8m2!3d49.647007!4d2.566932\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/80500+Montdidier,+Frankreich\/@49.6475108,2.2859896,10z\/data=!4m5!3m4!1s0x47e7c036b35bcab7:0x40af13e816200e0!8m2!3d49.647007!4d2.566932\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Montdidier<\/a><\/span> in einem Massengrab.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_24278\" aria-describedby=\"caption-attachment-24278\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-24278\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Lorenz_Kronfelder_v.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"673\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Lorenz_Kronfelder_v.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Lorenz_Kronfelder_v-300x252.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Lorenz_Kronfelder_v-768x646.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-24278\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Lorenz Kronseder<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_24277\" aria-describedby=\"caption-attachment-24277\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-24277\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Lorenz_Kronfelder_h.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"673\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Lorenz_Kronfelder_h.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Lorenz_Kronfelder_h-300x252.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Lorenz_Kronfelder_h-768x646.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-24277\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Lorenz Kronseder<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldast Lorenz Kronseder wurde am 18.10.1890 in der bayerischen Gemeinde Taufkirchen geboren und war der Sohn eines Bahnarbeiters. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Kanonier und Fahrer in der 4. Batterie des 9. bayerischen Feld-Artillerie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem bayerischen Milit\u00e4r-Verdienstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet. Am 04.04.1918 wurde [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_wp_rev_ctl_limit":""},"categories":[2,8,1876,651],"tags":[1679,5114,520,1366,112,225,6629,36,111,6630,1548,5160,771,6180,99],"class_list":["post-24314","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-weltkrieg","category-sterbebilder","category-frankreich-1-weltkrieg","category-schlacht-an-der-somme","tag-19-bayerisches-feld-artillerie-regiment","tag-bahnarbeiterssohn","tag-bayerisches-militaer-verdienstkreuz-3-klasse","tag-bayern","tag-eisernes-kreuz-2-klasse","tag-fahrer","tag-feldlazarett-rosires","tag-frankreich","tag-kanonier","tag-mezieres-en-santerre","tag-moreuil","tag-rosieres-en-santerre","tag-schwere-verwundung","tag-taufkirchen-an-der-vils","tag-unbekannte-grablage"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24314","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24314"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24314\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24326,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24314\/revisions\/24326"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24314"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24314"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24314"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}