{"id":26008,"date":"2025-08-15T00:00:16","date_gmt":"2025-08-14T22:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=26008"},"modified":"2020-12-27T21:27:12","modified_gmt":"2020-12-27T20:27:12","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-644-franz-xaver-stoeger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=26008","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.644: Franz Xaver St\u00f6ger"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Franz Xaver St\u00f6ger stammte aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Westerbuchberg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Westerbuchberg<\/a>, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%9Cbersee_(Chiemgau)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00dcbersee<\/a>, und war der Sohn eines Landwirts (Marterbauserssohn). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 12. Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem bayerischen Milit\u00e4r-Verdienstkreuz 3. Klasse\u00a0 ausgezeichnet. Am 21.03.1918 fiel er w\u00e4hrend der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutsche_Fr%C3%BChjahrsoffensive_1918\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gro\u00dfen Schlacht in Frankreich<\/a> nach drei Jahren Kriegsdienst im Alter von 23 Jahren bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Itancourt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Itancourt<\/a> an der Aisne.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Franz Xaver St\u00f6ger berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Am Fr\u00fchlingsanfang, 21.03.1918, beginnt um 4 Uhr morgens schlagartig die allgewaltige Artillerievorbereitung. Diese Stunden werden f\u00fcr jeden, der sie miterlebt hat, unvergessen bleiben. Die Erde zitterte und st\u00f6hnte unter dem Geheul der gesch\u00fctze und Minenwerfer, die hier in endloser Folge vom kleinsten bis zum gr\u00f6\u00dften Kaliber neben- und hintereinander standen. Es war ein H\u00f6llenl\u00e4rm, der in unver\u00e4nderter St\u00e4rke f\u00fcnf Stunden anhielt. Es war ein H\u00f6llenl\u00e4rm, der in unver\u00e4nderter St\u00e4rke f\u00fcnf Stunden anhielt. Da viel mit Gas geschossen wurde und das Regiment ganz nahe an der englischen Stellung in den vordersten Gr\u00e4ben zum Angriff bereitgestellt war, hatten die Kompanien bald viel unter Gas zu leiden. Die artilleristische Gegenwirkung war anfangs ziemlich lebhaft, verstummte aber nach etwa einer Stunde vollkommen, ein Zeichen, dass die englischen Batterien gut zugedeckt wurden. In der Begeisterung \u00fcber das herrliche Schauspiel standen die Leute auf der Berme au\u00dferhalb des Grabens und als mitten in dem Schlachtenl\u00e4rm, der dem einer allgewaltigen Schmiede glich, in der das Gl\u00fcck des Deutschen Reiches geschmiedet wurde, das Telegramm eintraf, dass seine Majest\u00e4t der Kaiser und Generalfeldmarschall von Hindenburg an der Kampffront eingetroffen seien und die Leitung der Schlacht \u00fcbernommen h\u00e4tten, steigerte sich die Siegeshoffnung zur Siegesgewissheit.<\/em><\/p>\n<p><em>In dieser Stimmung verlie\u00df das Regiment um 9.15 vormittags die deutschen Gr\u00e4ben bei Itancourt und ging in frischem Tempo unter dem Schutze der Artilleriefeuerwalze z\u00fcgig vor. Es waren in vroderster Linie rechts das I. Bataillon (R\u00fc\u00dflein), links das III. Bataillon (Schobert). Das II. Bataillon (Lauenstein) folgte dicht auf im zweiten Treffen.<\/em><\/p>\n<p><em>Es war ungeheurer Nebel, der durch Gas und Rauch und Staub so dicht war, dass man keine 10 Meter weit sehen konnte. Es kamen daher einzelne Truppenteile aus ihrem Angriffsstreifen heraus und verirrten sich. Die dadurch \u00fcbergangenen englischen Stellungen f\u00fcgten durch Maschinengewehrfeuer erhebliche Verluste zu. Die Hauptorientierung bildete die Schussrichtung der Artilleriegeschosse, deren Pfeifen die Richtung gab. Das Regiment kam an Urvillers, einem stark ausgebauten englischen Feldwerk gut vorbei und machte einige hundert Gefangene. Um die Gefechtsst\u00e4rke nicht zu