{"id":26074,"date":"2025-08-22T00:00:28","date_gmt":"2025-08-21T22:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=26074"},"modified":"2020-12-29T18:46:33","modified_gmt":"2020-12-29T17:46:33","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-651-lorenz-detter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=26074","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.651: Lorenz Detter"},"content":{"rendered":"<p>Lorenz Detter wurde am 25.01.1883 geboren und war Landwirt in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alt%C3%B6tting\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alt\u00f6tting<\/a>. Er war Mitglied der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marianische_Kongregation\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Marianischen M\u00e4nnerkongregation<\/a>. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Infanterist in der 5. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 23.12.1916 fiel er im Alter von 33 Jahren nach 2 Jahren Kriegsdienst w\u00e4hrend der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlacht_bei_Rimnicul-Sarat\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schlacht bei Rimnicul &#8211; Sarat<\/a> in der N\u00e4he des Ortes <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/VcmR4v26ncsi55di7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Balaceanul<\/a> .<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde berichtet die Regimentsgeschichte des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Tags\u00fcber wird in kurzen Probem\u00e4rschen rasches Vorw\u00e4rtskommen beim Angriff ge\u00fcbt; alle Vorbereitungen f\u00fcr den am 23. Dezember angesetzten Sturm auf <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/VcmR4v26ncsi55di7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Balaceanul<\/a> werden noch getroffen.<\/em><\/p>\n<p><em>An Stelle des erkrankten Hauptmann Semmelmann \u00fcbernimmt Oberleutnant von Pigenot die F\u00fchrung von III.\/18.<\/em><\/p>\n<p><em>Nach der Erkundung stellen sich die Verh\u00e4ltnisse f\u00fcr uns denkbar ung\u00fcnstig dar. Eine weite Ebene bietet auch nich die geringste Deckung. Auf weite Sicht beherrscht das feindliche Erdwerk vor Balaceanul die Gegend.<\/em><\/p>\n<p><em>Um Mitternacht beginnt die Bereitstellung der Bataillone. Wir sind am \u00e4u\u00dfersten rechten Fl\u00fcgel der 301. Infanterie-Division, II.\/18 hat Anschluss an den linken Fl\u00fcgel der 109. Division, k. u. k. Infanterie-Regiment 71.<\/em><\/p>\n<p><em>II.\/18 soll gegen das Erdwerk und die Meierh\u00f6fe vor der s\u00fcdlichen Ortsspitze, I.\/18 frontal gegen die Ortsspitze vorgehen. Der Einsatz ist, Reihenfolge von rechts nach links: 8., <strong><span style=\"color: #ff0000;\">5.<\/span><\/strong>, 6., 4., 3. und \u00bd der 1. Kompanie in vorderster Linie. Rest der Bataillone in Reserve. Die Kompanien z\u00e4hlen 90, ganz starke 100 Gewehre. III\/18 steht hinter dem linken Fl\u00fcgel des Regimentsabschnitts als Flankenschutz und Reserve.\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Bis 5 Uhr ist die Aufstellung vollzogen, dann beginnt das Heranarbeiten an den Feind; um 6 Uhr fr\u00fch soll das Artilleriefeuer einsetzen, 20 Minuten sp\u00e4ter der Sturm erfolgen. Vorgeschobene russische Posten werden sehr fr\u00fch auf 4.\/18 aufmerksam und beginnen lebhaft zu feuern. Gleichzeitig beginnt das Wirkungsschie\u00dfen unserer Artillerie. Bedauerlicherweise schie\u00dft sie anfangs zu kurz, so dass I.\/18 im Heranarbeiten ans Hindernis gest\u00f6rt wird und verschieben muss. So entstehen in der Mitte gleich aus zweierlei Ursachen schwere Verluste. Abgeschossene Leuchtkugeln verst\u00e4ndigen \u00fcber Zielverlegung. Jatzt hat aber der Russe bemerkt, was wir im Schilde f\u00fchren. Viel zu fr\u00fch und \u00fcber Geb\u00fchr aufmerksam geworden, verst\u00e4rkt er sein Gr\u00e4ben. Aus Richtung Balaceanul, der Meierh\u00f6fe und dem Erdwerk schl\u00e4gt m\u00f6rderisches Infanterie-, Maschinengewehr- und Flankenfeuer entgegen. Trotzdem kommen die vorderen Wellen bis an das unversehrte Drahthindernis, das ungef\u00e4hr 100 Meter vor den russischen Gr\u00e4ben war, heran. Inzwischen war es hell geworden und der Feind, Mann an Mann in seinen Gr\u00e4ben stehend, beschoss jeden sich ihm zeigenden Angreifer. Auch das unheimliche Feuer einer dicht bei dem Meierhof stehenden Batterie machte es unm\u00f6glich, gegen das Hindernis vorzudringen. Arg sind bei I.\/18 die Z\u00fcge geschw\u00e4cht, um den Gefechtsstreifen einzuhalten, verl\u00e4ngern zwei Z\u00fcge 2.\/18 nach links, auch die 9.\/18 r\u00fcckt zur Verst\u00e4rkung ein.