{"id":25766,"date":"2025-07-18T00:00:23","date_gmt":"2025-07-17T22:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=25766"},"modified":"2020-12-21T16:15:02","modified_gmt":"2020-12-21T15:15:02","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-616-josef-ortmaier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=25766","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.616: Josef Ortmaier"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Josef Ortmaier stammte aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Polling_(bei_M%C3%BChldorf_am_Inn)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Polling<\/a>, einer Gemeinde in Bayern, und war Gymnasiast 8. Klasse im erzbisch\u00f6flichen Knabenseminar in Freising. Sein Vater war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 26. bayerischen Infanterie-Regiments. Zuletzt wurde er bei der Durchbruchsschlacht an der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Putna_(Sereth)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Putna<\/a> und am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sereth\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sereth<\/a> in Rum\u00e4nien eingesetzt. Seit der dem Angriff auf <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C4%83r%C4%83%C8%99e%C8%99ti\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Marasesti\u00a0<\/a> am19.08.1917 wird er vermisst. Er wurde nur 20 Jahre alt.<\/p>\n<p>\u00dcber den Tag des Verschwindens von Josef Ortmaier und seinen wahrscheinlichen Sterbetag berichtet die Regimentsgeschichte des 26. bayerischen Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Der Angriff auf Marasesti<\/em><\/p>\n<p><em>Am 18.8. begannen die Vorbereitungen zum Angriff f\u00fcr den 19.8., dieser sollte zun\u00e4chst in nordostw\u00e4rtiger Richtung die feindlichen Stellungen n\u00f6rdlich der Bahnlinie Maracesti &#8211; Panciu wegnehmen. Im weiteren Verlauf sollte dann in H\u00f6he von Maracesti mit vorgenommener linken Schulter, mit 26. Infanterie-Regiment als Drehpunkt, gegen Maracesti und n\u00f6rdlich davon im Osten eingeschwenkt werden.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Regiment stellte sich hierzu am 19.8. zwischen 3 und 4 Uhr morgens zum Angriff bereit, und zwar: II.\/26 beiderseits der Bahnlinie Focsani &#8211; Maracesti, Angriffsziel Bahnhof Maracesti, anschlie\u00dfend I. Bataillon mit 300 Meter Frontbreite, Angriffsziel das H\u00f6hengel\u00e4nde westlich der Stra\u00dfe Bisighesti &#8211; Marasesti, \u00bd II.\/26 Regiments-Reserve 300 Meter n\u00f6rdlich Tisita. Rest des III. Bataillons musste an 28. Infanterie-Regiment abgegeben werden, das links vom Regiment vorgehen sollte. Von 7 &#8211; 9 Uhr vormittags Vorbereitung des Angriffs durch unsere Artillerie und Minenwerfer. Auf Antrag des Regiments-Kommandeurs wurde noch eine M\u00f6rserbatterie auf die stark befestigten Bahnhofsanlagen von Marasesti gelegt.<\/em><\/p>\n<p><em>Um 9 Uhr vormittags treten die ersten Wellen des Regiments zum Angriff an, sie erhalten heftiges Feuer der scheinbar unersch\u00fctterten feindlichen Infanterie und Artillerie, bleiben jedoch trotz erheblicher Verluste im z\u00fcgigen Vorgehen. Das II. Bataillon nimmt gegen 9.50 Uhr vormittags den s\u00fcdlichen Teil der Bahnhofsanlage in Besitz, macht 100 Gefangene, kommt aber infolge\u00a0 heftiger feindlicher Gegenwirkung, haupts\u00e4chlich in der Flanke aus Marasesti heraus, nicht mehr weiter vor. Das I. Bataillon erreichte die Mulde n\u00f6rdlich Punkt 85 (Karte 1:100.000). Der Angriff kommt hier unter der unverminderten feindlichen Feuerwirkung zum Stehen. Die Regiments-Reserve war mittlerweile im heftigen feindlichen ArtillerieFeuer in die Ausgangsstellung des I. Bataillons nachger\u00fcckt. Gegen 12.30 Uhr nachmittags wirft sich das I. Bataillon, flankierend unterst\u00fctzt durch II. Bataillon, erneut auf den Feind und nimmt ihm 150 Gefangene ab.<\/em><\/p>\n<p><em>Besonders zeichnete sich hier durch au\u00dferordentliche pers\u00f6nliche Tapferkeit der Vizefeldwebel der Reserve und Offiziers-Aspirant Norbert Weinhuber aus, der als F\u00fchrer eines leichten Maschinengewehr-Trupps in schwerstem feindlichen Feuer, das zahlreiche Verluste in seiner N\u00e4he hervorrief, allein aus der Deckung nahe gegen die besetzte feindliche Stellung vorsprang und zun\u00e4chst mit dem Infanterie-Gewehr, dann mit einem auf seine Veranlassung vorgebrachten schweren Maschinengewehr so wirksam auf den Gegner schoss, dass von diesem die stark besetzte Stellung fluchtartig verlassen und hierdurch das weitere Vorgehen des I. Bataillons ohne Verluste erm\u00f6glicht wurde.<\/em><\/p>\n<p><em>Inzwischen trifft den linken Fl\u00fcgel der Division und insbesondere die anschlie\u00dfende 115. Division ein starker feindlicher Gegensto\u00df, unterst\u00fctzt von flankierender feindlicher Artillerie. Der eigene Angriff kommt dadurch zum Stehen. Die erreichten Linien werden gehalten. Die stark gelichteten Verb\u00e4nde k\u00f6nnen ohne ausgiebige Verst\u00e4rkung und besonders ohne \u00fcberlegene Artillerie zun\u00e4chst nicht mehr weiter Boden gewinnen.