schw\u00e4chen, durften den Gefangenen keine Begleiter mitgegeben werden. Das hat sich bitter ger\u00e4cht, die Kerle haben Gewehre und Maschinengewehre vom Schlachtfelde aufgehoben und dem Angreifer damit in den R\u00fccken geschossen. Das ist unbedingt nachgewiesen; auf diese Art fiel z. B. Leutnant Fleischmann und wahrscheinlich auch der \u00fcberaus beliebte und tapfere Vizefeldwebel Huber der 1. Kompanie. Kurz nach Urvillers wurde in einem Fasse ein englischer Artillerieoffizier ausgehoben, der mit au\u00dferordentlicher Schneid mit dem fernsprecher das Feuer seiner Batterie leitete. In trotziger und entschlossener Weise verweigerte er jegliche Angabe. Trotzdem war seine Batterie nach einigen Minuten die Beute des Regiments.<\/em><\/p>\n<p><em>Gegen 11 Uhr vormittags ging der Nebel pl\u00f6tzlich weg &#8211; die Feuerwalze war weitergerollt, die Mienenwerfer in dem schweren, zerschossenen Boden stecken geblieben. Aber die leichten und schweren Maschinengewehre und die pr\u00e4chtigenBegleitbatterien, voran die Batterie des Hauptmanns L\u00f6ll, waren da. Sie n\u00fctzten in dem harten Kampf um die Maschinengewehr-Nester bei Essigny und in der &#8222;Lambay-Kaserne&#8220; au\u00dferordentlich viel. Es muss hier unbedingt betont werden, dass sich die Engl\u00e4nder \u00e4u\u00dferst schneidig gehalten haben, an diesem und den kommenden Tagen. Die Leute haben sich bis zum letzten Mann gewehrt und auch auf zwei Schritte noch geschossen. Um so ruhmreicher ist es f\u00fcr das Regiment, diesen z\u00e4hen Widerstand durch noch gr\u00f6\u00dfere Energie und Schneid gebrochen zu haben. Am 21. wurde noch bis in die tiefe Nacht hinein in z\u00e4hem Angriff gek\u00e4mpft. Leider verbietet der zur Verf\u00fcgung stehende Raum all die Heldentaten mit Namensnennung aufzuf\u00fchren, die in diesen Tagen von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften vollbracht wurden.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Origny-Ste.-Beno\u00eete&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Origny-Sainte-Benoite&quot;;&quot;Origny-Ste.-Beno\u00eete&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Origny-Sainte-Benoite\">Man begrub Franz Xaver St\u00f6ger auf dem Soldatenfriedhof <a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Origny-Sainte-Benoite\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Origny-Ste.-Beno\u00eete<\/a><\/span> in Block 8, Grab 93.<\/p>\n<figure id=\"attachment_26007\" aria-describedby=\"caption-attachment-26007\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-26007\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Franz-Xaver-Stoeger-vorne.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"616\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Franz-Xaver-Stoeger-vorne.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Franz-Xaver-Stoeger-vorne-300x231.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Franz-Xaver-Stoeger-vorne-768x591.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-26007\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Franz Xaver St\u00f6ger<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_26006\" aria-describedby=\"caption-attachment-26006\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-26006\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Franz-Xaver-Stoeger-hinten.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"616\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Franz-Xaver-Stoeger-hinten.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Franz-Xaver-Stoeger-hinten-300x231.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Franz-Xaver-Stoeger-hinten-768x591.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-26006\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Franz Xaver St\u00f6ger<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Franz Xaver St\u00f6ger stammte aus Westerbuchberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde \u00dcbersee, und war der Sohn eines Landwirts (Marterbauserssohn). 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