{"id":25588,"date":"2025-07-01T00:00:46","date_gmt":"2025-06-30T22:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=25588"},"modified":"2020-12-17T16:13:18","modified_gmt":"2020-12-17T15:13:18","slug":"die-maenner-des-zweiten-weltkriegs-teil-2-599-friedrich-wilhelm-daum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=25588","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.599: Friedrich Wilhelm Daum"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Friedrich Wilhelm Daum wurde am 09.03.1897 in Obersteinbach in Bayern geboren. Er war Gymnasiast im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Melanchthon-Gymnasium_N%C3%BCrnberg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alten Gymnasium<\/a> in N\u00fcrnberg (8. Klasse) (heute: Melanchthon-Gymnasium). Er verlie\u00df in Kriegsbegeisterung das Gymasium ohne Abitur, wie es viele Sch\u00fcler zu Beginn des Ersten Weltkrieges taten. Sie bef\u00fcrchteten, dass der Krieg so schnell beendet sei, dass sie, sollten sie erst das Abitur ablegen, nicht mehr als Held aus diesem Krieg hervorgehen k\u00f6nnen. Er k\u00e4mpfte als Infanterist und Kriegsfreiwilliger in der 11. Kompanie des 19. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 03.11.1914, drei Monate nach Kriegsbeginn, fiel er im Alter von 17 Jahren im Wald von Apr\u00e9mont bei <em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Buxi%C3%A8res-sous-les-C%C3%B4tes\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Buxerulles<\/a><\/em> \u00f6stlich von Saint-Mihiel.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todeszeitraum von Friedrich Wilhelm Damm berichtet die Regimentsgeschichte des 19. bayerischen Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Bereits am 25. Oktober hatte er im festen Vertrauen auf seine Truppe dem Kommandeur der 9. Infanterie-Brigade und dem General der Pioniere der Armeeabteilung Strantz seine Ansicht \u00fcber einen Angriff ohne lange Vorbereitungen entwickelt. Seine Absicht am 27. Oktober, eine g\u00fcnstige Gelegenheit auszun\u00fctzen, wurde nur durch die Einw\u00e4nde des Kommandeures der Pioniere vereitelt. Vergeblich wartete das Regiment auf Durchf\u00fchrung des von der Division beabsichtigten gro\u00dfen Angriffes &#8211; immer war der Wind f\u00fcr Abbrennen des Waldes ung\u00fcnstig &#8211; da kam am 3. November nachmittags von der 9. Infanterie-Brigade die Mitteilung, dass die rechts anschlie\u00dfenden J\u00e4ger ein unbesetztes Grabenst\u00fcck genommen h\u00e4tten und die Anfrage, ob das 19. Regiment nicht ebenfalls in der Lage w\u00e4re, seine n\u00f6rdliche Stellung weiter vorzuschieben. Bereitwillig sagte das Regiment zu, obwohl Oberst Drausnick sich wohl bewusst war, dass seine Truppen nicht auf unbesetzte Sch\u00fctzengr\u00e4ben sto\u00dfen w\u00fcrden. Die Angriffsvorbereitungen trafen das Regiment in einer ung\u00fcnstigen Lage. Das II. Bataillon war in der Bereitschaft abgel\u00f6st und im Marsch auf <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Buxi%C3%A8res-sous-les-C%C3%B4tes\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Buxerulles<\/a>; die beiden anderen Bataillone waren zu einer Art Bereitstellungs\u00fcbung in vorderer Linie. Trotzdem wurden die Vorbereitungen rasch getroffen. Um 3.30 Uhr nachmittags stand die Angriffstruppe bereit. Hinter der linken Fl\u00fcgelkompanie 3. Kompanie stand 10. Kompanie. Auf 3 Kompanien verteilt 1.\/3. bayerisches Pionier-Bataillon, 9. und 12. Kompanie standen bereit an die Stelle der 3. und 10. Kompanie zu r\u00fccken, sobald diese vorgest\u00fcrmt waren. Anschlie\u00dfend an 3. Kompanie standen in vorderer Linie 2., 4., 1. Kompanie, 11. Kompanie und zwei Kompanien Pionier-Bataillon 27 in der Mulde hinter der Stellung bereit. 4.40 Uhr nachmittags gab der Regimentskommandeur, selbst in vorderer Linie befindlich, den befehl zum Angriff.<\/em><\/p>\n<p><em>Aus den Sappenk\u00f6pfen springen die ersten Leute der 3. Kompanie vor. Ein Maschinengewehr feuert auf den nur 40 Meter entfernten feindlichen Graben, andere Tapfere folgen. Nun sind sie am feindlichen Graben. Krachend fallen die Reisigd\u00e4cher auf die Besatzung. Zwei Offiziere, 50 Mann werden gefangen, was sich nicht ergibt, wird niedergemacht; vorw\u00e4rts st\u00fcrmen 3. und 10. Kompanie und Pioniere.<\/em><\/p>\n<p><em>Nun befiehlt der Regimentskommandeur auch die 2. Kompanie vor. Diese schwenkt rechts und vorw\u00e4rts gehts \u00fcber 5 &#8211; 6 feindliche Gr\u00e4ben. S\u00fcdlich der Mulde sieht man die fliehenden Franzosen die H\u00f6he hinaufeilen; nun zeigt auch der in vorderer Linie eingebaute Gesch\u00fctzzug seine Wirkung. 