<\/em><\/p>\n<p><em>Zum erstenmale seit langer Zeit waren hier die Rum\u00e4nen wieder auf den Plan getreten. Sie waren inzwischen in monatelanger Ruhepause jenseits des Sereth in franz\u00f6sische Schule genommen worden. Doch war es nur ein kurzes Aufflackern ihrer Gefechtst\u00e4tigkeit, ihr Gefechtswert stand nach wie vor weit hinter dem des deutschen Soldaten. Ihre Moral war ebenfalls in der langen Schonzeit nicht gehoben worden, wie wir im Folgenden sehen werden.<\/em><\/p>\n<p><em>So ist auch der 19. August als \u00fcberaus schwerer Kampftag ein hervorstechender Markstein in der Geschichte der Division und des Regiments. Hatte es doch unter \u00fcberaus ung\u00fcnstigen Verh\u00e4ltnissen, ersch\u00f6pft und geschw\u00e4cht durch Verluste und Krankheiten &#8211; die unertr\u00e4gliche Hitze des August hatte u. a. zahlreiche Darmerkrankungen hervorgerufen &#8211; seinen Mann vollauf gestellt.<\/em><\/p>\n<p><em>Unter den 217 blutigen Verlusten des 19.8. hatte das Regiment den Tod von vier Offizieren zu betrauern. Es waren dies der hochbegabte, vielversprechende Oberleutnant der Reserve Gschwendtner, die vorbildlich tapgeren Leutnante Hell, Rager und K\u00fchn. Au\u00dferdem hatte das Regiment viele tapfere Und Mannschaften auf dem Kampffeld verloren.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Lage des Grabes von Josef Ortmaier ist unbekannt. Es k\u00f6nnte jedoch sein, dass er auf dem Soldatenfriedhof <a href=\"https:\/\/kriegsgraeberstaetten.volksbund.de\/friedhof\/tifesti-frunzoaia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tifesti-Frunzoaia<\/a> anonym in einem Massengrab beigesetzt wurde, wo man auch sein Regimentskameraden begrub, die am gleichen Tag fielen, u. a.<\/p>\n<ul>\n<li>Infanterist Peter Hell, gefallen am 19.08.1917, begraben auf dem Soldatenfriedhof Tifesti-Frunzoaia in Parzelle D, Grab 49;<\/li>\n<li>Leutnant Josef Rager, gefallen am 19.08.1917, begraben auf dem Soldatenfriedhof Tifesti-Frunzoaia.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_25765\" aria-describedby=\"caption-attachment-25765\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-25765\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Josef-Ortmaier-vorne.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"620\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Josef-Ortmaier-vorne.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Josef-Ortmaier-vorne-300x233.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Josef-Ortmaier-vorne-768x595.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-25765\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Josef Ortmaier<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_25764\" aria-describedby=\"caption-attachment-25764\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-25764\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Josef-Ortmaier-hinten.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"620\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Josef-Ortmaier-hinten.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Josef-Ortmaier-hinten-300x233.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Josef-Ortmaier-hinten-768x595.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-25764\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Josef Ortmaier<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Josef Ortmaier stammte aus Polling, einer Gemeinde in Bayern, und war Gymnasiast 8. Klasse im erzbisch\u00f6flichen Knabenseminar in Freising. Sein Vater war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 26. bayerischen Infanterie-Regiments. Zuletzt wurde er bei der Durchbruchsschlacht an der Putna und am Sereth in Rum\u00e4nien eingesetzt. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_wp_rev_ctl_limit":""},"categories":[2,8,1875],"tags":[1359,302,1366,6948,3126,2108,371,97,6949,1169,3538,1879,2202,1889,99,211],"class_list":["post-25766","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-weltkrieg","category-sterbebilder","category-rumaenien","tag-26-bayerisches-infanterie-regiment","tag-bauerssohn","tag-bayern","tag-durchbruchsschlacht-an-der-putna","tag-erzbischoefliches-klerikerseminar-freising","tag-freising","tag-gymnasiast","tag-infanterist","tag-marasesti","tag-polling","tag-putna","tag-rumaenien","tag-sereth","tag-tifesti-frunzoaia","tag-unbekannte-grablage","tag-vermisst"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25766","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25766"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25766\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25774,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25766\/revisions\/25774"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25766"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25766"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25766"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}