<\/em><\/p>\n<p><em>Auf dem \u00e4u\u00dfersten rechten Fl\u00fcgel schien der Feind zur\u00fcckzuweichen, es war der 8. Kompanie, angelehnt an die \u00d6sterreicher, sogar m\u00f6glich, in den Besitz eines russischen Grabens zu kommen und sich dort festzusetzen. Die 109. Division war weiter s\u00fcdlich von uns an ihrem rechten Fl\u00fcgel vorw\u00e4rtsgekommen und in die Linie Pintecani &#8211; Galbenul durchgesto\u00dfen. Diese Entlastung bekam die 8.\/18 zu sp\u00fcren. Um den Einbruch zu einem Efolg ausn\u00fctzen zu k\u00f6nnen, werden an der Divisionsgrenze rasch noch zwei Kompanien k. u. k. 71er nachgeworfen, aber schon verst\u00e4rkt der Feind seine Abwehr aus dem Erdwerk. Der russische Fl\u00fcgel h\u00e4lt stand, weiterer Gewinn ist nicht m\u00f6glich. Nach dem d\u00fcnnen Au\u00dfenfl\u00fcgel von I.\/18 kroch noch 10.\/18 als Ersatz vor. In wechselnder Entfernung vom Hindernis, 300 bis 400 Meter vor Balaceanul, graben sich die Kompanien ein. Wegen dem hartgefrorenen Boden kommen sie aber \u00fcber ganz leichte Sch\u00fctzenl\u00f6cher nicht hinaus. Indessen ist es fr\u00fche Nacht geworden.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Regiment muss melden lassen, dass Balaceanul bei dem Feuer und der mangelhaften Artillerieunterst\u00fctzung nicht hat genommen werden k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p><em>Gerne h\u00e4tten wir der 301. Division, deren linker Anschlussfl\u00fcgel abwartend unseren Erfolg erhofft, das raschere Vorgehen gegen Rimnicul-Sarat erm\u00f6glicht. Wohl wussten wir von dem einschneidenden Gewinn der 12. bayerischen Infanterie-Division westlich der Stra\u00dfe Buzau &#8211; Rimnicul-Sarat. Mangelnder Angriffsgeist war es gewiss nicht, der unseren Misserfolg beg\u00fcnstigte. Auch an der F\u00fchrung der Truppen konnte es unm\u00f6glich gelegen haben. Klar lag die Ursache in dem verzweifelten Widerstand, den der Russe hier bot, zutage, mit geradezu unglaublicher Verschwendung von Infanteriefeuer \u00fcbersch\u00fcttete er das vollst\u00e4ndig ebene Angriffsfeld. Unserer Artillerie fehlte Munition.<\/em><\/p>\n<p><em>Alles ist niedergeschlagen. In der Dunkelheit suchten wir das Feld nach Verwundeten und leider, leider allzu vielen Toten ab. Nie hat das Regiment &#8211; vor- und nachher &#8211; ein einziger Tag so schwere Verluste gekostet. An Toten hatten wir &#8211; einschlie\u00dflich an schwersten Wunden Gestorbenen &#8211; die hohe Zahl 168, an Verwundeten 291. Der Gesamtausfall bei I.\/18 betrug 227, dem ganzen Bataillon verblieben 80 Gewehre, das bedeutete die Aufopferung von 75 % seines sowieso geschw\u00e4chten Bestandes. Am meisten gelitten hatte das 4.\/18, (Baumeister), 27 Tote, 43 Verwundete, nahezu die ganze Kompanie war aufgerieben. Offiziert-Stellvertreter Seidl und 4 Gruppenf\u00fchrer waren unter den Gefallenen. Die anschlie\u00dfende 6.\/18 (Feldner) hat die h\u00f6chste Totenziffer &#8211; 39 &#8211; darunter Vizefeldwebel Kalteis und neun erprobte Gruppenf\u00fchrer.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Lage des Grabes von Lorenz Detter ist, wie meist bei Gefallenen im Ersten Weltkrieg in Rum\u00e4nien, unbekannt.<\/p>\n<p>Sein Sohn, ebenfalls Lorenz Detter, geboren am 19.05.1915 in Alt\u00f6tting, war im Zweiten Weltkrieg Oberfeldwebel der Wehrmacht. Am 27.06.1941 fiel er bei Nowy Dwor im heutigen Wei\u00dfrussland (Belarus).<\/p>\n<figure id=\"attachment_26073\" aria-describedby=\"caption-attachment-26073\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-26073\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Lorenz-Detter-vorne.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"681\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Lorenz-Detter-vorne.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Lorenz-Detter-vorne-300x255.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Lorenz-Detter-vorne-768x654.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-26073\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Lorenz Detter<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_26072\" aria-describedby=\"caption-attachment-26072\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-26072\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Lorenz-Detter-hinten.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"681\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Lorenz-Detter-hinten.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Lorenz-Detter-hinten-300x255.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Lorenz-Detter-hinten-768x654.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-26072\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Lorenz Detter<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lorenz Detter wurde am 25.01.1883 geboren und war Landwirt in Alt\u00f6tting. 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