4. und 1. Kompanie schlie\u00dfen sich ebenfalls rechts einschwenkend dem Angriff an.<\/em><\/p>\n<p><em>Da entschlie\u00dft sich der Regimentskommandeur auch die H\u00f6he s\u00fcdlich der Mulde zu nehmen <strong><span style=\"color: #ff0000;\">und setzt 11. und die beiden Pionier-Kompanie 27 zum Angriff am rechten Fl\u00fcgel an. Unter gro\u00dfen Verlusten erreicht der Angriff die H\u00f6he<\/span><\/strong>.<\/em><\/p>\n<p><em>Um 6.00 Uhr abends trifft das herangeholte II. Bataillon ein und stellt sich f\u00fcr einen m\u00f6glichen feindlichen Gegensto\u00df mit 6. und 7. hinter dem rechten, mit 5. und 8. Kompanie und Bataillonsstab hinter dem linken Fl\u00fcgel bereit. Ein Eingreifen war jedoch nicht n\u00f6tig, da der Feind sich vollkommen ruhig verhielt.<\/em><\/p>\n<p><em>Um 500 Meter war der linke Fl\u00fcgel des Regiments vorw\u00e4rts gekommen. W\u00e4hrend bisher die Linie mit Front Ost-S\u00fcdost verlief, stand jetzt das Regiment mit Frint nach S\u00fcden auf einer H\u00f6henlinie, die den gegen\u00fcberliegenden R\u00fccken beherrschte, auf dem die feindlichen Verbindungen zum Erdwerk liefen<\/em><\/p>\n<p><em>So war durch den selbst\u00e4ndig und verantwortungsfreudig gefassten Entschluss des Regimentskommandeurs ein gl\u00e4nzender Erfolg erreicht worden, der vor allem der Division viel kostbare Munition f\u00fcr schwere Artillerie und Minenwerfer sparte.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Verluste des Regiments am 3. und 4. November betrugen an Toten: 5 Offiziers-Stellvertreter (K\u00fchn, Hartmann, Bergdolt, Grimmler, Weichert), 72 Unteroffiziere und Mannschaften. An Verwundeten: 2 Offiziers-Stellvertreter (Habersang, Wolfrun) etwa 100 Unteroffiziere und Mannschaften.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Man begrub Friedrich Wilhelm Daum auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;St. Mihiel&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/55300+Saint-Mihiel,+Frankreich\/@48.8941646,5.5395164,13z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x47eb477101fbe843:0x40a5fb99a3ad0a0!8m2!3d48.88855!4d5.541657&quot;;&quot;St. Mihiel&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/55300+Saint-Mihiel,+Frankreich\/@48.8941646,5.5395164,13z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x47eb477101fbe843:0x40a5fb99a3ad0a0!8m2!3d48.88855!4d5.541657\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/55300+Saint-Mihiel,+Frankreich\/@48.8941646,5.5395164,13z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x47eb477101fbe843:0x40a5fb99a3ad0a0!8m2!3d48.88855!4d5.541657\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">St. Mihiel<\/a><\/span> in einem Massengrab.<\/p>\n<p>Der Vater von Friedrich Wilhelm Daum, Heinrich Daum, war k\u00f6niglicher Pfarrer.<\/p>\n<figure id=\"attachment_25587\" aria-describedby=\"caption-attachment-25587\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-25587\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Friedrich-Wilhelm-Daum-vorne.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"597\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Friedrich-Wilhelm-Daum-vorne.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Friedrich-Wilhelm-Daum-vorne-300x224.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Friedrich-Wilhelm-Daum-vorne-768x573.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-25587\" class=\"wp-caption-text\">Todesanzeige von Friedrich Wilhelm Daum<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_25586\" aria-describedby=\"caption-attachment-25586\" style=\"width: 543px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-25586\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Friedrich-Wilhelm-Daum-hinten.jpg\" alt=\"\" width=\"543\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Friedrich-Wilhelm-Daum-hinten.jpg 543w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Friedrich-Wilhelm-Daum-hinten-204x300.jpg 204w\" sizes=\"auto, (max-width: 543px) 100vw, 543px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-25586\" class=\"wp-caption-text\">Foto von Friedrich Wilhelm Daum<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Friedrich Wilhelm Daum wurde am 09.03.1897 in Obersteinbach in Bayern geboren. 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